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Sonnenstern30
Hallo, ich komme mir jetzt ein wenig blöd vor, aber ich weiß auch nicht so richtig weiter. Ich lebe mit meinem Mann zusammen und wir haben 2 kleine Kinder. Wir arbeiten beide und sehen uns Abend für 1-2 Stunden. Meist ist der Alltag bei uns ziemlich stressig und wird alles immer sehr spät, so dass wir als Paar in der Woche sehr wenig Zeit haben. Mein Mann leidet an einer angsstörung, daher läuft es halt so, dass wir in der Woche arbeiten, er manchmal auch noch samstags. Sobald er dann aber frei hat oder Urlaub hat,sitzt er abends immer und trinkt Alk.. Wenn er 2 Tage in der Woche frei hat, trinkt er meist auch an beiden Tagen. Hat er mehr Tage frei, könnte es auch mehr sein, das er trinkt. Er hatte vor kurzem 8 Tage frei, und 6 Abende davon hat er getrunken. Die Tage, wo er trinkt, sitze ich abends immer alleine. Im Grunde genommen kann man sagen, wir haben nur die Zeit in der Woche abends nach der Arbeit, am Wochenende tagsüber wenn die Kinder auch dabei sind, aber als paar bleibt da sehr wenig Zeit für. So langsam fehlt mir das ein wenig, denn ich finde auch mit Kindern, braucht man auch Zeit als paar. Zumal wir schon getrennt schlafen, aufgrund seiner angsstörung und Alk.. Hat hier jemand ein Rat für mich, denn mir tut es weh und ich bin auch langsam verzweifelt

06.06.2020 21:28 • 08.06.2020 #1


17 Antworten ↓


cube_melon
Ja, schau nach ob ihr im Landkreis eine Beratungsstelle für Sucht habt und lass dich beraten.

Alk und eine Angststörung sind zwei Dinge die sich absolut nicht vertragen.

06.06.2020 22:28 • x 5 #2




Sonnenstern30
Danke, für den tip. Da hast du auch recht, das verträgt sich auch nicht, was ich ihm auch immer wieder gesagt habe. Denn es ist sehr auffällig, wenn er dann wieder aufhört zu trinken

06.06.2020 22:50 • #3


cube_melon
Habe (leider) schon zu viel gesehen was das Thema Substanzmissbrauch angeht.

Einen Weg zu finden wie ihr beide das geregelt bekommt, ist individuell. Die Beratungsstelle hat mehr Erfahrung, Manpower und auch Mittel um dir da professionell Rat zu geben und evtl. so Dinge wie Paargespräche durchführen oder vermitteln kann.

06.06.2020 23:00 • x 3 #4


Sonnenstern30
Vielen Dank für den Rat

07.06.2020 08:05 • #5


soleil
Ist dein Mann denn einsichtig und gibt zu, dass er ein Alk.problem hat? Ist er gewillt, sich helfen zu lassen und an der momentanen Situation etwas zu ändern? Es ist wichtig, dass ihr im Gespräch bleibt und er weiss, dass dich sein Verhalten überfordert und du auch verzweifelt bist. Der Gang zu einer Beratungsstelle ist schon mal gut.

07.06.2020 08:24 • x 1 #6


Sonnenstern30
Das ist eigentlich immer ein Thema bei uns, wo rüber wir immer reden. Er sagt es auch selber das ihm das nicht gut tut, und er will es auch ändern, aber so ganz will er es noch nicht einsehen, das er professionelle Hilfe braucht. Ich habe schon oft gesehen wie die angststörung ihn im Griff hat, und das nur wenn er so viel trinkt. Ich hab ihm auch schon oft gesagt, dass ich der Meinung bin, das er Hilfe braucht und es alleine nicht schafft. Ich selber leide auch an Depressionen, ich habe damals selber gesagt, daß ich ohne Hilfe nicht mehr da raus komme, und ich war in stationärer Therapie. Und wenn ich das dann sehe, zieht es mich natürlich runter. Er ist auch etwas übergewichtig, und meint wenn er sich gesund ernährt und Sport macht, dann wird es besser.

07.06.2020 08:38 • #7


soleil
Auf alle Fälle ist es ratsam, wenn er mit zur Beratungsstelle geht.
Ist er wegen seiner Angststörung in therapeutischer Behandlung?

07.06.2020 08:46 • x 1 #8


Sonnenstern30
Nein, leider nicht. Er ist der Meinung, er schafft es alleine. Was ich aber nicht denke.

07.06.2020 09:37 • #9


cube_melon
Zitat von Sonnenstern30:
Nein, leider nicht. Er ist der Meinung, er schafft es alleine. Was ich aber nicht denke.

Das sehe ich absolut genau so.
Wenn er schon so weit ist das er seinen emotionalen Leidensdruck mit Alk kompensieren muss und das auch noch in der Form, dann schönen Gruß an ihn - er steht mit einem Bein in der Sucht.

Und da will er nicht hin. In schweren Fällen können solche Menschen hinterher durch geringste Mengen getriggert werden. Das gilt z.b. auch für Orangensaft, der wegen der nätürlichen Gährung geringe Mengen Alk enthält.

Mal abgesehen das seine Angst sich irgendwann so verselbstständigen kann das er Arbeitsunfähig werden kann.

Die Leber kann Alk abbauen, eine Amygdala nicht.

Ich kann nicht einschätzen wie er reagiert. Wenn du das Gefühl hast er würde nicht mitkommen, gehe erst einmal alleine hin und sprich mit den Mitarbeitern.

07.06.2020 09:53 • x 1 #10


Sonnenstern30
Vielen Dank dafür, ich fühle mich jetzt schon etwas besser, da ich nicht damit alleine bin, die so denkt. Er gibt mir was das angeht immer das Gefühl, das ich es übertreibe und mir unnötig Gedanken mache, aber das finde ich nicht. Und es ist schön zu lesen, das auch andere so denken wie ich.

07.06.2020 10:12 • x 1 #11


Icefalki
Ist normal, dass man erst etwas ändert, wenn der Leidensdruck zu hoch wird. Wenn Alk. sein Antidepressivum ist, wird er schlussendlich gegen 2 Monster kämpfen müssen.

Du kannst ihm das ruhig sagen, gleichzeitig aber auch deutlich klar machen, dass es andere Wege gibt, die deutlich besser sind. Was nur bedeutet, dass er Hilfe annehmen darf und dass das kein Grund für Schwäche ist. Eher das Gegenteil. Wenn dir sein Konsum mit Recht missfällt, dann sorge dafür, dass sich etwas ändert.

07.06.2020 11:35 • x 3 #12


Sonnenstern30
Das habe ich ihm auch schon gesagt, ich schäme mich auch nicht dafür, dass ich ne Therapie gemacht habe und heute noch bei einem psychiater in Behandlung bin. Mir selber hat es sehr gut geholfen und ich bin sehr froh, es gemacht zu haben.

08.06.2020 11:40 • x 2 #13


cube_melon
Das ist super.

Sicher, dafür brauchst Du dich absolut nicht zu schämen. Denn dazu gehört schlicht Weg, Einsicht, Wille zur Veränderung und Mut.
Haben nicht alle in so einer Situation.

08.06.2020 13:09 • x 2 #14


Calima
Zitat von Sonnenstern30:
Er gibt mir was das angeht immer das Gefühl, das ich es übertreibe und mir unnötig Gedanken mache, aber das finde ich nicht.


Wenn er weiterhin nicht auf dich hören will, wird der einzige Weg zur Veränderung darüber führen, dass du ihm deine Unterstützung entziehst bei allem, was durch den Konsum verursacht wird. Das fängt mit der Verweigerung des Zuhören beim Rumjammern nach dem Konsum an. Ihn nicht auf der Arbeit krankmelden und vor allem: Kein Suchtmittel kaufen, sind weitere Schritte, die es unbequem für ihn machen.

Leider vermutlich auch für dich. Ich wünsche dir, dass er einsichtig wird und sich bald Hilfe sucht.

08.06.2020 14:03 • x 2 #15


cube_melon
Interessanter Beitrag zum Thema Alk, das es auch ohne geht und die Folgen.

08.06.2020 17:21 • #16


boomerine
Bei geliebten Menschen hat man ein Problem, damit.
Reden und wieder Reden ist wie als redet man mit der Wand.

Wenn du die Kraft hast, ist es gut, denn die wünsch ich dir von Herzen.

PS: Meine erste Ehe ist daran zerbrochen, ich hatte keine Kraft mehr damit umzugehen.

08.06.2020 17:58 • x 1 #17


Mariebelle
Es gibt kaum eine Loesung,ausser ,dass du ihm vermittelst,dass dir seine Sucht schwer zu schaffen macht und du ihn beim Enzug/Abstinenz begleitest.
Will er das nicht,sehe ich wenig Erfolg fuer eine gute gemeinsame Zukunft.

08.06.2020 18:08 • x 2 #18



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