Hallo Balou, ehem. Kartoffelkäfer ,
(du bist ein Herzchen, Balou - lass dich mal virtuell knuddeln ),
ich glaube auch, dass du dir die richtige Antwort schon gerade selber gegeben hast. Auch ich meine, dass ihr nicht vermeiden könnt, dass eure Kinder in einen Konflikt kommen, den sie für sich lösen müssen. Das ist halt das Leben, es geht nicht ohne Konflikte, irgendwann stolpert jeder in so eine Situation und muss versuchen, aus ihr das Beste zu machen.
Ihr solltet das eure tun, um ihr Problem nicht zusätzlich anzukurbeln, genau so.
Das Dumme ist, dass die Kinder ja wohl am liebsten einfach in demselben Haus bleiben möchten, das bisher ihr Zuhause war. Und dass das auch aus deiner/eurer Sicht - zumindest bisher - ja auch die beste Lösung wäre, dass die Kinder dort bleiben. Das würde aber bedeuten, dass sich alle 3 Kinder für denselben Elternteil entscheiden müssten (dafür müssten sie sich auch noch untereinander absprechen
Das wäre oder wird aus meiner Sicht psychologisch für die Kinder wirklich extrem problematisch.
Das empfinde ich momentan als das größte Problem bei euch, die Wohnungsfrage.
Mein Gefühl sagt, wenn du die Scheidung willst und deine Frau nicht, dann müsstest eigentlich du aus dem Haus ausziehen. Und dann? Sollen die Kinder bei dir übernachten oder sogar wohnen können? Ich könnte mir vorstellen, dass du 1-2 Zimmer für die Kinder einrichten könntest, in denen sie schlafen und sich ein wenig einrichten können, und dass sie zu dir kommen können, wenn sie wollen.
Ganz ohne Absprache oder zumindest gegenseitiger Information der Eltern wird das nicht gehen, denn deine Frau wird ja informiert sein müssen, wenn ihre Kinder nicht nach Hause kommen würden.
Ich denke, die beiden Älteren werden sich wohl sehr bald entscheiden müssen, ob sie bei der Mutter oder beim Vater dauerwohnen wollen, und wo sie ab und zu zu Gast sein wollen. Das Jüngste wird vermutlich die größten Schwierigkeiten damit haben und das gefühlsmäßige Interesse beider Eltern wird ihm vermutlich auch Schwierigkeiten machen. Bei dieser Entscheidung solltest ihr/solltest du ihr (ist ein Mädchen, gell?) ihr helfen, indem du sagst, dass du dich sehr, sehr freuen würdest, sie bei sich zu haben, aber dass du auch genauso Verständnis hättest, wenn sie lieber bei der Mutter wohnen würde. Dass sie das ganz frei entscheiden soll. (Das musst du dann auch so meinen, Balou ... )
Ich würde übrigens nicht von "bleiben", sondern immer nur von "wohnen" sprechen. Beo "Bleiben" schwingt immer auch das "den anderen Verlassen und von ihm verlassen werden" mit. Es geht aber doch nur um das Wohnen - keiner von euch beiden Eltern will ja das Kind verlassen, und das Kind soll ja auch beide Eltern weiterhin häufig sehen können.
Wie möchtest du die Wohnungsfrage lösen, wenn z.B. 1 Kind sagt, es möchte bei der Mutter wohnen, und die beiden anderen bei dir? Würdest du auch dann deiner Frau das Haus lassen und mit den beiden anderen in eine andere Wohnung ziehen?
Das ist das Problem, wenn du deinen Kindern die Wahl überlässt.
Das Wohnungsproblem würde vermieden, wenn einer von euch Elternteilen auf das Zusammenwohnen mit den Kindern verzichten würde und sich nur in der Nähe eine eigene Wohnung - mit Besucherzimmer - suchen würde. Oder natürlich, wenn der Richter das entscheiden würde. Aber wie schon vorher ausgeführt, die richterliche Entscheidung würde für die Größeren möglicherweise nicht lange halten, und zudem und vor allem würde das bedeuten, dass die Kinder erst recht zwischen euch emotional zerrieben würden.
Und auch dir für dich selbst erscheint diese Lösung ja emotional nicht akzeptabel.
Deswegen bleibt dir aus meiner Sicht wirklich nichts anderes übrig, als das alles sanft und freundlich, aber sachlich, informativ und ehrlich sowohl mit deiner Frau als auch mit deinen Kindern zu besprechen. Dass Menschen sich im Laufe ihres Lebens verändern können, oder dass sie sich in der Jugend manchmal noch nicht wirklich selber kennen, dass du inzwischen leider gemerkt hast, dass du und Mama nicht wirklich zusammenpassen, dass du deine Kinder sehr lieb hast und dass du jetzt nicht weißt, wie du das Problem lösen sollst. Das aber nicht deiner Frau verheimlichen, sondern das sollte sie wissen, dass du das mit den Kindern besprechen wirst. Wenn sie will, sollte sie m.E. dabei sein können und mitreden.
Falls sie dabei hysterisch agieren sollte, dann ist m.E. der schnelle Auszug egal in was für eine Wohnung der nächste Schritt.
Wenn die Kinder sich ihre eigenen Gedanken darüber machen, wie es weitergehen soll, wird dir das ja bei der Problemlösung helfen. Die Kinder können das ja auch untereinander diskutieren.
Aber bitten würde ich sie auf keinen Fall darum, dass sie dir bei deiner Entscheidung helfen sollen. Das wäre m.E. viel zu belastend, das ist nicht ihre Verantwortung.) Aber wenn sie es freiwillig machen, sich selber Gedanken darum machen, wie dieses Familienproblem nun gelöst werden kann, dann könnte das sogar gute Lösungen oder die gute Lösung bringen. Die beiden Älteren sind ja schon selber im "Beziehungsalter".
Ich hoffe, ich habe nicht allzu sehr an der Realität vorbeigedacht und zu verwirrend geschrieben ... und dich nicht entmutigt. Aber ich denke, du solltest für alle Lösungen offen sein, die die meisten - idealerweise alle - Mitglieder deiner Familie mittragen wollen, wobei dein Ziel, ab demnächst getrennt von deiner Frau zu leben, natürlich beinhaltet sein muss.
Ideal wären vielleicht zwei etwa gleich große Wohnungen, die auf derselben Etage direkt nebeneinander liegen, mit oder ohne einen Wanddurchbruch - so dass die Kinder praktisch in einer gemeinsamen Wohnung leben würden, aber Vater und Mutter jeweils in ihrer eigenen.