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Mely08

Mely08
Mitglied

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Hallo,

ich schreibe hier, weil ich mich seit längerer Zeit sehr allein mit meinen Symptomen fühle und hoffe, Menschen zu finden, denen es ähnlich geht.

Seit Monaten kann ich kaum noch bewegte Bilder ertragen – vor allem TV schauen oder Autofahren überfordern mich extrem. Schnelle visuelle Reize führen bei mir zu starker Erschöpfung, Druck im Kopf/über den Augen und einer massiven Reizüberflutung.

Mein Nervensystem fühlt sich dauerhaft überlastet an. Auch sozialer Kontakt, Gespräche oder generell „zu viel Input“ werden schnell zu viel für mich, sodass ich mich oft zurückziehen muss.

Emotional bin ich nicht abgestumpft, sondern eher sehr offen – ich weine viel und nehme alles sehr intensiv wahr. Die Erschöpfung macht mir Angst, und gleichzeitig fühle ich mich dadurch oft einsam und unverstanden.

Ich suche hier keinen schnellen Rat, sondern vor allem Menschen, die sich in diesen Beschreibungen wiedererkennen und wissen, wie sich diese Art von Überforderung anfühlt.

Gibt es hier jemanden, dem es ähnlich geht?

07.01.2026 #1


13 Antworten ↓


L
Ich kenne alle diese Symptome- ich habe ME- CFS. Seit einer schweren Covidinfektion 2020, kurz nach 3 schweren Operationen.
Hattest du eine Virusinfektion bevor es begann?
Ich habe auch noch andere Symptome wie alles zu stark riechen und schmecken, mir wird von Gerüchen übel, und ich war davor Parfumjunkie.
Ich höre auch alles zu laut und intensiv.
Kopfschmerzen, Magen Darmpropleme, chron. Schmerzen um
Und eben diese extreme Erschöpfung und Überreizungng.

x 2 #2


A


TV schauen nicht mehr möglich / Reizüberflutung visuell

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Hopeso
@Mely08 Hallo. Oh ja, das kenne ich nur zu gut. TV kann ich, wenn überhaupt, erst abends gucken. Vollere Wartezimmer oder Supermärkte sind die pure Reizüberflutung. Oft kann und mag ich auch gar nicht reden, weil es mir zu anstrengend ist und ich mich auch nicht auf die Gespräche konzentrieren kann.
Manchmal ist es mir schon zu viel, wenn ich die Geräusche aus der Nachbarswohnung höre. Wünsche mir ganz oft absolute Ruhe nur wo gibt es die? All das kostet mich sehr viel Kraft. Mein Nervensystem ist permanent überreizt und ich dauerhaft erschöpft.

x 2 #3


Mely08
@luciana Ohjee das klingt schlimm. Nicht bewusst aber einen Schwindelanfall.
Hast du das auch mit dem TV oder Autofahren?

#4


Mely08
@Hopeso Genau dauerhaft am
Anschlag.. Nichts hilft irgendwie. Hast du auch starke Lichtempfindlichkeit? Hat es einen Auslöser gegeben bei dir?

x 1 #5


Hopeso
@Mely08 Ja, das mit dem Licht habe ich auch. Laufe draußen größtenteils nur noch mit Sonnenbrille rum und zu Hause dimme ich das Licht oder mache nur indirekte Beleuchtung an.
Der Auslöser....es kam im Laufe der Depri/ Angststörung und somit dem total überreizten Nervensystem (vorher viel Stress, unschöne Ereignisse etc und irgendwann ist alles zu viel)

x 1 #6


SilentRoG
Zitat von Mely08:
Hallo, ich schreibe hier, weil ich mich seit längerer Zeit sehr allein mit meinen Symptomen fühle und hoffe, Menschen zu finden, denen es ähnlich ...

Ich kenne das von Videospielen.
Kann da mit den Kids nicht mehr spielen, weil mir da manche, die viel Fingerfertigkeit benötigen und schnelle Reaktionen benötigen, viel zu hektisch sind und mich erschöpfen.

Mir hilft dann das Nervensystem zu entspannen. Der Druck, die Unruhe usw. nehmen dann spürbar ab.

x 1 #7


L
Zitat von Mely08:
@luciana Ohjee das klingt schlimm. Nicht bewusst aber einen Schwindelanfall. Hast du das auch mit dem TV oder Autofahren?

Ja, Autofahren, Supermarkt, Wartezimmer, Besuche, Arztbesuche, es ist so vieles was das macht - es ist einfach alles zuviel.
Einkaufen muß man ja, aber ich klammere mich an den Einkaufswagen und erledige das so schnell wie möglich, damit ich wieder raus komme.
Es ist im Supermarkt zuviel Licht, zuviele Dinge, die regale links und rechts - mir wird schwindelig und der Boden schwankt.
Es ist nicht immer gleich. Ab und zu geht es besser, manchmal muß ich raus, bevor ich alles habe.
Hab auch schon oft vo der Kassa den Wagen stehen lassen, wenn lange Schlange war - da kipp ich sonst um.

#8


Waldträumerin
@Mely08 Hallo, ich kenne das auch alles ziemlich gut. Es fing bei mir an, nachdem ich einige Jahre starken psychischen Stress hatte (Krankheit und Tod der Eltern, Brustkrebsbehandlung); es fühlte sich ganz so an, wie du und die anderen es beschreiben. Autofahren traue ich mich kaum noch (nur ganz kurze oder bekannte Strecken), weil ich irgendwie nicht mehr auf mehrere Dinge gleichzeitig achten kann. Das ist auch bei Gesprächen so, wenn ich nebenbei etwas anderes machen möchte (z.B. kochen). Obwohl ich Menschen gern mag, strengt mich ein Treffen mit Freunden jetzt sehr an, wenn es länger als eine oder eineinhalb Stunden ist. Ich dachte schon an soziale Phobie, aber ich glaube, das ist es nicht. Eine Psychiaterin meinte, es ist Symptom von einer Depression (obwohl ich mich zur Zeit gar nicht depressiv fühle). Was mir hilft, ist Sport. Nach dem Fitnessstudio fühle ich ich meistens entspannter. Oder ein zügiger Spaziergang. Könnte dir das auch guttun? Liebe Grüße!

x 1 #9


MissShoreless
Ich kenne das, so wie eine meiner Vorschreiberinnen, seit meiner Corona-Infektion 2024. Es kommt schubweise (gepaart noch mit anderen Long-Covid-Symptomen) und in schlechten Phasen ertrage ich Geräusche und Lichtreize sehr, sehr schlecht. Mein Partner schaut gerne Actionfilme etc., das haben wir früher gerne gemeinsam gemacht, mittlerweile schaffe ich solche Filme nur mehr sehr selten. Bei mir helfen eigentlich nur Ruhe, Natur, reizarme Beschäftigungen, Meditation ... und das auch nicht immer. :/

#10


L
Ich bin ja mit ME/CFS diagnostiziert, zu Beginn kannte man das als Long Covid Syndrom noch nicht so gut - meine erste Diagnose war MMAR - Müdigkeit, Mattigkeit, Abgeschlagenheit, Reizüberflutung.
Mir hilft nur pacing, also Ruhe geben, Licht dimmen, Reize ausschalten so gut es geht.
ME/CFS gibt es ja in vielen Abstufungen, und ist bei Ärzten nicht gut bekannt um es zu diagnostizieren, weil es keine Laborparameter dafür gibt. Es ist eine unsichtbare Krankheit.
Ich wurde von 2 Neurologen damit diagnostiziert.

#11


Immaculatus
@luciana DAs ist ja auch ganz furchtbar so einen Erkrankung und das tut mir sehr leid für Dich. Ich war und bin auch rasch reizüberflutet die letzen Monate. Ich konnte weder lesen noch TV schauen oder Musik hören. Man fühlt sich immer ein wenig wie lebendig begraben. Gerdae wird es etwas besser aber nicht gut. Habe gestern Nacht mal versucht mir ein Hörbuch vorlesen zu lassen. Auch das hate mich dann total angestrengt und ich musste es wieder ausmachen. Was für ein Leben?

#12


Dunkelbunte
Zitat von Mely08:
Seit Monaten kann ich kaum noch bewegte Bilder ertragen – vor allem TV schauen


Zitat von Mely08:
Gibt es hier jemanden, dem es ähnlich geht?


Ich kenne das vom TV, gerade in den Nachmittagsstunden. Hab das seit ca 2 Jahren so doll ausgeprägt.

Gucke dann immer Serien und Filme aus dem Stream, die ich schon in und auswendig kann
Das ist dann wie ein Hörbuch und ich handarbeite dabei.

#13


Hopeso
Zitat von luciana:
es ist einfach alles zuviel.
Einkaufen muß man ja, aber ich klammere mich an den Einkaufswagen und erledige das so schnell wie möglich, damit ich wieder raus komme.
Es ist im Supermarkt zuviel Licht, zuviele Dinge, die regale links und rechts - mir wird schwindelig und der Boden schwankt.

Das kann ich sooo gut nachempfinden...

Zitat von MissShoreless:
Bei mir helfen eigentlich nur Ruhe, Natur, reizarme Beschäftigungen

Zitat von luciana:
Mir hilft nur pacing, also Ruhe geben, Licht dimmen, Reize ausschalten so gut es geht.

Das sind tatsächlich die einzigen Dinge, die auch mir etwas helfen

Antidepressiva und sämtliche Therapien (stationär, teilstationär, ambulant) haben leider nicht geholfen und zT wurde mir dort nichtmals geglaubt, dass ich wirklich zu erschöpft war um eine Stunde im Stuhlkreis zu sitzen.

Ich finde es gerade sehr interessant, dass das ja doch einige andere auch so erleben....

#14


A


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