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Schönen guten Tag erstmal
Also mein problem ist, wie ihr schon aus dem betreff sehen könnt, das ich einfach nicht weiß was ich reden soll!! bin mir nicht sicher ob das hier die richtige anlaufstelle ist, aber ich möchte einfach mal eure meinung ( oder was auch immer ihr dazu zu sagen habt) hören.

Um ehrlich zu sein fällt mir es hier auch schon relativ schwer die richtigen worte zu finden...
ert mal zu meiner person: ich bin 20 jahre alt, habe 4 ältere brüder ( falls es jemand interessiert und das auch das eigentliche problem...
ich war eig. schon immer ein sehr schüchterner oder eher ängslicher mensch, hieng immer am rockzipfel meiner mutter ( was sich mittlerweile schon geändert hat ) und habe mich nie getraut mit anderen menschen allein zu sein geschweigedenn zu reden... was in jungen jahren wohl eher nicht unbedingt unnormal ist. Eigentlich hatte ich auch immer freunde, mit denen ich jedoch kaum noch kontakt habe.
denk mal es liegt daran das ich einfach nichts zu erzählen hab, egal was und in welcher situation. trau mich auch gar nicht mit anderen menschen außerhalb meiner familie was zu machen weil ich schon im vorraus angst habe nicht zu wissen was ich sagen soll. man sitzt in der runde und alle reden über irgendwas, also ganz normale, alltägliche themen und ich sitz daneben und hab einfach nix zu erzählen. ich warte eben darauf bis jemand was sagt und rede mit... deswegen geh ich meißt mit meinen brüdern weg, mit denen hab ich mein spaß und sie erwarten nichts von mit. die meißten leute habe ich auch nur durch sie kennengelernt, dir finden mich auch alle recht lustig und sympatisch und dann kann ich auch mitreden aber nur wenn jemand anfängt. seit letztem jahr bin ich auch in nem hexenverein von meinem bruder, dort komm ich auch relativ gut an, aber eben nur weil es in der gruppe ist und da immer irgendwas gequatscht wird. aber sobald man mit mir allein unterwegs ist gibt es nichts mehr zu reden, nicht mal die einfachsten dinge. nicht nur auswärts sondern zuhause geht es mir ebenfalls oft so...man hatt ja eig immer was zu reden, aber von mir kommt meißtens nur was wenn jemand anderer was sagt...so kommts mir zumindest vor

Was ich noch nicht erwähnt habe, das ich diese gewissen ängste irgendetwas falsch zu machen schon mein ganzes leben habe. früher wars vlt nur die schüchternheit warum ich nicht wusste was sagen, weil ich mich einfach nicht getraut habe, aber heute würde ich mich schon trauen nur fällt mir einfach nichts ein... ich versuch auch alles was ich mache und sage zu bewerten, in meinem kopf schwirrt wirklich nur dieser eine gedanke herum und wenn ich mal was sage dann versuch ichs gleich zu bewerten oder mich schaut einer komisch an und ich denke gleich es war schei.. Das reißt mich auch meißtens aus der bahn, bin dann total verunsichert und mit mir ist gar nix mehr anzufangen.

wie schon anfangs erwähnt habe ich eine fernbeziehung. sie war zu besuch bei ihren eltern und war am abend auf nem dorffest bei dem ich ebenfalls mit meinem bruder und n paar freunden von ihm war auf jeden fall fand sies recht lustig... da ich mittlerweile schon ziemlich voll war hab ich mich an sie rangeschmießen und mit ihr getanzt, viel geredet hab ich allerdings nich mit ihr.
aber lange rede kurzer sinn

Hab jetzt mal alles niedergeschrieben was mir so im moment eingefallen ist, denk mal ich hätte noch viel mehr schreiben können...aber gut. denk es ist so auch schon genug hoff es ist deutlich genug und ihr verteht was ich geschrieben hab!

Danke schon mal für die antworten

liebe grüße......

04.01.2013 21:08 • 20.01.2013 #1


13 Antworten ↓


grüß dich fabian

ich denke ich kann dich sehr gut verstehen, weil es mir ähnlich geht oder ging. kurz zu mir. 21 Jahre alt, männlich, Handwerker.

ich denke das größte problem ist nicht, dass du wenig sagst. sondern, dass es für dich so wichtig ist OB du was sagst! ich weiß das hört sich jetzt unglaublich schwer an, aber lehn dich mal zurück und lausche einfach dem gespräch. (is schon klar, dass es nur geht wenn sich dabei die anderen unterhalten. also wenn man zu mehreren ist) aber mach dir keinen kopf ob du was schlaues, lustiges oder interresantes sagen kannst. nimm dir meinetwegen von vornherein vor nichts zu sagen und höre einfach zu. Aber du musst auch wirklich zuhören und bei der sache bleiben. wenn man merkt das du abwesend bist und desinterrese zeigst ist das ergebnis um so schlechter.

also bevor du dich fragst ?? will ich nur sagen, dass das halt meine eigenen erfahrungen sind. so hat es halt bei mir geklabt... vielleicht später mehr dazu.

also! du hörst einfach zu. ich weiß das ist keine leicht übung, besonders wenn man sich unter zugzwang fühlt. aber jetzt brauchst du halt selbstvertrauen. wenn ich das richtig verstanden habe, gibt es einige menschen die dich gerne in ihrer nähe haben. Das tun sie nicht ohne grund, sondern weil es etwas an dir gibt das sie anspricht. du bist halt jemand der weniger spricht, na und! nur weil die anderen mehr reden heißt das nicht das sie sich deshalb wohler fühlen. du müsstest halt nur akzeptieren, das du halt eher ein stillerer bist. wenn du den kopf frei hast von den nagenden gedanken nach einem tollen satz, kannst du dich besser auf das konzentrieren was du siehst und hörst. Und jetzt kommt der trick!! stelle kleine fragen am rande zu thema, sag es wenn du etwas gut findest, usw. ohne wirklich was zu erzählen hast du dann trotzdem was gesagt.
Ein beispiel: die anderen unterhalten sich meinetwegen über etwas was einer von ihnen erlebt hat. wenn es der dialog erlaubt kannst du z.B. fragen: wie lange ist das schon her? was ist danach passiert? wenn zum beispiel eine person fällt von der du nicht genau weißt wer das ist, kannst du fragen ob das der oder die ist welche... oder ob du sie schonmal getroffen hast. fragen sind normal immer gut, weil sie interrese andeuten. auserdem werden informationen preisgegeben die es dir vielleicht leichter machen alles zu verstehen. und was auch nicht zu verachten ist, man spricht mit DIR wenn sie antworten. war zumindest ganz gut für mein ego damals.
sag es wenn dir etwas gefällt. gib etwas von dir preis. oder mach das gegenteil und biete ihnen die stirn. stehe für contra ein wenn dir danach ist. eine diskussion ist auch sehr belebend. das musst du aber immer, vorallem mit tackt und feingefühl, selbst entscheiden. wenn es dir persönlich schadet, dann sag lieber nichts. wichtig dabei ist nur das du ehrlich bleibst.
überlege dir im voraus vielleicht die ein oder andere anekdote aus deinem leben, aus den letzten wochen die du, wenn es passt, so nebenbei mal erzählst. egal ob gesehen oder erlebt hauptsache wahr.
ach ja! manchmal kann man auch ein gespräch so dirigieren, dass die anderen erzählen. "wie war das gleichnochmal mit...?" wenn du die geschichte kennst, kannst du ja auch mal ergänzungen dazu machen. Ich hab schon abende erlebt in denen man nur über ein einziges ereigniss geredet hat, obwohl wir alle selbst dabei waren (gemeinsamer Urlaub, Schulzeit usw.) Und wenn das nicht zutrifft? dann lass dich unterhalten!!
mir würde noch einiges mehr einfallen, aber ich denke für den anfang reicht es erst mal. lass dich einfach inspirieren! und verlier nicht den kopf wenn man mal eine zeit lang nichts sagen konnte. gespräche ohne tiefe sind zwar ganz nett um sich kennenzulernen und die zeit zu vertreiben, aber richtig wertvoll sind die anderen. deshalb beneide ich dich ein wenig um deine freundin, da du mit ihr,wie du sagts, über alles reden kannst was dich bewegt.

aber ich denke du weißt was ich mein.

PS: oha, leichte themaverfehlung

09.01.2013 15:27 • #2



Weiß nicht was reden

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Hey graywolf91

hätte nicht gedacht das ich da ne antwort bekomm... echt super das du dir die mühe gemacht hast mein etwas wirren beitrag zu lesen und zu antworten freut mich das du mich verstehst und mir diese tipps gegeben hast...

das es für mich wichtig ist ob ich was sag, das ist völlig richtig. habe eigenetlich prinzipiell schon vor dem weggehn angst was falsch zu machen und würde deswegen am liebsten zuhause bleiben. wenn ich dann untrerwegs bin geht es ganz gut ( obwohl ich mich dabei trotzdem ziemlich dämlich fühle ) mit dem warten was andere so erzählen und sich dann dabei zu beteiligen und fragen zu stellen, nur denk ich trotz allem immer daran das es einfach dumm oder uninteressant ist was ich sage... vorallem wenn ich geschichten erzählen möchte. desweiteren sind die leute mit denen ich unterwegs bin richtig locker, humorvoll und diese wissen immer etwas zu reden, egal wie schlau oder dumm sie sind.
Gab auch schon öfter die situation ( wenn ich z.B. nicht ganz so gut drauf bin ) das ich wirklich gar nichts geredet hab und wenn ich dann noch mit jemandem allein bin, werd ich immer gefragt ob ich nicht mal was reden oder erzählen möchte... echt schlimm. erwisch mich in letzter zeit immer wieder dabei das ich mich mit anderen vergleich, was ich eig schon immer tu, nur nicht mit den etwas dämlicheren mitmenschen ( sorry wenns n bissl blöd rüber kommt ).

Und was meine freundin angeht, bin ich echt froh sie zu haben nur denk ich das es auf dauer nicht halten wird, weil sie was die kommunikation angeht komplett anders ist wie ich.

und ähm ja ich habe verstanden was du meinst... denk mal es muss einem selbst so ergehen um es zu verstehn, mag für andere ziemlich unverständlich sein

lieber gruß Fabian


PS: wie ergeht es dir eigentlich so im alltag... hast du ne freundin??

11.01.2013 18:04 • #3


hej fabian,
ich hatte letztens schon gemerkt, dass das problem eigentlich nicht unter einer gruppe besteht. wie man das in der zweisamkeit richtig macht, kann ich leider nicht so leicht beantworten. Da tue ich mich selbst recht hart. Wenn man den gegenüber nicht kennt ist es schwer einzuschätzen was ihn interresiert und was nicht.
ich galt früher immer als sehr still und ruhig, hab auch selbst viel dazu beigetragen. so wirkte man erwachsener! darauf war ich eigentlich schon fast stolz. musste mir deshalb aber auch die sprüche anhören. Wie dir war es mir aber seltsamerweise auch sehr wichtig, dass ich was sagte. ich hatte mich danach so verändert, das ich mittlerweile sprüche zu hören bekamm, ich soll doch entlich ruhe geben. in der arbeit bin ich jedenfalls als labertasche verschrien! Eigentlich will ich das garnicht, ruhig wäre mich viel lieber. Ich hab aber auch erkannt das es von meinem gegenüber abhängt wie sehr ich aufblühe. auch wieviele leute es hören beeinflusst was und ob ich was sag.

Ich denke es ist sehr viel selbstvertrauen nötig um sicher ein gespräch zu führen. Oder, sehr viel selbstverachtung. Entweder du bist dir sicher, dass es dein gegenüber gut findet. Oder aber, es ist dir egal was er über dich denkt, was aber auch wieder eigene Sicherheit voraussetzt. Das ist jedoch Kopfsache.

Lass dieses bewerten sein!! du selbst bist nicht objektiv genug um das einzustufen. du siehst dich selbst IMMER anders als deine mitmenschen. Ich hab z.B. mal eine peinliche situation aus meinem leben erzählt. die reaktion darauf war genau die gegenteilige als erwartet. DAS war dann peinlich. man konnte es schon fast feindsehlig nennen. ein paar jahre später hab ich mich dazu überwunden die selbe geschichte in der selben gruppe zu wiederholen. ( weil sie einfach komisch war) und siehe da, sie kam super an und erntete eine anerkennende bemerkung nach der anderen. was ich sagen will ist, dass es oft die umstände sind die erfolg von misserfolg unterscheiden. besonders merkt man es wenn die anderen angetrunken, erheitert sind. nur noch die eigenen bemerkungen oder die der "favoriten" werden honoriert. davon hängt aber nicht der wert einer person ab. abgesehen davon sieht man, was man sehen will.
viel zu sagen, bedeutet nicht gleich glücklich zu sein. auch wenn die anderen vielleicht so scheinen, sind sie es nicht immer. laut und schrill zu sein ist manchmal genauso ein abwehrmechanismus, wie sich zurückziehen. Ich selbst begann oft zu reden nur weil ich die stille nicht ertrug, weil man da vielleicht erkannt hätte wie sch.... ich mich fühle.

wie schon gesagt, bereite dich evtl. auf ein gespräch vor, welches dir wichtig erscheint. überlege dir vorher worüber du reden möchtest. entscheide dich ob es oberflächlich oder anspruchsvoll sein soll. stelle dir themen zusammen. 3-4 die du dir merkst. während des gesprächs kannst du sie dann geistig abhacken. hm... hm... und hmmmmm! was war gleichnochmal das 4.? achja!! "WEIST DU SCHON, DASS...." so kannst du schweigezeiten überbrücken. wenn du es vergessen hast dann sag es! "Jetzt wollte ich dir was erzählen, hab's aber grad vergessen!" auch das schenkt dir etwas zeit, aber teste die geduld nicht zusehr! Wenn sich das gespräch mal anders entwickelt ist das auch gut. Erst wenn mal wieder alles gesagt ist und jeder seinen gedanken nachhängt, blätterst du in deiner geistigen checkliste.

Falls mal alle Stricke reißen, gib einfach dem Kind einen namen, weil angriff ist die beste verteidigung! viele unangenehme situationen kann man überwinden, wenn man direkt ehrlich ist. sag einfach das du nicht weißt was du sagen sollst. sag das es für dich eine streßige ausnahmesituation ist ein neues thema anzuschneiden. sag es wenn du keine ahnung oder keine meinung hast. das was du preißgiebst sind menschliche eigenarten. die einen haßen fahrrad fahren, die anderen mögen keinen spinat und du magst halt keine gesprächsthemen vorschlagen. wenn du so direkt bist, darfst du aber nicht weinerlich wirken. (manchen ist das zu persönlich und blocken sofort oder sehen darin einen grund sich darüber lustig zu machen) sag sowas immer mit der nötigen selbstsicherheit. Du musst den anderen zeigen, dass du damit klar kommst, weil nur dann werden sie es auch akzeptieren. Die art wie du es dann sagst ist egal, ob ernst, humorvoll etc. hängt von dir ab.

zu deiner freundin soviel. wenn du weißt warum es enden könnte? gut, dann versuch das zu ändern!! aber verbanne diesen gedanken aus deinem gedächtnis. er nagt immer an deinem gewissen, genauso wie eifersucht usw. deshalb ist man immer verkrampft, deshalb sieht man irgendwann gespenster, und deshalb wird sie dich irgendwann verlassen. wenn sie dich irgendwann sitzen lässt weil du zuwenig redest, kannst du meinetwegen sagen, du hättest es damals schon gewusst. aber im selben augenblick wirst du dir auch sagen müssen, "Ja, ich habs gewusst! und ich hab nicht genug dagegen unternommen!!" außerdem glaub ich spielt das keine große rolle wie ihr in dieser sache zueinander passt.
ach ja, ich habe keine freundin. auch die letzten jahre nicht.

ich denke jetzt für den anfang ist es wichtig, dass du einfach irgendwas sagen kannst, wenn es nötig ist. ob das jetzt gut oder schlecht ist, spielt keine rolle. übung macht erst den meister.

wegen dem bewertungs-dings. hast du schon mal darüber nachgedacht, dass du intellektuell und geistig bzw. philosophisch weit über deinen mitmenschen stehst. und du dich deshalb nicht für ihre themen begeistern kannst??

Liebe Grüße
graywolf

11.01.2013 21:18 • #4


Man merkt wirklich das du dich damit beschäftigst bzw. beschäftigt hast nochmals danke für deine mühe...

also ich machs jetzt mal kurz und komm gleich zum schluss
ich denke nicht das ich geistig oder intelektuell über meinen mitmenschen steh! Manchmal komm ich mir eher so vor also ob ich von nichts ahnung hätte. könnte daran liegen das ich mich mein leben lang immer anderen angepasst hab und dadurch vlt nie eine eigene meinung oder ähnliches bilden konnte... mein problem besteht ja nicht nur ubeim reden sondern auch wenn ich mit anderen über facebook schreibe. selbst da ist es schwierig einthema zu finden, ich versuch mich dann immer in jemand anderen reinzuversetzen und denke was würde er oder sie jetzt sagen ( also wie gesagt, keine eigene meinung ) dieses problem umgeh ich dann in der form das ich einfach nicht zurückschreibe oder nach ein zwei sätzen sage das ich jetzt ins bett geh oder etwas anderes vor habe...

nochmals liebe grüße
fabian

12.01.2013 10:53 • #5


Hallo Fabian,
Vorsicht, hier kommt ein halber Roman...
Zitat von FaBian:
Manchmal komm ich mir eher so vor also ob ich von nichts ahnung hätte. könnte daran liegen das ich mich mein leben lang immer anderen angepasst hab und dadurch vlt nie eine eigene meinung oder ähnliches bilden konnte...

das könnte ich so unterschreiben. Ich dachte immer, ich sei die einzige mit diesem scheinbar seltsamen Problem, aber nun lese ich hier schon zum dritten oder vierten Mal, dass jemand ähnliche Ängste hat. Wir sind also offensichtlich nicht allein damit

Zuerst einmal glaube ich, dass viele Menschen dieses Problem zu einem gewissen Grad haben. Jeder hat Situationen, in denen er nicht weiß, was er sagen soll. Aber die meisten Leute beziehen das nicht nur auf sich selbst und sind geübter darin, das Problem zu überwinden anstatt sich hereinzusteigern. Denn je mehr man grübelt und auf sich selbst fixiert ist, desto weniger kann man dem anderen folgen und kreative Nachfragen stellen oder neue Aspekte einbringen. Eine Freundin von mir sagte einmal, dass ich quasi "die Gesellschaft" in mein Gehirn verpflanzt hätte und dadurch ständig analysieren würde, was man an meinen Aussagen bzw. meinem Schweigen kritisieren könnte, obwohl andere diese vermeintlichen Fehler gar nicht sehen würden.

Vor ein paar Jahren habe ich mich in jedem einzelnen Gespräch so langweilig und unter Zugzwang gefühlt, alles Gesagte kaputt analysiert und mich verrückt gemacht. Dann unternahm ich öfter etwas mit einer Freundin, die total locker und gesprächig ist, und lernte langsam, dass es in Ordnung ist, auch einmal nichts oder etwas Uninteressantes zu erzählen. Man kann trotzdem darüber lachen, oder dem anderen fällt dazu etwas ein und es entsteht ein gutes Gespräch.

Auch wenn es schwerfällt, es hilft, sich selbst nicht so ernst zu nehmen. Und ständig zu üben. Je öfter man etwas sagt, desto unwichtiger ist es, ob mal etwas Langweiliges dabei ist. Und auch aus trivialen Kommentaren über das Wetter kann sich ein Gespräch entwickeln (ist mir vorgestern noch passiert). Das wichtigste ist, erstmal diese „ohje, völlige Stille, was sage ich bloß“ Situation zu überwinden. Graywolfs Tipp, sich vorher Gesprächsthemen zu überlegen, finde ich gut, und mir hat es auch geholfen, im Alltag schon zu überlegen, wie ich jemanden von dem, was ich gerade tue, erzählen könnte. Das klingt vielleicht blöd, aber wenn man es nicht gewöhnt ist, von sich zu erzählen, hilft es, das erst einmal ohne den zusätzlichen "Publikumsstress" zu üben. Man kann sich auch aktiv mit Themen beschäftigen, die man in Gespräche einbringen kann, die Nachrichten, neue Filme oder Bücher, Hobbies,…

Wenn jemand die ungeliebte Frage stellt, wieso ich denn so wenig sage, oder vorschlägt, dass ich mal etwas erzählen soll, bin ich immer noch ziemlich aufgeschmissen. Meistens fasse ich einfach zusammen, was in meinem Leben gerade so los ist, auch wenn das völlig unspektakulär ist, und gebe die Frage dann zurück Meistens wollen die anderen einen nur besser kennenlernen oder ihnen fällt gerade selbst kein gutes Gesprächsthema ein und sie stellen deshalb diese gruseligen „erzähl mal etwas" Fragen.

Es ist glaube ich generell eine Frage der Übung und des Selbstbewusstseins. Menschen, die immer eine lustige Geschichte zu erzählen haben, machen das wahrscheinlich schon seit Jahren so, bekommen darauf positive Reaktionen, und deshalb fällt ihnen auch immer etwas ein. Sie haben sich noch nie übermäßig Gedanken darüber gemacht und sind dementsprechend auch nicht verunsichert. Und trau nicht immer deiner Selbsteinschätzung. Du bist vermutlich so darauf fixiert, dich und andere zu analysieren und negative Reaktionen zu finden, dass du einiges verzerrt wahrnimmst. Bei mir ist das definitiv der Fall. Wenn man davon ausgeht, dass man wahrscheinlich gar nicht so schlimm ist, wie man denkt, ist es auch leichter, aus sich herauszugehen.

Was deine Freundin angeht, versuch, die Situation positiv zu sehen. Es muss ja einen Grund haben, dass ihr zusammen seid. Anscheinend versteht ihr euch gut, und wenn sie viel redet, passt es doch perfekt. Lass es auf dich zukommen und mach dir nicht schon Sorgen, bevor überhaupt etwas schlecht gelaufen ist. Selbst wenn sie dann irgendwann mit dir um die Häuser ziehen möchte, geh mit, versuch dir keine negativen Gedanken zu machen, und auch wenn du wenig sagst, ist das kein Weltuntergang. Viele Menschen finden es gar nicht schlimm oder sogar angenehm, wenn jemand ruhig ist.

Ich weiß genau, was du meinst, mit dem „keine eigene Meinung haben“ und versuchen, so zu reagieren, wie andere es tun würden. Ich kann das auch nicht gut und halte mich aus Angst vor Ablehnung oder Nachfragen oft zurück. Es ist aber schon besser geworden, also auch wenn es schwierig ist, einfach weiter dran arbeiten

12.01.2013 18:09 • #6


Hallo wallflower,

ich danke auch dir für deine Antwort. erstaunlich wie viel die Leute dazu zu sagen haben

...ich muss sagen meine angst vor ablehnug oder ähnlichem ist schon extrem stark. anfangs dacht ich ich wäre einfach nur schüchtern, aber mittlerweile denk ich das es eher eine soziale phobie sein könnte.
im grunde kann ich ja schon auf andere menschen zugehn ( denk mal das ist bei dir auch kein problem ). bei menschen die ich nicht kenne fällt es mir wesentlich einfacher als bei bekannten, denn diese gehen ja davon aus das man mit ihnen redet. in vielen beiträgen hab ich gelesen das sie nicht mit anderen reden können, aber schreiben sei kein problem. auch wenn ich mich jetzt wiederhole... das ist bei mir anders, ich kann genauso wenig reden wie schreiben und das macht mir ziemlich sorgen.
ich denke selbst wenn ich meine angst überwinde und mir nicht mehr allzuviel gedanken darüber mache, werde ich nie richig kommunizieren können. habe mich warscheinlich früher und auch heute viel zu stark von der gesellschaft isoliert das ich niemals gelernt habe selbst normalste gespräche zu führen. ( kommt mir zumindest so vor )

denke auch das ich die leute mit meinem verhalten ziemlich verwirre, weil ich auf eine art aufgeschlossen, lustig und sympatisch bin. das ändert sich aber sobald sie mich mal allein iwo treffen, bin dann eher das gegenteil, zurückhaltend, sprachlos und völlig langweilig. sie können einfach nichts mit mir anfangen...

naja hab mich eigentlich nur wiederholt

mal ne blöde frage... du hast ja deine bekanntschaften und freunde, wie bzw. was machst du um diese zu erhalten?

lieber gruß fabian

12.01.2013 19:05 • #7



(ich glaub meine Veränderung ist gut erkennbar)

freundliche Grüße
graywolf

13.01.2013 00:28 • #8


ThE-Joker
Tja das Problem hab ich auch, rede nur dann viel wenn mich etwas intressiert alles andere ist für mich dann einfach nur leeres Gerede. Rede bei den meißten Themen einfach mit, damit man akzeptiert wird bzw. einfach dann dazu gehört. Das Ganze nennt sich ja auch Introvertiertheit und ist ja zuteil einer der schizioden Merkmale eine Persönlichkeitsstörung was aber nichts mit Schizophrenie zu tun hat.
Das reden fällt einem schwer, weil man vllt. auch garnicht reden mag... man möchte einfach akzeptiert werden ohne großartig was reden zu müssen... aber das Problem unserer Gesellschaft ist eben das man viel reden muss um auch im Gedächtnis zu verbleiben als guter Geselle. Als stiller Mensch macht man sich leider eben genau dadruch keine Freunde, da man von einem erwartet unterhaltet zu werden und Unterhaltung zu bieten... das macht eben den Spassfaktor aus... umso größer um so mehr mag man den anderen. Ich bin auch lustig, spaßig und total sympatisch aber gleichzeitig kann ich auch dann sehr still sein, wenn ich mal garkein Bock habe zu reden und das ist auch der Moment wo man dann auch an Punkte verliert und somit Leute sich von einem abwenden. Man muss eben ein Dauerbrenner sein um für die Leute erhalten zu bleiben.

16.01.2013 00:29 • #9


Mal ne andere frage: wie würdet ihr das beurteilen wass ich geschrieben habe? ich weiß ist ne blöde frage aber bin in allem so unsicher und deswegen würds mich schon interessieren... in einem persönlichen gespräch mit jemandem kann man das ja nicht unbedingt so bringen

und ähm honet12... des kein ernstes kommentar!!?

16.01.2013 11:35 • #10


zu jokers beitrag
was ist wenn wir genau so jemanden treffen, der wie wir selbst sind? wenn dieser aber nach außen hin eine perfekte fassade aufgebaut hat und super reden kann und es auch tut. aber eben nur aus diesen einen grund, um dem spaßfaktor gerecht zu werden!
Und was ist, wenn der dann erkennt, dass wir jemanden gern haben auch wenn wir nicht so viel reden oder reden können. Wenn er denkt: "hey, ein gleichgesinnter! endlich jemand der mich und meine wirkliche Art zu kommunizieren versteht!" Wenn er glaubt, dass er bei uns nicht mehr so viel reden muss um akzeptiert zu werden.
Dann stellt sich mir die frage? Ob wir aus unserem Leben soviel gelernt haben, um es dann nicht als rückzug oder distanzierung einzustufen. weil wir wissen, dass es manchmal schwer ist zu reden.
ob wir wohl soviel vertrauen haben, auch ohne ewigen dialog, an eine freundschaft zu glauben!!

16.01.2013 12:04 • #11


ThE-Joker
@graywolf91

Nun da frag ich mich ob ihn diese Fassade mit der Dauer glücklich machen wird. Ich von mir selbst weiß was für eine Anstrengung es kostet einen auf Dauerredner zu machen und cool und sympatisch rüberzukommen, obwohl ich eigentlich eher ein ruhiger Mensch bin der nicht viel reden mag. Auf Dauer könnte er diese Fassade nicht aufrecht erhalten, denn es wird immer Momente geben wo er mal ruhiger sein wird und man erkennt das er eigentlich etwas anderster ist als sonst. Ich von mir selbst weiß das ich eine Rückzugsmöglichkeit brauche wenn es mir zuviel wird wo ich dann gerne alleine bin und meine eigenen Gedanken brauche.
Sicher würden sich Gleichgesinnte eher verstehen, aber dann auch nur... wenn die beiden gleichgesinnt sind... das bedeutet dann das beide weniger reden müssten... aber würde der andere eine Fassade errichten wäre die Gleichgesinntheit schon wieder hin... man würde dann auch garnicht erkennen, was für eine Person das nun ist. Und wenn dieser Typ unter Gesellschaft seine Show weiterhin abzieht, würde sich der andere dabei unwohl fühlen oder hätte das Gefühl nun auch so eine Fassade zu errichten damit er Mitwirken kann und das könnte für ihn belastend sein.

Man sollte nie aufhören an eine gute Freundschaft zu glauben, es kann alles im Leben passieren... nur weiß ich aus Erfahrung das es nicht so einfach ist und man sich stark dafür bemühen muss.

16.01.2013 15:26 • #12


das ist sicher nicht die einzig richtige, aber es ist eine (für mich) gute antwort mit der ich mich gerne zufrieden gebe.
Praxis und theorie unterscheiden sich einfach, den unterschied vergisst man (ich) jedoch leicht.

16.01.2013 16:07 • #13


Hallo Fabian,

ich hab jetzt nicht den ganzen Thread gelesen, aber mir fiel etwas ein, das dir vielleicht helfen könnte. Als Jugendliche bzw. noch mit Anfang/Mitte 20 hatte ich auch das Problem, dass ich sehr sehr häufig "Gesprächsstoffmangel" hatte und nicht wusste was ich sagen soll, mir einfach nichts einfiel. Daraus resultierend auch Kontaktschwierigkeiten.

Mir hat damals ein Therapeut einen guten Ratschlag gegeben, der mir sehr weitergeholfen hat. Und zwar in zwei Schritten - ich formulier's jetzt mal auf dich bezogen:
1. Schritt: Immer wenn du das Gefühl hast, du weißt nicht, was du sagen sollst, achtest du mal drauf, was für Gedanken du gerade im Kopf hast. Und warum du diese Gedanken eigentlich nicht äußerst. Was dich daran hindert, sie zu äußern.

Bei mir hatte das die Wirkung, dass ich gemerkt habe, dass ich doch eigentlich eine ganze Menge im Kopf habe, was ich eigentlich vielleicht sagen könnte. Ich hatte zuvor gedacht, es ist einfach so, dass mir nichts einfällt, es ist gar nicht so, dass ich mich nicht traue, etwas zu sagen, sondern dass mir wirklich einfach nichts einfällt. Durch diese Übung habe ich gemerkt, dass mir schon etwas einfällt, dass es aber doch Gründe gibt, die mich davon abhalten, es zu sagen, z.B. der Gedanke, dass es vielleicht zu belanglos ist, dass es nicht so interessant ist, dass es vielleicht nicht so gut zu dem momentanen Gesprächsthema passt, dass es vielleicht irgend etwas über mich verraten könnte (z.B. dass ich Kontaktschwierigkeiten habe, dass ich noch keinen Freund gehabt habe zu dem Zeitpunkt usw.)

Der 2. Schritt wäre dann, einfach mal versuchen, trotz der zögerlichen Gedanken, das was man gerade im Kopf hat, einfach mal zu sagen.

Aber auch wenn Schritt 2 (noch) nicht so klappt, ist es trotzdem hilfreich, immer wieder Schritt 1 zu machen - die eigenen Gedanken beobachten - und sich dessen bewusst zu werden.

Bei mir ist es dadurch ganz langsam, aber Schritt für Schritt besser geworden. Das ging nicht von heute auf morgen, aber ich hatte recht schnell das Gefühl (vielleicht auch zusammen mit weiteren Tipps des Therapeuten), mich in die richtige Richtung zu entwickeln. Es ist dann nach und nach seltener geworden, dass Gesprächsstoffmangel aufgetaucht ist, aber ich habe noch sehr lange immer wieder mal auf diese beiden Schritte zurückgegriffen.

Jetzt weiß ich natürlich nicht, ob das bei dir auch funktioniert, denn ein bisschen anders war die Situation bei mir: Du schreibst ja, du hast in Gruppen weniger Probleme, aber mehr im Gespräch mit nur einem anderen Menschen. Das war bei mir genau umgekehrt: In Gruppen ist das Problem bei mir stärker aufgetreten, je mehr Leute, desto stärker. Bei einzelnen ist es auch aufgetreten, aber nicht immer oder nicht immer so stark.

Aber probieren kannst du's ja mal!

Viel Erfolg!
Gabi

20.01.2013 19:53 • #14



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