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Hallo Zusammen,

ich lebe nun schon seit mehr als einem Jahr mit meiner Angststörung/meinen Panikattacken. Es war zu Anfang selbst so schlimm das ich nicht einmal mehr das Haus raus wollte, aus Angst das ich Panik bekomme und eben nicht weiß wohin mit mir selber bis ich dann Umfalle. Der Gedanke i-wo alleine zu sein bzw. keinen meiner Freunde/Familie in meiner Nähe zu haben ist einfach sehr schlimm für mich.
Ich bin seit mehr als einem Jahr in Theraphie und verstehe mich sehr gut mit meinem Psychologen. Er hat mir mit vielen Problemen bereits geholfen, ich habe schon einige Ursachen gefunden und habe meinen 'sicheren Zirkel' um meinem Wohnhaus auch schon erweitert, allerdings bleibt noch immer diese Angst des 'Alleine-sein' und das ich mit mir selber nicht klar komme während eines Panikanfalls

Wer kennt das und habt ihr Tips für mich?

Vielen Dank eure Laura

10.06.2011 13:39 • 10.05.2019 #1


13 Antworten ↓


hi laura, jup ich kenne das vorm alleine sein sehr gut, denke oft daran was wenn ich alleine bin und niemand da ist, brauche unbedingt nähe von familie/freunde....und bin leider meistens alleine zuhause weil mein freund viel arbeiten tut...ich kann dich schon mal beruhigen und dir sagen das ich das selbe durchlebe und auch tage hatte wo ich angst hatte vor die türe zu gehen.

lg seni

10.06.2011 13:43 • #2


Hallo Laura,

ich kenne dein Problem aus meinen eigenen Erfahrungen. Die Angst, irgendwo alleine zu sein und dann eine Attacke zu bekommen ist groß. Ich habe es lange vermieden, überhaupt noch rauszugehen und tue mich auch auch noch schwer jemanden einfach zu besuchen oder dort zu übernachten.

Am Anfang hat es mir sehr geholfen ein Handy dabei zu haben. Es hat mir Sicherheit gegeben, denn ich wusste egal wo ich nun bin, kann ich jederzeit Hilfe herbeirufen. Das Zweite was ich gemacht habe, ist immer jemden zu sagen wo ich gerade hingehe und wie lange ich es vorhabe. Das klingt etwas seltsam aber es kann helfen.

Es ist hart sich einer Angst zu stellen, denn dieser Feind ist stark. Doch kann er nur gewinnen, wenn du ihn gewinnen lässt.

Ich habe einen Trick in der Klinik gelernt. Das Stopschild. Ich habe mir an der Eingangstür ein Stopschild hingehängt. Ich gehe da öfters vorbei aber es hängt nicht direkt in meinem Sichtfeld. Bekomme ich jetzt eine Angstattacke oder ich merke das es darauf zugeht, dann stelle ich mir genau dieses Schild vor und sage innerlich "STOP".

Versuch es einfach mal.

LG
Andy

10.06.2011 15:55 • #3


Hallo Laura,

was du beschreibst kenne ich nur zu gut... Ich habe auch große Probleme damit allein zu sein. Selbst wenn jemand bei mir ist, heißt es nicht, dass es mir gut geht. Aber es hilft zumindest wenn man jemanden hat, der einen ablenken kann. Auch ich gehe nicht gern aus dem Haus, nur wenn es mir wirklich gut geht und ich ein paar Tage keinen Panikanfall hatte. Ansonsten habe ich Angst davor aus meiner Wohlfühlzone hinaus zu gehen und dass mir dann niemand helfen kann wenn es mir schlecht geht. Auch zuhause ist es teils schwierig für mich, aus meinem Panikkreislauf raus zu kommen, da sich eine Angst vor der Angst entwickelt hat.

Wenn du einen Anfall hast, versuche dir bewusst zu machen, dass es "nur" die Panik ist. Heiße sie wie einen Freund willkommen und rede mit ihr. Aber sage auch, dass sie nicht erwünscht ist, da es dir dadurch schlecht geht. Hat mir meine Psychologin gesagt. Manchmal hilft es mir, manchmal auch nicht.
Ich suche mir Ablenkung, mache Entspannungstechniken, lese in einem Selbsthilfebuch, schaue TV,... Wenn ich unterwegs bin und die Panik kommt hoch, versuche ich tief zu atmen, mir auch Ablenkung zu schaffen und nehme eventuell etwas von meinem homöopathischen Nofallmedikament. Manchmal telefoniere ich mit Freunden oder meinen Eltern um Ablenkung zu schaffen.

Jeder hat da seine eigenen Methoden was hilft oder auch nicht... Ich hoffe du findest auch etwas für dich.
Ich selbst komme mal mehr und mal weniger mit der Panik da. Auch wenn es schlecht Tage gibt, das gehört dazu. Man darf da nicht verzweifeln, sondern immer positiv weiter denken

Viele liebe Grüße,
Mandy

15.11.2013 19:24 • #4


Dini58091
Ja, ich hatte das jetzt auch. Ich fühle mich eigentlich nur woanders richtig sicher, wenn mein Mann bei mir ist!
Kein anderes Familienmitglied gibt mir diese Sicherheit. Meine Eltern sind klasse, ich liebe sie über alles.
Aber ich möchte ihnen keine Sorgen machen, deswegen kriegen sie es nie mit,wenn ich gerade Panik hab.
Dann sage ich immer "Ich gehe mal auf Toilette" Und wenn meine 2 Jährige Tochter bei mir ist, geht es mir gut.
Da bekomme ich selten Panik. Sie kann zwar nicht auf mich aufpassen, aber sie lenkt sehr gut ab
Ich war jetzt mit meiner Freundin in der Stadt und fühlte mich vorher schon so komisch.
Ich dachte nur "Oh man, du wirst doch nicht Angst haben mit deiner Freundin in die Stadt shoppen zu gehen"
Wir waren frühstücken und dann ging es los. Herzrasen und so eine Panik innerlich. Ich dachte nur ganz
laut "NEIN, du störst immer gewaltig, und ich lasse dich nicht über mein Leben entscheiden"
Danach ging es mir auch besser. Wir gingen los und ich kaufte schöne Sachen für meine Prinzessin

Davor habe ich Angst. Nur noch drinne zu bleiben und mich nix mehr zu trauen! So bin ich nicht.
Und das will ich partou nicht zulassen! Also bitte bitte immer der Angst stellen.

Alles Liebe

15.11.2013 20:01 • #5


Snowflake95
Halli Hallo
ich kann mit dir fuehlen
Ich bin etwas Hyperchondrisch veranlagt... und seit dem mein Freund ausgezogen ist und ich mit meinem Sohn (8 Monate) alleine bin habe ich auch manchmal ploetzlich panische Angst das mit i was passiert und keiner in der naehe ist und mir helfen kann. Letztens hatte jemand in meiner Familie etwas am Herzen und schon gings los ..ich hatte das Gefuehl keine Luft mehr zu bekommen und meine Brust fing an leicht weh zu tun :O Es war schrecklich und es hat nicht lange gedauert bis ich eine PA bekam... Am Ende habe ich einen Bekannten angerufen und der kam am Abend noch weil ich schreckliche Angst hatte die Nacht alleine zu verbringen.
Es ist wie ein Teufelskreis Ich hoffe das es dir bald besser geht :-*
Hab ein schoenes Wochenende Liebe Gruesse

16.11.2013 12:10 • #6


Mir hilft es, mir zu sagen, dass ich alleine sein WILL und ich das genießen kann (wenn ich mich damit auseinander setze).
Ich sage mir : Alleinsein ist eine Prüfung, aber ich bin stark, ich kann das, ich bin eins mit meiner Umwelt.
Alleinsein ist in vielen alten Naturreligionen (wer sich mit vorchristlichen Religionen beschäftigt) eine Art Prüfung, denn das bedeutet, dass man selbstständig ist. Die Umwelt wahrzunehmen, aber sie zu unterteilen in Bedrohlich/nicht bedrohlich und auf Gefahren (mit dem Steinzeitspeer) zu reagieren bedeutet es, allein zu sein. Habe ich Zweifel an mir und meinen Fähigkeiten, macht mir Alleinsein etwas aus.
Es ist also eine Frage der Selbstachtung und des Selbstvertrauens- alles, was das Selbstvertrauen stärkt oder einem Wissen vermittelt, hilft einem. Schon extrem für ängstliche Menschen, aaaber: mach einen Erste-Hilfe Kurs, dann kannst du selbst reagieren, wenn du dich nicht gut fühlst. Mach einen Kurs in aggressionsloser Selbstveteidigung, etwa Aikido (kraft des gegners umformen ohen selbst angreifen zu müssen)- aber nur, wenn dein Therapeut das schon für sinnvoll hält und das noch kein zu großer Schritt für dich ist.

16.11.2013 14:19 • #7


Hallo zusammen,
Ich habe seit Jahren diese sehr schweren Panikanfälle, besonders wenn ich nachts allein sein muss, was ich unter allen Umständen zuvermeiden versuche und wenn ich in Bereiche komme, wo ich nicht so schnell wieder weg komme. dieAngst empfinde ich als lebensbedrohlich und somit habe ich die Angst vor der Angst auch stark, daher meide ich alles, was sie hervorrufen könnte.
Leider hat sich damit auch mein Leben stark eingeschränkt, Autofahren geht nur innerhalb kleiner Entfernungen, Arbeit dadurch aufgeben müssen usw.
Angefangen hat es alles mit 2 kurz nacheinander folgenden plötzlichen Todesfällen, die unerwartet kamen und mir die einzigen Menschen nahmen, die ich damals als Halt hatte.
Dazu kam noch dieAngst um meine beiden, damals noch kleinen Kinder, die Asthma und Pseudokrupp hatten und jedes Mal in der Nacht kaum Schlaf, ausAngst, sie ersticken.
Meine Mutti hatte Schweres Asthma und das hat mir als Kind auch schon zu schaffen gemacht und nun hatten es meine Kinder auch.
Nun ist vor kurzem mein ältesterSohn ebenso unerwartet gestorben und nun habe ich noch mehr Probleme bekommen.
Habe nun das Mittel AntiStressVL gekauft, traue mich aber nicht, es zu nehmen, da ich schon einmal mit homöopathischen Mitteln in Kontakt kam und sich meine Panik verschlimmert hat!
zur Zeit nehme ich Tavor und es geht einigermaßen, aber es ist keine Lösung des eigentlichen Problems, da das alles in meinem Kopf ist und allein die jeweilige Situation
die Panik hervorruft. Einen gescheitenPsychologen zu finden, ist auch schwer und mit Antidepressiva habe ich keine Erfahrung, da ich Angst vor den NW habe.
Es ist einTeufelskreis!

16.11.2013 22:34 • #8


Lexxy,
ich kann sehr gut nachvollziehen wie es dir geht. Das mir den Todesfällen tut mir echt leid! Wenn einem geliebte Menschen genommen werden, ist das oft schwer zu verkraften. Ich hoffe du findest da bei anderen Personen Halt und Unterstützung.
Ich habe auch Angst vor dem Alleinesein und versuche es zu vermeiden. Wenn die Panik einmal anfängt komme ich auch nur schwer wieder raus.... Versuche, dich abzulenken. Das ist immer leichter gesagt als getan, aber zum Beispiel das Lesen und Schreiben hier im Forum wirkt bei mir sehr gut. Zu wissen dass man nicht allein ist mit den Problemen lässt einen nicht ganz so verzweifeln.
Hast du denn homöopathische Medikamente mal länger genommen? In den ersten Tagen oder sogar Wochen kann es zur Erstverschlimmerung der Symptome kommen. Da muss man erstmal durch bevor es einem besser geht. Mache das gerade wieder selber durch...

Ich hoffe du findest einen Weg für dich das in den Griff zu bekommen. Hast du schon mal dauerhaft solche Antidepressiva genommen? Hat mir super geholfen erstmal wieder normal leben zu können und die Psychotherapie nebenbei unterstützt den Heilungsprozess. Allerdings sind wieder neue Probleme bei mir aufgetaucht und mir geht es derzeit wieder gar nicht gut. Ich überlege wieder auf die Medikamente zurück zu greifen...

Also Kopf hoch Hoffe dir geht es bald besser!
Viele liebe Grüße

17.11.2013 02:35 • #9


08.05.2019 17:51 • #10


DieAlex
Hallo und Herzlich Willkommen

Hast du mal über einen stationären oder tagesklinischen Aufenthalt nachgedacht?
Dort kann man intensiver an deiner Problematik arbeiten.

09.05.2019 12:54 • x 1 #11


Schlaflose
Zitat von KaTeeTaK:
Bin seit Januar in psychologischer Behandlung, was mir gut tut, aber ich habe wirklich die Hoffnung aufgegeben....

Für eine Therapie ist das noch gar nichts. Man muss schon mit 1-1,5 Jahren rechnen.

09.05.2019 13:04 • x 1 #12


Danke für eure Antwort
Ich habe im Oktober einen Reha Antrag gestellt und bis jetzt noch keine Antwort bis auf ne Absage
Habe natürlich Widerspruch eingelegt aber bisher hat sich noch nichts getan

10.05.2019 14:02 • #13


Schlaflose
Zitat von KaTeeTaK:
Habe natürlich Widerspruch eingelegt aber bisher hat sich noch nichts getan


Dann müsstest du mal nachfragen. Normalerweise muss innerhalb von drei Wochen irgendeine Reaktion von denen kommen, sei es auch nur, dass dein Widerspruch eingegangen ist.
Ich hatte vor 11 Jahren auch Widerspruch gegen die Ablehnung eingelegt und bekam nach 2-3 Wochen schon eine Enladung zu einem Gutachtertermin.

10.05.2019 15:27 • #14





Dr. Hans Morschitzky