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58

S

sarah2
Mitglied

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Wie genau wird eine Depression diagnostiziert?
Warum diagnostiziert Therapeut A eine Depression während Therapeut B keine Depression diagnostiziert?

08.07.2024 #1


110 Antworten ↓
D

Disturbed
Gast

Das Spektrum einer Depression ist sehr weit gefächert. Es gibt nicht Die Depression. Dementsprechend ist eine Diagnose nach ICD Kriterien zunächst mal nur wichtig, wenn es darum geht, inwieweit die Erkrankung jemanden in seiner Befähigung etwas zu leisten, einschränkt und was daraus resultiert.

Deswegen ist auch die Behandlung sehr unterschiedlich und legt in erster Linie Wert darauf, dass eine grundlegende Befähigung gegeben ist, seinen Alltag zu bewältigen, was ja trotz Depression etlichen Menschen auch gelingt. Was dazu führt, dass es Ihnen gelingt, ist auch wieder völlig unterschiedlich. Manchen reicht ein Medikament, manchen eine Therapie, manchen eine Kombination und manche schaffen es ohne diese Möglichkeiten, nur dadurch, dass sie etwas ändern können, in ihrem Leben.

Was aber tatsächlich immer klar sein muss ist, ohne an sich selbst zu arbeiten, geht es nicht. Und diese Arbeit beginnt idealerweise damit, ehrlich zu sich selbst zu sein bezüglich dessen, was man wirklich will und der Bereitschaft dazu, Komfortzonen eventuell verlassen zu müssen, indem man auch etwas in Angriff nimmt, von dem man weiß, das es nicht leicht ist.

Meist ist das, die Ursache zu finden und zu betrachten, die einem die Depression beschert.
Die kann durch Andere zustande gekommen sein, aber eben auch durch einen selbst oder auch da durch Kombinationen mehrerer Auslöser. Manche äußeren Einflüsse könnte man vielleicht sogar ändern, manche vielleicht aber überhaupt nicht, in jedem fall hat man aber die Möglichkeit sich selbst in irgendeiner Weise zu ändern. Dabei nutzt eine Diagnose eben nur bedingt und sorgt nicht automatisch dafür, dass Andere einen von der Depression heilen.

23.03.2024 15:14 • x 5 #10


Zum Beitrag im Thema ↓

A


Wie wird eine Depression diagnostiziert?

x 3


sandracookie

sandracookie
Mitglied

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Hmm ich glaube nicht, dass man das so verallgemeinern kann.
Erstmal geht keiner in eine Klinik oder zur Reha wegen "Wehwehchen" - dahinter stehen ernste Probleme/Krankheiten.
Und auch das Personal der Klinik ist ausgebildet und sicherlich ist die Mehrheit daran interessiert ihrem Beruf auch entsprechend gerecht zu werden und das bedeutet eben sehr wohl Arbeit an der Wurzel und den Ursachen und nicht nur "drumherum". Mag sein, dass man da gute und schlechte Erfahrungen machen kann, aber ich finde es schwierig, wenn man Möglichkeiten von vorneherein ausklammert, nur weil man eine negative Einstellung dazu hat.
Es kann zB sein, dass etwas, was Person A nicht geholfen/gefallen hat für Person B die richtige Lösung ist, aber das wird man nie wissen, wenn man es nicht ausprobiert.
Man muss dann für sich Abwägen, welche Risiken es gibt und welche Vorteile man aber auch haben könnte, wenn man sich traut.
Ich will niemanden zu etwas drängen, ich habe in letzter Zeit nur den Eindruck, dass viele hier im Forum Vorurteile/Ängste gegenüber Therapie und Medikamenten haben, die unabhängig von tatsächlich gemachten schlechten Erfahrungen, sehr verallgemeinernd sind und ich weiß nicht, ob man sich dadurch nicht vielleicht den ein oder anderen Weg selbst verbaut...

16.04.2024 15:06 • x 1 #68


Zum Beitrag im Thema ↓


H
@sarah2

Eigentlich gibt es dafür festgelegte "Symptome", die vorliegen müssen.
Bei psychischen Erkrankungen sind die aber oftmals nicht immer vorhanden bzw. können bei mehreren Erkrankungen vorkommen.

Bei mir hat der Therapeut bspw. Borderline diagnostiziert und der Arzt bipolare Störung.
Ist immer auch ein bisschen eigenes Ermessen dabei, wann wer was diagnostiziert, was es umso schwieriger macht.

x 1 #2


Sonnenzauber
Wenn du oft traurig bist, keine Zukunfts Perspektive mehr siehst, keine Hoffnung mehr hast, dich von deinen sozialen Kontakten zurück ziehst, an nichts mehr Freude hast. Nur noch im Bett liegst und negative Gedanken hast dann hast du eine Depression. Gibt aber auch mildere formen wo nur eine leichte Verstimmung da ist. Ist bei jedem anders. Es gibt auch chronische Depressionen wo die Leute noch sehr leistungsfähig sind. Das ist quasi bei jedem anders es gibt 1000 Symptome und somit auch verschiedene Verläufe.

x 1 #3


S
Ja diese Symptome habe ich.
Die Frage ist nur was kann ich dagegen machen?

#4


Schlaflose
Zitat von sarah2:
Ja diese Symptome habe ich. Die Frage ist nur was kann ich dagegen machen?

Mir hat regelmäßiges Joggen geholfen (3-4 Mal die Woche für mindestens 30 Minuten). Es gibt Studien, die belegen, dass das bei leichten bis mittelschweren Depressionen genauso gut wirkt wie Antidepressiva.

x 2 #5


B
@sarah2 Warst du damit schonmal beim Psychiater? Nimmst du Medikamente?

#6


S
War ich vor Jahren mal.
Habe auch Medikamente probiert.
Hat aber alles nur noch schlimmer gemacht ( vor allem hatte ich starke Suizidgedanken).

x 1 #7


B
@sarah2 Dass man zu Beginn der Behandlung mit AD Suiz..gedanken bekommt,ist eine bekannte Nebenwirkung. Da würde es sich anbieten die Anfangszeit in der Klinik zu verbringen, bis man medikamentös eingestellt ist.

Ich würde dir empfehlen, dir nochmal einen Psychiater zu suchen. Der kann dann eine Diagnose bei dir stellen.

#8


S
Ich glaube auch, dass ich unter einer chronischen Depression leide.
Daher wahrscheinlich auch die Probleme im zwischenmenschlichen Bereich.
Diese Art von Depression ist wahrscheinlich schwieriger zu diagnostizieren.
Und wahrscheinlich ist die Behandlung auch schwerer.
Vor allem wenn auch noch Frust und Enttäuschung dazukommen.

#9


D
Das Spektrum einer Depression ist sehr weit gefächert. Es gibt nicht Die Depression. Dementsprechend ist eine Diagnose nach ICD Kriterien zunächst mal nur wichtig, wenn es darum geht, inwieweit die Erkrankung jemanden in seiner Befähigung etwas zu leisten, einschränkt und was daraus resultiert.

Deswegen ist auch die Behandlung sehr unterschiedlich und legt in erster Linie Wert darauf, dass eine grundlegende Befähigung gegeben ist, seinen Alltag zu bewältigen, was ja trotz Depression etlichen Menschen auch gelingt. Was dazu führt, dass es Ihnen gelingt, ist auch wieder völlig unterschiedlich. Manchen reicht ein Medikament, manchen eine Therapie, manchen eine Kombination und manche schaffen es ohne diese Möglichkeiten, nur dadurch, dass sie etwas ändern können, in ihrem Leben.

Was aber tatsächlich immer klar sein muss ist, ohne an sich selbst zu arbeiten, geht es nicht. Und diese Arbeit beginnt idealerweise damit, ehrlich zu sich selbst zu sein bezüglich dessen, was man wirklich will und der Bereitschaft dazu, Komfortzonen eventuell verlassen zu müssen, indem man auch etwas in Angriff nimmt, von dem man weiß, das es nicht leicht ist.

Meist ist das, die Ursache zu finden und zu betrachten, die einem die Depression beschert.
Die kann durch Andere zustande gekommen sein, aber eben auch durch einen selbst oder auch da durch Kombinationen mehrerer Auslöser. Manche äußeren Einflüsse könnte man vielleicht sogar ändern, manche vielleicht aber überhaupt nicht, in jedem fall hat man aber die Möglichkeit sich selbst in irgendeiner Weise zu ändern. Dabei nutzt eine Diagnose eben nur bedingt und sorgt nicht automatisch dafür, dass Andere einen von der Depression heilen.

x 5 #10


Sonnenzauber
@Disturbed wenn man aber nicht an sich arbeiten kann weil man körperlich viele Beschwerden hat was macht man dann?

#11


D
Zitat von Britta35:
@Disturbed wenn man aber nicht an sich arbeiten kann weil man körperlich viele Beschwerden hat was macht man dann?

Ich könnte jetzt natürlich sagen was ich mache, denn ich habe auch körperliche Erkrankungen zu meinen Psychischen. Das nutzt Dir aber tatsächlich auch nichts, weil wir unterschiedliche Menschen sind.

Daher kann ich nur eine Erfahrung nennen, die ich gemacht habe: was ich selbst nicht mache, bezüglich meiner psychischen Gesundheit, macht kein Anderer für mich. Und der Grund ist der, weil er es ja auch nicht kann. Bestenfalls kann man mir Anregungen geben, aber die Umsetzung liegt bei mir und wenn ich es tatsächlich nicht umsetzen kann, bleibt nur die Akzeptanz dafür, dass ich es zur Zeit nicht kann und die Möglichkeit es trotzdem weiter zu versuchen.

x 2 #12


Sonnenzauber
@Disturbed hast du auch chronische Schmerzen?
Trigger

Und chronische suizid Gedanken?

#13


T
Zitat von sarah2:
Ich glaube auch, dass ich unter einer chronischen Depression leide. Daher wahrscheinlich auch die Probleme im zwischenmenschlichen Bereich. Diese Art von Depression ist wahrscheinlich schwieriger zu diagnostizieren. Und wahrscheinlich ist die Behandlung auch schwerer. Vor allem wenn auch noch Frust und Enttäuschung ...


Zuallerst einmal solltest du herausfinden was dir im Leben fehlt.
Was bereitet dir denn Frust und was ist es was dich enttäuscht?
Du solltest an den Ursachen arbeiten, nur so kommst du aus deiner Depression.

#14


D
Zitat von Britta35:
@Disturbed hast du auch chronische Schmerzen?

Ja

#15


S
Zitat von ThE-Joker:

Zuallerst einmal solltest du herausfinden was dir im Leben fehlt.
Was bereitet dir denn Frust und was ist es was dich enttäuscht?
Du solltest an den Ursachen arbeiten, nur so kommst du aus deiner Depression.


Mir fehlt einfach das normale Leben.
Eine Tätigkeit die erfüllend ist.
Ein soziales Umfeld etc.
Enttäuscht bin ich vor allem von mir selbst.
Das ich viele Chancen nicht genutzt habe und mich von negativen Menschen so beeinflussen habe lassen.
Und diese Chancen jetzt schon alleine aufgrund meines Alters nicht mehr habe.

#16


T
Zitat von sarah2:
Eine Tätigkeit die erfüllend ist.


Dann sorge dafür das du eins findest.
Du kannst dich zum Beispiel bei einer Zeitarbeitsfirma melden, die haben sehr viele Jobangebote, da kannst du dich in vielen Bereichen ausprobieren. Auch kannst du denen konkret sagen was du genau suchst, die suchen dann das passende für dich. Ist nichts dabei dann halt die nächste ZA. Falls du eine Tätigkeit gefunden hast die dir passt, kannst du dich dort ja auch direkt bewerben. So hat das bei mir damals immer gut funktioniert. 3-4 Monate Zeitarbeit, habe Leistung erbracht, mich bewiesen und dann auch gleich eine Bewerbung geschickt und wurde fast immer eingestellt.

Zitat von sarah2:
Ein soziales Umfeld etc.


Die kannst du dir aufbauen, indem du neue Leute auf der Arbeit kennenlernst.
Auf der Arbeit habe ich schon sehr viele Leute kennengelernt, einige wurden dann auch zu Freunden.

Zitat von sarah2:
Enttäuscht bin ich vor allem von mir selbst.
Das ich viele Chancen nicht genutzt habe und mich von negativen Menschen so beeinflussen habe lassen.


Das gehört aber jetzt der Vergangenheit an, die kannst du nicht mehr ändern aber deine Zukunft kannst du immer noch gestalten. Du hast Erfahrungen im Leben gesammelt und kannst diese nun nutzen um die selben Fehler nicht mehr zu begehen.

Zitat von sarah2:
Und diese Chancen jetzt schon alleine aufgrund meines Alters nicht mehr habe.


Das ist Blödsinn. Gelegenheiten sind immer da in jedem Alter, du musst nur danach ausschau halten.
Wenn es halt mal nicht klappt dann beim nächsten mal, irgendwann wird es klappen.

#17

Mitglied werden - kostenlos & anonym

S
Ich habe mich schon bei Zeitarbeitsfirmen beworben.
Die konnten mir aber nie etwas anbieten.
Oft sieht die Realität dann doch anders aus.

#18


S
Ich merke eben auch, dass mich viele Dinge extrem anstrengen.
Früher habe ich z.B gerne ein entspanntes Bad genommen.
Heute muss ich mich zum Duschen zwingen und bin froh wenn ich es hinter mir habe.
Früher habe ich mir Gedanken gemacht wie ich mich kleide und bin gerne shoppen gegangen.
Heute würde ich am liebsten immer die gleichen bequemen Sachen tragen ( abends in die Maschine morgens wieder anziehen).
Früher bin ich gerne sparzieren gegangen heute zwinge ich mich dazu.
Einerseits wünsche ich mir soziale Kontakte.
Andererseits stressen mich Menschen.
Ich habe einfach das Gefühl, dass mich alles nur aussaugt.

x 3 #19


E
@sarah2 Das geht mir auch so, man möchte so gerne Kontakt haben, aber Kontakte sind oft stressbesetzt und laugen einen aus, es tut echt gut, dass ich nicht der Einzige bin, der sich so fühlt! Mach alles wie Du kannst und es ist gut so!

x 2 #20


A


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Prof. Dr. med. Ulrich Hegerl
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