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Ich habe für mich entschieden, dass ich mit meinem Leben abgeschlossen habe, da die Situation seit acht Jahren festgefahren ist und ich all die Last, die ich seit diesen Jahren trage, nicht mehr schleppen möchte und zusehen möchte, wie sie mich innerlich zerfrisst.

Erst wurde ich 2013, als ich 18 war, auf einer Studienfahrt durch Verspottung, Mobbing und mit der Entstehung und anschließenden Verbreitung von Videoaufnahmen gegen mich, die in der ganzen Stadt und Schule verteilt wurden, psychisch komplett zerstört. Dann all die Blicke im Nacken und das die Verantwortlichen immer öfters auf Nachhausewege auftauchten, dann das man von wildfremden Gestalten spöttisch den eigenen Namen zu hören bekam, obwohl der von meiner Seite nirgendwo erwähnt wurde.
Dann die über Jahre anhaltende Isolation Zuhause. Von damals an bis heute nur noch PC-Spiele, Krankschreibungen mit Ausreden, immer wieder neue Schulwechsel, dann gab es nur noch Frustessen neben dem PC und, dann wurde ich nach und nach aus ehemals toller Figur adipös (aktuell Adipositas Grad 3),

Mit 25 und somit letztes Jahr dann das erste Mal Geld gesehen und mein erstes Bankkonto eröffnet. Hatte nun mein eigenes ALG II Einkommen und das Geld ging nicht mehr wie die Jahre zuvor komplett an die Eltern, da die Bedarfsgemeinschaft wegfiel mit 25. Seitdem lebe ich auf Miete bei meinen Eltern, aber das Kostegeld von 140 Euro für Einkäufe wird selten akzeptiert, neben den Nebenkosten+ Miete + Strom, was sie davon unabhängig bekommen. Es wird weit drüber eingekauft und dann soll ich halt mehr springen lassen, was aber nicht geht, denn dann bleibt mir meistens gar kein Geld mehr für mich oder ich hätte kaum was, oder ich müsste im schlimmsten Falle mein Bankkonto überziehen. Und was nicht gezahlt werden kann, rechnet mir mein Stiefvater eben als Schulden dann an, die ich abbezahlen soll, er protokolliert ja alles und jeden Einkauf in seiner Excel Tabelle.

Jetzt kam der Höhepunkt mit dem Abonnement für meine Zugfahrkarte. 2x 142,50 diesen Monat abgebucht und noch so eine Zahlung soll in wenigen Tagen erfolgen. Abonnement. Karte von September bis 15. Oktober wurde aber bar gezahlt. Karte von 15. Oktober bis 14 November wurde am. 1 November abgebucht, Karten für Dezember und co wurden ebenfalls am 1. November gleich mit abgebucht und jetzt wollen die nochmal 142,50 haben und das in diesem Monat. Was 3x 142,50 Euro sind. Ich weiß jetzt schon nicht mehr, wie ich diesen Monat finanziell überstehen soll. Abonnement gestern gekündigt, Schulplatz heute gekündigt.

Ich habe für all diese Tiefschläge und für die weitere sch., die da im Verborgenen noch auf mich wartet, keine Kraft mehr und will auch nicht mehr. Ich hasse mich dafür, dass ich adipös geworden bin und somit hässlich bin, ich habe mich in all den Jahren insgeheim danach gesehnt, mal gleichaltrige neue Freunde zu finden, stattdessen bin ich auf mich gestellt. Ich bin nur für eines gut, mich wie ein Sparschwein auszuplündern und immer nur Geld zu fordern. Alles dreht sich nur noch um das sch. Geld. Was anderes gibt es nicht mehr. Sei es die Familie, die auf ihre 140 Euro nicht klarkommen, sei es der Verkehrsbetrieb, der mich finanziell nun ausplündert, sei es die Schule, die trotz meiner Abmeldung nun auch Kohle von mir will, da es eine Privatschule ist und ein Abonnement war.

Vielleicht ist es doch besser, wenn ich gar nicht mehr existent bin oder wäre. Was will man denn auch ausnehmen, was nicht mehr da ist? Fest steht, es wird keine weiteren Jahre mehr geben. Eher zerstöre ich mich selbst, als dass ich das noch weiter und länger erdulden muss. Das ist kein Leben, das ist Folter. Entweder dieses Leid und dieser Schmerz wird beendet werden und hört auf, oder ich werde es bald von selbst tun.

13.11.2020 16:01 • 03.12.2020 x 2 #1


117 Antworten ↓


Flocke1979
Gemäß der Forenregeln (Suizid) habe ich den Beitrag soeben an die Administratoren gemeldet.
Sie werden sich sicherlich zeitnah kümmern.

13.11.2020 16:03 • x 6 #2



Mein Leben ist wie eine Folter - ich kann nicht mehr

x 3


Das steht dir Frei es zu tun. Das ich für keine Lösungen und für keine Hilfe öffen bin, habe ich hingegen nirgendwo gesagt.

13.11.2020 16:06 • #3


Hey.
Mensch! Das liest sich schrecklich. Ich verstehe dich und es tut mir sehr leid für dich... Das ist alles schrecklich und scheint für dich in dem Moment ausweglos. Aber denke immer daran : ES KOMMEN BESTIMMT GUTE ZEITEN UND DU BIST ES WERT!
Du bist nicht das, was andere dir angetan haben.
Wenn du reden willst, schreib mir einfach

13.11.2020 16:11 • x 1 #4


Flame
Ich seh die Lösung darin auszuziehen und komplett auf eigenen Beinen zu stehen.

Das wäre sicherlich ein Kraftakt und es ist bestimmt auch nicht leicht ,eine Wohnung zu finden.
Aber es muss ja nicht gleich eine Traumwohnung sein.
Hauptsache erstmal die eigenen 4 Wände.

Damit Du frei bist und auch frei von den Forderungen Deines Stiefvaters.


Und ich würd mir einen Job suchen.
Egal was,hauptsache weg vom ALG2 und dass Du mehr Geld hast.
Z.B. als Verpacker oder am Band arbeiten,da gibt´s immer Arbeit.
Ist anstrengend aber gibt Wochenendzulagen.
Und da nimmst Du sicher nebenbei einige Kilo´s ab.

Die aktuellen Forderungen (Zugticket etc.) kannst Du nicht bedienen,das würd ich so mitteilen und eine Ratenzahlung anbieten.

Deine Situation ist keineswegs aussichtslos.
Du hast Dich gerade festgefahren und drehst Dich im Kreis aber Möglichkeiten gibt es immer.

Es geht nicht alles von heute auf morgen aber wenn Du Dich auf den Weg machst,hast Du garantiert spätestens in einem Jahr Job und Wohnung und dann stehst Du schon ganz anders da.

13.11.2020 16:16 • x 6 #5


kleinpübbels
Du solltest dir wirklich Hilfe holen. Sich selbst zu zerstören, ist keine Lösung, für nichts. Und scheinbar bist du ja auch schon dabei, so wie es sich liest.
Darf ich fragen warum du noch bei deinen Eltern wohnst?
Wäre das vielleicht eine Lösung, da wegzukommen?
Ja das mit dem Geld ist sch., aber kein Grund aufzugeben. Ich hab zur Zeit auch richtig finanzielle Probleme aber das geht auch vorbei und ich denk mir,es ist nur Geld.
Wenn du etwas ändern willst, musst du dich ändern. Das habe ich auch auf die harte Tour lernen müssen. Aber es lohnt sich.

13.11.2020 16:17 • x 3 #6


Kimsy
Hi Du, deine Situation ist zwar sehr frustrierend allerdings nicht hilflos...du bist noch so jung, da ist noch alles offen... wie wäre es z.B. den Schritt zu wagen abzunehmen, vielleicht sogar ne Magenverkleinerung..dann könntest du über die berufliche Reha eine Umschulung absolvieren und in ein paar Jahren wird sich deine finanzielle Lage ändern...aber bitte gib dich nicht auf...du kannst noch so vieles erreichen..und ohne Fleis kein Preis, du musst schon was dafür tun damit sich was ändert...auch wenns nicht so einfach ist...AUFGEBEN GEHT NICHT...in diesem Sinne...lg kimsy

13.11.2020 16:18 • x 3 #7


Liebe oder lieber Ryos1, bitte gib dich nicht auf! Du bist noch so jung und dein Leben hat noch gar nicht begonnen. Dir ist viel Schlimmes passiert, was den meisten Menschen ebenfalls sehr zugesetzt hätte, aber so lang du "nur" übergewichtig und arbeitslos bist - klar, du bist verzweifelt und deprimiert, aber ja als Folge davon - dann kannst du das Ruder noch rumreißen und das Leben führen, das du verdienst!

Vielleicht gibt es bei dir in der Nähe sowas hier: https://www.stadt-koeln.de/artikel/20079/index.html
Dort findest du sicher auch Rat, welche Schritte du einleiten könntest, um aus diesem tiefen Tal zu kommen.

Ich wünsche dir von Herzen, dass du deinen Weg finden wirst!

13.11.2020 16:34 • x 2 #8


Annalehna
Hallo Ryos ....ich habe auch schon oft soetwas gedacht als ich ganz unten war..... mittlerweile ziehe ich mich tâglich ein wenig raus aus meinem Loch.
Es sind Tage dabei wo ich wieder abrutschen und ich bin schon lange in Therapie,die mir auch gut tut,es gibt immer wieder schlechte Tage.
Deine Situation ist echt schlimm zur Zeit,dass heißt nicht das es so bleibt.....!
Du brauchst eine Hand die dich leitet und auch Halt, vielleicht auch einen Anstoß,du brauchst auf jeden Fall Hilfe.
Finanzielle Sorgen sind sehr schlimm auch da brauchst du jemanden der dir hilft,ich weiß nicht ob du diese Hilfe bei deinen Eltern findest oder ob es besser ist ,dass jemand von außen diese Situation betrachtet.
Das Leben hat wieder schöne Momente,auch wenn du das jetzt nicht erkennen kannst....bei manchen Menschen dauert es ehe die Hoffnung an die Türe klopft......helfe mit daran zu arbeiten.....und dann lässt du die Hoffnung hinein.

13.11.2020 16:39 • x 6 #9


Zitat von Die:
Du bist nicht das, was andere dir angetan haben.


Das ist mir bewusst. Es macht das was passiert ist, aber nicht ungeschehen. Und auf die von dir angesprochenen Zeiten warte ich seit acht! Jahren vergeblich.

Zitat von Flame:
Ich seh die Lösung darin auszuziehen und komplett auf eigenen Beinen zu stehen. Das wäre sicherlich ein Kraftakt und es ist bestimmt auch nicht leicht ,eine Wohnung zu finden. Aber es muss ja nicht gleich eine Traumwohnung sein.
Hauptsache erstmal die eigenen 4 Wände.


Das ist nicht so einfach. Ich wüsste erst mal gar nicht in welche Stadt, auch wenn ich z.B Göttingen oder Braunschweig sehr schön fände, aber dann auch noch etwas Geeignetes zu finden, was ALG II konform ist und den Auflagen entspricht, ist sehr aufwendig. Der Wohnungsmarkt ist hart umkämpft in Deutschland, vergesst das bitte nicht. Und wie soll ich überhaupt einen eigenen Haushalt schmeißen? Ich kann nicht mal kochen und Wäsche waschen. Ich bin unselbstständig, ich kann gar nichts und komplett auf Familie angewiesen. Außerdem ist es eine Hemmschwelle für mich, für meinen labilen Zustand. Irgendwo gibt es mir halt und ich tue nichts dummes, wenn die in der Nähe um mich sind. Was schützt mich denn in meinen weit entfernten 4 Wänden, wenn ich wieder in so einem Tief sitze? Vom ALG II weg, da bin ich mit dir einer Meinung. Ich will den Mist nicht. Aber ich hatte eine klare Vorstellung von dem was ich schulisch und beruflich will. Was anderes würde ich nicht akzeptieren. Diese Zahlungen mit dieser Fahrkarte sind dubios. Kein seriöses Unternehmen bucht 3x mal im Monat ab.

Zitat von kleinpübbels:
Du solltest dir wirklich Hilfe holen. Sich selbst zu zerstören, ist keine Lösung, für nichts. Und scheinbar bist du ja auch schon dabei, so wie es sich liest. Darf ich fragen warum du noch bei deinen Eltern wohnst?
Wäre das vielleicht eine Lösung, da wegzukommen?


Das tue ich gerade hier an Ort und Stelle vor deinen Augen. Also Hilfe suchen und nicht zerstören. Ich würde diesen Schritt nur gehen, wenn mir keiner Hilft und mir keiner zuhört und mich keiner ernst nimmt. Auf die Ärzte hier im Ort kann ich mich nicht verlassen, das sind Nieten. Ist leider ein etwas abgelegenes Örtchen mit nicht viel Auswahl. :/ Und selbst der soziale psychiatrische Dienst hat dicht und zu dem käme ich wenn überhaupt eh nur mit der Bahn... Ich hasse telefonieren, sowas macht man persönlich und nicht am Telefon. Ich war die letzten Jahre mit mich und meiner Isolation beschäftigt und mit Selbsthass, als mir über Umzüge Gedanken zu machen. Und ein paar weitere Punkte, habe ich oben noch einen Abschnitt höher mit erwähnt. Ich könnte mir so etwas vorstellen, wenn vielleicht die Familie in Reichweite bleibt und ich jemanden hätte, der nach mir wöchentlich sieht und mich dabei unterstützt. Kann auch gerne Jemand von "Außen" sein.

Zitat von Kimsy:
Hi Du, deine Situation ist zwar sehr frustrierend allerdings nicht hilflos...du bist noch so jung, da ist noch alles offen... wie wäre es z.B. den Schritt zu wagen abzunehmen, vielleicht sogar ne Magenverkleinerung..dann könntest du über die berufliche Reha eine Umschulung absolvieren und in ein paar Jahren wird sich deine finanzielle Lage ändern...aber bitte gib dich nicht auf...du kannst noch so vieles erreichen..und ohne Fleis kein Preis, du musst schon was dafür tun damit sich was ändert...auch wenns nicht so einfach ist...AUFGEBEN GEHT NICHT...in diesem Sinne...lg kimsy


Selbst wenn ich Idealgewicht hätte, wäre es nur ein kleiner Teil der Lösung. Die Probleme sind weitaus umfangreicher. Meine Ernährung ist akzeptabel. Sie ist nicht mehr so wie vor Jahren. Mir fehlt es nur an Bewegung und das, was ich heute habe und bin, ist halt durch die Ernährung von damals. Ich will aber in kein Studio oder zu anderen Menschen und ich will nicht, dass Andere meinen entstellten Körper sehen.

Zitat:
lieber Ryos1, bitte gib dich nicht auf! Du bist noch so jung und dein Leben hat noch gar nicht begonnen. Dir ist viel Schlimmes passiert, was den meisten Menschen ebenfalls sehr zugesetzt hätte, aber so lang du "nur" übergewichtig und arbeitslos bist - klar, du bist verzweifelt und deprimiert, aber ja als Folge davon - dann kannst du das Ruder noch rumreißen und das Leben führen, das du verdienst! Vielleicht gibt es bei dir in der Nähe sowas hier: LINK
Dort findest du sicher auch Rat, welche Schritte du einleiten könntest, um aus diesem tiefen Tal zu kommen.


Ich habe bereits an den sozialen psychiatrischen Dienst gedacht, aber die Stellen sind alle wegen Corona geschlossen und ich will sowas nicht am Telefon machen müssen. :/ Ich brauche Menschen, die mir persönlich zuhören.

Zitat:
Es sind Tage dabei wo ich wieder abrutschen und ich bin schon lange in Therapie,die mir auch gut tut,es gibt immer wieder schlechte Tage. Deine Situation ist echt schlimm zur Zeit,dass heißt nicht das es so bleibt.....! Du brauchst eine Hand die dich leitet und auch Halt, vielleicht auch einen Anstoß,du brauchst auf jeden Fall Hilfe. Finanzielle Sorgen sind sehr schlimm auch da brauchst du jemanden der dir hilft,ich weiß nicht ob du diese Hilfe bei deinen Eltern findest oder ob es besser ist ,dass jemand von außen diese Situation betrachtet


Ich würde mir Jemanden von Außen wünschen. Die Zahlungen kann ich durch die Abonnement Kündigung vielleicht noch abschmettern. Die können mir nicht etwas berechnen, was ich nicht mehr benutze. Darüber ist das letzte Wort noch nicht gesprochen.

13.11.2020 16:50 • x 1 #10


Annalehna
Bleibe bitte am Ball ,es dauert seine Zeit bis du etwas gefunden hast ,es wird dir bestimmt gut tun wenn dir jemand zuhört und dir Hilfestellung gibt.
Wünsche dir Glück, liebe Grüße

13.11.2020 16:54 • x 1 #11


Hallo nochmal,

glaube mir, es geht irgendwann wieder. Ich habe seit 12 Jahren Depressionen und wirklich schwere episoden.
Wurde auch gemobbt. Meine langjährige Beziehung war die Hölle. Habe so viel ertragen müssen und erst jetzt, seit Frühjahr wieder schwere depression, geht es etwas bergauf.

Es wird alles. Du musst Abstand gewinnen. Und versuchen zu entspannen und die Dinge sachlicher betrachten. Dann findest du eine Lösung.

13.11.2020 16:58 • x 1 #12


Flame
O.k, ,ich weiss nicht,was Du schulisch oder beruflich wolltest .
Aber manchmal im Leben bekommt man nicht genau das,was man wollte und wenn man sich darauf versteift,macht man sich nur unglücklich.

Wenn Du diesbezüglich nicht flexibler wirst,wird sich wohl nicht viel ändern.

Und diese Unselbstständigkeit willst Du ein Leben lang beibehalten?
Um auszuziehen ,muss man nicht kochen können und einen Waschgang auf 40 Grad anzuzschmeissen ist kinderleicht.
Denke,Du hast eher Angst vorm alleine sein.

Ich kann auch nicht gut alleine sein (auf lange Sicht) und deswegen lebe ich in einer Partnerschaft wie die meisten Menschen,wir sind halt soziale Wesen.
Von zuhause aus lernt man schlecht einen Partner kennen,ggf. über eine Singlebörse aber viele Paare lernen sich bei der Arbeit kennen.

(Fast) jede Arbeit ist besser als zuhause hocken,grübeln und in Negativgedanken versinken.
Der Tag bekommt Struktur,Du kommst unter Menschen und hast Bewegung und die Chance,Freunde oder sogar eine Partnerin kennen zu lernen.Alles mit Geld nicht zu bezahlen.

An irgendeiner Stellschraube musst Du drehen,damit sich was ändert.
Da Du zuhause wohnen bleiben möchtest,bleibt nur der Weg,eine Arbeit/Ausbildung zu finden.

Wenn Du gar nichts veränderst,wird es Dir kaum besser gehen.

13.11.2020 17:13 • x 3 #13


Calima
Zitat von Ryos1:
Ich kann nicht mal kochen und Wäsche waschen. Ich bin unselbstständig, ich kann gar nichts und komplett auf Familie angewiesen.


Man nennt das "erlernte Hilflosigkeit". Sie ist das Ergebnis von Übersorgung durch andere. Für dich ein ziemlich bequemer Zustand. Allerdings nur vordergründig, denn unterm Strich nimmst du dir durch deine Untätigkeit jegliche Chance, ein besseres Selbstwertgefühl zu kriegen.

Das kommt nicht aus dem Nichts. Und es sind auch nicht die anderen für dessen Zerstörung oder Aufbau verantwortlich. Da muss man ganz allein für sich dran arbeiten. Du suchst im Grunde deines Herzens nach einem Problemlöser, der dir ein besseres Leben verschafft. Den wirst du aber nur in dir selbst finden. Und dazu ist der erste Schritt, aus dem Selbstmitleid auszusteigen und aufzuhören, dich als armes Opfer zu betrachten.

Zitat von Ryos1:
Ich will aber in kein Studio oder zu anderen Menschen und ich will nicht, dass Andere meinen entstellten Körper sehen.


Das kann ich gut nachfühlen, denn mir ging es vor einigen Jahren ebenso. Mit Adipositas Grad 3 war ich Gefangene meines eigenen Fetts und Essen war meine Antwort auf alles. Bewegt habe ich mich nur, wenn ich musste. Als ich beschlossen habe, das zu ändern, habe ich ganz für mich allein geackert. Mit täglichem Gehen habe ich angefangen und bin zu Anfang nach 2 Minuten luftschnappend und panisch (Herzphobie) vom (heimischen) Laufband gefallen. Ein gutes Jahr später wog ich 55 Kilo weniger und bin einen Halbmarathon gelaufen.

Das kannst du auch - aber du musst aufhören, dir leid zu tun, andere vorzuschieben und dein Leben anpacken.

13.11.2020 17:26 • x 4 #14


Wichtig wäre mir bzw. war mir, erst mal einen vernünftigen Realschulabschluss nachzuholen, um anschließend in meine gewünschte Ausbildung zu gehen, Flamme. Da ich allerdings lern beeinträchtigt bin, (Bin von Geburt an, Lernbehindert, und das wurde damals auch psychologisch festgestellt), brauche ich die Zeit, um neu erlerntes zu verarbeiten. Da reden wir von zusätzlichen Stunden nach dem Schulbesuch, die ich dafür noch investieren müsste. Sowas könnte ich also gar nicht mal so einfach "nebenbei" machen, sondern ginge nur in Vollzeit.

Ich würde auch nicht unbedingt von wollen und möchte sprechen, was die Wohnsituation angeht. Ich bin da sehr hin- und hergerissen. aktuell. Ja ich möchte nicht alleine sein, das hast du richtig erkannt. Sowohl aus persönlichem Interesse, aber eben auch zum eigenen Schutz. Ich weiß wie labil ich sein kann und ich will mich da kein Risiko aussetzen. Auf der anderen Seite, ist die finanzielle Situation hier aber auch nicht mehr tragbar. Ich brauche keine Singlebörse, ich bräuchte Jemanden, der mich auf diesem Weg begleitet, mich unterstützt, mich aufklärt, mich auf eine eigene Wohnung vorbereitet. mich betreut, wenn man es denn so nennen kann. Und ich erwähnte ja auch schon, dass der Wohnungsmarkt hart umkämpft ist. Besonders mit ALG II ist es sehr schwer. Einig sind wir uns aber, dass an Schrauben gedreht werden muss, das ist richtig.

Zitat:
Man nennt das "erlernte Hilflosigkeit". Sie ist das Ergebnis von Übersorgung durch andere. Für dich ein ziemlich bequemer Zustand. Allerdings nur vordergründig, denn unterm Strich nimmst du dir durch deine Untätigkeit jegliche Chance, ein besseres Selbstwertgefühl zu kriegen. Das kommt nicht aus dem Nichts. Und es sind auch nicht die anderen für dessen Zerstörung oder Aufbau verantwortlich. Da muss man ganz allein für sich dran arbeiten. Du suchst im Grunde deines Herzens nach einem Problemlöser, der dir ein besseres Leben verschafft. Den wirst du aber nur in dir selbst finden. Und dazu ist der erste Schritt, aus dem Selbstmitleid auszusteigen und aufzuhören, dich als armes Opfer zu betrachten.


Eine Übersorgung lag in all den Jahren definitiv vor. Das will ich nicht mal abstreiten. Man will bzw. wollte halt alles selber machen, da ist nichts mit Aufklärung in Richtung Selbstständigkeit oder Vorbereitung. Das werdet ihr nicht finden. Ich durfte ja nicht mal ein Bank Konto besitzen. und hatte das erste Mal eigenes Geld mit 25 gesehen... Was glaubt ihr was das für Diskussionen ausgelöst hat, als ich zuvor und eher schon eins machen wollte und mein Einkommen von ihnen nicht mehr verwaltet haben wollte. Da kamen dann Floskeln wie, dir geht es wohl nicht gut genug oder bist du so unzufrieden, mit dem was wir dir geben?

Ob dieser Zustand so für mich bequem ist, das lasse ich mal mit Sternchen stehen. Es ist richtig, dass mir gewisse haushaltsübliche Verpflichtungen erspart bleiben und das mir meine Familie trotz allem sehr wichtig ist. Aber von bequem, gut, profitabel, würde ich eher nicht sprechen. Es hat ganz klare Nachteile, wie man sieht und ist schon eine enorme Belastung. Besonders den finanziellen Aspekt. Glücklich damit, bin ich nicht und es macht mich fertig. Siehe die jetzigen Einkäufe.

Ich hab das in den Jahren nie verarbeitet, was mir angetan wurde. Ich habe alles (Essen) in mich hineingestopft, mich isoliert und bin virtuell abgetaucht, konnte das Haus kaum noch verlassen und bekam Panik Attacken und Herzrasen, wenn sich mir Menschen genährt haben und ich mich mal aus dem Haus gezwungen habe. Wäre ich die letzten acht Jahre nicht damit beschäftigt gewesen, alles in mich reinzustopfen und in den pc versunken und in Selbstzerstörung und Isolation vertieft gewesen, sehe das heute auch anders aus. Aber es ist nun mal jetzt so und ich kann es nicht einfach weg beamen. Dafür alleine mag ich verantwortlich sein, aber ich lasse mir nicht die Schuld zu schieben, dass mich die übelste Sorte von Menschen nach unten befördert hat und mich zerstört hat und all das überhaupt erst ermöglicht hat.

Damals gab es mit ihm (Meinen Bruder) und meinen Eltern übrigens auch immer Streit ums Geld abgeben Zuhause. Immer Geld einfordern, nur dass es da noch krasser war und er in der Woche nicht mal Zuhause war. Er war beim Militär und wenn überhaupt nur mal an den Wochenenden mal daheim. Sehr oft hat es deswegen Zuhause Streit gegeben, mit Involvierung der Großeltern auf Seiten meines Bruders und die eigenen Eltern gegen Bruder und Großeltern. Ich war damals noch zu jung um das alles zu begreifen, aber jetzt wo mit mir dasselbe passiert... Mir fehlen meine Großeltern sehr. Sie wüssten, wie sie mich aus dem Loch holen würden, doch leider leben sie nicht mehr.

13.11.2020 18:09 • x 1 #15


Fiora
Hallo Ryos1,
es tut mir leid, zu lesen, wie schlecht es dir geht. Dir scheint die Vorstellung zu fehlen, wie du dein Leben wieder in den Griff bekommen kannst. Ich kann dich nur ermutigen, nimm dein Leben in die Hand, egal, wie schwer es dir fällt.

Du scheinst sehr viel Zeit am PC zugebracht zu haben. Das hat offensichtlich deine Isolation verstärkt. Grundlegend ändern wird sich dein Leben erst dann, wenn du die Weichen neu stellst und deine alten Verhaltensmuster aufbrichst. Ich denke, dass dir eine therapeutische Klinik, die sich auf Suchtverhalten (Spielsucht), spezialisiert hat, zusätzlich Sport, Bewegungstherapie und Ernährungsberatuung anbietet, gut weiterhelfen kann.
Pack dein Leben an! Dein Leben wird dir gewiss noch wundervolle Zeiten berein, du musst dich "nur" dafür entscheiden, dein Leben in die Hand zu nehmen und an dir zu arbeiten.

13.11.2020 18:14 • x 2 #16


Mist, dass man aktuell nicht an SPZ-Mitarbeiter kommt. Vielleicht wäre übergangsweise eine betreute WG etwas für dich? Magst du es nicht doch mal telefonisch dort probieren? Parallel um eine Beratung beim Arbeitsamt bitten, vielleicht können sie dir auch etwas raten, was deine persönliche Situation angeht.
Und/oder beim Arzt um eine Kur bitten mit Fokus Gewicht, aber auch Psyche. Gibt es sowas?
Dass du einfach jetzt schon mal in die ein oder andere Richtung aktiv werden kannst?

So, wie du schreibst, dich ausdrückst, bist du ein sehr helles Köpfchen und das ist Richtung Arbeitsmarkt und generell "Leben" ja schonmal eine tolle Basis. In was besteht deine Lernschwäche?

13.11.2020 18:59 • #17


Hoffnungsblick
Hallo Ryos1, ich fühle mit dir und finde es sehr sehr traurig, dass du dich durch das reale Mobbing hast so sehr nach unten ziehen lassen. Aber ich kann deine Reaktion auch ein Stück weit verstehen.
Jedoch: Sollen die Mobber von damals immer noch Macht über dich haben dürfen?!
Bitte erlaube ihnen das nicht und sage ja zu dir, mit all deinen Problemen, die du zur Zeit hast.

Nimm dich selbst, dein Leben, ganz ungeschönt an. Dein Leben ist deine Chance.

Im Moment bist du ganz unten. Aber du kannst dich mit viel Geduld Schrittchen für Schrittchen wieder herausarbeiten.

Was mir in schwierigen Momenten am meisten geholfen hat: Von niemandem irgend etwas erwarten, aber mein Bestes voll und ganz geben.
Es ist mein Leben und nicht das der anderen. Wenn die anderen um mich herum seelisch oder geistig arm waren, und mir nicht das geben konnten, was ich gebraucht hätte, damals, vor langer Zeit ,- dann war das trotzdem nicht mein Problem.

Wenn dir deine Eltern das erwartete Verständnis und die Zuwendung nicht geben können - akzeptiere es. Sie haben es nicht. Man kann nur geben, was man hat.

Es ist gut, dass du dir hier Hilfe suchst und für dich aktiv geworden bist.
Ja, suche dir alle Hilfe, die du bekommen kannst und sei dir nicht zu gut, sie anzunehmen.

Lerne unter allen Umständen und in jedem einzelnen Bereich Schritt für Schritt selbstständig zu werden.
Das braucht viel Zeit und Geduld. Aber es wird duch stolz machen, denn du wirst es nach und nach schaffen.

Lass dich nicht bekochen etc. Das ist deiner unwürdig. Selbst kochen und waschen kann jeder lernen und es ist kinderleicht.
Ja, und schau dass du in ein eigenes Zimmer oder in eine eigene Wohnung ziehst.
Es ist besser, jeden Tag Steine zu schleppen und am Abend müde ins eigene Bett zu fallen, als weiterhin abhängig bei den Eltern zu wohnen.
Werde für dich positiv aktiv und warte nicht mehr.

13.11.2020 19:03 • x 2 #18


kleinpübbels
Okay, gut dass du dir hier Hilfe holst. Das ist der erste Schritt.
Aber ich denke, du brauchst auch professionelle Hilfe. Es werden nicht alle Ärzte bei dir Idioten sein. Klar, gibt es die überall aber irgendeiner wird dabei sein, der was kann.
Per Telefon ist es wirklich doof seine Probleme zu bereden, das kenne ich.
Ich kann dir leider nicht viel sagen, aber ich wünsche dir alles erdenklich Gute.
Du kannst das gebrauchen.

13.11.2020 19:06 • x 1 #19


Icefalki
Wenn dein Leben eine reine Folter ist, ändere dein Leben. Geh zum Arzt, geh in eine Klinik, setze dich mit deiner Vergangenheit auseinander, und baue dich so nach und nach auf. Das funktioniert.

Nicht funktieren wird, für alles eine Ausrede zu haben. Dann ändert sich eben nichts. Klingt hart, ist aber die reine Wahrheit.

13.11.2020 19:20 • x 4 #20



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Univ.-Prof. Dr. med. Isabella Heuser