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N
Hallo zusammen,
ich möchte das hier jetzt mal loswerden.Ich habe das Gefühl,das Leben zieht komplett an mir vorüber.Ich meine,ich bin erst 24 Jahre alt und mein Leben besteht nur daraus zur Arbeit zu gehen und danach gleich wieder nach hause.Ich habe keine Freunde und nur 2,3 flüchtige Bekannte.Meine Familie hat sich auch noch nie richtig für mich interessiert.Ich habe seit Jahren keinen Kontakt mehr zu ihr.Ich habe einen tollen Job (bin dafür 600 km weit hierher gezogen) und verstehe mich mit fast allen auch sehr gut.Und mit einer Arbeitskollegin war ich bisher auch sehr gut befreundet und wir haben auch viel zusammen unternommen.Aber seit einigen Wochen herrscht Funkstille zwischen uns.Das ist allein meine Schuld,denn ich habe mich ihr gegenüber echt mies verhalten.Und das völlig ohne Grund und dabei wollte ich es nicht mal,dass es dazu kommt.Ich bin in letzter Zeit äußerst launisch und lasse dann meinen Frust bei anderen raus.Jedenfalls war sie bisher meine einzigste Bezugsperson und hat mir schon in vielen Situationen zur Seite gestanden und war immer für mich da.Obwohl ich mich nie richtig getraut habe,mit ihr über meine Probleme zu sprechen,weiß sie sicher mehr von mir,als ich ihr immer erzählt habe.Ich wollte nie Mitleid von ihr oder anderen,deshalb habe ich immer die Gutgelaunte gemimt.Aber ich weiß nicht,wie lang ich so noch weiter machen kann.Vor einigen Tagen nahm ich all meinen Mut zusammen und wollte mich bei ihr entschuldigen.Erst nach dem Gespräch wurde mir klar,wie eng unsere Freundschaft war und wie sehr ich sie mit meinem Verhalten verletzt habe.Ich wollte ihr soviel sagen...wie es mir wirklich geht und warum ich mich oftmals so ätzend verhalten habe,aber ich konnte es nicht.Nun denke ich,dass das Vertrauen zwischen uns verloren gegangen ist.Sie hat es immer gut mit mir gemeint und nun habe ich die einzige Freundschaft,die ich hatte kaputt gemacht.Ich leide sehr unter meiner Einsamkeit,ich weiß nicht,wie da wieder heraus kommen soll.Ständig sitze ich allein zu hause rum,auch an Wochenenden,Feiertagen und an meinem Geburtstag.Niemand ruft mich an und es ist nur noch unerträglich.Ich bin den ganzen Tag traurig,grüble über den Sinn des Lebens nach und weine sehr viel...Nachts kann ich entweder garnicht schlafen oder habe ständig Albträume.In der Arbeit spiele ich dann wieder die Gutgelaunte, bei der alles in Ordnung ist.Ich habe schon nachgedacht zu einem Psychologen zu gehen.Aber das alles ist mir irgendwie peinlich.Eigentlich bin ich ein sehr aufgeschlosser und lustiger Mensch,trotzdem finde ich aus diesem Käfig nicht raus.Ich möchte endlich wieder glücklich sein.Aber wie kann ich neue Freunde finden mit denen ich Spaß haben kann?
Denn mein Leben ist momentan einfach die Hölle.

13.03.2008 17:37 • 24.05.2008 #1


7 Antworten ↓


K
Hab Dir ne pn geschickt

16.03.2008 18:50 • #2


A


Verzweifelt einsam

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M
Hallo Nina83,

ich kann Dich sehr gut verstehen. Mir geht es da sehr ähnlich und momentan habe ich auch ein Tief.

Bisher gings mir recht gut, obwohl ich alleine bin. Ich bin jetzt 29 und kann zu Menschen kaum Kontakt aufnehmen. Schon im Kindergarten habe ich mit niemanden gesprochen, was sich bis heute nicht viel geändert hat. Als Folge stellte sich mit 8 Jahren ein Sprechfehler ein, ich stotter. Das macht die ganze Sache nicht einfacher.

Ich will hier nicht zu viel von mir erzählen, sondern Dir zeigen dass Du mit Deinen Problemen nicht alleine bist. Ich genieße oft die Natur und lass meinen Gedanken bei einem Spaziergang am See freien Lauf, wonach es mir häufig besser geht.

Hast Du Interessen, Hobbys? Mach das was Dir Spaß macht und rede mit Deiner Kollegin über den Vorfall. Du wirst sehen, dass es Dir dann wieder besser gehen wird.

Schöne Grüße
molecularcell

17.03.2008 13:28 • #3


C
Also auch wenn sich das jetzt nach einer Binsenweisheit anhört: Was spricht dagegen, deiner Kollegin/Freundin die Sache so zu schildern, wie du sie hier im Forum aufgeschrieben hast? Du musst ja nicht deine gesamte persönliche Situation darlegen (das wäre wohl auch zuviel, wenn es erstmal nur darum geht den Konatkt wieder herzustellen), sondern einfach sagen, dass dir das was vorgefallen ist leid tut und warum es überhaupt passiert ist und dass dir dadurch erst klar geworden ist, wie sehr du ihrer Freundschaft schätzt. Frag sie doch einfach nach einem persönlichen Gespräch. Wenn ihr euch vorher so gut verstanden habt, wird sie das schon nicht ablehnen. Und wenn doch, kannst du ihr immer noch vielleicht einen Brief schreiben.
Das wäre insgesamt sicher ein gute Anfang und bezüglich der Freundschaft zu deiner Kollegin vielleicht sogar die Lösung.

17.03.2008 17:53 • #4


M
Sorry, aber Du hast Angst Gefühle zu zeigen. Du trägst eine Maske. Das hat Deine Kollegin vielleicht auch gemerkt. Ist sie Dir zu nahe getreten, ohne es zu wollen?

Psychologen sind für so etwas da. Ich gehe auch zu einem.

Mona Lisa

30.03.2008 09:37 • #5


B
Hallo Nina,
ich glaube dass du deine Maske ablegen solltest. Menschen merken wenn sich jemand verstellt und schauspielert. Wenn du immer die Gutgelaunte spielst dann wirkt das sehr aufgesetzt (vermute ich mal).

Man hat immer Angst nahestehende Menschen mit den eigenen Problemen zu nerven. Lass dir sagen, mich würde es sehr verletzen wenn ich spüre dass es einem meiner guten Freunde nicht gut geht und er/sie mir nie davon erzählt. Um wirkliche Freundschaft zu erfahren musst du auch das zulassen und dich ein wenig öffnen lernen. Das gehört dazu.
Man muss natürlich aufpassen nicht nur zu jammern, aber Freunde vertragen mehr als man allgemein vermutet
Wie gesagt, wahre Freunde kannst du auch finden wenn du sie an deinem Unglück (ein wenig) teilhaben lässt.
Also, herunter mit der Maske. Sei ganz du Selbst. Wenn es dir nicht gut geht dann zeig dass auch (in Maßen natürlich).
Das macht dich menschlich !!

Ich kann mir gut vorstellen dass du die Freundschaft wieder hinbekommst !!
Betrachte deine Situation als Chance dein Freundschafts-Bild auf eine neue, intensivere Basis zu stellen. Wenn du dich nicht verstellst dann wird das auch so ankommen.

Dafür wünsche ich dir eine große Portion Mut !!
Geh es an. Ich denke die größte Hürde wird für dich sein Gefühle nach aussen zu zeigen (ist das denkbar ?). Wenn es dir große Mühe bereitet dann lass dir von einem Psychologen helfen. Wer Zahnschmerzen hat geht ja schliesslich ganz selbstverständlich zum Zahnarzt. Dabei ist überhaupt nichts peinliches !!
Das hat nichts mit Versagen zu tun, sondern eher mit Kraft tanken.
Sei mutig und offen.

Ich wünsche dir Mut und gutes Gelingen. Und immer Schritt für Schritt (mühsam ernährt sich das Eichhörnchen )
Liebe Grüße
Balou

30.03.2008 10:49 • #6


C
Hallo Nina83,
das was du geschrieben hast kommt mir sehr bekannt vor. Seid ich 19 bin versuche ich mir ein schönes Leben zu machen. Ich bin jetzt schon mehrmals umgezogen und es klappt bei mir auch nicht mit dem Freunde finden.
Ich denke du solltest auf jeden Fall noch mal mit deiner Arbeitskollegin sprechen, offen und ehrlich. Wenn die Freundschaft wirklich so tief ist dann bekommt ihr das auf jeden Fall hin. Ich denke nur das du noch mal einen Schritt auf sie zugehen mußt, damit sie vielleicht auch sieht, wie wichtig dir diese Freundschaft ist.
Ich wünsche dir viel Glück dabei und drücke dir die Daumen.
Lg Cleo

20.05.2008 19:44 • #7


B
Hey,
so wie du es beschreibst, geht es mir auch oft. Aber - ich mache seit gut 1 1/2 Jahren eine Therapie - das beste, was ich je gemacht habe. Nutze die Chance, die dir da geboten wird. Auch wenn es lange dauert, du lernst dort eine Menge über dich und wirst sensibel gemacht für dein Verhalten und das der anderen. Vor allen Dingen - du bist noch jung und mit Sicherheit noch lernfähig .
Zu deiner Freundin - sei offen! Ich habe grade in letzter Zeit gemerkt, dass man damit am weitesten kommt. Und - der andere weiß, was mit dir los ist. Also trau dich! Wenn sie deine Freundin ist, wird sie dir zuhören und vielleicht auch verstehen! Mit offenen Karten zu spielen ist immer das beste! Deine Mitmenschen können nicht hellsehen oder Gedankenlesen!
Gruss Boggy

24.05.2008 11:05 • #8





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