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Also ein Problem das mir im Alltag starke Behinderungen bereitet, ist, dass ich oft nicht weiß worüber ich mit Kollegen/ Freunden reden soll.
Mal angenommen wir kommen auf ein Thema und die Person mir gegenüber beginnt zu erzählen, dann habe ich oft keine Antwort darauf oder finde in meinem Kopf nichts, dass ich damit verbinden kann. Also schweige ich meistens und sage nur "Hmm".
Es stört mich so sehr, dass in meinem Kopf die meiste Zeit gähnende Leere herrscht wenn ich versuche auf gute Themen zu kommen, zu denen ich auch etwas beitragen kann.
Ich weiß nicht ob es daran liegt das mir die Personen fremder sind als andere. So geht es mir manchmal aber auch mit Freunden, die ich noch nicht so lange und intensiv kenne. Ich habe immer so ein verkrampftes Gefühl in mir, dass mich davon abhalten will, etwas dummes oder peinliches zu sagen.
Ich finde diese komischen Situationen wo keiner für eine Zeit spricht sehr unangenehm und verkrampfe total. Mein Kopf sagt mir ich muss die Situation auflockern und mich von der besten Seite zeigen. Wenn dies nicht klappt geht alles sehr schnell und ich bin verunsichert. So verunsichert, dass ich mich nicht mehr traue etwas zu sagen, weil ich Angst habe zu stottern oder über meine Worte zu holpern oder wie erwähnt, etwas dämliches zu sagen und bei der Person einen merkwürdigen Eindruck zu hinterlassen.
Ich habe gemerkt, dass ich dann auch sehr leise rede.
Dann nimmt dieses Gefühl der Leere im Kopf ebenfalls zu. Ich kann an nichts anderes mehr denken als an diese unangenehme Situation und dass ich, ja irgendwie, dran Schuld bin. Vermutlich ist das Blödsinn aber dieser Druck den ich auf mich aufbaue, raubt mir jeden vernünftigen Gedanken.

Das nervt mich ziemlich und ich wüsste gerne wem es von euch auch manchmal so geht und ob ihr Tipps habt, wie man dem Vorbeugen kann.

Inzwischen fange ich an immer mehr davon überzeugt zu sein, dass ich zu dumm bin um mit 'normal gebildeten' Menschen zu reden. Jeder scheint mehr zu wissen als ich ... ach keine Ahnung...
helft mir mal bitte

02.04.2013 21:38 • 26.04.2013 #1


10 Antworten ↓


Veritas
Ich kenne dich nicht, aber nach deinen Beiträgen scheinst du nicht dumm zu sein. Bist du generell introvertiert? Ich kann auch mit vielen Leuten nicht, was v.a. daran liegt, das ich viele Sachen anderes sehe als der typische Durchschnitt und ich mit meinen Hobbys/Interessen, tw. auch Sichtweisen alleine darstehe. Mich interessieren viele Leute auch gar nicht, v.a. nicht, wenn sie hohl sind und deren Leben nur aus Statussymbolen, Dro. und Nutten besteht, jeder Satz 100x "Ey, Altaaa" besteht usw. Smalltalk finde Ich nervig und total unnötig, dann lieber Schweigen, als reden, um "reden zu müssen". Ich hab es jetzt insbesondere auf Berufliches bezogen, nicht auf Kollegen/Freunde, da ich keine solchen mehr habe, da illoyale #@$!*&...

Deine Umwelt ist einfach nur zu blöd und oberflächlich. Schau dir nur die Wahlergebnisse/-beteiligung im Lande an. Das extroverierte Showmaker, die nonstop labern, jedoch nix wirkliches ausdrücken, als Standard und Introvertierte als sonderlich gelten, ist lächerlich und zeigt mal wieder die westliche Arroganz, wenn man es so nennen mag.

05.04.2013 01:36 • #2



Ständig diese Verunsicherung

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Hallo! Erst einmal danke für deine Antwort.

Du hast vollkommen recht! Mir ist auch schon aufgefallen, dass besonders Leute, die viel reden und manchmal gar nicht mehr aufhören mit reden sehr gut ankommen, während ruhigere Personen generell gemieden werden.
Hmm ich bin mir nicht sicher ob ich mich als introvertiert bezeichnen würde...
Was bedeutet introvertiert denn für dich? Also ich rede schon gerne mit Leuten über Gott und die Welt und kann auch von mir aus auf sie zugehen, nur kommt bei so einem Gespräch nicht viel herum. Vorallem stoße ich an Schwierigkeiten, wenn ich keine Meinung zu einem Thema aufbringen kann, weil ich entweder die Sichtweise des anderen akzeptiere und nicht mehr als ein "Aha okay." dazugeben kann oder mein Wissen in diesem Bereich zu eingeschränkt ist(deshalb denke ich auch ich wäre dumm, denn wenn ich schon was sage, dann mit dem nötigen Hintergrundwissen). Dann passiert es meist, dass ich mit nichts Neuem mehr anschließen kann und das Gesrpäch ins Stocken gerät.

Mir fällt häufig auf, dass die meisten, wenn ich meine Meinung, so kurz und 'unscheinbar' sie auch sein mag, von mir gebe, mit "Nein also..." "Nee so ja nicht..." "Na nee eigentlich..." oder ähnlichem beantworten, was mir dann immer suggeriert, dass meine Meinung falsch ist und mich das äußerst verunsichert.
Ist das normal, dass man heutzutage generell mit nein antwortet und dann seine Meinung aufzwängen will oder bin ich einfach nur zu harmoniesüchtig und versuche deshalb immer alle zu verstehen und nur meinen unwichtigen Senf dazuzugeben? Ich habe auch nichts gegen Diskussionen, nur habe ich immer das Gefühl, dass beide Seiten dann versuchen sich zu überstimmen. Das nervt einfach nur...

Hmm manchmal habe ich auch das Gefühl einfach zu anders zu denken um mit vielen Personen klarzukommen. Wie gesagt die meisten wollen unbedingt ihren Standpunkt vertreten und ich bin da gar nicht so. Ich ziehe mich eher zurück und bleibe still bevor ich auf "Konfrontationen" treffe, die ja sowieso auf nichts hinausführen, vorallem wenn es um banale Sachen geht.
Mein Ego ist leider auch nicht stark genug um lieber das Schweigen zu belassen, ich möchte nicht als sonderlich dastehen sondern mit jedem gut klarkommen.
Das ist auch ein weiteres Problem. :/ Es ist blödsinnig zu denken man kann mit jedem super auskommen aber so bin ich und es ist schwer das aus mir herauszutreiben. Ziemlich doof~~

Hehe jupp Smalltalk finde ich auch total blöd. Es strengt mich immer so an XD~

06.04.2013 19:11 • #3


Was ich zu 100% sagen kann: Ruhige Menschen werden gemieden, wenn nicht gemobbt. Laute, die irgend einen Unsinn daher labern, werden anerkannt. Nur, weil jeder denkt: oh, ist der schlau- auch wenn nur Müll aus seinem Mund kommt.

Eine bestimmte Frau fällt mir gerade ein. Große Klappe, nix dahinter. Aber ihrer, fragwürdigen, Anerkennung bringt das keinen Abbruch.

06.04.2013 21:49 • #4


Schlaflose
Zitat von Renate25:
Was ich zu 100% sagen kann: Ruhige Menschen werden gemieden, wenn nicht gemobbt.


Dem kann ich überhaupt nicht zustimmen. Ich bin von der ruhigen Sorte, aber ich bin deswegen noch nie gemieden oder gemobbt worden.

07.04.2013 07:42 • #5


Dubist
Danke schlaflos, das war hilfreich, es gibt nie nur blau und schwarzweiss, lachen

07.04.2013 09:41 • #6


Was ich zu 100% sagen kann: Ruhige Menschen werden gemieden, wenn nicht gemobbt. Laute, die irgend einen Unsinn daher labern, werden anerkannt. Nur, weil jeder denkt: oh, ist der schlau- auch wenn nur Müll aus seinem Mund kommt.

Eine bestimmte Frau fällt mir gerade ein. Große Klappe, nix dahinter. Aber ihrer, fragwürdigen, Anerkennung bringt das keinen Abbruch.
Keine Ahnung ob wir dieselbe Person meinen, aber dafür bekommst du von mir

07.04.2013 14:03 • #7


Okay ich wollte nicht das es hier auf eine Schlecht-Gut/ ruhig-laut Schiene gerät. Es gibt so viele Graustufen dazwischen denke ich.

Können wir uns bitte wieder auf mein Problem konzentrieren? Das fänd ich ganz toll
Was hättet ihr denn für Tipps, wie ich es verhindere mir nicht ständig einzureden, ein Gespräch funktioniere nicht, weil ich es nicht kann oder zu dumm oder zuruhig oder sonstewas bin?
Klar, meinem Gehirn nein sagen kann letzten Endes nur ich selbst. Hat denn keiner ne Idee?

08.04.2013 19:40 • #8


Ich kenne das Problem. Ich brauche länger als der Durchschnitt, um Informationen zu verarbeiten - dafür mache ich es gründlicher. Seit ich das weiss, setze ich mich nicht mehr so unter Druck. Vielleicht ist es bei Dir ähnlich?

Lass Dir Zeit für Deine Anwort, ich finde es auch nicht schlimm einfach mal zu schweigen oder einfach zu sagen "Da kann ich jetzt nichts zu sagen"...

17.04.2013 16:09 • #9


Also zum Punkt Diskussion würde ich dir raten umzudenken.
Eine Diskussion, vorallem wenn hierbei schon in Richtung ethischer Diskurs/Diskursethik (Habermas) geht, ist eine Gespräch bei dem ein Thema untersucht wird, und jede Seite/Meinung nach besten Wissen und Gewissen mit wahren Argumenten! (das stammt aus der Diskursethik) die anderen zu überzeugen, so dass letztlich ein Konses aller beteiligter zustande kommt. Man darf sich aber auch nur argumentativ überzeugen lassen und nicht zB um des Harmoniewillens (ist aber auch Diskursethik)
Im Alltag funktioniert das leider nie so schön und es wird oft persönlich, ein Konses wirds sowieso selten erreicht, aber prinzipiell ist das eine Diskussion. Vllt hilft dir das schonmal im Umgang damit.

17.04.2013 16:43 • #10


@dls: Danke dafür. Das habe ich auch gemerkt auf Arbeit. Wenn mir Anweisungen gegeben werden, muss ich relativ 'lange' darüber nachdenken und kann nicht auf Anhieb "Ja" sagen. Mach es dann trotzdem um mir die Person gegenüber ruhig zu stellen XD.

Dein Tipp unterstützt mich in der Überzeugung, dass ich mir Zeit geben sollte, die ich nunmal brauch ^^.

@where.is.the.light: Danke nochmals für die Erleuterung. Ich weiß wie das funktioniert und habe das Gefühl, dass gerade DAS mich so ins schleudern bringt. Irgendwo möchte man ja auch derjenige sein, der den Konsens herbeiführt. Ich habe nur das Gefühl, dass es im Alltag so ist, dass viele sich nicht 'unterwürfig' sehen wollen, wenn man diskutiert. Ich bin da selber auch so. Ich sehe eine Diskussion eher als Kampf, als einen Meinungsaustausch. Ich nehm mir sowas auch immer zu persönlich XD. Naja kommt drauf an wer vor mir ist. Mit manchen Personen klappt das ganz super und andere blocken generell ab. Das nervt mich dann schon sehr~

26.04.2013 08:18 • #11



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