✔ Empfohlene Antwort
Schon Dein erster Beitrag hier im Forum handelt von der Suche nach Freunden. Das scheint bislang nicht geklappt zu haben.
Warum nicht?
Sind es immer die anderen, die zu doof sind, nicht kapieren, worum es Dir geht, blöde Vorschläge machen, Deine Erkrankung nicht genug berücksichtigen?
Ich denke, Du hast allen Grund, zunächst einmal mit einer ehrlichen und ernsthaften Selbstbeschau anzufangen.
Wir nehmen uns oft selbst ganz anders wahr als andere uns wahrnehmen. Es gibt hier einige Beispiele, die ich anführen könnte. Ich bezeichne manche Deiner Antworten als ziemlich ruppig. Du hingegen würdest argumentieren, sie seien nur ehrlich oder direkt. Du siehst - da geht es schon los mit den unterschiedlichen Eindrücken. Anstatt Deine Art immer nur zu verteidigen, könntest Du auch einfach mal die Möglichkeit in Betracht ziehen, dass Du anscheinend anders wirkst als gewollt. Daran könntest Du arbeiten.
Ich möchte aber vielmehr auf Deine Suche nach Freunden eingehen:
Manchmal hat man bereits die/den eine(n) oder andere(n) Bekannte(n). Vielleicht lässt sich mit der Zeit auch daraus etwas Engeres machen. Wenn man nicht gleich klammert, sondern Zeit und Engagement investiert, kann aus schon Vorhandenem auch dicke Freundschaft entstehen. Man sagt, dass es etwa 50 - 200 Stunden braucht, um überhaupt Vertrauen zu gewinnen.
Du könntest ja auch einmal unverbindlich eine junge Frau z.B. bei dm oder in irgendeinem anderen Laden in Deiner Nähe ansprechen und sie nach ihrer Erfahrung mit dem einen oder anderen Produkt fragen - als Aufhänger sozusagen. Man muss mutig sein, am Ball bleiben und darf die Geduld nicht verlieren, wenn man Kontakt haben möchte.
Auch ist es für andere nicht besonders reizvoll, wenn Du ein großes Schild vor Dir herträgst auf dem steht "Ich bin einsam". Oft sind Menschen dann überfordert, wenden sich ab. Besser wäre es, zunächst einmal das zu geben, was man selbst haben will: sich für andere interessieren, nachfragen, Angebote machen, Hilfe anbieten, eine Party schmeißen o.ä. - statt nur die eigene Selbstdarstellung und das eigene Defizit oder Leid zu zelebrieren.
Zu einer Freundschaft gehören immer zwei Sachen: zum einem, dass man gute und tiefgründige Gespräche führen - aber eben auch zusammen Spaß haben kann. Wenn Dich nur eine Seite interessiert, wird es schwierig.
Nun kannst Du wählen: Entweder Du besinnst Dich einmal und fragst Dich, was denn überhaupt DEIN Anteil am Scheitern der Freundschaften ist - oder Du machst einfach weiter wie bisher und schreibst jeden Monat einen neuen Beitrag mit der Frage, ob es denn nirgendwo sonst noch einsame Menschen gibt und erwartest dann von anderen Ideen, die Du selbst nicht hast.
Es sind hier so viele Vorschläge gemacht worden - viele Menschen haben sich mit Deiner Frage auseinandergesetzt. Sie haben DIR also etwas gegeben,- nämlich ihre Gedanken, ihre Zeit.
Du könntest allein diese Tatsache einmal würdigen und wertschätzen, ganz unabhängig davon, ob Dir die Vorschläge nun gefallen oder nicht.
SO funktionieren Freundschaften.
Und was machst Du statt dessen? Fühlst Dich immer nur missverstanden und nimmst Dir deswegen das Recht heraus, verbal um Dich zu schlagen. Und wenn man dann entsprechend re-agiert (!), bist Du auch noch eingeschnappt. Das ist echt kindisch. Aber vielleicht bist Du ja auch noch gar nicht richtig erwachsen
By_myself
15.10.2020 22:25 •
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