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Lyn

Lyn
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Ich möchte gerne diese Worte deponieren. Erfahren, ob es jemanden gibt, der ähnlich fühlt. Manchmal wünschte ich mir krank zu sein. Anstelle von jemandem der lebensfroh ist. Wenn ich könnte, würde ich jemandem die Krankheit abnehmen.

11.10.2025 #1


140 Antworten ↓
D

Disturbed
Gast

Der Punkt ist doch, zumindest sehe ich es für mich so, dass Gedanken kommen wie sie wollen. Es ist mir nicht möglich einen Gedanken nicht zu denken, also bleibt mir nur mich zu entscheiden, was ich mit dem Gedanken anfange. Bestenfalls finde ich heraus, was mich gerade zu diesem Gedanken bewegt hat oder sogar mögliche Gründe dafür, die ich vielleicht bislang verdrängt hatte. Ohne eine konkrete Handlung bleibt mein Gedanke aber zunächst nur ein Gedanke und auch ob er Sinn macht oder Unsinn ist, spielt ja erstmal keine Rolle.

Der Gedanke eine physische und (vielleicht ist das der springende Punkt) für andere sichtbare Krankheit zu haben, ist vielleicht mit dem Wunsch behaftet, das zumindest leichter von Anderen akzeptiert wird, dass es mir nicht gut geht. Vielleicht erwarte ich mir auch eine Beachtung oder Verständnis, dass mir (nur) im Bezug auf meine psychische Erkrankung nicht zu teil wird. Denn vieles wird zunächst ja nur am Offensichtlichen festgemacht, oder am Sichtbaren. Die Psyche ist aber nicht sichtbar. Vielleicht ist es auch der insgeheime Wunsch eine „Art Bestrafung“ zu erfahren, weil die eigenen Unzulänglichkeiten Andere belasten und weil dies eben nicht so leicht nachvollziehbar für die Anderen ist, dass einem eine „Lebensmüdigkeit“ inne wohnt. Da aber jeder mit jeglicher Erkrankung die denjenigen belastet ohnehin individuell umgeht, hege ich persönlich jetzt nicht den Gedanken, dass Dieser jetzt meine Erkrankung mal haben sollte, denn das würde ja meinen Umgang damit nicht ändern. Und vor allem meine Handlungen ja nicht unbedingt beeinflussen können.

Meine Gedanken können also konfus oder logisch oder sinnvoll oder sinnlos sein, wenn daraus weitere Gedanken resultieren und ich mich damit befasse, können die dann genauso in diesem Spektrum rangieren. Wenn ich also keinen Suizid begehe, weil ich denke, jemand der mir nahe steht, könnte sich Gedanken machen, wie mein Suizid zu verhindern gewesen wäre, oder gar bei sich selbst Gründe zu suchen, für meinen Suizid, so hält mich das eben davon ab. Das bedeutet aber eben nicht, das jemand anderes das so handhaben würde und es bedeutet absolut nicht, dass es jemand so handhaben muss.

Das ich auch ohne Suizid eines Tages tot bin ist mir ohnehin bewusst und dass dies durch eine körperliche Erkrankung passiert ist zumindest wahrscheinlich, ebenso könnte Fremdeinwirkung dazu führen. Das einzige worauf ich aber tatsächlich Einfluss habe ist, ob ich es selbst beende, wenn ich dazu in der Lage bin, diese Handlung zu begehen.

Daher steckt hinter jeder Handlung der Wille sie zu tun, egal ob sie sinnvoll ist oder nicht und was ich mir persönlich dabei denke kann sowohl zu Verständnis führen, als auch zu Missverständnis oder Unverständnis. Wie sehr ich mich auf bestimmte Gedanken fixiere, die mir so kommen, liegt letztendlich trotzdem nur bei mir, ganz gleich ob ich Gedanken, genauer gesagt Argumente Anderer dazu in Erwägung ziehe, oder nicht. Deswegen kann ich „unsinnige“ Gedanken trotzdem nicht verhindern, wenn sie mir kommen.

25.03.2024 14:24 • x 4 #33


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A


Der Wunsch krank zu sein

x 3


I

-IchBins-
Mitglied

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Kampf bedeutet leider: dagegen und das kann nicht gut gehen auf Dauer.
Vielleicht ist es besser, sich erst einmal einzugestehen, dass man eine Krankheit hat und dann schauen, welche Möglichkeiten es gibt, daran zu arbeiten (arbeiten, nicht kämpfen).
Ich habe das schon so oft hier im Forum gelesen und ich habe selbst einen jahrzehntelangen Kampf mit Ängsten, Depressionen und Panikattacken hinter mir während jener Zeit des Kampfes ohne Erfolg, es wurde immer schlimmer. Erst als ich mich hingesetzt habe und mich selbst hinterfragt habe, was genau eigentlich die Ursache ist, konnte ich sie annehmen und Schritt für Schritt daran arbeiten - heute mit Erfolg.


Ich denke, dass Selbstfürsorge sehr wichtig ist, um wieder auf die Beine kommen zu können. Sich selbst verstehen, warum es so ist wie es gerade ist, sich es selbst wert zu sein, dass man sich nicht noch mehr Leid zufügt, sondern sich quasi wie eine gute Freundin an die Hand nimmt oder sich vorstellt, was man seinem eigenen Ich als Kind (inneres Kind heilen) sagen würde, z. B. in Form von Trost spenden oder mit Worten aufbauen und Schritt für Schritt eins nach dem anderen abarbeiten.

Ich weiß nicht, ob ich es richtig verstanden habe, mir geht es immer um die Ursache, den Auslöser, warum Bulimie, warum Alk., warum Angst, warum Depressionen usw., was läuft schief oder ist schief gelaufen, wie kann ich es wieder in eine richtige Richtung bringen und mir selbst Gutes tun...viele Fragen, die weiterhelfen können, eine Lösung für sich selbst finden zu können, so dass der Mensch wieder ein besseres Leben leben kann. Vorausgesetzt, ich möchte auch, dass es mir besser gehen soll.

18.04.2024 07:55 • x 3 #64


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Finchen1985
Warum willst Du krank sein?

x 2 #2


H
Hm, ich weiß nicht, ob ich das richtig verstehe.

Ich habe manchmal in meiner Depression den Gedanken, dass ich mein Leben hergeben würde für jemanden, der physisch krank ist, aber Lebensmut hat. Weil ich möchte meinen gesunden Körper gewollt wegschmeißen, wenn ich tief in den Suizidgedanken stecke.

Ist das ähnlich zu deinem Gedanken?

#3


Lyn
Das weiss ich nicht.... Nur wenn ich z. B. erfahre, dass irgendjemand unheilbaren Krebs hat, denke ich, ich würde diese Krankheit auf mich nehmen um denjenigen eine Chance auf Leben zu schenken.... Manchmal denke ich, ich kann erst aufatmen, wenn mir etwas "wirklich" schlechtes geschieht.... Erst dann könnte ich vielleicht meine Süchte loslassen und das leben, wenn auch nur für eine begrenzte Zeit, geniessen in Fülle... Aus meinem hamsterrad raus....es ist unfair, dass die "lebensfrohen" Menschen krank werden und jene, die nicht leben wollen tatsächlich"nur"in ihrem eigenen Gefängnis z. B. Einer sucht Leben. Warum trifft eine unheilbare Krankheit nicht jene, die nicht leben wollen?

x 2 #4


Lyn
@Horizon ja genau so

#5


H
@Lyn

Aber wir sind auch schwer krank.
Aber eben auf eine andere Art und Weise. Das hilft mir in solchen Momenten darüber wegzukommen. Und in guten Phasen liebe ich mein Leben auch.

x 2 #6


E
@Lyn Leb Dein Leben und Du kannst auf so vielen Arten Menschen helfen. So Gedanken kann ich verstehen, aber glaub mir Du hilfst damit den Leuten nicht! Hab Mut und erfreue Dich Deiner Gesundheit!

x 2 #7


M
Krankheiten werden weder "zugewiesen" noch "überfallen" sie uns.

Jegliche Ausnahmesituation liefert in der Depression oft eine "willkommene Lebendigkeit".

x 3 #8


Schlaflose
Zitat von Lyn:
Ich möchte gerne diese Worte deponieren. Erfahren, ob es jemanden gibt, der ähnlich fühlt. Manchmal wünschte ich mir krank zu sein. Anstelle von jemandem der lebensfroh ist. Wenn ich könnte, würde ich jemandem die krankheit abnehmen.

Wer so denkt IST krank, psychisch.

Mir geht es eigentlich öfters andersherum. Ich wünschte, ich könnte meine psychische Erkrankung jemanden übertragen, der gesund ist.

x 6 #9


Carmaax
@Schlaflose EHMM OKAY diese aussage ist echt mehr als fragwürdig . Niemand wünschst sich krank zu sein .

x 1 #10


Schlaflose
Zitat von Carmaax:
@Schlaflose EHMM OKAY diese aussage ist echt mehr als fragwürdig . Niemand wünschst sich krank zu sein .

Häh, das habe ich doch gar nicht gesagt. Im Gegenteil.

#11


Carmaax
@Schlaflose oh sorry hab die falsche Nachricht zitiert 😂
Wollte dir zusprechen

#12


D
Zitat von Lyn:
Ich möchte gerne diese Worte deponieren. Erfahren, ob es jemanden gibt, der ähnlich fühlt. Manchmal wünschte ich mir krank zu sein. Anstelle von jemandem der lebensfroh ist. Wenn ich könnte, würde ich jemandem die Krankheit abnehmen.

Bei mir ist es ähnlich aber irgendwie schon anders. Der Gedanke physisch krank sein zu wollen ist es eher nicht, aber krank zu sein wie es ein Anderer ist, der doch so am Leben hängt, während ich doch irgendwie so garnicht daran hänge, kommt mir schon öfters. An einer Erkrankung zu sterben, würde ja zumindest für Angehörige die Sache einfacher machen, als ein Suizid, den ich tatsächlich nur deshalb für mich (noch) kategorisch ausgeschlossen habe, weil ich mir Gedanken darüber mache, was der an Gedanken bei meinen Hinterbliebenen auslösen könnte. Bei mir ist es also eine „Lebensmüdigkeit“ gepaart mit einem trotzdem vorhandenen Verantwortungsbewusstsein gegenüber den Menschen in meinem Umfeld. Wobei ich ja ebenso oft denke, es würde Ihnen ohne mich besser gehen und ich belaste Sie eigentlich nur. Aber ich weiß es eben auch nicht, ob es Ihnen ohne mich besser gehen wird und das macht es ja nicht leichter. Deswegen habe ich kaum relevante Ansprüche für mich selbst und vieles was mich negativ tangiert ist mir tatsächlich eher gleichgültig, aber ich habe den Anspruch an mich selbst, wenigstens keinem mehr zu schaden, so lange ich noch lebe und daher versuche ich alles zu tun, oder zu lassen (Suizid beispielsweise) was eventuell eben Schaden verursachen könnte.

x 1 #13


Torina
@Disturbed das Leben fühlt sich manchmal unfassbar schwer an. Aber man fühlt es. Man existiert. Und ich glaube, dass es die einzige Zeit ist, in der man existiert. Es gab für jedes Individuum kein davor und ich könnte mir vorstellen, es gibt auch kein danach. Umso bedeutungsvoller ist doch das Leben. Es gibt (wahrscheinlich) keine Zeit danach, ein neues Leben, eine weitere Chance. Es tut mir so leid, so eine Hoffnungslosigkeit zu lesen und ich würde am liebsten jeden von Euch drücken und mit Euch das Leben entdecken gehen, damit ihr dieses Wunder wieder wahrnehmen könnt! Meine Mutter ist ebenfalls sehr depressiv und hat damals schon versucht, erweiterten Suizid zu begehen, als ich noch jung war. Ich bin so froh, dass es nicht gelang. Auch wenn ich nun viele Strapazen aushalten muss und manchmal selbst hoffnungslos bin.
Wir haben eine Krankheit, weswegen wir die Dinge manchmal so sehen. Das ist nicht so hoffnungslos, wie wir das oft wahrnehmen. Ich weiß, das sind alles nur Worte und trotzdem hoffe ich, dass ich euch irgendwie erreichen konnte. Fühlt Euch gedrückt!

x 5 #14


D
@Torina Hoffnung ist ja etwas das auch mir inne wohnt. Also ich kann jedenfalls nicht ehrlich behaupten, ich hätte so garkeine Hoffnung mehr. Zuversicht ist da ein anderes Thema, denn das würde Hoffnung auf etwas eher unwahrscheinliches bedingen und ich bin mehr für des Wahrscheinliche, was aber das Mögliche trotzdem nicht außer Acht lässt.
Aber so bin ich und deswegen weiß ich auch, das Andere eben anders sind. Was mich weiter machen lässt, gilt ja auch nicht für andere, daher halte ich mich diesbezüglich auch lieber zurück. Eine Hoffnung habe ich daher aber überhaupt nicht. Nämlich die, das jemand Anderes meine Probleme löst, die ich aufgrund der Depression habe. Und vor allem nicht die, die ich mit mir selbst habe.

x 2 #15


Grummel72
@Lyn hast du dir schon mal überlegt irgendwas in einem sozialen Bereich ehrenamtlich zu machen wo du kranken Menschen helfen kannst?
So würde es dir vielleicht besser gehen und du würdest sehen und spüren wie lebensfroh Menschen mit schweren Krankheiten sind.
Als ich 2007/2008 Depressionen und Burnout hatte hab ich nach was gesucht was mir Spaß machen könnte und wo ich abschalten kann. Ich hab dann Kids im Fußball trainiert und das gab mir so unheimlich viel die Kleinen da voller Freude spielen zu sehen und wie dankbar sie sind.
Ich hab heute noch Kontakt zu einigen von damals!
Heute beim einkaufen wieder einen ehemaligen Spieler getroffen, der hat mich sofort erkannt und in den Arm genommen!
Das sind dann so Momente wo es mir gut geht und ich mir denke das ich doch vieles in meinem Leben richtig gemacht habe und nicht alles umsonst gewesen ist.

x 4 #16


Lyn
Krass, all eure Antworten von jedem von euch mehrmals durchgelesen.... Ich fühle mich damit nicht mehr so alleine.... Mit meinen Gedanken.... Zu lesen, was für gedanken Gänge meine Worte bei einigen auslösen.... Was ihr denkt.... Ich könnte gerade soviel Antworten.... Und soviele Worte von euch haben so starke Aussagen und meine gedanken Gänge wieder angeregt.... Abr gerade nicht genug Energie auf alles, was ich eigentlich möchte einzugehen.... Danke für jeden einzelnen Beitrag.... Und schreibt weiter....wenn ihr möchted.... Dieses Thema nimmt viel Raum ein... Und wenn ich mehr Energie habe.... Antworte auch ich wieder.... Einfach zwischendrin danke für eure gedanken

x 4 #17

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Abendschein
Zitat von Schlaflose:
Ich wünschte, ich könnte meine psychische Erkrankung jemanden übertragen, der gesund ist.

Hier habe ich mein Danke gegeben, aber nur zum ersten Teil des Abschnittes.

So etwas einem anderen zu wünschen, niemals habe ich solche Gedanken und das finde ich schon
mehr als Verachtend.

Aber ich wünsche mir diesbezüglich nichts,. es ist wie es ist.

#18


Sonnenzauber
@Schlaflose dein thread heisst der Wunsch krank zu sein.

#19


Sonnenzauber
@Lyn also ich sehe auch oft Fotos von Krebs kranken kurz vor ihrem ableben wie sie schreiben wie dankbar sie sind für ihr Leben, für jeden Moment, für ihre Familie und das unter starken Schmerzen. Da denke ich mir Wow wie positiv die doch sind. Und da finde ich auch dass es die falschen trifft.
Ich würde mir aber keine schwere Erkrankung wünschen weil ich weiß dass ich damit genau so schlecht umgehen könnte wie mit der Depression.

#20


A


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Prof. Dr. med. Ulrich Hegerl
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