Hallo pumuckl, es tut mir sehr leid, dass du deine Großeltern nicht mehr in die Arme schließen kannst - aber ich finde es auch sehr schade, dass du mich hier so pauschal abstempelst.
Ich habe nirgendwo erwähnt, dass ich meine Großeltern NIE anrufe oder besuche. Ein Mehrgenerationenhaus ist auch sicher eher die Ausnahme, als die Regel. Zumal ich weder mit meinen Eltern noch mit meinen Großeltern zusammen leben möchte, sondern mit meinem Partner. Auch meine Eltern genießen seit 6 Jahren wieder ihr kinderloses Heim zu zweit und sind darum nicht böse

Ich sehe da eher eine Diskrepanz zwischen den Bedürfnissen meiner Großeltern und denen von uns Enkeln. Mit 15 war es zwar nervig aber kein großes Ding jedes Wochenende mit den Eltern zu den Großeltern zu fahren. Und wenn man da war, war es auch gar nicht so blöd
Jetzt sieht das mittlerweile anders aus. Durch meinen Partner habe ich eine eigene Familie und sogar noch eine komplette Familie (nämlich Seine) dazu gewonnen. Es sind also ungleich mehr Personen, deren Wunsch nach Kontakt erfüllt werden muss. Sagt man es wie es ist: Meiner Oma sterben die Kontakte weg.
Da es mir finanziell nicht möglich ist, jeden Monat 400 Kilometer zu ihr zu fahren um einen persönlichen Besuch zu ermöglichen bleibt nur der telefonische Kontakt. Dies ist allerderdings auf alle Familienmitglieder übertragbar: meine Schwester wohnt 200 Kilometer entfernt, meine Eltern Hin und Rück sogar 800.
Nun ist es sowohl meiner Schwester als auch meinen Eltern möglich, diese Distanz selbst zu überbrücken, sodass sich die Fahrerei die Waage hält - meine Oma kann das nicht mehr. Somit ist nicht nur das Finanzielle ausschlaggebend, sondern auch der zeitliche Rahmen. Es braucht genug Geld und Zeit für die Fahrt, den Aufenthalt, das Hotel,....wochentags undenkbar. Somit bleiben nur die Wochenenden an denen auch andere persönlichen Kontakt wollen: meine zweite Oma, meine Eltern, meine Schwester, die Eltern meines Partners, dessen Großeltern, dessen Geschwister, Freunde......und dann ist da ja auch noch mein Partner dem ich Aufmerksamkeit schenken möchte, wenn wir uns in der Woche nur zum gemeinsamen schlafen gesehen haben. Und vielleicht auch einfach Mal ein Wochenende ganz für mich alleine.
Das alles geht weit darüber hinaus, was ich eigentlich hier erfragen wollte. Trotzdem hielt ich es für angebracht das jetzt zu erklären.
Ich kann nachvollziehen, dass meine Oma sich verlassen und vergessen fühlt. Auch das diese Generation gelernt hat so eine Schwäche niemals zum Ausdruck zu bringen. Deswegen interessiert es mich, wie Andere damit Erfahrung gesammelt haben bzw. wie sie Ihren Großeltern zu verstehen gegeben haben: Es ist okay wenn du dich einsam fühlst und mich anrufst! Wenn du mir nur vorwirfst, dass ich dich nicht anrufe wird sich nichts ändern, denn ich kann in 100 Kilometern Entfernung nicht erahnen, dass du das Bedürfnis danach hast.
Ich weiss nicht, wie ich mit diesen Vorwürfen Ihrerseits umgehen soll, denn sie ist nunmal nicht die einzige Person in meinem Leben, die eine größere Rolle spielt. Alter hin oder her.