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Hallo zusammen,

schon eine ganze Weile überlege ich hier etwas zu schreiben. Beim Durchlesen anderer Posts, erschienen mir meine Probleme aber immer so klein, dass ich es nie für angemessen hielt. Heute habe ich jedoch einen Punkt erreicht, bei dem ich alleine nicht mehr weiterkomme.
Kurz zu mir: Ich bin Anfang 30, habe Informatik studiert und habe einen sicheren Job. Eigentlich sollte ich mich nicht beklagen.

Ich war mein ganzes Leben schon irgendwie anders. Ich hatte immer nur sehr wenige Freunde. Heute habe ich gar keine, zumindest nicht so wie ich es mir wünsche. Ich habe mich immer als Außenseiter gefühlt. Schon in der Schulzeit war ich anders. Während meine Mitschüler Hobbies hatten, Sport trieben, erste Erfahrungen mit Mädels und Alk. sammelten, saß ich zu Hause vor dem PC oder war am lesen. Bis ich 20 war, war ich in keiner Disco, habe nie an einer Zig. gezogen, Alk. getrunken, mit irgend welchen Dro. experimentiert. Auch während des Studiums war ich immer Außenseiter. Es gab zwar einen Kommilitonen, der mich auf Partys mitgeschleppt und ins Alk. eingeführt hat, aber ich stand immer nur betrunken am Rand der Tanzfläche und habe den andern beim Spaß-haben zugeschaut.

Die wenigen Leute, dich ich während meines Studiums kennengelernt habe, haben inzwischen fast alle eigene Familien oder sind beruflich sehr eingespannt, niemand hat Zeit für mich. Ich bin schrecklich einsam. Ich sehne mich nach Kontakten, ich möchte mich mitteilen. Es ist nur niemand da. Ich schaffe es nicht neue Freundschaften aufzubauen. Lerne ich doch mal irgend jemanden kennen, ist nach spätestens einigen Treffen, das Interesse an mir verflogen und der Kontakt bricht wieder ab.

Ich bin in sozialen Situationen überfordert. Sind mehr als 3 Menschen im Raum, beginne ich mich unwohl zu fühlen (es sei denn ich bin ziemlich betrunken). Ich fühle mich bei 4-Augen-Situationen am besten. Nur dazu kommt es extrem sellten. Und falls dann doch einmal, bin ich bei neuen Leuten erst einmal wirklich ruhig und zurückhaltend. Das wird dann oft als Arroganz oder Desinteresse gewertet, so dass niemand darauf Wert legt sich länger mit mir auseinander zu setzen. Ist bei mir erst einmal eine innere Hürde gefallen, kann ich ganz anders sein. Ich kann unterhaltsam, charmant und liebenswürdig sein, dieses Ich haben aber erst 3, vielleicht 4 Menschen gesehen.

In der letzten Zeit habe ich mich aktiv damit auseinander gesetzt und einige Leute direkt darauf angesprochen. Eine Erkenntnis habe ich gewonnen: Dass das was ich tue, sage oder wie ich auftrete häufig komplett anders bei meinem Gegenüber ankommt, als ich beabsichtige. Ich wirke wohl oft grob und unsensibel.
Dabei würde ich mich selbst so einschätzen, dass ich eigentlich sehr sanftmütig und sensibel bin. Bei diversen Online-Tests kam sogar eine "Hypersensibilität" heraus. Ich habe auch schon an Asperger gedacht, dabei sind die Online-Ergebnisse aber nicht eindeutig.

Zudem leide ich jetzt schon fast 9 Monate an der Beendigung einer Fast-Beziehung und ich habe eine Torschlußpanik entwickelt. Sehe ich junge Familien kommen mir sofort die Tränen, weil ich das auch so gerne hätte. Und ich liebe diese Frau so sehr! Noch niemals zuvor hatte ich derartige Gefühle und noch niemals habe ich mich besser gefühlt, als in dieser kurzen Zeit mit ihr.

Mein Hausarzt hat mir Antidepressiva verschrieben, die ich aber aus Angst vor den Nebenwirkungen nicht nehme. Beim Psychologen war ich auch schon, nur bringt das dauerhaft irgendwie nichts.
Ich weiß einfach nicht mehr weiter. Es muss etwas geschehen, ich weiß nur nicht was.

Danke fürs Lesen,
Clemens.

08.03.2014 21:25 • 24.03.2014 #1


13 Antworten ↓


Du sprichst mir aus der Seele. .. ich kenne diese Probleme nur zu gut, nur ne Lösung hab ich nicht parat...

08.03.2014 21:31 • #2



Niemanden zum Reden

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Wie im echten Leben...

15.03.2014 07:57 • #3


Marge
Du bist nun mal nicht der Partyhengst, der am Abend alle Gäste unterhält. Brauchst du auch nicht sein. Ich glaube, wenn du eine Partnerin hättest wäre das schon die Erfüllung deiner Träume und dir würde es an nichts mehr fehlen, auch nicht die nicht vorhandenen Freunde.
Aber um eine Partnerin zu bekommen, musst du selbst aktiv werden und da bringt es auch nichts, eine "Fast-Beziehung" hinterher zu trauern.

Wie sieht es mit Hobbies bei dir aus? Was unternimmst du an den Wochenenden? Und wenn du dich mal in einem Singleportal anmeldest?

15.03.2014 09:06 • #4


Hallo Marge,
vielen Dank für Deine Antwort.

Ein Partyhengst bin ich wirklich nicht, da hast du Recht.
Auch im nächsten Punkt hast du Recht. Ich hatte bisher eine einzige langjährige Beziehung. In dieser Zeit, haben mir Freunde tatsächlich nicht sonderlich gefehlt. Klar, gelegentlich hatte ich mir auch damals mehr soziale Interaktion gewünscht, jedoch hat mich das nie belastet.

Der "Fast-Beziehung" hinterher zu trauern ergibt natürlich keinen Sinn. Dies ist aber einfacher gesagt als getan. Dies war nämlich das erste Mal in meinem Leben, dass ich mit absoluter Sicherheit wusste was ich möchte. In schwachen Momenten (die zum Glück immer seltener werden) werde ich aber noch immer von meinen Gefühlen, dem Verlustschmerz und der Angst, so etwas nie wieder zu erleben, übermannt. Und da wären Freunde sicher sehr hilfreich...

Hobbies habe ich keine. Eine Zeit lange habe ich Sport gemacht. Dazu kann ich mich momentan nicht aufraffen. Ich fotografiere gerne, leider muss man dazu die Wohnung verlassen . Auch an den Wochenenden bin ich meistens zu Hause. Ich habe nicht die leiseste Ahnung, was man am WE denn alleine machen könnte.

Bin bei vier solcher Singleportale/Online-Partnervermittlungen angemeldet. In einem halben Jahr habe ich es zu vier Dates gebracht. Mit zwei der Damen kam es zu mehreren Treffen. Eine war sogar sehr an mir interessiert, hat jedoch den Kontakt abgebrochen, nachdem ich ich ihr gesagt hatte, dass von meiner Seite keine tieferen Gefühle für sie vorhanden sind. Die andere hat gemerkt, dass es mir psychisch nicht so gut geht und hat deshalb ihrerseits den Kontakt abgebrochen.
Generell bin ich mir nicht sicher, ob Online-Portale der richtige Weg für mich sind. Ich empfinde so manche der dort vorherrschenden Verhaltensweisen als sehr verletzend und komme mit dieser "Wegwerfmentalität" nicht zurecht.

Viele Grüße!

15.03.2014 10:40 • #5


Zitat von LonesomeGeorge:
hat jedoch den Kontakt abgebrochen, nachdem ich ich ihr gesagt hatte, dass von meiner Seite keine tieferen Gefühle für sie vorhanden sind.

Ich kann hier nur Vermutungen anstellen, aber wenn mir jemand bereits nach kurzer Zeit sagen würde, dass keine tieferen Gefühle vorhanden sind - was ich als auf Abstand halten interpretieren würde - würde ich mich auch zurückziehen.

Das kann man(n) auch anders verpacken - sofern zumindest Sympathie vorhanden ist - die positiven Aspekte des Istzustandes herausstellen und das Interesse an einem intensiveren Kennenlernen bekunden, sofern das wirklich der Fall ist. Gefühle müssen wachsen, in den seltensten Fällen sind sie bereits im ersten Moment vorhanden. Alles Andere ist Liebelei und/oder Anziehungskraft.

Zitat von LonesomeGeorge:
ob Online-Portale der richtige Weg für mich sind

Nun ja, mit Online-Portalen erreichst du vielleicht Menschen, denen du so nie begegnest wärst.
Das sollt aber nun kein Plädoyer sein, dies weiterhin auf dem Weg zu versuchen

15.03.2014 11:28 • x 2 #6


Hi,
in vielem was du geschrieben hast, erkenne ich mich bzw. auch meine Probleme wieder.
Besonders den Teil, dass ich einer vermeintlich (für mich) perfekten Frau hinterhertrauere, u.a. deswegen momentan überall nur Familien und glückliche Paare sehe und niemanden zum Reden habe.

Zitat von LonesomeGeorge:
Beim Psychologen war ich auch schon, nur bringt das dauerhaft irgendwie nichts.
Ich weiß einfach nicht mehr weiter. Es muss etwas geschehen, ich weiß nur nicht was.
Was für eine Therapieform war das? Hat dein Arzt bzw. Psychologe eine Art Diagnose gestellt?

Ich leide nämlich an einer Sozialphobie. Sprich, im Mittelpunkt stehen bei Partys, etc. ist für mich auch der Horror.
Das geht soweit, dass ich solche Situation grundsätzlich meide und dadurch meine sozialen Kontakte auch vor Jahren mehr oder weniger unbewusst auf null heruntergeschraubt habe.

Kannst ja mal nach so einem Online-Test suchen und prüfen ob das ansatzweise auch auf dich zutrifft. Liest sich laut deiner Beschreibung schon ein wenig so, aber das muss ein Profi beurteilen
Bei mir wurde als Therapie eher eine kognitive Verhaltenstherapie empfohlen und kein tiefenpsychologischer Analyse Kram, da ich keine schwere Kindheit oder Traumata zu bewältigen habe.
Sondern bei mir geht es darum Selbstvertrauen aufzubauen, Kritik nicht so persönlich zu nehmen und vor allem nicht in allem eine negative Bewertung meiner Person zu sehen. Zudem gibt es da auch Expositionen, also Konfrontationen mit unangenehmen Situationen, etc.

Viele Grüße
Dennis

15.03.2014 14:46 • x 1 #7


Zitat von LonesomeGeorge:
Zudem leide ich jetzt schon fast 9 Monate an der Beendigung einer Fast-Beziehung und ich habe eine Torschlußpanik entwickelt. Sehe ich junge Familien kommen mir sofort die Tränen, weil ich das auch so gerne hätte. Und ich liebe diese Frau so sehr! Noch niemals zuvor hatte ich derartige Gefühle und noch niemals habe ich mich besser gefühlt, als in dieser kurzen Zeit mit ihr.


Mir scheint es so als wenn Du Dein ganzes Lebensglück auf eine einzige Person fixierst, und deswegen nicht in der Lage bist Dich selber zu retten aus dem Elend. Lern erstmal etwas wie Du Dich selber wieder richtig mögen kannst, lern mit Dir selber im Reinen zu sein - denn dann wirst Du auch erkennen können dass es Dir wahrscheinlich gar nicht um sie ging sondern Du hast Dir erhoffet dass sie die rettende Insel ist in dem Meer voller Trauer und Einsamkeit. Alles was Du berichtest ist mir nicht unbekannt aus meinem eigenen Leben, aber mittlerweile blick ich distanziert darauf zurück und weiß dass solang ich selber nicht mein bester Freund bin kann ich auch andere Freundschaften nicht pflegen und solang ich mich selber nicht liebe kann ich auch keinen anderen Menschen lieben.

15.03.2014 14:58 • x 1 #8


Hallo zusammen,

erst mal vielen Dank für die Antworten. Mit so viel Rückmeldung hatte ich gar nicht gerechnet.

Zitat von Unbestimmt:
Das kann man(n) auch anders verpacken - sofern zumindest Sympathie vorhanden ist - die positiven Aspekte des Istzustandes herausstellen und das Interesse an einem intensiveren Kennenlernen bekunden, sofern das wirklich der Fall ist.

Da muss ich Dir uneingeschränkt Recht geben. Bei ihr wollte ich jedoch vorsätzlich auf ein wenig Abstand gehen, da sie mir gegenüber Gefühle angedeutet hat, die ich nicht erwiedern konnte. Ich kann mich ja nicht der "Erstbesten" an den Hals werfen, nur damit ich mich nicht mehr einsam fühle.

Zitat von Dennis81:
Was für eine Therapieform war das? Hat dein Arzt bzw. Psychologe eine Art Diagnose gestellt?

Hallo Dennis,
ich hatte einige Gespräche mit dem Psychologen. Was ist das dann? Eine Gesprächstherapie? Ich habe keine Ahnung . Eine Diagnose habe ich nicht erhalten, ich habe aber auch nicht danach gefragt, da mir die alleine Möglichkeit mich auszuheulen immer kurzfristig geholfen hat.

Zitat von Dennis81:
Ich leide nämlich an einer Sozialphobie. Sprich, im Mittelpunkt stehen bei Partys, etc. ist für mich auch der Horror.
Das geht soweit, dass ich solche Situation grundsätzlich meide und dadurch meine sozialen Kontakte auch vor Jahren mehr oder weniger unbewusst auf null heruntergeschraubt habe.


Eine leichte Sozialphobie habe ich - glaube ich. In großen Menschenmengen fühle ich mich sehr unwohl und beginne schnell zu schwitzen. Es ist nicht so, dass ich Angst hätte, aber es ist für mich sehr unangenehm und anstrengend, da ich immer alle Menschen im Blick haben muss. Andererseits, sehne ich mich sehr nach sozialer Interaktion in kleineren Gruppen. Mir gefällt es in solchen Situationen sogar unter Menschen zu sein, trotzdem bin ich immer nur das fünfte Rad am Wagen und kann mich nicht integrieren. Gespräche kommen so gut wie nie zu Stande und falls doch sind sie eher kurz, da ich einfach nichts zu sagen habe. Das wirkt dann wohl so abschreckend, dass mich niemand bei solchen Gelegenheiten dabei haben möchte.

Zitat von Dennis81:
Sondern bei mir geht es darum Selbstvertrauen aufzubauen, Kritik nicht so persönlich zu nehmen und vor allem nicht in allem eine negative Bewertung meiner Person zu sehen.

Oh, dass kenne ich auch. Selbstvertrauen - was ist das? Ich nehme fast jede Kritik persönlich.


Zitat von Carpenter:
Mir scheint es so als wenn Du Dein ganzes Lebensglück auf eine einzige Person fixierst, und deswegen nicht in der Lage bist Dich selber zu retten aus dem Elend.

Puh, das klingt ziemlich hart, aber ich glaube du hast den Nagel auf den Kopf getroffen. Aber es ist nunmal auch Fakt, dass ich noch niemals zu glücklich war wie mit ihr.

Zitat von Carpenter:
Lern erstmal etwas wie Du Dich selber wieder richtig mögen kannst, lern mit Dir selber im Reinen zu sein

Wie mache ich das? Diese Frage ist ernst gemeint.

Zitat von Carpenter:
denn dann wirst Du auch erkennen können dass es Dir wahrscheinlich gar nicht um sie ging sondern Du hast Dir erhoffet dass sie die rettende Insel ist in dem Meer voller Trauer und Einsamkeit.

Darüber habe ich jetzt lange nachgedacht. Ich habe tatsächlich meine gesamten Hoffnungen auf eine glückliche Zukunft, alle Träume und Wünsche auf sie projeziert. Das hat sie auch gespürt und das war ihr wohl zu viel.
Trotzdem glaube ich, dass es AUCH um sie geht. Wir hatten so viel gemeinsam, so viele ähnliche Vorstellungen und Ansichten.

Danke und Grüße an alle.

17.03.2014 20:41 • #9


Hallo,
das ist mal wieder ein typisches Wochenende.
Seit Freitag Abend liege ich auf meinem Sofa und bin wie gelähmt. Ich würde gerne etwas unternehmen, weiß aber einfach nicht was. Was macht man alleine? Selbst wenn mir etwas einfallen würde... Ich bin komplett ohne Antrieb, jeder Gang weiter als ins Bad ist mir zu viel. Niemand meldet sich bei mir und es gibt einfach niemanden, bei dem ich mich melden könnte. Ich möchte reden, ich möchte Austausch, aber selbst wenn dazu die Möglichkeit bestünde, ich hätte nichts relevantes zu sagen.
Wie kommt man da raus?

23.03.2014 17:27 • #10


Zitat von LonesomeGeorge:
ich hatte einige Gespräche mit dem Psychologen. Was ist das dann? Eine Gesprächstherapie? Ich habe keine Ahnung . Eine Diagnose habe ich nicht erhalten, ich habe aber auch nicht danach gefragt, da mir die alleine Möglichkeit mich auszuheulen immer kurzfristig geholfen hat.
Nun, wenn man sonst niemanden zum Reden hat, hilft das kurzfristig vielleicht. Aber langfristig solltest du etwas an deinem Lebensstil ändern.
Eine Möglichkeit wäre halt eine Verhaltenstherapie. Eine andere ist Selbsthilfebücher (mit Themen wie Soziale Phobie, Selbstvertrauen, Small Talk, etc).
Bei beiden musst du aber konsequent dranbleiben! Mit einer begleiteten Therapie fällt das deutlich leichter, als wenn man sich selbst für solche Übungen aufraffen muss.

Zitat von LonesomeGeorge:
In großen Menschenmengen fühle ich mich sehr unwohl und beginne schnell zu schwitzen. Es ist nicht so, dass ich Angst hätte, aber es ist für mich sehr unangenehm und anstrengend, da ich immer alle Menschen im Blick haben muss. Andererseits, sehne ich mich sehr nach sozialer Interaktion in kleineren Gruppen. Mir gefällt es in solchen Situationen sogar unter Menschen zu sein, trotzdem bin ich immer nur das fünfte Rad am Wagen und kann mich nicht integrieren. Gespräche kommen so gut wie nie zu Stande und falls doch sind sie eher kurz, da ich einfach nichts zu sagen habe. Das wirkt dann wohl so abschreckend, dass mich niemand bei solchen Gelegenheiten dabei haben möchte.
Genau so geht es mir auch. Was helfen soll ist Allgemeinbildung, Wissen zu "aktuellen Geschehnissen", Hobbies, etc.
Allgemeinbildung war bei mir immer so lala... Nachrichten habe ich zwar wahrgenommen, aber mal einen kompletten Artikel mit Hintergrundinfos zu irgendwelchen z.B. politischen Themen habe ich selten gelesen. Und meine Hobbies fand ich eher langweilig, was -für mich- bedeutete, andere empfinden das genauso.
Das letzte hängt aber hauptsächlich wieder mit dem Selbstvertrauen zusammen und bei den anderen Beispielen kann man sich ja "vorbereiten". Das sind dann schon Gesprächsthemen.

Zitat von LonesomeGeorge:
Oh, dass kenne ich auch. Selbstvertrauen - was ist das? Ich nehme fast jede Kritik persönlich.
Hier wieder der Hinweis auf Selbsthilfebücher. Ich habe hier 2 allein über Selbstvertrauen zu liegen. Die lesen sich sehr plausibel, aber wenn man (wie ich leider bisher) die Übungen darin nicht konsequent durchführt, bringen die recht wenig.
Einige Übungen setzen aber auch andere Menschen voraus und wenn man schon recht isoliert lebt, ist das problematisch... Dafür muss man dann schon öfter unter Leute gehen und die als (unwissentliche) Übungspartner "missbrauchen".

Zitat von LonesomeGeorge:
Seit Freitag Abend liege ich auf meinem Sofa und bin wie gelähmt. Ich würde gerne etwas unternehmen, weiß aber einfach nicht was. Was macht man alleine? Selbst wenn mir etwas einfallen würde... Ich bin komplett ohne Antrieb, jeder Gang weiter als ins Bad ist mir zu viel. Niemand meldet sich bei mir und es gibt einfach niemanden, bei dem ich mich melden könnte. Ich möchte reden, ich möchte Austausch, aber selbst wenn dazu die Möglichkeit bestünde, ich hätte nichts relevantes zu sagen.
Wie kommt man da raus?
Also das einzige, dass gegen Antriebslosigkeit hilft ist Bewegung! Man kann vieles Alleine tun. Angefangen mit einem Spaziergang, ein Buch lesen, mal etwas aufwändigeres Kochen evtl. mit nicht ganz alltäglichen Zutaten, die man vorher noch in Spezialläden einkaufen muss, ins Kino gehen etc.

Ich mache gerne Sport und habe in den letzten zwei Wochen z.B. schon an zwei Sportveranstaltungen teilgenommen, ohne dort jemanden zu kennen. Ich hier wirklich talentfrei, aber gestern beim Crossduathlon wurden auch die Letzten noch angefeuert.
Zusätzlich habe ich auch letzte Woche mal ins Kursverzeichnis einer VHS geschaut und mir einige Kurse rausgesucht. Angefangen mit etwas kurzem, dass vielleicht Spaß macht (kleiner Kochkurs oder Knigge/Umgangsformen) bis hin zu schwierigeren Kursen, die ich vielleicht angehen werde, wenn meine Therapie schon gewisse Fortschritte gemacht hat (Small Talk, Powertalking, Konstruktive Gesprächsführung, Schlagfertigkeit/Kontern, etc).
Möglichkeiten gibt es viele, ist aber auch stark abhängig von den eigenen Interessen. Es sollte schon Spaß dabei sein, sonst scheitert man schon daran, den inneren Schweinehund zu überwinden.

24.03.2014 10:14 • #11


Zitat von Dennis81:
Also das einzige, dass gegen Antriebslosigkeit hilft ist Bewegung! Man kann vieles Alleine tun. Angefangen mit einem Spaziergang, ein Buch lesen, mal etwas aufwändigeres Kochen evtl. mit nicht ganz alltäglichen Zutaten, die man vorher noch in Spezialläden einkaufen muss, ins Kino gehen etc.


Diese Tipps finde ich sehr gut! Gerade das mit dem Kochen. Ich hatte eine Zeit, in der ich kaum mehr einkaufen ging und überhaupt nicht mehr gekocht habe. Dabei hätte ich ja jede Menge Zeit dafür gehabt. Es fehlte der Antrieb. Ich habe mir dann selbst in den Hintern getreten und mir die Pflicht auferlegt, jeden Tag eine warme Mahlzeit aus frischen Zutaten zuzubereiten. Und siehe da: Es klappt (meistens). Wenn man es wirklich will, dann kann man sich aus der Antriebslosigkeit herausholen und kommt einem geregelten Tagesablauf wieder näher. Man muss da ein bisschen strenger zu sich selbst werden, sich sagen: "Das machst du jetzt. Aufstehen, losstarten!" Ich habe auch oft keine Lust dazu, alleine raus zu gehen. Ich überlege mir hundert Ausreden: "Ich bin viel zu müde, alleine macht es doch eh keinen Spaß, es frustriert mich nur, wenn ich andere Leute sehe, die alle zu zweit und in Gruppen unterwegs sind und ich die Einzige bin, die allein ist, das Wetter ist zu schlecht" usw. Dann denke ich mir aber: Zuhause sitzen zu bleiben ist die schlechtere Option, weil ich dann mit Sicherheit alleine bleibe. Draußen besteht zumindest eine kleine Chance, jemanden zu treffen und ins Plaudern zu kommen.

24.03.2014 11:38 • #12


Zitat von LonesomeGeorge:
Hallo,
das ist mal wieder ein typisches Wochenende.
Seit Freitag Abend liege ich auf meinem Sofa und bin wie gelähmt. Ich würde gerne etwas unternehmen, weiß aber einfach nicht was. Was macht man alleine? Selbst wenn mir etwas einfallen würde... Ich bin komplett ohne Antrieb, jeder Gang weiter als ins Bad ist mir zu viel. Niemand meldet sich bei mir und es gibt einfach niemanden, bei dem ich mich melden könnte. Ich möchte reden, ich möchte Austausch, aber selbst wenn dazu die Möglichkeit bestünde, ich hätte nichts relevantes zu sagen.
Wie kommt man da raus?


Warum hast Du das Gefühl, du hättest nichts relevantes zu sagen? Wenn Du Reden möchtest, dann ist doch etwas zum Reden da, was raus möchte...Es muss ja nicht immer etwas riesig bedeutsames sein..

24.03.2014 19:19 • #13


Zitat von LonesomeGeorge:
Zitat von Carpenter:
denn dann wirst Du auch erkennen können dass es Dir wahrscheinlich gar nicht um sie ging sondern Du hast Dir erhoffet dass sie die rettende Insel ist in dem Meer voller Trauer und Einsamkeit.

Darüber habe ich jetzt lange nachgedacht. Ich habe tatsächlich meine gesamten Hoffnungen auf eine glückliche Zukunft, alle Träume und Wünsche auf sie projeziert. Das hat sie auch gespürt und das war ihr wohl zu viel.

Ehrlich gesagt kann ich sie da verstehen. Ich hätte auch keine Lust DIE Rettungsinsel zu sein für jemanden der "ein Wrack ist" -
ist jetzt sehr überspitzt ausgedrückt aber ich glaub dass jeder versteht WIE es gemeint war.

Versuch mit Dir selber klar zu kommen und mit Dir im Reinen zu sein, DEIN Leben zu leben und glücklich zu sein.

Nur wer sich selber liebt kann andere lieben und mögen.

24.03.2014 20:05 • #14



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Dr. Reinhard Pichler