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C
Hallo,

auf der Suche nach Menschen, denen es genau wie mir ergeht bin ich auf dieses Forum gestoßen.

Ich bin weiblich, Mitte 50, verheiratet und kinderlos.

Seit vielen Jahren leide ich an einer generalisierten Angststörung mit Panikattacken.

Meine Familie hat sich in alle Winde verstreut, Freunde habe ich bis auf eine Freundin, die aber weiter weg wohnt nicht mehr. Habe noch zwei ältere Schwestern, die aber mit mir ( O-Ton einer Schwester) nichts anfangen können, wegen meiner Agoraphobie und Ängste.

Durch einige menschliche Enttäuschungen in den letzten Jahren habe ich keine große Lust mehr auf soziale Kontakte.
Doch ab und an fehlen sie mir schon - ich weiß, das ist sehr widersprüchlich.

Ich habe einen fürsorglichen Mann, mit dem ich mich aber nicht so austauschen kann, wie ich es gerne hätte. Eben halt nur noch so alltägliche Gespräche übers Wetter, unsere Hunde oder was im TV kommt.

Bis vor einigen Jahren hatte ich eine tolle Telefonfreundin, die aber leider verstorben ist. Mit ihr konnte ich stundenlang über alles quatschen und wir hatten auch keine Geheimnisse voreinander. Sie fehlt mir sehr..

So, das war es erst einmal in aller kürze.

Würde mich über einen Austausch mit Euch freuen

Gruß
Charulata

19.05.2013 17:56 • 22.05.2013 #1


22 Antworten ↓


S
Hallo, ich bin Ende 50 und kenne das Problem. Wegen der Panikanfälle haben sich auch von mir enger Bekannte uurückgezogen. Ich hatte eine Vereinskameradin, mit ihr habe ich viel unternommen. Sie konnte sich gut auf mich einstellen, dachte ich, sie merkte mir gleich an, wenn ich Panik bekam unter mehreren Menschen. Leider mußten wir dann unsere Altivität wie Flohmarkt, oder Stadtbummel abbrechen und nach Hause fahren. Plötzlich hörte ich nichts mehr von ihr. Als ich bei ihr anrief, sagte sie, sie müsse Abstand von mir nehmen. Das war ein Nackenschlag. Heute ist mir schon klar, dass sie mit mir auf Dauer überfordert war. Das liegt 2 Jahre zurück. Seit dem habe ich keinen Kontakt zu Menschen gefunden, die mit mir mal etwas unternehmen. Schade, denn ich lebe dadurch auch sehr zurückgezogen. Seit 1 Woche bin habe ich mich hier ins Forum eingeloggt

19.05.2013 18:07 • #2


A


Einsamkeit ist wie ein schwarzes Loch

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J
Zitat von Charulata:
Durch einige menschliche Enttäuschungen in den letzten Jahren habe ich keine große Lust mehr auf soziale Kontakte.
Doch ab und an fehlen sie mir schon - ich weiß, das ist sehr widersprüchlich.


Hallo,

genau deshalb kommt die Angst vor dem Alleine sein. Weil du dann keine Enttäuschungen mehr durchlebst, kein Gegenüber hast, mit dem du dich mal festzen oder in Ruhe auseinandersetzen kannst. Es ist der Schmerz und das Wissen, dass man alleine ist und eh nicht mehr passiert, dass man alleine da sitzt, vor seinem Computer, dem Fernsehen, sich mit den Blumen oder der Katze/Hund unterhält. aber die geben keine Antworten ...
Du musst raus, unter Menschen. Gehe in die Stadt, schlendere durch Kaufhäuser und Geschäfte, frage hier und da nach Artikeln, die dir gefallen, auch, wenn du nichts kaufen willst. Aber du hast somit ein Gegenüber und erhälst neue soziale Kontakte. Das ist wichtig. Alle kann man nicht lange sein, denn damit geht das Grübeln los, die Panik setzt ein und man verödet innerlich.
Raus aus der Bude, wenn du Zeit hast, dann gehe einfach nur spazieren. Und wenn es wieder kommt, dann geh einfach raus. Um den Block, in die Stadt, triff dich mit Leuten, mit denen du kannst und quatsche einfach ein bißchen.
Lass dich nicht ins Abseits drängen, such dir neue Bekannte, Freunde und gute Laune-Leute

19.05.2013 18:08 • #3


T
Zitat von juris:


Du musst raus, unter Menschen. Gehe in die Stadt, schlendere durch Kaufhäuser und Geschäfte, frage hier und da nach Artikeln, die dir gefallen, auch, wenn du nichts kaufen willst. Aber du hast somit ein Gegenüber und erhälst neue soziale Kontakte. Das ist wichtig. Alle kann man nicht lange sein, denn damit geht das Grübeln los, die Panik setzt ein und man verödet innerlich.
Raus aus der Bude, wenn du Zeit hast, dann gehe einfach nur spazieren. Und wenn es wieder kommt, dann geh einfach raus. Um den Block, in die Stadt, triff dich mit Leuten, mit denen du kannst und quatsche einfach ein bißchen.
Lass dich nicht ins Abseits drängen, such dir neue Bekannte, Freunde und gute Laune-Leute



Prinzipiell ein guter Rat und sicherlich ist da was wahres dran. Aber wie soll sie das machen, wenn sie unter Ängsten und Panikattacken leidet?

Charulata.....vielleicht ist dieses Forum hier der Anfang und die findest Menschen, mit denen du dich austauschen oder einfach ein wenig plaudern kannst.
Was hast du denn für Hunde.....wenn ich das fragen darf? Ich hab auch drei und ich bin froh sie zu haben Sie haben mir in den letzten Wochen viel Kraft gegeben.

Würde mich freuen, wieder von dir zu lesen.

19.05.2013 22:20 • #4


J
Zitat von Tränenfee:
Zitat von juris:
Aber wie soll sie das machen, wenn sie unter Ängsten und Panikattacken leidet?


Kann ich dir sagen: Trotzdem einfach raus, sich irgendwo hinhocken und sich einreden, dass es halt nur Panikattacken sind.
Anders geht es nicht; oder du/sie macht eine (erneute) Therapie, bzw. eine Reha. Ich kenne das Problem mit Panikattacken sehr gut, denn dies ist/war auch mein Problem.
Vom Zuhause rumhocken wird das nicht besser, da muss man raus, auch wenn innerlich alles schreit und weh tut, einem der Schweiß nur so am Körper herunter läuft.
Wie gesagt - Therapie, Reha (Psychosomatische Reha) und unter Menschen, keine Medikamente nehmen, sondern Dinge an- u. aussprechen. Nur das hilft.

20.05.2013 11:45 • #5


D
Hallo Zusammen, bin neu hier und auch der Suche nach netten Menschen.

20.05.2013 12:04 • #6


G
Hallo..

Juris hat schon sehr recht, raus mit dir ins Leben.
Es gibt kein Leben, das auf einer geraden Linie aus Sicherheit und lauter glücklichen Erfahrungen besteht. Und das ist ok. Das gehört dazu, jetzt hast du die Chance dich diesem Leben mit all seinen Facetten zu stellen, zu nehmen was kommt, nicht durch lauter Befürchtungen vorweg zu nehmen, sondern dann anzunehmen wenn es soweit ist. Lass nicht zu, dass deine schlechten Erfahrungen zu deinen Stolpersteinen werden, sondern trete über diese Steine hinweg. Anders wirds nicht gehen..

20.05.2013 12:34 • #7


C
Viele Danke für Eure Beiträge

Nach meiner 38-jährigen Angstkarriere weiß ich natürlich genau, was Ihr meint und ich habe auch schon alles ausgeschöpft an Therapien, Konfontationen usw.

Nur ist es leider so, dass man im Alter nicht gesünder und agiler wird, darum lassen mich meine diversen kleinen und mittleren Kriegsleiden leider nicht immer so agieren wie ich es gerne hätte und diese haben auch die Ängste in den letzten Jahren wieder schlimmer werden lassen.

An körperlich guten Tagen bin ich natürlich draußen:
ich gehe in unsere Stadtbibliothek, einkaufen, shoppen, walken, in die Natur zum fotografieren usw., und mit meinen Hunden muss ich auch mehrmals täglich raus.

Da ich ein eher aufgeschlossener Mensch in, spreche ich auch oft draußen die Menschen einfach an; gerade wenn es Leute mit Hunden sind, da kommt man sehr schnell in Gespräch.

Aber das ist es nicht, was mir fehlt....

Ich bräuchte einen Menschen mit dem ich über private Dinge reden kann, wo eine gegenseitige Hilfsbereitschaft vorhanden ist, oder wo man einfach mal jammern darf, ober mal über den Partner oder das Wetter schimpfen kann

Mit meiner verstorben Freundin habe ich 25 Jahre (fast) nur telefoniert; eigentlich täglich. Wir haben über Gott und die Welt geredet. DAS ist es was mir fehlt! Einfach ein Mensch dem man vertrauen kann und mit dem man über alles reden kann. Der einen auch mal in den Poppes tritt oder mal tröstet wenn was quer läuft.
Das hört sich jetzt bestimmt sehr anspruchsvoll an, aber über halbe und viertel Sachen habe ich mich die letzte Zeit nur geärgert.

Je älter ich werde umso oberflächlicher und leider auch egoistischer empfinde ich die Menschen um mich rum.

Oft sage ich zu meinem Mann, dass er doch bitte mal Erwachsenengespräche mit mir führen solle, aber er lacht dann immer nur und fängt von Politik an

@ Tränenfee - ich habe 2 Spaniel. Meine Hunde machen mir auch sehr viel Freude im Leben. Ich weiß nicht, owo ich wäre, wenn es die Stinker nicht gäbe. Es wäre schön, wenn ich hier im Forum ein Plätzchen für mich finden würde

@ Sonnenschein54 - ich kann Deiner Traurigkeit sehr gut verstehen Vielleicht finden wir ja beide wieder aus unserem Tief hinaus.

Wünsche Euch allen noch einen schönen Restpfingstmontag

LG
Charulata

20.05.2013 13:26 • x 1 #8


T
Hallo .
Ich bin seit letzter Woche hier im Forum.
Und ich hab auch immer angst davor, mit meinem Verlobten aus dem Haus zu gehen,Wofür ich mich sehr schämen tue.
Aber ich muss es ja machen,weil ich meine Vielen Termine immer habe.Aber wenn wir immer aus dem hAUS raus
gehen muss ich mich immer umgucken,ob man mich beobachtet.Schlimm ist das bei mir.
Ich bin dann immer froh wenn wir im Auto sitzen beim Termin angekommen sind und nachher wieder zu Hause
sind.
Und vorher bin ich AM Tag vorher schon am nachdenken, wie der nÄchste Tag so werden wird, wenn wir wieder
aus dem Haus raus müssen.
Und es macht mich einfach fertig.
Ich versuche mich ja auch abzu lenken.Aber trotzdem holt diese Angst mich immer wieder ein.
Was kann mein Verlobter tun oder was kann ich dagegen tun,gegen diese schlimme angst rauszu gehen.
Wenn es wieder soweit ist.?Morgen hab ich nämlich auch wieder meinen Termin und bin jetzt auch schon soviel deswegen am Nachdenken.Liebe gruesseTigercat

20.05.2013 13:58 • #9


C
Hallo Tigercat.

hast Du denn nur die Angst, wenn Du mit Deinem Verlobten aus dem Hause gehst, oder auch bei anderen Menschen?

20.05.2013 14:01 • #10


T
Hallo-.iCH habe vor fremden Menschen allgemein Angst,
mein Verlobter unterstützt mich sehr gut.
Ich bin immer seehr froh wenn gerade kein Mensch in der Nähe ist wenn wir ins Auto Steigen.
Ein oder zwei Menschen gehen ja noch,aber sobald es mehrere sind,löst es in mir Panik aus.Lg Tigercat.

20.05.2013 14:16 • #11


T
Hallo Ich habe vor allgemeinen fremden Menschen angst.Und besonders weil vor unserem Haus Alk. vor dem Haus manchmal stehen und einen dämlich anstarren und sich auch sehr gerne lusstig über einen machen.
Mein Verlobter unterstützt mich immer sehr gut. ich bin immer froh wenn diese Alk. nicht gerade vor dem Haus sind-da weiss ich immer nicht wie ich mich vor denen verhaltensoll.lgTigercat

20.05.2013 15:06 • #12


C
Dann ist das ja toll, dass Du so einen verständnisvollen Partner hast!
Halt ihn gut fest!

20.05.2013 15:44 • #13


T
das werde ich.danke.aber er hat es mit mir leider auch nicht immer einfach.ich muss ihn immer
fragen,ob diese Alk. vor dem haus sind.hast Du da einen guten Tipp für mich damit ich das nicht immer
machen muss?Klingt albern ich weiss, aber ich frag ihn das immer,bevor wir losfahren.
damit ich mich einbisschen sicherer fühlen werde,bevor wir aus der Tür verschwinden.LIEBE GRUESSE Tigercat

20.05.2013 15:59 • #14


C
Es ist doch in Ordnung, wenn Du fragst ob die Luft rein ist!
Würde ich auch so machen, denn ich habe auch immer ein Bauchgrummeln, wenn ich an betrunkenen Menschen vorbei gehen muss.

20.05.2013 16:04 • #15


Dubist
Irgendwann da wegziehen?

20.05.2013 16:51 • #16


T
Nein nicht irgendwann ich hoffe nur dieses jahr die nächsten Monate noch.Mit der Wohnung wissen wir npch leider nicht ob es überhaupt klappen wird,weil wir schon eine in Aussicht haben.lg Tigercat

20.05.2013 16:56 • #17

Sponsor-Mitgliedschaft

Dubist
Ich bin jetzt mal zuversichtlich, das klappt bestimmt.
Ihr müßt da weg und zwar bald.

20.05.2013 16:58 • #18


C
bitte nicht böse sein, aber könnte man vielleicht zu meinem Eingangspost zurückkommen?
Es wird sonst etwas zu off-topic

20.05.2013 17:21 • #19


C
@Charulata: Du könntest, so wie du schreibst, ein Zwilling von mir sein. Mir geht's ziemlich ähnlich: Mitte 50, verheiratet, keine Kinder oder Verwandte, aber einen Hund und seit Jahrzehnten mit einer generalisierten Angststörung behaftet. Durch verschiedene Ereignisse hat sich mein Bekanntenkreis leider aufgelöst und außer small talk mit Leuten, die man mit Hund immer trifft, läßt sich einfach keine ernsthafte Bekanntschaft mehr aufbauen. Wir sind letztes Jahr hierher gezogen und die Leute scheinen alle in Vereinen, Familie, und Bekanntenkreis fest verankert zu sein. Nun bin ich leider sehr introvertiert und größere Menschenansammlungen (mehr als 2 Leute) sind gar nicht mein Ding. Ich weiß dann nicht was ich reden soll und hocke/stehe schweigend dabei.

Es ist bitter, wenn man dann noch eine Seelenverwandte verliert. Ich bin da inzwischen 2x durch und es macht wirklich einsam, wenn man niemand hat, mit dem man mal eben so reden kann. Mein Mann lacht bloß drüber und meint immer, er hätte gerne meine Sorgen. Wenn er sie aber hätte, wäre er sie gerne schnellstens wieder los. Wer noch nie in dieser Situation war weiß gar nicht, wie richtig schlecht man sich da fühlen kann.

Ich bin deshalb jetzt hier angemeldet weil ich hoffe, daß gemeinsam einsam vielleicht nicht mehr ganz so schlimm ist.

Euch allen einen Tag, den man gut aushalten kann.

LG, Cloudy59

21.05.2013 07:12 • #20


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