Pfeil rechts
1

Hallo

Ich bin total am Ende und könnte nur noch heulen. Heute morgen ist mir mal wieder richtig bewusst geworden, wie einsam ich doch bin. Auslöser war das nahende Silvester. Früher, als Kind habe ich Silvester geliebt. Eigentlich mag ich es immer noch sehr gerne, doch die Umstände sind einfach schrecklich. Ich hatte nie viele Kontakte oder gar Freunde, doch dieses Jahr habe ich niemanden.

Die letzten Jahre war es immer sehr schön. Ich wohne noch zu Hause und habe auch dort gefeiert. Meine Eltern hatten zwei ihrer Freunde eingeladen und ich hatte zwei meiner Freunde eingeladen. Ungewöhnlich, aber sehr schön, mit lecker Essen und netten Spielen und Gesprächen. Die letzten Jahre war es dann nur noch eine Freundin von mir, aber es war trotzdem schön und ich kam mir nicht ganz so einsam vor.

Leider haben diese einzige mir noch verbliebene Freundin und ich uns im letzten Jahr kaum noch was zu sagen gehabt, sie hat sich sehr verändert und wollte aus einem sehr kindischen Grund immer weniger Kontakt zu mir. Nun wollten wir uns eigentlich kurz vor Weihnachten treffen und aussprechen, worauf ich mich sehr gefreut habe, denn mir liegt wirklich viel an ihr. Und ja, ich hatte die irrwitzige Hoffnung, dass wir wieder zusammen Silvester feiern, weil das schon eine lange Tradition war.
Es kam, wie es kommen musste, sie sagte mir eine halbe Stunde vor unserer Verabredung ab, sie wäre krank. Ich hab da so meine Zweifel, sie hat mir früher immer erzählt, dass sie keinen Bock auf XY hätte und dann immer sagen würde, sie wäre krank. Dann haben wir noch ein bisschen belanglos hin und her geschrieben und irgendwann schrieb sie dann, dass sie heute noch wegfahren würde, eine Freundin im Ausland besuchen über Silvester. Gut, damit war mir dann endgültig klar, dass sie keinen Kontakt mehr zu mir will, warum auch immer. Trotzdem tut es verdammt weh und ich bin seitdem ständig kurz vorm Losheulen und habe, so blöd es klingt, eine Heidenangst vor Silvester. Ich alleine mit meinen Eltern und deren Freunden, die auch alle Kinder haben, von denen selbstverständlich kein Kind so ein Looser ist, dass es alleine mit den Eltern und deren Freunden feiern muss. Mir graut schon or den Fragen, Kommentaren und mitleidigen Blicken. Meine Eltern sind auch ziemlich sauer deswegen, weil ihnen das ebenso peinlich ist.

Mir ist so schrecklich bewusst geworden, dass ich wirklich niemanden habe, außer vielleicht meine Eltern. Aber mal im Ernst, wie peinlich ist das denn bitte?

Schon in der Grundschule hatte ich nur eine einzige echte Freundin und ein paar Freunde. Allerdings zerbrach auch hier die Freundschaft und endete in einem Desaster. Die damalige Freundin war ein sehr beliebter Mensch, sie fand ganz schnell neue Freunde und machte mich dort ziemlich schlecht. Da ich in einer Kleinstadt lebe, sprach sich das schnell herum, in der Schule hatte ich nichts mehr zu lachen, während sie quasi zur Königin aufstieg.

Nach einigen Jahren schaffte ich es endlich, die Schule zu wechseln und es wurde besser, ich fand neuen Anschluss, wurde akzeptiert und hatte zwei echt schöne Jahre, ging abends auch mal weg und so. Mit dem Abitur zerbrachen diese Freundschaften leider, denn meine Freunde blieben hier, während ich wegzog. und ein Studium begann In der Zeit ging ich wegen anderer Probleme in therapeutische Behandlung, allerdings nicht bei einem ausgebildeten Therapeuten. Diese Frau sagte mir, ich müsse alles abbrechen und ein neues Leben beginnen, der Umzug sei ideal. Ich war so verzweifelt, dass ich von einer Sekunde auf die andere den Kontakt mit den damaligen Freunden abbrach Noch heute könnte ich mir dafür in den Allerwertesten beißen!

So, es kam, wie es kommen musste, auch im Studium fand ich gar keinen Anschluss, saß nur alleine rum und heulte mich jeden Abend in den Schlaf, weil ich so unglücklich war. Ich ging offen auf die Leute zu, doch mir schlug nur Ablehnung und Spott entgegen. Ich brach das Studium ab und zog wieder nach Hause. Entschuldigte mich tausendmal bei meinen ehemaligen Freunden, doch diese waren verletzt und hatten alle neue Freundeskreise aufgebaut. Ich war wieder bzw. immer noch alleine. Hatte nur noch diese Freundin, die ich im ersten Absatz beschrieben habe. Doch echte Freundschaft war das auch nicht mehr.

Dann begann ich ein Praktikum, was zwar schön war, doch neue Kontakte oder gar Freundschaften gab es dort auch nicht. Ich hoffte sehr, dass sich das während meiner Ausbildung ändern würde. Doch auch da war ich von Anfang an der Außenseiter. Ich habe keine Ahnung, woran das liegt, ich gehe auf Leute zu, versuche ein Gespräch zu beginnen, doch die Leute wenden sich alle ab. Nach einer Woche hatten sich Gruppen gebildet, ich war wieder mal alleine. Ich gab nicht auf und suchte den Kontakt zu zwei Leuten, die mir sehr sympathisch waren. Immerhin redeten die mit mir^^ Wir verstanden uns ganz gut, doch dann verlor ich völlig schuldlos meinen Ausbildungsplatz und seitdem ist Funkstille, die Leute reagieren nicht mehr auf meine Kontaktaufnahme

Bei Facebook verfolge ich das Leben meiner früheren Freunde, die sind einfach unbeschwert und glücklich, während ich es zu nichts gebracht habe und jeden Tag einsamer und trauriger werde. Im Februar beginne ich eine neue Ausbildung, insgeheim hoffe ich natürlich, dass sich dann mal endlich etwas ändert, doch wirklich dran glauben tue ich nicht mehr. Ich verstehe einfach nicht, warum niemand Kontakt mit mir will. Ich bin höflich, nett, hilfsbereit, kann auch lustig sein, stinke nicht, sehe allerdings meiner Meinung nach etwas seltsam aus (sehr groß, dünn, schreckliche Haare). Meine Familie sagt jedoch, dass ich mir das nur einrede und ein hübscher Mensch wäre.

Ich hatte noch nie in meinem Leben einen einen Freund und fühle mich, als ob ich ein Kindergartenkind wäre. Dabei bin ich schon 21 und gehe stark auf die 22 zu.

Ich habe ein tolles, aber zeitaufwendiges Hobby. Dabei habe ich auch viele Kontakte, doch es ist alles so oberflächlich. Freundschaften gibt es nicht, was auch daran liegt, dass 99% der Leute dort mindestens doppelt so alt wie ich sind. Eine nette Person habe ich dort kennengelernt, da dachte ich wirklich, es könnte sich mal eine Freundschaft entwickeln. Aber dann stellte sich heraus, dass diese Person mich nur ausnutzt. Sie war immer nett und wir quatschten viel, trafen uns sogar schon mal außerhalb. Aber sie bat mich auch um tausend Dinge, die ich für sie tun sollte. Am Anfang half ich ihr, wo ich konnte, doch als ich einmal wirklich keine Zeit hatte und ihr sagte, dass ich ihr heute nicht helfen könnte, brach sie den Kontakt ab.

Danke fürs Lesen, auch wenn ich nicht mal weiß, was ich damit eigentlich bezwecke.

30.12.2014 13:44 • 18.01.2015 #1


17 Antworten ↓


Ich kann mir das sehe gut vorstellen, wie es für die sein muss, es graut mir auch richtig vor morgen, jedes Jahr das selbe. Ich kann Dir auch nur raten, Dinge zu verändern, in dem du vielleicht andere Dinge machst, wo du auch wirklich nette Menschen kennenlernst.

Es hat aber auch wirklich was mit Glück zutun, Menschen zu finden, die du kaum kennst und wo man aber das Gefühl hat, sie schon sehr lange zu kennen.

30.12.2014 15:00 • #2



Wenn einem die Einsamkeit so richtig bewusst wird

x 3


Ich kann leider nichts Hilfreiches und Aufmunterndes sagen, nur: Ich kenne das! Auch für mich ist die Zeit um Weihnachten und Silvester schlimm, weil mir meine Einsamkeit so richtig bewusst wird. Anders als du habe ich nicht einmal meine Eltern. Ich sitze an Weihnachten und Silvester alleine in meiner kleinen Wohnung und sehe fern oder liege im Bett. Freundschaften hatte ich bis vor ein paar Jahren schon, aber die sind alle auseinander gegangen (vorwiegend wegen meines Verhaltens - bin depressiv und ziehe mich deshalb oft total zurück und stoße Menschen damit vor den Kopf). Einen Partner hatte ich erst einmal in meinem Leben und das ist 15 Jahre her. Ich fühle mich auch wie ein Versager, weil scheinbar alle außer mir es schaffen, soziale Kontakte zu knüpfen und zu halten. Auch ich verfolge über Facebook das normale Leben anderer Leute. Das versuche ich mir aber abzugewöhnen, weil es mich so sehr runterzieht. Und noch eine Gemeinsamkeit: Ich werde auch öfters ausgenutzt. Zum Beispiel dachte ich heuer im Frühjahr, ich hätte eine Freundin gefunden. Der habe ich beim Umzug geholfen, als der abgeschlossen war, kam von ihr nichts mehr und Versuche meinerseits, den Kontakt aufrechtzuerhalten, scheiterten. Ich wurde nicht einmal zur Housewarming-Party, zu der alle anderen Helfer kommen durften, eingeladen. Das ärgert mich heute noch. Sowas tut einfach weh.
Vielleicht doch etwas Aufmunterndes: Du bist noch so jung, du kannst das Ruder noch herumreißen. Bei mir ist der Zug abgefahren, ich gehe langsam, aber sicher auf die 40 zu und habe außerdem keine Hobbys und zurzeit keinen Job. Ich wünsche dir, dass es dir doch gelingt, über deinen neuen Ausbildungsplatz oder das Hobby (was ist es denn?) Freunde findest. Das Problem ist halt, dass die meisten anderen Leute schon ihren fixen Freundeskreis haben und sich aus Zeitmangel etc. nicht so gern auf neue, tiefer gehende Kontakte einlassen. Das muss gar nicht an dir und deiner Persönlichkeit liegen. Versuch, dich nicht so runterzumachen aufgrund deiner Einsamkeit. Du bist nicht allein dran schuld, dass alles so blöd gelaufen ist, und es kann sich wieder ändern. Noch ist es nicht zu spät.

30.12.2014 15:27 • #3


Coach1984
Hallo, schnueppchen !
Mir geht es ähnlich wie dir . Ich werde vorraussichtlichtlich Silvester alleine verbringen . Wie schon letztes Jahr. Aber letztes Jahr wahr es das erste mal und es tat richtig weh. Ich hab den Fehler gemacht, in eine Disco zu gehen,....
Es tat dann ziemlich weh zu sehen, wie sich alle um 0:00Uhr in den armen Lagen und sich ein gutes neues Jahr wünschten.
Ich hab mir gedanken gemacht, was ich wohl für ein Ar. sein muss, dass mich keiner bei sich haben möchte...
Diese wollte ich für dieses Jahr eigentlich ändern,.....aber so wie es aussieht,...same procedure as last year.

Aber ich versuche das beste nun drauß zu machen, weiß ja nun was auf mich zukommt....

Natürlich hätt ich auch die Einladung meiner Eltern,....aber es ist mir so wie dir, einfach nur Peinlich...vor ihnen und ihren Freunden als looser dazustehen....

Aber Hey, der neue vorsatz für silvester 2015 steht......

30.12.2014 19:49 • #4


Hi schnueppchen,

war gerade auf Google unterwegs, als ich dieses Forum entdeckte da ich momentan - genau wie du Panik vor morgen habe, und bin auf deinen Beitrag gestoßen. Ich weiß sehr gut wie du dich fühlst, bin auch im selben Alter, werde im Mai 22. Dennoch solltest du nicht aufgeben.

In der Schule damals hatte ich sehr viele Freunde, was ich heute als sehr oberflächliche Freundschaften bezeichnen kann. Denn von diesen vielen Freundschaften ist nur eine Freundschaft geblieben, bis heute. Der Kontakt ist selten, trotzdem verstehen wir uns auf Anhieb immer wieder blind und haben super Abende zusammen wie in der Jugendzeit. Trotzdem - verbringe ich genau wie du - oder eher, ganz alleine Silvester. Eine Freundin habe ich seit einem halben Jahr nicht mehr. Aber ich denke, auch wenn dieses Silvester richtig zum ko**** sein wird, wird dein nächstes bestimmt bahnbrechend. Hänge dich in die neue Ausbildung rein, und gehe nicht mit zu viel Angst und Druck rein unbedingt Freundschaften schließen zu müssen. Sie kommen von ganz alleine auf dich zu.

Fühl dich gedrückt

Gruß Phil

30.12.2014 22:38 • #5


Vielen Dank für eure aufmunternden Antworten

Gleich kommen die Freunde meiner Eltern und ich fühle mich richtig schlecht, hab echt schon Panik vor dem Klingeln. Heute Vormittag ging es noch, aber jetzt ist es richtig schlimm. Obwohl die Freundin, die letztes Jahr noch hier war und die mich eiskalt hinhält und belügt ein echtes Miststück ist, so vermisse ich sie doch unendlich. Da sie die letzten Jahre immer Silvester da war, kommen die ganzen Erinnerungen wieder hoch. Besonders schmerzt es, dass selbst sie, die nie wert auf Kontakte legte, bei einer neuen Freundin im Ausland feiert. Und noch viel mehr schmerzt es, dass sie mir das so nebenbei mitteilt. Sie wäre ja sooo froh, wieder gesund zu sein (nachdem sie mich wegen angeblicher Krankheit versetzt und das nicht mal bedauert hat), weil sie ja Silvester wegfährt. So lauter kleine, gemeine Seitenhiebe, mit denen sie mir zeigt, dass sie kein Interesse mir hat.

Dann habe ich heute noch erfahren, dass bei uns im Stall Silvesterparty ist. Dreimal dürft ihr raten, wer nicht eingeladen ist

Discos mag ich gar nicht, da alleine hinzugehen und dann noch Silvester, ich glaube, danach könnte man mich direkt einweisen!

Wie dem auch sei, ich wünsche euch einen guten Rutsch und ein tolles, gesundes 2015. Auch wenn ich persönlich da so bei mir meine Zweifel hab, wenn schon Silvester so schrecklich ist...

31.12.2014 16:35 • #6


Veritas
Sch. auf sie, ist ist es nicht Wert, beachtet zu werden.

01.01.2015 15:17 • #7


Zitat von Veritas:
Sch. auf sie, ist ist es nicht Wert, beachtet zu werden.


Was lose?

01.01.2015 19:09 • #8


Veritas
Damit ist ihre Freundin gemeint, nicht schnueppchen.

01.01.2015 19:13 • #9


Hatte ich schon verstanden

01.01.2015 19:14 • #10


Hey,

leider sind es genau diese Tage, die Einsamkeit unerträglich machen.
Es ist nicht nur dieses ganze besinnliche und diese ganzen Rituale, die man besser zu zweit oder in Gruppen umsetzen kann, sondern auch der Wunsch diese Ereignisse mit anderen zu teilen.

Da ich selbst die letzten Tage als sehr schrecklich erlebt habe und mich wahnsinnig einsam gefühlt habe, kann ich verstehen wie du dich gefühlt hast, bzw. noch fühlst.

Und man sieht ja auch anhand der Antworten, dass man sich zwar einsam fühlt, aber mit der Situation gar nicht alleine ist . Mir ist aufgefallen, dass man einfach viel zu sehr nachdenkt, wenn man nach den möglichen Gründen sucht.
Und vor allem ist das Gift an der ganzen Sache, dass man sich immer weiter in die Einsamkeit gräbt, wenn man die Fehler bei sich sucht.
Als ich gemerkt habe, dass die Einsamkeit mein Problem ist, habe ich einen interessanten Artikel gelesen, der behauptete man kann das Gefühl der Einsamkeit bekämpfen, wenn man sich selbst liebt, bzw. das Problem der Einsamkeit oft fehlende Selbstliebe ist.

Oft zweifele ich an mir und denke der Grund für meine Einsamkeit bin ich.

Wenn ich jetzt hier lese was geschrieben wird, kann ich nur sagen, dass die Selbstzweifel alles wohlmöglich nur schlimmer machen.
Wieso sollte es peinlich sein, wenn man mit den Eltern feiert? Und wenn es der Besuch tatsächlich als peinlich sieht, sollte das wirklich interessieren? Denn die Alternative wäre ja nur ganz alleine irgendwo zu hocken.
Und ich glaube ganz fest, dass keiner ein Loser ist, nur wenn man einsam ist oder wenige/keine Freunde hat.

Leider ist es gar nicht mehr selten, dass man wenige/keine Freunde hat und was bringen 1000 Facebook-Freunde, wenn diese bloß eine Zahl in einem Profil darstellen.
Zudem behaupte ich noch, das meiste in Sozialen Netzwerken ist reine Show. Natürlich posten die Leute lieber guckt mal wie happy ich bin und wie toll mein Leben ist und nicht guckt mal die Leute haben meinen Geburtstag vergessen und ich habe mir die Augen deshalb aus dem Kopf geheult. Denn dann würden die Beobachter ja glauben sie seien Loser und das wäre ihnen peinlich .

Was ich sagen möchte ist, dass es NIEMALS zu spät ist. Egal ob man 20, 40 oder 60 ist- man sollte nicht an sich zweifeln und schon gar nicht den Gedanken hegen, dass man eh nie Freunde findet. Freunde kommen und gehen und manchmal tauchen sie nach vielen Jahren wieder auf, man trifft sich ein mal und dann hört man erst wieder etwas 2 Jahre später.
Jeder (sogar die nicht einsamen Menschen) verliert in seinem Leben Freunde.
Und natürlich fällt es einsamen Menschen auch viel mehr auf, wenn sie von jemandem nicht ernst genommen werden und es trifft sie auch viel schlimmer, wenn sie verlassen oder ausgenutzt werden, weil immer die Angst der Einsamkeit im Nacken sitzt.

Und noch was- kein Mensch ist gleich, kein Mensch sieht gleich aus und Aussehen wird niemals der Grund dafür sein weshalb man keine Freunde hat. Die Medien lassen zwar den Glauben entstehen, dass es Schönheitsideale gibt, aber ich bin der Meinung jeder Mensch ist von Geburt an perfekt. Ich selbst stolpere auch manchmal über diesen möglichen Grund für meine Einsamkeit, aber es ist totaler Quatsch, denn man hat mir noch nie gesagt Du bist voll hässlich, ich möchte nicht mit dir befreundet sein..

Einsamkeit ist schlimm, aber ich glaube es ist sehr wichtig niemals die Hoffnung aufzugeben .

02.01.2015 02:47 • x 1 #11


Veritas
Sehr guter Beitrag!

02.01.2015 22:10 • #12


Principia_Hoffnung
Kann mich nur anschließen, sehr guter Beitrag.

Ich war dieses Jahr an Silvester alleine mit meinem Vater. Bin nach einer schweren beruflichen Entscheidung letztes Jahr in ein tiefes Loch gefallen und habe mich seit dem immer mehr zurückgezogen. Musste mir eingestehen, beruflich einen krass falschen Schritt gemacht zu haben (zum Teil auch wegen einer sozialen Phobie) und schämte mich dafür so sehr, dass ich mich komplett abkapselte. Ich war schon immer sozial eher zurückgezogen, aber noch nie so sehr wie jetzt. Dem zu Grunde liegt auch die Sozialphobie. Was ich gerne als Rat weitergeben möchte, ist, bei Gefühlen von Angst im Umgang mit anderen Menschen fachmännische Hilfe aufzusuchen. Denn soziale Einsamkeit kann auch krankheitsbedingt sein, was nicht normal ist, aber behandelt werden kann. Oftmals merkt man es gar nicht und fragt sich nur, warum andere so viel Leichtigkeit im sozialen Umgang zeigen und man selber nicht. Soziale Zurückgezogenheit kann daher auch das Resultat einer bestehenden mentalen Krankheit sein und die Einsamkeit ist dann nur das Endresultat einer Abwärtsspirale und der Versuch des Körpers negative Erfahrungen zu vermeiden. Natürlich sind die Ursachen sehr verschieden und manchmal hatte man vielleicht auch nur Pech oder zog zu oft um... ich persönlich wünschte nur, ich hätte früher mal mit jemanden über meine Probleme im sozialen Umgang gesprochen - um auch früher Hilfe zu bekommen und damit vielleicht nicht in der heutigen Siutation zu sein. Erst jetzt, als ich wirklich beruflich und privat am Nullpunkt angekommen bin, habe ich mich dazu entschlossen, an meinen Problemen professionell zu arbeiten. Ich würde daher schon eher sagen, anders als Chihiro, sich auch mal selber zu reflektieren und nachzudenken, ob eventuell auch mentale Probleme (im nicht mehr normalen Bereich) eine Rolle spielen. Wie auch immer, wünsche jedem hier das Erreichen seiner eigenen Träume und Wünsche!

P.s.: Manchmal kann ein guter Freund besser sein als zehn schlechte, Einsamkeit ist subjektiv und kein objektiver Zustand.

15.01.2015 15:22 • #13


Ich glaube auch, dass die Einsamkeit mit Selbstliebe zum tun hat....sich selber nicht annehmen wollen/können. Daraufhin kommen Zweifel: Ist man wirklich recht so wie man ist?! Heißt es wenn ich alleine bin, dass ich nicht recht bin? Heißt Ablehnung zb. aus einer Abgrenzung heraus automatisch dass man nicht recht ist?

Heißt es generell.....Einsam = ein schlechter Mensch?

Ich lebe seit drei Jahren mit der Einsamkeit und bin ziemlich weit unten angekommen....
Selbstwert gleich 0


Freue mich über jeden Rat bzw. über jede Mail.

LG

15.01.2015 19:21 • #14


Hallo!
ich habe mich gerade angemeldet und bin auf diesen Thread gestolpert.

Ich kenne diese Einsamkeitsgefühle, vor allem vor diesen idiotischen Feiertagen. Da ist es für mich immer ganz schlimm.
Bei den vergangenen Feiertagen habe ich mich immer wieder überlegt ob es nicht besser sei mich in eine Klinik einweisen zu lassen. Aber da ich Kinder habe und ihnen es wichtig ist mit allen Elternteilen gemeinsam die Feiertage zu feiern habe ich mich gezwungen es nicht zu tun. Jedoch musste ich auch mit mir kämpfen meinen Suizidgedanken nicht nachzukommen. Na gut, ich habe sie überstanden.

Ich habe keine Freunde und auch keine Familie. Ausser meinen Kindern. Mit dem Vater der Kinder bin ich seit 2000 getrennt. Ich hatte zwar jetzt bis gestern noch einen Freund nach 10 Jahren für 1 Jahr. Von diesem habe ich mich gestern getrennt.

Mein Vater starb als ich 11 war und meine Mutter ist seit 1985 Schizophren und es besteht kein wirklicher Kontakt. Meine Geschwister leben in anderen Städten und auch da besteht kein wirklicher Kontakt.

Seit knapp 6 Jahren lebe ich hier wo ich jetzt wohne und ich schaffe es nicht irgendwelche Bekanntschaften zu schließen.
Es ist schwer!
Ende vergangenen Jahres habe ich eine Verhaltenstherapeutin gefunden, die mir nun hilft da in irgendeiner Weise herauszukommen und wie ich evtl. mit meinen Ängsten umgehen kann.
Ich stehe noch am Anfang, aber ich versuche optimistisch zu denken.

Wünsche dir und allen anderen die das lesen viel Kraft und alles, alles Gute.
Sonea

15.01.2015 19:34 • #15


Hallo Sonea,

musste gerade schmunzeln..... wer hat eigentlich diese blöden FEIERTAG und SONNTAGE erfunden?
Mir gehts komplett genauso. Du bist nicht alleine mit diesem Gedanken. Das einzigste was mir über einen Feiertag hilft....Unternehmungen! Und am Besten noch angenehme. Was echt ne tolle Alternative am Sonntag ist....Baden gehen! Tut gut...der Tag vergeht und danach fühlt sich es doch gar nicht sooo schlecht an.
Wenn Du dann noch ein tolles Buch...was DICH wirklich interessiert mitnimmst....puh. Der Tag ist gerettet! Oder was denkst du=

15.01.2015 19:42 • #16


Principia_Hoffnung
Mucki... das sind wirklich schöne Ansätze. So würde ich es auch machen. Mir fehlt zwar aufgrund von Ängsten und einer Depression zur Zeit die Kraft fürs Baden und Lesen, aber die Idee ist sehr gut. Ich kann auch nur empfehlen, in der Einsamkeit eine Chance zu sehen. Es gibt viel Zeit sich als Mensch weiterzubilden, als Persönlichkeit zu entwickeln oder es sich einfach gut gehen zu lassen. Lesen, Musik, online Kurse, Zeichnen... das und vieles mehr könnte man beispielsweise machen.

18.01.2015 09:50 • #17

Sponsor-Mitgliedschaft

Da gehört eine ganze Portion Mut dazu-aber ich stimme Dir voll und ganz zu!

18.01.2015 11:34 • #18



x 4




Auch interessant

Hits

Antworten

Letzter Beitrag


Dr. Reinhard Pichler