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Digga
Hallo,

mein Name ist Sven, bin 30 Jahre jung und hab mich hier wie so viele angemeldet weil ich ein echt großes Problem mit meiner Eifersucht habe.
Stehe schon auf der Warteliste für eine Therapie aber ich weiß nicht, was ich bis dahin mit mir machen soll?
Ich kann einfach keinen klaren Gedanken mehr fassen. Fantasien leiten meinen Tag und ich kann nix dagegen machen.
Ich bin seit über 7 Monaten mit einer Frau verheiratet der ich einfach nicht vertrauen kann.
Sie gibt mir überhaupt keinen Grund zur Eifersucht aber ich suche regelrecht nach Vorwürfen ihr was vor den Kopf zu werfen.
Es ist verdammt schwer.
Es war schon soweit, das ich ihr Handy, Facebook-Profil und Emails kontrolliert habe. Ich habe nie etwas gefunden doch trotzdem sind diese Gedanken da.
Sie kleidet sich gelegentlich schick und ich raste aus anstatt einfach mal stolz zu sein das es meine Frau ist.
Männliche Kontakte möchte ich am liebsten unterbinden.
Dieses Problem mit dem kontrollieren hab ich jetzt einigermaßen in den Griff bekommen.
Ich sage mir einfach das ich das nicht will und gut.
Die Ehe steckt mittlerweile in einer richtigen Krise. Sie glaubt mir kein Wort mehr in Bezug das ich mich ändern will aber es nicht alleine schaffe.
Heute z.B. will sie mit ihren Kindern eine Übernachtungsparty bei einer Freundin machen die selber 2 Kinder hat.
Ich dreh durch und weiß nicht wie ich mit mir umgehen soll. Könnt ihr mir vllt ein paar Tipps geben?

Ich weiß nicht wie lange ich noch auf die Therapie warten muss. Nur es ist klar das ich sie brauche. War schon beim Hausarzt und er hat mir jede Hilfe angeboten die es gibt.
In letzter Zeit verfalle ich in depressionen und heule nur noch weil ich angst habe sie zu verlieren und das ich mich nie in den Griff bekommen werde.

Was soll ich nur tun??

Sven

01.12.2012 06:42 • 16.12.2012 #1


23 Antworten ↓


HeikoEN
Wenn Du so stark darunter leidest, ist der Weg zum Therapeuten schon genau der Richtige!

Das ist ja angestossen.

Bis dahin kannst Du nur Selbsthilfe durchführen, in der Du dir immer wieder sagst, dass das alles haltlose Gedanken und Vorstellungen sind.

Darüber hinaus ggf. schonmal in die Ursachenforschung bei Dir selber gehen.

Denn hinter dieser Eifersucht steht schlichtweg einfach nur Angst.

Was genau dabei die Ursachen sind, kannst nur Du selber herausfinden. Meistens lohnt es sich, einmal die Kindheit unter die Lupe zu nehmen.

Wie waren dort die Bindungen zu Eltern, Großeltern, Geschwistern usw.

Gab es Verlustängste?
Schuldgefühle?

Wohlgemerkt alles natürlich unter der Betrachtung einer kleinen Kindes bzw. heranwachsenden Menschen...

Die Frage ist, warum kannst Du kein Vertrauen fassen?

Ich glaube, wichtig wäre, mit Deiner Frau darüber zu sprechen. Und zwar regelmäßig und intensiv, damit sie verstehen kann, warum das so ist. Sonst kann das alles Schaden nehmen, was ja völlig unbegründet wäre.

01.12.2012 07:48 • #2



Bin seelisch am Ende!

x 3


Digga
Habe mich schon intensiv durch das Thema gelesen und bin auf einige Ursachen gestoßen die vllt Grund dafür sein könnten.

Mit meiner Frau kann ich momentan nicht reden, sie kann sich nicht in meine Lage versetzen und zieht jetzt ihr ding durch. Lässt sich auf mich gar nicht mehr ein.
Was ich auch verstehen kann nachdem was ich ihr mental angetan habe.
Wüste Beschimpfungen usw....

Schade das es soweit kommen musste........

01.12.2012 07:59 • #3


HeikoEN
Zitat von Digga:
Habe mich schon intensiv durch das Thema gelesen und bin auf einige Ursachen gestoßen die vllt Grund dafür sein könnten.

Mein Tipp dazu: Schreibe sie auf, damit sie ggf. in einer Therapie nochmal ganz präsent werden und Du gewisse Zusammenhänge schonmal durchdacht hast.

Zitat von Digga:
und zieht jetzt ihr ding durch.

DAS ist gut! Tolle Frau, mache Dir das klar. Alles andere wäre ja nur Vermeidung, in dem sie Dir entsprechen würde. Das ist so, wie Partner von Angstbetroffenen eigentlich NICHT ihr eigenes Leben nach der Krankheit ausrichten sollten. Denn das kann es ja nicht sein.

Aber wie gesagt, kognitiv, also mit dem Verstand, verstehst Du das ALLES und kannst Dir sogar selber sagen, wie blöd Du denn bist, bei einer solch tollen Frau usw.

Es geht aber um Gefühle in Dir! Und da kannst Du dir Dutzende Mal sagen, wie der Verstand es richtig sieht. Es nutzt nichts, weil es Gefühle sind, die immer wieder hochkommen und getriggert werden. Man muss die Gefühle von den alten Erinnerungen und Situationen entkoppeln, damit Dein Denk- und Bewältigungsmuster, welches Du jetzt an den Tag legst, von Dir fallen gelassen werden kann. Vielleicht war DAS in der Kindheit sehr wichtig für Dich, heute aber als erwachsener Mann, eher hinderlich...

Zitat von Digga:
Schade das es soweit kommen musste........

Der erste Schritt ist Vergebung. Du solltest dir selber vergeben dafür, was Du getan hast. Nur so bist Du frei und kannst aktiv etwas dagegen tun.

Schuld ist ein sehr starkes Gefühl, welches behindert, zurückhält usw. und man ggf. in eine emotionale Abhängigkeit gerät.

01.12.2012 08:16 • #4


Digga
Ja ich werde wohl mal anfangen alles aufzuschreiben damit ich mir das alles auch noch mal vor Augen halten kann.

Ja sie soll jetzt nicht auf mich eingehen denn ich denke das würde alles nur noch schlimmer machen.
Nur leider fasse ich es so auf das sie mir jetzt mal richtig eins auswischen will.

Wie soll ich mir vergeben? Ich komm ja momentan mit mir selber nicht zurecht!

01.12.2012 09:18 • #5


hallo..kann dich gut verstehen, glaube aber nicht immer ist die therapie die beste lösung..denn, auf alles was man sich konzentriert, verstärkt sich.
du hast gefragt, was kannst du tun..
was du tun kannst ist dich mit dingen und themen beschäftigen die dir eine lebensangst verpassen..
zum beispiel mit krisengebieten und problemen anderer intensiv beschäftigen..
schau dir und such dir leute denen es um 100 faches schlechter geht als dir..
wir neigen dazu, bei uns ein problem zu entdecken und uns dann mit aller kraft darauf zu konzentrieren es zu verteiben.
die hirnforschung hat heraus gefunden, dass dem hirn das wort NICHT komplett egal ist.
es kann nur informationen speichern..
wenn du also den plan hast, NICHT mehr eifersüchtig zu sein..dann speichert dein gehirn nur EIFERSÜCHTIG SEIN!
und zack! dann bist du es auch..

deshalb macht es langfristig als eigentherapie nur sinn, alles zu diesem thema zu vermeiden, da davon sowieso schon viel zuviel getrunken hast.
jetzt mag dir der rat vielleciht komisch vorkommen, aber was ich hier rate, schadet nicht, insofern kannst du es ja mal getrost ausprobieren und die realität entscheiden lassen.

eine therapie ist nur dann notwendig,wenn du auch ansonsten im leben über keinerlei alltagssteuerung mehr verfügst. das musst du aber letztlich selbst entscheiden.

hinter extremen ängsten, verbergen sich oft ins emotionskostüm eingebrannte shock oder traumaerfahrungen,die können auch unbewusst ablaufen. aber man kann sowas nicht nur mit nur einer methode heilen.
eine mögliche variante habe ich vorgeschlagen..
meide alles rund um das thema eifersucht ,konzentriere dich mit 1000 % auf alles was dich zum lachen bringt, dir freude macht und dich seelisch stärkt( sport, musik, usw.) und melde dich sofort ehrenamtlich bei einer sozialstation, am besten wo menschen im sterben liegen, oder schwer verletzt sind.

nur im angesicht größeren leids anderer sind wir in der lage unsere eigenen probleme richtig einzuschätzen und letzlich dauerhaft zu bewältigen!
viel erfolg!

01.12.2012 12:39 • #6


HeikoEN
Zitat von Digga:
Wie soll ich mir vergeben?

Statt in Selbstvorwürfen und -zweifeln zu vergehen, könntest Du es akzeptieren, dass es halt so ist.

Akzeptanz ist die erste Voraussetzung.

Wohlgemerkt sollst Du dein Verhalten weder von Dir selber, noch vor ihr entschuldigen damit, sondern insb. nur Dir ganz klar machen, dass das aus alten Zeiten kommt und jetzt offenbar die Zeit ist, wo es Dir so auf die Füße fällt, dass Du daran arbeiten möchtest um es loszuwerden.

Ich denke, es ist wichtig für Deine Frau wirklich zu verstehen, dass Du selber am meisten darunter leidest, aber aktiv endlich etwas dagegen unternehmen möchtest. Teil ihr das ggf. klar mit, so dass nicht der Gedanke aufkommt bei Ihr, es könnte eine Lebensperspektive werden für sie...

Wie gesagt, sind viele Verhaltensweisen, insb. in Konfliktsituationen, in jungen Jahren übernommene, abgeguckte oder erlente Muster, die damals durchaus Sinn gemacht haben. Heute jedoch oft stören, da man erwachsen ist und diese Dinge nicht mehr benötigt, eben weil man nicht mehr 7, 12 oder 15 Jahre alt ist.

Es reicht oftmals ein externer Trigger aus, damit man genau diese Muster wieder hervorholt und anwendet. Das können unterschiedlichste Dinge sein, die einen innerlich das Gefühl wiedererleben lassen.

Und natürlich hat makehappy-light völlig Recht damit, dass man ein Problem auch erst zum Problem machen kann. Aber ich glaube, so wie Du es beschreibst, ist ja schon ein ziemlich Leidensdruck vorhanden und damit sogar eine gewisse Einschränkung im Lebensalltag. Das würde ggf. eine Therapie rechtfertigen. Ich denke, ein erfahrener Therapeut wird das auch relativ schnell auf den Punkt bringen können und letztlich triffst Du alleine die Entscheidung dafür oder dagegen.

01.12.2012 16:18 • #7


Hi,
bitte was kann man unter sie zieht ihr Ding durch verstehen?

Manche Menschen sind extrovertiert und/oder haben wenig Einfühlungsvermögen, und wenn jemand beispielsweise als Kind unter Zurückweisungen der Eltern gelitten hat und einigie schmerzhafte Erfahrungen durchmachen musste, sind sie nicht gerade die idealen Lebenspartner. Sie können durch ihre Einstellungen Rückfälle in kindliche Verhaltensweisen bewirken, wobei alte Ängste neu aufleben. Falls es der Fall bei dir ist, kannst du auch so denken: die Situation ist für dich ungünstig ohne dass du etwas dafür kannst.

LG Nyan

01.12.2012 16:32 • #8


Zur Eifersucht habe ich diese Meinung - sie taucht dort auf, wo bereits etwas schief läuft, wo auf der kommunikativen Ebene beispielsweise das Konkurrenzverhältnis zwischen den Partnern nicht geklärt werden kann. Wo ein Rückzug stattgefunden hat.

Wem die Beziehung etwas wert ist, sollte sich vordergründlich um die Kommunikationsebene kümmern. Wenn sich sein Partner zurück zieht und auf keine Angebote eingeht, gibt es vermutlich nur diese drei Möglichkeiten - entweder weiteres Leiden, oder Hilfe durch Paartherapie, oder die Trennung.

01.12.2012 16:43 • #9


Digga
Zitat von Nyan:
Wenn sich sein Partner zurück zieht und auf keine Angebote eingeht, gibt es vermutlich nur diese drei Möglichkeiten - entweder weiteres Leiden, oder Hilfe durch Paartherapie, oder die Trennung.



Genau das ist gerade der Fall.......

ich versuche Gespräche einzuleiten und nix bringt etwas.

Ganz im Gegenteil. Mir werden meine Fehler vorgeworfen.
Es würde nur 2 Tage gut gehen und dann wäre wieder alles schei..
Verdammt das macht mich echt fertig!!!

01.12.2012 18:07 • #10


Mal ein paar Fragen.

Hast du vor ihr andere Beziehungen gehabt? War da Eifersucht ein Thema für dich?

Ist sie der Sinn deines Lebens, dein Zentrum, oder hast du auch noch irgendetwas anderes das dir viel bedeutet (Hobby, Sport)?

Gibt es vielleicht irgendeinen Grund oder Vorfall in der Vergangenheit, der dich deiner Frau gegenüber so misstrauisch macht? Ihre Vorgeschichte vielleicht?

Wenn ihr beide nicht mehr gut miteinander reden könnt, wäre es vielleicht auch hilfreich mal zu einer Eheberatung zu gehen. Es gibt sie von kirchlichen Stellen, das kostet nichts (oder fast nichts).

Was mir geholfen hat, ist, mich stärker auf mich selbst zu konzentrieren, für mich ging das in Richtung Persönlichkeitsentwicklung: wo habe ich Schwächen gegen die ich etwas tun möchte, was Wünsche ich mir für die Zukunft, Ziele finden, Pläne entwickeln wie ich sie erreiche, vielleicht irgendein Projekt erfinden, dem ich mich für einige Zeit widmen kann. Kurz: dich stärker auf dich selbst konzentrieren. Da gibt es eine ganze Menge zu tun und du kannst im Idealfall der ganzen Situation einen Sinn geben.

Grüße,
Frank

01.12.2012 21:11 • #11


Ok, gegenseitige Vorwürfe und verhärtete Fronten - und deine Verlustangst dazu. Ich habe eine ähnliche Einstellung wie makehappy-light - diese Probleme übermäßig zu pflegen und sich mit ihnen intensiv zu beschäftigen kann eine unverhältnismäßige und unnötige Konzentration auf unproduktive Denkweisen bedeuten. So ähnlich hast du auch selbst geschrieben - bestimmte Dinge machst du nicht mehr, weil du einfach nicht willst. Das ist eine gute Einstellung. Es besteht aber kein Zwang Krisensituationen selbst zu bewältigen. Die Zeit bis zum Therapieanfang kann auch durch Gespräche in Beratungsstellen gut überbrückt werden. Lebens- oder Eheberatungsstellen haben relativ kurze Wartezeiten, nur sollte man sich vielleicht darauf gefasst machen, dass man eventuell nicht gleich beim ersten Anlauf auf den richtigen Berater treffen wird, also lieber parallel mehrere Stellen ansteuern und mehrere Termine geben lassen.

Das Verhalten deiner Freundin finde ich nicht so toll, andererseits hast du aber über heftigere Auseinandersetzungen geschrieben, also kann man das auch als Abwehr in folge von Verletztheit oder Kränkung sehen. Ich würde versuchen an diesem Krieg nicht weiter teil zu nehmen, sich eisern an ein paar gute Vorsätze zu halten, z. B. schweigen wenn ein Streit droht, oder räumliche Distanz suchen. Vielleicht hilft das zur allgemeinen Entspannung, und man bei den eigenen Anliegen auch nicht die Kinder vergessen, die zwangsläufig unter den Spannungen mitleiden.

Mir selbst ist das alles gar nicht so unbekannt - natürlich kann man irgendwann, mit zeitlichem Abstand sagen, dass man sich damals hätte besser ganz anders verhalten sollen, aber das weiß man ja vorher nicht, und jeder reagiert zu einem bestimmten Zeitpunkt eben nur so, wie er dazu befähigt ist, wie er es gerade in dem Lebensabschnitt schafft Schwierigkeiten zu bewältigen oder eben auch nicht. Fragen der Schuld gibt es dabei keine, höchstens Fragen des Könnens, und daran arbeiten wir sowieso alle auf eine bestimmte Art und Weise ein Leben lang. Diese Notwendigkeit ist gleichzeitig auch eine gute Ablenkung bzw. ein willkommener Ersatz für psychische Turbulenzen. Ansonsten - die Turbulenzen gibt es, klar, ist man einmal drin, dann eben: Augen zu und durch, so riesengroß wie es einem oft scheint sind solche Probleme doch gar nicht, und was zählt, ist der Mut nicht aufzugeben.

Zitat von makehappy-light:
nur im angesicht größeren leids anderer sind wir in der lage unsere eigenen probleme richtig einzuschätzen und letzlich dauerhaft zu bewältigen!

Das stimmt allerdings, man kann seinen emotionalen Horizont erweitern und merkt irgendwann, wie mikrig all die Ich-bezogenen Sorgen sind, die sich letztendlich nur um das eigene Wohlsein drehen. Eigentlich dreht man immer wieder durch nur weil man Angst davor hat, Einbußen im Leben erfahren zu müssen. Wenn man aber sieht, auf welche Art sich manche andere Leute und Lebewesen insgesamt in ihrem Leben durchkämpfen müssen, ändert sich automatisch die Sichtweise.

Im Unterforum Ratgeber bei Angst und Panik befinden sich übrigens einige Dateien und Tipps zum Thema Hilfe bei Depressionen.

Alles Gute erstmal.

01.12.2012 21:57 • #12


Digga
Zitat von Frank1:
Mal ein paar Fragen.

Hast du vor ihr andere Beziehungen gehabt? War da Eifersucht ein Thema für dich?

Ist sie der Sinn deines Lebens, dein Zentrum, oder hast du auch noch irgendetwas anderes das dir viel bedeutet (Hobby, Sport)?

Gibt es vielleicht irgendeinen Grund oder Vorfall in der Vergangenheit, der dich deiner Frau gegenüber so misstrauisch macht? Ihre Vorgeschichte vielleicht?



Ja Eifersucht war schon immer ein großes Thema bei mir. Nur leider hatte ich nie irgendwelche Schritte dagegen unternommen. Eine 10-Jährige Beziehung ist daran kaputt gegangen. Sprich ich habe einen Menschen verloren der mir trotz meiner Art, halt gab. Das soll, kann und darf nicht nochmal passieren.

Ja sie ist der Sinn meines Lebens da ich vieles für sie aufgegeben habe. Was eigentlich falsch ist.
Sie hat 2 Kinder und es dreht sich für mich alles nur noch um die 3. Bin halt der Familienmensch.

Dazu muss ich auch noch sagen das ich nicht einfach alles auf sich beruhen lassen kann. Ich muss Dinge sofort beim Schopfe packen und will sie klären.
Gestern Abend z.B. hab ich wieder mal nicht locker gelassen. Aber dieses mal in einer ruhigen und einfühlsamen Art.
Naja anfangs schrie sie mich an und drohte wieder mit Scheidung. Aber die Situation drehte sich plötzlich als wir uns auf einmal heulend in den Armen lagen.......ich war so glücklich sie wieder halten zu dürfen.
Sie sagte mir das ich ein Ar. bin, aber sie mich liebt.
Ich habe ihr versprochen alles dafür zu tun um an mir zu arbeiten.

Ja ich muss einfach mal lernen nicht die ganzen negativen Aspekte zu analysieren. Daran geh ich zugrunde.
Ich muss nachdenken bevor ich was sage und auch mal überlegen ob an meinen Gedanken was dran ist.
Ich komme eigentlich immer wieder zu dem Entschluss das ich übertreibe und es nichts gibt vor dem ich Angst haben muss.

Um mal etwas genauer drauf einzugehen, sie schreibt in letzter Zeit mit einem guten Freund. Dieses Tatsache macht mich wahnsinnig. Aber wenn ich mal so überlege, tue ich die ja auch mit guten Freundinnen von mir. Ich mal mir da immer die schlimmsten Dinge aus was sie ihm schreiben könnte.

Genauso die Tatsache das ich ausraste wenn sie sich mal schick kleidet.
Also wirklich nur schick und nicht nuttig. Anstatt stolz auf meine Frau zu sein, werfe ich ihr Sachen an den Kopf das sie es für andere tut um sich zu präsentieren.
Sie sagt mir immer wie toll ich aussehe wenn ich mich mal in Schale schmeiße und das sie den schönsten Mann geheiratet hat.
Ich weiß das ich das nicht will.......ihr so weh tun!

In den letzten 2 Wochen hab ich mich intensiv mal mit mir beschäftigt und genauer meine Gedanken beobachtet.
Wenn ich nur etwas positiver an die Sache ran gehe, erscheint mir vieles leichter.
Bevor ich was sage, das Problem erkennen und dementsprechend handeln.
Denn durch unüberlegte Aussagen mache ich alles nur noch schlimmer und erreiche am Schluss nur das Gegenteil.
Ich würde sie verlieren.

Alles in allem ist es einfach eine Situation an der sich was ändern muss.
Und da meine Frau sich jetzt wie etwas auf mich einlässt, sollte ich mir das nicht verscherzen!


Gruß Digga

02.12.2012 07:47 • #13


Ich sehe im Vordergrund das Problem der Angst. Zu dem Thema kann man ewig viel nachgoogeln. Wenn du dich ändern willst um beim anderen etwas zu bezwecken, verschlimmerst du nur deine Abhängigkeit, und die Angst kann zwar durch ein positives Ergebnis zeitweilig verdrängt werden, aber sie wird bleiben und dein Verhalten aus dem Unbewussten heraus weiterhin negativ beeinflussen.

Dass man selbst Freundschaften mit anders geschlechtlichen hat, das gleiche aber seinem Partner verbietet, gehört zum narzisstischen Verhalten, wobei Menschen als Besitz oder als Teil der eigenen Fassade wahrgenommen werden. Das hat mit Liebe zum anderen nichts zu tun. Wie will ich den anderen besitzen, wie kann das gehen? Angst ist eben erfinderisch, selbst das unlogischste und unmöglichste will sie verwerten und es sich selbst und anderen schön reden.

02.12.2012 10:20 • #14


Digga
Also ich will mich nicht ändern um bei ihr was zu bezwecken.
Es fällt mir am schwersten so zu sein wie ich bin und das ist mir auch am wichtigsten das ich es in den Griff bekomme.

Es ist aber auch so das die Ehe stark drunter leidet und das will ich ihr nicht länger antun.......

02.12.2012 17:27 • #15


Womöglich setzt du dich aus Angst enorm unter Druck. Man kann es auch so sehen - Eifersucht ist das Produkt einer bestimmten Situation, einer Schieflage in der Beziehung. Es gibt dabei einen, der das Sagen hat, und einen anderen, der der Unterlegene ist. Wenn bei dir schon in der ersten Beziehung Eifersucht im Spiel gewesen ist, dann könnte es auch sein, dass du dir unbewusst solche Partnerinnen suchst, die dich an Verhältnisse in deiner Ursprungsfamilie erinnern. Und dann kann u. U. immer wieder die Verlustangst aus der Kindheit hochkommen - und die kann so intensiv sein, dass man dagegen kognitiv nicht ankommt. Das Kind von damals, mit seiner Angst von damals, wacht auf und führt die Regie. Man denkt das wäre man selbst, bekommt Schuldgefühle, und vor allem hält man irrtümlich den Partner für den Auslöser dieser Gefühle bzw. stellt sich vor die Reaktion würde aus unverstandenen Liebe geschehen. Dass es nicht so ist, merkt man aber an der Aggressivität, mit der man gegen den, den man angeblich liebt, vorgeht. Die unverstandene Liebe hat sich mal auf ein anderes Objekt bezogen - auf die Bezugsperson, die naturgemäß Geborgenheit hätte spenden sollen, die das Kind braucht, um sich seinem Alter angemessen emotional zu entwickeln. Und die damals unterdrückte Wut und Trauer drängt eben auf diese Art ins Bewusstsein - ein verdrängtes Trauma, das aufarbeitet werden will.

In einer solchen Situation kann man entweder durch Selbstanalyse oder dann in einer Therapie den Zugang zu der ursprünglichen Angst finden und sie getrennt von der Gegenwart wahrnehmen. Oft wird darüber berichtet, dass jemand bei einem Partner eifersüchtig reagiert, beim anderen nicht. Es kommt also auf die Art der Assoziationen an, die der andere bzw. sein Verhalten in einem hervorruft. Und es kommt auch auf die Art an, wie man in einer engen Beziehung behandelt wird, ob beispielsweise der Partner manipulativ vorgeht. Wenn du schreibst, dass du einerseits gelobt wirst, du wärst der schönste Mann der Welt, und andererseits Gespräche abgeblockt werden, dann ist ja die Sache mit der Beziehungsabhängigkeit z. T. auch dadurch erklärt. Ambivalentes Verhalten bewirkt innere Konflikte und Abhängigkeiten. Man kann z. B. in Foren von Borderlinern oder Narzissten sehen, dass sich dort auch betroffene Partner der Leute mit eben diesen Störungen zu diesem Thema austauschen - Beziehungsabhängigkeit, Co-Abhängigkeit.

04.12.2012 23:19 • #16


Digga
Das ist mal sowas von auf den Kopf getroffen.
Wahnsinn.
Je mehr ich über alles nach denke umso mehr wird mir alles bewusst.
Nur dagegen direkt tun kann ich nix.
Es ist gerade wieder so weit und ich muss mich einfach beherrschen. Suche nach Antworten, suche nach Lösungen.
Aber nichts scheint plausibel genug um mich runter zu bringen.
Ich nehme mittlerweile Beruhigungstropfen um mich ein wenig zu entspannen.
Ich bin durch einen Anruf beim Therapeuten ein Stück höher in der Warteliste gerutscht.
Ich will so einfach nicht mehr sein und es kotzt mich an so zu sein wie ich bin.
Weihnachten ist gelaufen

10.12.2012 18:47 • #17

Sponsor-Mitgliedschaft

Dubist
Weihnachten ist nicht gelaufen, denn es ist noch nicht soweit!
Du denkst negativ. Es ist noch kein Weihnachten gelaufen.
Wie war denn deine Kindheit so?
Dubist

10.12.2012 19:06 • #18


Digga
Puh kommt drauf an was du gezielt meinst?

Weihnachten an sich? Oder bestimmte erinnerungen?

10.12.2012 19:14 • #19


Dubist
Deine kindheit allgemein, ob die gut war?

11.12.2012 07:39 • #20



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