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PinkPanther68
Hallo miteinander,
Bin neu hier im Forum und befinde mich mitten in einer schweren Krise.
Trotz Unterstützung von Psychologin, Sozialarbeiterin und anderen, geht es mir gerade sehr schlecht
Mein Partner hatte Ende November einen Schlaganfall. Er wachte morgens auf und konnte die linke Hand nicht mehr bewegen. Erstes Mal Notaufnahme, Neurologe und anderes. Dann verschlimmerte sich das Ganze auf den ganzen Arm. Notarzt, Krankenhaus und das ganze Programm mit MRT, C T und der restlichen Diagnostik. Über Weihnachten war er dann zu Hause und ich konnte die zunehmende Verschlimmerung der Situation hautnah beobachten. Jetzt ist auch noch das linke Bein lahm. Schreib-,Sprach-, und Rechenprobleme und zunehmende Verwirrtheit haben mich dann gezwungen, erneut den Notarzt zu holen. Seit letztem Montag ist er nun wieder im Krankenhaus und meine Ängste werden zunehmend stärker.
Ich leide seit 2005 unter einer kPTBS und ich habe Angst, vor der Zeit, wenn er wieder aus dem Krankenhaus entlassen wird und ich wiederum dem körperlichen und geistigen Verfall hautnah zuschauen zu müssen.
Es klingt gemein, aber davor habe ich entsetzliche Panik. Ich habe leider niemanden mit dem ich reden kann. Die Psychologin und der Sozialdienst versteht meine Ängste nicht.
Ich habe 1994 meine Mutter tot im Bad gefunden und war damals auch ganz alleine und konnte dieses Trauma nie richtig bearbeiten.
Und habe jetzt Angst, daß es mit meinem Partner wieder so enden könnte.
Seit ich alleine bin, werden die Ängste immer größer und ich würde am liebsten flüchten. Dafür schäme ich mich. Sollte ich meinem Partner doch Trost und Stütze sein. Wie bekomme ich diese Angst in den Griff und auch die Angst vor dem Alleinsein. Wollte mich mit meinem Beitrag kurz fassen und bitte Euch, wenn was unklar sein sollte. fragt gerne nach. Danke für Euer Mittragen

01.01.2022 19:42 • 02.01.2022 #1


31 Antworten ↓


kritisches_Auge
Ich verstehe das alles nicht, ich verstehe nicht wie ein Mensch dem es immer schlechter geht nach Hause geschickt wird und ich verstehe nicht, dass der Sozialdienst und die Psychologin dich nicht verstehen.

01.01.2022 20:37 • x 3 #2



Schlaganfall des Partners

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Schlaflose
Mir kommt das auch komisch vor. Als meine Mutter den Schlaganfall hatte, war keine Rede davon, dass sie nachhause dürfte, auch als es ihr kurzzeitig besser ging. Sie sollte direkt vom Krankenhaus in die Reha.

01.01.2022 20:44 • #3


PinkPanther68
Genau das ist es, was ich auch nicht verstehe. Habe zweimal den Notarzt gerufen. Es gibt auch bereits einen Arztbrief vom Krankenhaus mit der Diagnose Apoplex. Im ersten Krankenhaus wurde auch schon ein Antrag auf Pflegegeld etc. gestellt. Trotzdem wurde er entlassen. Und jetzt wird wieder überlegt, ihn zu entlassen, obwohl es ihm sichtlich schlechter geht. Muss man wirklich erst die Zusage der Kasse haben und kann dann erst die Reha antreten, oder ist es nicht eher Standard, daß die Reha direkt an das Krankenhaus anschließt. Ich kann doch nicht alle Nase lang den Notdienst rufen. Er kann nicht einmal mehr richtig telefonieren und WhatsApp Nachrichten schreiben...

01.01.2022 20:52 • #4


kritisches_Auge
Ich bin mir ziemlich sicher, dass man vor der Reha die Zusage der kk braucht.Kann er nicht in Kurzzeitpflege kommen?
Ich würde die Krankenkasse anrufen und darum bitten, dass sie die Zusage schnell losschicken.

01.01.2022 21:08 • x 1 #5


Sonnenmutter
Meinen Mann wollte man nach einer schweren Lungenembolie nach drei Tagen entlassen....die in der Klinik wollen zurzeit alles los werden, was nicht kurz vorm Ableben ist.
Du musst dafür kämpfen, dass man Deinen Partner gründlich untersucht und lass Dir genau erklären, ob man alle möglichen Behandlungen auch gemacht hat. Ich habe direkt mit der behandelnden Ärztin gesprochen, ihr auch gesagt, dass ich mich mit der Pflege und Beobachtung meines schwerkranken Mannes überfordert fühle. Man wollte ihm eine Sauerstoffflasche mit nach Hause geben! Ich hab aber darauf gedrängt, dass er so lange da bleibt, bis er keinen Sauerstoff mehr braucht und dass er noch auf mögliche weitere Thromben und Herzschädigung untersucht wird. Das hat auch geklappt, aber man muss schon drängen und hartnäckig sein.
Mein Mann hatte vor zwei Jahren eine Hirnblutung, dass ist so ähnlich wie ein Schlaganfall....da war er 5 Wochen auf der Intensivstation! Die Reha kam direkt nach dem Krankenhausaufenthalt. Spreche mal mit dem behandelnden Arzt, lass Dir eine Reha in der Nähe empfehlen und ruf da an! Versichere Dich, das die Krankenkasse die Kosten übernimmt!
Momentan ist alles sehr schwierig wegen Corona, aber wenn man richtig Druck macht, klappt das!
Wünsche alles Gute und die nötige Energie!

LG: Martina

01.01.2022 21:17 • x 1 #6


kritisches_Auge
Du solltest dich nicht schämen sondern diejenigen die dir das zumuten, deine Ängste sind mehr als verständlich.

Der soziale Dienst ist dafür zuständig, eine reha anzuschreiben, die müssen wissen welche reha vorgesehen ist, frage danach und rufe dann die Krankenkasse an.

Ich hoffe nur, dass du die Energie dafür hast, Druck auszuüben.

01.01.2022 21:29 • x 1 #7


PinkPanther68
Zitat von kritisches_Auge:
Ich bin mir ziemlich sicher, dass man vor der Reha die Zusage der kk braucht.Kann er nicht in Kurzzeitpflege kommen? Ich würde die Krankenkasse ...

Schon im ersten Krankenhaus hat man den Antrag gestellt und auch die für Pflegegeld und Pflegegrad. Man hat ihn aber nicht unterschreiben lassen. Der Sozialdienst hier im Krankenhaus hat jetzt alles weiterbearbeitet, aber ich habe einfach Angst, daß sie ihn wieder nach Hause schicken und ich das mit ihm alleine zu Hause stemmen muss. Pflegeheime und Pflegeplätze gibt es momentan keine. Und Kurzzeitpflege gibt es es, soweit ich verstanden habe, erst nach Bewilligung des Antrags. Aber so, wie er jetzt beisammen ist, macht er mir totale Angst und ich fühle mich mit der Situation total überfordert. Habe Angst, daß er vor meinen Augen stirbt...ich zittere schon die ganze Zeit, wenn ich daran denke, daß sie ihn so wieder nach Hause schicken könnten...bin ihm keine Hilfe... dafür schäme ich mich auch

01.01.2022 22:00 • #8


kritisches_Auge
Hast du keinen netten Hausarzt der helfen kann?

Bitte schäme dich nicht, deine Angst ist doch so verständlich.

01.01.2022 22:43 • x 1 #9


PinkPanther68
Habe jetzt den 24Stundenservice der Krankenkasse kontaktiert, mit der Bitte, daß sie den Antrag beschleunigen. Werde am Montag zurückgerufen.. hoffe nur, daß es bis dahin nicht zu spät ist und der Arzt schon wieder den Entlassbrief geschrieben hat

01.01.2022 22:50 • #10


PinkPanther68
Zitat von kritisches_Auge:
Hast du keinen netten Hausarzt der helfen kann? Bitte schäme dich nicht, deine Angst ist doch so verständlich.

Nein, leider nicht. Meine Hausärztin wollte auch nicht helfen. Ist der Dank dafür daß man in Coronazeiten, nicht wegen jedem Zipperlein zum Arzt geht, um die Kapazitäten nicht noch mehr zu überlasten.

01.01.2022 22:53 • #11


kritisches_Auge
Halte uns bitte weiter auf dem Laufenden, eins kannst du tun, dir deine Schuldgefühle ausreden, dafür besteht kein Anlass.

01.01.2022 23:12 • x 2 #12


PinkPanther68
Zitat von kritisches_Auge:
Halte uns bitte weiter auf dem Laufenden, eins kannst du tun, dir deine Schuldgefühle ausreden, dafür besteht kein Anlass.

Ersteres mache ich, zweites wird mir schwerer fallen

01.01.2022 23:45 • #13


PinkPanther68
Jetzt hat die Sozialstation einen gesetzlichen Betreuer angefordert. Die Anhörung dazu findet dann im Krankenhaus statt. Somit werde ich wohl nichts mehr erfahren, wie es weitergeht, wo er zur Reha kommt und am Ende werde ich mir, trotz gemeinsamen Mietvertrag, eine Wohnung suchen müssen. Bin gerade echt fertig mit allem

02.01.2022 10:50 • #14


tiggili
Nein, jetzt hast du jemanden an der Seite, der sich schnell und kompetent kümmert .
Als Betreuer
kann man viel mehr und schneller alles regeln, als als Laie.
Und selbstverständlich wirst du mit einbezogen und musst nicht
aus der Wohnung raus. Glaub mir, habe selber als Betreuerin 25 Jahre gearbeitet.

02.01.2022 11:09 • #15


PinkPanther68
Zitat von tiggili:
Nein, jetzt hast du jemanden an der Seite, der sich schnell und kompetent kümmert . Als Betreuer kann man viel mehr und schneller alles regeln, als ...

Und wieso sagt die Sozialarbeiterin ich solle schon mal anfangen, Wohnungen zu suchen? Die Sozialstation hat den Antrag gestellt. In dem Schreiben komme ich gar nicht vor und es hat sich auch noch niemand bei mir gemeldet. Finde das wirklich übel

02.01.2022 11:37 • #16


tiggili
Weil sie doof ist.
Die Betreuerbestellung dauert halt auch ein Moment.
Vielleicht meinte sie damit eine behindertengerechte Wohnung ?
Aus welchem Bundesland kommt ihr denn?

02.01.2022 11:48 • #17

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PinkPanther68
Bayern. Ich habe den Eindruck, daß der behandelnde Arzt ihn in ein Pflegeheim stecken will und das ich deshalb hier rausgeschmissen werden soll. Und sie hat es auch gesagt, daß ich für mich eine Wohnung suchen soll. Seit seinem Schlaganfall, Ende November hab ich nicht mehr richtig geschlafen. Ist ja auch einfach, Menschen zu manipulieren und gegeneinander auszuspielen, wenn sie mitten in einer Katastrophe stecken und einen Riesenschock haben. Das alles ist wirklich unterste Schublade

02.01.2022 11:57 • #18


Logo
Hattet ihr schriftlich etwas festgelegt, wer die Betreuung bei Handlungsunfähigkeit übernimmt?
Damit kann man verhindern, dass einem ein gesetzlicher Betreuer vor die Nase gesetzt wird.

02.01.2022 12:16 • x 1 #19


PinkPanther68
Zitat von Logo:
Hattet ihr schriftlich etwas festgelegt, wer die Betreuung bei Handlungsunfähigkeit übernimmt? Damit kann man verhindern, dass einem ein ...

Nein, leider nicht und jetzt ist es zu spät dafür, weil mein Lebensgefährte sich auch nicht mehr richtig artikulieren und sich nicht mehr dagegen wehren kann...

02.01.2022 12:27 • #20



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