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Lieber Forenbesucher,

dieses Forum dient dazu, Menschen zu unterstützen und Austausch zu ermöglichen. Wer Hilfe braucht, findet sie hier, und wer helfen möchte, ist willkommen. Moderatoren achten darauf, dass der Umgang respektvoll bleibt. Für eine angenehme Atmosphäre sind verständnisvolle, ermutigende und einfühlsame Beiträge explizit erwünscht. Verletzende oder verurteilende Beiträge sind nicht erlaubt.

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D

Daniel84
Mitglied

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Da ich einmal mehr frustriert und einsam zu Hause sitze und mir alles sinnlos erscheint, kann ich genauso gut hier etwas schreiben. Bin 33 und habe offensichtlich keine Freunde oder Verwandte, mit denen ich mich jetzt stattdessen treffen und reden könnte. Hatte auch noch nie eine Beziehung. Seit mehreren Jahren aufgrund von Depression in Behandlung, aber es wird nur immer schlimmer. Ich brauche emotionale und körperliche Zuneigung, die ich aber nicht bekomme. Erlebe stattdessen sehr viel Ablehnung und Desinteresse. Weil ich so dumm bin, immer wieder Kontakt zu suchen. Ich bin inzwischen der Überzeugung, dass ich so wie ich bin einfach nicht in diese Welt passe. Ich will auch nicht ein anderer Mensch werden, nur damit ich dann endlich akzeptiert werde. Und kann das auch nicht. Schon allein weil ich verzweifelt, frustriert, traurig und einsam bin, lehnen mich die meisten Menschen ab. Das zieht sie runter, da haben die verständlicherweise keine Lust auf meine Gegenwart.

Im Oktober habe ich entschieden, mir das Leben zu nehmen. Ich weiß inzwischen auch, wie ich das tun werde. Meine Therapeutin hat mich überzeugt, vorher noch in eine psychosomatische Klinik zu gehen. Da kann ich aber nicht sofort hin und ich glaube auch nicht, dass sich dadurch etwas ändert. Aber ein paar Wochen ertrage ich diese Situation jetzt noch.

Das war's erstmal von mir. Bin neu hier. Danke für Ihre Aufmerksamkeit.

10.02.2018 #1


135 Antworten ↓
S

Spacemarine82
Gast

Zitat von Daniel84:
Ich habe im Gegenteil den Eindruck, dass ich eben gerade nicht nach meinen Vorstellungen leben darf, wenn ich das haben möchte, was ich mir wünsche. Stattdessen muss ich mich bspw. den Vorstellungen von Frauen anpassen, wie ein "richtiger Mann" sich zu verhalten hat. Ich muss ein bestimmtes Werbeverhalten an den Tag legen, das ich als affig und demütigend empfinde.

Und das gilt im Übrigen auch bei Freundschaften: Ich darf nicht so sein, wie ich bin (introvertiert, traurig, tiefgründig), sondern muss mich erstmal lange durch oberflächlichen Smalltalk quälen, offen auf Menschen zugehen, und dabei bitteschön nicht deprimiert wirken...


Ich sag Dir mal was. Immoment lerne ich für mich selbst sehr viel und einen Rat möchte ich Dir da mal auf den Weg geben:

Du bist so wie Du bist ! Ich würde mich von "niemandem" ändern lassen. Wenn Du gerne Spiele zockst mach das ! wenn Du gerne "deine" Musik hören willst mach das, wenn Du gerne stark sein wills dann tu es einfach, wenn Du gerne Auto fahren möchtest, dann steh dazu und vertritt deine Meinung dazu. Wenn Du einen Bart haben willst, dann lass dir einen wachsen ! Mir ist das alles völlig egal mit Werbung und Gesellschaft. Das ist alles total oberflächlich und wirklich nicht erstrebenswert geworden. Die Dinge müssen zu mir passen und wenns nicht passt dann gehts eben nicht und fertig.

Ich würde mich für "keine" Frau/Mensch auf dieser Welt ändern, ich sag Menschen direkt meine Meinung (aber nicht unverschämt !) ob ich etwas gut finde und wie ich Dinge empfinde. Und wenn alles sinnlos ist und mir schadet, gehe ich aus der Situation sofort raus.

Das ist für mich der richtige Weg, dadurch bin ich innerlich wesentlich stärker geworden...und weißt das was das komische ist...die Leute fangen langsam an meinem Beispiel zu folgen oder sagen das es richtig gut ist was ich tue, sogar auf meiner Arbeit ! Wenn ich sage ich arbeite ohne Überstunden, ziehe ich das durch, egal was kommt.

Bisheriges Resultat: Ich bin stärker geworden, mehr zufrieden, erreiche meine Ziele, hab richtig Humor bekommen und hab meine Arbeit immer noch Wink

Dafür muss man allerdings am Anfang ziemlich kämpfen...auch mit sich selbst. Das ist eine ziemlich krasse Erfahrung, aber auch eine wo ich ab und zu über mich lachen kann, wo ich auch mal Angst habe und mich dieser Angst stelle.

Und von mir aus können die ganzen Mädels mich ablehnen und machen was sie wollen...die werden eh alle nachher in "Single-Altersheimen" rumhängen (das wird ein Spaß in 20 Jahren), weil sie durch ihre eigenen völlig überzogenen Ansprüche die besten Menschen einfach nicht sehen wollten!

So long...mach dein Ding und fertig, vergiss die Anderen, Du wirst bestimmt Leute kennenlernen die zu Dir passen und dich respektieren, es braucht halt Zeit.

07.01.2018 12:51 • x 8 #111


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A


Ich wünsche mir emotionale und körperliche Zuneigung

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TomTomson

TomTomson
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Ich habe nie gesagt, dass dieses Grundbedürfnis verschwindet, wo liest du das denn raus? Und es ist auch nicht das Ziel dieses Bedürfnis zu unterdrücken. Nur haben halt viele den Irrglauben, dass dies an oberster Stelle steht um glücklich zu werden und das ist falsch. Ob man glücklich ist oder nicht hängt sicher auch teilweise davon ab, aber der grösste Teil hängt eben doch von der inneren Einstellung ab. Jeder Mensch erfährt Ablehnung, aber entscheidend ist, wie man damit umgeht. Der eine sagt sich z.B. "ach nicht so schlimm, dann mag mich diese Person eben nicht das passiert", während ein anderer in der selben Situation in depressive Gedankengänge abdriftet und sich Dinge denkt wie "keiner mag mich, mich wird auch nie einer mögen".

Du hast zweimal die selbe Situation, aber das was den Menschen schlussendlich leiden lässt ist nicht die Situation, sondern das was danach in seinem Kopf geschieht. Nichts im aussen kann dich wirklich verletzen (psychisch) die einzige Person die das kann bist du selber mit deinen Gedanken. Nicht die Situationen lösen bei dir Leid aus, sondern deine Bewertungen und Gedanken über die Situation.

Zitat von Daniel84:
Ich verabscheue aber die Welt. Und empfinde Leute, die die Welt positiv sehen, als oberflächlich. M.E. geht das nur, wenn man das viele Leid und die Sinnlosigkeit des Ganzen ignoriert oder nicht an sich heranlässt.


Es gibt auf der Welt positive und negative Dinge. Wenn du nur das negative siehst, ist das genau so falsch wie wenn jemand nur das positive sieht. Wenn man ganz realistisch ist, gibt es eigentlich weder positiv noch negativ, das sind alles nur unsere eigenen Bewertungen. Der Löwe frisst eine Gazelle, ist das grausam? Vielleicht empfinden wir es so, aber eigentlich ist es völlig natürlich und Fakt ist, ein Löwe hat eine Gazelle gefressen, das ist weder positiv noch negativ, es ist einfach wie es ist. Ein Mensch greift einen anderen an, du kannst diese Situation von tausend verschiedenen Blickwinkeln anschauen. 1. Der Mensch wollte den anderen aus Hass verletzen. 2. Der Mensch ist aggressiv und gefährlich, der hat sich nicht im Griff und ist durchgedreht. 3. Der Mensch fühlte sich verletzt und hat aus Verzweiflung gehandelt. 4. Der Mensch war völlig am Ende mit seinen Nerven, er wusste nicht was er macht.
Fakt ist, ein Mensch hat einen anderen angegriffen, aber wie schlimm du das ganze jetzt wahrnimmst, hängt alleine von dir ab.

Es ist dein gutes Recht, die Welt und dich selber zu verabscheuen. Aber schlussendlich leidest du halt darunter und daher wäre es doch schön, wenn du dies beeinflussen könntest. Und es geht jetzt nicht darum, krampfhaft deine negativen Ansichten und Emotionen zu unterdrücken und nur noch alles positiv zu sehen, denn das führt auch zu nichts. Stattdessen geht es darum Schritt für Schritt, deine Sicht immer mehr auf das positive in dieser Welt auszurichten. Indem du dir einfach mal sagst, ok ich probiere mal das Gute zu sehen, ohne jeden Zwang und auch wenn negative Gedanken kommen, unterdrücke sie nicht, aber versuche deine Aufmerksamkeit trotzdem immer wieder auf das Positive zu lenken.

Ich meine du hast ja z.B. ein Dach überm Kopf und etwas zu essen, das ist doch schon mal was gutes nicht? Es gibt Millionen von Menschen die wären nur schon glücklich wenn sie das hätten. Oder wenn einer Oma etwas runterfällt und jemand hilft ihr es aufzuheben, ist das wieder ein Beweis für die Wärme und Hilfsbereitschaft der Menschen. Und auch bei dir selber gibt es genug wofür du dich lieben kannst. Du hattest z.B. eine harte Vergangenheit, aber hast dich nicht unterkriegen lassen und machst immer noch weiter. Du versuchst dein Leben zum positiven zu ändern. Du bist ein Mensch mit sehr viel Tiefgang, der auch die Augen vor dem Schlechten in dieser Welt nicht verschliesst. Du würdest gerne Wärme und Nähe zu anderen Menschen empfinden, dir fällt es aber aufgrund deiner bisherigen Geschichte schwer dies zu tun, nichtsdestotrotz zeigt dies ja, dass du eigentlich ein warmherziger Mensch bist und das ist doch eine sehr liebenswerte Eigenschaft. Ja du bist zurzeit etwas verbittert, weil vieles nicht so lief wie du es wolltest, aber deswegen bist du ja im inneren noch kein schlechter Mensch.

Die Dinge positiv sehen heisst nicht zwangsläufig, dass man etwas unbedingt als gut ansehen muss, meistens ist das sogar eher negativ und schadet uns mehr als es hilft. Die Dinge positiv sehen heisst, eine für dich angenehme Sicht und Denkweise auf die Dinge zu entwickeln. Z.B. wenn jemand depressiv ist, wäre es überhaupt nicht hilfreich und vor allem auch nicht angenehm, wenn sich dieser Mensch dazu zwingt sich zu sagen, "Ich bin der Beste ich kriege eh alles hin." Denn dann belügt man einfach sich selbst und setzt sich unter Druck und das spürt man und daher lösen diese an sich "positiven" Gedanken negative Gefühle aus und sind daher alles andere als positiv.
Wahrlich positive Gedanken wären z.B. sowas wie, "Ja mir geht es zurzeit schlecht und ich bin überhaupt nicht so leistungsfähig wie ich es gerne wäre, aber da muss ich jetzt durch, ich tue einfach das, was mir möglich ist und versuche mich Schritt für Schritt wieder aufzurichten."

Ob ein Gedanke positiv oder negativ ist, hängt lediglich davon ab, ob er bei dir ein gutes Gefühl auslöst oder nicht und das ist das was entscheidet ob du als Mensch glücklich bist oder nicht. Du kannst dir z.B. sagen "Ich bin als Mann ein Versager, für mich interessiert sich eh nie eine Frau." Oder du kannst dir sagen, "Ich bin mit mir so wie ich zurzeit bin nicht zufrieden, ich bin nicht der Mensch der ich gerne sein möchte, ich probiere daher mich Schritt für Schritt zu ändern." Und wenn du so beginnst mehr und mehr umzudenken, von einer verurteilenden zu einer offeneren Art, vor allem auch dir gegenüber, wirst du auch Schritt für Schritt zufriedener werden.

28.12.2017 15:27 • x 6 #71


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resalu
Lieber Daniel
du musst dich auch nicht ändern.
Hier öffentlich von Suizid sprechen ist allerdings ein Hilferuf! Da benötigst du JETZT Hilfe. Deine therapeutin weiss von deinen Gedanken?

x 3 #2


I
Lieber Daniel,

ich verstehe, dass du nun so entschlossen bist und wenn man so viel Abneigung erfährt glaubt man nicht an ein Wunder und hat die Hoffnung an DEN einen Menschen, der einem Liebe und Zuneigung schenken soll verloren. Allerdings bist du mit diesem Gefühl keinesfalls allein.. Ich bin überzeugt davon, dass eine Umgebung, die deine Enttäuschung und Sehnsucht versteht und gar selber durchlebt bzw. den Kampf gewonnen hat dir Hoffnung, wahre Hoffnung geben kann. Du wirst Menschen kennenlernen, die dir gerne zuhören und dir Ratschläge geben können, die ein Therapeut oder wir hier dir niemals hätten geben können. Deshalb bitte höre mir fremden Mädchen zu, wenn ich sage, dass die Klinik dir zu einem neuen Lebensgefühl helfen kann.
Ich wünsche dir nur das Allerbeste und einen Menschen an deiner Seite, der dir all das gibt was du verdienst! Liebe Grüße.

x 1 #3


D
Klar weiß die Therapeutin das. Sie hat mir auch was zur Beruhigung aufgeschrieben. Aber abgesehen davon, dass das bei mir nicht zu wirken scheint, bin ich auch nicht akut suizidgefährdet (als ob eine Erlösung eine "Gefährdung" wäre, aber das ist ein anderes Thema). Wie gesagt, ein paar Wochen bis zur Klinik halte ich noch aus. Es ist halt nur manchmal schmerzhaft (in psychischer Hinsicht, keine Ahnung, ob man da korrekterweise von Schmerzen spricht).

#4


M
Also bringt die Therapie, in der seit Jahren deine Depression behandelt wird, gar nichts? Nimmst du zäsätzlich auch Medikamente?

Ein stationärer Aufenthalt erscheint mir in dem Fall wirklich für das beste.

#5


D
Die Psychotherapie läuft jetzt seit zwei Jahren. Vorher war ich schon einige Monate beim Neurologen in Behandlung. Davor war ich schon einige Monate bei einer psychosozialen Beratungsstelle. Und davor schon einige Monate in der Seelsorge. Habe auch schon drei verschiedene Antidepressiva (teils in Kombination) durch, vier wenn man Johanniskraut mitrechnet, das ich mir ganz am Anfang vom Hausarzt habe verschreiben lassen.

Die Therapie hat teilweise schon kurzfristig Linderung gebracht. Es tut ja gut, wenn einem mal jemand zuhört, der einen nicht verurteilt und auch ein bisschen versteht. Auch gerade das fehlt mir ja in meiner Einsamkeit. Aber langfristig ist es halt leider heute noch schlimmer als es bisher je war, weil sich an den Umständen einfach nichts bessert, und ich inzwischen auch viele weitere frustrierende Versuche unternommen habe, meine Situation zu verbessern. Und je mehr man erfolglos probiert, desto stärker wird die Überzeugung, dass es keine Hoffnung gibt...

x 1 #6


R
Hi Daniel,
wenn du jemanden zum reden brauchst, biete ich mich gern an. Schon klar, du kennst mich nicht, aber vielleicht kann ich irgendwie helfen und wenn es nur ist, dass sich jemand Zeit für dich nimmt, der nicht dafür bezahlt wird?

x 3 #7


L
Zitat von Daniel84:
Ich brauche emotionale und körperliche Zuneigung


Ja, wer braucht das nicht?
Irgendwie doch jeder, nur nicht jeder hats, also game over...
Life sucks
Naja aber immerhin sind wir nicht allein *anstups*

#8


the-cult02
Zitat von Lifelover:

Ja, wer braucht das nicht?
Irgendwie doch jeder, nur nicht jeder hats, also game over...
Life sucks
Naja aber immerhin sind wir nicht allein *anstups*


Dein letzter Satz widerspricht sich.

"Wir"?

1000 Einsame bleiben eben genau das.Einsam.

#9


Icefalki
Ich kapier das nicht. Warum könnt ihr Einsamen euch nicht ein bisschen zusammenschliessen, Telefonnummern austauschen, und für einander dasein? Les hier immer von solch einer Verzweiflung, dass an Suizid gedacht wird, und man alleine ist. Es wäre doch ein kleiner Anfang, hier miteinander zu kommunizieren, sich auszutauschen und wenn die Chemie stimmt, dann einander anzurufen.

Ganz pragmatisch gedacht.

x 11 #10


the-cult02
Zitat von Icefalki:
Ich kapier das nicht. Warum könnt ihr Einsamen euch nicht ein bisschen zusammenschliessen, Telefonnummern austauschen, und für einander dasein? Les hier immer von solch einer Verzweiflung, dass an Suizid gedacht wird, und man alleine ist. Es wäre doch ein kleiner Anfang, hier miteinander zu kommunizieren, sich auszutauschen und wenn die Chemie stimmt, dann einander anzurufen.

Ganz pragmatisch gedacht.



Pragmatisch?

Daran scheitert und wird jeder Einsame immer scheitern.

#11


R
Bedürftigkeit hat zumeist eine abschreckende Wirkung. Das gilt vermutlich auch für Einsame, die die Bedürfigkeit der anderen Einsamen erkennen. Ich meine, sie haben selbst ein Defizit an Kommunikation und menschlicher Wärme. Wie kann man also aus etwas schöpfen, das nicht vorhanden ist? Das Kommunikationsbedürfnis will gestillt werden und wenn ich mir das in der Praxis vorstelle, dann sehe ich zwei Menschen, wo der Eine nur redet und der Andere nur zuhört und von dem Gespräch erdrückt wird. Es sind doch gar nicht die Kapazitäten vorhanden, dem Anderen einen Ausgleich zu schaffen, wenn man selbst keinen hat. Dazu kommt noch, dass es einen auch interessieren muss, was der Andere redet. Und Interesse zu spielen, nur damit man selbst reden kann, ist keine so gute Ausgangsbasis.

Natürlich spreche ich hier nicht von denjenigen, die tatsächlich füreinander passen und sich hier gefunden haben. Ausnahmen bestätigen die Regel. Nur muss man ja erstmal miteinander passen.

x 2 #12


L
Zitat von Icefalki:
Ich kapier das nicht. Warum könnt ihr Einsamen euch nicht ein bisschen zusammenschliessen, Telefonnummern austauschen, und für einander dasein? Les hier immer von solch einer Verzweiflung, dass an Suizid gedacht wird, und man alleine ist. Es wäre doch ein kleiner Anfang, hier miteinander zu kommunizieren, sich auszutauschen und wenn die Chemie stimmt, dann einander anzurufen.

Ganz pragmatisch gedacht.


Frage ich mich auch, aber immer wenn ich Jemanden anschreibe um Kontakt zu knüpfen kommt nie eine Antwort, wirklich NIE, oder ich stoße sofort auf Desinteresse, aber das eher seltener. Da frage ich mich schon was ich falsch mache, ich möchte doch nur Kontakte zum schreiben.

#13


J
Zitat von the cult02:


Pragmatisch?

Daran scheitert und wird jeder Einsame immer scheitern.

Warum sollte jeder Einsame daran scheitern? Alle Menschen sind unterschiedlich und empfinden ihre Einsamkeit auch auf verschiedene Art und Weise. Manche sind sogar sehr zufrieden damit ihre Ruhe zu haben, da ihnen die Gesellschaft anderer Menschen zu anstrengend ist.
Das zum einen.
Zudem, würde ich sagen, dass die Einsamkeit nicht bei jedem ein permanentes Zustand darstellt. Oft ist es nur eine vorübergehende Phase.
Aber, natürlich, wenn einer, wie der TE nur Traurigkeit und Unzufriedenheit ausstrahlt, werden ihn die Leute meiden.

x 1 #14


the-cult02
Zitat von Rusty Bucket:
Bedürftigkeit hat zumeist eine abschreckende Wirkung. Das gilt vermutlich auch für Einsame, die die Bedürfigkeit der anderen Einsamen erkennen. Ich meine, sie haben selbst ein Defizit an Kommunikation und menschlicher Wärme. Wie kann man also aus etwas schöpfen, das nicht vorhanden ist? Das Kommunikationsbedürfnis will gestillt werden und wenn ich mir das in der Praxis vorstelle, dann sehe ich zwei Menschen, wo der Eine nur redet und der Andere nur zuhört und von dem Gespräch erdrückt wird. Es sind doch gar nicht die Kapazitäten vorhanden, dem Anderen einen Ausgleich zu schaffen, wenn man selbst keinen hat. Dazu kommt noch, dass es einen auch interessieren muss, was der Andere redet. Und Interesse zu spielen, nur damit man selbst reden kann, ist keine so gute Ausgangsbasis.

Natürlich spreche ich hier nicht von denjenigen, die tatsächlich füreinander passen und sich hier gefunden haben. Ausnahmen bestätigen die Regel. Nur muss man ja erstmal miteinander passen.


Sehr richtig.

Bedürftigkeit wir einem als schwäche ausgelegt.

Einsamkeit ist Balast.. Es bedeutet unterwürfigkeit,nichts anderes. Es wir einem zur Last gelegt.

So sind wir gefangen in diesem Teufelskreis.

#15


J
Zitat von Icefalki:
Ich kapier das nicht. Warum könnt ihr Einsamen euch nicht ein bisschen zusammenschliessen, Telefonnummern austauschen, und für einander dasein? Les hier immer von solch einer Verzweiflung, dass an Suizid gedacht wird, und man alleine ist. Es wäre doch ein kleiner Anfang, hier miteinander zu kommunizieren, sich auszutauschen und wenn die Chemie stimmt, dann einander anzurufen.

Ganz pragmatisch gedacht.

Erstens geht es dem TE um Bedürfnisse, die über ein Telefonat kaum bis überhaupt nicht gegeben werden können.
Zweitens sind wir alle nicht umsonst hier im Forum und nicht nur einsam, sondern auch z.B. ängstlich. Ich würde nie meine privaten Daten, sprich Telefonnummer usw., rausrücken, egal ob die Chemie beim Schreiben im Forum stimmt oder nicht. Mich mit jemand Fremdem treffen? Nie im Leben! Schreibkontakte wären durchaus nett (wenn sie auch persönliche Begegnungen nicht ersetzen können), schlafen aber erfahrungsgemäß in sehr frühem Stadium des Kennenlernens ein. Hatte vereinzelt Anfragen à la "hey, was hältst du davon, uns auszutauschen?", auf die ich freudig und freundlich antwortete - und dann kam gar nichts mehr.

#16


kopfloseshuhn
Oder gefangen in der eigenen Abwertung!

x 1 #17

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the-cult02
Zitat von juwi:
Erstens geht es dem TE um Bedürfnisse, die über ein Telefonat kaum bis überhaupt nicht gegeben werden können.
Zweitens sind wir alle nicht umsonst hier im Forum und nicht nur einsam, sondern auch z.B. ängstlich. Ich würde nie meine privaten Daten, sprich Telefonnummer usw., rausrücken, egal ob die Chemie beim Schreiben im Forum stimmt oder nicht. Mich mit jemand Fremdem treffen? Nie im Leben! Schreibkontakte wären durchaus nett (wenn sie auch persönliche Begegnungen nicht ersetzen können), schlafen aber erfahrungsgemäß in sehr frühem Stadium des Kennenlernens ein. Hatte vereinzelt Anfragen à la "hey, was hältst du davon, uns auszutauschen?", auf die ich freudig und freundlich antwortete - und dann kam gar nichts mehr.




Genau deshalb werden wir an unserer Einsamkeit zu Grunde gehen.

#18


Icefalki
Zitat von Lifelover:

Frage ich mich auch, aber immer wenn ich Jemanden anschreibe um Kontakt zu knüpfen kommt nie eine Antwort, wirklich NIE, oder ich stoße sofort auf Desinteresse, aber das eher seltener. Da frage ich mich schon was ich falsch mache, ich möchte doch nur Kontakte zum schreiben.



Kapier ich auch nicht. Ich kann wunderbar über Panik und Depression reden und schreiben, weil ich alles jahrelang durchlitten habe. Einsamkeit dagegen kenn ich nicht. Verzweiflung sehr wohl.

Ich habe auch durchaus Verständnis, dass sich Probleme nur über einen längeren Zeitpunkt verändern könnten. Hab selbst ewig dazu nix getan. Allerdings kann ich dann auch nicht erwarten, dass sich was ändert.

Was mir hier im Forum auffällt, User, die anderen zur Seite stehen, werden "gesehen" und geschätzt. Kann man das als Einsamer nicht auch mal ausprobieren? Sich einbringen, Trost spenden, da sein? Ich finde das besser, als gar keinen Kontakt zu haben. Und Wer weiss, was sich daraus ergibt?

x 3 #19


J
Zitat von the cult02:
Genau deshalb werden wir an unserer Einsamkeit zu Grunde gehen.

Glaub' ich nicht. Ich habe im Jänner mein 9-Jahre-Jubiläum als Einsiedlerin ohne Freunde (Familie ist schon seit 20 Jahren futsch). *Zweckoptimismus on*Wer es 9 Jahre geschafft hat zu überleben, der schafft es auch weiterhin irgendwie.*Zweckoptimismus off*

#20


A


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Dr. Reinhard Pichler
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