Zitat von Veritas:Wieder mal 'n toller Beitrag, den Ich absolut nachvollziehen kann. Wenn Ich gäy wäre, würde Ich dich heiraten.

Bei mir war es gaaanz früher auch total anders, da Ich immer viel mit Kollegen zu tun hatte. Soziale Kontakte habe Ich seit einigen Jahren so viele wie ein 100-Jähriger... Aber auch da muss Ich mir an die eigene Nase packen, da Ich nicht soo viel unternommen habe, diesen Zustand zu ändern. Irgendwie überfordert mich das, das Bedürfnis ist auch oft nicht da, alleine habe Ich eh NIE Langeweile (1, 2x im Jahr, wenn überhaupt) und die meisten Menschen sind mir ziemlich fremd, Kontakt über Distanz zu halten, ist auch so eine Sache (früher waren Kollegen und Freunde alle nur ein paar Minuten entfernt)... Ein komischer Zwiespalt ist das manchmal. Mit all den Jahren merkt man aber: Je isolierter man ist und je weniger Kontakte man hat, desto mehr verpasst man vom Leben (auch wenn sich das Manche hier ewig schönreden!) - und man hat nur dieses eine.
Danke, danke!
Mit dem Fast-Heiratsantrag eigentlich gar kein schlechtes Kompliment.

Außer, dass ich eben auch eindeutig straight bin.

Allerdings wäre ich vielleicht sogar schon vom Markt, wenn meine naturgegebene Ausrichtung eine andere wäre. Komplimente von Gäy-Männern bezüglich meines Äußeren hab ich gerne vernommen, da diese ja angeblich durchaus sehr auf das Erscheinungsbild eines möglichen Kandidaten achten.
Tja, so muß man also darauf warten, dass man doch mal eine Frau trifft, deren bester Freund gäy ist und der ihr erklärt, was man doch für ein wunderbarer Mann wäre, wenn sie sich mit mir einlassen würde.

Aber nochmal so RICHTIG jemanden kennenzulernen, scheint heutzutage fast so schwer zu sein, wie Raketenwissenschaft oder Relativitätstheorie...
Man muß (immer meiner eigenen Erfahrung nach beurteilt) ständig auf der Hut sein, dass man nicht was falsches sagt, was falsches tut oder auch nur einmal unaufmerksam sein. Die Menschen sind ja oft so empfindlich geworden.
Oder es ist dieser große Markt... Gibt ja genügend Apps, wo man ständig neues Material an Bekanntschaften oder Freunden kennenlernen kann. Der eine macht nicht das, was man möchte? Zack, such ich mir den nächsten im großen Katalog...
Ist ja hier auch schon an vielen Stellen von vielen aufgegriffen worden dieses Thema.
Meist ist ein "Freund" nützlich, erfüllt einen bestimmten Zweck. Selbst wenn dieser Freund es merkt, redet dieser sich das schön. Und ja, wer kann sich davon schon frei sprechen. Ich sage immer, ich bin gerne bereit, mir auch an die eigene Nase zu fassen - nobody is perfect!
Trotzdem wage ich weiter zu behaupten, ich suche Menschen, die bleiben! Bei denen man sein kann, wie man eben ist, wie das Leben einen geformt und zerdellt hat.

Die berühmte Suchen nach der Nadel im Heuhaufen...
Sobald man mal Vertrauen fasst und das Leben aus seiner Sicht, mit den Ängsten und Enttäuschungen, die nun mal Teil des eigenen Lebens sind, beschreibt, schwingen sich manche auf, weise Ratschläge austeilen zu müssen:
"Sei positiv und geh raus in die Welt". - Na toll! Natürlich mache ich das. Und ich möchte auch weiter Menschen kennenlernen. Aber was, wenn die sich nach ner Weile schon nicht mehr melden? Wie lange soll ich denen denn nachlaufen?
Beschreibt man das dann genau so, bekommt man womöglich zu hören, dass es Selbstmitleid sei.... Aha... Wo fängt das denn an? Ich finde, es fängt an, wo man nicht mehr aufsteht, um gegen seinen Zustand anzukämpfen. Solange man immer wieder etwas versucht, ist es kein Selbstmitleid IMHO! Sondern man beschreibt nur seine Trauer und Enttäuschung über das Ergebnis, welches man bekommt, obwohl man doch eigentlich nur genau das Gleiche tut, wie andere auch.
Heute ist zwar die Angst weniger präsent, aber man denkt eben trotzdem viel nach...
Grüße
Yannick