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Hallo ihr Lieben!
So, jetzt bin ich auch ein Kummerecken-Fall. Ich habe sehr lange mit mir gerungen, ob ich dies hier überhaupt zum Thema mache.
Aber wenn nicht hier, wo dann ?
Naja, wie unschwer zu erkennen ist: Mein Problem - mein Vater.
Konkret werde ich von diesem netten Herren seit fast 20 Jahren ignoriert.
Mein Vater ist ein sehr schwieriger Mensch - sehr intelligent, aber auf der Gefühlsebene ein echter Versager.
In meinem ganzen Leben habe ich es ihm nie recht machen können. Mein Vater hatte es immer wahnsinnig gut drauf, einem das Gefühl zu vermitteln, ein Nichts zu sein.
Schläge seinerseits haben mich bis zu meinem 19.Lebensjahr begleitet. Und nicht nur das - an jeder Stelle meines Körpers begrabscht zu werden, gehörte auch dazu.
Das klingt jetzt für euch bestimmt total blöd: Aber das er eigentlich nur ein perverses Dreckschein ist, nimmt dem großen Vater ein ganz klein bißchen den Schrecken.(entschuldigt den Ausdruck, ich bin aber an dieser Stelle nicht bereit, einen anderen zu wählen) .
Warum scheibe ich das hier? Weil ich jetzt 38 jahre alt bin und und mich mein Vater immer wieder beschäftigt. Im negativen Sinne natürlich.
Er verdorben mir jede familäre Feierlichkeit. Ich bin für ihn nicht existent und mir bleibt nicht viel mehr übrig, als mich genauso zu verhalten. Und das ist so anstrengend.
Ich denke, mir wird hier jeder raten, mal mit meinem Vater zu reden. Aber vergeßt das bitte ganz schnell!! Solche Sachen werden sofort abgeschmettert. Für ihn gibt es nichts zu reden. Alles was er sagt ist richtig - das einzig Wahre - Widerspruch nicht erwünscht - alle blöd, außer er.
Eine Sache beruhigt mich: Er kommt mit KEINEM Menschen klar (außer mit meiner Mutter, auf die ist er total fixiert).
Ein berühmter Satz von ihm: Ich bin gern unter Menschen, aber nicht gern mit Menschen. Das trifft zu, denn er hat keinerlei Freunde oder Bekannte. Das Ganze durchaus so gewollt.
Ok, dies erstmal zur Geschichte. Und was erhoffe ich mir hier?
Kann mir jemand sagen, wie man endgültig für sich mit dem Problem abschließt? Zwischenzeitlich denke ich, ich schaff das ganz gut so nach und nach.Aber es gibt diese Momente, wo alles wieder so existent ist, noch viel zu häufig.Habt ihr auch solche Erfahrungen machen müssen?
Was tue ich, wenn mein Erzeuger eines Tages meine Hilfe braucht? ( Mein Vater ist schwer Nierenkrank und steht kurz vor der Dialyse)
Ich weiß nicht, ob ich dann das anständige Kind sein kann.
Wißt ihr, mir ist klar, das sich mein Vater niemals ändern wird. Das ist Fakt. Ich muß damit leben. Ich ärgere mich über mich selbst, das ich nicht gleichgültig sein kann.
So, und jetzt schicke ich diesen Text ganz schnell auf Reisen, bevor ich es mir noch anders überlege. Es fällt mir nämlich sehr schwer, darüber zu schreiben.
Liebe Grüße und Danke fürs Lesen..... Simmi

15.03.2010 14:30 • 18.03.2010 #1


19 Antworten ↓


Hast du mal versucht in Ruhe, unter 4 Augen mit ihm darüber zu reden ?
Ihn gefragt warum er so reagiert ? Mit deiner Mutter kommt er klar warum dann mit dir nicht, du gehörst ja auch zur Familie.
Konfrontier ihn auch mit der Frage: Was tue ich, wenn mein Erzeuger eines Tages meine Hilfe braucht?

Mach ihm klar das du es nicht schaffst ihn dauerhaft zu pflegen wenn er nicht bereit ist sich zu ändern. Du würdest kaputt gehen wenn du auch noch ständig seine Launen ertragen müsstest.

Mein Onkel war ähnlich wie dein Vater, als er krank wurde hat sich alles verschlimmert. Er war nur noch am rumnörgeln und rumkommandieren, man konnte ihm nichts recht machen und man konnte nicht mal einfach abhauen und ihn stehenlassen...

15.03.2010 15:25 • #2



Ein gefühlskalter Vater.

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Zitat:
Hast du mal versucht in Ruhe, unter 4 Augen mit ihm darüber zu reden ?

Früher, ja. Auch mal in schriftlicher Form, weil ich mich anders nicht getraut habe.
Seine Worte waren in etwa die, das er sich niemals Vorwürfe anhört, von niemandem.
Den Brief habe ich also entsorgt.
Was mich so nervt: Warum belastet mich das so? Wir sehen uns vielleicht 4-6 mal im Jahr. Da könnte man doch meinen, da wäre genug Abstand vorhanden und der Alte kann mich mal....
Aber nee, stattdessen träume ich öfter nachts von ihm. Nichts Gutes natürlich.
(werde brutal von ihm festgehalten und komme nicht weg). Ich wach dann immer mit Herzrasen auf.

15.03.2010 16:09 • #3


Zitat von Simmi:
Zitat:
Hast du mal versucht in Ruhe, unter 4 Augen mit ihm darüber zu reden ?

Früher, ja.

Wann das letzte Mal ?
Vielleicht würde er ja jetzt, wo er krank ist, anders reagieren.

Zitat:
Aber nee, stattdessen träume ich öfter nachts von ihm. Nichts Gutes natürlich.
(werde brutal von ihm festgehalten und komme nicht weg).

Angst ihn pflegen zu müssen obwohl du lieber so weit wie möglich weg von ihm wärst ?

15.03.2010 16:16 • #4


Zitat:
Wann das letzte Mal ?

Ewig her. In meiner Jugend. Irgendwann gibt man auf. Weil erstens bringts nichts und zweitens hat man Angst immer wieder zurückgewiesen und weggestossen zu werden.
Bitte glaub mir, genau das würde wieder passieren. Muß ich mir das antun?

Und mein Vater würde es nie im Leben zulassen, das seine Tochter ihm im Alter den Hintern wischt. Echt nicht.
Ich weiß, man soll sich über ungelegte Eier keine Gedanken machen, aber: Was, wenn mein Vater eine Niere braucht? Was ist, wenn ich mich testen lasse und es paßt? Krieg ich sowas gebacken? Kann ich mit so einer Situation umgehen?
Wie schon geschrieben: Diese Situation ist nicht so abwegig..
Du siehst, dieser Mann läßt mich nicht los.... wie in meinen Träumen.

15.03.2010 16:37 • #5


Zitat von Simmi:
Was, wenn mein Vater eine Niere braucht? Was ist, wenn ich mich testen lasse und es paßt? Krieg ich sowas gebacken? Kann ich mit so einer Situation umgehen?

Würde dein Vater sie von dir annehmen wollen ?
Würdest du sie ihm geben wollen wenn er sich all die Jahre dir gegenüber anders verhalten hätte ?
Die Frage stellt sich ja auch nur wenn, im Fall das es nötig wird, kein anderes Spenderorgan zur Verfügung steht. Dann musst du aber auch noch bedenken das du selbst dann nur noch eine hättest. Was wenn damit mal was ist ? Würdest du das Risiko eingehen wollen (unabhänig davon wie dein Vater zu dir ist)?

Wenn dich das Ganze so fertig macht dann lass doch jetzt schon testen ob es passen würde. Die Warscheinlichkeit ist gering und wenn das Ergebnis sagt es passt nicht musst du nicht weiter darüber grübeln.

15.03.2010 16:49 • #6


Zitat:
Würdest du sie ihm geben wollen wenn er sich all die Jahre dir gegenüber anders verhalten hätte ?

Ja, und es wäre mir egal, ob die eine, die ich noch hätte, auf Dauer funktioniert.
(Bei meiner Mutter, meinem Bruder oder meinem Mann würde ich auch keine Sekunde überlegen)
Aber so: Ich bin ehrlich.... ich glaub, ich kann das nicht.
Das mit dem vorher testen lassen ist eine Überlegung wert. Mal sehen.

Ich will einfach nur meinen Vater aus meinem Kopf verbannen. Und genau das scheint mehr als schwierig.

15.03.2010 17:29 • #7


Hallo Simmi,

du bist nach so einer Behandlung m.E. weder gesetzlich noch moralisch verpflichtet, deinen Vater zu pflegen, noch ihm eine Niere zu spenden, und auch nicht, immer wieder mit ihm über euer Verhältnis zu reden!

Er hat sich gleich in doppelter Weise dir gegenüber als Vater SEHR schlecht benommen (sexuelle Übergriffe und sadistische Übergriffe

Dass du noch häufig von ihm träumst, mit Angst und Widerwillen, ist leider m.E. normal.

Von den Eltern braucht ein Kind eigentlich eine liebevolle und anständige Behandlung, um sich gut entwickeln zu können. Wenn das fehlt, dann sehnt man sich zum einen immer weiter danach. Wenn dazu dann noch ausgesprochen aggressive, ehrverletzende Handlungen dazukommen, dann leidet man daran. Und diese Mischung aus Zuneigungwollen, Lieben und Schmerzabwehren brodelt bei den meisten dann leider noch lange. Es ist aber sehr gut, dass du jetzt darüber sprichst. Das ist absolut wichtig.

Ich glaube aber, dass deine Einschätzung, dein Vater sei gefühlskalt, eigentlich eine Beschönigung ist.
Kannst du das sehen?

-------------

Im Prinzip sind Kinder alten armen Eltern gegenüber unterhaltspflichtig. Aber das kommt überhaupt nur dann in Frage, wenn man selber ein ziemlich hohes Einkommen hat. Und falls sich der Elternteil eine schwere Verfehlung im Sinne des § 1611 BGB zuschulden kommen ließ und man das nachweisen kann (was aber meist wohl nicht leicht ist), dann hat er/sie sogar noch weniger Anspruch auf Unterhalt. http://www.dispo.de/forum/read.php?13,1691

Einen Anspruch auf persönliche Pflege durch ein eigenes Kind bei Pflegebedürftigkeit hat aber m.W. niemand. (Zumindest ist das heute noch so, und ich kann mir nicht vorstellen, dass das jemals so eingeführt wird.) Das wäre in deinem Fall nach meinem Empfinden eine erneute seelische und körperliche Vergewaltigung, wenn du das tun würdest! Denk nicht mal dran! Wenn du sichergehen willst, versuche, Beweise für seine Misshandlungen zusammenzustellen. Z.B. durch Briefe, Tonaufnahmen, Zeugenaussagen u.ä. Das könnte dich zum einen beruhigen und zum anderen vielleicht einmal tatsächlich relevant werden, z.B. im Erbfall. http://www.frag-einen-anwalt.de/Nur-Pfl ... 39026.html Wenn dein Vater seinen Sadismus auf die Spitze treiben will, könnte er es noch über das Testament machen. Dann wäre es gut, wenn du gewappnet wärest.

Falls du aber keine Zeugen u.ä. bekommst - dann gräme dich trotzdem nicht. Jeder bekommt das, was er verdient - dein Vater auch.

Ich wünsche dir jedenfalls, dass du das bald abschütteln kannst. Dass es sich auflöst. Du verdienst es.

15.03.2010 22:06 • #8


Zitat:
Irgendwann gibt man auf. Weil erstens bringts nichts und zweitens hat man Angst immer wieder zurückgewiesen und weggestossen zu werden.
Bitte glaub mir, genau das würde wieder passieren. Muß ich mir das antun?

Ich denke so ganz aufgegeben hast Du noch nicht.
Es bleibt immer eine Restsehnsucht übrig.
Allerdings solltest Du versuchen genau das zu begraben.
Wir sollten Zuneigung und Liebe nicht erzwingen wollen. Dein Vater ist ein armer Mann- ein kleines Würstchen.
Er hat Dich in Deiner Persönlichkeitsentwicklung schon genug beschnitten- wolltest Du mit einer Nierenspende tatsächlich das Spiel weitertreiben?

16.03.2010 07:56 • #9


Zitat:
Ich glaube aber, dass deine Einschätzung, dein Vater sei gefühlskalt, eigentlich eine Beschönigung ist. Denn ein Vater, der seine Tochter langjährig abwertet, schlägt und begrapscht, ist ja eigentlich nicht kalt, sondern hochgradig aggressiv.
Kannst du das sehen?

Klar, für mich war er damals launisch, dann unberechenbar und aggressiv. Die Stimmung konnte innerhalb von Minuten von gut auf sauschlecht kippen. Natürlich war das immer meine Schuld.
Naja, seit 20 Jahren kann er nun nicht mehr aggressiv werden, also verletzt er mich mit seiner Gleichgültigkeit und seinen Blicken, die mir verraten, für wie dämlich er mich eigentlich hält.
Und dies tut nach wie vor sehr weh, ob ich das will oder nicht.
Wäre schön, wenn mir jemand zeige könnte, wie man den Schalter umlegt.
Aber ich gebe zu, mir gehts heute schon etwas besser. es hilft mir, hier zu schreiben und eure Antworten tun mir sehr gut.
Ganz lieben Dank an dieser Stelle.
Zitat:
Ich denke so ganz aufgegeben hast Du noch nicht.
Es bleibt immer eine Restsehnsucht übrig.

Restsehnsucht?? Das paßt nicht wirklich.
Ich würde mir nach wie vor unheimlich wünschen, von meinem Vater geliebt und anerkannt zu werden, egal was gewesen ist. Ich wünsche mir, das er seine Fehler sieht und daraus lernt. Welches Kind will das nicht!?
Das alles wird ein frommer Wunsch bleiben.
Ich muß einfach nur lernen, damit umzugehen.

16.03.2010 21:06 • #10


Zitat von Simmi:
Zitat:
Ich glaube aber, dass deine Einschätzung, dein Vater sei gefühlskalt, eigentlich eine Beschönigung ist. Denn ein Vater, der seine Tochter langjährig abwertet, schlägt und begrapscht, ist ja eigentlich nicht kalt, sondern hochgradig aggressiv.
Kannst du das sehen?
also verletzt er mich mit seiner Gleichgültigkeit und seinen Blicken, die mir verraten, für wie dämlich er mich eigentlich hält.
Und dies tut nach wie vor sehr weh, ob ich das will oder nicht.

Er verletzt dich mit seiner gespielten Gleichgültigkeit, Simmi Denn wenn sie nicht gespielt wäre, würde er auch keine abwertenden Blicke auf dich werfen. Dann würde er gar keine Blicke auf dich werfen.

Deswegen: Dein Vater ist dir gegenüber noch immer aggressiv.

Wie sollte er sich denn auch geändert haben? Er hat nur seine Mittel geändert, weil die Situation es so fordert. (By the way: Würdest du denn deine Hand dafür ins Feuer legen, dass er bei entsprechender Situation nicht doch wieder zuschlagen würde?)

Und: Ja, die Sehnsucht bleibt. Man kann sich ein bisschen damit behelfen, dass man sich die erwünschten Situationen und Gefühle möglichst plastisch ausmalt. Mir hat das geholfen.

16.03.2010 21:57 • #11


Zitat:
Würdest du denn deine Hand dafür ins Feuer legen, dass er bei entsprechender Situation nicht doch wieder zuschlagen würde?)

Nein, ich lege meine Hand dafür nicht ins Feuer.
Zitat:
Und: Ja, die Sehnsucht bleibt. Man kann sich ein bisschen damit behelfen, dass man sich die erwünschten Situationen und Gefühle möglichst plastisch ausmalt. Mir hat das geholfen.

Du meinst, sich vorstellen, wie es sein könnte, wenn alles anders wäre?
Das hab ich oft getan. Mir hilft das leider nicht. Im Gegennteil, ich werde mir der realen Situation schnell wieder bewußt.
Mir hat mal jemand erzählt, der eine Gruppentherapie gemacht hat, wo es um gestörte Verhältnisse zu den Eltern ging, das es auffällig häufig sehr intelligente Väter und Mütter sind, die auf der Gefühlsebene überhaupt nicht wissen, wo es langgeht.
Wie gesagt, mein Vater ist alles andere als dumm.
Schließen sich Intelligenz und Liebe zu den eigenen Kindern gegenseitig aus?

17.03.2010 09:09 • #12


Zitat von Simmi:
Schließen sich Intelligenz und Liebe zu den eigenen Kindern gegenseitig aus?

an anderer Stelle hast du geschrieben:
Zitat:
Ich will einfach nur meinen Vater aus meinem Kopf verbannen.

Was willst du wirklich - ihn aus deinem Kopf verbannen oder eine Möglichkeit finden ihn dazu zu bringen dir gegenüber doch mal Gefühle zu zeigen ?

Es geht doch nicht nur um die Möglichkeit er könnte mal ne Niere brauchen - oder ?
In Bezug darauf würd ich mir im Vorfeld auch schon Gedanken machen was wenn meine passt, ich es verweigere und er stirbt ? Bin ich dann Schuld ? Geben andere mir die Schuld ?
Würd ich da jetzt schon testen lassen und es stellt sich raus es passt nicht müsste ich mir die Gedanken zum Thema Spende nicht mehr machen und könnte dann vielleicht wirklich mit ihm abschließen.

Geht es um die immernoch vorhandene Sehnsucht wär reden (evtl. mit Hilfe von Familientherapeut) warscheinlich die einzige Möglichkeit. Er wird vielleicht nicht nachvollziehen können wie wichtig dir die Gefühle sind da sie für ihn selbst kaum ne Bedeutung haben.

Warst du ein Wunschkind ?
Ist er dein leiblicher Vater ?
oder könnte es sonst einen Grund geben warum er dir gegenüber keine Gefühle zeigen kann ?

17.03.2010 10:11 • #13


Zitat:
Was willst du wirklich - ihn aus deinem Kopf verbannen oder eine Möglichkeit finden ihn dazu zu bringen dir gegenüber doch mal Gefühle zu zeigen ?

Ich will nicht mehr, das ich seinetwegen manchmal (oder öfter) leide.
Gefühle wird er nicht zeigen, die hat er nicht.
Ich glaube noch nicht mal, das er mich hasst. Ich bin echt egal.
Und in eine Familientherapie kriegst Du ihn auch unter Androhung der Todesstrafe nicht. Denn dafür müßte er ja einsehen, das irgendetwas nicht so ganz in Ordnung ist. Nein, er findet sich und seine Ansichten völlig ok.
Ich mußte mir von ihm schon als Kind anhören, das man Gefühle nicht erzwingen kann. (mit dem Wissen, wer da gerade gemeint war!!)
Sowas vergißt man nie!!
Zitat:
In Bezug darauf würd ich mir im Vorfeld auch schon Gedanken machen was wenn meine passt, ich es verweigere und er stirbt ? Bin ich dann Schuld ? Geben andere mir die Schuld ?

Das genau habe ich anfangs mit meiner Frage gemeint: Komme ich dann mit der Situation klar? Krieg ich es gebacken? In dem Moment ist eine Entscheidung meinerseits fällig. Ich hoffe, es wird niemals dazu kommen.

17.03.2010 21:15 • #14


Zitat:
Warst du ein Wunschkind ?
Ist er dein leiblicher Vater ?
oder könnte es sonst einen Grund geben warum er dir gegenüber keine Gefühle zeigen kann ?

Ich war eher ein kleiner Unfall. Aber dann hat man sich wohl doch auf mich gefreut.
Wenn ich meiner Mutter Glauben schenken darf, ist dieses Übel ernsthaft mein leiblicher Vater. Ich hab ihr immer wieder geasgt, sie dürfte mir einen Fehltritt ruhig beichten. Ich würde mich sehr darüber freuen. Sie bleibt allerdings dabei!!
Wie schade!
Warum er keine menschliche Nähe zuläßt??
Ich weiß nur, das er es als Kind wohl auch nicht so leicht hatte. Er hat zwei ältere Schwestern( auch kein Kontakt mehr), mit denen er sich auch aus irgendwelchen Gründen zerstritten hat. Das Verhältnis zu seinem Vater war auch nicht das Beste. Seine Mutter ist recht früh an Krebs gestorben.
Eine seiner Schwestern wollte sich mal mit ihm versöhnen. Mein Gott, hat der die abserviert. Sowas von eiskalt.
Ich weiß da nichts genaues. Er sprach nie darüber.
Jedenfalls ist er heute ein Mensch, der sich auf niemanden tiefer einläßt.
Traurig, traurig. Der stirbt einsam. Ob ihm das bewußt ist??

17.03.2010 21:25 • #15


Zitat:
Schließen sich Intelligenz und Liebe zu den eigenen Kindern gegenseitig aus?

Das ist hoffentlich nur eine rhetorische Frage, oder? Natürlich schließt sich das nicht aus. Ich kenne genügend intelligente Eltern, die ihre Kinder wahrnehmbar lieben.

Aber das mit dem dass dein Vater Gefühle zeigen soll halte ich für eine gefährliche Sackgasse.
Es ist m.E. nicht gut und führt nicht zur Heilung, das zu beschönigen.

Und es ist m.E. völlig aussichtlos und wird für dich nur noch mehr verletzend, wieder über seine innere Haltung dir gegenüber mit ihm reden zu wollen. Er ist so wie er ist. Zu glauben und zu hoffen, ihn durch ein oder mehrere Gespräche zu einer Persönlichkeitsänderung bringen zu können, ist m.E. eine gefährliche Illusion.

Wie gesagt: Er HAT SEINE GEFÜHLE GEZEIGT. Diese Gefühle sind dir verständlicherweise sehr unangenehm.


Und zum Abgeben einer Niere ist kein Mensch verpflichtet! Man ist nicht mal als Toter zur Organspende verpflichtet, geschweige denn als Lebender an eine Person, die einen gequält hat! Auf jeden Fall solltest du dich in deiner Vorstellung intensiv damit befassen, wie du nach dieser Spende SEELISCH weiterleben würdest. Ob du danach ein seelisch gesundes Leben führen könntest. Und das im Vergleich zur Spende.

Liebe Grüße
GastB

17.03.2010 21:35 • #16


Zitat von GastB:
Und zum Abgeben einer Niere ist kein Mensch verpflichtet!

Stimmt aber Blut ist nunmal dicker als Wasser und im Gegensatz zu ihrem Vater hat Simmi noch sowas wie Gefühle und ein Gewissen(denke ich jedenfalls)

@Simmi: hast du mal dran gedacht mit den Schwestern deines Vaters zu reden ?
Vielleicht würdest du da genaueres erfahren. Sie könnten dir vielleicht etwas von dem geben was dein Vater dir nicht geben konnte.

17.03.2010 21:53 • #17

Sponsor-Mitgliedschaft

Simmi- was gibt Dir Dein Mann?
Du suchst doch grad vermutlich weiter nach Utopien.
Neue Wege- manchmal sind sie schräg, aber gut.
Sich äussern- nicht verunsuchern lassen- daheim den warmen Kamin
Das Ziel.
Ach ja, da trink ich dann plötzlich Weißwein.

18.03.2010 00:21 • #18


Zitat:
Simmi- was gibt Dir Dein Mann?

Natürlich alles das was mein Vater mir nicht bietet, Willy!
Liebe, Wärme,Geborgenheit,Halt!! Glaubst du wirklich, ich hätte mir was anderes ausgesucht?
Kommt jetzt aber bitte nicht mit der Nummer Vaterersatz, ja?
Ich glaube, ich ahne, worauf Du hinauswillst: Wenn ich all das von meinem Mann bekomme, warum vermisse ich das von meinem Vater?!?
Tja, weil mein Gatte eben nicht die Rolle meines Vaters zu spielen hat.
Leute, mir ist ganz klar, mein Vater ist wie er ist.
Unser gestörtes Verhältnis ist nicht zu ändern!
All das weiß ich!
ICH muß meine Haltung ändern. Meine Gefühle in die Reihe kriegen!
Aber eben das fällt mir schwer.
Der Alte ist so manches Mal wie ein Geschwür, das einfach nicht verschwinden will.
Ich will aber, das es verschwindet. Ich will meinen Frieden!

18.03.2010 17:03 • #19


Hallo Simmi,

wenn du eine gute Tochter sein willst, deinem Vater etwas Gutes tun willst, dann - warte nicht, bis er vielleicht eine Niere oder sonstwas von dir braucht,

sondern tue JETZT etwas Gutes für ihn.

Dann tu es autonom, freiwillig, eigenmotiviert.

Suche etwas aus, das er wirklich mag, und schenke es ihm.

Vielleicht Fußballkarten oder eine gute Flasche Rotwein oder ein Abonnement der Zeitschrift seines Hobbys, oder eine CD mit seiner Musik oder Kinokarten oder 1 Tag, an dem du ihm ausschließlich zustimmst - was auch immer ihm gefallen würde. Tu es.

Das ist mein Rat.

Und übrigens aus eigener Erfahrung. Bzw. ich habe damals gefragt: Soll ich dir ...., mitbringen? Er war vollkommen überrascht und sagte aus der Überraschung heraus okay, bring es mir mit. Ich habe es dann für ihn gekauft und ihm geschenkt. Es war nur eine Kleinigkeit, denn es wirkte die aktive positive Geste an sich, nicht die geschenkte Sache.
Das war ein einschneidendes und wichtiges Ereignis, für ihn und für mich.

Liebe Grüße
GastB

18.03.2010 21:02 • #20



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