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50

S
Wahrscheinlich sind Medikamente nicht die Lösung.
Aber es ist natürlich schwierig unter diesen Umständen soziale Kontakte und eine berufliche Perspektive zu finden.

13.04.2024 10:58 • #61


S
Ein Therapeut kann natürlich auch nicht zaubern.
Letztendlich geht es dann eher darum sich irgendwie mit der Realität zu arrangieren.

14.04.2024 10:32 • x 1 #62


A


Wie wird eine Depression diagnostiziert?

x 3


S
Leider finde ich keinen Weg raus.
So Dinge wie Bewegung oder gutes Essen helfen mir auch nicht weiter.
Ich bräuchte jemanden der mich ein bisschen animiert und begleitet.
Leider gibt es dafür im realen Leben keine Möglichkeiten.

16.04.2024 11:48 • #63


sandracookie
Wenn man richtig drin ist in der Depression finde ich das mit Bewegung und Ernährung auch schwierig. Das sind oft gut gemeinte Ratschläge von anderen und den Gesundheitsaspekt will ich auch gar nicht leugnen, aber wenn es einem einfach krankheitsbedingt nicht möglich ist, dann macht's das Ganze noch schwieriger. In Bezug aufs Begleiten: Wäre es eine Option für dich in eine Klinik zu gehen oder sowas wie eine Reha oder Kur zu machen? Ich könnte mir vorstellen, dass es da leichter fällt einen gewissen Tagesablauf beizubehalten und dass auch mit Unterstützung von entsprechend geschulten Personal.
Ist mir aber bewusst, dass sowas auch nicht von heute auf morgen geht und jetzt keine akut Lösung ist.
Die kann ich dir leider auch nicht anbieten. Ich kann dir nur sagen, dass du deine Weg finden wirst und dass es immer eine Möglichkeit gibt da raus zu kommen, auch wenn man selbst es am wenigsten glauben kann.

16.04.2024 13:05 • x 1 #64


D
Zitat von sarah2:
Leider gibt es dafür im realen Leben keine Möglichkeiten.

Das ist schade, denn dann nutzt Dir hier ja jedwede Idee, die jemand hat und Dir als mögliche Hilfestellung anbietet im Grunde ja auch nichts im realen Leben. Viel bleibt da dann ja nicht mehr, außer hier zu schreiben, was nicht geht, oder was fehlt und darauf zu hoffen, dass sich alles irgendwie von selbst zum besseren ändert.

16.04.2024 13:14 • #65


W
Das Problem ist meines Erachtens, dass Psychotherapie nicht seriös betrieben wird. Auf der psychosomatischen Reha war das deutlich erkennbar. 4 Minuten medizinische Visite pro Woche, 30-35 Minuten psychologische Einzelsitzung pro Woche, 4 Stunden Gruppentherapie, ca. 10 Stunden Physiotherapie pro Woche und das Aufschwatzen von Psychopharmaka.

Das ist in etwa so, als würde man ein Auto mit defektem Getriebe in die Werkstatt fahren, dort die Reifen wechseln, die Karosserie neu lackieren und man lässt die Autos nebeneinander stehen, damit sie sich über ihre Wehwehchen ein wenig miteinander ausheulen können, um sie anschließend mit weiter defektem Getriebe wieder nach Hause zu schicken. Der Werkstattchef erklärt dann dem Autobesitzer, dass er was für die Gesundheit seines Getriebes tun muss, er habe zu ungesund gelebt. Man hat ein paar andere defekte Autos kennen gelernt und fühlte sich mit seinen Sorgen nicht ganz alleine.

Kein Autofahrer würde dafür auch nur einen Cent freiwillig ausgeben. Aber die Reha zahlt ja die Kasse.

16.04.2024 13:45 • #66


S
Ja das ist auch der Grund warum ich ungern eine stationäre Therapie machen möchte.

16.04.2024 13:55 • #67


sandracookie
Hmm ich glaube nicht, dass man das so verallgemeinern kann.
Erstmal geht keiner in eine Klinik oder zur Reha wegen Wehwehchen - dahinter stehen ernste Probleme/Krankheiten.
Und auch das Personal der Klinik ist ausgebildet und sicherlich ist die Mehrheit daran interessiert ihrem Beruf auch entsprechend gerecht zu werden und das bedeutet eben sehr wohl Arbeit an der Wurzel und den Ursachen und nicht nur drumherum. Mag sein, dass man da gute und schlechte Erfahrungen machen kann, aber ich finde es schwierig, wenn man Möglichkeiten von vorneherein ausklammert, nur weil man eine negative Einstellung dazu hat.
Es kann zB sein, dass etwas, was Person A nicht geholfen/gefallen hat für Person B die richtige Lösung ist, aber das wird man nie wissen, wenn man es nicht ausprobiert.
Man muss dann für sich Abwägen, welche Risiken es gibt und welche Vorteile man aber auch haben könnte, wenn man sich traut.
Ich will niemanden zu etwas drängen, ich habe in letzter Zeit nur den Eindruck, dass viele hier im Forum Vorurteile/Ängste gegenüber Therapie und Medikamenten haben, die unabhängig von tatsächlich gemachten schlechten Erfahrungen, sehr verallgemeinernd sind und ich weiß nicht, ob man sich dadurch nicht vielleicht den ein oder anderen Weg selbst verbaut...

16.04.2024 15:06 • x 1 #68


Schlaflose
Zitat von Warum11:
Das Problem ist meines Erachtens, dass Psychotherapie nicht seriös betrieben wird.

Wie sollte deiner Meinung nach eine seriöse Therapie in einer Klinik sein?

16.04.2024 15:29 • x 1 #69


W
Zitat von sandracookie:
Hmm ich glaube nicht, dass man das so verallgemeinern kann. Erstmal geht keiner in eine Klinik oder zur Reha wegen Wehwehchen - dahinter ...

Wie viele Menschen kennst du denn, die durch diese hochqualifizierte Arbeit geheilt wurden, symptomfrei sind? Wenn das nicht das Ziel ist, dann würde keiner freiwillig Geld dafür ausgeben.

16.04.2024 15:35 • #70


sandracookie
@Warum11
Ich kann nur sagen, dass ich Menschen kenne, denen Therapie, Reha und so was bei ihren Problemen geholfen haben bzw. die positive Erfahrungen diesbezüglich mit mir geteilt haben.
Dass man dauerhaft symptomfrei oder sozusagen geheilt ist, hängt aber von sehr vielen Faktoren ab, nicht allein vom Therapeuten.
Bei mir ist das so, dass mir meine Therapie dabei hilft Dinge von einem anderen Blickwinkel aus zu betrachten, mich nicht schuldig dafür zu fühlen, dass ich so bin wie ich bin und herauszufinden wo manch eine Erwartungshaltung oder negativer Glaubenssatz herkommt. Wenn mir bewusst ist, wo ich mir selbst Steine in den Weg lege, dann kann ich besser daran arbeiten.
Ich verstehe mich aber auch gut mit meinem Therapeuten und er ist ein neutraler, objektiver Zuhörer.
Die Therapie an sich ist aber nur eine, von vielen Sachen, die mir dabei helfen lange symptomfrei zu bleiben und auch bei erneuten depressiven Phasen wieder schneller herauszukommen.
Für mich ist das Ziel mein Leben so leben zu können, dass es mich glücklich macht und mich erfüllt. Das muss nicht heißen, nie depressiv zu sein, nur sollte das Ganze nicht die Überhand gewinnen, denn angenehm ist anders. Ich habe konkrete Vorstellungen zu meinem Leben, die sehr individuell sind und die auch nicht immer mit der Realität und der Umgebung/Gesellschaft im Einklang sind. Da gilt es für mich im Leben Kompromisse zu bilden. Um ein banales Beispiel zu nennen: Mir ist Karriere und ein hohes Gehalt zum Beispiel nicht wichtig. Ich arbeite lieber weniger in einem Job, den ich mag und akzeptiere dann im Gegensatz dazu, dass so manches für mich Luxus bleibt oder ich länger drauf sparen muss. Hauptsache es reicht für den Lebensstandard mit dem ich mich aktuell wohl fühle. Und das ist für mich insgesamt irgendwie die Kunst im Leben ein Gleichgewicht zu finden, wo man gewisse individuelle Freiheiten ausleben kann und dennoch mit der Gesellschaft/dem sozialen Umfeld im Einklang sein kann.

16.04.2024 17:06 • #71


Schlaflose
Zitat von Warum11:
Wie viele Menschen kennst du denn, die durch diese hochqualifizierte Arbeit geheilt wurden, symptomfrei sind? Wenn das nicht das Ziel ist, dann würde keiner freiwillig Geld dafür ausgeben.

Wenn man bei psychischen Diagnosen mit der Erwartung in eine Klinik geht, geheilt und symptomfrei zu werden, muss man natürlich scheitern. Das ist nicht möglich und schon gar nicht in ein paar Wochen. Eine Klinik kann es schaffen einen soweit wieder herzustellen, dass man sein Leben wieder halbwegs in den Griff bekommt, vielleicht auch wieder arbeiten kann, aber eine Heilung und Symptomfreiheit ist ein langer Weg, den man selbst gehen muss indem man an sich arbeitet. Die Klinik zeigt einem Mittel auf, wie man das zuhause fortsetzen und das Gelernte umsetzen kann. In vielen Fällen ist eine komplette Heilung auch nicht möglich. Dann muss man lernen, mit den restlichen Symptomen zu leben, auch mit Hilfe von Medikamenten.
Das ist ist ja auch bei vielen körperlichen Krankheiten so.

16.04.2024 17:36 • x 2 #72


W
Ihr liegt beide falsch.

16.04.2024 18:59 • #73


S
Ich finde es auch extrem schwierig, dass Erlernte umzusetzen.

16.04.2024 19:58 • #74


S
Außerdem hänge ich noch zu sehr an der Vergangenheit und trauere verpassten Chancen nach.

16.04.2024 20:33 • #75


sandracookie
@sarah2
Dann ist das momentan eben so.
Geh deinen Weg Schritt für Schritt, so wie es dir möglich ist und irgendwann stellt man dann fest, dass sich eine Veränderung ergibt und das man mehr erreicht hat, als man dachte.
Nichts ändert sich von heute auf morgen, aber schwer heißt nicht unmöglich und wichtig ist nur, dass man es versucht und dran bleibt, trotz Höhen und Tiefen.

16.04.2024 21:13 • x 1 #76


W
Zitat von Schlaflose:
Wenn man bei psychischen Diagnosen mit der Erwartung in eine Klinik geht, geheilt und symptomfrei zu werden, muss man natürlich scheitern. Das ist nicht möglich und schon gar nicht in ein paar Wochen. Eine Klinik kann es schaffen einen soweit wieder herzustellen, dass man sein Leben wieder halbwegs in den Griff ...

Wenn eine Erkrankung trotz Therapie bleibt, dann liegt es am Therapeuten und der Therapie.
Alles ist heilbar, die einzige Ausnahme besteht, wenn der Tod anklopft. Dann sollte man mitgehen.

16.04.2024 21:16 • #77

Sponsor-Mitgliedschaft

sandracookie
@Warum11
Ich würde nicht sagen, dass einer von uns, dich eingeschlossen, falsch liegt. Wir haben einfach unterschiedliche Meinungen und Erfahrungen.
Es ist normal, dass man die Sicht anderer nicht immer versteht/nachvollziehen kann und trotzdem sind diese Ansichten in Ordnung und landen dafür für mich nicht in die Kategorie richtig/falsch

16.04.2024 21:16 • #78


W
Zitat von sandracookie:
@Warum11 Ich würde nicht sagen, dass einer von uns, dich eingeschlossen, falsch liegt. Wir haben einfach unterschiedliche Meinungen und Erfahrungen. Es ist normal, dass man die Sicht anderer nicht immer versteht/nachvollziehen kann und trotzdem sind diese Ansichten in Ordnung und landen dafür für mich nicht in die ...

Ich kann das, was andere hier schreiben und mir widerspricht, schon verstehen und nachvollziehen.
Es denken ja die meisten so, weshalb es auch keine Meinung ist, sondern eine kollektive Projektion.

16.04.2024 21:25 • #79


Rosenzauber
@Warum11 eine Therapie kann Symptome lindern, Symptome verändern, Muster erkennen einen anderen Umgang mit sich und anderen lernen. Traumata aufarbeiten eine Therapie kann so viel mehr. Sei es ambulant oder stationär. Jeder Mensch hat eine andere Vergangenheit es gibt traumatisierungen die sind zu stark als dass sie geheilt werden können. Prinzip von Ursache und Wirkung. Du kannst dass was passiert ist nicht ungeschehen machen, und auch nicht durch Therapie weg zaubern. Aber du kannst wieder eine gewisse Lebensqualität erreichen. Ob jetzt psychisch oder körperlich.

16.04.2024 22:10 • x 2 #80


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Prof. Dr. med. Ulrich Hegerl