sternkind2015
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ich bin neu hier und hoffe, mit euch Erfahrungen austauschen zu können:
Ich bin mit einem Mann zusammen, mit dem ich letztes Jahr schon mal 3-4 Monate zusammen war. Er machte damals als es enger wurde Schluss und meinte seine Gefühle wären nicht entsprechend. Damals schon ahnte ich (ich habe selbst Bindungsprobleme, mit denen ich schon in Therapie war), dass sein Verhalten auf Bindungsangst zurückzuführen ist (keine Erwartungen schüren durch süße Nachrichten, keine Pläne machen, auf dem Sofa sitzend wie stocksteif...)..
Da wir uns aber sehr gut verstehen, sind wir ziemlich schnell zu Freundschaft übergegangen...mittlerer Weile ist er eigentlich mein bester Freund...
Nachdem wir uns als Freunde oft die Woche zu zweit oder mit anderen trafen, mit seinen Freunden zusammen im Urlaub waren und unser Umfeld sich schon fragte, was denn da mit uns läuft (manche sprachen uns an wie als wären wir in Beziehung), kam es dann an einem Wochenende dazu, dass wir uns wieder körperlich näher kamen. Ich merkte v seiner Seite, dass es nicht nur Sex ist (er wollte mich ständig umarmen, küssen, von mir umarmt werden...)... daraufhin hatten wir erst ein kurzes Gespräch, wo es als One-Night-Stand unter Freunden abgetan wurde... Das ging für mich letztenendes aber nicht, da ich mich schon länger wieder sehr von ihm angezogen fühlte... Also gings im nächsten Gespräch dann ums eingemachte, in dem wir uns über unsere Probleme, Ängste, Wünsche, Gefühle unterhielten - und ich ihm sagte, dass es für mich nur zwei Varianten gibt: es nochmal versuchen (mit dem Bewusstsein, dass es vor allem von seiner Seite (aber auch meiner) aus nicht einfach wird) oder die Freundschaft auf Eis legen.... Ich habe ihn leider unter Druck gesetzt, ihm auch gesagt das er das nicht sofort entscheiden muss - er wollte aber, und nun sind wir wieder zusammen...
Leider heißt "zusammen", dass wir nun unsere persönlichen, schönen Gespräche nicht mehr führen, das ungezwungene der Freundschaft nach Betitelung als "Beziehung" weg ist - er schaltet einfach manchmal auf aus und steht wie abgeschalten/ weggetreten neben mir, kaum eine körperliche Annäherung, leicht agressiv...
Das er - wie ich es damals auch hatte - seine Gefühle nicht spürt (bzw. nur Angst und Unwohlsein), macht mir am meisten Angst, da so leicht der Gedanke aufkommt: "was soll das hier? Ich bin doch nicht verliebt? Es quält doch nur..." Eigentlich kann man ihn nur sanft nochmal dazu ermutigen, sich in Therapie zu begeben. Oder wie seht ihr das? Ich sehe sonst schwarz, ich bin selbst Sensibelchen, nehme zwar so viel war, aber muss natürlich auch meine Grenze des Erträglichen finden...
Ich würde mir so wünschen, dass das mit uns klappt... Es ist so selten, dass man mal jemanden findet, mit dem man so auf einer Wellenlänge ist... Ich vermisse aber auch grade sehr unsere entspannten gemeinsamen Abende mit den schönen Gesprächen... Ich weiß aber, das auch die wenn es schief läuft, erstmal nicht mehr sein werden.
Wie schützt ihr euch vor emotionaler Kälte und Abweisung eures Bindungsängstlers? Habt ihr für euch Möglichkeiten gefunden, bei euch selbst zu bleiben und es nicht persönlich zu nehmen und dabei auch nicht gleich wieder Angst vorm Ende zu spüren?
Wie sind eure Erfahrungen mit Therapien?
Ich war selbst in tiefenpsychologischer Behandlung. Mir fehlt aber auch noch etwas, um einen besseren Zugang zu meinen Gefühlen zu finden und mich selbst mit Abgrenzung zu behaupten... Könnt ihr da andere Therapiearten empfehlen?
Wie waren Reaktionen eures Bindungsängstlers auf das erste oder zweite Buch von Stefanie Stahl? Rüttelt das auf und macht einem bewusst, dass Therapie unumgänglich ist?
Ich bin euch für eure Meinungen und Erfahrungen sehr dankbar. Danke für's Lesen:-)
• • 09.10.2015 #1
