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Hallo!

Ich bin Soé und schreibe zum ersten Mal in einem solchen Forum. Ich weiß aber langsam nicht mehr wohin mit meiner Wut und habe das Bedürfnis einfach mein Problem in die Welt hinauszuschreien.

Das grundliegende Problem ist, dass ich mir über alles und jeden Gedanken mache, so auch über mich.

Seit ich nach der Schule ins Arbeitsleben getreten bin habe ich bis heute nur richtige Müll-Jobs. Mir ist klar, dass es schwer ist einen Job zu finden, der einen zufrieden stellt oder einen Job überhaupt zu finden. Dennoch jedes Mal, wenn ich in ein neues Unternehmen komme, denke ich, jetzt wird alles besser und spätestens nach 3 Monaten schreib ich wieder Bewerbungen. Ich bin nun 24 und habe bereits 5 Arbeitsstellen hinter mir. Angefangen von Mobbing von Cheffin über beinahe ein ganzes Jahr lang, welches sich so tief eingewurzelt hat, dass ich selbst nach Jahren immer noch nicht damit abschließen kann; eine andere Chefin, die Monate lang mein Gehalt zurückgehalten hat um sich ein Dispo zu sparen und mich immer wieder vertröstet hat; einen Chef aus einem Ausbeuterbetrieb, der zu geizig für Heizung im Winter und Wasser auf der Toilette war; Betriebe mit richtig asozialen Kollegen, die nichts unversucht gelassen haben, um die neuen Mitarbeiter aus dem Betrieb zu ekeln; und nun leider eine absolute Chaos- Firma mit zwar tollen Kollegen, aber die Tätigleit unter den aktuellen Umständen (totales Chaos, keiner weiß etwas, keiner kann etwas, extrem hohe Fluktuationsrate, auf das Wort des Vorgesetzten wird gesch**** n, bereits nach meiner ersten Woche hatte ich 9 Überstunden ) ist schwer erträglich, es ist schwer mich hinein zu finden denn alles wir einfach auf die Neue geschoben und abgeschoben. Das war ganz kurz zusammengefasst. Anfangs dachte ich, es ist mein mimimi und ich habe mir selbst gesagt, stell dich nicht so an. Alles weitere würde mit Alk. weggespült, dann war die Welt wieder lustig. Ich habe die Bremse gezogen und bin knapp dem Alk. entnommen. Ich bin ganz und gar nicht depressiv, im Gegenteil. Ich liebe das Leben und bin immer gut gelaunt anzutreffen und durch und durch ein Optimist. Meine berufliche Laufbahn frisst alles Positive auf, belastet extrem mein Privatleben und das meines Freundes auch, mittlerweile kann er aus Sorge nicht mehr schlafen, weil er ständig daran denken muss, was passiert wenn ich wieder kündige, Zukunftsängste machen sich breit.. Jedes Wochenende fühlt sich an wie 4 Stunden. Es bröselt einfach alles langsam weg und ich frage mich wie lange noch, bis meine komplette Motivation zerstört ist und ich irgendwann sage, das war's, macht euer Zeug alleine. Ich mag es zu arbeiten und mit Menschen im Kontakt zu stehen, jede Firma bei der ich micht beworben habe, hat so positiv gewirkt und ich war einfach happy, dass ich die Stelle bekommen habe. Ich fühl mich langsam betrogen ..um das, was die Firmen verprochen haben und um meine Zeit. Im Lebenslauf macht sich der häufige Wechsel auch wirklich nicht gut und es wird dadurch immer schwerer was zu finden. Zum Glück habe ich keine Kinder, die ich versorgen muss. Ich wüsste gern, ob jemand von euch diese Situation kennt und was er dagegen unternommen hat oder wie er damit umgeht.. Ich kann mir nicht vorstellen, mit dem Problem alleine zu sein.

Ich danke für die Möglichkeit mich auszusprechen und bitte nehmt mir den einen oder anderen Rechtschreibfehler nicht krumm

26.11.2018 18:14 • 27.11.2018 #1


10 Antworten ↓


Perle
Hallo Soe,

zuerst einmal Willkommen im Forum! Es ist schade, dass Du schon so viele negative Erfahrungen im Berufsleben machen musstest. Lass Dich bitte nicht entmutigen. Du wirkst auf mich wach, klug und motiviert. Ich meine, dass Du bisher einfach Pech hattest. Mich würde interessieren, in welcher Branche Du tätig bist.

LG Perle

26.11.2018 19:36 • x 1 #2



Nur Müll-Jobs, Privatleben bleibt stehen

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Ich danke dir für die Antwort Perle, das ist sehr lieb und aufmunternd ) Ich versuche überall wo es nur geht Energie zu tanken und weiter zu machen. Ich arbeite in meinem Ausbildungsberuf als Bürokauffrau, bisher in vielen Branchen, wie Industrie/ Maschinenbau Telekommunikation oder Computersupport.

26.11.2018 20:04 • #3


Veritas
Hallo,

ich möchte nicht böse sein, aber wenn Du das alles mit dir machen lässt, musst Du dich nicht wundern. Die Arbeitswelt ist kein Zuckerschlecken, in diesem Spiel sind wir oft nur ersetzbare Nummern, nicht mehr, nicht weniger. Da zählt meist nur Leistung und sonst nichts. Mobbing vom Chef? Das wüsste ich aber" Keine Heizung anmachen kenne Ich noch aus meiner alten Stelle, bin dann hinterher in die alte beheizte Halle geflüchtet (fand er nicht gut); Überstunden wurden manchmal auch nicht bezahlt, mit Nachdruck ging es dann. Zum Schluss ging es auch vor's Arbeitsgericht, war zwar nicht befriedigend, aber man lernt draus. Bewirb dich weiter, Du wirst hoffentlich schon was finden. Sei gut zu der handvoll korrekter Leute und vernichte deine Feinde statt in diese typisch deutsche Opfermentalität zu verfallen. Keine Macht den Minusmenschen!

26.11.2018 20:34 • x 2 #4


Perle
Soe, wie wäre es z. B. mit Zeitarbeit? Ja ich weiß, klingt im ersten Moment nicht so berauschend aber andererseits legst Du Dich dann nicht so schnell fest und kannst die Firmen, in denen Du eingesetzt wirst, in Ruhe austesten, ob das was für Dich wäre. Es gibt immer noch viele Menschen, die über diesen Weg in eine Festanstellung rutschen, wenn es gut läuft und passt. Bei mir war es vor 16 Jahren auch so.

26.11.2018 20:53 • x 2 #5


Danke noch Mal für deine aufmunternde Worte. Über Zeitarbeit bin ich sogar in eine der Stellen gerutscht. Hatte lange Gespräche mit meinem Disponenten, dass ich weg möchte und er mir eine andere Stelle vorstellen möge. Selbst ein anderer Personaldienstleister der große Versprechungen gemacht hat, hat sich nach mehreren Vorstellungsgesprächen nicht mehr gemeldet. Ich wohne in einer Kleinstadt ohne Führerschein ( woran ich jetzt arbeite, da ich riesige Angst vor dem Straßenverkehr habe) und das Jobangebot recht klein ausfällt. Bin aber erst zu meinem Freund hergezogen, da er hier einen sehr guten Job hat ( Na wenigstens er * lach*) Ich lasse aber nichts unversucht und danke dir für den Rat!

26.11.2018 21:15 • #6


Veritas ich danke dir für die aufbauenden Worte und dass du dir Zeit genommen hast über mein Problem drüber zu schauen. Das hat schon sehr geholfen von euch ernstgenommen zu werden

26.11.2018 21:26 • #7


YesItsMe0
Ich denke es ist wichtig den Kollegen bei Fehlverhalten gleich darauf hinzuweisen ansonsten hören die damit nicht auf. Ich hatte auch mal den Fehler gemacht und es ignoriert aber daraus habe ich gelernt.

Ich war auch mal in so einer schwierigen Situation. Ich kann daher nur empfehlen sich über alle zur Verfügung stehenden Optionen zu informieren und keine wegzulassen nur man denkt "dafür bin ich eh zu alt". Leg alle Optionen auf den Tisch und geb dir genügend Bedenkzeit um die für dich richtige Wahl zu treffen. Manchmal muss man eine harte Entscheidung treffen und durch ein paar harte Jahren gehen um danach die Früchte zu ernten.

Spontan fällt mir ein:
- Einen Job über eine Zeitarbeitsfirma suchen selbst wenn er schei. ist. Nebenbei kannst du weitersuchen
- Führerschein machen und einen weiter entfernten Job annehmen auch wenn man dafür täglich länger pendeln muss
- Neue Ausbildung (Meine Schwester fängt beispielsweise mit 30 eine als Beamtin im mittleren Dienst an da sie derzeit nicht zufrieden ist)
- höheren Schulabschluss erwerben z.B. Abendgymnasium hat ein Freund gemacht. Danach kannst du dich für "bessere" Ausbildungsplätze bewerben oder studieren
- Berufsoberschule besuchen und dort den höheren Schulabschluss erwerben. Das habe ich gemacht. Es war auch nicht schwer da die Leute durchgezogen werden
- Job in einem anderen teil Deutschlands suchen und erstmal eine Fernbeziehung führen
- ....

In Deutschland stehen dir wirklich so viele Optionen zur Verfügung als nutze sie!

Ich habe beispielsweise mit 32 ein Studium der Informatik angefangen da ich nicht zufrieden war und dabei bin ich nicht mal der älteste im Studiengang.

27.11.2018 04:23 • x 1 #8


Luna70
Ich denke, du solltest erstmal ganz genau deine Rechte kennen. In die Gewerkschaft eintreten, im Betriebsrat engagieren (wenn es einen gibt) usw. Damit machst du dich vielleicht nicht so richtig beliebt bei den Vorgesetzten, aber ich kann dir aus meiner Erfahrung sagen, man muss auch mal "Wehrhaftigkeit" demonstrieren. Du bist noch sehr jung, da ist das natürlich schwer. Aber man kann das üben und unter dem Strich lohnt es sich. Mehrere Monate kein Gehalt, das geht natürlich nicht. Dafür hat der Gesetzgeber die Rechte der Arbeitnehmer festgelegt und die hättest du auch genau so einfordern sollen anstatt dich vertrösten zu lassen.

Und dann würde ich an deiner Stelle alles daran setzen, dich weiter zu qualifizieren. Dir stehen viele Wege offen und wenn du sogar einen Partner hast, der wirtschaftlich gut da steht, umso besser. Schaue nach vorne und überlege dir was es für Möglichkeiten gibt. Je besser du qualifiziert bist, umso besser ist auch dein Stand im Beruf.

Du hast jetzt viel Pech gehabt und ich kann schon verstehen, dass du frustriert bist. Sieh deinen jetzigen Chaos-Job als Zwischenstation auf dem Weg nach oben. Auch da kannst du bestimmt was lernen. Ich habe auch schon in chaotischen Firmen gearbeitet, das ist extrem anstrengend, aber das Gute daran ist dass man relativ schnell Ansehen gewinnt wenn man es schafft ein bisschen Struktur rein zu bringen.

Arbeitest du in einer Branche, in der generell gerne mal die Leute ausgebeutet werden?

27.11.2018 10:03 • x 2 #9


Schönen guten Morgen

Viele der Ereignisse liegen schon sehr weit hinter mir. In der Anfangszeit war ich noch sehr schüchtern und zimperlich. Ich hatte auch Angst etwas zu sagen, z. B. wegen dem Geld, weil ich sehr auf die Arbeit angewiesen war und diese nicht verlieren wollte. Auch Mobbing wie damals lass ich mir nicht mehr gefallen. Ich habe in über 5 Jahren viel gelernt und bin selbst nicht stehen geblieben. Also wenn mir was nicht passt, sag ich es allermeistens. Ich weiß, was der Arbeitgeber darf und wo er Grenzen überschreitet. Das Problem ist, dass es in der Realität einen großen Spalt gibt zwischen dem, was der Gesetzgeber festlegt und dem, wie es wirklich läuft. Am Ende bleibt trotzdem die Angst um die Kündigung. Wenn die Verhältnisse nicht stimmen, suche ich was Neues, wie sonst auch und hoffe, nicht wieder irgendwo zu landen, wo vorn und hinten gar nichts passt. Es verändert auch auch nichts, trotz des anfänglichen Wunsches des Arbeitgebers Verbesserungsvorschäge offen zu äußern. Es ist schon quasi wie ein blöder Fluch - ich sage mir IMMER, es kann nur noch besser werden und dann ist es der gleiche Mist wie vorher auch, nur in blau.

Ich würde sagen, nein, es ist nichts Typisches, wo ausgebeutet wird. Bisher waren es Betriebe, wo man eigentlich nicht sofort denkt, da läuft 100%ig was falsch. Ich schaue mir die Betriebe und das was sie tun vorher natürlich genau an.

Einen Betriebsrat haben wir, darüber denk ich mal nach, sollte ich tatsächlich in dem Unternehmen bleiben.

Ich danke dir, für den Rat, hab einen schönen Tag!

27.11.2018 11:42 • #10


Hallo Soso,
Ich bin schon 54 und habe auch Bürokauffrau gelernt. Ich habe in meinem Berufsleben zwar nur in 4 Firmen und einer Praktikumsfirma gearbeitet, aber ich bin zu der Erkenntnis gelangt, dass es in kleinen Familienbetrieben meist nichtso gut läuft. Da herrscht immer so die Meinung der Firmeninhaber, dass der Mitarbeiter froh sein müsse, überhaupt im Betrieb arbeiten zu dürfen und wenn das Monatsende heranrückt, dann tun die Chefs so, als ob ihnen die Mitarbeiter den Lohn aus der Tasche klauen würden, weil sie ja sooooo überbezahlt werden. Klar, die Firmeninhaber tragen die Verantwortung aber das heisst nicht, dass die Mitarbeiter jeden Tag Überstunden machen müssen.
Ich habe 2 Jahre lang gesucht und ca. 80 Bewerbungen geschrieben, davon wurde ich gerade mal 5 mal zum Gespräch geladen. 2 Arbeitgeber kleinerer Betriebe bis 20 Mitarbeiter hätten mich eingestellt, aber bei meinen Recherchen bei ehemaligen Mitarbeitern wurde ich dann gewarnt, dass das Klima fürchterlich wäre und die Arbeitgeber Ausbeuter sind.
Jetzt bin ic/ in einrm grossen Unternehmen mit Betriebsrat und bekomme jede Minute, die ich Mehrarbeit leiste gutgeschrieben. Sozialleistungen sind top, gutes Betriebsklima, firmenkantine mit sehr günstigem Essen, Gewinnbeteiligung wenns besonders gut läuft, Betriebsrente usw.
Versuch dein Glück in einem grossen Betrieb, da wird man eher wertgeschätzt.
LG

27.11.2018 12:17 • x 3 #11



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