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Guten Abend liebe Community,

Ich wende mich mit einem Problem an euch. Eine Lösung oder Lösungsvorschläge benötige ich nicht.
Vielmehr erhoffe ich mir eine Beurteilung und Bewertung der nachfolgend geschilderten Situation:

Mit meiner Freundin bin ich seit 14.03.2016 zusammen. Wir sind glücklich miteinander und führen eine
harmonische Beziehung und streiten im Grunde kaum. Selbstverständlich gehören Streitigkeiten
und Meinungsverschiedenheiten zu jeder gesunden Beziehung dazu. Eines bereitete mir jedoch immense
Kopfschmerzen und ich wusste nicht wie ich den Sachverhalt bewerten und wie ich ihn einstufen sollte.

Kennengelernt haben wir uns in einem Fachkrankenhaus für Psychiatrie. Sie wurde am 01.03.2016
in die Klinik aufgenommen und ich zwei Tage später am 03.03.2016. Sie fiel mir sofort ins Auge
und wie ich nachher erfuhr beruhte das auf Gegenseitigkeit. Näher zu tun hatten wir erst ab 04.03.2016.

Wie bereits erwähnt sind wir am 14.03.2016 zusammengekommen und bis zum 13.03.2016 war sie noch
in einer unglücklichen Beziehung. Sie hatte jedoch vor der Einweisung in die Klinik keine Zeit mehr um
die in ihren Augen "langweilige und unglückliche Beziehung" zu beenden. Außerdem hätte er die Zeichen
der Zeit bemerken müssen, da sie total desinteressiert gegenüber ihm war und ihm von einer viermonatigen
Beziehung insgesamt zwei Monate den Sex verwehrte. Da sollte man sich doch mal Gedanken darüber machen.
Der Grund, weshalb sie Schluss gemacht hat, war, weil er langweilig war, ein absoluter Ja-Sager und meine
Freundin merkte schon seit längerem, dass ihre Gefühle zu ihm eher in der Kumpelschiene einzuordnen waren.
Sie machte persönlich mit ihm Schluss und hat wirklich ausführlich mit ihm über die Gründe für die Trennung gesprochen.

Sie löschte ihn bei Facebook als Freund, blockierte ihn nach einem wahren Telefonterror via WhatsApp auch dort
und blockierte seine Mobilfunkrufnummer, damit er weder anrufen, noch irgendwelche SMS oder MMS schreiben konnte.
Ihr Ex-Freund wollte vor der Blockierung durch sie nicht verstehen, das und warum Schluss ist und sendete ihr an einem
Abend 38 Nachrichten bei WhatsApp worauf sie nicht reagierte. Dann rief er sie auch noch mehrfach auf dem Handy an.

Da der Kanal zu ihr durch Facebook noch offen war, hat er sie fortan bei Facebook vollgetextet. Der Ex-Freund drängte
immer und immer wieder auf ein Treffen zur Aussprache und er wolle doch nur mit ihr befreundet bleiben. Sie wollte
beides nicht und sagte ihm das auf mein Drängen hin auch. Das Drängen meinerseits führte bei ihr zu gewissem Unmut.
Bis vor rund einer Woche hatten wir diesen Typen noch an der Backe kleben. Immer wieder schrieb er ihr, dass seine
Gefühle für sie immer noch da wären, niemals weg waren, sie an die glückliche Zeit zu zweit denken sollte und
er sie um jeden Preis zurückhaben möchte. Seine Aussage: Ich müsste ja nichts von dem Treffen zwischen ihnen wissen.

Daraufhin machte sie ihm unmissverständlich klar, dass sie ihn nicht liebt und geliebt hat, sondern sich die Gefühle
offenbar nur eingebildet hat, sie erkannt hat was es heißt einen Menschen wirklich zu lieben, das sie ihn niemals
vermisst hat während sie zusammen gewesen sind, sondern vielmehr froh war, wenn er wieder gefahren ist, das sie
glücklich mit mir ist, das zwischen uns alles ganz anders als bei den beiden ist, sie garantiert kein Treffen mit ihm
möchte und schon gar nicht hinter meinem Rücken und das er sie nun gefälligst in Frieden lassen soll. Das war ehrlich.

Er ließ trotzdem nicht locker, kontaktierte sie weiterhin und schrieb sogar ihre beste Freundin an. Das geht gar nicht.
Ich habe sie dann dazu bewegt ihn auch bei Facebook zu blockieren. Nun suchte er den persönlichen Kontakt zu ihr
und ihren Eltern und quatschte sogar diese mit seinem nervigen Gelaber voll. Sie mochten ihn sowieso nicht. Ich bin
bisher der einzige Freund, welcher von allen Familienmitgliedern als Freund der jüngsten Tochter akzeptiert wurde.

Ich war auf 180 und hatte ihr natürlich Vorwürfe gemacht, weil sie ihn nicht direkt blockiert hatte und habe ihr
klar gemacht, dass ich keine Lust darauf habe ständig ihren nervigen Ex-Freund in der Beziehung zu haben. Sie
schlug nun einen schärferen Ton gegenüber ihm an. Das brachte kurze Zeit etwas. Danach fing es dann wieder an.

Wir stritten uns einzig und allein wegen ihm. Nie gab es einen anderen Grund. Aufgrund meiner kombinierten
Persönlichkeitsstörung mit ausgeprägten narzisstischen und dissozialen Anteilen bin ich sehr impulsiv und leicht
reizbar. Ich leide zusätzlich noch an mehreren diagnostizierten Zwangsstörungen und einer sogenannten
mittelgradigen depressiven Episode. Sie leidet an einer schweren depressiven Störung ohne psychotische Symptome.

Wie hätte ich mich in dieser Situation besser unter Kontrolle haben können. Ich habe mich nämlich schon immens
verbessert, habe die Gefühlskälte abgelegt, denke bei ihr keine Sekunde ans Fremdgehen, bin gar nicht an anderen
Frauen interessiert, gehe mit ihr liebevoll um im Gegensatz zu meinen Ex-Freundinnen und bin einfach glücklich.
Auch ich tue ihr gut. Das sagt auch ihr Facharzt für Psychiatrie und ihre behandelnde Psychologin-/therapeutin.

Wie könnte ich diese Eifersucht und diesen teilweise noch präsenten, aber nicht mehr so stark ausgeprägten
Kontrollzwang in den Griff bekommen. Ich meine begleitend zur Psychotherapie. Nur habe ich noch keinen
Termin seit den Vorkommnissen gehabt und kann deshalb auch schlecht meinen Therapeuten befragen.

Ich habe aber niemals Dinge, wie zum Beispiel im Handy meiner Partnerin spionieren getan, weil ich
die Privatsphäre eines anderen Menschen respektiere und es respektlos ist an fremde Sachen zu gehen.

Danke im voraus und liebe Grüße.

24.07.2016 18:00 • 25.07.2016 #1


2 Antworten ↓


Blueheaven
Hallo,

aus meiner Sicht sind an Eifersucht immer mind. 2 beteiligt. Der Gegenüber sollte da genauso dazu beitragen, dass das bekommene Vertrauen nicht erschüttert wird. Es ist aus meiner Sicht auch ihr Beitrag, ihren Ex-Freund abzuwehren, dafür kannst du nichts wenn das nicht funktioniert.

Im extremsten Fall, zur Polizei und eine Anzeige wegen Nachstellung, sollte der Ex-Freund sie gegen ihren Willen nicht in Ruhe lassen. Auch ihren Freundinnen und ihren Eltern deutlich klar machen, dass sie den Ex-Freund abblocken sollen.

Das einzige was du aus meiner Sicht hättest anderes machen können, wäre vielleicht ihr gegenüber nicht auf 180 zu gehen, weil das hält ihren Ex-Freund auch nicht von ihr ab. Unterstütze sie darin, ihren Ex-Freund abzuwehren, vielleicht schafft sie es nicht ohne Hilfe. Notfalls rede du mit ihren Eltern und ihren Freundinnen, dass sie ihn unbedingt ignorieren/abwehren sollen.

Und du kannst auch mit ihr zusammen zur Polizei gehen, auch um sich nur zu informieren was für Möglichkeiten sie hat, wenn er sie nicht in Ruhe lässt.

Lg Blueheaven.

25.07.2016 10:00 • #2


FeuerWasser
Zitat:
Selbstverständlich gehören Streitigkeiten und Meinungsverschiedenheiten zu jeder gesunden Beziehung dazu.

In meinen Augen gehört so etwas nicht in eine 4-monatige Beziehung. Wie soll das erst aussehen wenn die rosa Brille mal weg ist
und der Alltag einkehrt? Das Drama ist vorprogrammiert.

Zitat:
Außerdem hätte er die Zeichen der Zeit bemerken müssen, da sie total desinteressiert gegenüber ihm war

Sie hatte also keine Zeit mehr die Beziehung zu beenden aber er hätte die Zeichen bemerken müssen? So kann man sich das auch
schön reden. Wenn sie die Beziehung beenden möchte liegt es auch in ihrer Verantwortung. Mit Sicherheit ist es auch nicht deine Aufgabe
die ehemalige Beziehung zwischen den beiden moralisch zu bewerten. Zu einer Trennung gehören immer zwei, da ist nicht nur er der Buhmann.
Ich kann ihn auch verstehen und ein Stück weit tut er mir auch leid. Da wird er von jetzt auf gleich abserviert und sie wirft sich einen Tag später
schon in die nächste Beziehung. An seiner Stelle würde ich mir aber richtig verarscht vorkommen.

Zu dem Zeitpunkt als ihr eine Partnerschaft eingegangen seid, kanntet ihr euch gerade mal 10 Tage und dieses Kennenlernen fand
in einem geschützen, stationären Rahmen statt. Einen Tag vorher trennte sie sich von ihrem Freund. Für mich wäre das keine Basis
eine Beziehung einzugehen denn das beinhaltet für mich den Menschen in Alltagssituationen in Ruhe kennenzulernen und nicht einen Anker
suchen wenn man selbst völlig destabilisiert ist.

Da du eine Beurteilung/Bewertung haben möchtest sehe ich das unterm Strich so, dass ihr beide erstmal lernen solltet eure Erkrankungen
zu beherrschen ungeachtet einer Beziehung. Ich könnte mir vorstellen, eine Beziehung mit dir, mit solchen Persönlichkeitsstrukturen ist
eine Herausforderung der nicht jede gewachsen ist und sie ist sprunghaft, unverantwortlich, instabil. Es ist euch beiden nur das Beste zu
wünschen aber denke nicht, dass diese Beziehung unter dem besten Sternen steht.

Zitat:
Wie hätte ich mich in dieser Situation besser unter Kontrolle haben können.

Die Impulskontrolle lässt sich steuern, finde es in dem Fall aber deswegen sehr schwierig weil du auf ihren Ex schon von Anfang an
negativ reagiert hattest, dich nicht auf gesunde Art und Weise abgegrenzt hast. Regulieren würde ich solche Situationen in dem
du klare Grenzen ziehst, wichtiges von unwichtigem trennst, ihren persönlichen Raum respektierst und deine Aggressivität umlenkst.
Geh raus und lauf meinetwegen 10 mal um den Block, das ist immer noch besser als sie anzuschnauzen.

25.07.2016 21:59 • x 1 #3