puh, das ist schwierig ... ich befinde mich selbst in so einer lage, in der man unbedingt hilfe braucht, aber irgendwie jeder versuch der anderen zu scheitern scheint ... aber genug von mir.
Zitat:
Jetzt verliere ich gerade meinen Freundeskreis, den ich mir über die letzten Jahre aufgebaut habe... Ich bin seit 10 Monaten mit meinem Freund zusammen, und die Beziehung läuft bilderbuchhaft.
Nur sind wir das einzige Paar unter Singles. Und damit komme ich einfach nicht klar?! Ich habe mich so verändert, dass mich meine früheren Freunde nerven, ja ich hasse sie sogar!
Das zieht mich seit einem halben Jahr so tief runter, dass ich einfach keinen Ausweg mehr sehe.
weißt du, (so doof das jetzt klingen mag), vll solltest du dir das nicht so sehr zu herzen nehmen. damit will ich nicht sagen, dass es nicht eine schmerzhafte und bittere erfahrung ist, freunde zu verlieren, vielmehr immer wieder freunde zu verlieren; aber menschen verändern sich durch eine beziehung, wie du ja auch selbst festgestellt hast.
ich weiß ja nun auch nicht, wie deine freunde reagieren - meine freunde haben es einfach stillschweigend akzeptiert, dass ich mich zurück gezogen habe. und jetzt komme ich ohne sie zurecht.
was ich damit sagen will: freundschaften sind es nur in seltenen fällen wert, sich fertig machen zu lassen. ob sie es wert sind, weiß man, wenn sie weiterbestehen.
wenn also eine dieser freundschaften deine veränderung übersteht, dann könnte daraus etwas festes, tiefes werden. wenn nicht, dann waren dies eben menschen, die du mal kennen gelernt hast, mit denen du etwas mehr zeit verbracht hast. period. wenn du mit ihnen nicht mehr zurecht kommst, dann heißt das nicht, dass du ein schlechter mensch bist. du bist eben einfach ein anderer mensch. und dafür hast du einen freund, der dich liebt.
Zitat:
Ich habe versucht, neue Bekanntschaften zu schließen. Aber im Gegensatz zu früher will mir das nicht gelingen. Und das hat mein bisher so zerbrechliches Selbstbewusstsein vollends zerstört.
das ist natürlich der nächste schritt: menschen kennen lernen, die einen nur als diesen "anderen menschen", zu dem man sich verändert hat, kennen lernen.
kann es sein, dass du dich ein wenig unter druck setzt, d. h., dass du von dir erwartest, jetzt unbedingt neue freunde haben zu müssen, weil jeder irgendwie freunde haben muss (überspitzt gesagt)?
ich meine, wo wäre denn das problem, sich auf die therapie zu konzentrieren, den job, deinen freund - und dann sich den rest einfach ergeben lassen. wenn sich in der umgebung niemand findet, der zu einem passt, dann ist das eben so; alles andere würde bedeuten, sich selbst der umgebung anzupassen - und das geht nur bis zu einem gewissen punkt und zu einer gewissen zeit gut. und das hast du nicht nötig.
Zitat:
Ich weiß, dass es Menschen gibt, denen es viel schlechter geht als mir! Meine Eltern etc leben alle und sind gesund, ich bin gesund, mein Job ist eigentlich großartig!
dieser gedanke hat mich auch ziemlich oft gequält - weil seine einzige wirkung ist, dass man ein schlechtes gewissen hat. mir jedenfalls ging es nie dadurch besser, dass ich mir vorgeworfen habe, dass es mir ja eigentlich ganz gut geht, dass ich quasi "kein recht hätte" (wiederum überspitzt), mich jetzt schlecht zu fühlen. ich halte diesen einwand daher für irrelevant. wenn es mir schlecht geht, dann geht es mir schlecht. es geht mir nicht weniger schlecht, weil andere sich schlecht fühlen.
formulier den satz doch mal positiv: "hey, ich bin schon ganz schön toll. ich hab einen tollen job, ich bin gesund, ich werde geliebt ..." das hat wert, weil es nur mit dir zu tun hat und nicht an andere gemessen wird.
Zitat:
Ich traue mir nichts mehr zu. Ich kann es nicht akzeptieren, dass das der Lauf der Dinge ist, ich habe kein Vertrauen darin, dass es irgendwann mal wieder besser sein wird. Meine früher gekannte optimistische Kämpferin in mir ist weg! Verschwunden, ich weiß nicht, wie ich sie wiederfinden kann! Das schockiert mich und tut weh.
wie gesagt, tu zweierlei dinge: erinnere dich daran, wie toll du bist - und zwar ohne selbstvorwürfe. einfach ganz sachliche feststellungen. was du alles schon erreicht hast. ohne einwände. vll suchst du dir ein neues hobby, oder tust etwas, was du wegen der anderen hast schleifen lassen (ich hab mir endlich mal wieder ein buch gekauft und mich in mein kuscheliges bett begeben und gelesen). tu irgendetwas mit dem ziel, nur dir selbst etwas gutes zu tun. weil du es dir wert bist.
und dann: suche nicht verkrampft nach einer verbesserung. versuch, deine jetzige situation zu akzeptieren und sie zu schätzen zu lernen. denn sie ist schätzenswert (sry, blödes wort ^^).
akzeptier tief in dir den gedanken, dass deine kämpferin zz nicht da ist und gestalte dein leben und trau dich, es zu genießen. dann kommt sie von ganz allein zurück.
ich hoffe, dass ich mich nicht zu sehr verzettelt habe und nicht zu viel von mir in dich transferriert hab. ich würd mich jedenfalls über ein feedback von deiner seite freuen - wie immer es auch sein mag.
aber vll konnte ich dir ja jetzt schon ein paar positive anfänge aufzeigen.