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MarkusGL
Hallo zusammen,
wer von euch war schon einmal bei einem Gutachter wegen einer EU-Rentenbeantragung? Und was haltet Ihr von diesem "System"? Ist das fair?

Ich möchte kurz erzählen, dass ich Rente beantragt hatte, weil ich mich nicht mehr in der Lage fühle zu arbeiten. Nun war ich schon zwei mal bei einem Gutachter. Einer von der Rentenstelle, dann hatte ich wiederspruch eingelegt und bin zum Anwalt gegangen, der nächste Gutachter wurde dann vom Gericht bestellt.
Beide Gutachter schrieben in ihrem Gutachten, dass ich zwar psychisch krank sei, aber ihrer Meinung nach volle 8 Stunden arbeitsfähig sei. Jeder der mich kennt, weiß, dass das einfach nicht sein kann. Ich habe mich gestern noch darüber mit einem Freund unterhalten, bei dem ich letztes Jahr auf dem Geburtstag war und frühzeitig gehen musste, weil es mir nicht gut ging. Und er sagte zu mir, dass er das niemals vergessen wird, wie ich da aussah, an dem Tag. Und er versteht überhaupt nicht, wie ein Gutachter behaupten könnte, dass ich voll arbeitsfähig sei.
Nun ist das ja so, dass man zu diesem Gutachter geht, den man noch nie zuvor gesehen hat, und der einen auch überhaupt nicht kennt. Und dieser Gutachter unterhält sich mit einem, eine Stunde, vielleicht zwei. Er hat einen nie erlebt, wenn man eine Panikattacke oder dergleichen hat, und trotzdem glaubt dieser Gutachter alleine durch das Gespräch voll und ganz über einen urteilen zu können.
Und wenn man dann noch das Problem hat, dass man sich verbal nicht sonderlich gut ausdrücken kann, hat man doch die A....Karte gezogen. Ich scheine nicht in der Lage zu sein, anderen Leuten, wenn ich mich mit ihnen unterhalte, verdeutlichen zu können, wie schlecht es mir geht.

Hab ich damit wirklich einfach nur Pech gehabt? Darf so etwas sein? Ich musste leider das Verfahren gegen die Rentenstelle einstellen, weil kein Arzt in den Gesprächen verstand, wie es um mich bestellt ist.
Wie seht ihr das? Sehe ich das vielleicht völlig falsch? Ist mit mir was nicht in Ordnung oder mit diesem System? Wieso bekommen einige Zusprüche vom Gutachter und andere nicht? Sind wirklich alle, die keine Zusprüche bekommen Schauspieler, die nur keinen Bock zum Arbeiten haben, oder sind die, die Zusprüche bekommen einfach nur die besseren Schauspieler? Ich will aber nicht zu einem Arzt gehen und schauspielern, nur um Rente zu bekommen! Mir geht es nicht um das Geld. Mir geht es um die Anerkennung! Weil ich sonst nämlich anfange, selber zu glauben, dass ich mir das alles nur einbilde und es mir doch gar nicht so schlecht gehen kann, wie ich glaube.

Diese Fragen gehen mir im Moment so dermaßen durch den Kopf. Ich denke kaum noch an was anderes. Ich hab langsam das Gefühl, ich werde verrückt.

Vielleicht hat ja jemand auch noch eine Idee, an wen ich mich noch wenden kann. An den Gesetzgeber ja auf jeden Fall nicht. Gesetzlich hat alles seine Richtigkeit. Und trotzdem habe ich das Gefühl, dass ich ungerecht behandelt werde. Ich bekomme nun keine Rente, kein Arbeitslosengeld, kein Garnichts. Ich existiere für die Leute gar nicht mehr.
Jetzt muss ich noch sagen, dass ich zuletzt selbständig war, und meine Selbständigkeit wegen meiner Erkrankung aufgeben musste. Es interessiert also auch niemanden, ob ich wieder gesund werde, weil ich niemandem auf der Tasche liege (außer meiner Frau). Wäre ich in einem Beschäftigungsverhältnis gewesen und hätte mich dort krank schreiben lassen, hätte ich eine Reha bekommen, um sehr schnell wieder arbeiten zu können. Arbeitslos bin ich auch nicht (das Arbeitsamt lässt gar nicht erst zu, dass ich Arbeitslosengeld beantrage, weil ich ja nicht arbeitsfähig bin). Wäre ich arbeitslos, hätte sich das Arbeitsamt um eine Reha gekümmert. Aber so. Ob ich gesund bin oder krank, interessiert niemanden!

12.02.2014 08:45 • 04.03.2019 #1


59 Antworten ↓


Schlaflose
Normalerweise stellt man den Rentenantrag erst, wenn man schon alle anderen Möglichkeiten wie jahrelange ambulangte Psychotherapien und Rehas durch hat und von diesen Stellen Berichte bekommot, die den Gutachtern der Rentenversicherung vorliegen. Normalerweise schickt einen die Rentenversicherung erstmal in eine Reha, wenn man den Erwerbsminderungsantrag stellt. Wieso ist das bei dir nicht erfolgt? Natürlich kann ein einmaliger Besuch bei einem Gutachter nicht die wahre wahre Situation widerspiegeln, deswegen muss man sich erstmal anderwärtig um Behandlung kümmern und wenn das alles nichts bringt, dann kann man einen Antrag auf Rente stellen.

12.02.2014 10:21 • #2


MarkusGL
"Normalerweise stellt man den Rentenantrag erst, wenn man schon alle anderen Möglichkeiten wie jahrelange ambulangte Psychotherapien und Rehas durch hat"
Das kann ich so nicht bestätigen. Die Rentenstelle hatte meinen Antrag ursprünglich sogar mit der Begründung abgelehnt, ich hätte diesen zu spät gestellt. Also ist das ja sogar tötlich, erst jahrelang zu einem Therapeuten zu gehen und dann den Antrag zu stellen. Bloß nicht. Durch meine Erfahrung rate ich da dringend von ab.
Und bei Antragstellung automatisch von der Rentenstelle eine Reha verschrieben, bekommen wohl auch nur Leute, bei denen irgendjemand ein besonderes Interesse hat, dass diese wieder arbeitsfähig werden. Fakt ist einfach, dass mir die Rentenstelle nie das Angebot einer Reha gemacht hat.
Ich war auch bereits in Therapie, in einer Tagesklinik für einen Monat. Dort haben die mich vor die Tür gesetzt, mit den Worten: "Wir können Ihnen nicht helfen."

Ich sehe auch das Dilemma, dass man normalerweise einen Therapeuten sehr lange besucht haben sollte, und einen danach wirklich kennt, bevor man einen Rentenantrag stellt, aber tut man das, verliert man nachher den Rentenanspruch, weil man zu lange gewartet hat. Ich verstehe das nicht.

12.02.2014 10:40 • #3


Schlaflose
Zitat von MarkusGL:
Die Rentenstelle hatte meinen Antrag ursprünglich sogar mit der Begründung abgelehnt, ich hätte diesen zu spät gestellt.


In welcher Hinsicht zu spät?
Ich meine, wenn man psychische Probleme hat, ist der erste Weg, eine Psychotherapie zu machen, die von der Krankenversicherung bezahlt wird und meist auch eine stationäre Reha. Da du selbstständig warst, hast du ja eine private Krankenversicherung und normalerweise ist das ein großer Vorteil, weil man viel schneller einen Therapieplatz oder einen Rehaplatz bekommt. Für deine Krankenversicherung müsste es doch auch ein großes Anliegen gewesen sein, dich wieder arbeitsfähig zu bekommen, statt dir Krankengeld zu zahlen.
Es ist aber nunmal so, dass die gesetzliche Rentenversicherung nur dann eine Erwerbsminderungsrente zahlt, wenn alles an Therapiemaßnahmen erfolglos ausgeschöpft wurden. Und selbst dann wird in vielen Fällen eine Rente abgelehnt.
Bei mir war das so auch so, obwohl ich in den letzten 20 Jahren schon mehrere Therapien und einen 8-wöchigen stationären Rehaufenthalt gemacht habe. Dort haben sie mir auch im Abschlussbericht geschrieben, dass ich ausnahmslos für alle Arbeiten 8 Stunden arbeitsfähig sei. Dabei arbeite ich seit 25 Jahren auf halber Stelle, weil ich mehr nicht packe und musste vor drei Jahren meinen extrem stressigen Beruf als Lehrer aufgeben und bin jetzt in der Verwaltung tätig.
In welchem Status bist du denn jetzt? Bist du krank geschrieben?
Du hast ja dann noch die Option, HartzIV oder Grundsicherung zu beantragen. Die gestzliche Erwerbsminderungrente ist, je nachdem, wie alt man ist und wieviel an Beiträgen man eingezahlt hat, nicht mehr, oft sogar noch weniger als der Hartz IV satz, so dass man noch mit Grundsicherung aufstocken muss.

12.02.2014 11:12 • #4


MarkusGL
"Da du selbstständig warst, hast du ja eine private Krankenversicherung und normalerweise ist das ein großer Vorteil" Betonung liegt wohl auf "normalerweise" Aber da ich nun einmal ich bin, ist bei mir gar nichts normal. Ich war noch Existenzgründer und hatte mich demnach mit einem Existenzgründerpaket versichern lassen. Leider musste ich erst hinterher erfahren, dass psychische Erkrankungen damit nicht abgedeckt waren. Ich sah mich also gezwungen, meine Selbständigkeit aufzugeben, damit ich in die Krankenversicherung meiner Frau als Familienversicherter aufgenommen werden konnte, damit ich überhaupt in irgendeiner Weise mit einer Therapie rechnen konnte. (Ich sage nur: Nie wieder privat versichern)

Zur Frage, in welcher Hinsicht zu spät:
"Die staatliche EU Rente können nur Menschen beantragen, die in den letzten 5 Jahren vor dem „Anspruch“ mindestens 3 Jahre gearbeitet haben." In dieser Hinsicht läuft irgendwann der Anspruch ab.

Zur Frage, in welchem Status ich jetzt bin:
Im Hausmannstatus. Ich bin nicht krank geschrieben (für wen denn auch), ich bin nicht arbeitslos, kein Rentner...

Hartz4 kann ich nicht beantragen, weil meine Frau dafür zu viel verdient (ich sag ja, es geht mir nicht ums Geld). Diesen Vorschlag hatte auch mein Anwalt gemacht. Er meinte, wenn ich Hartz4 beantragen könnte (was ich aber nicht kann), würde mich das Arbeitsamt noch einmal zu einem Gutachter schicken. Und dieser würde mit großer Wahrscheinlichkeit sagen, dass ich nicht arbeitsfähig wär. Würde er das nicht sagen, müsste mich das Arbeitsamt vermitteln. Und wenn mir dann etwas auf der Arbeit passiert, obwohl ich gesagt habe, dass ich nicht arbeitsfähig bin, wär das Arbeitsamt dran. Deshalb bestätigen die lieber, dass man nicht arbeitsfähig ist. Aber mein Anwalt meinte auch, dass diese Option für mich gar nicht in Betracht kommt, weil meine Frau halt zu viel verdient. Und letztendlich wusste mein Anwalt auch nicht weiter und hat die Aufhebung des Verfahrens beführwortet.

12.02.2014 13:40 • #5


Schlaflose
Du bist wirklich in einer "unüblichen" Situation. Wenn du über deine Frau kankenversichert bist, kannst du jetzt doch mit einer Therapie anfangen. Hast du es denn schon mit Medikamenten versucht? Es gibt ja eine Reihe von Antidepressiva, die erfolgreich gegen Panikattacken eingesetzt werden. Ich nehme auch seit über 15 Jahren welche, ansonten hätte ich auch nicht die ganzen Jahre arbeiten können. Da ich alleinstehend bin und finanziell völlig auf mich gestellt, bleibt mir da auch keine andere Wahl.

12.02.2014 15:24 • #6


Wenn es dir nicht um das Geld geht: Worum geht es dir dann? Um einen Wisch, auf dem steht, dass du nicht mehr arbeiten gehen kannst? Dass man komplett "kaputt geschrieben" wird ist sehr sehr unwahrscheinlich und schwierig. Wie alt bist du denn?
Warum hat dein Anwalt nur Widerspruch eingelegt und keine Klage eingereicht? Oder ist das geschehen?

12.02.2014 16:13 • #7


Mir ist es auch nicht klar geworden, worum es dir dabei geht.

Warum arbeitest du dann nicht statt 8 Stunden eben weniger?
Wenn du selbstständig arbeiten kannst, kannst du dir das ja sowieso einteilen.

Und als Angestellter kannst du dir auch eine reduzierte Arbeitszeit suchen. Das ist zwar nicht so einfach, aber sicher nicht unmöglich. Ich weiß zwar nicht, in welchem Beruf du bist, aber in vielen Branchen besteht ja jetzt schon Arbeitskräftemangel, so dass die froh wären, wenn sie jemanden z.B. für 6 Stunden oder 3 Tage pro Woche o.ä. hätten.

Außerdem kannst du auch flexibel sein und dich auch nach etwas umschauen, das nicht 100 %-ig deiner bisherigen Arbeit entspricht, das du aber nach etwas Einarbeitung doch machen könntest.

Oder was ist das Problem?

12.02.2014 16:43 • #8


MarkusGL
Ja, ich nehme Tabletten, und die helfen mir auch gut über den Alltag, wenn ich die nicht nehmen würde, könnte ich vermutlich die Wohnung gar nicht mehr verlassen. Aber es reicht nicht zum Arbeiten gehen.
Ich habe bisher drei Versuche einer Therapie unternommen. Wenn man bedenkt, dass ich erst einmal lange gebraucht habe, um überhaupt zu merken, dass ich fremde Hilfe benötige. Ich meine, wer geht schon einfach so mal eben zum Psychodok? Der eine gesteht es sich schneller, dass er ein psychisches Problem hat, der andere braucht etwas länger dafür. Und ich habe etwas länger gebraucht. Dann war ich bei einer Psychologin. Durfte dort die erste Stunde dann selber bezahlen, weil mir meine Krankenversicherung (hallo Merkur!) mitteilte, dass sie die Rechnungen nicht übernehmen. Also war ich erst einmal wieder für ein paar Monate bedient, bis ich mich erneut aufgerafft hatte.
Ich ging als nächstes zu einem Psychiater. An dieser Stelle war ich bereits Familienversichert. Der nette Psychiater teilte mir dann mit, dass ich gerne zu ihm in Therapie kommen könnte, aber, wenn ich eine Stunde ausfallen lasse, nicht wenigstens zwei Tage vorher absage, muss ich diese Stunde selber bezahlen. Ich weiß, das ist bestimmt üblich und auch berechtigt. Aber sag das mal jemandem, der sich kaum noch traut aus dem Haus zu gehen, und Angstzustände bekommt, wenn er unter Termindruck (was ein Arztbesuch ja auch ist) steht. Es kann sein, dass ich mich super fit fühle, dann setze ich mich ins Auto, um zu dem Termin zu fahren, und plötzlich habe ich Kreislaufbeschwerden, einen Müdigkeitsflash, Rückenschmerzen und mir ist alles egal, ich will mich einfach nur noch hinlegen. Und wenn man dann noch bedenkt, dass dieser jemand keinerlei eigenes Einkommen hat... diesem jemand sagt man dann, dass, wenn so etwas passiert, er mal eben 80 bis 100 Euro aus der eigenen Tasche bezahlen darf... Hinzu kommt noch, dass es mir immer schlecht geht, wenn ich über meine Probleme rede. Am Ende der Sitzung konnte ich kaum noch richtig gehen. Und trotzdem hatte ich mich ins Auto gesetzt und bin losgefahren. Ich habe für eine Strecke, wo ich normalerweise nur 10 Minuten mit dem Auto brauche über zwei Stunden benötigt. Diese Erfahrung hatte erneut dafür gesorgt, dass ich für die nächsten paar Monate wieder bedient war, mich erneut nicht mehr aufraffen konnte, eine Therapie zu beginnen.
Dann eines Tages begann ich eine Therapie in einer Tagesklinik. Ich war ein Monat da, und die Therapie hatte mir auch richtig gutgetan. Und plötzlich, wie aus heiterem Himmel hieß es plötzlich, die könnten mir nicht helfen. Nicht, die könnten mir nicht weiterhelfen, sondern, die könnten mir gar nicht helfen. Ich habe bis heute keine Begründung dafür erhalten, wieso ich gehen musste, kein Entlassungsbericht erhalten, nichts.
Diese Therapie hat bei mir viel mehr kaputt gemacht, als mir geholfen. Ich habe kein Vertrauen mehr zu Ärzten, ich glaube nicht, dass mir überhaupt noch jemand helfen kann. Und ich habe meine Geschichte schon so oft erzählt, immer und immer wieder. Ich bin langsam erzählmüde. In der Tagesklinik habe ich meine Geschichte erzählt, ausführlich, es sind sogar schon sehr früh Tränen bei mir geflossen, und letztendlich bekam ich dafür nur einen reingewürgt.
Und trotzdem habe ich jetzt gerade erst wieder angefangen, mir einen Therapeuten zu suchen. Morgen um 17 Uhr habe ich übrigens wieder einen Termin bei einem Psychologen. Und ich bin jetzt schon nervös ob dieses Termins, und ich könnte k.... wenn ich daran denke, die ganze Leier wieder einmal zu erzählen, nur um am Ende wieder irgendeine Klatsche zu bekommen. Sicher, so zu denken, ist ziemlich dämlich, und hilft mir bestimmt nicht. Aber ich kann nichts dafür. Ich kann dieses Denken einfach nicht abstellen.

Übrigens vielen vielen Dank, dass du dich hier mit mir darüber unterhälst und Interesse dafür zeigst.

Hallo Pumuckl.
Ich bin 40 Jahre alt. Ja, mir geht es um diesen Wisch. Ich bin krank, ich kann so viele Dinge nicht mehr machen, aber alle Welt behauptet, ich könnte noch voll arbeiten gehen. Was ist, wenn meine Frau aus irgendeinem Grund irgendwann nicht mehr da ist? Im Moment bin ich noch voll von ihr abhängig. Wenn ich irgendwann alleine dastehe? Und ich weiter nicht beweisen kann, dass ich krank bin? Ich habe Angst vor dieser möglichen Zukunft. Im Moment schaffe ich das Ganze nur, weil meine Frau hinter mir steht. Wenn ich bedenke, sie wäre nicht mehr da. Ich würde das Ganze, erneut Therapiemöglichkeiten suchen, zu den Ämtern gehen etc. vermutlich nicht schaffen. Und die Ämter würden mir den Geldhahn abdrehn, weil sie annehmen, dass ich nicht mitarbeiten will. Ja, ich sehe mich in diesem Szenario schon fast auf der Straße.
Ja, mein Anwalt hatte Klage eingereicht.

Hallo GastB.
Ich bezweifel stark, dass ich überhaupt ein Vorstellungsgespräch wahrnehmen könnte. Ich werde bei so etwas nervös, und wenn ich nervös werde, schalten sich bei mir körperliche Beschwerden ein. Auf mich kann man sich nicht mehr verlassen. Heute geht es mir super, und morgen so schlecht, dass ich nicht kommen könnte. Welcher Arbeitgeber würde das mitmachen? Ich würde zwei bis dreimal die Woche ausfallen. Ich bin durch meine Erkrankung sehr unsicher, und in fremden Umgebungen habe ich ständig Angst, dass diese körperlichen Beschwerden auftreten könnten und ich nicht mehr nach hause komme. Es ist nicht so, dass ich körperlich nicht fit genug wäre, zu arbeiten, überhaupt nicht. Es geht um meine Psyche. Diese Symthome schalten sich nicht nach einer bestimmten Anzahl Stunden ein, sie kommen oder nicht. Ich kann eigentlich nicht so genau erklären, wann die Symthome auftreten.
Ich fühle mich nicht in der Lage, eine Arbeitsstelle aufzusuchen. Ich sage immer, mein Stresslevel ist mittlerweile einfach extrem weit unten. Und Termindruck bedeutet Stress. Um alles in der Welt fit bei der Arbeit bleiben zu müssen, bedeutet Stress. Ich kann das nicht besser erklären. Oh mein Gott, wenn ich das lese, und wenn das jemand anderes geschrieben hätte, würde selbst ich sagen, vielleicht ist derjenige ja doch nur zu faul zum arbeiten. Wie muss sich sowas für andere Menschen anhören, denen ich sowas erzähle? Aber so ist es nun einmal. Ich kann es nicht ändern, zumindest nicht allein.

Ich bin gelernter Softwareentwickler, und ich bin sehr flexibel. Ich habe in meinem Leben schon viele verschiedene Dinge getan, und ich habe nichts dagegen, einer anderen Beschäftigung nachzugehen, als meinem gelernten Beruf. Ich habe sogar schon daran gedacht, irgendwo erst einmal ehrenamtlich zu arbeiten. Aber ich konnte mich bisher nicht einmal dazu aufraffen, zu solch einem "Vorstellungsgespräch" zu gehen. Wie oft saß ich schon im Auto, wollte gerade losfahren, da ging es wieder los? Doch, einmal war ich bisher da, und ich sprach dort natürlich auch mein "kleines" Problem an. Die Antwort war, dass die mich so nicht gebrauchen können. Auch wenn das ein Ehrenamt ist, brauchen die Leute, auf die man sich verlassen kann. Und wenn solche Stellen einen schon nicht haben wollen.....?

12.02.2014 17:02 • #9


Ja die Situation verstehe ich in etwa.
Wurde seitens des Anwaltes nicht geklagt? Wenn nein: warum nicht? Über diesen Weg hätte man evtl. auch Einfluss auf ein neues Gutachten nehmen können.

Wenn deine Frau dich verlassen sollte, was wir ja mal nicht hoffen, müsstest du in der Tat ALG II beantragen. Wenn deiner Frau etwas zustoßen würde, was wir ebenfalls nicht hoffen, würdest du eine Rente bekommen. Und wenn diese nicht ausreicht, was angesichts deines Alters und des wahrscheinlichen Alters deiner Frau sehr wahrscheinlich ist, ergänzende Leistungen. Das sind natürlich keine beruhigenden Aussichten.

Mir geht es jetzt eher um die rechtliche Seite. Die Frage ist, wie weit das Verfahren voran geschritten ist. Und ob du überhaupt noch etwas unternehmen kannst. Heißt: Widerspruch, Klage oder Neuantrag. Ein guter Anwalt für Sozialrecht (davon gibt es nicht so viele) wäre schon nicht schlecht. Allerdings muss man da ja auch die Kosten sehen, die sowas mit sich bringt. Wir haben früher in der Kanzlei (da ging es aber um Medizinrecht) in einigen Fällen und sehr langwierigen Verfahren Renten durch bekommen. Das ist sehr zermürbend.

12.02.2014 17:10 • x 1 #10


Zitat von MarkusGL:
Ich bin gelernter Softwareentwickler, und ich bin sehr flexibel.

Sorry, nur kurz einklinke...
aber als SW-Entwickler hast du heutzutage die freie Wahl!
Da kannst du auch einen Arbeitgeber finden, der dir arbeiten im Home-Office ermöglicht.
Und dann arbeitest du halt nur wenn du dich dazu in der Lage fühlst.
Das ist nicht an Anwesenheit im Betrieb gebunden.

12.02.2014 17:18 • #11


Schlaflose
Das mit dem Termindruck kann ich sehr gut nachvollziehen. Bei mir äußert sich das aber immer darin, dass ich nicht schlafen kann, je nachdem, schon 2-3 Nächte davor. Da behelfe ich mir halt mit Schlaftabletten, damit ich die Termine wahrnehmen kann. Vielleicht wäre es für dich auch eine Lösung, zumindest am Anfang um zu deinen Therapieterminen zu kommen, auch ein Notfallmedikament zu nehmen z.B. Tavor.
Bei mir ist es immer so, wenn ich etwas zum wiederholten Male mache und diese Sache zu etwas Alltäglichem wird, dann verschwindet der Druck allmählich.
Ich weiß nicht, inwieweit du hier im Forum schon herumgelesen hast, aber es gibt sehr viele Leute, denen es genauso geht wie dir.

12.02.2014 17:37 • #12


MarkusGL
Hallo Shamus, sicher, das ist kaum an Anwesenheiten im Betrieb gebunden. Ab und zu allerdings schon. Also ich kenne keine Firma, die ihre Mitarbeiter nie sehen will. Und nur arbeiten, wenn man sich dazu in der Lage fühlt, klingt zu schön um wahr zu sein. Wo gibt es so einen Job? Gerade in der Softwareentwicklung ist man immer sehr stark an Termine gebunden, und unter Termindruck geht bei mir gar nichts mehr. Wie gesagt, auch immer vorausgesetzt, ich würde den Job überhaupt bekommen, indem ich es schaffe, zu dem Vorstellungsgespräch zu kommen.

Dann zu Pumuckl:
Es wurde Klage eingereicht. Und ich war auch schon bei einem anderen Gutachter, dieser wurde vom Gericht bestellt. Aber dieser hat ebenfalls behauptet, dass ich voll arbeitsfähig wäre. Die letzte Möglichkeit wäre es gewesen, einen eigenen Gutachter zu bestellen. Und da ich Rechtschutzversichert bin, war das finanzielle auch alles kein Problem. Ein Problem gab es aber dann mit meinem Gutachter. Ich hatte mich mit einer Ärztin unterhalten, auf der Suche nach einem eigenen Gutachter. Das war die Ärztin, die mir die Tabletten aufschreibt, und die mich deshalb einmal im Quartal sieht. Aber ich bin halt nicht bei ihr in Therapie. Und selbst diese Ärztin meinte zu mir, sie würde sich das nicht zutrauen, weil sie mich nicht kennt. Ich habe keinen Arzt der mich kennt. Niemand, der sich für mich ausgesprochen hätte, und einen eigenen Gutachter zu bestellen, bei dem letztendlich erneut die Gefahr besteht, dass er sich gegen mich ausspricht, ist ziemlich dämlich. Also blieb mir nichts anderes übrig, als die Klage niederzulegen. Dumm gelaufen.
Jetzt bleibt mir nur noch, mir einen Therapeuten zu suchen, der mich a) entweder wieder gesund macht, oder b) vielleicht in einem Jahr oder so sagt, ich sollte Rente beantragen, auf absehbarer Zeit werde ich nicht wieder arbeitsfähig. Dann kann ich erneut Rente beantragen, und werde dann diesen Arzt haben, der sich für mich ausspricht. Wie gesagt, in nem Jahr oder so.
Jetzt bleibt mir also nichts anderes übrig, mir einen Arzt zu suchen, obwohl ich kein Vertrauen zu Ärzten habe. Ich weiß selbst nicht, wie mir ein Arzt auf diese Weise helfen soll. Und jeder hätte mit Sicherheit alle Rechte, zu sagen, ich werde nicht gesund, weil ich selbst nicht dran glaube. Hat niemand eine Vergiss-Tablette für mich, damit ich alle negativen Erfahrungen mit Ärzten vergessen kann und mich völlig vorurteilsfrei auf eine Therapie einlassen kann?

Hallo Schlaflos.
Tavor kenne ich nicht. Den Begriff "Notfallmedikament" habe ich auch noch nie gehört. Dahingehend werde ich mich mal erkundigen, ob so etwas was für mich ist. Vielen Dank.
Schlaftabletten bekam ich auch schon eine Weile verschrieben, die helfen bei mir irgendwie gar nicht. Nachts habe ich auch eigentlich keine Probleme mit diesen Problemen. Also ich schlafe eigentlich relativ gut ein. Oft ist es bei mir so, dass es mir die ganze Zeit gut geht, und dann sitze ich im Auto, will zu dem Termin fahren und BUMM. Ich bin zwar jetzt etwas nervös, denke über den Termin morgen nach, aber es ist noch nicht so schlimm, dass es mich umhaut. Vielleicht wird es auch morgen gehen und ich gehe ganz entspannt zum Arzt, vielleicht aber auch nicht.
Zum letzten Gutachter, der vom Gericht bestellt wurde, hatte mich meine Tochter gefahren. Ich wäre im Leben nicht alleine da hingekommen, zumal das sehr weit weg war und wir über die Autobahn fahren mussten. Und Autobahn fahren geht bei mir auch überhaupt nicht. Dann war ich bei dem Arzt, hab mich fast zwei Stunden mit ihm unterhalten, und es passierte, was fast immer passiert, wenn ich mit jemandem über meine Probleme rede, ich bekam Kreislaufprobleme etc. Der Arzt hatte das sogar mitbekommen, er hatte gesehen, wie meine Tochter mit stützte, damit ich überhaupt zum Auto komme. Und trotzdem bin ich für den Arzt so fit, dass ich vollzeit arbeiten gehen könnte.

Ich hatte ja schon erwähnt, dass die Ärzte mir bestätigt haben, dass ich krank sei, aber trotzdem voll arbeiten gehen könnte. Ihr müsstet mal die Liste der Dinge sehen, die ich laut Gutachter nicht mehr machen darf. Kein Termindruck, nicht im Freien, nicht mit Lärm, nicht im Team, es müsste ein Arbeitgeber sein, der das mitmacht, dass ich zwei bis dreimal die Woche ausfalle (kein Witz, das steht da wirklich drin), aber von Heimarbeit rät er mir ab, weil so die Gefahr besteht, dass ich mich zuhause ganz einigel und das meiner Gesundheit nicht förderlich ist.
Mein Anwalt meinte, es besteht auch die Möglichkeit, Rente zu beziehen, wenn durch diese Einschränkungen kaum noch die Möglichkeit besteht, überhaupt einen Job zu bekommen. Und mein Anwalt schrieb das dem Gericht. So nach dem Motto, uns ist nicht klar, welche Art von Arbeit mein Mandant überhaupt noch ausüben kann. Aber das Gericht hatte diesen Einwand einfach völlig ignoriert, ist gar nicht darauf eingeganen. Das Gericht hatte halt nur, als nächsten Schritt, angeboten, dass wir einen eigenen Gutachter bestellen. Und was daraus wurde, wisst ihr ja.

12.02.2014 18:03 • #13


Aha. Erging dann ein Bescheid oder hast du die Klage zurück gezogen? Das ist natürlich eine denkbar ungünstige Situation. Ich glaube, ich hätte es mit dem eigenen Gutachter aber dennoch riskiert. Denn Gutachter, die man selbst beauftragt, werden den Teufel tun, und gegen einen attestieren. Was hätten sie denn davon? Dann würde kein Anwalt sie mehr weiter empfehlen. Normalerweise kennen Anwälte auch immer gewisse Gutachter, von denen sie wissen, dass sie für die Mandanten positive Gutachten ausstellen. Ich nehme an, dass die Rechtsmittelfrist verstrichen ist?
Also entweder war dein Anwalt nicht gerade gut oder der Richter echt ein gravierender Fall. Dass man dir 8 Stunden zumutet bei so einer Liste an Diagnosen, ist auch eher ungewöhnlich. Dir stehen ja eh keine Gelder zu. Sonst hätte ich gesagt, melde dich beim Arbeitsamt und lass die merken, dass du nicht arbeitsfähig ist.
Das ist echt traurig, wie mit kranken Menschen umgegangen wird. Lohnt es sich denn, weiter zu kämpfen? Also ich meine hinsichtlich der zu erwartenden Rente.

12.02.2014 18:48 • #14


Hallo MarkusGL,

also nach dem ich fast alles von dir hier gelesen habe muß ich sagen das wohl sehr leidest. Jetzt kommt aber das was viele vielleicht wieder als brutal anmerken, ist aber nicht so gemeint und ich betone noch mal ich verstehe dich aber es muß ganz klar gesagt werden das du, so wie du beschaffen bist brauchst du, bevor du eine Rente beantragst und bewilligt bekommst eine Langzeittherapie von mindestens 6 Monaten eher länger. Erst dann kannst du und ein Gutachter mit Bestimmtheit sagen ob du arbeitfähig bist und in welcher Form. Was du vorhast ist dich zu verkriechen, weglaufen vor dem eigentlichen Problem. Damit ist dir nicht geholfen, durch eine Rente gehts dir nicht besser. Es wird eher schlechter, davon kannst du ausgehen. Ich kenne deine Gefühle, aber du mußt ehrlich zu dir selber sein, du willst nur in Ruhe gelassen werden.
Das ist nicht das Ziel das du haben solltest. Es ist keine Schande krank zu sein, es ist aber eine Schande nichts dagegen zu tuen. Hand aufs Herz, was hast du denn schon gemacht in Richtung Therapie? Nicht wirklich viel. Das eben haben auch die Gutachter bemerkt.
Sei mir bitte nicht böse, ich sage das nicht um dir zu schaden. Aber wie heißt es "Der Beweis ist maßgebend" und den kannst du nun mal nicht vorlegen. Also lehnen sie die Rente ab.
Hättest du 2 abgeschl. ambulante Therapien und eine Langzeit z.B. und es hätte sich nach Bestätigung der Ärzte keine Besserung ergeben, dann sähe die Sache anders aus.
Deine Liste an Beweisen und Diaknosen ist lang und sicher berechtigt, aber was hast du unternommen um sie zu verkürzen?

12.02.2014 19:16 • #15


Du schreibst das du selbstständig warst und dich deswegen nicht hast krankschreiben lassen können. Wieso nicht? Zusatz Krankengeld nicht in der Versicherung gehabt? Das ist dann aber dumm gelaufen. Den bei mir, ich bin auch selbstständig kostet dieser Zusatz gerade mal 23,00€ im Monat bei KGS22, Krankengeld ab dem 22 Tag.

12.02.2014 19:53 • #16


Ich sehe das so wie mattes.

Du klingst für mich wie ein typischer Vermeider. Wenn du Kreislaufprobleme bekommst, dann willst du "weg".
Hast du bisher nichts von "Konfrontieren" gehört?
http://de.wikipedia.org/wiki/Konfrontationstherapie
"Der Weg hinaus ist nur der Weg hindurch." (Das ist nicht von mir, sondern eine alte Erkenntnis verschiedener Therapieentwickler.)

Mit anderen Worten, man kann all dieses Symptome nur loswerden, wenn man sie nicht primär loswerden will. Sondern sich jeweils dafür entscheidet, sie zu AKZEPTIEREN und zu ERLEBEN.

Ich vermute, dass die Therapeuten/Ärzte in der Klinik dein Vermeidungsverhalten festgestellt haben und deswegen konstatierten, dass sie dir nicht helfen können. Denn das können sie dann wohl wirklich nicht. Das kann der Betreffende nur selber.

Hast du denn ernsthaft nachgefragt, warum sie dieser Meinung waren?

Ehrlich gesagt (hier werden zwar einige wieder aufschreien, aber ich bin der festen Meinung, dass es da einen Zusammenhang gibt):
Du schreibst ein sehr gutes Deutsch mit sehr klaren Gedanken. Aber ausgerechnet das Wort "Symptome" kannst du nicht richtig schreiben. Selbst beim dem WORT hast du also offenbar vermieden, genau hinzuschauen. So, wie du vor den Symptomen fliehen willst.

12.02.2014 21:02 • #17


Zitat von GastB:
Du klingst für mich wie ein typischer Vermeider.

Empfinde ich genauso wie GastB.

Wenn man mit 40 dran denkt in Rente zu gehen ohne intensiv an seiner Genesung gearbeitet zu haben (bei psychischen Dingen hat man das ja zum Glück oft größtenteils selbst in der Hand), ist das schlicht und einfach ein Aufgeben. Mal ganz ernsthaft... meinst du deine Frau fühlt sich schon alt genug um ihr Leben an der Seite eines Rentners zu verbringen, der selbst offenbar keine Ziele und Pläne mehr hat? Meinst du sie ist jetzt schon bereit für den "Lebensabend"? Meinst du sie ist langfristig glücklich wenn ihr Mann ohne zu kämpfen kapituliert?

Und was meinst du, wie viele Leute Angst vor Vorstellungsgesprächen, Meetings, 1. Arbeitstagen etc. etc. haben. Ich lehne mich mal aus dem Fenster... ich denke der Großteil aller Menschen hat das.
Und trotzdem tun sie es. Und wenn sie es gemeistert haben, geht es ihnen gut weil sie nicht gekniffen sondern ihren Schweinehund überwunden haben. Versteh mich nicht falsch, ich sage nicht, dass das alles leicht ist. Aber ich sage, dass das zu schaffen ist und das auch du es schaffen kannst. Wenn du willst.

12.02.2014 23:10 • #18


Was ich jetzt schreibe soll dir einen Anreiz geben, soll nicht heißen wie toll ich bin, nur zeigen das es geht. Mit Angst und Panik hatte ich seit meinem 16 Lebensjahr zu kämpfen.
Les hier:
angst-vor-krankheiten-f65/bin-neu-hier-und-moechte-mich-kurz-vorstellen-t52710.html

2003 hatte ich 2 akute Bandscheibenvorfälle, ich bin Stahlbauer, Nach der Akutfase Reha dann Umschulung zum CNC Techniker, als ich fertig war sagte man mir ihnen fehlt CAD/CAM. Bis 2006 als manueller Fräser gearbeitet. Dann der 3 BWS. Reha, Umschulung kaufmännisch, keine Anstellung, Schule bis hin zum Maschinenbau-Konstrukteur, 2008/2009 fertig in der Maschinenbaukrise, keine Anstellung. Beginn der Selbstständigkeit 2009 bis heute als Renovierungsunternehmen. Ich alleine bin das Unternehmen. 2012 dann der Burn Out nach allem. Meine Schuld, habe keine Grenzen gesetzt. Ab zum Arzt, Überweisung und trotz meiner ganzen Therapieerfahrung bin ich jetzt wieder in Therapie, momentan krankgeschrieben aber sobald der Winter vorbei ist, März wenn die Leute wieder Aufträge vergeben, ist im Winter leider Stillstand, gehts weiter, anders als vorher mit Grenzen.
Und nein, ich habe keine private KV. Gesetzlich, freiwillig weiterversichert.
Es war alles nicht leicht und ich wollte auch oft aufgeben aber ich habe eine Frau und zwei Söhne und ich will leben, also ich mache weiter, wenn nötig wieder von vorne wie jetzt.

Nun überlege du ob du die Rente willst oder ob du angreifen willst und der Krankheit die Stirn zeigst.

13.02.2014 07:38 • #19


Komm raus aus deinem Selbstmitleid, das bringt dich nicht weiter, das zieht dich runter. Ich hab hier mal einen coolen Spruch gelesen:

Wer im Loch sitzt muß zu erst das graben aufhören.

Was du jetzt hier gelesen hast ist unter anderem Therapie, ist Selbsthilfegruppe, ist die Wahrheit.
Genau dagegen wehrst du dich, das ist es was du nicht willst. die Wahrheit hören, die tut aber nun mal weh und das muß sie auch sonst ändert sich nichts. Du bist ja nicht umsonst da wo du jetzt bist.

13.02.2014 07:48 • #20




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