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Julchen79
Hallo ihr Lieben,

ich habe im Moment bei mir folgendes festgestellt. Ich bin relativ schnell genervt (habe 3 Kids, einen Hund und einen Mann der selbst Krank ist) Wenn schönes Wetter ist gehts mir gut. Heute ist es trüb und regnerisch und alles ist für mich so erdrückend . Gehört das zu Depressionen? Ich weiß ja das bei richtigen schweren Depris, man eher Selbstmordgedanken hat. Man gar nicht mehr raus möchte, sich nur noch einigeln will und hofft das bald alles vorbei ist. Was bei mir nicht der Fall ist...ich fühle mich einfach nur Bäh und alles erdrückt mich. Will mich aber dennoch nicht gehn lassen und mache ja alles wie bisher. Oder ist das eher von der Angststörung und Hypochondrie die ich habe?

03.09.2015 11:51 • 16.09.2015 #1


25 Antworten ↓


O
Hallo Julchen,

mir gehts auch oft so. Das Wetter hat einen erheblichen Einfluß auf mich, das war früher auch schon so aber es hat mich nicht so gestört wie jetzt. Ich denke mal, wenn es einem psychisch nicht so gut geht, beeinflusst das einen noch stärker als sonst.

Viele Grüße
Oela

03.09.2015 13:46 • #2


A


Richtige Depressionen? Wie äussern sie sich?

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Vergissmeinicht
Hallo Julchen.

Ich würde nicht gleich alles einer Depression zuordnen. Wie sind ganz normale Menschen und haben halt auch mal schlechte Tage; das Wetter mal außen vor. Eine Depression zeichnet sich genau wie Angst in vielen Facetten ab und dennoch ist auch nicht immer alles seelisch.

Vielleicht ist es halt im Moment für Dich einfach alles ein wenig zuviel und Du fühlst Dich so. Das ist legitim; lasse es zu und schaue wie es sich entwickelt.

Alles Liebe für Dich.

03.09.2015 14:00 • #3


F
Zitat von Julchen79:
Hallo ihr Lieben,

ich habe im Moment bei mir folgendes festgestellt. Ich bin relativ schnell genervt (habe 3 Kids, einen Hund und einen Mann der selbst Krank ist) Wenn schönes Wetter ist gehts mir gut. Heute ist es trüb und regnerisch und alles ist für mich so erdrückend . Gehört das zu Depressionen? Ich weiß ja das bei richtigen schweren Depris, man eher Selbstmordgedanken hat. Man gar nicht mehr raus möchte, sich nur noch einigeln will und hofft das bald alles vorbei ist. Was bei mir nicht der Fall ist...ich fühle mich einfach nur Bäh und alles erdrückt mich. Will mich aber dennoch nicht gehn lassen und mache ja alles wie bisher. Oder ist das eher von der Angststörung und Hypochondrie die ich habe?


Das ist ziemlich sicher keine Depression bei dir
Bei einer echten Depression gehts dir unabhängig davon ob es regnet oder die Sonne scheint immer gleich besch....
So ein Zustand muß auch mehrere Wochen ununterbrochen anhalten damit man eine depressive Erkrankung überhaupt in Erwägung ziehen kann.
Dir wächst im Moment halt grad alles über den Kopf und man könnte von einem *mini Burnout* bei dir sprechen

03.09.2015 14:51 • #4


Julchen79
Danke für eure aufbauenden Worte, ihr seit lieb :*

03.09.2015 15:39 • #5


AngstGedanke
Da es bei dir Wetter bedingt ist, sind das keine Depressionen.
Die dauern länger an.
Viele Leute kriegen bei Wetter Laune.

Aber zum Thema schwere Depressionen, man neigt bei solchen nicht immer zu selbst Mord Gedanken.

Ich leide an schweren Depressionen und habe noch nie dran gedacht mich umzubringen

03.09.2015 16:35 • #6


Julchen79
Ah ok und wie äußert sich das bei dir genau?

03.09.2015 19:36 • #7


Dragonlady_s
Hallo Julchen,

bin zwar nicht AngstGedanke , aber antworte trotzdem.

Auch ich hatte/habe schwere Depressionen ohne suizid Gedanken.

Bei mir hat es sich so geäußert:
Ich war kaum noch fähig überhaupt was zu machen, selbst der Gang zur Toilette wurde zur Qual. An Haushalt war nicht zu denken.
Nicht gegessen, kaum geschlafen.
Den ganzen Tag lag ich nur rum und war mit immer wiederkehrenden negativen Gedanken beschäftigt.

03.09.2015 19:43 • #8


Julchen79
Oh das klingt genauso schrecklich...Das tut mir sehr leid. Geht es dir denn nun besser?

Aber gibt es da unterschiede? Es gibt ja Depressionen die ohne Ängste existieren..bzw man hat sogar vor nichts Angst und hat eher zu nichts Lust. Sieht alles nur sinnlos... und Depressionen die mit Angststörung und Panik zusammen hängen. ..Man würde gerne was tun aber hat grosse Angst davor...bzw man verkriecht sich vor Furcht Zuhause, traut sich keinen Schritt raus und das zieht dann runter und man ist down.

03.09.2015 23:09 • #9


Dragonlady_s
Ja danke, so langsam wird es wieder.

Ja es gibt Menschen die nur Depressionen ohne Ängste haben.

Es gibt welche die durch die Ängste Depressionen bekommen, weil sie nichts mehr machen.

Und anders Rum klappt auch, durch Depressionen Ängste bekommen.

Aber im Grunde sind es alles Depressionen die nicht schon sind.

Manche haben es phasenweise.

Manche durchgehend.

03.09.2015 23:15 • #10


Julchen79
Das stimmt die sind nicht schön bei mir kamen sie von Panikattacken laut Hausärztin. Meine Therapeutin meinte ich habe keine ..Allerdings wie ihr schon sagt hat man Depressionen durchgehend und nicht nur 1 oder 2 Tage wie bei mir. Ich denke mal eher das ich im Moment meine Gefühle nicht zuordnen kann und mich neu sammeln muss.

04.09.2015 14:35 • #11


Dragonlady_s
Auch Menschen ohne Depressionen sind nicht jeden Tag gleich gelaunt.

Hat ja so ziemlich jeder mal ein Stimmungstief

04.09.2015 14:38 • #12


Vergissmeinicht
Geht es Dir heute besser Julchen?

04.09.2015 15:53 • #13


Julchen79
Hast recht Dragonlady

Ja Vergissmeinnicht, mir ging es am anderen gleich Tag besser Manchmal überkommen mich noch kurzzeitig solche Tiefs so wie an dem Tag. Ich habe durch die Monate unter Angst nur vergessen damit umzugehn und als normal anzusehen denke ich.
Ich hoffe dir geht es auch gut?

04.09.2015 20:50 • #14


Vergissmeinicht
Liebes Julchen,

siehst Du, war halt ein Tief und auch das gehört zum Leben dazu.

Mir geht es seit Gestern noch nicht wirklich prickelnd, weiß aber wovon es ist. Wird schon wieder.

Schön, das es Dir wieder besser geht

05.09.2015 10:59 • #15


Julchen79
Ach Liebes Vergissmeinnicht Du bist so eine starke Frau bei dem was du schon erlebt hast...ich bin mir sicher du packst das bestimmt

06.09.2015 12:17 • #16


Grashüpfer
Hallo Julchen,

habe jetzt nicht alles gelesen, möchte dir aber kurz meine Erfahrungen schildern.

Eine echte Depression hat nichts mit wetterbedingten Stimmungsschwankungen zu tun. Da bist du auch beim schönsten Sonnenschein down.
Eine Depression kann viele Gesichter haben und sich ganz unterschiedlich äußern. Grundlegend ist, dass man völlig antriebslos ist, zu nichts Lust hat, nirgends im Leben mehr Schönes erkennen und sich über nichts mehr freuen kann. Die positiven Gefühle fehlen, die negativen überwiegen. Man hat trübe, traurige und schwere Gedanken, und oft kreisen sie immer um dieselben Dinge.
Wenn die Depression stärker ist, haben viele Schlafstörungen, morgens und abends ist die depressive Stimmung schlimmer, ich hatte abends oft Unruhe in mir. Man schafft den Alltag nicht mehr, Hausarbeit wird zur Qual, kleinste Dinge sind kaum zu schaffen, alles wird wahnsinnig anstrengend und man glaubt, man hat einen Berg vor sich, den man niemals bewältigen kann. Ich z.B. konnte nicht mehr arbeiten (in die Uni, war während des Studiums), man kann sich nicht konzentrieren und erträgt keinen Druck oder Anforderungen von außen. Man hat ein Leeregefühl in sich, alles Emotionen nimmt man nur noch gedämpft wahr, wie unter einer Decke begraben, und gleichzeitig fühlt sich alles schwer an, als ob eine Bleidecke auf deiner Seele liegt. Die Wahrnehmung ist verzerrt, und wenn es arg ist, bekommt man von seiner Umgebung kaum etwas mit. Man zieht sich von Freunden und Bekannten zurück, weil man allein sein muss und keine Menschen um sich herum ertragen kann. Ich habe die Depression gleichzeitig als kaum erträglichen seelischen Schmerz empfunden, so schlimm, dass ich manchmal nicht wusste, ob er körperlich oder seelisch ist, ich dachte er reißt mich in Stücke. Ach ja, und man verliert das Urteilsvermögen, kann Dinge nicht mehr beurteilen und keine Entscheidungen mehr treffen - alles ist weg. Ich hatte Weinkrämpfe und Erschöpfungszustände, In der schlimmsten Phase war das Weinen so anstrengend, dass ich hinterher vor Erschöpfung schlafen musste! Es war furchtbar!
Suizidgedanken müssen nicht unbedingt dabei sein. Bei mir war es ziemlich schlimm und es ging mir wirklich schlecht, aber an Selbstmord habe ich nie gedacht. Ich wollte da einfach wieder raus! Obwohl ich kein wirklich religiöser Mensch bin, war das einzige, was mir wirklich geholfen hat, wenn es richtig schlimm wurde: Beten und Musik hören.

Das ganze ist über 12 Jahre her und heute geht es mir gut!

Liebe Grüße,
Grashüpfer

06.09.2015 14:15 • #17

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Julchen79
Das hast du ganz toll beschrieben liebe Grashüpfer ....Das muss eine ganze grausame Zeit für dich gewesen sein tut mir sehr leid. Aber ich finds toll das es dir wieder gut geht mittlerweile

Ich selbst hatte eher angstbedingtes Gedankenkreisen. Immer Angst das ich was schlimmes habe oder hatte. Besonders schlimm am Morgen sobald ich die Augen aufgemacht hatte da fing mein Gedankengang schon an und alles hat sich gedreht. Sogar oft mit Panikattacken wach geworden. Die Angstgefühle waren sogar so schlimm das ich hätte schreien können vor Angst. Sie waren überwältigend für mich...und da ich weiß, das Angststörung auch mit Depressionen einher gehen kann, dachte ich, ich hab auch Depressionen...ich war immer auf Zack ...hab viel geweint und war am jammern bei jedem Ziepen auch wenns nix war. Von Krebs bis andere plötzlichen Krankheiten auch wenn sie nicht gefährlich sind war es für mich schlimm weil ich das nicht wollte...ich wollte keine Schmerzen...und hatte immer Angst was wenn es nicht weg geht oder ich daran trotzdem sterbe? - was wenn die Ärzte falsch liegen? etc etc... Hab mich nicht richtig rausgetraut...Seltsamerweise war die Angst ab dem Abend schwächer oder nicht da....Naja aber dadurch das ich einen Hund habe und kleine schulfähige Kinder musste ich trotzdem raus und was tun! Zum Glück! Ich habe das aber Phasenweise ...ich leide seit ich 13 bin daran und immer mit jahrelangen Pausen dazwischen. Ausgelöst durch angestauten übermässigen Stress...Habe zum Glück ne gute Therapeuten die mir endlich gezeigt hatte von wo das Ganze herkommt Und da ich selbst Musik mache und singe hilft es mir gut Dinge zu verarbeiten...besonders wen ich die Texte selbst geschrieben habe.
Im Moment versuche ich meine Gefühle wieder an die richtige Stelle zu ordnen da man ja die Monate nur mit Angst zu kämpfen hatte und nur damit beschäftigt war auf sein Körper zu achten fast 24 std. lang. Das hat alles durcheinander gebracht...Ich würd nicht sagen das es weg ist, aber es ist deutlich besser als vor 2 Monaten. Ich habe Stunden wo ich nicht mehr daran denke und mich auch auf andere Sachen konzentrieren kann.

07.09.2015 15:51 • #18


Grashüpfer
Hallo Julchen,

danke dir! Ja, es war eine furchtbare Zeit, die schlimmste meines Lebens, und ich wünsche so etwas wirklich niemandem! Seitdem bin ich anfällig für depressive Stimmungen, und die Phasen kommen in Abständen auch immer wieder mal. Aber es war nie wieder so schlimm wie damals, und inzwischen kann ich besser damit umgehen. Mir hilft auch Musik, ich singe auch und spiele Gitarre, das ist ein gutes Ventil. Zur Zeit geht es mir wie gesagt gut, und es hält jetzt schon eine ganze Zeit kontinuierlich an. Ich weiß, dass ich immer wieder Schwankungen haben werde, aber insgesamt geht's mir gut!

Was du beschreibst, kenne ich alles auch. Wenn ich in den letzten Jahren solche Phasen hatte, ging und geht es bei mir auch um Angst vor Krankheiten, Angst vor Krebs, Angst vor Degenerierung, vor furchtbaren Schmerzen. Vor allem abends ist es dann richtig schlimm, dann hab ich nur noch Tunnelblick.

Es ist gut, dass deine Kinder dir Kraft geben, das kann sehr helfen! Aber so schlimme Panikattacken sind ja schlimm! So etwas kenne ich gar nicht, bei mir ist es das Freezing, ich erstarre und erfriere innerlich.

Dass du die Ursache für deine Ängste herausgefunden hast, ist doch super und ein prima Ansatz! Wird es mit diesem Wissen besser?

Liebe Grüße,
Grashüpfer

11.09.2015 22:18 • #19


O
Hallo Grashüpfer,

ich stecke auch gerade in einer Depression aber das es dir wieder besser geht, macht mir Hoffnung

Liebe Grüße
Oela

15.09.2015 13:33 • #20


A


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Prof. Dr. med. Ulrich Hegerl