Pfeil rechts

Ich habe mich kürzlich entschieden, den Kontakt zu meiner Familie abzubrechen.
Mir ist in den letzten Wochen wieder bewusst geworden, woher meine ganzen Probleme eigentlich kommen, dass ich vollkommen in Ordnung, liebenswert und wertvoll bin.
Und dass die Macht, emotionale Erpressung und Manipulation niemals aufhören werden, solange meine Mutter lebt.

Meine Chronologie hat mich extrem wütend gemacht:


Tonbandaufnahmen von mir als 10jährige: schüchtern, unsicher, habe ich Lob verdient?

Mit 15: Mein Vater vermittelt unumwunden, dass man seine Kinder züchtig, wenn man sie liebt. Wozu denn angeben mit unseren Fähigkeiten? Kritisieren ist doch viel besser

Mit 16:
Gefühl der totalen Wertlosigkeit. Ich denke darüber nach, dass ich wohl ohne meine Eltern nicht leben kann. Meine Eltern haben keine Freunde, also darf ich auch keine haben. Alles machen wir mit der Familie. Ich denke auch über den Tod nach

Mit 18: Ich sitze das erste Mal beim Psychiater. Thema: "Ich und meine Familie".
Kein Selbstwertgefühl, ständige Manipulation, drohende Äußerungen seit ich einen lieben Freund habe ("Wie kannst du uns als heile Familie so was antun, in deinem Alter?" ).
Die Therapeutin: "Halten Sie Ihre Familie auf Abstand".

Mit 21: Ich sitze an der Uni, komme mit anderen Menschen nicht klar, schüchtern, Angst, Wertlosigkeit, lerne wie die Blöde Tag und Nacht, denn laut meiner Eltern bin ich "dumm und unfähig". Meine Mutter entwertet mich auch vor anderen Leuten.
Dazu kommt, dass mir erstmalig bewusst wird: Alle in ihrem Umfeld werden geherzt und gedrückt. Nur ihren Kindern gibt sie immer förmlich die Hand.
Das muss daran liegen, dass ich ein Stück Müll bin, vermutlich.
Wieder lande ich beim Therapeuten (Verhaltenstherapie).
Die Therapeutin: "Halten Sie Ihre Familie auf Abstand".

Mit 23:
Noch während des Studiums lande ich in der psychosomatischen Klinik. Ich breche das dort nach 10 Tagen ab - weil mir dort völlig klar wurde: Du musst sofort zuhause ausziehen.
Gesagt getan: 3 Monate später war ich raus aus dieser sympathischen Hölle.....
Meine Eltern machen ein Riesendrama "Wie kannst du unsere Familie nur verlassen?!".
Ich war damals - wohlgemerkt - 24 Jahre.

Mit 26/27:
Mein Bruder, der noch zuhause wohnt, schleppt uns alle zum Familientherapeuten, weil er ebenfalls mit dem Leben nicht klar kommt.
Meine Eltern: kapieren nichts.
Die Therapeutin: "Die Schwester hat als einzige den Durchblick".

Mit 29:
Ich habe die letzten Jahre gearbeitet wie verrückt, damit niemand merkt, wie dumm ich eigentlich bin (denn das glaube ich wirklich....).
Wieder lande ich beim Therapeuten (Tiefenpsychologie).
Und wieder die gleichen Thema und Probleme: Selbstwert, Manipulation und emotionale Erpressung ("machst du nicht das, dann.....").
Der Therapeut: "Halten Sie Ihre Familie auf Abstand".

Mit 32:
Ich habe eine extrem miese Beziehung hinter mir mit einem Mann, der mich beschimpft, schlecht behandelt, benutzt und dann weggeworfen hat. Nach mehreren Jahren Kampf um seine Liebe (denn ich bin ja nur Müll), ist das ganze dann endlich vorbei.
Diesmal lande ich bei einer Gestalttherapeutin.
Ich wäre ziemlich klar, und wir wissen wo alles herkommt.
Und ich soll meine Familie auf Abstand halten.

Mit 38:
Beruflich komme ich nicht wirklich auf die Beine, Misserfolge rauben mir extrem viel Energie. Ich glaube nicht an mich. Ich bin Müll.
Meine Familie hält mich ständig in Beschlag, was ich zu tun habe, wen ich zu mögen habe, wenn ich das nicht tue, dann......
Ich lande bei einer Beratungsstelle von der katholischen Kirche.
Da die Beraterin nach 25 Stunden nicht mehr weiter weiß, schickt sie mich zu einer Psychologin (Psychoanalyse), die alle bisherigen Therapien in Frage stellt.
Sie sagt: Gehen Sie in die Tagesklinik.
Ich wüsste nicht warum.

Inzwischen bin ich über 40:
Berufliche Probleme : ohne Ende, ich arbeite weit unter meinen Fähigekiten, denn ich bin ja Müll und glaube nicht an verdienten Erfolg.
Private Probleme: freiwillig gewählte Isolation (oder sagen wir: "innere Klausur").
Ich erlebe andere Menschen als Belastung, Grenzüberschreitungen, da ich sehr nett bin, werde ich mit ständigen Dramen konfrontiert.

Aktuell:
Was soll ich bei einer weiteren Therapeutin?
Das Kernproblem ist bekannt.
Und nun arbeite ich mit allen Mitteln daran, das alleine zu lösen.
Der Schlüssel liegt allein in meiner Hand.
Selbstliebe
Ich
Wertvoll
schei.

Natürlich lässt mich die Familie nicht in Ruhe, meine Mutter terrorisiert weiter: wenn du nicht, dann..... wie kannst du nur....... undankbare Tochter..... wir haben alles für dich getan (ich wüsste wirklich nicht, was das gewesen sein soll).
Macht, Macht und nochmals Macht.
Vor 6 Monaten versuchte ich, sie auf das Thema anzusprechen. Es passiert das, was immer passiert, wenn man sachlich mit ihr reden will:
Sie schreit, sie tobt, sie knallt die Türen und läuft davon.
Und diesmal sagt sie: "Tja, dann such dir doch einen Therapeuten, wenn du dich schlecht fühlst".

Love it (wohl kaum)
change it (da ändert sich nichts)
or leave it (es ist die einzige Lösung)


Wer von euch hat den Abbruch geschafft?
Wie? In welchem Alter?
Hattet ihr Unterstützung?

Ich weiß inzwischen:
Egal was passiert, die Erde trägt mich.
Und das beruhigt......

wasnun

23.09.2011 19:26 • 28.04.2014 #1


42 Antworten ↓




Halten Sie ihre Familie auf Abstand

Du bist jetzt 40 und jammerst immer noch das Deine Mutter Dich terrorisiert. Warum ? Eigene Wohnung und Telefonummer ändern fertig !

Halten Sie ihre Familie auf Abstand

Warum tust Du es denn nicht endlich ????

Wieviel Jahre bist Du jetzt zu Therapeuten gerannt ? 20 ?25 ?

Und immer noch lässt Du Deine Familie an Dir rum mäkeln.

Selber Schuld . Ich bin mit 16 ausgezogen .

Ich habe noch viel mehr Mist erlebt und brauchte insgesamt 3 Langzeitherapien um wieder mit mir und den anderen Mitmenschen klar zu kommen später.

Ich habe mein Elternhaus von selbst verlassen. Mit 18 hatte ich ne Frau die 28 war und ne eigene Wohnung hatte und ich hatte mit ihr absolut 4 gut Jahre. Nun da war ich 22 und aus dem Gröbsten raus

Mit gemeinsamer neuer Wohnung in der Nähe meines Elternhauses weil meine Mutter eine Seele von Mensch war und ich sie meinem Vater nicht ganz schutzlos überlassen wollte

23.09.2011 19:47 • #2



Kontaktabbruch mit Familie

x 3


Zitat von Ozonik7:
:

Und immer noch lässt Du Deine Familie an Dir rum mäkeln.

Selber Schuld .


Na, mit Sicherheit nicht.

Vom Verstand her habe ich das auch längst klar gemacht.

Es ist vielmehr die Frage:
Was lässt einen Menschen daran hindern, diesen Schritt zu gehen?
Mir ist ja wie gesagt schon mit 16 Jahren das Gefühl gekommen, dass ich ohne Familie nicht leben kann.
Nicht weil das der Realität entspricht, sondern weil mit manipulativer Weise dieses Gefühl über Jahre bei mir erzeugt worden sein muss.

Meine Mutter ist zu anderen der freundlichste Mensch der Welt - nur mit ihren Kindern geht sie um wie der letzte Dreck.
Das macht es auch so schwer, das nach außen hin klar zu kommunizieren, denn "die ist doch so lieb".
Was an verbaler Gewalt hinter der Tür stattfindet, dass die Täter bei psychischem Missbrauch meistens ungeschoren davon kommmen (denn die Story von der alten, aufopferungsvollen Frau klingt doch viel besser).

Und genau an dem Punkt muss die Lösung stattfinden.
Ich brauche diese "heile Welt" nicht
Ich kann alleine leben
Ich kann alleine atmen, habe zu essen und alles andere
Ich kann mit anderen, lieben Verwandten Kontakt aufnehmen, wenn ich das will.
Ich kann mich freiwillig entscheiden, was ich mir gefallen lasse und was nicht.
Es ist in Ordnung so.
Ich muss nicht
Ich darf

Genau......

24.09.2011 05:22 • #3




Ja so ist das. Bei meinem Vater war es genau so. Er hat gearbeitet und die Familie ernährt. Das haben die Nachbarn gesehen. Die Schläöge und die Schreie hat man geflissentlich überhört. Und als die Polizei öfter kam setzte er sein schönstes Lächeln auf und erklärte das meine Mutter gegen die Tür gelaufen sein so betrunken wie sie war.

Und sie zogen wieder ab. Das meine Mutter getrunken hatte aus Angst vor Ihm und zu schwach war sich zu trennen sah keiner .

Als ich mit 16 draussen war, mußte ich zwar alles alleine bewältigen, doch ich hatte diese dämliche Spannung nicht mehr in mir Schlägt er wieder oder nicht ? Ist schon 17 Uhr ? Dann kommt er gleich nach Hause ...usw.

LMAA...und ich hab meine Mutter geschnappt und mit zu mir genommen

Leider wußte er aber wo ich wohne und machte bald Randale, so das meine Mutter wieder mit ihm mitgedackelt ist. Ich konnte mir das Theater auch nicht leisten weil das Altbauhäuschen in dem ich wohnte genau beben meiner Lehrstelle war und ich den Schlüssel für den Salon hatte . Ich war also der erste Morgens und der letze Abends da drinn. Und ich mußte ja auch noch meine Zwischenprüfungen absolvieren und die überbetribliche Ausbildung und an Meisterschaften der Lehrlinge teilnehmen .

Meine Mutter konnte das verstehen. was ihr das Leben mit meinem Vater allerdings nicht leichter machte. Die Arme.

Hat mich auch trotzdem belastet und ich war bei Ihr so oft ich konnte neben und mit meiner Freundin und Geliebten damals.

Doch es war eine Erleichterung den Satz nicht mehr hören zu müssen ich wäre nicht Dankbar genug und ich könnte nichts und ich wäre sowieso nur Dreck usw.

Meine Noten an den Meisterschaften und den Prüfungen und in der überbetrieblichen Ausbildung sprachen eine andere Sprache . Einser alles !

So wurde ich selbstbewußter und dachte es ginge an mir alles was gewesen ist spurlos vorüber. Fehler. Später kamen Panikattacken Todesfälle und ich flog nochmal richtig auf die Schnauze bevor ich nach 3 Langzeitherapien wieder da war . Auferstanden von den Todgeglaubten. Das war hart die Zeit. Aber sehr heilsam

Ich kann Dich sehr gut verstehen

Im Nachinein bereue ich nichts

24.09.2011 08:45 • #4


Hallo Wasnun,

In einer meiner ersten Therapie legte man mir nahe
mich von meiner Mutter zu lösen. Ich hab es damals
noch nicht so verstanden. Ich hatte Angst, denn in der
Bibel steht ja, du sollst Vater und Mutter ehren. Ich
habe 30 Jahre gebraucht bis ich die Trennung von meiner
Familie geschafft habe. Zu spät, heut bin ich ein kranker Mensch.

Ich wünsch dir alles Gute, und die richtige Entscheidung.
Alles Liebe
Jess

24.09.2011 09:14 • #5


Zitat von jess:
Ich hatte Angst, denn in der
Bibel steht ja, du sollst Vater und Mutter ehren.


Jaja, mit solchen Sprüchen werde ich seit 40 Jahren konfrontiert:
Du bist deinen Ahnen verpflichtet.
Wir sind eine Familie.
Bis zum Tod.

Aktuell ist das "superspannend", wie es wieder abläuft:

Sowohl Mutter als auch Bruder drehen am Rädchen, seit ich komplett schweige.
Und es läuft wieder in der üblichen Reihenfolge (Mails/AB):

1. Fordernd ("Warum meldest du dich nicht?)

2. Mitleidsmasche (mein Bruder drohte vor 2 Tagen an, dass es ihm jetzt noch schlechter geht, seit ich schweige---- na, so was Dummes aber auch, er ist fast 50 und für sich und seine Gefühle selbst verantwortlich)

3. offene Aggression ("Dann mach doch was du willst.....")

Vermutich wird in spätestens 2 Tagen wieder Punkt 2) diesmal mit noch mehr Dramatik beginnen.
Ich kenne das jetzt schon sooooooooooooooooo lange.


Ich wünsche euch heute einen wunderbar sonnigen Tag, aufmerksame Kommunikation und Entspannung

wasnun

24.09.2011 09:19 • #6


@jess

Da steht ja Du sollst Deinen Vater und Deine Mutter ehren. Aber nicht das Du Dich aufopfern sollst bis Du selber keine Familie mehr gründen kannst

@wasnun

Ich finde das sehr interessant. Bitte weiter beschreiben inwieweit diese unselbständigen Nervensägen sich noch steigern können.

Man könnte meinen Du bist bei den Borg gelandet. Diese Kollektive Gemeinschaft in Raumschiff Enterprise. Die wollen alles und jeden benutzen und besitzen. Wer nicht will wird asimmiliert. Gegen senien Willen der Gemeinschaft hinzugefügt, mit Implantaten die ihn gefügig machen.



Immer schön locker bleiben. Irgendwann geben sie es auf. ich habe ein Telefon mit Flashzeit Einstellung. Kann ich einstellen ab wann es klingeln darf und ab wann es sich wieder stumm schaltet. Ideal dieses Teil

Den Anrufbeantworter kann man stumm schalten oder mithören und /oder auch ganz auschalten.

Auch die Klingeltöne sind abschaltbar.

Preis 49 Euro

Wenn Du kannst lass doch den AB aus. Die Nummern die angerufen haben siehste ja auch so im Display und bei ner Flaterate kannste eh wieder kostenlos zurückrufen

Dann haste Ruhe.

24.09.2011 10:04 • #7


Zitat von Ozonik7:
@jess

Da steht ja Du sollst Deinen Vater und Deine Mutter ehren. Aber nicht das Du Dich aufopfern sollst bis Du selber keine Familie mehr gründen kannst


Klasse, danke dafür !

Meine Problemfamilie sieht das etwas anders.
Meine Mutter drohte mir unumwunden an, dass selbst wenn ich verheiratet wäre, 13 Kinderlein hätte und in China leben würde, sie mich immer weiter kontaktieren und anfordern würde für Bagatellscheiß ("Weil wir eine Familie sind". )
Und den gibt es beinahe täglich......


Zum AB:
Ich habe ja auch einen AB, der geht grundsätzlich immer an, damit ich selektieren kann, was ich mir antun bzw. anhören muss und was nicht.
Aber wirklich abschrecken scheint das in meiner Familie nicht.....

Ah, ich muss noch Punkt 4) nachtragen:

4. Rechtfertigungs- und Dankesagenzwang
Da fand ich gerade ein Geschenk von einer Verwandten im Briefkasten, muss mein Mütterlein also hier gewesen sein, da ich schon nix mehr von mir hören lassen. Sie erwartet jetzt natürlich, dass ich mich für den Bringservice bedanke - klar, ich werde mich bedanken - und zwar direkt bei der Tante für das Geschenk.....

24.09.2011 13:42 • #8




Klasse

Kenn ich . Dann kommt ein Anruf der Dir erstmal ein schlechtes Gewissen machen soll nach dem Motto . Warum hast Du Dich denn nicht mal bedankt ? Sind wir Dir gar nichts mehr Wert ? Da bemnüht man sich und wie wird es einem gedankt...bla...bla....bla...hihi

Hier mal ein passendes Telefon

Panasonic KX-TG8220G

http://www.testberichte.de/test/produkt ... 18209.html

Das ist meines

Dann haste Ruhe. Gespräche mitschneiden geht übrigens auch

24.09.2011 15:42 • #9




Das Telefon hab ich jetzt seit v3 Jahren. Da geht alles . Und die Programmierung ist so was von einfach und verständlich ?


Habs jetzt so eingestellt das es ab 18.00 Uhr nicht mehr klingelt und nur noch aufzeichnet. das wiederum hab ich so eingestellt das ich weder meine Ansage höre noch das was drauf gesprochen wird. Kann man alles extra einstellen

Auch hat das Festeil und das Handyteil verschiedene Klingeltöne usw. Mitschneiden ist da selbstverständlich . Einfach günstig und seit 3 Jahre rundum zufrieden

24.09.2011 15:49 • #10


Zitat von Ozonik7:
Habs jetzt so eingestellt das es ab 18.00 Uhr nicht mehr klingelt und nur noch aufzeichnet. das wiederum hab ich so eingestellt das ich weder meine Ansage höre noch das was drauf gesprochen wird. Kann man alles extra einstellen


Cool, so was brauch ich auch.
Dann zucke ich nicht mehr zusammen, wenn um 20 Uhr das Telefon klingelt und der separate AB auch gleich mit. Außerdem höre ich das Gejammer dann auch immer, so dass ich immer fluchtartig den Raum verlassen muss......

Danke für den Tipp!

24.09.2011 17:50 • #11


Dieses unsägliche Generve mit SMS und Anrufen nimmt kein Ende.

Mich widert das zunehmend an.

Mir kommt langsam so in den Sinn: Meine Familie kann ohne mich nicht leben.
2 erwachsene Menschen drehen am Rädchen, weil ihr "Sonnnenscheinchen" nicht mehr zur Verfügung steht für alltäglichen Banalschrott, kostenlose Aufmunterung und das Ertragen von Psychomonologen......

Ich könnte theoretisch ja auch 4 Wochen in Urlaub sein.....

HELP!!!

Mal gucken, ob ich doch eine andere Telefonnummer beantragen werde......
Wobei ich das immer für den allerletzten Schritt hielt....

28.09.2011 16:29 • #12


Abe
Hallo Frau Wasnun!

Ich hatte in meiner Vergangenheit genau wie Du mit dem gleichen Thema (mich belastende toxische Familienmitglieder – Kontaktabbruch Ja/Nein) zu kämpfen. Nebenbei, wir haben nicht zufällig die gleiche Mutter?

Eigentlich würde ich Dir gerne ausführlich dazu schreiben, falls Deinerseits Interesse besteht. Hatte eh schon lange vor, das für mich selbst mal schriftlich festzuhalten. Der Uhrzeit geschuldet versuche ich mal die Kurzfassung.

Es sind ja eigentlich drei Grundfragen, welche sich lohnen getrennt von einander betrachtet zu werden.

Punkt 1: Warum verhalten sich diese Teile der buckeligen Verwandtschaft mir gegenüber so dissozial, wogegen sie ihrem normalen Umfeld gegenüber zumindest annähernd sozial kompatibel zu sein scheinen. Nur kurz, z. B. in meinem Fall, weshalb versuchten meine Elternteile ständig mit mir über mich zu tratschen? Also eigentlich die Frage, was steckt hinter deren ambivalenten Verhalten?

Punkt 2: Kann man Stopp sagen, obwohl es ja die eigene Blutsverwandtschaft ist (vll. sogar ein Elternteil)?

Punkt 3: Sollte man bei Punkt 2 zu dem Ergebnis gekommen sein: JA, aber sicher doch (frei nach – man kann zapfige Geschenke ja annehmen, man ist aber nicht dazu verpflichtet). Wie stellt man das am besten an um einen möglichst raschen und nachhaltigen Erfolg zu erzielen und gleichzeitig möglichst wenig eigene Nerven liegen zu lassen?

Nur rasch ein paar Gedanken zu Punkt 3:

Ich musste schmunzeln bei Deinem Begriff „Psychomonologe“, da ich immer, wenn die Nummern von toxischen Verwandten am Telefon aufblinkte, vor dem abheben des Hörers zu mir sagte: Herzlich Willkommen ihr kafkaesken bilateralen Monologe – ewig grüßt das Murmelt....

Finde, man sollte als Antwort unbedingt die gleichen Sätze geben. Egal um welche speziellen Anlässe, Themen, Details, etc. es aktuell geht. Konkret auf die SMSen bezogen, die Dich penetrant treffen, hast Du eigentlich einen Satz (unbewusst?) selbst geschrieben, welchen ich in der Vergangenheit benutzt habe: Sonnenscheinchen steht nicht mehr zur Verfügung...
Also natürlich ohne Sonnenscheinchen...

Frau Wasnun, nur so eine Idee. Wie wäre es mal mit einer Rück-SMS von Dir an Deine Rädchendreher:
ICH STEHE NICHT (MEHR) ZUR VERFÜGUNG – PUNKT! Also allgemein gesehen oder lediglich bezogen auf die gerade eingegangene beleidigende/vorwurfsvolle SMS.
Ggf. gebetsmühlenartig...?? Kenn mich mit SMSen nicht aus, kann man so was speichern??

Hierzu ein kurzer Buchtipp – mich hat es an dem Punkt weitergebracht:
Ich stehe nicht zur Verfügung (das Buch heißt wirklich so, Sachen gibt’s...) von Olaf Jacobsen.

Ein weiterer Satz, den ich damals gerne verwendet habe lautet: „Ich bin mir ganz sicher, dass DU für DEIN Problem eine Lösung finden wirst, wenn nicht DU, wer dann“. Grundsätzlich wäre ich der Letzte, der nicht helfen würde, wenn man mich höflich fragt.
Jedoch lehne ich es jetzt kategorisch ab mich ausnutzen und gleichzeitig beleidigen zu lassen, nur mit der Begründung: Wir sind ja schließlich miteinander verwandt, daher musst du meine Unverschämtheiten eben ertragen und gleichzeitig auch noch meine Dinge erledigen. Denn darin kann ich keine Legitimation für „saugspucken“ oder „spuksaugen“ erkennen. Gewagte These von mir: Sollte es nicht umgekehrt sein. Gerade nahe Verwandte sollten noch achtsamer mit mir umgehen als sie es bei fast Fremden zu tun pflegen?!?! War für mich selbst ein langer Lernprozess. Aber im Ergebnis seeeeeeeeeeeeeeeeeeeehr befreiend...

Ach ja, noch so ein Satz, welchen ich allerdings nur einmal gemailt hatte:
„Zukünftig verbiete ich MIR, da es sich von sich heraus verbietet, dass ich mich vor MIR für DICH Fremdschäme...

Finde gerade durch diese Allgemeinsätze kann man verhindern, das jeden Tag über ein neues Thema end- und sinnlos diskutiert wird. Oder noch schlimmer „gesaugspukt“ wird.
Frei nach: Diskussionen die nicht "ergebnisoffen" sind, braucht man nicht zu führen...

Hoffe Du kannst mit meinen, wie ich zugeben muss auf die schnelle dahingeschluderten, Gedankenschnipseln was anfangen bzw. eines Deiner Ausrufezeichen hinter „HELP“ ist entfallen.

Gruß das ich hinter Abe

29.09.2011 01:39 • #13


@wasnun

Gern geschehen

Dann haste auch ein vernünfiges Telefon . kann noch mehr. Lass Dich überraschen

29.09.2011 14:14 • #14


Danke, Abe, für deinen Beitrag. Ich kann vieles davon sehr gut annehmen.

Die letzten Wochen merke ich, dass es mir zunehmend besser ohne diese "Sippe" geht.

Da nun leider mein geisteskranker, erwachsener Bruder nicht ohne mich ("Sonnnenscheinchen") leben kann und der Telefonterror kein Ende nimmt (tägliches Wechselbad zwischen Flehen, Interesse, Heulen, Suizidgedanken, Geschenke machen, offene Aggression usw. --- der tickt wirklich nicht mehr richtig! ), stehe ich nun kurz davor, per Einschreiben ein Kontaktverbot nach § 238 StGB auszusprechen.
Falls dann immer noch keine Ruhe eintritt, werde ich wohl zur Polizei gehen müssen....

Es kann doch nicht wahr sein, dass ich schon zusammen zucke, falls nur das Telefon wieder klingelt.....

Hat schonmal jemand von euch dieses Kontaktverbot ausgesprochen?
Mir schien das bisher als die allerletzte Lösung, aber manche Menschen checken es offenbar nicht anders.

24.10.2011 19:52 • #15

Sponsor-Mitgliedschaft

Abe
Was nun wasnun?
Hat das Zusammenzucken nachgelassen?
Und wenn ja, wodurch?

18.11.2011 17:29 • #16


Hallo,
ich sehe meine Mutter am liebsten auch nur aus 5 km Entfernung. Leider wohnt sie im gleichen Ort wie ich. Daher läuft man sich schonn mal über den Weg oder sie fährt winkend an mir vorbei. Ich habe den Kontakt nach einem Gespräche mir ihr abgebrochen. Sprchet Euch mal aus, sagten alle. Hab ich gemacht. Ich habe meinen Standpunkt klar gemacht, hab ihr erzählt, was früher und heute schief gelaufen ist und noch schief läuft. Mit dem Ergebnis: Sie entschuldigte sich für die Schlaäge (obwohl sie 2 Wochen vorher behauptete, dass wir sie verdient hätten) und ansonsten erzähle ich Albträume. Achso, und im Nachhinein erzählt sie rum, dass das jetzt wohl an meinen Wechseljahren liegen würde! ICH BIN NICHT IN DEN WECHSELJAHREN, ich habe lediglich mein Schweigen nach 40 Jahren gebrochen. Tja, jetzt bin ich die Doofe. Mein Stiefvater legt für sie seine Hand ins Feuer, sie war immer eine gute Mutter. Schuld ist nur mein Erzeuger. Und ich solle schon mal aufschreiben, was ich mit meinen Kindern alles falsch mache, falls sie mich in Jahren mal darauf ansprechen. Ich bin gemein, so was zu behaupten und und und.....
Der mangelnde Kontakt fehlt mir keineswegs. Ganz im Gegenteil. Ich fühle mich frei. Kann denken und tun was ich will. Ich habe mit meinem Therapeuten darüber gesprochen. Er meinte, wenn ich sie sehe, soll ich denken: Ach, Du Würmchen, Du bist immer noch da stehen geblieben wie vor 20, 30, 40 Jahren! Aber ich bin stark geworden!! Ich habe gelernt!! Und wenn Ihr mit mir nicht mehr klar kommt ist das Euer Problem, nicht mehr meins! Weitgehendst lassen sie mich in Ruhe. Sie versucht jetzt meine Kinder zu kaufen. Trifft sie einen von ihnen gibt es 5 €, weil sie so lieb ist. Das wird natürlich dem Bruder erzählt und dann geht er dahin und bekommt auch 5 €. Sie haben das Spiel aber durchschaut.
Jetzt steht Weihnachten und mein Geburtstag vor der Tür. Und dann werde ich ihr evtl. wieder über den Weg laufen. Meine Schwester hat noch regen Kontakt zu unseren Eltern, geht auch zum "Papa Kaffee trinken". Aber auch sie hat Pech gehabt. Sie lernt nicht dazu. ABER ICH!!! Und darauf bin ich stolz!! Was ich machen würde, wenn meine Eltern mich belagern würden weiß ich nicht. Geheimnummer?? Sie machen einem wahrscheinlich dadurch immer ein schlechtes Gewissen. Schwere Situation. Ich wünsche allen viel Durchhaltevermögen! Und es ist gut zu wissen, dass wir nicht alle alleine sind!

18.11.2011 18:23 • #17


Zitat von Abe:
Was nun wasnun?
Hat das Zusammenzucken nachgelassen?
Und wenn ja, wodurch?


Es klingelt noch immer, letztens nachts um 24 Uhr (ich war gerade eingeschlafen! ).
Die Nachrichten werden alle direkt gelöscht.

Wie krank meine Familie wirklich ist, merke ich jetzt erst, denn das ganze Spektakel (schon 3 Monate von meiner Seite aus völliges Schweigen) hört noch immer nicht auf.
Sind die schwer von Begriff?
Sind die dumm im Kopf?

Die Polizei habe ich noch nicht eingeschaltet, denn ich befürchte, dass sie dann einen weiteren Grund haben, mir wieder die Schuld zuzuschieben---- wie kannst du nur.....
Mein Bruder wird dann wieder einen Grund haben, sich schlecht zu fühlen oder einen weiteren Suizidversuch zu starten.....

HILFE !

Nun fand ich heute eine Tüte vor meiner Tür mit einem Adventskalender, dazu eine Karte.
Vermutlich von Mutti, sie hat irgendwo im Haus geklingelt (hoffentlich hat sie die Klappe gehalten und nicht so was in der Märtyerrolle wie "ja, meine Tochter meldet sich nicht mehr bei uns!", denn was geht das die Nachbarschaft bitte an?!) und dann die Tüte einfach bei mir vor die Tür gestellt.
Respektlos, grenzüberschreitend. Kenne ich alles !!

Schöne Sache, und nun soll ich mich natürlich ganz brav dafür bedanken.
Prust! Mit Sicherheit nicht.
Immer das gleiche Spielchen......
Immer und immer wieder.....

Vermutlich kommt zu Weihnachten dann wieder so eine Aktion (Geschenke vor der Tür abstellen, die ich überhaupt nicht will).

Es gibt Menschen, die akzeptieren kein NEIN!

01.12.2011 17:01 • #18


Hi!
Nun ja, einerseits war es das Beste was ich tun konnte, den Kontakt zu meiner Familie abbrechen! Mit 14 hab ich ihn das letzte Mal gesehen, er hat meine Konfirmationsklamotten bezahlt, da sah er übelst ungepflegt und fertig aus! War zwar schade, aber ich keinen Bezug zu ihm hab, hat es mich nicht belastet. Er war und ist für mich ein Fremder, der mich gezeugt, weiter nichts.

Tja und wie das Leben nun mal so spielt, kam meine Mutter mit ihrem Leben auch nicht klar, hat mich aber zur Therapie geschickt.
Als ich 17 war hat sie mich rausgeschmissen, sie kam mit mir wohl nicht mehr klar, hab dann 2 Jahre im Mädchenwohnheim gelebt. Was im Nachhinein die einzig richtige Entscheidung war! Haben uns seit Beginn meiner Pubertät schon nicht mehr verstanden und wenn ich nicht ins Heim gekommen wär, hätten wir uns irgendwann die Köpfe eingeschlagen!

Heute bin ich 36 und hab mein Leben auf die Reihe bekommen. War lange Jahre in Therapie, zunächst konnte mir niemand wirklich helfen, bis ich 2005, nach nem 3 wöchigen Klinikaufenthalt zum ILK gegangen bin. Die arbeiten lösungsfokussiert, was mir mir total geholfen hat! Kann das hier jetzt nicht so einfach erklären, was die genau machen, am besten mal googlen, falls Interesse besteht.

Hab die E-Mail Adresse und Handynummer meiner letzten ehemaligen Sozialarbeiterin vom ILK heute noch, so als Rückhalt, wenn mal wieder was ist. Denn es ist verdammt schwer ohne familiäre Unterstützung in dieser Welt zu bestehen!

LG
Roxy

21.01.2012 14:10 • #19


kalina
Liebe Roxy,

was bitte ist ILK?? Hab gegoogelt, ILK nichts gefunden. Für was ist das die Abkürzung?

Liebe Grüße
Kalina

21.01.2012 16:47 • #20



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