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C

Charlotte123
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Leider bin ich 2018 im Alter von 26 Jahren aufgrund einer schweren Depression viel zu schnell mit Ekt behandelt worden und habe schwere Hirnschäden davongetragen. Ich hab gedacht eine schwere Depression sei die Hölle, aber die Schäden und Schmerzen, die ich durch die Schocks erfahren habe sind viel viel schlimmer, es ging mir in meinem ganzen Leben noch nie so schlecht. Ich hatte nach 13 Schocks schon Ausfallerscheinungen und bin dreimal mit leichtem sht diagnostiziert worden, leider bin ich dann wieder in das Krankenhaus gegangen und der Psychiater hat nur gesagt „was ein Unfallchirurg sagt, der ist ja nicht Psychiater“, also bin ich weiter geschockt worden mit dem Resultat, dass ich eine Studentin, die vorher eigenständig gelebt hat wieder bei meinen Eltern einziehen musste und mein Studium nicht mehr fortführen kann, weil ich solche barbarischen Hirnschäden habe. Ich kann jedem der darüber nachdenkt nur davon abraten und sich auf keinen Fall so zu behandeln lassen, egal wie schlecht es einem geht. Ich kann jetzt so viele Dinge nicht mehr, die ich vorher konnte. Meine ambulante Psychiaterin hat nach der ersten Serie nur „Tageszeitung“ gesagt als Anspielung auf meinen Intellekt, nach der zweiten Serie hat sie nur noch „Sozialpsychiatrischer Pflegedienst“ gesagt und der musste sich dann tatsächlich um mich kümmern. Ich habe vor Schmerz nur noch geschrien. So schlecht geht es mir jetzt schon vier Jahre, ich war vorher nie suizidal, aber bin durch diese Behandlung suizidal geworden. Im Wechsel bin ich auch noch mit Ketamin behandelt worden und hatte neben den Hirnschäden fast auch noch eine Dro.psychose vom Ketamin. Ich kann nur jedem raten niemals in Elektroschocks einzuwilligen, es ist einfach nur Hirnschädigung und die Studien zur Wirksamkeit der Ekt sind teilweise x Jahre alt. Das was ich durchgemacht habe kann ich nur noch als Folter beschreiben und ich verfluche seit vier Jahren den Tag an dem ich das Krankenhaus betreten habe und dass ich in so einen wenig erforschten schei. eingewilligt habe. Der Wirkmechanismus der Ekt ist nämlich bis heute vollkommen unbekannt. Ich war danach leider nur in Krankenhäusern, die Ekt selber anwenden und mir die Folgeschäden als meine Krankheit auslegen. Ich hatte eine ganz normale schwere Depression, das war meine Ausgangserkrankung, weil ich sage, dass ich so schwere Hirnschäden von den Schocks habe bin ich jetzt auf einmal wahnhaft depressiv und schizoaffektiv, was vorher nie meine Diagnose war und das nur, weil ich sage, dass ich Hirnschäden durch die Ekts habe und das schlimme ist ich kann es ja nichtmal beweisen, eine Neurologin hat mir nach 13 Schocks schon gesagt man könne Hirnschäden durch Ekt nicht nachweisen. Im mrt war dann auch nichts, aber ich hatte nach 13 Schocks schon Schäden an den Temporallappen und konnte mich selber nicht mehr im Spiegel erkennen, weil Erkennungsprozesse ausgefallen waren. Leider ist das ganze in einem Krankenhaus passiert, in dem jeder zweite Ekt bekam und es Deutschlandweit am häufigsten angewendet wird. Aufgrund eines ndr Beitrags war Massenekttourismus ausgebrochen und es musste sogar schon nachmittags geschockt werden. Der ganze Umgang in diesem Krankemhaus mit dieser Behandlungsmethode war einfach verantwortungslos und um mich zu überreden hat man mir gesagt ich müsse dann keine Medikamente mehr nehmen und er mache das auch bei 15 jährigen. Ich dachte mir dann, wenn er das auch bei 15 jährigen macht kann es ja nicht so gefährlich sein, deren Gehirne sind ja noch in der Entwicklung. Ich kann nur sagen die Ekt hat mein Leben wie ich es kannte zerstört. Zu einem weiteren Klinikaufenthalt kam es dann auch nur, weil ich mir aufgrund der Schäden versucht habe das Leben zu nehmen.

04.06.2024 x 8 #1


309 Antworten ↓
K

Kosmos
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1. Danke an die TE, dass sie hier ihre Erfahrung teilt. Und ich glaube ihr, dass es so gelaufen ist, wie sie es beschreibt. Und da es ihr offensichtlich sehr schlecht geht, wäre es angebracht, anständig und empathisch mit ihr umzugehen. Diese ganzen Vorhaltungen hier finde ich unter aller Sau. Sie war jung, sie war schwer krank und in der Not. Und ja, man kann Ärzten in die Hände fallen, die nicht sehr sorgsam und ungut agieren. Viele Ärzte sind nicht gerade prächtige Persönlichkeiten und wenn man an solche Fachleute gerät, dann ist man in Teufelsküche. Da wird dann viel ärztlicherseits empfohlen und einfach angeordnet, nicht vernünftig aufgeklärt oder die Schwäche der Patienten für sich ausgenutzt und viel riskiert. Und wenn es am Ende schief gegangen ist, dann will dafür keiner die Verantwortung übernehmen. Ich bin über 25 Jahre psychisch krank und kenne jeden Winkel im Psych-Medizin-System. Und es ist leider so, dass ganz viele Psychiater schlecht ausgebildet sind, nicht auf dem neuesten Stand, dass in vielen Kliniken und Praxen Ärzte, Therapeuten und Psychologen agieren, die man nie auf die Menschheit hätte loslassen dürfen. In manchen Kliniken sind Patienten nur Nutzvieh.

Natürlich gibt es auch viele andere Ärzte, Fachleute, die sehr verantwortungsbewusst mit Patienten umgehen. Und es gibt die, die so mittelprächtig sind.

Aber man sieht immer wieder, wie Ärzte, Kliniken agieren, wenn es zu Fehlern oder unschönen Verläufen kommt, da wird es für Patienten bitter. Mir ist auch passiert, dass man Verschlechterungen, die durch Behandlungen ausgelöst wurden, auf die Ausgangserkrankung geschoben wurden. Fehler werden nicht zugegeben. Das ist das Übliche. Die manipulieren, halten alle zusammen, damit es keine Arzthaftungsprozesse gibt. Die haben das teilweise in den Berufsordnungen stehen, dass sie an ihren Kollegen keine Kritik zu äußern haben. Das ist jetzt sehr grob ausgedrückt. Aber wer in der Medizin auf Kollegen losgeht, der ist aus deren Sicht Nestbeschmutzer.

2. Wie hier auf Borderlinern rumgehackt wird, ist eine absolute Sauerei. Den Borderliner gibt es sowieso nicht. Diese Patientengruppe ist sehr verschieden. Zudem werden sie häufig fehl- und unterbehandelt.... Aber das interessiert ja dann niemanden, dass man die sehr schlecht behandelt und viel mit ihnen falsch macht und dass sie genau deswegen eskalieren. Ich habe bisher nur 2 Therapeuten im Leben gesehen und erlebt, die eine Borderline-Störung wirklich behandeln konnten, so dass es der Patient in dieser Behandlung aushalten konnte. Was nützt es, Therapien zu machen, die der Profi gut findet, die aber so schmerzhaft und stressig sind, dass der Patient sie nicht aushalten kann? Die sind für die Katz' und machen nur noch mehr Probleme als schon da waren.

3. Bei einer Epilepsie haben die Patienten Krampfanfälle. Und die werden dann medikamentös unterbunden, weil sie so schädlich sind. Diese Krampfanfälle hinterlassen Hirnschäden. So und dann nimmt man EKT und macht genau das mit den Leuten, was man bei der Epilepsie ausschalten will. Das ist doch klar, dass diese EKT ungesund ist. Man hat EKT als letztes Mittel in der Psychiatrie in der Hand. Und normalerweise gibt es davor eine sehr ausführliche Aufklärung. Ich habe in 25 Jahren Psych-Medizin-Erfahrung noch nicht erlebt, dass einer der guten Ärzte auch nur im Entferntesten an EKT gedacht hätte oder sie empfohlen hat. Es ist durchaus bekannt geworden, dass es Patienten danach wesentlich schlechter ging, z.B. Gedächtnisverluste.

Es hat einen Grund, warum das so sparsam und vorsichtig gehandhabt wurde. Und ich würde meine Finger davon lassen. Vor allem ist es auch so, dass sich in der Psych-Medizin ganz viel tut und es neue, bessere, sichere Verfahren gibt, womit man ran gehen kann. Es wird weiterhin mit neuen Medikamenten eine weitere Chance geben, Erkrankungen zu beeinflußen.


Gerade unter dem Blickwinkel der aktuell entstehenden Möglichkeiten halte ich es für Wahnsinn, dass die EKT hochgeholt und angepriesen wird. Das halte ich für fatal und ich sehe solche Ärzte, die da drauf abfahren für ziemliche schlechte Ärzte. Und solchen Leuten würde ich meine Gesundheit bzw. Krankheit nicht anvertrauen. Die wissen meistens auch gar nicht, was man sonst noch machen könnte und wollen nur ihre Geräte einsetzen, die sie gekauft haben und die sich amortisieren sollen.

Und ich finde es einfach nur unter die Gürtellinie, was hier zum Teil für Kommentare abgegeben werden.

Die TE hat wiederholt beschrieben, wie es ihr geht. Und ich kann es mir vorstellen. Und in der Verfassung soll sie alles schön brav so absolvieren, wie es sich die User hier teilweise vorstellen. Ist man mal auf die Idee gekommen, dass es ihr fürchterlich schlecht geht und sie schon total überfordert ist?

6. Ich finde es sehr mutig, so einen Thread hier reinzustellen, wenn einem sowas passiert ist, nur, um es anderen zu ersparen. Und ganz ehrlich: Wer nach dem Lesen dieses Fadens noch meint, dass er mit EKT seine Probleme gelöst bekommt, der soll es eben machen. Aber dann ist es sein Risiko. Wenn die Leute sehenden Auges in die Gefahr rennen, dann kann man ihnen nicht helfen.

7. Auch eine schwere Depression wird von alleine wieder besser. Aber es dauert eben länger. Und gute bis sehr gute Therapeuten können ganz schön was bewegen. Da muss man diese "Hirn-Grillerei" echt nicht einsetzen und auch nicht haben. Es gibt andere Möglichkeiten in der Zukunft. Aber die muss man erst mal kennen. Und ich halte das für absolut verantwortungslos und skandalös, einen jungen Menschen, der vorher kaum Krankheitsgeschichte hatte, so zu "behandeln". In diesem Alter und bei praktisch gutem vorhergehenden Sozialleben uvm. hätte ich über EKT nicht mal nachgedacht. Und ich weiß, dass das die guten Ärzte in dem Fall alle nicht tun würden.

Ich kenne wirklich gute Fachleute, die sehr schwere Fälle behandeln, und die sind alle sehr, sehr vorsichtig, wägen genau ab, es wird alles mit den Patienten genau besprochen und auf Augenhöhe (wenn es möglich ist) geklärt und entschieden, immer wieder neu justiert und nochmal nachgeschaut, evaluiert, ob man auf dem richtigen Weg ist. Patienten werden da als Menschen behandelt, oft sogar sehr wohlwollend als Opfer besonders vorsichtig und fürsorglich behandelt, hochkompetent. Auf solche Behandler kann man sich getrost einlassen und sich mit Recht sicher fühlen. Aber das, was hier im Thread berichtet wurde, das klingt nach allem Anderen bloß nicht nach einem Ort, an dem ein kranker Mensch landen sollte. Manche Menschen sind so verzweifelt, dass sie in jede Behandlung einwilligen würden, nur weil sie hoffen, dass sie damit aus der Sache rauskommen... Und manche Ärzte gehen mit dieser Not nicht so gut um.

8. Den VDK empfehle ich auch oft und kann sehr helfen. Aber man muss auch sagen, dass die seit Corona überrannt werden und dass es regionale Unterschiede geben kann, wie sehr man untersützt wird. Aber dass man mit schweren Folgeschäden einfach überfordert ist, irgendwas zu tun, wenn man noch dazu schon so viel versucht hat, ist doch logisch.

9. Wie kann man hier noch in jemanden reintreten, der so mitgenommen ist? Wie bringt man sowas über's Herz?

10. Psychisch kranke Menschen gibt es wie Sand am Meer, viele Kliniken sind nur noch Fließbandbetriebe und es ist denen egal, was am Ende bei einer Behandlung rauskommt. Wie naiv kann man eigentlich sein, wenn man sich hier immer wieder auf die Seite der Ärzteschaft schlägt. Ich habe auch schon viel erlebt und kann ein Lied davon singen, dass man als psychisch Kranker viel Glück haben muss, wenn man in dieser Szene gut durchkommt. Fehlbehandlungen, Fehldiagnosen, Unterbehandlung oder nicht versorgt werden ist doch in dem Bereich an der Tagesordnung und das sei jeher...

11. Ich glaube wirklich manchmal nicht mehr, was ich hier teilweise zu lesen kriege.......Erst Kopf einschalten und dann schreiben, bitte! Wenn die EKT so gut und so supertoll wäre, dann würde die überall von den Topmedizinern eingesetzt werden und zwar bei jedem möglichen Anwendungsfeld. Aber das wird sie nicht, sondern man hat sie die ganzen Jahre zurückhaltend verwendet, mit enger Indikationsstellung. Und das macht man nicht ohne Grund so.

12. Es ist - so kommt es rüber - in diesem Fall, wie es meistens ist: Dem Kind passiert was, die Eltern müssen notgedrungen unterstützen/pflegen und sind mit den Sorgen und der Situation schon komplett überfordert. Das kranke Kind kann praktisch gar nicht mehr und keiner weiß sich einen Rat. Da wird dann halt irgendwie weitergemacht. Statt die Gelder bei den Ämtern zu beantragen und fachkundige Experten wie z.B. den VDK einzuschalten, wurschteln sich die Betroffenen durch und hoffen, dass die gesundheitliche Situation wieder besser wird. Und wenn es nicht passiert, hat man viele Jahre viel geopfert und wichtige Schritte unterlassen.

Aber das muss jetzt dann halt gemacht werden. Es ist eine sehr gute Idee, einen der großen Sozialverbände ins Boot zu holen. Aber das alles sind für diese Familien große Kraftanstrengungen und oft finden sie halt lange keine guten Ratgeber.

Hier ist nicht Bashing nötig, sondern Unterstützung, Mitgefühl, vernünftiger sachlicher Rat und Empathie für die TE nötiger als alles Andere.

Möglicherweise kann man in der Zukunft doch noch ein bissl was erreichen. Eine gute Neurologie und Neuropsychologie ist sicher sehr sinnvoll, wenn man jemanden findet.

31.03.2023 14:57 • x 10 #112


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Elektroschocktherapie Ekt zerstörte mein Leben

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Sonja77

Sonja77
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Ich habe mich extra viel in diesem Thema belesen und einiges über diese Therapie form kennengelernt…immer wieder seit paar Tagen hab ich im Netz darüber gelesen egal ob in Deutschland oder der Schweiz oder Österreich oder andere Länder…..eines was immer wieder zu lesen war ist,das schwerwiegende Folgeschäden wirklich extrem extrem selten sind……ich werde nur einen kleinen Ausschnitt posten damit jeder nachlesen kann in Prozent wie oft das passiert….also wirklich extrem selten…..

Ich möchte nicht sagen das es das nicht gibt das es dramatische Folgen haben kann und schlimme bleibende Schäden angerichtet werden können….

Aber auch ich finde das hier extrem überreagiert wird und meines Erachtens auch extrem übertrieben wird in den Erzählungen…..

Für mich hat die TE nicht solch extreme Hirnschäden wie sie hier schreibt….sie benutzt Worte um ihre Schäden zu erklären die sind fast schon gruselig und jeder der das liest stellt sich das schlimmste vor…..ein Mensch der fast nicht mehr lebensfähig ist

Das ist die TE aber lange nicht
Sie hat ein extrem gutes Gedächtnis sie hat eine perfekte Rechtschreibung sie setzt Punkt und Komma korrekt sie kann sich perfekt erklären und alles haargenau beschreiben…..das alles ist für MICH weit weit weg von einer so schlimmen Hirn Schädigung
Ist natürlich nur meine Meinung dazu

01.04.2023 17:10 • x 9 #203


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E
Herzlich willkommen Charlotte ,

Das ist ja absolut furchtbar, was dir passiert ist ,mir fehlen wirklich die Worte.
Danke, dass du darauf aufmerksam machst ,denn ich habe das öfter hier mal gelesen ,dass einige das als Behandlung in Betracht ziehen würden. Dein Beitrag zeigt, dass es nichts ist ,was man mal eben machen sollte und dass es folgen haben kann .
Es tut mir echt leid, was dir passiert ist .
Gibt es gar keine Möglichkeit mehr , dir zu helfen?

x 1 #2


C
@Pübbels Nein, mir kann man leider nicht mehr helfen.

#3


Islandfan
Kann dir leider nur kurz antworten, da ich gleich los muss. Meine Nachbarin, 70 Jahre alt, hat ebenso eine Therapie vor 2 Jahren bekommen und sie hat auch Hirnschädigungen dadurch erlitten. Sie ist kaum noch wieder zu erkennen, hat Probleme mit der Sprache und vergisst immer wieder Dinge, bzw. sie erzählt Sachen, die keinen Sinn machen.
Es tut mir sehr leid, was du erfahren musstest und es ist gut, dass hier vielleicht Leute davon abgehalten werden. Bei meinem Exmann war das auch mal im Gespräch, aber Gott sei Dank hat er es damals nicht machen lassen.

x 1 #4


I
Hallo @Charlotte123
Das ist wirklich furchtbar, was dir widerfahren ist und sollte zur Rechenschaft gezogen werden. Bloß, wenn man das nicht nachweisen kann, dass die Behandlung durch EKT entstand, ist es schwierig. Allerdings sollte es doch Unterlagen über die Behandlung geben.
Aber mir fällt auf, dass du den Text so klar formulieren kannst ohne dir nahe treten zu wollen. Das ist doch eigentlich positiv.
Gern bin ich für eine Aufklärung offen.
Aber du schreibst weiter unten "waren":
Zitat von Charlotte123:
weil Erkennungsprozesse ausgefallen waren.

Daraus würde ich jetzt schließen, dass sich das wieder eingerenkt hat?
Ich wünsche dir jedoch, dass es irgendeine Behandlung gibt, wo es möglich ist, dass sich da wieder ein Teil erholen kann.
Mein damaliger Therapeut hatte nach meiner Nachfrage von einer EKT geantwortet, das wäre so, als ob man auf einem kaputten Computer mit einem Hammer einschlägt, also vergaß ich den Gedanken gleich wieder.
Heute geht es mir entsprechend besser und die Depression ist kaum noch spürbar nach vielen Jahren Selbstarbeit.

x 1 #5


C
Es fühlt sich eher so an als hätte man auf einen kaputten Computer mit der Axt eingeschlagen. Die Schäden wurden danach immer schlimmer und schlimmer, es hat sich nichts erholt. Ich lebe seit vier Jahren mit barbarischen Hirnschäden.

x 1 #6


Bosnian
Ich habe vor EKT hier in Hamburg machen zu lassen. Ich probiere noch ein zwei antidepressiva, nehme den sch. Tavor seit Wochen. Aber dann lasse ich ekt. Und wenn es nicht hilft, dann...

#7


U
Wegen der Befürchtung solcher Folgen, habe ich das nie machen lassen. Vorgeschlagen wurde mir das auch.
Das Gehirn kann sich vielleicht nicht so regenerieren wie die Leber...
nur würde ich die Hoffnung nicht aufgeben, dass sich da noch wieder etwas bessern kann.
Als ich 2011.....lassen wir das....jedenfalls habe ich damals auch nicht geglaubt, dass es mir jemals wieder besser gehen könnte.
Ich finde das aber gut, dass du hier geschrieben und gewarnt hast.
Was sagen denn die Verantwortlichen ? Dass du ein Einzelfall bist?

x 1 #8


C
@UnbekannteFrau Die Verantwortlichen sprechen von unglücklichen Krankheitsverläufen, ich selber merke aber, dass ich barbarische Hirnschäden habe. Eine schwere Depression war ein Spaziergang dagegen.

x 1 #9


U
Zitat von Charlotte123:
@UnbekannteFrau Die Verantwortlichen sprechen von unglücklichen Krankheitsverläufen, ich selber merke aber, dass ich barbarische Hirnschäden habe. Eine schwere Depression war ein Spaziergang dagegen.

Bist du krankgeschrieben oder jetzt berentet...wenn ich das fragen darf?

#10


E
Ich verstehe nicht, dass nach der ersten Verschlechterung weiter gemacht wurde, deiner Psychiaterin ist es ja aufgefallen. Ganz schlimm, tut mir leid. Hoffentlich kannst du dich doch noch regenerieren.

Ich habe auch schwere Depressionen, aber diese Behandlung habe ich zum Glück immer abgelehnt, weil es sich für mich intuitiv nach absoluter Gefahr anfühlte.

#11


C
@UnbekannteFrau Ich lebe noch bei meinen Eltern und bin an der Uni krankgeschrieben, kann aber geistig nicht mehr studieren. Gearbeitet hab ich noch nie, ich hatte mein Studium ja fast abgeschlossen, also schätze ich werde ich auch keinen Anspruch auf Rente haben.

#12


Nova_Sol
Das tut mir total leid für dich..
Ich kann mich @-IchBins- nur anschließen und finde auch, dass dein Text sehr klar wirkt. Kannst du denn evtl erläutern was du mit barbarischen Hirnschäden meinst?
Natürlich nur, wenn du es schreiben möchtest..

x 2 #13


C
Das ist so zahlreich, dass ich es schon fast gar nicht mehr differenzieren kann. Ich kann nichts mehr empfinden, aber nicht im Sinne einer Depression, eher so als hätte einem jemand das Hirn zerschossen. Ich kann teilweise meinen Körper nicht mehr richtig wahrnehmen, das war nach 13 Schocks schon schlimm, da muss der Schaden rechthemisphärisch schon so schlimm gewesen sein, dass ich links meinen Körper nicht mehr richtig wahrnehmen konnte. Dann kann ich nichts mehr mit Musik anfangen, mein Gehirn sagt mir nicht mehr welche ich gut finde. Viele Dinge oder das was man mal konnte, stellt man erst fest, wenn man es nicht mehr kann. Ich kann nicht mehr gut rechnen, generell ist das Denken sehr erschwert. Ich kann keinen Sex mehr haben, weil die Verbindung Körper Gehirn komplett hinüber ist. Ich kann nicht mehr träumen, keine Hörbücher mehr hören, weil ich absolut kein visuelles Vorstellungsvermögen mehr habe. Ich bin drei Jahre kein Auto mehr gefahren, jetzt fahre ich wieder, aber keine weiten Strecken, weil ich solche Schäden am Gehirn habe, dass ich mir das auch nicht mehr richtig zutraue und und und die Liste ist eigentlich endlos und besonders schlimm sind auch die Kopfschmerzen. Ich hab überhaupt keine normalen Regungen mehr, das war als wenn 27 mal ein Betonziegel in mein Gehirn gekracht wäre. Ich kann nicht mehr gut hören und auch nicht mehr sehen wie vorher. Ich hatte ein immer wiederkehrendes rotblaues Auge, das kam und ging ohne Grund, ich hab ne Narbe im Gesicht, die offene Wunde war nach den Schocks auf einmal da. Ich hab ganz ganz schlechte Haut, hatte Exeme und alles, sowas hatte ich vorher auch nie, ich bekomm meine Tage seit den Schocks nicht mehr.

Das Gehirn ist einfach kaputt.

x 2 #14


U
Zitat von Charlotte123:
Ich lebe noch bei meinen Eltern und bin an der Uni krankgeschrieben, kann aber geistig nicht mehr studieren.

Es gab ja einen Grund, weshalb du EKT bei dir hast durchführen lassen.
Und das Mittel der ersten Wahl ist EKT auch nicht. Das wird gemacht, wenn keiner mehr weiter weiß (so ungefähr).
Konntest denn mit dieser Einschränkung (weshalb du EKT machen lassen hast) studieren und besser denken?

#15


C
Ich hab das hier alles auch schon mal in einem anderen Forum geschrieben. Es ist einfach entsetzlich schlimm.

#16


E
Ja, das ist wirklich entsetzlich schlimm.

Wann hattest du denn die letzte Behandlung und bist du seitdem bei anderen Spezialisten in Behandlung, vielleicht Uniklinik?

#17

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C
@UnbekannteFrau In dem Krankenhaus in dem ich war, war Ekt das Mittel der ersten Wahl. Das ist bei Deutschlands Elektroschocker Nummer 1 passiert, der hat sogar einen Mitpatienten, der nur Liebeskummer hatte 6 Mal geschockt. Ich bin einfach in die Maschinerie mit reingeraten. Mein Zustand vor den Schocks war im Vergleich zu jetzt ein Traum, ich habe auch noch studiert, wollte mich nie umbringen und hatte abseits meiner kurzen depressiven Phasen ein tolles Leben. Meine Episode dauerte gerade einmal 6 Monate und ich war weder Medikamentenresistent noch austherapiert.

#18


Nova_Sol
@Charlotte123 ja, das liest sich wirklich ganz ganz schlimm.. leider fehlen mit die Worte 😓

x 1 #19


U
Nimmst du jetzt noch Medikamente...also Psychopharmaka?
Vielleicht ist das ein Zusammenspiel von EKT-Folgen UND Psychopharmaka-Nebenwirkungen?
(einige Medis nehmen zum Beispiel das Interesse, die Lust auf Sex...als Beispiel)

#20


A


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Prof. Dr. med. Ulrich Hegerl
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