Hallo,
auch ich erkenne mich in einigen Beschreibungen hier wieder.
Mir hat das Alleinsein auch bislang nicht viel ausgemacht. Ich war eben alleine und eigentlich selten einsam. Finde die Unterscheidung ist meistens wichtig, denn Alleinsein wollen ja (immer mehr) viele von sich aus, Einsamsein ist eher etwas unfreiwilliges.
Allerdings habe ich in den letzten Wochen auch immer öfter mal ein Gefühl von Angst, der das Alleinsein begleitet. Dast ist dann auch auf einmal da und auch ich verliere mich dann schnell in einem Kreis aus negativen Gedanken, aus denen ich dann so leicht keinen Ausweg mehr finde.
Aufgrund des nahezu ständigen Alleinseins im Leben, war ich in der noch guten Lage diese Sache zu erkennen und meist durch positive Einstellung gegenzusteuern. Hab dann meist schnell nen Urlaub geplant oder, wenn die Arbeit es nicht zuließ, mir ein kurzfristiges Verwöhn-Event gegönnt, z.B. zum Fussball gehen, Konzert, in eine andere Stadt fahren und da was machen, etc.
Aber jetzt ist da diese Angst, die mich blockiert und die Fragen aufwirft. Das ist etwas völlig neues und das geht auch viel weiter:
Es ist eben auch die Angst, auch die andere Lebenshälfte allein zu bleiben. Vielleicht ist das das, was man "Midlife crisis" nennt.
Gefühlt alle anderen haben den "Standard-Weg" gemacht: Partner gefunden, Kind bekommen, Haus gebaut oder zumindest Wohnung gekauft.... Und man selbst? Langsam habe ich das Gefühl, mein Leben verläuft rückwärts.

Aber wenn ich in meinen negativen Gedanken an die Fragen komme, was habe ich eigentlich falsch gemacht, oder was mache ich falsch, komme ich eigentlich zu dem Schluß, dass ich zumindest nichts anders mache, als andere auch, also kann das so falsch eigentlich gar nicht sein.
Habe ja auch in anderen Threads schon geschrieben vom "Glück" oder dem "Schicksal" was einem einfach auch hold sein muss. Habe so oft erlebt, dass mehrere Menschen das Gleiche tun, aber das Ergebnis ein anderes ist.
Freunde habe ich nicht viel Glück gehabt mit, obwohl ich immer wieder nachgelaufen bin. Bei Partnerinnen sah es meist ähnlich aus. Anderen scheint das immer nur so zuzufliegen, obwohl sie sogar viel weniger zu "bieten" haben, nicht nur materiell, sondern auch emotional, empathisch....
Also, was kann man gegen die Angst tun?
Tja, schwierig.... Wir alle hier können uns wohl nur weiter gegenseitig Mut machen und uns gegenseitig aufrichten. Uns sagen, dass eigentlich wir empathischen und einfühlsamen die viel wertvolleren Menschen sind. Und dadurch vielleicht sogar besonders stark.
Ich sage mir bzw. versuche es zumindest, dass nur die ganz starken Menschen dem Alleinsein ausgesetzt werden. Weil ohne diese besondere Willenskraft und Stärke könnte man das alles gar nicht schaffen!
LG
Yannick