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Ich möchte hier ab heute eintragen, was meine Suche nach einer Klinik oder einem Therapeuten macht, wie es mir dabei geht.
Ob ich abstinent von meinen Sucht mitteln lebe, und wie es mir damit geht.
Zur Info an die Leser , ich habe ca 60 kg Übergewicht (BMI 42) und bin essgestört. Die 4 Phasen der Sucht bin ich leider oder zum Glück, je nach Betrachtungsweise schon durchlaufen und nun kann ich mir selbst nur noch mit fachlicher Unterstützung helfen.

Das Weglassen der Suchtmittel als auch der Art & Weise wie ich esse, wird Tür & Tor öffnen dafür, wie es mir psychisch wirklich geht. Es ist schwer mal ben zu erklären...aber ein "Entzug" wird passieren. Ich hoffe, das ich es schaffe... Eine andere Alternative gibt es nicht.

26.09.2013 11:31 • 22.10.2013 x 1 #1


57 Antworten ↓


liebe Salome,

kannst und willst du mal erklären wie das binge Eating als Sucht abläuft und wie die 4 Phasen bei dir verlaufen sind.


lg mal

26.09.2013 11:39 • #2



Mein Binge Eating Selbsthilfe Sucht Tagebuch

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Ich hatte gestern Abend etwas im Netz gefunden das wie Faust aufs Auge passt (bei mir):

Eine Abhängigkeit entwickelt sich meist schleichend.
Zwar meint der Betroffene zu Beginn, alles läge in seiner Hand und er könne jeder Zeit auf den Konsum des Suchtmittels verzichten, doch bereits nach kürzester Zeit hat der Kontrollverlust eingesetzt.

Abhängigkeit
Suchtmittel können sowohl stofflich (Alk., Medikamente, Dro....) als auch nichtstofflich (Kaufen, Arbeiten, Internet ...) sein.
Es besteht immer eine psychische, manchmal zusätzlich eine körperliche Abhängigkeit, d.h. es treten beim Absetzen des Suchtmittels Entzugserscheinungen in Form somatischer Beschwerden auf.

Phasen der Sucht

Üblicherweise ist eine Suchterkrankung durch 3 Phasen gekennzeichnet:

1. Einleitungsphase: erster Kontakt mit dem Suchtmittel positives Erleben (entweder durch Herbeiführung angenehmer
oder Ausschalten unangenehmer Gefühle)
Aussteigen können, aber (noch) nicht wollen

2. Kritische Phase: Gewöhnung an das Suchtverhalten Ausweichendes Verhalten gegenüber der Umwelt.
Nicht aussteigen können und es auch nicht wollen

3. Chronische Phase: Abhängigkeit / Sucht = absoluter Kontrollverlust
Aussteigen wollen, aber nicht (mehr) können

4. Ausstieg erfordert den festen Willen und die Bereitschaft des Betroffenen oft durch Rückschläge gekennzeichnet}
Wenn von Abhängigkeit die Rede ist, bezieht man sich auf die 3. (chronische) Phase.
Wenn aus Konsum Zwang wird.

Es ist die Phase, welche das wahre Leid dieser Erkrankung offenbart, denn der anfänglich als positiv empfundene Effekt des Suchtmittel-Konsums wird als Zwang erlebt.

Wirkungsverlust & Dosissteigerung
Gleichzeitig bildet er für den Betroffenen den einzig bewussten Lebensinhalt. Der allmähliche Wirkungsverlust der Dro. führt oft zur Dosissteigerung und damit tiefer in die Abhängigkeit.

Da der süchtige Mensch in einem Teufelskreislauf gefangen ist, dem er allein nicht mehr entkommen kann, ist Hilfe von außen, zum Ausstieg unerlässlich.

Allerdings schlägt sie nur dann an, wenn sie von dem Betroffenen selbst gewollt ist und angenommen wird.
In Fällen körperlicher Abhängigkeit ist außerdem ein Entzug notwendig, welcher fachmännischer Unterstützung und Betreuung bedarf.

Ich finde mich in diesen Phasen absolut wieder. Was Binge eating genau ist, wäre jetzt zu umfangreich es zu erklären. Ich kann nur erzählen warum es bei mir diese Sucht ist und warum nicht als Beispiel Alk.... Meine Mutter hat mir als ich Kind war Zuwendung, Nähe und Liebe immer in Verbindung mit etwas zum Essen gegeben. Umgekehrt genauso, hat sie mich mit Essensentzug bestraft, wenn ich in ihren Augen ungehorsam war. Jede andere Zuwendung von ihr war immer Gewalt. Bevor die Frage kommt, ja ich habe Therapien gemacht. Diese haben mir auch sehr geholfen. Nur das Essen ist als Restbaustelle über all die Jahre geblieben. Seit 7 Jahren reite ich nicht mehr wegen Bandscheibenvorfälle (3 Stück) und seitdem geht es steil Bergauf mit meinem Gewicht. Ich habe quasi eine Art von Beziehung zu meinem Essen und es ist nach fast 20 Jahren nicht mehr nur die Handlung, sondern neurologisch manifestiert. Zum Beispiel geht der Körper eines Binge Eaters bei Weglassen der Dro. hin, und baut zuerst Muskelmasse ab, anstatt Fett.

26.09.2013 11:51 • #3


ah ok.
Hab mal nachgesehen was das Bindge Eating genau ist.
Kenne sonst nur Bindge Drinking.

Wie geht es dir momentan?
Hast du dich unter Kontrolle?

26.09.2013 12:00 • #4


Heute ist Tag 1.
Noch ist alles prima. Habe soeben gefrühstückt und gleich lege ich mich noch einmal ne Runde hin.
Später mal ich weiter Haushalt. Eventuell gehe ich morgen früh ins Schwimmbad. Kostet nur 0,50 € Eintritt wenn man als ALG 2 Empfänger vor 8 Uhr kommt. Das will genutzt werden

26.09.2013 12:05 • #5


hattest du vor dem BSV wegen dem du nicht mehr reiten kannst dein eigenes Pferd?

26.09.2013 12:09 • #6


Ja, ich hatte auch ein eigenes Pferd. Er steht seit 10 Jahren in Wülfrath. Bin ihn auch bis vor 2 Jahren besuchen gegangen aber die Wunden reißen immer wieder auf. Will mich selbst nicht mehr quälen... Abgeben musste ich, da ich aufgrund einer Erschöpfungs-Depression meine Arbeit verlor und am Tag über Monate mindestens 7-10 Panikattacken hatte. Ich bin aber auch mit BSV die letzten Jahre (bis 2006) noch geritten. Allerdings mit massiven Schmerzen und häufigen Terminen beim Ortho oder Sportmediziner. Wäre ich normalgewichtig, ich würde mich gerne wieder aufs Pferd setzen wollen...moderates durchs Gelände reiten auf einem lauffreudigen aber kontrollierbarem Pferd

Zur Ergänzung, der Gedanke oder das Ziel "Wenn du abnimmst, dann kannst du wieder reiten. Nimm das doch als Ansporn" zieht bei einer Sucht nicht. Das hat jahrelang nicht gezogen. Und ich bin eigentlich ein sehr disziplinierter Mensch...

26.09.2013 12:14 • #7


jap, bei Sucht ist das ein gut gemeinter Rat der so gar nicht zieht......doch, er zieht schon, aber runter!

Aber wenn du schon so weit bist dass du deine Sucht akzeptierst und verstehst bist du auch so weit sie besiegen zu können.
Rückschläge sind keine Rückschritte

Du schaffst das!

26.09.2013 12:28 • #8


Kennst du dich mit dem Thema Sucht aus? Kannst du mir Bücher empfehlen?

26.09.2013 15:26 • #9


Bücher zum Thema kenne ich leider nicht wirklich...
Mein Onkel und Cousain sind Alk., mein Opa war auch einer und ich muss auch immer aufpassen dass ich den Alk. nicht missbrauche.
Hab da durch die PA´s auch so ne Tendenz zum Konsum da es mir beschwipst total gut geht.
Hab aber rechtzeitig angefangen einzugreifen.

Krass habe ich die Sucht auch immer bei meinen Patienten (bin Ergotherapeutin) erlebt. Da bekommt man einen guten Einblick in die Krankheit und den Weg aus der Sucht.

Und auch wenn viele es denken, das reine Erkennen der Problematik die eine Sucht auslöst hilft da auch nicht groß wenn man mitten drin steckt
Das kennst du ja oder?
Aber gut wenn du weißt wovon sie ausgeht. Das kann schon Hilfe im Durcheinander der Suchtbekämpfung sein und helfen wenn man sich verirrt.

26.09.2013 17:04 • #10


Dafür das heute ja erst Tag 1 war, war ich schon sehr gefordert. Nach den Abendbrot hatte ich eine Hustenattacke. Die bekomme ich immer wenn ich angespannt bin. Warum das nach dem Essen was, muss ich mal hinter fragen... Ansonsten blieb ich innerhalb der erlaubten Kalorien. Das errechnet bei mir fddb.de. Kann ich nur weiter empfehlen. Kostet nix. Gute Nacht.

26.09.2013 22:40 • #11


Silver
Liebe Salome,

ich wollte Dich nur wissen lassen, dass ich hier auch lese, da ich das gleiche Problem habe wie Du. Das extreme Binge-Eating an sich habe ich zwar weitesgehend abgelegt aber die Zucker- und Esssucht an sich sind nach wie vor vorhanden. Ich bin auch schon lange bei Phase 4 angelangt.

LG

Silver

27.09.2013 08:25 • #12


Guten Morgen Salome,
zunächst mal Hut ab!
Du hast deine Sucht selbst erkannt und den Mut dazu was zu ändern. Toll! Wirklich toll!
Ich wünschte ich hätte auch so einen Mut.

Halte uns doch hier auf dem Laufenden. So können wir vllt zusammen dagegen kämpfen!

Wie beginnst du heute deinen Tag 2?

Ganz liebe Grüße aus dem sonnigen Saarland
Jemma

27.09.2013 08:35 • #13


@ Silver & Jemma

Vielen Dank für eure Beiträge.

Heute früh bin ich schon zeitig aus dem Haus in verschiedenen Stadtteilen Rezepte abholen.
Dann war ich im Kundencenter meiner Krankenkasse weil ich wissen wollte, ob bei einer Teilstationären Behandlung aufgrund des Binge Eating in Bochum (da hab ich ja übernächste Woche einen Termin) die Fahrtkosten erstattet bekomme. Wäre ja Preisstufe B.

In dem Falle würden diese rückwirkend erstattet. Naja, immerhin. Ernährungstherapie oder irgendwelche Sportprogramme kommen bei mir nicht in Frage, hab extra gefragt, im Falle einer Sucht helfen die eh nicht. Was ich genauso so sehe. Wie ne gesunde Ernährung funktioniert...weiß ich...beherzige ich sogar jeden Tag...nur den "Stopp-Knopf"...den hab ich nicht.

Im Anschluss bin ich dann noch zur LVR-Klinik, aber die behandeln keine Esstörungen. Infomaterial wollten mir die dämlichen Bürotussen nicht geben. Die beträfen ja Alk., Tablettenabhängigkeit etc. Da könne ich ja nichts mit anfangen. Hab ich widersprochen, weil die Auslöser des Konsums ja in allen Fällen die gleichen sind und auch der Umgang damit. Aber den Bürotanten kam ich nicht bei und bin dann rauchend wieder abgedampft.

In einem Flyerständer, der da auf dem Gang vor dem Büro stand, hab ich einen entdeckt, wo ein Programm angeboten wird für Frauen mit Suchtproblematik und Traumaerfahrung, was ja bei mir der Fall ist. Ich habe als gesicherte Diagnose die PTBS. Naja, da standen 2 Nummern drin. Der einen hab ich auf Band gesprochen, der anderen meine Situation auch einer Bürokraft geschildert, die mir dann sagte, Ess-Störungen hätte da niemand in dem Programm. Ich solle mir keine Hoffnungen machen. Hab dann noch erwähnt, das ich über 40 Tabletten die Woche nehme. "Ach herrje". War dann ihre Reaktion.

Tabletten werden als Problematik erkannt aber "binge Eating" musste ihr ihr buchstabieren, hatte sie noch nie was von gehört.

Danach bin ich zur Frauenberatungsstelle gefahren, weil ich denen die Woche auf Band gesprochen hatte und nix zurück kam. Die bieten für Frauen mit allen Ess-Störungen eine vom Therapeuten geführte Gesprächsgruppe an. Die Dame war nicht da, ich stehe aber auf ihrem Memo und sie ruft mich nächste Woche zurück. Ich hab dann noch nach Infomaterial gefragt und einen total interessanten Flyer bekommen wo man online eine kostenlose Therapie machen kann, extra für Binge Eating. Freude freude. Ich draußen an der Haltestelle direkt online mit dem Handy auf die Seite gegangen und was war:... Studie ist abgeschlossen. Herzliche Grüße Ihr Bundesministerium für Gesundheit .

Toll. Läuft ja wie geschmiert. Werde morgen mal in die Bibliothek gehen. Da mal nach Literatur gucken zum Umgang gezielt mit Auslösern für das Suchtverhalten.
Bin gerade heim gekommen, nachdem ich über 5 Stunden unterwegs war. Mittag gegessen und wenn es verdaut ist, lege ich mich hin. Dabei bin ich garnicht müde...eher gereizt...die Nacht war auch kurz...

Mein abschließendes Resümee über Tag 2 schreibe ich heute Abend...

27.09.2013 13:44 • #14


noch ein Tag geschafft!
super

27.09.2013 21:24 • #15


Noch ist der Tag nicht rum
Aber fast...

27.09.2013 21:25 • #16


Auch Tag 2 ist gut verlaufen.
Ich bemerke, das ich wacher bin als sonst. Das hab ich schon früher bei Diäten oder Ernährungsumstellungen bemerkt...Es ist eigentlich ein für anstrengender Zustand. Je wacher ich bin, umso belastender ist es für mich. Ich komme schlecht zur Ruhe...auch wenn ich z.B. immer ein Mittagsschlaf mache... Seit ein paar Tagen bastel ich Herbstdeko für die Fenster. Das mach ich gerne und meine Fenster sehen immer hübscher aus...

Mal sehen, wie Tag 3 verläuft. Ich muss heute auf alle Fälle ne Runde walken! Weil sonst baut mein Körper Muskelmasse anstatt Fett ab. Außerdem hab ich bis auf weiteres entschieden, mich nicht zu wiegen. Auch wenn die Verlockung groß ist... Es geht ja primär um eine Veränderung meines Verhaltens. Um die Beobachtung und Reflektion. Das ich abnehme ist toll aber ich möchte mich nicht an den verlorenen Pfunden messen, sondern daran, wie ich im Alltag mit meinen Gefühlen umgehe...

28.09.2013 08:43 • #17

Sponsor-Mitgliedschaft

Tag 3 ist gut gelaufen.
Allerdings hatte ich heute direkt nach meinem Mittagsschläfchen einen enormen Schmacht nach Schokolade. Zum Glück habe ich ja keine Im Haus. Was ich nicht habe, kann ich nicht essen...Trick 17

Dazu kommt, das ich heute nicht raus gegangen bin. Irgendwie bin ich da unzufrieden mit mir selbst...andererseits denke ich..."weniger ist mehr".
Morgen früh fahre ich zum Gottesdienst und danach gehe ich ne Runde walken...am alten Stall vorbei...einmal die Nase Richtung Pferde strecken.
Natur, Heu, Leder, Schweiß und Fell... Ich liebe diese Gerüche

28.09.2013 21:18 • #18


Schlaflose
Zitat von Salome79:
Allerdings hatte ich heute direkt nach meinem Mittagsschläfchen einen enormen Schmacht nach Schokolade. Zum Glück habe ich ja keine Im Haus. Was ich nicht habe, kann ich nicht essen...Trick 17


Mein Trick 17 ist folgendermaßen: ich kaue das, worauf ich Lust habe, und spucke es dann aus, statt runterzuschlucken.

29.09.2013 07:57 • #19


@ schlaflose

ich finde deinen Beitrag ziemlich daneben. Es gibt Menschen die haben garnichts zum beißen und wären froh um was zu essen. Und die Produktion sowie der Transport verbraucht irre viel Energie und schlägt sich im klimawandel nieder. Ich finde deinen verhalten unverantwortlich und möchte auch nicht das du so einen Müll in mein Tagebuch schreibst! Schönen Sonntag noch.

29.09.2013 09:03 • #20



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