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... sie versucht's.

Ich war unglücklich. Hab mich hier angemeldet. Hab auf plötzliche Besserung gehofft. Kapiert das diese nicht kommt. Bin aggressiv geworden. Rausgeflogen. Hab mich dafür entschuldigt. Ende?

Es gibt kein Real Life für mich, das hier ist mein Real Life. Ich hab gestern und heute versucht so gut wie möglich vom PC wegzubleiben, aber ich weiß schlichtweg nicht was ich sonst mit mir anfangen soll - der Fernseher schien mir keine gute Alternative zu sein. Onlinezeit laut Router heute: 18 Stunden. Kein Rekord.

Was ich erwarte? Nichts mehr. Spätestens morgen Nachmittag kommt sowieso mod-petra und löscht meinen Account und wahrscheinlich auch meinen Thread. Obwohlich nicht verstehen werde warum.

Ich fühl mich bescheiden. Ich darf nicht hier sein. Ich sollte nicht hier sein. Ich sollte Leben. Ich sollte nicht sagen kann ich aber nicht und trotzdem tu ichs. Oder sollte ich es akzeptieren wie es ist? Ist das wirklich meine Entscheidung? Wieso lebt man? Um zu sterben? Warum will ich im Grunde gar nichts ändern obwohl es mir schlecht geht? Warum ich und nicht die andern? Warum intressieren sich meine Eltern nicht? Warum werden meine Accounts gelöscht? Warum der von WAY? Warum stell ich mir so viele Fragen? Warum kann ich jetzt nicht schlafen? Warum hört niemand zu? Warum kann ich nicht reden? Wer interessiert sich für mich? Wer kümmert sich? Wer hilft mir? Was kann ich tun und was nicht? Was darf ich und was nicht?

05.04.2010 23:45 • 06.04.2010 #1


7 Antworten ↓


Christina
Es gibt kein Real Life für mich, das hier ist mein Real Life. Ich hab gestern und heute versucht so gut wie möglich vom PC wegzubleiben, aber ich weiß schlichtweg nicht was ich sonst mit mir anfangen soll - der Fernseher schien mir keine gute Alternative zu sein. Onlinezeit laut Router heute: 18 Stunden. Kein Rekord.Vor gut einem Jahr war ich in einer Klinik. Da waren etliche in deinem Alter und etwas älter, mit denen du sicherlich um den Onlinerekord konkurrieren könntest. Die waren alle völlig isoliert, voller sozialer und sonstiger Ängste etc. Ich weiß, du kannst und willst nicht reden, eine Klinik wäre wohl der Supergau. Aber immerhin ultima ratio, falls du es mit Lesen z.B. nicht vom PC weg schaffst. Und hast du nicht auch einen Hund - oder verwechsle ich da was?

Spätestens morgen Nachmittag kommt sowieso mod-petra und löscht meinen Account und wahrscheinlich auch meinen Thread. Obwohlich nicht verstehen werde warum.Du bist hier rausgeflogen, das war die Konsequenz für dein Verhalten. Dass das technisch offensichtlich nicht so einfach umsetzbar ist, heißt nicht, dass Robbie oder Petra sich zum Kasper machen (lassen) wollen und dich stillschweigend dulden werden. Vielleicht wäre es in ein paar Wochen wieder okay und ein Neuanfang möglich.

Ich fühl mich bescheiden. Ich darf nicht hier sein. Ich sollte nicht hier sein. Ich sollte Leben. Ich sollte nicht sagen kann ich aber nicht und trotzdem tu ichs. Oder sollte ich es akzeptieren wie es ist?Ja, für den Moment wäre Akzeptanz sicher das beste, sonst kämpfst du gegen Windmühlen.

Ist das wirklich meine Entscheidung?Ja, was nicht heißt, dass es leicht wäre.

Wieso lebt man? Um zu sterben?Keine Ahnung. Mit der Sinnfrage und daraus resultierenden Sinnlosigkeitsgefühlen kämpfe ich auch.

Warum will ich im Grunde gar nichts ändern obwohl es mir schlecht geht?The smell of hell is the smell of home... Bei Veränderungen weiß man nie, ob sie zu Verbesserungen führen, sie verunsichern und zu allem Übel kann man beim Versuch auch noch scheitern.

06.04.2010 00:09 • #2



. nicht ohne gesagt zu haben .

x 3


Zitat:
Aber immerhin ultima ratio, falls du es mit Lesen z.B. nicht vom PC weg schaffst. Und hast du nicht auch einen Hund - oder verwechsle ich da was?
Ich glaube nicht, dass ich süchtig bin. Ich kann schon weg vom Pc und was lesen oder so... Aber das wird mir nach relativ kurzer Zeit langweilig, ist mir einfach zu monoton. Ich bin nicht gerade sehr einfältig bei der Frage was ich außer vorm PC sitzen machen könnte. Mir fällt dazu eigentlich nur ein: Lesen, TV, mit dem Hund raus. Das füllt dann wenn's hoch kommt 2 Stunden aus, mehr aber auch nicht...
In einer Klinik wäre es doch im Prinzip das Gleiche wie bei einem normalen Psychologen? Ich glaube nicht, dass es mir dort leichter fallen würde zu Reden...

Ich will jetzt einfach nur schlafen und kann nicht. Ich versteh die Welt nich und mich auch nicht. Wozu gibt's mich? Ich hab schon im Dezember gesagt es wird sich nie was ändern, es hat sich noch nichts geändert. Wann ist nie? Nie in meinem Leben? Niemals?

Wer ist jetzt hier? Niemand? Ich? Will ich hier sein? Muss ich? Muss ich leben? Darf ich? Soll ich? Will ich? Muss ich in 'ne Klinik? Zum Therapeuten? Kann ich? Soll ich? Oder nicht?

06.04.2010 00:50 • #3


Ach Sans, mit solchen Fragen beschäftigt sich jeder im Leben irgendwann. Manch einer schon mit recht jungen Jahren, manch einer scheinbar nie.
Ich nehm mir da immer einen wunderbaren Philosophen zu Herzen, der es auf den Punkt bringt: Things just happen. So what the hell.
Allein dass man auf der Welt IST weil man sich als einziges Spermium gegen alle anderen Spermien durchgesetzt hat ist schon unwahrscheinlicher als ein Sechser im Lotto. Und trotzdem gibt es dich und mich. Wenn das mal kein glücklicher Zufall ist. Wir sind Alle schon Gewinner, einfach weil wir sind. Also machen wir das Beste draus.
Wieso die wenige Zeit mit sinnlosem Suchen verbringen, wenn man sowieso nur durchschnittlich 70 Jahre hier ist? Nö, die Zeit nutze ich lieber sinnvoll.
(Das ist meine derzeitige Lösung für den Sinn des Lebens. Mal schauen, wie lang ich gut damit fahren kann.)

Freilich kannst du jetzt noch weitere Monate nicht zum Therapeuten gehen und mit dir hadern. Du könntest alternativ dazu aber auch einfach in den Ferien in die Klinik fahren und schauen, was passiert. Verlieren kannst du nur wenig. Ich hatte in der 9ten Klasse eine Banknachbarin, die war auch zwei Wochen in einer psychosomatischen Klinik wegen Depressionen und Angstzuständen. Und sagte noch zwei Jahre später, dass das das Beste war, was sie jemals hätte machen können. Sie hat sich am Anfang gewehrt, konnte sich Anderen nicht öffnen, wollte auch nicht reden. War auch ein Außenseiter und hat oft nicht gewusst, wie es weiter gehen soll oder wozu Alles gut sein soll. Ich saß zwar nur fünf mal die Woche neben ihr, aber hab mitbekommen, dass sie auch Zuhause Probleme hatte. Sie hat sich auch ab und zu selbst verletzt. Die zwei Wochen in der Klinik haben sie sehr verändert. Als sie dann wieder in Mathe neben mir saß dachte ich fast, ich hätte einen anderen Menschen neben mir. Zwar war ihre Familie immer noch schwierig und in der Schule war sie trotzdem nicht beliebter als vorher, aber ihre innere Einstellung hatte sich verändert, sie konnte endlich reden, auch mal Gefühle raus lassen. Der ganze Druck, den sie über Jahre hinweg angesammelt hatte, der war endlich weg. Und das hat ihr schon geholfen, positiver nach Vorne zu schauen.

Ich rate dir auch immer noch dazu, in der Schule diversen Projekten beizutreten, die angeboten werden. Freiwilligen außerschulischen Aktivitäten, die sind kostenlos und machen noch dazu Spaß und man findet dort schnell Freunde.
Solche freiwilligen Arbeiten in der Schule waren es, die auch mich aus meiner Isolation heraus geholt haben. Ich war lange Zeit ein Außenseiter und fand alles schei. und wusste nicht, was das überhaupt soll und was das bringt und was ich falsch gemacht hatte, damit ich so bestraft werde. Aber Jammern und Daheimhocken bringt halt nix. Da konnte ich in noch so vielen Foren und Communities aktiv sein (denn mit 14/15 war ich nur im Internet unterwegs) aber in der Schule hatte ich trotzdem keine Freunde. Erst, als ich angefangen hab, nicht mehr nur über mich selber zu jammern und mich bei Anderen auszukotzen darüber, wie schlecht es mir doch geht, sondern mich auch mal für Andere interessiert habe, erst, als ich angefangen hab, mich zu engagieren und gemeinsam mit Anderen für etwas Größeres zu arbeiten, erst ab da wurde es immer besser.
Plötzlich war nicht mehr Alles schei., die Anderen waren nicht mehr assozial, und ich war kein Außenseiter mehr, sondern wurde in Ruhe gelassen, dann akzeptiert, und am Ende sogar von den Meisten gemocht. Anders als bei meiner Freundin hat bei mir eine schlichte Veränderung der äußeren Umstände dazu geführt, dass ich auch innerlich wieder mit mir im Reinen war. Bei ihr war es die innere Einstellung, die sich verändert hat, so dass sie mit den äußeren Umständen besser zurecht kommen konnte. (Aber auch sie ist dann einem kirchlischen Jugendverein beigetreten, der ihr bis zum Abitur sehr gut getan hat.) Es gab noch viel, was ich päckchenweise in meiner Jugend abgearbeitet hab, aber allein schon nicht mehr gemobbt zu werden, ein Teil in der Klassengemeinschaft zu werden und sinnvolle Beschäftigung zu haben, alleine das hat mir damals schon geholfen, aus meiner dunklen Phase heraus zu kommen.

Es gibt viele Möglichkeiten, was zu verändern, viele Wege, die du gehen könntest. Du musst sie einfach mal gehen anstatt dich jeden Tag auf's neue im Jammertal deines Lebens zu verlieren. Mitleid tut zwar vorübergehend gut, bringt aber auf lange Zeit gesehen nichts. Nachgrübeln über Sinnfragen ist auch okay, aber wenn man zu viel nachdenkt, verpasst man das, was schön ist im Leben.

Ich hab wie du in deinem Alter auch viele viele dunkle Phasen gehabt, aber das geht vorbei. Allerdings erst, wenn man selber aktiv wird und was dagegen tut. Vom Warten allein verändert sich leider nichts. Ich hab wie du damals auch den Weg über den Psychologen versucht, allerdings erfolglos. Ich dachte am Ende oft an Selbstmord (wollte das aber meiner Familie nicht antun) und ich hab jede Nacht nur noch 3h geschlafen, weil ich so Angst hatte vor dem Horror, der mich in der Schule erwartet, vor dem Mobbing. Ich war andauernd krank, mein Immunsystem war total im Keller, und ich blieb auch sowieso lieber Zuhause als mir die Hölle in der Schule anzutun. Ich bin zur Schulpsychologin, die mir fast zwei Stunden lang zugehört und dann ein Buch über PME gegeben hat. Toll, dacht ich mir, du blöde Kuh, was soll mir das bitte nutzen? Dann hab ich versucht einen Termin beim richtigen Therapeuten zu bekommen, da hab ich dann eine Stunde lang geheult und trotzdem keinen neuen Termin bekommen. Wurde aber auf die Warteliste gesetzt. Na danke. Da dacht ich mir dann: Danke, auf Erwachsene kann man sich doch eh nicht verlassen. Therapie und so, Alles Mist!

Und dann hab ich selber nach einer Lösung für mich gesucht. Und das hat komischerweise auch funktioniert. Meistens ist Alles gar nicht so schwer, wie es aussieht. Meistens reichen schon ganz kleine Sachen, damit es voran geht. Aber voran gehen muss man selber. Auch, wenn man meint, dass Andere das für einen regeln sollten. Irgendwann muss man lernen, sich selber um sein Leben zu kümmern.
Deswegen, so schwer es einem in dem Alter auch fällt: Kümmern und für dich sorgen, das machst jetzt du. Andere können nicht (mehr) dafür sorgen, dass es dir gut geht. Das geht vielleicht noch mit 5 Jahren, wenn die Mama die Barbie mit Feenflügeln kauft, die man so gerne haben will. Oder wenn die Mama zur kleinen Schwester sagt: Nein, hör auf deiner Schwester an den Haaren zu ziehen, das macht man nicht! Da ist man dann glücklich, weil Andere dafür sorgen, dass es einem gut geht und sich kümmern.
Aber irgendwann geht das nicht mehr, dass man sich beim Leben und beim Glück auf Andere verlassen kann. Irgendwann muss man das selber machen. Und an dem Punkt bist du jetzt so langsam angelangt glaub ich. Das heißt nicht, dass du Alles alleine machen musst, das schafft man auch nicht. Hilfe kann man immer bekommen, egal wie alt man ist und egal wohin man geht. Aber das Hingehen, das Kümmern, das muss man selber übernehmen.

Ich hab diese Phase mit dem Erwachsenwerden selber recht verzögert erlebt, aber es ist noch nicht zu lange her, so dass ich mich noch recht gut daran erinnern kann, wie es mir damals ging. (Und bis auf die letzten Jahre ging's mir dabei eigentlich immer schlecht. Und trotzdem geht's mir heute gut.) Ich weiß nicht, ob meine persönlichen Erfahrungen dir weiter helfen können. Ich würd mich aber freuen, wenn's so wäre.

Liebe Grüße,
Bianca

06.04.2010 08:47 • #4


Zitat:
? Warum kann ich nicht reden?

Weil ich denke Du haderst zu sehr mit Deinem Schicksal sans.
Da machst Du Deine Augen und Deinen Mund schon gar nicht mehr auf.
Offensichtlich verharrst Du in Deiner Starre, aber nur Du selbst kannst die Starre ändern.
Das muß bei Dir mal ankommen sans.
Wir alle haben es nicht leicht, aber wir können kämpfen, und Du kannst das auch.
Mir ging es nicht anderst in Deinem Alter und vieles habe ich erst jetzt sagen gelernt.
Aber es lohnt sich.
Mein Weg war die Therapie, und Gott sei Dank habe ich das genützt.
Also steh auf, sitz nicht nur am Computer und fange in kleinen Schritten an was zu verändern.
Hier hast Du ja schon Tipps bekommen- jetzt musst Du sie nur noch unterscheiden lernen und dann annehmen können.

06.04.2010 09:54 • #5


Zitat:
Wieso die wenige Zeit mit sinnlosem Suchen verbringen, wenn man sowieso nur durchschnittlich 70 Jahre hier ist? Nö, die Zeit nutze ich lieber sinnvoll.
Ich kann sie doch sowieso nicht sinnvoller nutzen als mir 1000 Fragen zu stellen warum und wieso alles so ist wie es ist.

Zitat:
Freilich kannst du jetzt noch weitere Monate nicht zum Therapeuten gehen und mit dir hadern. Du könntest alternativ dazu aber auch einfach in den Ferien in die Klinik fahren und schauen, was passiert. Verlieren kannst du nur wenig.
Ich kann nicht mehr in eine Klinik. Das ginge frühestens im August. Wer sagt überhaupt, dass mir ein Therapeut oder eine Klinik helfen würden? Ich will weder das eine noch das andere.

Zitat:
Ich rate dir auch immer noch dazu, in der Schule diversen Projekten beizutreten, die angeboten werden. Freiwilligen außerschulischen Aktivitäten, die sind kostenlos und machen noch dazu Spaß und man findet dort schnell Freunde.
Sowas gibt's nicht an meiner Schule, nur Theater, einmal im Jahr für 3 Monate.

Zitat:
Es gibt viele Möglichkeiten, was zu verändern, viele Wege, die du gehen könntest. Du musst sie einfach mal gehen anstatt dich jeden Tag auf's neue im Jammertal deines Lebens zu verlieren.
Was für Wege soll es denn geben? Wie soll ich die gehen wenn ich keinen Plan hab wo einer anfängt und aufhört und wo er hinführt?

Zitat:
Weil ich denke Du haderst zu sehr mit Deinem Schicksal sans.
Da machst Du Deine Augen und Deinen Mund schon gar nicht mehr auf.
Wozu auch?

Zitat:
Offensichtlich verharrst Du in Deiner Starre, aber nur Du selbst kannst die Starre ändern.
Das muß bei Dir mal ankommen sans.
Wie, wenn ich meine Augen und meinen Mund nicht mehr aufmache?

Zitat:
Also steh auf, sitz nicht nur am Computer und fange in kleinen Schritten an was zu verändern.
Wie denn? Mit einer Therapie bestimmt nicht, ich will nicht dorthin. Und sonst? Es gibt doch nix anderes hier als meinen PC. Wenn ich nicht weiß, wo der erste Schritt hingeht dann kann ich ihn nicht machen.

06.04.2010 13:17 • #6


Hallo,

ich würd hier ja gerne irgendwas sinnvolles eintragen, aber mir kommt heute selbst alles irgendwie sinn- und hoffnunngslos vor (auf mich bezogen, nicht auf Dich) oder ich frage mich zumidest, ob es das ist.
Hätte fast auch einen Thread eröffnet...

Aber immerhin hast Du ja (im Gegensatz zu mir) ein Reallife, zumindest außerhalb der Ferien.

Lg, Berliner

06.04.2010 13:53 • #7


Zitat:
Aber immerhin hast Du ja (im Gegensatz zu mir) ein Reallife, zumindest außerhalb der Ferien.
Das was du für Real Life hälst ist noch lange keins. Ich geh zur Schule. Ja toll, 6 Stunden am Tag wo anders rumhocken und leise sein als zu Hause. Pf, was ein Unterschied. Im Übrigen ist es hier ja nicht erwünscht Mitleid zu wollen. (Kriegst du ja mit Sicherheit von deiner Mutter, ich nicht)

06.04.2010 14:04 • #8