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Hallo Ihr,
ich bin neu hier und hoffe, mit euch Erfahrungen austauschen zu können:

Ich bin mit einem Mann zusammen, mit dem ich letztes Jahr schon mal 3-4 Monate zusammen war. Er machte damals als es enger wurde Schluss und meinte seine Gefühle wären nicht entsprechend. Damals schon ahnte ich (ich habe selbst Bindungsprobleme, mit denen ich schon in Therapie war), dass sein Verhalten auf Bindungsangst zurückzuführen ist (keine Erwartungen schüren durch süße Nachrichten, keine Pläne machen, auf dem Sofa sitzend wie stocksteif...)..

Da wir uns aber sehr gut verstehen, sind wir ziemlich schnell zu Freundschaft übergegangen...mittlerer Weile ist er eigentlich mein bester Freund... So haben wir uns immer besser kennengelernt und ich habe rausgefunden, dass er tatsächlich gerade realisiert, das seine Beziehungsprobleme (auch vor mir) auf Bindungsprobleme zurückzuführen sind. Er hat auch mal begonnnen, sich Therapeuten rauszusuchen, aber hat das leider (ist ja immer bissl schwierig) wieder abgebrochen...(bevor wir ein zweites Mal zusammenkamen vor 2/3 Wochen)
Nachdem wir uns als Freunde oft die Woche zu zweit oder mit anderen trafen, mit seinen Freunden zusammen im Urlaub waren und unser Umfeld sich schon fragte, was denn da mit uns läuft (manche sprachen uns an wie als wären wir in Beziehung), kam es dann an einem Wochenende dazu, dass wir uns wieder körperlich näher kamen. Ich merkte v seiner Seite, dass es nicht nur Sex ist (er wollte mich ständig umarmen, küssen, von mir umarmt werden...)... daraufhin hatten wir erst ein kurzes Gespräch, wo es als One-Night-Stand unter Freunden abgetan wurde... Das ging für mich letztenendes aber nicht, da ich mich schon länger wieder sehr von ihm angezogen fühlte... Also gings im nächsten Gespräch dann ums eingemachte, in dem wir uns über unsere Probleme, Ängste, Wünsche, Gefühle unterhielten - und ich ihm sagte, dass es für mich nur zwei Varianten gibt: es nochmal versuchen (mit dem Bewusstsein, dass es vor allem von seiner Seite (aber auch meiner) aus nicht einfach wird) oder die Freundschaft auf Eis legen.... Ich habe ihn leider unter Druck gesetzt, ihm auch gesagt das er das nicht sofort entscheiden muss - er wollte aber, und nun sind wir wieder zusammen...
Leider heißt "zusammen", dass wir nun unsere persönlichen, schönen Gespräche nicht mehr führen, das ungezwungene der Freundschaft nach Betitelung als "Beziehung" weg ist - er schaltet einfach manchmal auf aus und steht wie abgeschalten/ weggetreten neben mir, kaum eine körperliche Annäherung, leicht agressiv... Dafür haben wir jetzt wieder (nicht oft) körperliche Nähe in Form von tollem Sex, wo er wenn ihm danach ist, auch sehr kuschelig und einfühlsam ist... Wir haben in unserem Gespräch vereinbart, dass wir nur eine Chance haben wenn wir über unsere Befindlichkeiten und Bedürfnisse ehrlich sprechen. Das fällt uns beiden schwer, besonders wohl ihm. Ich weiß durch meine Psychotherapie, dass ich mich besser abgrenzen und für meine Bedürfnisse einstehen muss und übe, auch wenn s nur kleine Schritte sind Gestern fragte er mich nach dem wir ausgegangen waren, ob ich bei ihm übernachten will (er war den Abend wieder höchst abweisend) - mir war klar, das kann nicht sein Bedürfnis sein und neben einem Eisklotz liegen möchte ich ja selbst nicht... Also fragte ich ihn, ob IHM danach ist... Darauf gestand er tatsächlich "nein" - ich hab nur versucht, ihm das Gefühl zu vermitteln, dass es ok ist, hätte natürlich aber gern neben ihm geschlafen... Ich nehme an, er hat jetzt übelste Schuldgefühle, dass er mich abgewehrt hat...
Das er - wie ich es damals auch hatte - seine Gefühle nicht spürt (bzw. nur Angst und Unwohlsein), macht mir am meisten Angst, da so leicht der Gedanke aufkommt: "was soll das hier? Ich bin doch nicht verliebt? Es quält doch nur..." Eigentlich kann man ihn nur sanft nochmal dazu ermutigen, sich in Therapie zu begeben. Oder wie seht ihr das? Ich sehe sonst schwarz, ich bin selbst Sensibelchen, nehme zwar so viel war, aber muss natürlich auch meine Grenze des Erträglichen finden...
Ich würde mir so wünschen, dass das mit uns klappt... Es ist so selten, dass man mal jemanden findet, mit dem man so auf einer Wellenlänge ist... Ich vermisse aber auch grade sehr unsere entspannten gemeinsamen Abende mit den schönen Gesprächen... Ich weiß aber, das auch die wenn es schief läuft, erstmal nicht mehr sein werden.

Wie schützt ihr euch vor emotionaler Kälte und Abweisung eures Bindungsängstlers? Habt ihr für euch Möglichkeiten gefunden, bei euch selbst zu bleiben und es nicht persönlich zu nehmen und dabei auch nicht gleich wieder Angst vorm Ende zu spüren?

Wie sind eure Erfahrungen mit Therapien?
Ich war selbst in tiefenpsychologischer Behandlung. Mir fehlt aber auch noch etwas, um einen besseren Zugang zu meinen Gefühlen zu finden und mich selbst mit Abgrenzung zu behaupten... Könnt ihr da andere Therapiearten empfehlen?
Wie waren Reaktionen eures Bindungsängstlers auf das erste oder zweite Buch von Stefanie Stahl? Rüttelt das auf und macht einem bewusst, dass Therapie unumgänglich ist?

Ich bin euch für eure Meinungen und Erfahrungen sehr dankbar. Danke für's Lesen:-)

09.10.2015 11:56 • 09.10.2015 #1


4 Antworten ↓


piratenherz
Hallo Sternkind

Also erst einmal glaube ich, dass es gut für dich ist, dass du dir den Sachen bewusst bist und seine Reaktionen nicht auf dich beziehst und dich dafür schuldig fühlst. Das führt denke ich oft in einen Teufelskreis, der entsteht, wenn man sich nicht versteht. Wie du ja schon sagst, hast du das Gefühl, dass ihr auf einer Wellenlänge seid. Und das ist ja schon einmal gut. Das Problem gerade ist wahrscheinlich, dass du ihm schon einen kleinen Schritt voraus bist. Du hast dir selbst deine Gefühle eingestanden und versuchst jetzt daran zu arbeiten.
Und natürlich kenne ich ihn nicht, aber vielleicht liegt da ja das Problem. Er hat sich das Ganze noch nicht wirklich selbst eingestanden, auch wenn er es irgendwo weiß. Er verschließt sich selbst noch ein bisschen davor - aus Angst. Und vielleicht kann ich da ein bisschen aus der Perspektive deines Freundes sprechen.
Mein Freund und ich sind auch beide sehr sensibel und haben auch in etwa die gleichen Probleme. Allerdings hat er auch schon eine Therapie hinter sich gebracht - ich noch nicht. Er hat immer noch manchmal mit seinen "Altlasten" zu kämpfen und ich verstehe mich oft selbst noch nicht. Diese Unsicherheit schürt Ängste - aber das Verstehen hält auch zusammen. Und da hilft vielleicht nur reden.
Hast du ihn schon einmal versucht darauf anzusprechen, langsam? Und ihm auch gesagt, dass du dich dem Ganzen auch annehmen möchtest? Man könnte es zum Beispiel mit einem Brief probieren - in dem er nicht sofort eine Reaktion entgegen bringen muss und die Zeit hat, die Dinge für sich zu ordnen. Du aber auch die Chance hast das Ganze anzusprechen und deinen eigenen Sorgen Raum zu geben.

Mein Freund hat mir schon oft vermittelt, dass er für mich da ist. Dadurch wusste ich, dass er zu mir steht, auch wenn ich es nicht annehmen konnte. Wenn mich dann meine Angst überfallen hat, hat er aber auch klare Grenzen abgesteckt. Mir klar gemacht, dass auch er Grenzen hat - und diese haben mich gerüttelt. Auch wenn ich erst sehr gegen geschossen habe, hat das gewirkt.

Ich denke, du weißt, dass du dich da auf nichts "leichtes" einlässt. Es Bedarf viel Kraft, Vertrauen in dich selbst und Toleranz. Du wirst ihm seine Bindungsangst nicht einfach nehmen können. Aber du könntest ihm für deinen Teil das Gefühl geben für ihn da zu sein und dennoch klar machen, dass du möchtest, dass er auch gewisse Grenzen toleriert und dir zugesteht. So könntet ihr euch langsam aneinander rantasten. Denn ich denke, wenn du zu viel Druck aufbaust, wird er abhauen, wie er es schon einmal getan hat. Wenn du ihm aber alles sein lässt - wird es dir sehr schaden und dich kaputt machen.

Also: Wenn du das Gefühl hast, dass er in sich selbst steckt und nur deshalb nicht auf dich zugehen kann. Gib ihm noch ein bisschen Zeit. Wenn du aber das Gefühl hast, dass er diese Mauer niemals abreißen möchte - verschwende nicht zu viel Energie und sorge lieber dafür, dass es dir selbst mehr und mehr gut geht

09.10.2015 13:56 • #2



Dranbleiben oder trennen

x 3


Liebes Piratenherz,
danke für deine Meinung und Erfahrungen. Wir haben bei unserem "Beziehungseinstiegsgespräch" die Themen oberflächlich angerissen... So wie er grade zumacht gruselt mich ein wenig ihn noch weiter damit zu belagern. Vielleicht ist ein Brief keine schlechte Idee. Hat dein Freund dich darauf angesprochen, ob du eine Therapie machen willst? Ich hab manchmal das Gefühl, dass das essentiell ist, um sich nicht gegenseitig fertig zu machen. Hast du das Gefühl dass es besser wird, auch ohne Therapie?

Wie vermittelt dir denn dein Freund das Gefühl für dich da zu sein? Und wie seine Grenzen? Handelt ihr das aus? Redet ihr regelmässig drüber oder nur wenn es wieder offensichtliche Momente gibt? Gibt es Phasen wo ihr "Untertaucht"? Oder seid ihr trotzdem in Kontakt?
Habt ihr auch das Problem, dass du nicht Zugriff auf deine Gefühle zu ihm hast?

Jetzt, wo ich mal in der Rolle des passiven Beziehungsängstlers stecke (früher war ich immer die, die abgestumpft und völlig überfordert war, mit schlimmen Verdauungsproblemen und so...), kann ich mich zwar einfühlen, bin aber zunehmend ratlos, weil keiner meiner damaligen Freunde von meinem Leiden wusste und nicht darauf eingehen konnte...und ich am ende immer die gefühle aus panik nich mehr abrufen konnte, und das mich noch panischer gemacht hat.. trennung war dann natürlich eine wohltat... gott sei dank haben auch alle meine damaligen keine neuauflage versuchen wollen... So das dies hier meine erste geschichte dieser art ist...

09.10.2015 15:23 • #3


piratenherz
Hallo nochmal Sternkind

Also, ich glaube wie du auch, dass eine Therapie schon essentiell ist. Und auch, dass man sich sonst irgendwie fertig macht. Ich weiß nicht, wie es bei dir oder deinem Freund aussieht, aber eine der blödesten Begleiterscheinungen ist ja auch destruktives Verhalten. Ganz einfach aus Angst lieber kaputt machen, statt sich zu öffnen. Dieses Problem habe ich auch ziemlich massiv. Wenn ich verletzt bin, verletze ich leider auch schnell usw. Ich bin aber auch jemand, der schnell über sich nachdenkt und dies dann auch mitteilt. Wenn ich also über die Stränge schlage, entschuldige ich mich von mir aus und versuche zu erklären, warum ich so war. Früher wurde ich damit nicht verstanden, mein Exfreund war komplett überfordert. Das ist jetzt ein bisschen anders. Mein jetziger Freund hat die Stärke damit umzugehen und das hat er irgendwie immer wieder bewiesen. Indem er mit mir darüber gesprochen hat und das obwohl er auch seine Probleme hat - auf die ich ihn im Laufe der Zeit ansprach.

Mein Freund hat in solchen Gesprächen schon recht früh erwähnt, dass er glaube, dass mir eine Therapie helfen könne. Ich hätte darauf wahrscheinlich recht allergisch reagiert, aber er hat es recht geschickt getan. Er hat mich nicht als "krank" betitelt oder mir das Gefühl gegeben, anders oder bescheuert zu sein. Er sagte "Weißt du, den meisten Menschen würde es gut tun mit einem Therapeuten zu sprechen. Es ist das beste, was mir passieren konnte. Und immer wenn du sagst, dass du das Gefühl hast, dich selbst nicht zu verstehen, sehe ich mich darin, wie ich früher war. Man kann den Weg auch allein gehen, aber wozu? Es ist doch viel anstrengender und dauert lange."
Er hat mich weder gezwungen, noch gesagt, dass ich bescheuert bin. Er hat mir vermittelt, dass es etwas ist, womit ich mir selbst einfach etwas Gutes tue und mich vielleicht verstehen lerne. Und das kurz nachdem ich ihm sagte, dass es mir angst macht, mich selbst nicht zu verstehen. Und ich denke, dass ist der springende Punkt. Viele Partner, die selbst diese Probleme nicht haben und überfordert sind, bauen ungewollt Druck auf und schieben den Partner in eine Schublade. Dadurch entfernt sich der "Beziehungsängstler", weil er sich unverstanden fühlt. Da es dir ja ähnlich ging : Sofern er es zulässt, erzähl einfach mal ein bisschen von dir und wie es bei dir so war. Ohne eine Antwort oder etwas dergleichen zu verlangen. Es wird ihn, wenn er sich reflektiert, zum Denken anregen und vielleicht von ganz allein den Wunsch in ihm entfachen, etwas zu verändern.

Wie wir Grenzen abstecken. Nun ja. Jeder Mensch hat Bedürfnisse und geht unterschiedlich mit Konflikten etc. um. Mein Freund ist auch ein recht verschlossener Mensch, der viele Dinge erst mit sich ausmachen muss, bevor er damit auf andere zugeht. Obwohl er oberflächlich auch sehr offen und fast überheblich wirken kann.
Am Anfang sind wir ziemlich oft aneinander geraten, da wir unterschiedlich mit Streit umgegangen sind. Ich bin aufbrausend geworden und wollte um alles in der Welt die Diskussion "klären". Er wollte erst einmal gehen, über gesagtes Nachdenken und später reden. Das ging für mich zu Anfang gar nicht, da es sich für mich als "Beziehungsende" anfühlte und ich Angst hatte, dass er dicht macht und die Beziehung beendet. Aber dann habe ich ihn irgendwann immer gehen lassen und gespürt, dass er von sich aus zu mir kam. Und das schon nach kürzester Zeit, also wirklich nach Stunden. Er braucht nur die Zeit zum nachdenken und reflektieren. Und ich musste lernen ihm sie zu geben. Dadurch, dass er immer gleich nach Stunden wieder auf mich zukam, gab er mir das Gefühl, für mich da zu sein und mich auch mal Fehler begehen zu lassen. Genauso gab er mir zu verstehen, dass er nur auf mich zugeht, wenn ich auch respektiere, dass er mal raus muss aus der Situation.
Manchmal hat man einfach keinen Zugriff auf die Gefühle des anderen, weil derjenige selbst nicht so genau weiß, was er gerade fühlt. Und das muss man einfach zu akzeptieren lernen. Ich habe dadurch aber auch gelernt, dass er trotzdem da ist. Und das obwohl ich unglaubliche Verlustängste hatte und oft habe. Sie sind aber ein Beziehungskiller und das hat er mir so klar gemacht, auch wenn es mich immer noch viel Kraft kostet ihn in solchen Momenten einfach in Ruhe zu lassen.

Keiner deine Exfreunde wusste von deinem Leiden? Aber ist ihnen das nicht von allein aufgefallen? Und was habt ihr denn in diesem "oberflächlichen Gespräch" besprochen? Hat er auch etwas von sich erzählt?

09.10.2015 16:51 • #4


Wir sind beide leider immer ziemlich blockiert, wenn es um das mitteilen unserer Gefühle und Bedürfnisse geht. Er hat mir in unsere´m langen Gespräch tatsächlich erzählt, dass er ziemlich durcheinander ist, eigentlich eine Beziehung will. aber immer nach der anfangsphase wenn es ernster wird die gefühle abkippen... aber auch seine letzte lange Beziehung alles andere als einfach war und ihn unsere Situation daran erinnere...(macht es nich besser...) Ich weiß noch nicht genau wie er es letztenendes geschafft hat 3 Jahre darin zu bleiben, immer mit einem Fuß in der Tür... welche strategien er nutzte, um Nähe zu vermeiden (Emotional abschalten, kein Sex mehr - das weiß ich,...), aber ich vermute dass das ziemlich on-off war, und sie sich beide ewig gequält haben, er offenbar sie so sehr dass sie ziemlich psychsische Probleme hatte... aber ich weiß auch nicht, welchen anteil er daran hatte oder ob sie vorher schon probleme hatte... deswegen weiß ich nur, dass schuldgefühle, ihr nicht helfen zu können, und es vielleicht mit verursacht zu haben, ihn sicherlich nachhaltig beeinflussen... ich habe auch das thema therapeut angesprochen und gemeint, dass das mir sehr geholfen hat zu verstehen, was da abgeht und was ich tun kann um es zu verbessern...und vielleicht wäre das auch für ihn hilfreich. das ist jetzt fast 3 wochen her... ich weiß nicht, ob er sich damit weiter beschäftigt hat und ich ihn darauf ansprechen soll...
Nachdem er gestern wieder so abgeschaltet war und mich nicht über nacht bei sich wollte, hatte ich ihm noch eine kurze nachricht geschickt, dass ich mich freue über das ehrliche nein... aber jetzt lass ich ihn wohl besser erstmal in ruhe... vielleicht nutze ich die Zeit bis zum nächsten wiedersehen (soll ich ihn kommen lassen oder melde ich mich?) um einen Brief zu schreiben... oder wir treffen uns das nächste mal zum reden...vielleicht am sonntag...

meine exfreunde wussten es nicht bewusst...ich denke, meine unfähigkeit, ehrlich und offen am anfang einer beziehung über gefühle und bedürfnisse zu sprechen, hat sie sicherlich nur ahnen lassen, dass ich mich entziehe...der gedanke allein mit ihnen zu sein wurde immer quälender, und dann kamen natürlich beschwerden, wie "wir machen nix zu zweit". am anfang half sex, um einen sinn in der beziehung zu sehen, und nähe darüber herzustellen, irgendwann wurde das aber auch abstossend für mich... und ich habe auch äußerst selten mal was liebes geschrieben, auch wenn ich mal in so phasen zwischendrin steckte (vor allem aus der Ferne heraus)... wenn erst die gefühle nicht mehr abrufbar waren und wenn das bloße anwesendsein des anderen mich dann zu körperlichen problemen geführt hat (nichts mehr essen, durchfall, migräne), konnte ich dann meist nicht mehr...

einmal war ich mit einem zusammen, der sehr abhängig war...das war besonders schlimm - für ihn und für mich... ich habe dann (wie mein jetztiger Freund) solange die Fassade aufrecht erhalten und "Beziehung gespielt" bis es nicht mehr ging und ich heulend, depressiv, abgehauen bin...
schlimm wie einen Kindheitserfahrungen prägen... bei uns war das wirklich so, dass latente grenzverletzungen waren: du musst dich anpassen, du hast das zu machen was wir sagen, lass die tür offen stehen, spionierende Mutter, wenn ich besuch hatte oder telefonierte.... (der bindungsangstteil) aber auch der verlustangstteil (den ich vor der Therapie noch nicht so akut spürte oder zugelassen habe) ...hier ist es bei mir noch etwas diffus, wie genau das entstand...muss irgendwie mit dem untergrabenen Selbstwert zu tun haben oder sehr früh ohne erinnerung entstanden sein...(verdacht auch meiner Therapeutin)

hast du dich eigentlich für eine therapie entschieden? oder kommt ihr beide auch so gut zurecht? kommt das blöd, ihm ein gutes Buch zum Thema zu leihen (er wollte es ja vor unserer beziehung schonmal) oder ist das zu viel?

09.10.2015 17:47 • #5




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