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Hallo zusammen

Ich bin 24 Jahre alt, rauche seit ca 9 Jahren und das ziemlich viel, ich schätze, es sind täglich 30-40 Zig. gewesen, die letzten Monate, gerade zur Coronazeit, wurden es immer mehr, bis ich irgendwann alle paar Minuten eine rauchte.

Ich habe schon enorme Probleme, ich spüre, dass ich immer schlechter Luft bekomme, ich habe einen Druck im Brustkorb, mein Hals fühlt sich bei jedem Atemzug wie zugeschnürt an, selbst in völliger Ruhe. Meine Lunge macht komische Geräusche beim atmen, ich muss oft husten, Sport ist der Horror geworden, weil ich ziemlich schnell Luftnot bekomme, so sehr, dass ich wirklich Panik bekomme, ich das Gefühl habe, zu ersticken.

Meine Zähne haben sich verschlechtert, genauso wie meine Haut, es ist einfach nurnoch furchtbar, am schlimmsten sind aber halt die Luftprobleme, die finde ich nurnoch beängstigend, das mit 24!

Da es mir mittlerweile sehr viel Angst macht, habe ich mir vorgenommen, mit dem Rauchen aufzuhören. Gestern Abend, da habe ich meinen Tbk und meine übrige Schachtel weggeschmissen, jegliche Feuerzeuge in den Keller gebracht, den Aschenbecher ebenfalls mit weggeschmissen, nun habe ich nichts mehr, ich habe es getan, um nicht so einfach in Versuchung zu kommen.

Nun sitze ich hier, gestern Abend gegen 22 Uhr rauchte ich die letzte Zig., irgendwie bin ich schon ein wenig stolz, normerweise hätte ich wohl schon über die Hälfte einer Schachtel weg, doch ich merke, es geht gerade erstmal richtig los Mein Verlangen wird größer, ich werde nervös, es wird sicher keine einfache Zeit werden, doch ich will es schaffen, das habe ich mir fest vorgenommen, ich will es durchziehen!
Es macht mir nur ein wenig Angst, was werden für Entzugserscheinungen auf mich zukommen?

Kann mir wer Tipps geben? Hat hier jemand Erfahrungen, war selbst mal Raucher und hat es geschafft, damit aufzuhören? Wie war es?
Und vorallem, wird mein Körper sich wieder richtig erholen können? Das macht mir am meisten Sorgen

11.02.2021 17:58 • 12.02.2021 #1


11 Antworten ↓


Calima
Zunächst mal: Glückwunsch! Hervorragende Entscheidung! Mit jedem Tag, den du nicht rauchst, senkst du dein Sterberisiko für Krebs und Herz-Kreislauferkrankungen.

Zitat von Leoh:
Es macht mir nur ein wenig Angst, was werden für Entzugserscheinungen auf mich zukommen?

Der körperliche Entzug ist in spätestens 2 Tagen durch und in der Regel kaum großartig wahrnehmbar, Was viel länger dauert und das eigentlich Problem ist, ist der psychische. Man verknüpft seinen gesamten Alltag mit dem Rauchen, Wenn das Rauchen plötzlich wegfällt, muss man einen Ersatz finden, weil man sonst in der Luft hängt und ständig ans Rauchen denkt.

Zitat von Leoh:
Hat hier jemand Erfahrungen, war selbst mal Raucher und hat es geschafft, damit aufzuhören?

Ich habe 3-4 Schachteln am Tag geraucht und habe dann aufgehört - aus ähnlichen Gründen wie du. Geholfen hat mir das Buch "Endlich Nichtraucher" von Allen Carr. Was ich sehr cool an diesem Buch fand, war die Aussage, dass man in dem Moment Nichtraucher ist, in dem man nicht mehr raucht. Nicht erst nach Tagen, Monaten oder Jahren, sondern vom ersten Augenblick an, in dem man keine Zig. mehr qualmt.

Zudem hat mir die Herangehensweise gefallen, andere Raucher nicht zu meiden, sondern sie in ihrem Suchtverhalten zu beobachten und sich quasi "überlegen" zu fühlen, weil man selbst das nicht mehr braucht. Auch schreibt er vieles mit einem Augenzwinkern, was ich immer gut leiden kann.

Zitat von Leoh:
Wie war es?

Es ist wie mit jeder echten Entscheidung: Wenn man WIRKLICH etwas will, ist es nicht besonders schwierig. Problematisch sind aber die halbherzigen Versuche, die immer wieder zum Rückfall führen.

Mir hat geholfen, mir quasi in jeder Minute klarzumachen, wie sich mein Körper gerade erholt und regeneriert. Ich habe mit vorgestellt, wie jetzt frische, saubere Luft meine Lungen reinigt und den ganzen Dreck nach und nach wegpustet. Ich bin besonders viel spazieren gegangen, um diesen Prozess zu unterstützen.

Gleichzeitig habe ich mir nicht mehr erlaubt, über das Rauchen in positiver Form nachzudenken. Kein Gedanke wie "Wie schön wär' jetzt eine Kippe zum Kaffee" oder ähnliches. Ich habe da sofort das Bild einer teerverklebten Lunge drübergeschoben - ein Bild, das man als Raucher ja sehr bewusst ausblendet.

Wenn es dir gelingt, dir immer wieder klarzumachen, dass du dich heilst und gesund machst und damit jeden Tag ein Stückchen weiter kommst, wird es leichter fallen, als wenn du Suchtgedanken folgst.

Ich rauche seit über 20 Jahren nicht mehr, stehe aber heute noch gerne in Raucherecken, wenn ich irgendwo fremd bin, weil man dort meist schnell ins Gespräch kommt. Rauchen würde ich nicht mehr wollen - aber manchmal träume ich heute noch, ich würde rauchen und ärgere mich dann im Traum maßlos darüber, dass ich rückfällig geworden bin .

11.02.2021 18:14 • x 1 #2



Mit dem Rauchen aufhören

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Julia_ne
Ich selber habe nie geraucht, aber meine Mutter und sie hat auch aufgehört. Den Anfang hast du schon sehr richtig gemacht, indem du alles entsorgt hast, dass dich ans Rauchen erinnert. Ansonsten hilft es, dir eine neue Routine anzueignen. Wenn du sonst geraucht hast, machst du jetzt etwas anderes. Lenke dich ab, zum Beispiel mit Sport und viel trinken, auch mit Geschmack.

Zu den Entzugserscheinungen kann ich dir leider nicht viel sagen. Meine Mutter hat es gut verkraftet, sie hat aber nicht so viel geraucht. Jedenfalls ging es ihr deutlich besser ohne rauchen und das hat sie schon relativ früh gemerkt. Dein Körper wird sich nach und nach wieder erholen. Wenn du die richtige Einstellung hast, und so klingt es für mich auch, wirst du es auf jeden Fall schaffen. Denke immer daran, dass es dir dann besser geht.

11.02.2021 18:25 • x 1 #3


Calima
Zitat von Julia_ne:
Den Anfang hast du schon sehr richtig gemacht, indem du alles entsorgt hast, dass dich ans Rauchen erinnert

Kann ich für mich nicht als richtigen Weg bestätigen. Ich brauchte immer die Sicherheit der freien Entscheidung. Für Suchtkranke ist es ein unglaublicher Stressfaktor, das Suchtmittel nicht mehr greifbar zu haben. Deswegen fährt man als Raucher auch mal nachts um 2 an die Tanke, um am nächsten Morgen nicht ohne zu sein.

Den Druck habe ich mir genommen, indem ich meine angebrochene Packung aufgehoben habe. Ich wusste: Ich kann zu jeder Zeit rauchen, wenn ich wirklich will. Und ich habe mich jedes Mal bewusst dazu entschieden, NICHT zu wollen. Ich hatte die Schachtel auch öfter mal in der Hand.

Dann habe ich mir klargemacht, dass ich jetzt schon so und so lange kein Gift inhaliert habe und das auch nicht mehr will und sie wieder weggepackt.

11.02.2021 18:30 • x 2 #4


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Ich habe 3 mal mit dem Rauchen aufgehört und nun wohl für immer (seit ca. 10 Jahren).

Wie Calima habe ich weder Zig. noch Zigarren weggeworfen. Die liegen irgendwo im Keller. Werden wohl schon vertrocknet sein.
Ich konnte jederzeit drauf zurückgreifen und der Druck nicht rauchen zu können, kam so gar nicht erst auf.
Rauchen aufhören geht nur, wenn man es wirklich will. Es nicht zu können beeinträchtigt da meine Entscheidungsfreiheit.

Gegen anfänglichen Appetitsanfälle half mir ein nicht entleerter Aschenbecher. Wenn die Lust kam, an dem kalten Ascher gerochen und es war weg.

Mittlerweile habe ich absolut keinen Bock mehr wieder anzufangen und selbst rauchende Mitmenschen kann ich tolerieren.

11.02.2021 18:49 • x 3 #5


Peke
Hab am 1.1.21 aufgehört...zum dritten mal. Bei mir waren die ersten 10 Tage schwer. Hab dann sehr viele Salzstangen und Lakritzbonbons zu mir genommen. Ab dem 11. Tag wars dann nicht mehr so schwer. Ich hab mir dann auch immer wieder gesagt, dass ich mir das selber nicht mehr antun möchte...gesünder leben will. Und jetzt bin ich froh, dass ich die Zig. nicht mehr brauche. Das wird zwar immer wieder mal kommen, das ich Verlangen habe...das weiß ich noch aus den vergangenen zwei Versuchen. Aber ich weiß, der Gedanke an eine Zig. geht schnell wieder vorbei.

Jetzt muss ich nur noch die Lakritzbonbons wieder loswerden

11.02.2021 18:50 • x 3 #6


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Bei mir liegt noch 1 kg Salzlakritz im Keller...

11.02.2021 18:56 • x 2 #7


Vielen lieben Dank für all die hilfreichen und lieben Antworten!

Wie soll ich es sagen, ziemlich unangenehm, aber ich habe vorhin zwei geraucht. Ich habe es nicht mehr ausgehalten, meine Laune wurde immer schlechter, meine Reizbarkeit stieg stark an, plötzlich war ich traurig, hatte Stimmungsschwankungen, ich musste mich wahnsinnig anstrengen. Ich war zwei mal einkaufen, habe es geschafft, mir beide Male keine Schachtel zu kaufen, doch vorhin verließ mich meine Stärke, ich bin nochmal los, nur um mir eine blöde Schachtel zu kaufen, ich habe zwei Zig. geraucht, als ich unterwegs nach Hause war Ich fühle mich gar nicht gut, mein Gewissen ist wahnsinnig schlecht, ich habe fast 48 Stunden durchgehalten, war schon total stolz und habe doch kurz vorher so versagt!
Das schlimmste war die Langeweile, gerade jetzt, wo ich seit Monaten sowieso kaum etwas zutun habe, im Homeoffice sitze, kaum Menschen sehe, ich hatte einfach keine Ablenkung. Besonders schlimm waren die Momente, wo die Gewohnheit kam, dann und dann eigentlich zu rauchen, es war so anstrengend. Gleichzeitig wollte ich mich auch nicht mit anderen Dingen ablenken, wie zB essen, ich bin ständig durch zum Kühlschrank gelaufen, ich hätte ständig naschen können, einfach nur um mich abzulenken, als das Verlangen wieder groß wurde, doch habe ich die letzten Monate sowieso schon 9 Kilo zugenommen, fühle mich sowieso schon total unwohl.

Tya, jetzt fühle ich mich erstrecht furchtbar, mein Gewissen ist so schlecht und ich ärgere mich, die zwei Zig. war es überhaupt nicht wert, was hatte ich nun davon? 5 Minuten ging es mir besser, ich spürte Erleichterung, doch das war es auch schon, es ist mir unglaublich peinlich, schon nach 48 Stunden versagt zu haben, obwohl ich es mir so fest vorgenommen habe und so überzeugt war!

Meine Schachtel habe ich gerade wieder weggeschmissen, eine totale Verschwendung, die 6 Euro hätte ich auch sparen können.

Ohje,ob ich es hinkriegen werde? Ich wünsche es mir so sehr, ich mag echt nicht mehr, gerade die zwei Zig. haben mir wieder gezeigt, dass es so sinnlos ist, ist mein Erfolg nun wieder total dahin?

12.02.2021 21:12 • #8


Calima
Zitat von Leoh:
ist mein Erfolg nun wieder total dahin?

Nicht vergessen: in dem Moment, wo du keine mehr rauchst, bist du Nichtraucher. Und hol die Schachtel aus dem Müll. Steck sie irgendwo in den Schrank, das nimmt den Druck raus, nicht rauchen zu dürfen.

12.02.2021 21:16 • x 1 #9


Zitat von Calima:
Nicht vergessen: in dem Moment, wo du keine mehr rauchst, bist du Nichtraucher. Und hol die Schachtel aus dem Müll. Steck sie irgendwo in den Schrank, das nimmt den Druck raus, nicht rauchen zu dürfen.


Danke, Calima!
Du hast recht, der Gedanke, überhaupt nicht rauchen zu können/dürfen, war sehr anstrengend, dieser Gedanke, gar keine Chance auf die Schnelle zu haben,wenn ich wirklich wollen würde. Zu wissen, keine Möglichkeit zu haben, keine Zig. in der Nähe zu haben, das war wahnsinnig stressig für mich heute. Vorallem jetzt am Abend, wo gleich alles schließt, deshalb bin ich auch nochmal los. Ich habe nur Angst, dass wenn die Zig. wieder in meiner Nähe sind, ich wieder richtig anfange. So müsste ich erstmal raus, 40 Minuten zum Supermarkt laufen, denn hier ist sonst nichts in meiner Nähe. Ich bin gerade total traurig, habe Angst, es gar nicht zu schaffen, ärgere mich über mich selbst.
Ich weiß nicht, was nun am besten wäre, die Schachtel wieder aus dem Müll zu holen oder nochmal versuchen, es so durchzuziehen, ohne Möglichkeit. Ich weiß nur, dass ich wirklich davon loskommen möchte, ich wünsche es mir sehr und mag nicht aufgeben. Ein klein wenig stolz bin ich noch immer, denn die zwei Zig. sind nichts, wenn man überlegt, wie viel ich sonst geraucht habe, aber es sind immernoch zu viele

12.02.2021 21:33 • #10


Wie wäre es mit Nikotinpflastern für die erste Zeit und einer neuen Routine gegen die Langeweile? Z.B. Hula Hoop, kreuzworträtseln, puzzlen. Da man von Nikotin in erster Linie psychisch abhängig wird, muss man sich unbedingt eine Ersatzbeschäftigung suchen.

12.02.2021 21:36 • x 1 #11


Calima
Wenn du rauchen willst, wirst du rauchen. Da wird dich auch ein 5 km Fußmarsch nicht davon abhalten. Letzten Endes läuft es immer auf das selbe hinaus: du entscheidest. Entweder für oder gegen das Rauchen. Und vor dieser Entscheidung wirst du in den nächsten Tagen Wochen und Monaten immer wieder stehen.

Es wird immer gute Gründe geben, warum du rauchen möchtest. Langeweile, Stress, Gemütlichkeit, Feierabend, Belohnung, Runterkommen... dann kann es helfen, dir klarzumachen, dass Millionen andere Menschen in dieser Situation auch nicht rauchen müssen. Es ist nichts was man tun muss. Es ist etwas was du tun willst- oder eben nicht.

Du bist auch nicht nervös und aggressiv, weil dir das Nikotin fehlt. Du bist nervös und aggressiv, weil du glaubst, etwas Wesentliches verloren zu haben. Man hat dir dein Spielzeug weggenommen, dein Suchtmittel, deine Krücke. Du erlebst ein Gefühl von Verzicht und das kannst du nicht leiden.

Dein Suchthirn ist stocksauer, denn es ist gewöhnt, kriegen zu können, was es will und wann es das will. Es verhält sich wie ein trotziges Kind, das auf den Boden stampft und einfordert was ihm seiner Meinung nach zusteht.

Alldem musst du etwas entgegen setzen. Zum Beispiel das Wissen, dass jeder einzelne Zug an der Zigar.ette die Flimmerhärchen deiner Bronchien verklebt, und Gift und Dreck in deinen Körper bringt. Deine Suchtdenke hat jede Menge wunderbarer Bilder im Gepäck, die allesamt mit positiven Raucherlebnissen verknüpft sind.

Denen musst du mit einem Gegenentwurf begegnen. Was deine Sucht dir vorspiegelt sind gefakte Fantasien. Das Mittel dagegen ist schlicht die Realität. Und die sagt sehr deutlich, dass Rauchen kein bisschen mit Genusserleben zu tun hat.

Zigaret.ten schmecken widerlich und stinken. Wir brauchen einen Gewöhnungsprozess, um uns nicht mehr davor zu ekeln. Jeder gesunde nicht rauchende Mensch nimmt Ziggis als das wahr, was sie sind: ekelhafte Glimmstängel.

Unser Körper versucht lange Zeit, sich gegen das Gift zu wehren. Wir husten, würgen, haben einen widerlichen Geschmack im Mund. All das trainieren wir uns ab.

Heißt: Wenn dein Hirn dir vorgaukelt, dass eine Zigar.ette etwas Tolles wäre, betrachte sie ganz bewusst als das was sie ist: Gift, das dich krank macht.

12.02.2021 22:05 • x 2 #12



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