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chicken83

chicken83
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In der Hoffnung, dass der/die eine oder andere von euch diesem Text auch etwas abgewinnen kann, möchte ich ihn sehr gerne hier teilen. Ich persönlich finde ihn großartig. Bitte lyncht mich nicht, falls er euch zu theoretisch erscheinen sollte



"Seelische Gesundheit im humanistischen Sinne ist gekennzeichnet durch die Fähigkeit zu lieben und schöpferisch tätig zu sein, durch die Loslösung von den inzestuösen Bindungen an die Familie und die Natur, durch ein Gefühl der Identität, das sich auf das Erlebnis des Selbst als Subjekt und Urheber der eigenen Kräfte gründet, und durch die Erfassung der Realität im eigenen Ich und außerhalb seiner selbst, das heißt durch die Entwicklung von Objektivität und Vernunft. Das Ziel des Lebens besteht darin, intensiv zu leben, voll geboren zu werden und voll wach zu sein; von den Ideen eines infantilen Allmachtgefühls loszukommen und zur Erkenntnis seiner wirklichen, wenngleich begrenzten Kraft zu gelangen; fähig zu werden, das Paradoxon zu akzeptieren, daß ein jeder von uns zugleich das Allerwichtigste auf der Welt und doch nicht wichtiger als eine Fliege oder ein Grashalm ist; fähig zu sein, das Leben zu lieben und trotzdem den Tod furchtlos zu akzeptieren; die Ungewißheit über die wichtigsten Fragen, mit denen das Leben uns konfrontiert, hinzunehmen - und trotzdem an unser Denken und Fühlen, soweit es wirklich ein Stück von uns selbst ist, zu glauben; allein sein zu können, und gleichzeitig mit den geliebten Menschen, mit jedem unserer Brüder auf Erden, mit allem Lebendigem eins sein zu können; der Stimme des Gewissens zu folgen, jener Stimme, die uns zu uns selber ruft, und trotzdem nicht uns selbst zu hassen, wenn einmal die Stimme des Gewissens nicht laut genug zu hören war und wir ihr nicht gefolgt sind. Der seelisch gesunde Mensch ist ein Mensch, der aus seiner Liebe, seiner Vernunft und seinem Glauben heraus lebt, der sein eigenes Leben und das seiner Mitmenschen achtet."



Fromm, Erich: Wege aus einer kranken Gesellschaft - Eine sozialpsychologische Untersuchung. 5. Aufl. München : dtv, 2006. - ISBN 3-423-34007-X, S. 175

Amerikanische Originalausgabe: The Sane Society, 1955.

14.02.2010 #1


31 Antworten ↓
P

Pilongo
Gast

Über die "Loslösung von den inzestuösen Bindungen an die Familie und die Natur" bin ich auch gestolpert, aber ich kann mich aus dem Deutsch-Unterricht noch an ein paar Texte zu den moderneren Epochen und auch zu Fromm erinnern, und ich meine, dass man den Satz im zeitgenössischen Kontext betrachten muss, der da war:

Der Mensch lebt in einer entfremdeten Beziehung zur Natur, weil er zur Transzendenz fähig ist. Diese Entwicklung wurde von Fromm -und auch von anderen zeitgenössischen Denkern- oft auch als der größte Fluch des Menschen gesehen; der Mensch als Anomalie der Natur, der Mensch behaftet mit dem Problem seiner eigenen Existenz.
Weiter dachte man damals, dass der Mensch nicht mehr in Harmonie mit der Natur leben kann, und dass diese kaputte Beziehung zur Natur eine große innere Leere und Hilflosigkeit schaffe, aus der heraus dann allerlei Übel wachse, zum Beispiel Gewaltbereitschaft, Aggressivität und eben psychische Krankheiten.
(Ähnlich wie man in früheren Epochen davon ausging, dass ein Riss durch Mensch und Welt gehe den man heilen müsse.)

Wikipedia sagt dazu sehr schön:
Zitat:
Durch die besondere Rolle des Menschen zur Natur, die ihn zu einer gewissen Heimatlosigkeit verdammt, ist es für den Menschen besonders wichtig, einen Weg zu finden, sich in der Welt zu orientieren und so in eine neue Beziehung mit ihr zu treten. Alle Leidenschaften des Menschen dienen letztlich dem Ziel, die Heimatlosigkeit zu verringern.[qu


Und das ist auch der springende Punkt: Oft sucht der Mensch nach Alternativen zu seiner Verwurzelung, er sucht sich die Sicherheit, die ihm fehlt, wo anders, zum Beispiel in der Familie. Fromm betrachtete den inz. aus einem ganz anderen Blickwinkel:
Zitat:
Um den Verlust der natürlichen Wurzeln zu überwinden braucht der Mensch neue menschliche Wurzeln, um sich in der Welt wieder zu Hause fühlen zu können. In dieser Hinsicht bietet die Mutter-Kind-Beziehung den höchsten Grad möglicher Verwurzelung. Die Tiefe des Gefühls von Sicherheit, Wärme und Schutz ist hier so stark, dass auch im Erwachsenenalter eine Sehnsucht danach bestehen bleibt. Letztendlich übernehmen Institutionen wie der Staat, die Kirche, die Gruppe usw. im Erwachsenalter für den Einzelnen die Funktion, ein Gefühl der Verwurzelung zu ermöglichen, sodass der Mensch sich als Teil einer Einheit statt als isoliertes Individuum wahrnehmen kann.

Die Abnabelung von der Mutter ist ein beängstigender, doch notwendiger Prozess zur Menschwerdung des Einzelnen. Nur so ist es dem Menschen möglich, Fortschritte zu machen und sich zu entwickeln. Im Gegensatz zu Freud deutet Fromm die Mutterbindung und den Ödipuskomplex auf emotionaler statt auf sexueller Ebene. In dieser Hinsicht erhält das Inzesttabu insgesamt eine neue Bedeutung, da es nicht nur ein sexuelles Verlangen des Kindes zu einem Elternteil untersagt, sondern auch das Verharren im schützenden mütterlichen Bereich, was eine kulturelle Entwicklung unmöglich machen würde.


Aus meiner Sicht meint Fromm in diesem Zusammenhang die Tatsache, dass der Mensch sich lösen muss von seiner Vergangenheit, dass er sich frei machen muss von dieser unerfüllbaren Sehnsucht, in Harmonie mit Familie und Natur leben zu können. Dass er quasi ein selbstbestimmtes Leben führen soll.
Die Natur könnte aber auch die eigene Natur des Menschen sein (etwa die Loslösung der verzweifelten Suche nach neuen Wurzeln und der Schritt in die selbstbestimmte Freiheit), und muss gar nichts mit den Bäumen, Blumen und Bienen zu tun haben, wie man auf den ersten Blick meinen würde. Aber dagegen spricht die Tatsache, dass das Thema Natur und Entfremdung von der Natur damals für die Menschen so wichtig war.

Hier hab ich übrigens etwas das Gesicht verzogen:
Zitat:
Der seelisch gesunde Mensch ist ein Mensch, der aus seiner Liebe, seiner Vernunft und seinem Glauben heraus lebt

Glaube im Sinne von Gottesglaube ist meiner Meinung nach keine Voraussetzung für einen seelisch gesunden Menschen. Im Gegenteil: Glaube kann fanatisch und gefährlich sein, und im Namen des Glaubens wurden an der Menschheit schon zahllose Verbrechen begangen. Wenn der Mensch sich laut Fromm aus der Beziehung zu Natur und Familie lösen soll, wieso soll ihm dann eine Beziehung zum Glauben und zu Gott helfen? Ich dachte, das Ideal sei die Selbstbestimmung und Freiheit. Aber Glaube macht meiner Meinung nach nicht frei.

Worüber ich schmunzeln musste:
Zitat:
denn Gefühle sind doch ganz einfach

Das finde ich nicht. Gefühle sind mit das komplizierteste, das der Mensch zu bieten hat, mal ganz davon abgesehen, dass er eh ein Wunderwerk ist, genau so wie die meisten Wesen auf unserem Planeten oder die Tatsache an sich, dass es unseren Planeten überhaupt gibt.

Alles in Allem ein schöner Text, aber man muss den Text auch in seinem geschichtlichen Zusammenhang sehen: Zu der Zeit hatte man von der Psyche des Menschen ein ganz anderes Bild als man es heute hat.
Am Ende muss wohl trotzdem jeder für sich selbst heraus finden, wie er sein Leben meistert, ein psychisch gesunder Mensch wird, ist, und bleibt. Aber ich denke, dass einem verzweifelten, ratsuchenden Menschen die Worte von Fromm zu abgehoben sind, um ihm in der momentanen Situation tatsächlich helfen zu können.


Liebe Grüße,
Bianca

14.02.2010 00:12 • #31


Zum Beitrag im Thema ↓

A


Erich Fromm ueber den "seelisch gesunden Mensch"

x 3


V

vent
Gast


Der Mensch lebt in einer entfremdeten Beziehung zur Natur, weil er zur Transzendenz fähig ist.
Wer sagt das bitte..?

Diese Entwicklung wurde von Fromm -und auch von anderen zeitgenössischen Denkern- oft auch als der größte Fluch des Menschen gesehen; der Mensch als Anomalie der Natur, der Mensch behaftet mit dem Problem seiner eigenen Existenz.
Weiter dachte man damals,...
Damals? Vor 30 Jahren? Aber stimmt, man muss es relativ sehen. Für eine Eintagsfliege würden 30 Jahre eine Ewigkeit bedeuten und generell für primitive Organismen, deren Erinnerungsvermögen nur einige Sekunden umfasst, eine nonexistente Angelegenheit. Ich frage mich nur, wie wir in dem Fall z.B. die Epoche des Sokrates und anderer vorzeitlichen Denker einstufen sollen?

Wenn du die Möglichkeit hast, die These der evolutionären Entwicklungsstufe Mensch allgemein in Verbindung mit dem Ausdruck Fluch und Anomalie der Natur zu zitieren, tue es bitte. Ansonsten behaupte ich, dass es eine derart negative Einstellung unter den Humanisten nicht gibt.

... dass der Mensch nicht mehr in Harmonie mit der Natur leben kann, und dass diese kaputte Beziehung zur Natur eine große innere Leere und Hilflosigkeit schaffe, aus der heraus dann allerlei Übel wachse, zum Beispiel Gewaltbereitschaft, Aggressivität und eben psychische Krankheiten.
(Ähnlich wie man in früheren Epochen davon ausging, dass ein Riss durch Mensch und Welt gehe den man heilen müsse.)
Und wie möchtest du das widerlegen bzw. wem aus dieser Epoche ist es bereits gelungen?

Auch nennt Fromm als Kriterium der psychischen Ausgeglichenheit nicht allein den Bezug der Menschen zur Natur, sondern seine
Fähigkeit zu lieben.
(Erich Fromm - "Die Seele des Menschen, Ihre Fähigkeit zum Guten und zum Bösen", "Die Kunst des Liebens", "Haben oder sein")

... dagegen spricht die Tatsache, dass das Thema Natur und Entfremdung von der Natur damals für die Menschen so wichtig war.
... und seit es McDonalds-Kette und Einkaufszentren gibt, ist das Thema vom Tisch?

Humanistische Psychologie..?

Alles in Allem ein schöner Text, aber man muss den Text auch in seinem geschichtlichen Zusammenhang sehen: Zu der Zeit hatte man von der Psyche des Menschen ein ganz anderes Bild als man es heute hat.
Genau, liebe Pilongo, erkläre uns bitte welches neue, schöne Bild von der Psyche des Menschen es heute gibt, das dem der Humanisten widerspricht. Das ist kein Zynismus von mir, ich bin wirklich neugierig und werde mich auch gerne von dir belehren lassen.

Am Ende muss wohl trotzdem jeder für sich selbst heraus finden, wie er sein Leben meistert, ein psychisch gesunder Mensch wird, ist, und bleibt.
Existenzielle Gespaltenheit und psychische Gesundheit sind aber zwei unterschidliche Begriffe, die m.W. auch Erich Fromm diferenziert behandelt hat.

Aber ich denke, dass einem verzweifelten, ratsuchenden Menschen die Worte von Fromm zu abgehoben sind, um ihm in der momentanen Situation tatsächlich helfen zu können.
"Wer Grillen jagt, wird Grillen fangen."
(Sprichwort)

14.02.2010 23:47 • #32


Zum Beitrag im Thema ↓


G
Sehr guter, weil einleuchtender Text, finde ich.
Nur diese Aussage ist mir neu und ich kann mir dazu nichts Konkretes vorstellen:
Zitat:
durch die Loslösung von den inzestuösen Bindungen an die Familie und die Natur

Wie muss man sich inzestuöse Bindungen an die Natur vorstellen?

#2


P
Hat sehr wahre Aspekte.
Zitat:
durch ein Gefühl der Identität, das sich auf das Erlebnis des Selbst als Subjekt und Urheber der eigenen Kräfte gründet,

Als Kind nun wohl erlernt, als später Ich erkämpft. (im Zweifel)
Zitat:
voll geboren zu werden und voll wach zu sein; von den Ideen eines infantilen Allmachtgefühls loszukommen und zur Erkenntnis seiner wirklichen, wenngleich begrenzten Kraft zu gelangen; fähig zu werden, das Paradoxon zu akzeptieren, daß ein jeder von uns zugleich das Allerwichtigste auf der Welt und doch nicht wichtiger als eine Fliege oder ein Grashalm ist; fähig zu sein, das Leben zu lieben

Ja, das hat was , natürlich nach der Geburt und das Wachsein im Leben. Des Glückes eigener Schmid.
Zitat:
und trotzdem an unser Denken und Fühlen, soweit es wirklich ein Stück von uns selbst ist, zu glauben; allein sein zu können, und gleichzeitig mit den geliebten Menschen, mit jedem unserer Brüder auf Erden, mit allem Lebendigem eins sein zu können; der Stimme des Gewissens zu folgen, jener Stimme, die uns zu uns selber ruft, und trotzdem nicht uns selbst zu hassen, wenn einmal die Stimme des Gewissens nicht laut genug zu hören war und wir ihr nicht gefolgt sind.

Das ist sehr wahr und gehört gelebt, so meine ich. Wenn die Kraft da ist und das Vertrauen gelernt

Zitat:
durch die Loslösung von den inzestuösen Bindungen an die Familie und die Natur

hat inzestuös nur mit sexuellem zu tun GastB oder auch mit psychischem Mißbrauch. Der das dann vermittelt?

#3


chicken83
Zitat von GastB:
Wie muss man sich inzestuöse Bindungen an die Natur vorstellen?


Über diese Stelle bin ich auch zunächst gestolpert. Ich glaube, das ist von Fromm ungeschickt formuliert. Mit deiner Frage hast du eigentlich schon alles gesagt - das ist nämlich Quark

Stell dir trotzdem vor, du hättest dich bis heute geweigert, bewusst und selbständig zu denken und zu handeln, und du ließest dich nur von deinen Instinkten, beziehungsweise Gefühlen unreflektiert, leiten.

Nach Fromm wirst du dann nicht deiner menschlichen Existenz und Aufgabe gerecht, die Natur zu "transzendieren" und bleibst ein Tier (auch: Geschöpf) bzw. wirst nicht deinen spezifisch menschlichen Bedürfnissen gerecht. Dazu müsstest du den Mut aufbringen, deine Freiheit, also Selbstbestimmung zu wollen und aktiv voranzutreiben (wozu, nebenbei bemerkt, insbesondere die Angst vor persönlicher Entwicklung gehört, die typisch menschlich ist). Mit dem bewussten Denken und Handeln "gebärst" du dich selbst und wirst zum Individuum (= transzendierst die Natur).

Du würdest aber sozusagen von der Natur "gelebt", übernähmest nicht Verantwortung, entwickeltest kein Gewissen, keine Vernunft und kein Bewusstsein deiner selbst, wenn du nur(!) deinen tierischen Instinkten folgen würdest und dich der Aufgabe, Mensch zu werden, verweigertest. Damit hättest du eine inzestuöse Bindung an die Natur und wärest nicht entsprechend deiner spezifisch menschlichen Natur und Bedürfnisse entwickelt. Nicht zuletzt wärest du dann manipulierbar (das Gegenteil von frei).

Der Mensch wird also geboren, frei zu werden. Ist er "voll wach" (was laut Fromm eher wenigen zuteil wird), dann ist er ganz frei.

Ich würde das also so interpretieren: "Inzestuös" in diesem Sinne ist die Bindung an die Natur, wenn man nicht die Verantwortung für sich selbst übernimmt und nicht selbst denkt und handelt, weil es eine moralische Verpflichtung ist, der eigenen Natur gerecht zu werden, wozu das eben unbedingt dazugehört.

Da inz. aber klar definiert ist, ist eigentlich nur eine nicht-altersgerechte Bindung an die Familie "inzestuös" und das auch nur im übertragenen Sinne. Diese Bindung an die Familie ist ein Spezialfall der (von Fromm beschriebenen) allgemeinen Bindung an die Natur. Der Speziallfall "Familienbindung" ist "inzestuös" - der allgemeine Fall "Naturbindung" ist das wohl eher nicht.

#4


G
Hmmm ... Mir kommt diese Erklärung irgendwie zu kompliziert vor. Vielleicht stimmt sie, das will ich nicht bestreiten.

Es gibt doch aber viele Menschen, die sagen, dass sie sich in der Natur am wohlsten fühlen, die sich oft in die Natur flüchten usw.
Ob das etwas mit der "inzestuösen Bindung an die Natur" zu tun haben könnte? Dass man sich sozusagen immer wieder an den Brust von Mutter Natur flüchtet und damit die vielleicht nicht gelingenden erwachsenen Beziehungen zu Menschen kompensiert?

Man könnte mal unsere Experten hier fragen, was sie zu dem Passus meinen. Das muss doch bei Psychologen mal thematisiert worden sein, Erich Fromm ist doch ein Klassiker.

#5


chicken83
Zitat von GastB:
Hmmm ... Mir kommt diese Erklärung irgendwie zu kompliziert vor.

Das wundert mich gar nicht.

Zitat von GastB:
Vielleicht stimmt sie, das will ich nicht bestreiten.

Es geht aus Fromms Text so hervor, wie beschrieben, nur habe ich es mir einfach gemacht , indem ich nicht auch noch Zitate gebracht habe. Sonst wäre es sicherlich deutlicher geworden.

Zitat von GastB:
Es gibt doch aber viele Menschen, die sagen, dass sie sich in der Natur am wohlsten fühlen, die sich oft in die Natur flüchten usw.
Ob das etwas mit der "inzestuösen Bindung an die Natur" zu tun haben könnte?
(schnipp)

Das klingt trotzdem sehr einleuchtend. Kompliment für diese Interpretation.

Zitat von GastB:
Man könnte mal unsere Experten hier fragen, was sie zu dem Passus meinen. Das muss doch bei Psychologen mal thematisiert worden sein, Erich Fromm ist doch ein Klassiker.

Ich habe eine sehr sympathische, psychiatrisch erfahrene Krankenschwester kennenlernen dürfen, die dich dazu möglicherweise gefragt hätte: "Wer ist Man"? Ist ja auch nicht das Thema.

Mich würde allerdings auch eine Expertenmeinung dazu interessieren!

#6


G
Zitat von chicken83:
Zitat von GastB:
Es gibt doch aber viele Menschen, die sagen, dass sie sich in der Natur am wohlsten fühlen, die sich oft in die Natur flüchten usw.
Ob das etwas mit der "inzestuösen Bindung an die Natur" zu tun haben könnte?
Mich wundert's, dass du dabei ausgerechnet den "Brust der Natur" nicht mit zitiert hast. Der ist doch nun wahrlich inzestuös!

Zitat von chicken83:
Zitat von GastB:
Man könnte mal unsere Experten hier fragen, was sie zu dem Passus meinen. Das muss doch bei Psychologen mal thematisiert worden sein, Erich Fromm ist doch ein Klassiker.

Ich habe eine sehr sympathische, psychiatrisch erfahrene Krankenschwester kennenlernen dürfen, die dich dazu möglicherweise gefragt hätte: "Wer ist Man"? So hast du das aber wohl nicht gemeint.

Doch, genau so habe ich es gemeint! Zuerst hatte ich da "ich" stehen, dann dachte ich, mir wäre es lieber, wenn es jemand anders machen würde, und da ist eigentlich ein gewisser "man(n)" sehr naheliegend.

Zitat:
Mich würde allerdings auch eine Expertenmeinung dazu interessieren!

Siehsse! Wusst ich's doch!

#7


chicken83
Warum fühle ich mich bloß so "manipuliert"

#8


G
Zitat von chicken83:
Warum fühle ich mich bloß so "manipuliert"

Tust du das? Kann man dich ohne deinen Willen manipulieren?

#9


chicken83
Du lenkst ab.

#10


G
Zitat von chicken83:
Du lenkst ab.

Wovon?

#11


chicken83
Interessante Frage.

#12


G
Wer manipuliert hier wen?

Du wolltest doch, dass ich "ich" schreibe und also auch selber frage - oder nicht? Du wolltest mir also nicht das Recht lassen, selber zu entscheiden, ob ich das selber machen will oder nicht.
Oder?

Was du damit machst, ist doch deine Sache. Das ist meinerseits keine Manipulation. Bemerkenswert - für dich - kann aber sein, dass du dich manipuliert fühlst.

#13


chicken83
Zitat von GastB:
Zitat von chicken83:
Du lenkst ab.

Wovon?

Unter anderem jedenfalls davon, dass du einen Experten fragen wolltest Wenn ich wüsste, wie, käme ich deinem Wunsch aber gerne nach. Du hättest mich aber auch direkt bitten können.

Du stimmst mehr mit Freud überein, oder? "Brust der Natur" ist ja eindeutig libidolastig. Kreativ, aber leider wenig fromm. Den Brust fand ich so schön, dass ich ihn gleich für mich behalten habe, anstatt ihn wieder mit zu zitieren.

"manipuliert" hatte ich in Anführungszeichen gesetzt

#14


chicken83
Na gut, ich gestehe, dass mich der Brust der Natur sogar freudig erregt hat.

#15


G
Äh - spielerisch?
Zitat:
Unter anderem jedenfalls davon, dass du einen Experten fragen wolltest Wenn ich wüsste, wie, käme ich deinem Wunsch aber gerne nach. Du hättest mich aber auch direkt bitten können.

Wenn ich es gewollt hätte, hätte ich es so geschrieben und auch getan.
Und wenn ich dich hätte darum bitten wollen, hätte ich es auch getan.
Kannst du mich nicht einfach das sagen und tun lassen, was ich sagen und tun will, ohne mein Verhalten dauernd korrigieren zu wollen? Ich dachte, wir wollten uns hier über den Frommschen Text unterhalten?

"Brust von Mutter Natur" war von mir nicht kreativ, das ist eine stehende Redewendung. Von Goethe entweder erfunden oder verwendet:

Ich saug an meiner Nabelschnur
Nun Nahrung aus der Welt.
Und herrlich rings ist die Natur
Die mich am Brust hält.


#16


chicken83
Mit kreativ meinte ich aber nicht den "Brust der Natur" als stehende Redewendung, sondern deine Verwendung im Zusammenhang mit der "inzestuösen" Beziehung zur Natur.

Ich frage mich, was du unter manipulieren denn eigentlich verstehst. Mir macht der Austausch Spaß, und vielleicht fehlen dir nur die Argumente. Deshalb wirfst du mir vor, ich würde dich manipulieren oder korrigieren. Das Wort "manipulieren" habe ich ins Spiel gebracht. Aber dass du jetzt darauf herumreitest finde ich unangemessen und wiederum unkreativ.

Deshalb gefällt mir dein Hinweis sehr gut, dass wir doch eigentlich über den Frommschen Text unterhalten wollten. Eigentlich hattest du ja gefragt, wie du dir das mit dem "inzestuös" vorstellen solltest. Wir haben beide dazu eine Interpretation formuliert. Mir würde das genügen, obwohl eine Dritte Meinung (ob Experte oder nicht) die Sache noch interessanter machen würde.

Also fragst du jetzt einen Experten oder nicht? Mir ist das, ehrlich gesagt, nicht wichtig genug, um darüber zu schwafeln, sich zu "manipulieren", "korrigieren" oder wie du es auch immer nennen willst.

#17

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G
Zitat von chicken83:
Mir ist das, ehrlich gesagt, nicht wichtig genug, um darüber zu schwafeln, sich zu "manipulieren", "korrigieren" oder wie du es auch immer nennen willst.

Verstehe nicht, warum du das "Manipulieren" dann überhaupt angebracht hast. Und was "Interessante Frage!" dann bedeuten sollte ... Das empfand ich als manipulativ.

Schade, dass aus der harmlosen Erörterung eine so anstrengende wurde.

#18


chicken83
Zitat von GastB:
Verstehe nicht, warum du das "Manipulieren" dann überhaupt angebracht hast.

Ich hatte dich auf das "Man" aufmerksam gemacht. Daraufhin hast du geschrieben, eigentlich hättest du zuerst "ich" geschrieben, warst aber dann der Meinung, dass "man(n)" fragen sollte. Als ich, oder? Das hast du ja auch bestätigt. Das Wort "man" so zu verwenden ist das Paradebeispiel für manipulative Kommunikation. Erwischt. Nicht schlimm, passiert mir auch oft genug, ohne dass ich es mir hinterher zurechtbiegen muss Und du hast dich darüber gewundert, dass ich "ausgerechnet" den "Brust der Natur" nicht mitzitiert habe hatte. Das ist suggestiv, mein(e) liebe(r) GastB und insgesamt abwehrend, was ich als latent aggressiv empfunden habe. Ich habe es in erster Linie so empfunden, ja richtig. Was dabei in dir wirklich vorging kann ich ja nicht wissen.

Zitat von GastB:
Und was "Interessante Frage!" dann bedeuten sollte ... Das empfand ich als manipulativ.

Mit deiner Frage, ob ich mit eigenem Willen manipulierbar sei, hast du das Thema "Manipulation" benutzt, ob noch weiter abzulenken. "Anstrengend" im Form vieler Beiträge kann es natürlich werden, wenn viele Fragen gestellt werden. Und damit unterstelle ich wirklich keine Absicht, sondern fand es amüsant.


Dir ging es also anders?
Zitat von GastB:
Schade, dass aus der harmlosen Erörterung eine so anstrengende wurde.


Was daran jetzt anstrengend war verstehe ich leider nicht.

#19


P
Zitat:
Das Wort "man" so zu verwenden ist das Paradebeispiel für manipulative Kommunikation

In diesem Zusammenhang bedeutet das Wort für man, dass es Jeder für sich entscheiden kann. Dabei ist keine einzelne Person gemeint, (ich) sondern die Allgemeinheit. Die jeder für sich selbst bestimmen kann und darf.

#20


A


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