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igel
Ich habe ja schon gepostet, dass mein Psychoschaden auf die Alk. meiner Mutter zurückgeht, die mich bereits als kleines Kind psychisch misshandelt und missbraucht hat.

Mich würde interessieren, wer Vergleichbares erleben oder erleiden musste.

05.11.2017 15:06 • 05.11.2017 x 2 #1


12 Antworten ↓


Gerd1965
Zitat von igel:
Ich habe ja schon gepostet, dass mein Psychoschaden auf die Alk. meiner Mutter zurückgeht, die mich bereits als kleines Kind psychisch misshandelt und missbraucht hat.

Mich würde interessieren, wer Vergleichbares erleben oder erleiden musste.


Und trotzdem Hut ab, dass daraus so ein toller Mensch geworden ist, das soll an dieser Stelle mal gesagt werden!

05.11.2017 15:12 • x 2 #2



Alk. Eltern

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igel
Danke Gerd !

Die Psychotherapeutin hat sich in einer der ersten Sitzungen ähnlich geäußert. Ich müsste eine grosse " innere Stärke " besitzen, da ich diese traumatischen Kindheitserlebnisse im Grunde doch relativ gut überstanden habe. Na ok, wenn sie meint....

05.11.2017 15:18 • x 1 #3


Hallo igel,

ich habe Dir schon in meinem TB mal geschrieben, dass meine Kindheit so ähnlich ablief. Nur war es der Vatter, der Alk. war/ist und meine Mutter brachte ständig ihren Liebhaber nach Hause, was meinen Vatter zum Tier machte. Er schlug sie jeden zweien Tag und es gab Geschrei ohne Ende. Ich erinnere mich, dass ich in meinem Zimmer jeden Abend saß und bebte vor Angst. Er würgte sie, er wartete auf sie mit der Axt, alles vor den Augen 3 Kinder, ich war die älteste und habe am meisten abbekommen.. Wir lebten ziemlich arm, kein Geld, kein essen, eisige Kälte, nichts zum anziehen.
Mich retten damals echt die Bücher, ich flüchtete mich oft in eine nicht reale Welt. Vielleicht ist dadurch mehrere Jahre später meine Psychose ausgebrochen, wo ich außer Realität war..
Mit 17 wurde ich schwanger und bekam aufs Goscherl, anstatt mir zu helfen, hat mein Vater mit der Faust mir ins Gesicht geschlagen. Meine Mutter schickte mich weit weg zu meiner Oma in eine kleine Ortschaft, wo dann die Abtreibung stattfand. Die auch schief gelaufen war, ich wäre fast verblutet. Dann Notarzt, rote Lichter, besoffener Chirurg, eine Narkose bei der ich wach war und unglaubliche Schmerzen erleiden musste, also Trauma hoch 10...
Trotzdem habe ich meinen Eltern schon lange verziehen, sie wussten nicht besser, waren selber sehr gestresst und mein Vatter psychisch krank. Er hat auch einen Hang zu Schizophrenie..
Tja, so viel dazu.

05.11.2017 15:24 • x 2 #4


BellaM85
Hi!
Bei mir war es ähnlich naja gut. Als meine Mutter starb nahm mein Vater sich eine gestörte Frau die war Alk.. Sie war immer eifersüchtig auf mich und machte mir mein Leben schwer, ihr Vater stand auf mich der gestörte Typ, dann bin ich mit 12 Jahren ausgezogen mit 16 wieder zurück und nach 6 Wochen zu Hause leben gab es wieder Stress zwischen ihr und mir dann bin ich auf sie los. Und zog wieder aus .
Mein Vater meinte er hätte von all dem nichts gewusst, schwer vorstellbar wenn die Ehefrau säuft und nach Alk stinkt aber okay.
Kurz nachdem ich weg war mit 16 trennten sie sich auch. Sie sprach sich mal mir aus aber haben keinen Kontakt mehr. Ich habe es verarbeitet, kann damit gut umgehen und denk da auch nicht mehr drüber nach ist passiert und gehört zu meinen Leben dazu und gut ist. Ändern kann man es eh nicht mehr .
Aber lieber Igel du siehst du bist nicht allein mit solchen gestörten Dingen aufgewachsen

LG

05.11.2017 15:24 • x 1 #5


igel
Das klingt ganz furchtbar, JP. Mit Sicherheit viel schlimmer als das, was ich erlebt habe. Es besteht halt die Gefahr, dass man die eigenen,schlimmen Erfahrung zu sehr in den Mittelpunkt stellt. Deshalb ja auch dieser Thread hier.

@ Bella : Gut zu wissen, das man nicht allein ist.

05.11.2017 15:29 • x 1 #6


Zitat von igel:
Die Psychotherapeutin hat sich in einer der ersten Sitzungen ähnlich geäußert. Ich müsste eine grosse " innere Stärke " besitzen, da ich diese traumatischen Kindheitserlebnisse im Grunde doch relativ gut überstanden habe. Na ok, wenn sie meint....

Genau das wurde mir auch gesagt von der neuen Therapeutin. Obwohl ich aber glaube, sie sieht die Schäden nur nicht, die es doch angerichtet hat. Die liegen ja nicht alle auf dem Serviertablett, sondern sind verborgen. Ich habe auch (noch) nicht alles erzählt.

Konkret zum Thema: Bei mir hat nur der Vater gesoffen, aber der war selten zuhause. Alk. war bei uns daher noch das geringste Problem, und körperliche und psychische Gewalt konnten meine Eltern auch ganz ohne Rausch. Da genügte der Hass auf ihr eigenes besch*** Leben, den sie an uns Kindern, besonders an mir, ausgelassen haben. Wenn sie mal zu zweit daheim soffen, war das sogar ein gutes Zeichen, das war dann einer der wenigen Versöhnungsabende, wo sie beschlossen, es von nun an besser zu machen. Hielt dann so zwei Tage, der Vorsatz. Zwei Tage ohne Schläge und verbale Demütigungen, dafür mit warmem Essen auf dem Tisch.

Ich hoffe, in diesen Thread schneien keine Nichtbetroffenen herein, die etwas von "man muss auch mal verzeihen können" oder "ihr seid erwachsen, lasst die Vergangenheit ruhen" labern

05.11.2017 15:29 • x 2 #7


BellaM85
Das sehe ich auch so JP. Ganz schlimme Geschichte die du erleben musstest.

05.11.2017 15:33 • #8


Zitat von igel:
Mit Sicherheit viel schlimmer als das, was ich erlebt habe. Es besteht halt die Gefahr, dass man die eigenen,schlimmen Erfahrung zu sehr in den Mittelpunkt stellt.

Darum, was objektiv gesehen schlimmer war und was weniger schlimm, soll es bei solchen Erfahrungsaustäuschen (gibt's dazu überhaupt einen Plural?) nicht gehen, finde ich persönlich. Sondern darum: Was hat meine Erfahrung mit mir gemacht? Wie schon angesprochen wurde, sind wir unterschiedlich aufgestellt, die einen sind resilienter, die anderen weniger. Was den einen kaputt macht, schafft der andere grade mal noch.

05.11.2017 15:40 • x 2 #9


igel
Sehen wir es doch mal positiv Wer bei dem, was wir erlebt haben, keinen Psychoknacks bekommt hat seinen Kopf nur zur Befestigung der Ohren.

05.11.2017 15:42 • x 2 #10


Zitat von igel:
Das klingt ganz furchtbar, JP. Mit Sicherheit viel schlimmer als das, was ich erlebt habe. Es besteht halt die Gefahr, dass man die eigenen,schlimmen Erfahrung zu sehr in den Mittelpunkt stellt. Deshalb ja auch dieser Thread hier.

@ Bella : Gut zu wissen, das man nicht allein ist.


Na ja, jeder hat es auf seiner Art und Weise schlimm erlebt, wie wollen ja keinen Wettbewerb machen a la wem ging es am besch***sten..
Meine ich jetzt scherzhaft..Ich versuche alles im Leben mit Humor zu sehen, auch wenn er schwarz ist..

Am meisten , was mich quält,dass ich damals dasKind nicht austragen durfte. Jetzt bin ich kinderlos, da danach in meinen 2 langen Partnerschaften klappte es irgendwie nicht mehr. Mein Ehemann und ich haben darüber damals noch nicht gesprochen, dann starb er, und mein Ex mit dem ich 10 Jahre zusammen war, sagte mir klipp und klar, er wolle keine Kinder.

05.11.2017 15:44 • #11


Zitat von igel:
Sehen wir es doch mal positiv Wer bei dem, was wir erlebt haben, keinen Psychoknacks bekommt hat seinen Kopf nur zur Befestigung der Ohren.

Ich habe ja seit 20 Jahren null Kontakt zur "Familie". Einer meiner Brüder hat mich vor einigen Jahren kontaktiert und wollte sich mit mir treffen. Ich meinte, das könnte alte Wunden aufreißen usw., ich sei mir daher unsicher. Er so: "Was für Wunden denn? Ist dir was passiert? Unsere Mutter hat doch immer gut für uns gesorgt, wenn der Erzeuger wieder einmal verschwunden war, ich rechne ihr das hoch an!" Verblüffend. Ein Verdrängungskünstler und Phantast der Sonderklasse. Oder eben einfach nur doof und empathielos. Oder ein früher Fall von Demenz?

05.11.2017 15:46 • #12


igel
@juwi : Verdrängungskünstler war mein Vater auch. Hat immer weggesehen und sein eigenes Leben gelebt,was so gut wie nie zu Hause.

05.11.2017 15:50 • #13



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