Ich habe eigentlich keine Lust mehr, mich rechtzufertigen, aber nundenn :
Zitat:yep, das soll es ja auch. Helfen kannst du dir nur selber, aber wenn gefühlte 10 Menschen in einem Thread ähnlich argumentieren, könnte vielleicht doch etwas dran sein?
Ich möchte aber nicht beunruhigt werden, dass kann ich allein sehr gut, ich möchte beruhigt werden.
Das ist mir aber heute nun auch alleine gelungen.
Zitat:Denn, wie es schon andere hier geschrieben haben: wenn du panische Angst vorm Einkaufen hättest, würdest du lieber verhungern?
Ich verstehe den Vergleich überhaupt nicht. Aber warum begreifst gerade DU, afuman, plötzlich gar nicht mehr worum es geht ? Bist Du schlecht drauf zur Zeit ?
Zitat:Was mich nur umtreibt und was ich den anderen auch unterstelle, ist, warum und dass du nicht wirklich willst. Es ist traurig, dir dabei zuzusehen, wie du deine Lebenszeit vergeudest.
Ein Teil von mir ist noch ein Kind, will nicht erwachsen werden, traut sich kein Leben auf eigenen Beinen zu, fürchtet sich vor der Abiturprüfung, vor Vorstellungsgesprächen, davor, von anderen abgelehnt zu werden und sieht sich wohl immer noch in der Rolle des kranken Kindes, welches einerseits gequält, andererseits verwöhnt wird. (lt. meinem Therapeut, "posttraumatische Belastungsstörung") Wie oft soll ich das noch erklären ?
Vergeuden ist auch relativ, wäre ich jetzt Fabrikarbeiter, der jeden Tag 10 Stunden am Fließband steht, wärd ihr alle zufrieden und ich wäre "gesund" oder "normal", aber mein Leben wäre aber genau so beschissen.
Zitat:Naja, das ist schon etwas ungewöhnlich, wenn es um einen erwachsenen, nicht-behinderten Mann von Mitte 20 geht.
Es gehört schon ein gewisser Idealismus dazu, nicht skeptisch bei Psychiatern und Psychologen zu sein... Sorry.
Zitat:Hier wirst du ganz einfach mehr oder weniger zartfühlend mit anderen Sichtweisen konfrontiert.
Eher weniger.
Zitat:Das Leben selbst, die Zeit, setzt dich unter Druck bzw. würde dich unter Druck setzen, wenn du dir die Konsequenzen eines "Weiter-so" anschautest. Vielleicht würde dein Erschrecken über deine dann zu erwartende Zukunft so groß sein, dass es die agoraphobischen Ängste übertrifft und dich so in die Welt hinaus treibt.
Was mich im Moment halt traurig macht, ist das ich keine Freundin habe, ja. Und klar, wäre es besser, eigenes Geld zu verdienen. Aber was hat das mit erschrecken zu tun ?
Wenn ich so weiter machen würde, wie jetzt, glaube ich, dass ich weiter langsame Fortschritte machen würde, das erst mal dazu. Wenn ich aber nichts täte, oder meine Fortschritte zu klein wären, dann würde ich halt hier leben, bis meine Eltern sterben und dann schlimmstenfalls in ein Pflegeheim kommen. Soll ich mich jetzt erschrecken ? Erstens glaube ich nicht, dass es so kommt, sondern das ich irgendwann schon weiterkommen werde, zweitens weiß ich eben nicht, wovor ich mich mehr fürchte, davor, oder vor Vorstellungsgesprächen, Diskos, Verantwortung und all diesen Dingen.
Zitat:Ich nehme aber an, dass dir keine Nachteile daraus erwachsen sind, dass sie also ihre Drohungen, mit denen sie dich zwingen wollte, zumindest nicht konsequent durchgezogen hat.
Ich habe ja auch zurückgedroht, ja, ich weiß, dass ist nicht schön, aber ich kann in solchen Situationen nicht anders. Und dann kann sie nicht anders. Nicht das wir uns missverstehen, ich keine Straftaten angedroht oder so etwas.
Zitat:Ist das nun eher ein Zeichen dafür, dass du mit deiner Unterstellung völlig falsch gelegen hast, oder dafür, dass du ins Schwarze getroffen hast? Was hat sie eigentlich davon abgehalten, dich rauszuwerfen?
1. Das weiß ich natürlich auch nicht 100 %ig, aber sie sagt, es wäre nicht so.
2. Du kannst nicht ernsthaft erwarten, dass eine liebende Mutter ihr psychisch krankes Kind bei Minusgraden vor die Tür setzt ?
Zitat:Deshalb schreibe ich z.B. keine tröstenden Beiträge und erwarte sie auch nicht.
Das sehe ich völlig anders. Ich schreibe und erwarte tröstende Beiträge.
Zitat:Und ich möchte dich aus meiner Erfahrung heraus davor warnen, sechs Jahre des Rumhängens zu Hause ohne wirkliche Besserung auf die leichte Schulter zu nehmen und dich falschen Hoffnungen hinzugeben.
Das finde ich (wieder mal, wie so oft) ziemlich gemein, dass hier meine Erfolge einfach missachtet werden. Ich bin nämlich, wie Ihr eigentlich wisst, auch Hypochonder, und saß früher fast täglich in Notaufnahmen und bei Ärzten. Letztes Jahr war ich dank meiner Therapie von Januar bis September gar nicht beim Notarzt und eigentlich auch so gut wie nicht bei normalen Ärzten, und das war teilweise ziemlich schwierig. Ja, ab September hatte ich dann diverse Krisen und war vereinzelt wieder bei Ärzten, aber deutlich seltener als früher.
Außerdem ist es auch nicht leicht, hier mit Leuten zu schreiben.
Ich habe meine Nachbarin angeschrieben, obwohl ich Riesenangst davor hatte.
Ich konnte früher kaum zum Müll gehen, heute kann ich dank üben fast 2 km raus gehen.
Ich mache einige Dinge auch hier zuhause, die ich früher mich nicht getraut habe oder die ich nicht konnte oder wollte.
Meine Hautkrankheit ist fast verschwunden, auch das sollte ein Zeichen der Besserung sein.
Vielleicht bin ich auch ein bisschen selbstbewusster geworden und vor allen, ich habe besser verstanden, was mit mir los ist und warum ich Angst habe.
Das alles habe ich wohl zu einem großen Teil meiner Therapie zu verdanken.
Aber klar, einiges habe ich noch nicht geschafft und ich weiß auch vermutlich warum, das habe ich ja oben schon geschrieben.
Ja, und im Gegensatz zu Dir, bin ich hier eben eher auf der Suche nach (Online)-Freunden, natürlich aber auch zum Austausch über Angst, darum geht es mir.
Aber eben auch, mal aufgemuntert zu werden oder andere aufzumuntern, eine Therapie kann das hier eh kaum ersetzen.
Wir haben also, wie schon gesagt, sehr unterschiedliche Auffassungen von diesem Forum.
Liebe Grüße, Berliner