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Hallo.

Mein Therapeut hat bei mir gestern Agoraphobie diagnostiziert, aber irgendwie kann ich das nicht wirklich glauben. Vielleicht könnt ihr mir sagen, ob er möglicherweise recht hat, wenn ich euch mein Problem schildere. Wäre sehr lieb von euch! Danke im Voraus.

Ich habe jetzt ein bisschen gegoogelt über die Agoraphobie und ich kann nicht sagen, dass das auf mich zutrifft.

Also mein größtes Problem momentan ist die Wespenangst. Ich wurde noch nie gestochen, habe aber seit etwa 2 Jahren panische Angst vor den Viechern. Ich kann nicht mal ein Foto von einer Wespe sehen ohne Herzrasen zu bekommen. Na ja und deshalb vermeide ich natürlich so gut es geht Wespen. Also ich schaue vorher den Wetterbericht an, ob es sehr heiss wird, dann geh ich nach der Arbeit nicht mehr aus dem Haus. Ansonsten setze ich mich nicht gerade draussen vor der Eisdiele hin oder gehe ungern zum Bäcker.
Aber sobald die Wespensaison vorbei ist, bin ich ein freier Mensch sozusagen. Ich habe keine Probleme mit dem Bus zu fahren, gehe ins Kino, einkaufen. Ich kann ehrlich nicht sagen, dass ich große Menschenmassen vermeide oder so.
Ich hab einfach nur panische Angst, wenn eine Wespe im Raum ist, dann flüchte ich. Also fahre ich halt im Sommer kein Bus, da könnte ja eine sein und dann kann ich nicht einfach aussteigen.

Mein Psychotherapeut sagt, ich benutze die Wespen quasi nur als Sinnbild. Da sind Wespen, da geh ich nicht hin, aber eigentlich habe ich Agoraphobie. Aber ich meide wie gesagt doch keine Menschenmassen. Ich geh ins Kino, in die Disco, ins Fußballstadion, aufs Konzert, etc. und habe dabei keinerlei Ängste, wenn nicht gerade ein heißer Tag ist.

Was würdet ihr sagen?

Danke für eure Hilfe.

Liebe Grüße,
Nicky

28.05.2009 10:19 • 28.05.2009 #1


9 Antworten ↓


ZZerRburRuSs
Hallo

Also einerseits gibt es ja einen Haufen Phobien die sich quasie spezialisieren
Spinnen werden da gern genommen oder Schlangen oder auch ganz "lapidare" Sachen .
Also kann ich mir gut vorstellen das es auch eine Wespenphobie geben kann .
Eine Freundin hatte mal sehr grosse Angst vor Spinnen , diese Angst hat sich nach und nach zu einer echten Phobie ausgedehnt. Das war in sofern schlecht weil sie auf dem Land lebt

Ihre Lösung : Ins Geschäft gehen ein Terarium + Vogelspinne kaufen und diese pflegen und hegen (kein Scherz)
Eine bewundernswert radikale Lösung finde ich , zumal sie sehr schnell fertig war mit ihrer Phobie .


Andererseits ist dein Therapeut eben Therapeut und hat sich wahrscheinlich schon länger und öfter mit dir unterhalten.
Der wird sich ja auch nicht irgendwas aus den Fingern saugen .


Ich habe gelernt das man mit Therapeuten unter Umständen gut handeln kann

Vielleicht könnt ihr ja was aushandeln, das ihr euch zuerst speziell um das Wespenproblem kümmert und wenn dann weiterhin Probleme auftreten versucht ihr etwas weiterführendes .

Ja, man kann mit ihnen handeln (wohl auch mit Absicht nicht , das ist schon in Ordnung so)
sei angemessen hartnäckig und offen dann werdet ihr schon vorwärts kommen

Alles Gute dafür ZZ

28.05.2009 10:53 • #2



Agoraphobie diagnostiziert - Habe ich das wirklich?

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Ob es wirklich eine Angoraphobie kann ich nicht beurteilen und diffinieren, würde mich mal an das Expertenteam Robbi, Doris oder Bernd widmen,,

Aber gegen Bienen und Wespenangst(Phobie) kann man etwas machen,, Frag mal einen Imker,,, in deiner Nähe ein Imker hat mir dabei so gut geholfen die Angst vor diesen Tierchen zu nehmen..


LG suma

28.05.2009 10:55 • #3


Danke für die schnelle und hilfreiche Antwort.

Leider habe ich das Gefühl, dass er mich nicht ganz ernst nimmt.

Er versteht scheinbar nicht, dass die Wespen ein sehr, sehr großes Problem für mich darstellen.

Na ja, lang genug hat er irgendwie nicht mit mir gesprochen scheint mir so.

Beim Erstgespräch hat er zum Schluss gesagt, dass ich eine Wespen-, Sozial- und Schulphobie habe. Das habe ich alles nachvollziehen können, aber gestern war dann das 2. Treffen, also seine Diagnose und da hat er eigentlich nur geredet und meinte als ich sagte, dass die Wespen mein größtes Problem sind, dass ich keine Wespenphobie habe sondern eben Agoraphobie.

Werde mal versuchen beim nächsten Termin zu verhandeln, aber glaube nicht, dass es Erfolg hat.

Vielen Dank auf jeden Fall!

Liebe Grüße,
Nicky

28.05.2009 10:59 • #4


ZZerRburRuSs


Nach dem "Erstgespräch" hat bei mir sowieso noch nie einer gesagt , sie haben dieses oder jenes .

Das sollte länger dauern als ein oder zwei Gespräche , um herauszufinden was los ist .

Versuch erst zu handeln und wenns nichts bringt hohle ruhig auch ne zweite Meinung ein

Aber bitte drann denken , ein Therapeut ist nicht unbedingt ein schlechter Therapeut wenn er einem nicht nach dem Schnabel redet .

lg ZZ

28.05.2009 11:09 • #5


Also bei ihm scheint das so üblich zu sein.

Erstgespräch, dann Diagnose, weil er das in den Antrag für die Krankenkasse reinschreiben muss.

Na, in 2 Wochen geht ja dann die eigentliche Therapie los, vielleicht wirds dann besser.

Will ja auch nicht sagen, dass er ein schlechter ist, aber scheinbar hat er mir doch nicht zugehört, wenn er sagt, dass ich Agoraphobie habe. Die hat man doch das ganze Jahr mit Sicherheit und nicht nur, wenn Wespensaison ist.

28.05.2009 11:13 • #6


Zitat von ZZerRburRuSs:
:)

Nach dem "Erstgespräch" hat bei mir sowieso noch nie einer gesagt , sie haben dieses oder jenes .

Das sollte länger dauern als ein oder zwei Gespräche , um herauszufinden was los ist .

Versuch erst zu handeln und wenns nichts bringt hohle ruhig auch ne zweite Meinung ein

Aber bitte drann denken , ein Therapeut ist nicht unbedingt ein schlechter Therapeut wenn er einem nicht nach dem Schnabel redet .

lg ZZ



Da stimm ich dir in allem 100% zu liebe/r ZZ


Glg suma

28.05.2009 11:16 • #7


Christina
Zitat von ZZerRburRuSs:
Andererseits ist dein Therapeut eben Therapeut und hat sich wahrscheinlich schon länger und öfter mit dir unterhalten.
Der wird sich ja auch nicht irgendwas aus den Fingern saugen .
Da habe ich leider schon ganz andere Erfahrungen machen müssen.

Zitat von ZZerRburRuSs:
Nach dem "Erstgespräch" hat bei mir sowieso noch nie einer gesagt , sie haben dieses oder jenes .

Das sollte länger dauern als ein oder zwei Gespräche , um herauszufinden was los ist .
Das sehe ich auch so. Und ich finde solche Schnellsch(l)üsse nicht unbedingt vertrauensbildend.

Zitat von Indecorosa:
Mein Psychotherapeut sagt, ich benutze die Wespen quasi nur als Sinnbild. Da sind Wespen, da geh ich nicht hin, aber eigentlich habe ich Agoraphobie.
Na, da weiß er ja schon mehr als Du - und das gleich beim zweiten Gespräch... A propos Sinnbild: Welcher Therapieschule gehört der Therapeut denn an, Tiefenpsychologie oder Verhaltenstherapie?

Zitat von Indecorosa:
Leider habe ich das Gefühl, dass er mich nicht ganz ernst nimmt.
Dieses Gefühl solltest Du m.E. unbedingt ernst nehmen. Sprich den Therapeuten darauf an, sag ihm das. Und lass Dir genau erklären, wie die Therapie ablaufen soll. Letzten Endes bist Du die Auftraggeberin, Du weißt, worunter Du leidest und in welchen Bereichen Deines Lebens sich wie dringend etwas verändern soll. Und ohne Deine Veränderungsmotivation läuft die Therapie sowieso ins Leere.

Liebe Grüße
Christina

28.05.2009 12:54 • #8


Okay, dann werde ich beim nächsten Mal mit ihm das Gespräch suchen.

Vielen Dank dafür.

Also er ist klinischer Psychologe, Psychotherapeut, Supervisor, Verhaltenstherapeut, klinischer Hypnotiseur und macht psychologische Schmerztherapie! Also ein Muktitalent!

28.05.2009 18:00 • #9


Christina
Zitat von Indecorosa:
Also er ist klinischer Psychologe, Psychotherapeut, Supervisor, Verhaltenstherapeut, klinischer Hypnotiseur und macht psychologische Schmerztherapie! Also ein Muktitalent!
Das sind doch alles Weiterbildungen auf demselben Sektor, nicht lauter verschiedene Sachen...
Klinischer Psychologe = hat Psychologie studiert.
Das ist die Voraussetzung, um Psychotherapeut werden zu können. Wenn man Psychotherapeut wird, muss man sich für eine Richtung entscheiden. Man wird also entweder Verhaltenstherapeut oder z.B. Psychotherapeut mit Fachkunde Tiefenpsychologie. Klinische Hypnose ist eine Weiterbildung, die die Psychotherapie ergänzt. Psychologische Schmerztherapie ist ein Gebiet, auf das der Therapeut sich anscheinend spezialisiert hat. Wobei man ketzerisch anmerken könnte, dass Angstpatienten vielleicht besser jemanden aufsuchen, der sich auf Angsttherapie spezialisiert hat... Supervisor bedeutet, dass er andere Therapeuten - meist Anfänger bzw. noch nicht fertige Psychotherapeuten - begleitet und deren Therapeutengebaren "überwacht". Er selbst ist also schon ein paar Jährchen dabei.

Liebe Grüße
Christina

28.05.2009 18:54 • #10



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