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hi,

ich hatte einen jungen sehr verspielten Welli. Er liebte ein Glas besonders. Es war ein hohes Weizenbierglas daß sich nach unten hin verjüngte. Er trank davon immer Kamillentee mit mir. Eines Tages sprang er einfach rein und ich habe ihn in letzter Minuten am *beep* gepackt und vor dem Ertrinken gerettet.

letztens habe ich 2 Nächte bei meiner Mutter übernachtet. Die Vögel hatten massig Futter und waren nicht eingesperrt. Das tue ich nur nachts wenn sie schlafen wollen. Wie es kommen musste habe ich dieses verdammte Glas, zwar leer, auf dem Tisch vergessen.

Als ich nach Hause kam, war der Vogel wie ein V im Glas drinnen mit den Beinchen in der Luft. Dort wo das Glas enger wurde. Tot. Ich habe Herzmassage und beatmet auch, ohne Erfolg. Ich habe nun furchtbare Schuldgefühle. Wer weiß wie lange er gelitten hat. Diese Gefühle bringen das Tier nicht zurück. Wenn es ohne meine Schuld gestorben wäre, oder weggeflogen wäre, wäre ich bei weitem nicht so traurig.

ich mache mich total fertig. Ja er hatte ein erfülltes Leben bei mir absolute Narrenfreiheit. Dennoch ist er wegen mir so jung gestorben. Ich kann es nicht gut machn, daß ich das Glas dort vergessen habe. Ich kann nichts mehr ändern. Warum trauere ich eigentlich? was ist der Sinn des Trauerns?Wie soll ich mir übrhaupt je verzeihen, warum soll ich mir verzeihen? wie kann ich Buße tun?

danke

16.10.2019 17:24 • 17.10.2019 #1


4 Antworten ↓


Im Buddhismus geht man von Schuld aus, wenn man wissentlich jemandem etwas antut. Das war hier eindeutig nicht der Fall. Die Haltung ist entscheidend.

Ein sehr schönes und m. E. funktionelles Ritual wäre: Wünsche ihm (Deinem Welli) alles Gute auf seinem weiteren Weg. Er wird das mitbekommen und Dir mitteilen, dass er DIR nicht böse ist.

16.10.2019 17:38 • x 2 #2


Cati
Das ist sehr traurig, was passiert ist.
Mein Vater hatte einen sehr anhänglichen Wellensittich und eines Tages holte er die Post von draußen rein und der Wellensittich flog aus der Tür in's Freie.
Ich bin den ganzen Nachmittag mit dem Käfig im Garten rumgelaufen in der Hoffnung, daß der Welli davon angelockt wird.
Zuerst konnte ich ihn noch oben in einem Baum sehen, aber er kam nicht runter und flog davon.
Ich hoffte aber, daß er noch irgendwo in Sichtweite ist.
Nach Stunden , ich hatte gerade mal wieder mit dem Käfig das Haus umkreist, hörte ich ihn tschilpen und im nächsten Moment landete er, leider nicht auf dem Käfig, sondern ein Stück entfernt auf dem Rasen.
In derselben Sekunde raste meine Katze unter der Hecke hervor und schnappte ihn.
Ich habe mir lange Vorwürfe gemacht, eigentlich heute noch.
Ich wusste nicht, daß meine Katze in der Nähe war, sie streifte als Freigängerin gewöhnlich weit über Wiesen und Felder.
Trotzdem, im Nachhinein betrachtet, hätte ich zuerst meine Katze suchen und einsperren müssen, bevor ich mit der Suche nach dem Vogel begann.
Das tut mir heute noch leid.
Trauern bedeutet, man fühlt einen Verlust im
Herzen.
Wir können die Dinge nicht ungeschehen machen, wir müssen damit weiterleben, was passiert und wenn man sich schuldig fühlt, zeigt das, daß man ein Gewissen hat, nicht alle Menschen verfügen über ein Gewissen.

16.10.2019 20:13 • x 5 #3


Morgentau2008
Das ist sehr traurig und es tut mir leid für euch beide.

Solche Dinge passieren, leider.
Man kann nicht immer ALLES bedenken.

Auch, wenn sein Leben kurz war, er hatte ein schönes Leben bei dir.
Mach dir keine Vorwürfe.

Er ist jetzt da oben mit allen anderen und kann tun und lassen, was er möchte.

@Cati ,

man steckt nicht drin.

Mir ging es mal mit unserer damaligen Colliedame so.

Silvester, meine Eltern waren schwofen, ich alleine in Haus und Hof, ich war vllcht 12/13 Jahre alt.

Sollte öfter mal zum Zwinger schauen gehen, weil sie Angst hätte wenn die Knallerei losgeht.

Als ich dann rauskam, war es schon zu spät, sie hing mit dem Kopf zwischen den Gitterstäben...keine Regung mehr. Bin dann zu den Nachbarn gelaufen...deren Silvester war dann auch gelaufen.
Ich habe heute noch Schuldgefühle deswegen, wenn ich daran denke...sowas vergisst man nicht.

Heute frage ich mich, warum war sie überhaupt in einem Zwinger...total unnötig.

Sie bleiben in unseren Herzen, für immer...wenn wir es wollen.

Und wer sein Tier geliebt hat, der will.

Auch wenn es irgendwann schwächer wird, ...vergessen...niemals...

LG

17.10.2019 01:20 • x 3 #4


Cati
@Morgentau2008

17.10.2019 02:55 • x 2 #5




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