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P
hallo,

ich leide unter einer generalisierten angsstörung. in den letzten zwei jahren ist es besonders schlimm geworden.
ich würd gern am aktuellen geschehen teilhaben aber ich kann einfach keine nachrichten im fernsehen schauen..
wenn ich berichte höre von morden, vergewaltigungen, autounfällen, zugunglücken, naturkatastrophen und kriegen..man hört ja fast täglich solche und andre meldungen, dann muss ich mir sofort alles bildlich vorstellen und auch mir vorstellen, wie es wäre, wenn ich da anwesend gewesen wär..wie sich die leute fühlen..was sie durchmachen..und diese gedanken quälen mich richtig, ich hab schon ganz aufgehört fernsehen zu schauen.
ich hab mittlerweise sogar probleme damit n actionfilm anzugucken weil da ständig mim auto gerast wird oder leute erschossen werden und so weiter..da muss ich mir auch gleich immer vorstellen wie es is n autounfall zu haben oder angeschossen zu werden usw..

kennt ihr sowas auch?
wie geht ihr damit um? ist schonmal jemand von euch draufgekommen wie man diese sich aufdrängenden gedanken loswerden kann?
selbst wenn ich die gedanken abbrech kommen sie immer wieder...manchmal nur bildhaft..so blitzgedanken..
wenn ich sie versuche zu ende denken (nach der konfrontationstherapie) komm ich auch nich weiter..dann verfang ich mich nur noch mehr in diese ängste

manchmal holt mich dazu auch son schlechtes gewissen ein dass es mir eigentlich so gut geht und es menschen sind die viel ärmer dran sind als ich.

das alles überfordert mich n bissel.

lg.

20.03.2011 20:17 • 22.03.2011 #1


5 Antworten ↓


S
Hi,
ja die Zeit habe ich auch durch gemacht. Habe dann eine gewisse Zeit auf Nachrichten, Zeitungen etc.pp. verzichtet, und mich mit TV Light Programm über Wasser gehalten. Bei mir hat es damit zu tun gehabt, das ich einen sehr ausgeprägten Gerechtigkeitssinn habe, und mich schlimmen Nachrichten an den Rand der Hilflosigkeit geführt haben. Ich wußte natürlich das ich die Welt nicht ändern kann, darum musste ich erst einmal selber wieder stabil auf den Beinen stehen, um einen gewissen Abstand zu diesen Dingen zu bekommen. Aber ich habe mir angewöhnt auch ehrlich mein Unverständnis zum Bau eines Atomkraftwerk in Erdbebengebieten auszudrücken, bekenne mich solidarisch mit allen unterdrückten Völkern und begrüße deren aufbegehren...! Mit anderen Worten, ich zwinge meinen Gesprächspartnern auch mal andere Gespräche auf, die mir gerade wichtig erscheinen, statt immer nur ein und die gleichen Themen auseinander zu pflücken. So waren wir Eltern heute mit unseren Handball - Kindern im Eisstadion, und weil ich keinen Bock auf Kindergeplenkel (Erziehung, Schule oder Handball)hatte, habe ich nur erwähnt wie furchtbar ich die Bilder aus Tokio finde. Und schon fand eine sehr gute und informative Kommunikation ,mal anders statt, aus der ich mit ganz viel neuen Input heraus gegangen bin. Mir tat es sehr gut, und damit kann ich meine Hilflosikkeit mit anderen Meinungen kompensieren und anders bewerten.

20.03.2011 20:37 • #2


A


Angst TV zu schauen!

x 3


P
hey danke für deinen beitrag ,

du hast recht, über solche themen zu reden hilft bestimmt auch

lg.

ParanoiaGirl

20.03.2011 21:06 • #3


M
Hallo,

ich bin zur Zeit auch so angespannt und jede Kleinigkeit macht mich fertig!
Bin überhaupt nicht belastbar.
Ich versuche Berichte und Nachrichten die mich noch mehr runterziehen zu meiden.

Habe bei mir beobachtet, daß wenn mein Nervenkostüm so schwach ist, mir negative Dinge sofort auffallen und ich Probleme habe das Gute zu sehen!

Gibt es da irgendwelche Vitamine zur Stärkung des Nervenkostüms??
Bit gegen chemische Mittel.

Danke für eure Antworten!

21.03.2011 16:40 • #4


P
Zitat von MiniMaus:

Gibt es da irgendwelche Vitamine zur Stärkung des Nervenkostüms??
Bit gegen chemische Mittel.

Danke für eure Antworten!


obs mittel gibt, weiß ich nich, aber was ganz gut sein soll ist gaaanz viel sport!
aber sich dazu erstmal zu motivieren... mir fällts selbst schwer..
zumindest soll körperliche betätigung gegen stress und ängste helfen.
letztens bin ich den halben tag gewandert wieder nach langem und danach total kaputt..aber dafür richtig gut und glücklich und beinahe angstfrei gefühlt
auch das aufschreiben von sorgen tut mir persönlich gut.
jedoch muss ich zugeben, dass es mir selbst schwer fällt meine eigenen tipps zu befolgen..naja, so ist das halt manchmal mit der disziplin oder motivation^^

22.03.2011 09:37 • #5


P
Ich hab in der Zeit in der ich meine Therapie gemacht hab überhaupt keine Nachrichten geschaut. Das Elend der Welt war mir in der Zeit absolut egal, ich hab mich nur um mich allein gekümmert. Hat auch gut funktioniert soweit, in dieser unbelastbaren Phase war ich einfach zu schwach um mich auch noch damit auseinander zu setzen.
Im Moment bin ich auch nervlich ziemlich angegriffen (bin umgezogen und mein Freund liegt im Krankenhaus, muss jetzt Alles allein machen) und ich ess jeden Tag eine Magnesium-Tablette, das ist gut für die Organe und die Nerven, dazu Zink und Vitamine, täglich drei Portionen Obst oder Gemüse, und jeden zweiten Tag Sport. So halte ich mich im Moment eigentlich sehr gut über Wasser. Auch in meiner Angstattackenphase hab ich mich jeden zweiten Tag zu mindestens 20 Minuten Sport gezwungen, und es hat mir rückblickend sehr geholfen. Wenn ich zu faul war und den Ar. nicht hoch gekriegt hab hat sich das sofort negativ auf meine Nerven ausgeübt, ich war viel unausgeglichener - aber auch selber schuld. Nach vier Wochen hab ich schon gemerkt dass mir der Sport fehlt wenn ich keine Zeit dazu hatte oder sie mir nicht nehmen wollte. Man neigt dazu faul zu sein und das als unnütz abzutun, aber gerade Ausdauersport, im Idealfall an der frischen Luft, tut einfach gut. Spazierengehen hebt auch schon merklich das Gemüt, gerade wenns draußen so schön ist wie im Moment. Gerade jetzt im Frühling kann man Bewegung auch wieder gut in den Alltag einbauen. Einfach mal das Auto stehen lassen, zu Fuß gehen, zwei Haltestellen früher aussteigen, mal nen größeren Umweg zum Einkaufen nehmen - das ist Alles machbar. Im Moment lauf ich z.B. bei molligen 16°C gern ins Krankenhaus und wieder zurück. Dauert zwar jeweils ne Stunde, aber bringt mich gut runter. Und ganz wichtig: Gezielt entspannen! Abends kein Fernsehglotzen, das ist nicht gut für die Nerven und den Schlaf. Ich geh im Moment immer recht früh ins Bett, trink warmen Tee mit Honig und les ein gutes Buch, oder leg mich in die Wanne und entspanne da ganz bewusst.
Achja, und Nachrichten hör ich im Moment keine, mein Leben ist schon turbulent genug

22.03.2011 10:25 • #6





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Mira Weyer