Hallo,

ich habe mal eine Frage, die mich sehr beschäftigt:

Vor gut zwei Monaten ist meine geliebte Katze verstorben. Ich hatte schon zuvor Panikattacken, aber durch ihren Tod hatte ich dann einen "Totalausfall" und habe dann auch angefangen AD zu nehmen, weil ich das Gefühl hatte, mein Leben nicht mehr in den Griff zu bekommen.

Ich habe mich entschlossen, meine Katze einäschern zu lassen und die Urne mit nach Hause zu bekommen, da wir keinen eigenen Garten haben, um sie zu vergraben und ich es bis heute bereute, meine damalige Katze beim Tierarzt gelassen zu haben, als sie von uns ging.
Nun ist meine Katze eingeäschert und die Urne ist noch beim Bestatter. Ich habe ihm damals mitgeteilt, dass ich eine sehr schlechte Phase habe und mit meinen Ängsten zu kämpfen habe. Er ist sehr verständnisvoll und sagte mir, ich solle mir so viel Zeit lassen wie ich benötige.
Heute kam der Gedanke, dass es an der Zeit ist, meine Katze zu uns zu holen. Aber je mehr ich mich mit dem Gedanken beschäftige, um so nervöser werde ich. Durch ihren Tod hatte ich so starke Panikattacken wie schon lang nicht mehr. Nun bin ich gefestigter und durch das Citalopram habe ich viele gute Tage und hatte seit der Einnahme keine richtige Panikattacke mehr. Allerdings habe ich Angst vor der Angst, dass sie wieder hochkommen könnte, sobald die Urne hier ist. Andererseits ist es mein Wunsch, meine Katze in meiner Nähe zu haben.

Ist wohl meine Sorge berechtigt, dass ich dadurch wieder Ängste bekommen könnte? Oder ist es wohl wirklich nur die Angst vor der Angst, weil ich ihren Tod mit meinen Panikattacken in Verbindung bringe?
Leider habe ich erst in gut 2,5 Wochen einen TErmin bei meiner Therapeutin, so dass ich ansonsten noch so lang warten müsste, um es mit ihr durchzusprechen.

Danke schon einmal für Eure Antworten.

01.05.2013 13:04 • 01.05.2013 #1


10 Antworten ↓


libellchen
Ich kann dich gut verstehen,, wenn das geliebte Tier stirbt, bricht erstmal eine Welt zusammen.

Ich habe es so wie du gemacht und sie einäschern lassen, deine Idee finde ich gut.

Frag mal in dich hinein, vor was du wirklich Angst hast und was die PA auslöst. Ist es vielleicht generell der Gedanke, dass ein geliebtes Wesen, auch ein Mensch, aus deinem Leben verschwinden kann und dass du diesen Gedanken vielleicht verdrängen möchtest? Oder ist es einfach nur die sehr schmerzhafte Erinnerung an deine geliebte Katze, die du im Moment noch verdrängen willst?

Du könntest bspw. auch erstmal jemanden anderen bitten, die Asche zu holen und für dich aufzubewahren. Dann springt sie dir erstmal nicht täglich ins Gesicht und du kannst dich langsam herantasten.

01.05.2013 13:14 • #2


Chihuahua Love
Du hast dieses Tier geliebt und es ist gestorben, deshalb ging es Dir schlecht....Das darf es Dir auch. Akzeptiere Deine Trauer (sie steht DIr zu!), verarbeite sie. Rede in Gedanken mit ihr, und versuche Abschied zu nehmen.
Ja, hole die Urne und beweine sie, das löst die Verkrampfung und die Angst.

Und wenn Du nicht mehr weinenden Auges auf die Urne schaust, sondern lächelst, weil Dir all die tollen Dinge einfallen, die ihr miteinander erlebt habt, sie für Dich nicht einfach weg ist....sondern fest in Deinem Herzen eingeschlossen ist...dann hole Dir (aber lasse Dir Zeit) ein Babykätzchen ins Haus, was ganz anders aussieht und ziehe es groß. Erfahre, das Du diese Innigkeit nochmal erleben kannst.

Das waren meine Gedanken (bin selbst sehr tierlieb) zu Deiner Geschichte.

01.05.2013 13:23 • #3


Danke für deine Antwort, Libellchen.

Das ist eine gute Frage! Natürlich ist es auch der Gedanke, dass ein geliebtes Wesen aus meinem Leben verschwinden kann. Ich habe ein enges Verhältnis zu meinen Eltern und es war schon immer meine Angst, irgendwann ohne sie zu sein. Dann kommt natürlich die schmerzhafte Erinnerung an meine Katze hinzu. Sie war ja ein richtiges Familienmitglied für mich und ich habe die Trauer komplett verdrängt anstatt sie zuzulassen.
Ich hatte schon in den Monaten zuvor Panikattacken, als meine Katze gestorben ist, hat dann mein Körper endgültig gestreikt und ich hatte eine Art Dauerpanik. Das bringe ich halt in Verbindung mit dem Tod meiner Katze und ich habe irgendwie Angst davor, dass ich wieder so sein könnte, sobald die Urne hier steht. Dabei sagt mir mein Innerstes, dass dies nicht der Fall sein wird, da ich mittlerweile wieder ihre Fotos anschauen kann und auch an mir arbeite, um meine Ängste abzubauen. Daher weiß ich nicht, ob ich nur einfach vor der Entscheidung, sie zu holen, weglaufe.

Leider wohnt meine komplette Familie weiter entfernt. Der Tierbestatter bringt die Urnen immer persönlich nach Hause, daher weiß ich echt nicht wie ich das anders lösen könnte. Oder aber ich lasse ihn mit der Urne kommen und bringe sie beim nächsten Besuch zu meinen Eltern? Allerdings waren sie von Anfang an nicht einverstanden mit der Entscheidung, meine Katze einäschern zu lassen und halten das für eine übertriebene Idee. Vielleicht bin ich auch deshalb verunsichert, weil alle, die ich kenne (selbst mein Partner) die Einäscherung für blödsinnig halten. Aber für mich war es von Anfang an klar, dass ich sie in meiner Nähe haben möchte

01.05.2013 13:23 • #4


Chihuahua Love, lieben Dank für deine Antwort. Ich glaube, da hast du den Nagel auf den Kopf getroffen. Vielleicht traue ich mich auch nicht richtig zu trauern und bin deshalb auch was das betrifft so verkrampft. Je länger ich die Entscheidung herauszögere, um so schwieriger wird es. Mir kam ja heute von selbst der Gedanke, dass ich sie nun bei mir haben möchte und erst das viele Grübeln wurde ich wieder so unsicher und dann kam die Angst vor der Angst, dass ich wieder zusammen brechen könnte.

Wir haben noch Katzen, die mir beim Tod meiner Katze sehr geholfen haben. Ich kannte sie aber seit ihrer Geburt, sie ist bei uns aufgewachsen und die Bindung war besonders groß zu ihr. Aber da ich sehr tierlieb bin und die Katzen zu uns gehören, wäre der Verlust jeder einzelnen Katze schmerzhaft.

01.05.2013 13:28 • #5


Chihuahua Love
Zitat von Tamara76:
Chihuahua Love, lieben Dank für deine Antwort. Ich glaube, da hast du den Nagel auf den Kopf getroffen. Vielleicht traue ich mich auch nicht richtig zu trauern und bin deshalb auch was das betrifft so verkrampft. Je länger ich die Entscheidung herauszögere, um so schwieriger wird es. Mir kam ja heute von selbst der Gedanke, dass ich sie nun bei mir haben möchte und erst das viele Grübeln wurde ich wieder so unsicher und dann kam die Angst vor der Angst, dass ich wieder zusammen brechen könnte.



Das kann leider passieren, das es Dir schlecht geht...dann lasse es raus! Habe keine Angst vor Deinen Gefühlen. Denn nur weil dieses Gefühl der Liebe zu Deinen Tieren da ist, bist Du fähig sie auch von Deinen Tieren zu bekommen....und die anderen Kätzchen werden Dir dann die Kraft geben. Lasse es einfach zu....Kinder haben uns dahingehend einiges voraus.

Ohne Gefühl wäre es doch traurig, oder?

01.05.2013 13:40 • #6


Ich denke, dass es schwer werden wird, aber irgendwie sagt mir mein Innerstes, dass ich keinen totalen Zusammenbruch bekommen werde, weil ich meinen Alltag wieder im Griff habe und auch durch die Therapie und das Citalopram auf gutem Wege bin.

Klar, das wäre das Schlimmste, einfach alles gleichgültig zu sehen und nichts mehr zu fühlen. Das möchte ich auch nicht. Trauer ist für mich ok, weinen auch. Ich habe wahrscheinlich mehr Angst vor der Angst.

Ich bin dennoch am überlegen, ob ich bis zu meinem Termin warte und das quasi in "Begleitung" meiner Therapeutin mache. Also dass ich vorab das mit ihr besprechen kann. Momentan könnte ich sie noch nicht einmal erreichen, wenn die Angst doch wieder ausbrechen würde, da sie nun 3 Wochen im Urlaub ist. Du siehst, ich suche wieder nach Ausflüchten *lach* Aber es ist verdammt schwer, über seinen eigenen Schatten zu springen, wenn man jahrelang diese Vermeidungshaltung hatte. Da kann ich mich schlecht "stellen" und eine Entscheidung fällen

01.05.2013 13:49 • #7


Chihuahua Love
Ich kenne "Vermeidungsverhalten", weiß wie schwer es ist. Aber bedenke, DU mußt da durch....nicht Deine Thera. Stütze Dich nicht komplett auf sie (und richt nicht Dein Leben auf ihren Urlaub aus, das schafft neue "Vermeidungen")....es ist Dein Weg.
Hast Du ne gute tierliebe Freundin, die eventuell dies mit Dir zusammen macht? Du schaffst das!

01.05.2013 13:55 • #8


Ja, ich könnte eventuell eine Freundin fragen, ob sie mit daheim sein könnte, wenn der Tierbestatter kommt. Mein Freund war ja eh von Anfang an nicht von dieser Idee begeistert, da kann ich leider nicht so viel Unterstützung erwarten.
Das Vermeidungsverhalten ist echt schlimm und ich gebe dir recht, dasss man da nicht auf andere stützen und bauen darf. Das hat mir auch schon meine Therapeutin gesagt, zumal ich mich dann auch meist rückversichere und dann noch unsicherer werde. Aber dieses Thema brannte unter meinen Fingernägeln, so dass ich das hier im Forum zur Diskussion stellen wollte, weil ich selbst eben nicht wusste, was der richtige Weg ist.

01.05.2013 14:04 • #9


Chihuahua Love
Ja, frage Deine Freundin, die versteht auch Deine Trauer. Und wenn der Druck weg ist, das Du Panik bekommen darfst....stellt sich meistens garnichts dergleichen ein....DAS wünsch ich Dir, alles Gute!

01.05.2013 14:22 • #10


Danke dir für deine vielen Antworten Ich werde meine Freundin auf jeden Fall fragen. Zum Wochenende ist sie wieder da, da rufe ich sie direkt mal an.
Ja, das ist wahrscheinlich wirklich der Druck. So ging es mir als ich das erste Mal nach meinen Panikattacken wieder arbeiten war. Ich war so unter Druck und als ich auf der Arbeit war und die Angst nicht kam, war der Druck schlagartig weg.

Vielen Dank nochmals und ich werde berichten, sobald die Urne da ist und wie ich damit umgehen konnte

01.05.2013 14:45 • #11




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