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N

_Noah_
Gast

Ich bin aktuell mehr als nur verzweifelt und wünsche mir tatsächlich, dass ich echt am liebsten tot wäre. Ich habe die letzten Wochen viel durchgemacht, bin vor ca. 2 Wochen in der Psychiatrie gelandet und nachdem es mir nun anfing etwas besser zu gehen bin ich heute im normalen Krankenhaus gelandet, da ich seit einigen Tagen ohne Grund Missempfindungrn in den Armen und Beinen habe, inklusive mal kommendes und gehendes Kältegefühl + Brennen. Es wurde ein CT gemacht, wie auch Blutuntersuchung und die Neurologin meinte ich soll bis Montag dennoch stationär bleiben, da das Anzeichen von Multipler Sklerose sein können und es abgeklärt werden sollte.

Ich sitze hier jetzt im Krankenzimmer und heule mir seit 2 Stunden oder mehr die Augen aus, da ich einfach nicht mehr kann. Mein Leben f*ckt mich einfach nur noch ab und ich will einfach nur noch sterben. Habe seit meiner Kindheit psychische Probleme, bin seit 13 Jahren in Therapie und ich will echt ein einziges mal einfach nur glücklich sein und ruhe von diesem ganzen sch*iß haben aber stattdessen passiert immer wieder was neues.

Ich hab Angst. Einfach nur eine riesige Angst. Ich will keine MS haben. Ich habe schon Borderline, was mich bereits genug Energie kostet und eine weitere Behinderung die nicht heilbar ist packe ich nicht. Ich wünschte echt ich würde einfach verrecken, dann wäre dieser ganze Zirkus vorbei. Kein Grund mehr weiterzuleben, wenn eh immer nur Müll passiert und einem Leid zugefügt wird. Weiß gar nicht mal warum ich das hier schreibe. Gegen Ende werde ich wahrscheinlich noch irgendwie blöd angemacht, kritisiert oder ausgelacht. Dennoch wäre ich echt froh über ein paar nette oder beruhigende Worte. Habe aktuell keinen, der für mich da ist.

29.08.2021 #1


56 Antworten ↓
silverleaf

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Hallo Zi-zi,

gut, dass Du wieder wieder etwas ruhiger werden konntest!
Das, was der Pfleger gesagt hat, kann ich nur voll unterstützen, gerade bei so diffusen Symptomen gibt es sooo viele Möglichkeiten, was das alles sein kann. Daher erstmal: Ruhe bewahren, so schwer es auch fällt.

Was ich Dir aber eigentlich schreiben wollte: Selbst wenn es so kommen sollte, ist das auch nicht das Ende der Welt.

Ich selber habe sowohl MS als auch Borderline und zusätzlich noch eine bunte Sammlung weiterer schwerer psychischen Diagnosen, und ich lebe damit jetzt seit ca. 10 Jahren (natürlich lebe ich damit schon länger, aber da kamen die Diagnosen).

Einfach ist es natürlich nicht, aber es ist machbar. Das Leben ist deswegen nicht zu Ende. Als das alles losging, war ich auch noch recht jung.
Ich mache intensiv Therapie, auch viel mit DBT-Elementen, versuche, mit allen möglichen Skills mein Anspannungsniveau möglichst niedrig zu halten, um meinen Körper zu entlasten. Aber das sollte man eh tun, Stress vermeiden ist immer wichtig, egal, ob eine Erkrankung vorliegt oder nicht.

Das Wichtige ist, was Du geschrieben hast: Dass Du tief in Deinem Inneren leben willst. Und das kannst Du auch, egal, was jetzt kommt, ob nun mit oder ohne MS.

Klar kann ich Deine Ängste total gut nachvollziehen, ich kenne den Punkt, an dem Du jetzt bist, recht gut, und auch ich hatte schon Momente, in denen mir einfach alles zuviel wurde, ich nicht mehr wollte und mich gefragt habe, was mir das Leben denn noch alles zumutet und abverlangt, ob es nicht langsam mal reicht, aber da habe ich mich irgendwie Stück für Stück rausgearbeitet. Ich habe auch heute noch schlechte Tage, an denen ich auch immer wieder mal so denke, aber inzwischen weiß ich, dass das nur Phasen sind, die auch wieder vorbei gehen.

Das Leben stellt uns immer wieder vor Herausforderungen, und irgendwie lernt man mit der Zeit, damit umzugehen und sich damit irgendwie zu arrangieren. Du machst Therapie, das ist schonmal ganz viel Wert, bleib' da auf jeden Fall am Ball, auch wenn es Dir schon wie eine Ewigkeit vorkommt. Ich kenne diese Gedanken auch, aber inzwischen habe ich akzeptiert, dass ich halt eine dieser psychische Erkrankungen (wie z.B. Borderline) habe, bei denen der therapeutische Weg einfach sehr lang ist. Und ich weiß nicht, wie es Dir mit all den Skills usw. geht, ich habe auch immer mal wieder Phasen, wo mir das ganze Skillen unglaublich auf den Keks geht und ich das Wort nicht mehr hören kann, aber immer, wenn ich da nachlasse, geht es mir schnell wieder schlechter. Darum versuche ich auch hier, dranzubleiben, auch wenn es mal nervt.

Für den Moment würde ich Dir raten, Dich weiter mit dem Gedanken zu beruhigen, dass die Diagnose ja noch nicht gestellt wurde, dass solche Symptome einfach sehr viele Ursachen haben können.
Und dass, selbst wenn Dein gedanklich schlimmster anzunehmender Fall eintritt, das auch nicht das Ende der Welt ist.

Ich wünsche Dir eine gute und ruhige Nacht, ganz viel Kraft und Lebens-Mut

LG Silver

07.08.2021 03:36 • x 8 #15


Zum Beitrag im Thema ↓

A


Kann mich evtl jemand aufmuntern?

x 3


silverleaf

silverleaf
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Hallo Zi-zi,

es freut mich sehr, dass Du gestern gute Gespräche mit Deiner Psychiaterin und der Neurologin hattest Freunde !

Was die Neurologin sagt, finde ich sehr gut. Ich hätte Dir aus meiner Erfahrung aus Patientensicht heraus ähnliches geraten: erstmal MRT machen und Nervenleitgeschwindigkeit messen lassen, elektrisch-evozierte Potentiale... Ich würde alle Untersuchungen, die den Verdacht erhärten können, unbedingt vorschalten. Diese Untersuchungen sind recht harmlos und können einen soliden Verdacht bestätigen, der dann eine eventuelle Lumbalpunktion rechtfertigen kann (ich formuliere das erstmal so vorsichtig). Oder halt auch, wenn es einfach zu wenig Anhaltspunkte gibt, eben auch nicht.

Du hast mir ein paar Fragen gestellt, auf die ich Dir gerne antworte. Ich möchte aber vorwegschicken, dass ich Dir ehrlich antworten möchte. Ich weiß, dass Du Angst hast, und ich nichts würde ich lieber tun, als einfach alles schönzureden und schwierige Aspekte wegzulassen. Nur glaube ich inzwischen nicht mehr daran, dass das sinnvoll oder hilfreich wäre. Nach ca. 10 Jahren Erfahrung mit der Erkrankung hat sich meine Sicht auf einige Aspekte dieser Erkrankung und der Diagnostik verändert, früher habe ich hier und da anders gedacht.
Darum ein paar Punkte vorweg (alles aus der laienhaften Sicht einer betroffenen Patientin):
Ja, nach allem, was Du geschrieben hast, denke ich nach wie vor, dass eine andere Erklärung als MS für Deine Symptome durchaus wahrscheinlich ist.
Und ja, trotzdem halte ich es durchaus nach wie vor für möglich, dass Du diese Erkrankung haben könntest. Bei mir haben vor der Diagnose auch alle gesagt "Ach, wird schon nichts sein", auch die Ärzte. Rückblickend hat sich das für mich nicht gut angefühlt, warum, weiß ich nicht genau. Die Ängste ließen sich dadurch nicht nachhaltig beruhigen, das konnten nur die Untersuchungen (auch Gewissheit kann beruhigend sein). Ich habe zwar einerseits gespürt, dass etwas mit meinem Körper nicht stimmte, wusste aber zu dem Zeitpunkt auch schon, wie mächtig die Psyche ist, wie heftig auch rein psychosomatische Beschwerden und Stressreaktionen sein können. Inzwischen habe ich erlebt, dass es manchmal nicht "entweder-oder" ist, dass man auch beides haben kann. Seither versuche ich immer, einen Mittelweg zu finden, alle Möglichkeiten ernstzunehmen, ohne dabei in übertriebene Panik zu verfallen. Das gelingt mir nicht immer, aber ich versuche, daran zu arbeiten. Früher war mir eine solche Abwägung (auch durch die Borderline PS) nicht möglich, durch die Therapie arbeite ich verstärkt daran, meine Möglichkeiten differenzierter Wahrnehmung zu verbessern und zu trainieren, ohne dabei emotional zu sehr "hochzuschießen".

Das ganze Thema Lumbalpunktion ist schwierig. Erstmal die Antwort auf Deine Frage vorweg: Ja, ich habe sie machen lassen. Ich wollte damals die Gewissheit haben.

Leider kann ich Dir Deine Angst vor der Untersuchung nicht wirklich nehmen. Ich weiß, dass es auch viele Patienten gibt, bei denen sie problemlos verläuft, aber es gibt halt auch die, bei denen es Probleme gibt. Bei mir gab es Probleme. Viele. (Das einzig Positive: Soweit ich weiß, gab es bei mir keine Langzeitschäden.) Darum argumentiere ich jetzt nicht gegen die Lumbalpunktion, aber ich habe die Erfahrung gemacht, dass man diese Untersuchung auf keinen Fall unterschätzen und nur bei gut begründetem Verdacht machen lassen sollte. Ich halte nichts davon, diese Untersuchung kleinzureden, wie es oft passiert, ich glaube, man sollte wissen, worauf man sich einlässt. Ich war im Nachhinein echt sauer auf meinen damaligen Neurologen, der die Untersuchung im Beratungsgespräch bagatellisiert hat. Jeder Patient, der sich damit beschäftigt und den Aufklärungsbogen liest, macht sich erstmal Sorgen, aber er hat so getan, als sei das alles Hysterie.

Trigger

Ich war damals noch etwas "unkritischer" in Bezug auf Untersuchungen und Medikamente, habe einfach alles gemacht und alles genommen, was mir Ärzte so verschrieben haben, ohne mir groß Gedanken darüber zu machen. Darum habe ich auch dem damaligen Neurologen vertraut, der meinte, dass wir die Lumbalpunktion ambulant in seiner Praxis machen könnten. Das ist mal so RICHTIG schiefgegangen.
Ich kam direkt ins Krankenhaus, dort wurde die Untersuchung dann wiederholt. Die Kopfschmerzen waren so brutal, ich hatte mehrer Tage das Gefühl, man hätte mir eine A.xt in den Schädel gerammt. Zum Glück war ich im Krankenhaus, zu Hause hätte ich das nicht geschafft. Hinzu kam, dass ich zu dem Zeitpunkt einen massiven Herd am Stammhirn hatte, aufgrund dessen ich 5 Tage an den Kortison-Tropf gehängt wurde, der mich zusätzlich umgehauen hat. Es war wirklich heftig.



Trotz allem bin ich nicht gegen diese Untersuchung, für mich persönlich war sie wichtig und hat mir Sicherheit gegeben.
Aber ich kann all die Patienten gut verstehen, die für sich entscheiden, diese Untersuchung (trotz der damit verbundenen Unsicherheit in Bezug auf die Diagnose) nicht machen zu lassen.

Für mich war die Sicherheit damals wichtig, gerade auch, weil meine Symptome nicht gerade MS vermuten ließen. Diese Erkrankung hatte ich gar nicht auf dem Radar. Ich dachte, ich hätte einen Hörsturz, konnte auf der einen Seite nichts mehr hören, die eine Gesichtshälfte war taub. Als mein HNO-Arzt sich dafür entschuldigte, dass er nichts finden könne und dass es ihm leid täte, mich zu Neurologen schicken zu müssen, war ich noch immer ahnungslos. Der Neurologe hat zuerst auch eine stressbedingte nervliche Überlastung vermutet, sagte, er würde zur Sicherheit ein MRT anordnen, würde aber nicht davon ausgehen, etwas zu finden. Überraschung Nr. 1: Es wurde etwas gefunden. Ein massiver Herd am Stammhirn. Dann folgte die Lumbalpunktion, um die Diagnose abzusichern oder auszuschließen. Überraschung Nr. 2: Diagnose wurde bestätigt.

Aber das ist natürlich nicht der Normalfall. Oftmals geben die Untersuchungen Entwarnung, ich hatte einfach nur "Pech", gehörte zu den wenigen Patienten, wo die unwahrscheinliche Möglichkeit leider zutraf.
Was ich damit sagen möchte: Es kommt vor. Aber es ist trotzdem eher selten. Ich hatte einfach Pech.
Sowohl mit der Diagnose als auch mit der Lumbalpunktion.

Wie ich eingangs schrieb, ich wollte Dir ehrlich und ungeschönt auf Deine Fragen antworten.
Ich glaube trotz allem, dass bei Dir alle gut werden wird!

Und ich wiederhole auch nochmal, was ich in meinem ersten Beitrag schrieb: Selbst falls es auch bei Dir zutreffen sollte, ist das nicht das Ende der Welt und Du wirst einen Weg finden, damit umgehen zu können!

Du gehst die Diagnostik mutig an, und das ist echt tapfer und wird Dir schnell weitere Erkenntnisse bringen Daumen hoch . Den Kopf in den Sand stecken hätte Dir auf lange Zeit mit Deinen Ängsten nicht geholfen. Du stellst Dich der Sache, das ist super!

Ich wünsche Dir einen schönen Sonntag und für Montag drücke ich Dir alle Daumen für die Untersuchungen Trost !
Ganz viel Kraft,

LG Silver

08.08.2021 06:07 • x 6 #29


Zum Beitrag im Thema ↓


Nora5
Zitat von Zi-zi:
Ich hab Angst. Einfach nur eine riesige Angst

Hallo Du Liebe 💙💙

Nicht aufgeben! Es kommt immer von irgendwo Hilfe! Hab keine Angst!

Versuch Dich erstmal nur auf diesen Moment zu konzentrieren und so weiter, immer nur die nächste Stunde.
Das, was Du schreibst, ist super schlimm und Deine Angst und Verzweiflung ist mehr als nachvollziehbar!
Aber Du darfst Dich darin jetzt nicht verlieren!

Watrte mal ab, was passiert, vielleicht ist es nicht das Schlimmstmögliche. Und wenn so eine Diagnose kommt, ist es jetzt schon da und Du kannst es sowieso nicht ändern. Sollte es so sein, beschäftige Dich damit, sobald es Sinn macht.
Kannst Du vielleicht dort nach etwas Beruhigendem fragen für die Nacht zum Schlafen?

Ganz liebe Grüße,
Nora

x 3 #2


E
Du solltest es besser so sehen, dass MS ausgeschlossen werden muss. In den meisten Fällen können ernste Erkrankungen nach eingehender Untersuchung ausgeschlossen werden. Schließlich muss sich die Neurologin auch absichern.

#3


N
@Nora5 Ich kann mal fragen gehen, ja.. Evtl können die mir echt etwas geben.

#4


N
@Natascha40 Dass es ausgeschlossen werden muss ist mir klar.. Dennoch ändert es nichts daran, dass ich eine riesige Angst habe, mein Leben aktuell mehr als abgrundtief hasse und innerlich echt darüber nachdenke ob es nicht einfach besser wäre mir das Leben zu nehmen.. Hab echt keine Lust auf ein weiteres Problem, was nicht heilbar ist und mich gegen Ende evtl noch Bettlägrig macht.. Bin gerade mal 24.

#5


fourofour
Zitat von Zi-zi:
Gegen Ende werde ich wahrscheinlich noch irgendwie blöd angemacht, kritisiert oder ausgelacht. Dennoch wäre ich echt froh über ein paar nette oder beruhigende Worte. Habe aktuell keinen, der für mich da ist.

F60.31 Typ BL ist definitiv eine Herausforderung. In wie weit das jemand überwindet ist sehr unterschiedlich.
Was ich dir aus Erfahrung sagen kann ist, das man mit einem angepasstem Therapieplan/Strategie sehr viel erreichen kann. Ich kenne genug Betroffene, welche in einer Partnerschaft/verheiratet sind und oder Kinder haben.

BL kann sich im zunehmendem alter "verwachsen". Es gibt in D inwzischen doch eine gute Anzahl von Kliniken die daran forschen und entsprechende Stationen dafür haben. Die Erfolgsquote ist dort recht hoch und entsprechend die Anzahl der Therapieabbrüche gering.

Die psychotischen und neurotischen Anteile können eine breite Palette an Somatisierungen bieten.
Was bei dir ist, kann ich dir nicht sagen. Das können nur die Ärzte dort.
Die ausgelösten Symptomen können sich wie diverse Krankheiten anfühlen.

Ein Beispiel:
Trigger

Beim SVV beispielsweise, dämpft der Körper in dem Moment sein Schmerzempfinden deutlich herunter. Gerne auch mal auf Null


Gerade dieses Symptom kennen nur wenige und es verursacht bei denen wo das unbekannt ist, Angst vor einer Krankheit. Das Gegenteil ist der Fall.

MS ist heute gut behandelbar, wenn man es früh erkennt und sich anpasst. Es ist sogar möglich die Verschlechterung zu stoppen.

Was passiert passiert. Kriege im voraus zu führen ist sinnfrei und kostet nur Energie.

Wenn Du es nicht so hinbekommst, dann lass dir dein Bedarfsmedikament geben und versuche dann zu schlafen. Denn heute kannst Du an der Situation nichts ändern und Schlaf hilft dir dich den Dingen am nächsten Tag besser stellen zu können.

x 2 #6


E
@Zi-zi Ich an deiner Stelle würde jetzt nach einer Krankenschwester klingeln. Vielleicht gar nicht für ein Beruhigungsmittel, sondern um mit jemanden zu reden. Oder beides. Ich wünsche dir, dass du bald Entwarnung bekommst.

x 1 #7


N
@cube_melon Ich hab meine Borderline Diagnose gegen 2019 rum bekommen. Damals wurde es bereits mit 18 schon vermutet aber keiner war sich sicher, bis ich eben dann eine spezielle Tagesklinik aufgesucht habe. War ca. für 4 Monate dort und gegen Ende kam dann tatsächlich die Borderline Diagnose raus. Mir wurde im Anschluss empfohlen eine andere Klinik aufzusuchen, die sich eben auf BL spezialisiert und ich hatte dort auch viele Therapien, mitunter Gruppentherapie, die typische DBT-Therapie, Skills training und noch paar andere Sachen.

Ambulant beschäftige ich mich mit meiner Therapeutin auch weiterhin damit, wobei es aktuell (oder eher bevor ich in den letzten Wochen diesen Zusammebruch hatte) echt gut kontrollierbar war. Hab mich ca. 3 Jahre lang nicht mehr selbstverletzt und auch das Gefühlschaos oder eben Traurigkeit / Leere / Impulsivität waren über den Alltag kaum präsent. Seitdem ich jetzt aber vor einigen Wochen plötzlich diesen "Absturz" hatte, habe ich sofort gemerkt, dass es augenblicklich stärker und stärker wurde. Insbesondere eben dieser Kontrollverlust in vielen Dingen oder eben auch die innere Unruhe, Impulsivität gegenüber mir selbst etc.

Ist alles nicht so einfach momentan und das mit dem Krankenhaus und dem eventuellen MS Tam-Tam macht es leider nicht besser.. Hab schon eine Krankenschwester gerufen bzw die hat gesagt sie kommt jetzt demnächst.

x 1 #8


N
@Natascha40 Danke dir.. Krankenschwester hat gemeint sie kommt sofort, da vorhin auch ein anderer Patient geklingelt hat. Ich versuche selbst auf das beste tu hoffen und wünsche mir echt, dass es nix schlimmes ist.. Kann mich ja am Montag nochmal melden und euch erzählen, was dann rausbekommen ist.

x 2 #9


fourofour
Zitat von Zi-zi:
Kann mich ja am Montag nochmal melden und euch erzählen, was dann rausbekommen ist.

Das ist gut das die Pflegekraft bald kommt.

Ja, über eine Rückmeldung freut man sich immer. Daumen hoch

Viel Mut und Gleichgewicht o/

x 2 #10


A
Zitat von Zi-zi:
@Natascha40 Danke dir.. Krankenschwester hat gemeint sie kommt sofort, da vorhin auch ein anderer Patient geklingelt hat. Ich versuche selbst auf das ...

Hey ich wünsche dir dabei viel Glück dass es nichts schlimmeres ist .

Das Leben kann echt Brutal sein , ich denke aber man sollte nie aufgeben. Man kann es genießen lernen. Meditation hilft , Musik besonders auch .

Hatte ein Suizidversuch hinter mir , Pulsadern geritzt , glaub mir diesen Schmerz willst du nicht haben . Es ist ein stechender pochender Schmerz , viel schlimmer ist es wenn es daneben geht , die stecken dich in die geschlossene Klinik und da willst du bestimmt auch nicht hin.

Selbst nach dem Tod ist dieser Kampf nicht vorbei . Ich denke du brauchst viel Ruhe keine Klinik ein Ort wie ein Sanatorium ein Ruheort wäre mehr das Richtige .

Oftmals reden wir uns selbst mit unserer Psyche immerwieder ein dass wir etwas haben und dann stellt sich heraus dass wir wilrklich psychosomatische Schmerzen haben .

Ich denke du brauchst einfach einen Erholungsort . Vielleicht auf dem Land wo du für einige Zeit Ruhe bekommen kannst bei einem See .

x 3 #11


N
Daher ja.. Das Leben ist echt brutal und anstrengend aber irgendwie will ich so bisschen tief in mir halt auch nicht, dass es so plötzlich vorbei ist. Erst recht nicht durch meine eigene Hand. Hab schon mit meiner Therapeutin und Psychiaterin über Reha oder so gesprochen. Die haben beide gesagt, dass es an sich garantiert eine gute Idee ist, nur ich soll eben zuerst meine ambulante Psychotherapie abschließen.

x 2 #12


A
Zitat von Zi-zi:
@alex128 Oh, das mit der Pulsader kenne ich leider sehr gut.. Hab genau denselben Suizidversuch auf diese Weise hinter mir.. :') War echt nicht ...

Hör darauf was die Ärzte dir gesagt haben , schließe das eine erst ab dann kannst du Ruhig weiterschauen. Höre viel ruhige Musik an in der Zwischenzeit und Trinke viel Wasser das beruhigt und gibt viel innere Kraft .

#13


N
@cube_melon Habe gerade mit einem sehr coolen Krankenpfleger gesprochen. Der hat gelacht und gesagt, dass er es von sich selbst kennt, dass viele Ärzte sofort irgendwas mega schlimmes als Aussage raushauen, obwohl noch nix feststeht bzw dem Patienten eben mit irgendwelchen Verdachtsdiagnosen Angst machen. Der hat mir auch erzählt, dass er mal schief geschlafen hat und sich dadurch wahrscheinlich verlegen hat und am nächsten Tag auch seinen gesamten Arm nicht mehr spüren konnte, bzw dieses Gefühl hielt für 2 oder 3 Tage an. Der ist dann zum Arzt und dieser hat auch irgendwas von Lähmung oder Nervenquetschung gesagt und gegen Ende war es nur eine Verspannung, die nach weiteren paar Tagen wegging.

Er hat auch gesagt, dass es tatsächlich eventuell sogar eine verspätete Nebenwirkungen von der Corona Impfung sein könnte. Würde glaub vor 3 Wochen oder so geimpft es kann dennoch sein dass einige Nebenwirkungen länger brauchen bis sie auftreten. Da ich eben psychisch gestresst bin und Ängste habe, kann es selbstverständlich auch davon kommen und er hat mir auch wie ihr alle geraten mich nicht verrückt machen zu lassen. Bin dadurch tatsächlich etwas ruhiger geworden.

x 3 #14


silverleaf
Hallo Zi-zi,

gut, dass Du wieder wieder etwas ruhiger werden konntest!
Das, was der Pfleger gesagt hat, kann ich nur voll unterstützen, gerade bei so diffusen Symptomen gibt es sooo viele Möglichkeiten, was das alles sein kann. Daher erstmal: Ruhe bewahren, so schwer es auch fällt.

Was ich Dir aber eigentlich schreiben wollte: Selbst wenn es so kommen sollte, ist das auch nicht das Ende der Welt.

Ich selber habe sowohl MS als auch Borderline und zusätzlich noch eine bunte Sammlung weiterer schwerer psychischen Diagnosen, und ich lebe damit jetzt seit ca. 10 Jahren (natürlich lebe ich damit schon länger, aber da kamen die Diagnosen).

Einfach ist es natürlich nicht, aber es ist machbar. Das Leben ist deswegen nicht zu Ende. Als das alles losging, war ich auch noch recht jung.
Ich mache intensiv Therapie, auch viel mit DBT-Elementen, versuche, mit allen möglichen Skills mein Anspannungsniveau möglichst niedrig zu halten, um meinen Körper zu entlasten. Aber das sollte man eh tun, Stress vermeiden ist immer wichtig, egal, ob eine Erkrankung vorliegt oder nicht.

Das Wichtige ist, was Du geschrieben hast: Dass Du tief in Deinem Inneren leben willst. Und das kannst Du auch, egal, was jetzt kommt, ob nun mit oder ohne MS.

Klar kann ich Deine Ängste total gut nachvollziehen, ich kenne den Punkt, an dem Du jetzt bist, recht gut, und auch ich hatte schon Momente, in denen mir einfach alles zuviel wurde, ich nicht mehr wollte und mich gefragt habe, was mir das Leben denn noch alles zumutet und abverlangt, ob es nicht langsam mal reicht, aber da habe ich mich irgendwie Stück für Stück rausgearbeitet. Ich habe auch heute noch schlechte Tage, an denen ich auch immer wieder mal so denke, aber inzwischen weiß ich, dass das nur Phasen sind, die auch wieder vorbei gehen.

Das Leben stellt uns immer wieder vor Herausforderungen, und irgendwie lernt man mit der Zeit, damit umzugehen und sich damit irgendwie zu arrangieren. Du machst Therapie, das ist schonmal ganz viel Wert, bleib' da auf jeden Fall am Ball, auch wenn es Dir schon wie eine Ewigkeit vorkommt. Ich kenne diese Gedanken auch, aber inzwischen habe ich akzeptiert, dass ich halt eine dieser psychische Erkrankungen (wie z.B. Borderline) habe, bei denen der therapeutische Weg einfach sehr lang ist. Und ich weiß nicht, wie es Dir mit all den Skills usw. geht, ich habe auch immer mal wieder Phasen, wo mir das ganze Skillen unglaublich auf den Keks geht und ich das Wort nicht mehr hören kann, aber immer, wenn ich da nachlasse, geht es mir schnell wieder schlechter. Darum versuche ich auch hier, dranzubleiben, auch wenn es mal nervt.

Für den Moment würde ich Dir raten, Dich weiter mit dem Gedanken zu beruhigen, dass die Diagnose ja noch nicht gestellt wurde, dass solche Symptome einfach sehr viele Ursachen haben können.
Und dass, selbst wenn Dein gedanklich schlimmster anzunehmender Fall eintritt, das auch nicht das Ende der Welt ist.

Ich wünsche Dir eine gute und ruhige Nacht, ganz viel Kraft und Lebens-Mut

LG Silver

x 8 #15


zukunft-2021
Zitat von cube_melon:
Das ist gut das die Pflegekraft bald kommt. Ja, über eine Rückmeldung freut man sich immer. Daumen hoch Viel Mut und Gleichgewicht o/

Ja, melde dich

#16


N
@silverleaf Vielen, vielen lieben Dank für deine Worte.. Bin echt froh, dass ihr alle so schnell geantwortet habt und mir versucht Mut zuzusprechen.

Wie hat bei dir die MS angefangen bzw darf ich fragen welche Symptome du hattest? Und musste bei dir auch diese Nervenwasseruntersuchung gemacht werden? Habe sehr große Angst davor, da es heißt, dass man bleibende Schäden davontragen kann und viele die das gemacht haben, hatten die nächsten Tage danach übelste Kopfschmerzen, erbrechen, Schwindel und vieles mehr, was sich über Wochen zog Sad Will diese Untersuchung nicht..

x 3 #17

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N
Ich hatte jetzt ein Gespräch mit dem Arzt hier, da die Pfleger wie auch er selbst gesehen haben, dass ich psychisch in einer sehr schlechten Verfassung bin. Ich hab mit ihm in Ruhe über alles gesprochen, inklusive darüber, dass ich eben panische Angst vor dieser Nervenwasseruntersuchung und den Folgen bzw Symptomen danach habe und er hat selbst vorgeschlagen, dass es wahrscheinlich schlauer wäre, wenn ich erst einmal psychisch wieder etwas zur Ruhe komme. Habe gestern bereits eine Tavor bekommen, da ich durchgehend geweint habe und nicht aufhören wollte zu zittern. Heute morgen bin ich aufgewacht und es ging wieder los. Der Neurologe selbst glaubt von sich aus, dass es eigentlich unwahrscheinlich sein könnte, dass es eine MS ist und er tippt auch auf eine Stressreaktion, eventuell auch eine Nachfolge der Corona-Impfung oder eben psychosomatische Beschwerden. Bin aktuell auch auf 50mg Sertralin, was vor 2 Wochen kurzfristig in der Psychiatrie auf 75mg erhöht wurde und evtl kann das eben auch dadurch kommen.

Ich habe schon für nächste Woche sofort einen Termin bei meiner Psychiaterin wie auch Therapeutin aufgemacht und der Neurologe hat mir eine ambulante Nummer gegeben, sodass ich jederzeit wiederkommen kann, wenn ich diese Untersuchung machen lassen möchte, da es sowieso eben im Krankenhaus gemacht werden muss, nur eben ambulant ohne dass ich durch die Notaufnahme komme. Bin grade tatsächlich ein bisschen erleichtert..

x 3 #18


silverleaf
Hallo Zi-zi,

ich antworte Dir später noch ausführlicher, bin heute unterwegs, wollte aber auf jeden Fall ganz liebe Grüße dalassen und Dir einen guten Samstag wünschen Freunde !

Zunächst einmal: Ich glaube, erstmal zur Ruhe kommen ist eine sehr gute Idee, und auch super, dass Du gleich Termine bei Deiner Psychiaterin und Deiner Therapeutin gemacht hast Daumen hoch !

Bis später,
Alles Liebe Trost ,

LG Silver

x 4 #19


S
Zitat von Zi-zi:
Das Leben ist echt brutal und anstrengend aber irgendwie will ich so bisschen tief in mir halt auch nicht, dass es so plötzlich vorbei ist


Dieses Ohnmachtsgefuehl hatte ich leider auch schon ein paar mal.

Daher kann ich Dir sagen, dass Dein Lebenswille bestimmt irgendwann wieder durch kommt u dann wirst Du schlucken und sagen, ein Glück dass ich es nicht getan habe.

Ich drücke Dir ganz doll die Daumen.

x 1 #20


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