Zitat von hereingeschneit: Und ich frage mich, ob dieses müssen, einen Einfluss auf dein jetziges Gefühl von wollen, zu tun hat.
Du hast verzichten müssen, deshalb willst du dir jetzt was gönnen, so in etwa.
Man muss sich nicht mehr zurücknehmen, sich einschränken, aus Angst vor.....?
Man fühlt sich frei und lebt das aus.
Wirklich verzichten musste ich noch nie, ich habe nur nicht so viel gekauft, weil ich halt in der Ehe abhängig war. Klar habe ich auch zwischendurch gearbeitet, aber das Geld konnte ich auf den Kopf hauen. Es hätte sich aber nicht gut angefühlt, wenn mein Ex so viel bezahlt hat und ich dann immer so viel gekauft hätte. Aber dennoch habe ich gekauft, aber in einem anderen Ausmaß.
Zitat von hereingeschneit: Man will ja schließlich frei sein.
Also frei fühle ich mich schon, aber unabhängig von dem, was ich besitze. Ich fühle mich vor allem finanziell frei und das ist ein gutes Gefühl auf der einen Seite, aber ärgerlich, dass ich so viel davon ausgebe.
Zitat von Fravely: Öfters werde ich noch damit konfrontiert wenn ich in meinen Schränken stöbere und irgendwelche Kleidung-Schuhe entdecke die ich noch nie getragen habe
Ist mir auch schon passiert, es gibt einiges an Kleidung, die ich noch nie getragen habe.
Zitat von Pauline333: Geldzugriff einschränken lassen
Ich glaube, damit käme ich absolut nicht klar. Mein Geld selbst zu verwalten ist für mich sehr wichtig.
Zitat von Pauline333: Autoschlüssel wegnehmen lassen
Ich fahre ja so gut wie nur mit der Straßenbahn in die Stadt.
Zitat von Pauline333: Was könntest du anderes tun, um Liebe zu spüren?
Was könntest du tun, um auch ohne Liebe spüren zu müssen durchs Leben zu kommen, denn vermutlich ist das in gewissen Momenten ein Gefühl was du als Trost oder so brauchst.
Ich glaube, da es aus der Kindheit kommt, ist es sehr komplex. Mein Verstand weiß, dass Kaufen kein Liebesersatz ist, aber dennoch befriedigt es mich, wenn auch meistens nur kurz.
Bei Schmuck ist das was anderes, wenn ich mir den mal gönne, dann habe ich dauerhaft eine Freude daran, ihn zu tragen oder auch ab und zu mal zu betrachten. Schmuck hat ja zum Glück einen Materialwert, auch wenn reines Gold sinnvoller wäre, denn man zahlt so viel für die Verarbeitung. Ich kaufe ja auch nicht so oft Schmuck, also nicht so oft wie Kleidung. Ich glaube, dieses Jahr erst zweimal.
Zitat von Pauline333: Könnte dich auch eine andere Tätigkeit erfüllen?
Ja klar, es gibt schon Dinge, die ich gern tue, die nichts mit Kaufen zu tun haben. Ich habe auch selten diesen Drang wie bei einer echten Sucht.
Und ich habe gerade, so wie die Psychologin es empfohlen hat, eine Exposition gemacht. Ich habe bis 13 Uhr gearbeitet und bin in meinen Lieblingsladen gefahren mit 30 Prozent auf ganz viele Sachen. Ich habe einige schöne Pullover gesehen und mir keinen einzigen gekauft. Ich konnte es gut aushalten, daran habe ich gesehen, dass es auch geht, aber das gelingt mir nicht so gut wie heute an vielen Tagen.
BIn dann wieder ohne einen Cent zu zahlen heim gefahren.
Zitat von Elly79: Mittlerweile reicht es manchmal wenn ich die Sachen in den Warenkorb lege und dann wieder lösche.
Manchmal mache ich das auch, dass ich in einen Laden gehe und nichts kaufe. Online bestelle ich schon seit langem so gut wie gar nichts mehr.
Zitat von Luce1: Wieso setzt Du Dir nicht ein monatliches Limit und den Rest sparst Du? Ich denke, gefährlich wird es, wenn Du es nicht (mehr) stoppen kannst und Schulden machst ….
Ich würde niemals Schulden machen, habe ich auch noch nie. Ich spare ab und zu schon etwas, habe ja ein Tagegeldkonto. Diesen Monat waren noch 900 Euro auf dem Konto und heute kam neues Gehalt.
Ein gewisses Limit habe ich schon bei Einzelkäufen. Wenn ich Kleidung kaufe, dann gehe ich selten über 150 bis 200 Euro und bei Schmuck gönne ich mir ja nur alle Jubelmonate mal was.
Zitat von Schlaflose: dass man nicht wahllos Dinge kauft oder bestellt, die man sich gar nicht leisten kann, ist es nicht wirklich schlimm.
Wie gesagt, ich habe das Geld um die Dinge zu kaufen und komme nicht in Not, aber ich ärgere mich, weil ich so viel sparen könnte.
Zitat von Luce1: Koennte ja quasi so eine Vorstufe sein
Glaube ich nicht, weil ich dieses Problem schon lange habe, aber es ist dennoch mit Sinn und Verstand, so dass ich nie mehr ausgeben würde, als ich habe. Aber auch das ist verrückt, ich könnte so viel pro Monat an die Seite legen und dennoch gut leben.
Meine Psychologin ist da ja mit mir dran. Sie meinte, dass sie auch einen Zusammenhang mit den Überstunden auf der Arbeit sähe, dass ich dadurch frustrierter würde, was dann zur Folge hat, dass man sich denkt wenn ich hier schon so viel mache, dann kann ich mich auch ordentlich belohnen. Da ist was dran.
Es ist schwer, Geld hat in meinem Leben immer eine große Rolle gespielt, mir ist es bei anderen nicht wichtig, aber ich habe es schon gern selbst. Ich habe es nie gelernt zu sparen und vor allem war Liebe und Wärme immer mit Materiellem verbunden, wodurch sich die Psyche da irgendwas falsch aufgebaut hat.