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giesewickl

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Liebe Mitbetroffene, ich benötige euren Rat.

Meine Frau (37 Jahre, 17 Jahre in der Beziehung, 11 Jahre verheiratet) ist Grundschullehrerin und hat während der Corona Heimschulungsphase sehr viel gearbeitet. Ich habe dabei selbst am Heimarbeitsplatz gearbeitet, mich um den Haushalt und die Kinder (heute 7 und 5) gekümmert und alles getan, dass sie so wenig wie möglich Belastung hat.
Sie ging kaum mehr mit zu Familienfeiern oder sonstigen Aktivitäten, als es wieder möglich war. Aus zwei Gründen: Sie wollte das Risiko einer Ansteckung von sich selbst und den Schulkindern verhindern und hat die Zeit genutzt, um mehr zu arbeiten.

Die Folge ist ein Burnout, was sie Anfang des Jahres versucht hat, mit einer Affäre zu bekämpfen.
Nach einem weiteren Schicksalsschlag kam eine Depression dazu, welche bisher zwei Aufenthalte in einer psychiatrischen Klinik nötig gemacht haben.

Beim zweiten Aufenthalt hat sie einen Mitpatienten kennengelernt, der seine Dämonen mit Alk. bekämpft.
Sie hat mit ihm was angefangen und seit dem Sommer wiederholt sich das gleiche Spiel: Sie fährt zu ihm übers Wochenende, nüchtert ihn aus und kümmert sich um ihn. Fährt ihn auch in die Klinik. Danach kommt sie zu uns zurück, um sich um die Kinder zu kümmern. Nach zwei bis drei Wochen ist er wieder bei sich zu Hause, trinkt wieder und meine Frau fährt wieder übers Wochenende zu ihm.
Nun hat sie Anfang Oktober eine Woche mit ihm gelebt, Geburtstag gefeiert, sich um seine Tochter gekümmert. Um ihn zu animieren, nüchtern zu bleiben.

Seit einer Woche ist sie wieder bei uns und sagt, ihr gehe es zwar besser bei uns, möchte aber wieder gehen. Dies habe ich zuerst unterstützt, dass sie sich eine eigene Wohnung sucht, um dort einen Rückzugsort zu haben. Aber nun scheint sie ernsthaft zu überlegen, zum Mitpatienten zu ziehen, um mit ihm zu leben.
Beide haben keine therapeutische Begleitung und versuchen sich anscheinend gegenseitig zu helfen.

Nun meiner Frage:
Kann das funktionieren, dass sich die beiden gegenseitig helfen und ihre Depressionen und Dämonen zu bekämpfen? Ohne Therapeuten?
Oder besteht nicht eher die Gefahr, dass sie sich gegenseitig runter ziehen und so in ihren Depressionen versinken?
Bis Anfang Oktober bin ich voll hinter ihr gestanden und habe sie bei allem unterstützt. Da sie aber nun mit jemanden anderen Leben will, lasse ich sie los. Ich kann das nicht mehr aushalten.

Vielleicht habt ihr ja einen Rat.

(Ja, ich rede auch mit Freunden darüber und meine Frau und ich sind bei einem Paartherapeuten. Ich schaffe es, stabil zu bleiben)

05.06.2024 x 3 #1


99 Antworten ↓
aldia249

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Ohje, es tut mir ehrlich gesagt total leid zu lesen, was DIR wiederfahren ist. Du bist eine sehr feine Person mit einem extrem guten Charakter. Du wurdest betrogen und kümmerst dich dennoch liebevoll und sorgvoll um deine Ex bzw. Nochfrau. Ich kann auch verstehen, dass man jemanden nach so langer Zeit nicht gänzlich verlieren möchte, dennoch würde ich dich persönlich ermuntern, es evtl so zu sehen:

Was mit ihr und ihrem womöglich neuen Partner passiert, ist nicht mehr deine Verantwortung. Ob die zwei abstürzen oder nicht, sich eine Therapie suchen oder nicht oder was auch immer... Wird unabhängig von dir und deinen Bemühungen passieren. Tatsächlich würde ich an deiner Stelle schauen, dass es den Kindern gut geht und vor allem auch dir, da das wahrscheinlich auch unmittelbar Einfluss auf die Kinder hat. Schaut dass ihr für euch einen guten Weg findet, glücklich weiterzuleben. Deine Noch-Frau muss jetzt lernen Verantwortung für eigenes Leben und Konsequenzen des eigenen Handels (was sie offensichtlich bis jetzt nicht erfahren hat, so wie sie mit dir umgegangen ist) zu übernehmen. Eine Depression ist keine Ausrede dafür, eine andere Person zu betrügen, schlecht zu behandeln oder was auch immer. Was geschehen ist kann man nicht rückgängig machen, aber ich wünsche dir und den Kindern, dass ihr einfach gut weitermachen könnt.

12.10.2022 10:10 • x 9 #6


Zum Beitrag im Thema ↓

A


Depressive Ehefrau hat anderen Mann kennengelernt

x 3


Achtsamkeit

Achtsamkeit
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Hallo giesewickl

Nachdem ich mich durch alle Beiträge zu Deinem Post/Thema durchgearbeitet habe, möchte ich nun selbst auf ein paar Punkte näher eingehen.

Zunächst einmal möchte ich Dir mein tiefes Mitgefühl aussprechen, für all das was Du und auch Deine Frau nun durchmachen müsst. Es ist bitter nach so langer Zeit vor einem Scherbenhaufen zu stehen und nicht zu wissen, bzw. nachvollziehen zu können wie es zu all dem gekommen ist. Gerade das, wenn man glaubt wirklich sein bestes gegeben zu haben, macht es besonders schwer.

Wer viel investiert erwartet, ob bewusst oder besser eher meist unbewusst, irgendwie einen "Return on Investment". Wenn diese Rechnung nicht aufgeht, bzw. die eigenen Erwartungen nicht erfüllt werden, der Totalverlust dann irgendwann zur Debatte steht, ist die Ent-Täuschung über die Fehlinvestition direkt proportional zur Höhe des "Investments".

An diesem Punkt sehe ich Dich im Moment angelangt. Deine Enttäuschung, der Schmerz und die Trauer darüber, dass Deine Liebe nicht die Früchte trägt die Du Dir wünschst ist riesengross. Fragst Dich vielleicht ob Du einen gewaltigen Teil Deines Lebens verschwendet hast an jemanden der Deine Liebe und Hingabe nun am Ende nicht zu schätzen weiss, ja vielleicht nie wirklich zu schätzen wusste? Das quält Dich sehr und diese Qual - ggf. die Frage: Was habe ich nur falsch gemacht? - ist für mich in jedem Deiner Worte spürbar....

Zunächst möchte ich Dir aus tiefem Herzen sagen: Du hast überhaupt nichts falsch gemacht!
Du selbst wie auch Deine Frau haben am Ende den falschen Partner gewählt. Das zeigt sich nun in der Krise, welche aufzeigt wie schwach das Fundament dieser Beziehung in der Tat ist, bzw. vielleicht schon von Anfang an war.

Schuldgefühle zu kultivieren oder sich selbst, gar die alleinige Schuld zuzuweisen und die damit verbundene Selbstkasteiung sind ein Teufelskreis aus dem es für viele Menschen (bedauerlicherweise) oft kein Entrinnen mehr gibt. Dies würde gar bedeuten auf eine infantile Ebene zurückzufallen, weil eben besonders Kinder dazu neigen sich selbst als den Mittelpunkt der Welt zu betrachten und alles, was um sie herum geschieht, auf sich und ihr Verhalten zurückführen. Wie viele Kinder eben unter der Scheidung gerade deshalb am meisten leiden, nicht weil sich die Eltern trennen, sondern weil sie glauben der Auslöser für die Trennung zu sein....
Neben dem depressiven Charakter dieser inneren Wendung gegen sich selbst versperrt dieses "Leben", was einen Rückzug in die Vergangenheit darstellt, auch den Blick auf die eigene, eine neue, durch den Lerngewinn aus dem vorangegangenen Scheitern, positive Aussicht auf eine bessere Zukunft.

Das Scheitern/Hinfallen, ist die innovativste Kraft gehört zum Leben und ist daher keine Schande!


Ich vermeide grundsätzlich bei (je)dem Scheitern und deren Ursachen das Wort "Fehler" zu gebrauchen.
Lieber spreche ich von (noch) vorhandenen Engpässen fachlicher oder sozialer Kompetenzen, die das Scheitern verursachten.
Das, ja jedes Scheitern an sich ist für mich eben daher zuerst einmal ein Miss-Geschick, weil es auf einem (noch) vorhandenen Mangel an Geschick, selektiven Fertigkeiten u./o. Fähigkeiten beruht und, wenn alles gut läuft, durch den Lerngewinn das identische Missgeschick normalerweise so nicht 1:1 wiederholt wird, bzw. werden muss.

Ein echter Fehler ist nämlich der, den wir immer und immer wieder begehen ohne einmal dediziert darüber nachzudenken ob das hierfür notwendige zugrunde liegende Muster: "Immer wieder dasselbe zu tun und dabei zu erwarten andere, ja gar bessere Ergebnisse zu erzielen" wirklich zielführend ist.

Zu den Ursachen eurer nun gescheiterten Beziehung:

Du bist, nach meinem Dafürhalten, ein sehr fürsorglicher, liebevoller Partner und Vater, der alles tut damit es seiner Familie gut geht. Ein fürsorglicher liebevoller Mann und Vater den sich, wenn man auf den ersten Blick von aussen so drauf schaut, jede Frau nur wünschen kann. Du symbolisierst für mich, nach allem was ich gelesen habe, den in dieser Beziehung dominanten Spender bedingungsloser, verständnisvoller Liebe. Eine Rolle die eigentlich der Mutter, dem weiblichen Part in der Beziehung zukommt.
Du tust ggf. so viel, dass sich Deine Frau als Ehepartnerin und Mutter daneben vielleicht vollkommen nutzlos, eben nicht gebraucht, ja vielleicht sogar wertlos fühlt.
Dafür spricht für mich die Hin- und vor allem Zuwendung zu einem gebrochenen Menschen, der ihr (endlich wieder) das Gefühl gibt ihrer Liebe und Zuwendung zu bedürfen. Sie sich im Leben dieses Menschen, ihres neuen Partners bedeutend, für ihn wichtig und wertvoll fühlen darf.

Das bedeutet nun ganz und gar nicht, dass Du Dich nun schuldig fühlen musst, weil Du blind warst dafür ihr nicht das gegeben zu haben was sie wirklich braucht, um in der Beziehung mit Dir dauerhaft glücklich zu sein.
Es zeigt sich daraus, für mich zumindest, viel mehr, dass Du in der Zukunft eine Partnerin brauchst die sich genau diese Liebe und Fürsorgebereitschaft wünscht, weil sie vielleicht im Beruf sehr erfolgreich ist, sich zwar eine Familie und Kinder wünscht, aber ihre Karriere eben auch nicht aufgeben möchte, weil sie daraus einen beträchtlichen Selbstwert zieht auf den sie nicht dauerhaft verzichten möchte oder kann, um psychisch stabil zu bleiben.

Meine liebe und zuvor berufstätige Frau hatte nach der Geburt unserer beiden Kinder nach einer gewissen Zeit auch einen Tiefpunkt, ja eine Depression, ich nenne es mal Höhlenkoller, entwickelt.
Nach knapp fünf Jahren zuhause, Kinder, Küche, Kirche, Kinderspielplatz, Kindergarten und sich immer im Kreis drehender Sandkasten-Kommunikation mit andern Müttern war sie psychisch vollkommen am Ende.
Als ich eines schönen Tages von der Arbeit heim kam goss sie das Füllhorn ihres angesammelten Frustes über mir aus. Doch sofort überkamen sie Schuldgefühle, mich unvermittelt so niederzumachen, rannte ins Bad und hat sich eingeschlossen. Nach gut einer halben Stunde, in der ich sie unentwegt bitterlich weinen hörte, konnte ich sie mit ruhiger Stimme davon überzeugen, dass sie sich für das eben geschehene nicht schämen müsse, ja ich das irgendwie positiv fand dass sie sich Luft gemacht hat, ja geplatzt ist, und sie überreden die Tür wieder zu öffnen.
Darauf folgte eines der besten Gespräche die wir je als Eltern, Partner und Ehegatten geführt haben.
Am Ende stand der beiderseitige Entschluss, es zu ihr ermöglichen, dass sie wieder einer beruflichen Tätigkeit nachgehen konnte, um den krank gewordenen Bezugsrahmen zu verschieben, und ihr wieder den Selbstwert zu verschaffen den sie brauchte, um als Mensch und als Individuum glücklich zu sein.

Das Vertrauen zwischen Dir und Deiner Frau ist durch ihren Ausbruch aus der Beziehung nun zerrüttet. Ich denke nicht, dass das noch einmal was wird. Ganz einfach auch deshalb weil ihr beide nicht von Heute auf Morgen aus eurer Haut schlüpfen könnt. Es sind sich, wie sich zeigt, zwei Charaktere begegnet die leider nicht zueinander passen. Vielleicht auch weil sich diese in der Beziehung, u./o. mit der Geburt der Kinder die äusseren Rahmenbedingungen so verändert haben, dass diese, euch stark unterscheidenden Charakterzüge u./o. tieferliegenden, lange Zeit nicht befriedigten Bedürfnisse nun offen zutage treten. Allem voran bei Deiner Frau.
Als liebevoller und verantwortungsvoller Versorger hast Du Dich in dieser Rolle stets gut und bestätigt gefühlt. Deine Frau hingegen wurde ggf., so tragisch sich das nun für Dich anhören mag, von Dir und Deiner Liebe vielleicht geradezu erdrückt....

Ich könnte mir durchaus vorstellen, dass es sie geradezu rasend macht, dass Du ihren Ausbruch aus der Beziehung in einer ersten Reaktion ebenso verständnisvoll weggesteckt hast wie alles andere eben auch... Eine (weitere) tragische Bestätigung für sie, dass Du sie, in ihren Augen, eigentlich gar nicht brauchst.....ja eigentlich, in ihren Augen, gar nicht liebst.....

Vielleicht hätte sie sich tatsächlich einmal gewünscht, dass es endlich einmal zu einem heftigen Streit, ja einem gewaltigen Vulkanausbruch gekommen wäre in dem sie wie Du ohne Vorbehalte einmal hätte platzen können, um vor allem Dich einmal aus der Reserve zu locken, ja emotional zum explodieren zu bringen, was ihr vielleicht das Gefühl gegeben hätte, dass Du nicht nur verständnisvoll, sondern auch einmal wirklich emotional werden kannst, bes. in Anbetracht dessen sie an einen Anderen zu verlieren.... wäre ein Ausbruch für sie vielleicht der Beweis gewesen, dass SIE eben einen ganz besonderen Stellenwert in Deinem Leben einnimmt...
Fazit: Hat Deine Frau in Dir sich den Mann gewünscht der sich auch mal zugesteht "ganz Mann", vielleicht sogar auch mal ein von Testosteron gefluteter, eifersüchtiger Macho zu sein und vielleicht etwas weniger verständnisvoll....

Vielleicht ist für Euch noch nicht alles zu spät. Doch das wird nur die Zeit und der beiderseitige Wille einander wirklich zuhören zu können, so hart es auch sein mag das auszuhalten, beantworten können.

Reinigende, heftige Gewitter haben den Vorteil, dass der sintflutartige Regen der sie oft begleitet den ganzen angesammelten Unrat von der Strasse des Lebens in den Kanal spült und der Regen (die Tränen) die dicke Luft wieder reinigt, damit danach alle wieder frei durchatmen können......

In diesem Sinne hoffe ich, dass Du mit dieser anderen Perspektive vielleicht etwas anfangen kannst und es mir nicht übel nimmst, dass ich so offen und aus so vielen anderen Perspektiven wie möglich versucht habe zu Dir zu sprechen.
Im Sinne des Trostes wie nicht minder der Anregung noch einmal dediziert darüber nachzudenken, was bei und zwischen euch schief gelaufen ist und was damit in der Beziehung besser hätte laufen können.

Wenn die Beziehung zu Deiner Frau auch jetzt final am Ende sein mag, so doch in der Zukunft durch den Lerngewinn Du Dich wie Deine ggf. neue Partnerin mit den aus dem Scheitern gewonnenen Erkenntnissen immer wieder neu im Hier und Jetzt betrachtest.
Das wünsche ich Euch beiden, Dir wie Deiner Frau, von ganzem Herzen.

Ganz Liebe Grüsse
Achtsamkeit

30.12.2022 12:46 • x 4 #73


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TheViper
@giesewickl Moment verstehe ich das richtig? Ihr seit verheiratet und seit auch noch zusammen und sie geht zu einem anderen Mann?

x 3 #2


E
Zitat von giesewickl:
Kann das funktionieren, dass sich die beiden gegenseitig helfen und ihre Depressionen und Dämonen zu bekämpfen? Ohne Therapeuten?

Kurze Antwort, nein sie werden sich gegenseitig immer weiter in den Abgrund ziehen.

x 5 #3


giesewickl
@TheViper :
Ja. Sind aber gerade in Trennung. Wir suchen für sie eine Wohnung.
Die erste Affäre habe ich gut weggesteckt, da ich sie auf die Depression geschoben habe. Sie hat sich auch nie bei ihm getroffen, sondern immer nur auf "neutralen Boden".
Der jetzige Nebenmann ist was anderes. Sie hat mit ihm ne Woche zusammen gelebt. Nun ist mein Herz gebrochen und für mich ist die Beziehung vorbei.
Ich fühle mich aber noch für sie verantwortlich und habe Angst, dass sie tiefer in die Depression rein rutscht und sich was antut.
Ich will sie nicht mehr als Partnerin, aber als Mutter meiner Kinder und gute Freundin will ich sie nicht verlieren.

Gruß
Giesewickl

x 4 #4


TheViper
@giesewickl Achso OK, dachte sie tut das obwohl ihr zusammen seit. Ich verstehe was du meinst, ich kann dir leider nur viel Glück und Kraft wünschen. Ich habe selber eine gescheiterte Ehe hinter mir und bin da kein guter Ratgeber in solchen Sachen. Viel Glück und Kraft für dich

x 4 #5


aldia249
Ohje, es tut mir ehrlich gesagt total leid zu lesen, was DIR wiederfahren ist. Du bist eine sehr feine Person mit einem extrem guten Charakter. Du wurdest betrogen und kümmerst dich dennoch liebevoll und sorgvoll um deine Ex bzw. Nochfrau. Ich kann auch verstehen, dass man jemanden nach so langer Zeit nicht gänzlich verlieren möchte, dennoch würde ich dich persönlich ermuntern, es evtl so zu sehen:

Was mit ihr und ihrem womöglich neuen Partner passiert, ist nicht mehr deine Verantwortung. Ob die zwei abstürzen oder nicht, sich eine Therapie suchen oder nicht oder was auch immer... Wird unabhängig von dir und deinen Bemühungen passieren. Tatsächlich würde ich an deiner Stelle schauen, dass es den Kindern gut geht und vor allem auch dir, da das wahrscheinlich auch unmittelbar Einfluss auf die Kinder hat. Schaut dass ihr für euch einen guten Weg findet, glücklich weiterzuleben. Deine Noch-Frau muss jetzt lernen Verantwortung für eigenes Leben und Konsequenzen des eigenen Handels (was sie offensichtlich bis jetzt nicht erfahren hat, so wie sie mit dir umgegangen ist) zu übernehmen. Eine Depression ist keine Ausrede dafür, eine andere Person zu betrügen, schlecht zu behandeln oder was auch immer. Was geschehen ist kann man nicht rückgängig machen, aber ich wünsche dir und den Kindern, dass ihr einfach gut weitermachen könnt.

x 9 #6


Mondkatze
Hallo giesewickl
Erst mal finde ich es bemerkenswert, wie du mit der Situation umgehst. Du versuchst nicht, deine Frau zu überreden oder zu manipulieren und unterstützt sie auch noch in ihrem Vorhaben. Aber so ganz ohne Spuren geht das sicher auch nicht an dir vorbei. Kann mir vorstellen, dass dies auch eine enorme Belastung für dich ist.
Und eure Kinder bekommen sicher auch mit, dass etwas anders ist als vorher.

Ich denke leider auch, dass dies keine gute Entscheidung von deiner Frau ist.
Das Problem des anderen kann sie auf Dauer nicht bewältigen, sie ist doch selbst psychisch sehr angeschlagen.
Im schlimmsten Fall wird vieles auf der Strecke bleiben. Ihre Psyche und eure Ehe. Und was ist mir dir? Du sagst, du schaffst es bis jetzt stabil zu bleiben.

Geht sie denn noch mit dir weiterhin zur Paartherapie? Das Thema würde ich auf jeden Fall ansprechen.
Allerdings kann man niemanden dazu zwingen, über sich zu reden. Du kennst sie ja besser und weißt wahrscheinlich, ob sie sich auf ein Gespräch einlassen wird.
Ich würde dir jedenfalls raten, dir weiterhin Hilfe in Form von Gesprächen beim Paartherapeuten zu holen.

LG
Mondkatze

x 6 #7


M
Servus und willkommen @giesewickl,

meinen Respekt bzgl. Deiner Haltung hast Du! Daumen hoch Anhand Deinen Schilderungen gehe ich davon aus, dass Deine Frau es zeitnah bereuen wird, den eingeschlagenen Weg gewählt zu haben, aber viele Menschen müssen leider auch "Fehler" bzw. schwierige Wege (be)gehen, um etwas lernen zu können. Ob ein Lerneffekt eintritt, ist allerdings alles andere als sicher.

Was sollen wir Dir raten? Mir würde einiges zum Verhalten Deiner Frau einfallen, aber da Ihr beide Eure Entscheidungen offenbar schon getroffen habt, sind Gedanken hierzu wohl eher überflüssig...!?

Ich finde es bemerkenswert, wie pragmatisch Du vorgehst und hoffe nur, dass Du dabei nicht zusammenbrichst. Am Ende Deines Berichts liest Du Dich nämlich - nachvollziehbarerweise - doch sehr deprimiert und Du hast mein volles Mitgefühl.

Als trockener A lki kann ich Dir sagen, dass deren beider Konstellation äußerst ungünstig ist. Ich an Deiner Stelle würde mental soweit wie möglich auf "Standby" gehen, d. h. lass die beiden machen und konzentriere Dich weitestgehend weiter auf Dich und die Kinder. Vielleicht tritt ein Umdenken bei Deiner Frau ein und sie kommt irgendwann "zurück". Ob dann noch mal Vertrauen Deinerseits entstehen kann, erscheint mir persönlich mehr als fraglich, aber es gibt so viele Beziehungsentwürfe wie Beziehungen...selbiges gilt für Familienkonstrukte. Es muss halt jeder irgendwie gut damit leben können - allen voran die Kinder.

Salve!

x 4 #8


MaKaZen
Zitat von giesewickl:
Bis Anfang Oktober bin ich voll hinter ihr gestanden und habe sie bei allem unterstützt. Da sie aber nun mit jemanden anderen Leben will, lasse ich sie los. Ich kann das nicht mehr aushalten.

Herzlich willkommen im Forum 👋

Was war deine Motivation, die Ehe so lange aufrecht zu erhalten?

#9


giesewickl
@MaKaZen : Meine Liebe zu ihr.
Ich habe mich auf den ersten Blick in sie verliebt. Es hat fast ein Jahr gedauert, in dem ich jeden Sonntag mit ihr Kaffee trinken war, mich in ihr Herz zu schleichen. Sind nun seit 17 Jahren zusammen und seit 11 verheiratet. Das beendet man nicht einfach wegen einer Affäre oder einer Midlife Krise. Dazu kommt ja die Depression. Ich kann sie ja nicht für etwas bestrafen, was eine Krankheit ist. Dafür kann sie ja nichts.
Aber nun hat sie es einfach übertrieben. Statt den anderen für seine Alk. zu "bestrafen". belohnt sie ihn dadurch, dass sie ihm dann Aufmerksamkeit und Zuwendung schenkt. Und wenn es ihm wieder gut geht, wird er durch ihre Abwesenheit bestraft. Weshalb sollte er da trocken bleiben?
Und mich und die Kinder lässt sie für den im Stich.
Lebt bei ihm und integriert sich in seine Familie.
Jetzt ist es nicht mehr sie, die wegzieht aus der Familie und unserer Beziehung. Nun möchte ich keine Beziehung mehr mit ihr führen. Meine Liebe hat sie verloren (fürs erste)..
Wahrscheinlich war das (unbewusst) ihr Ziel. Nicht von sich aus gehen zu müssen, sondern darauf warten, dass ich sie raus werfe
Das kann sie nun haben 😒 .

x 5 #10


Icefalki
Zitat von giesewickl:
Das kann sie nun haben

Sehr gut. Ich habe in meinem Leben gelernt, dass man durch Entscheidungen "befreit" wird und dieses vorherige "Dazwischen" nur kaputt macht.

Und was psychische Probleme anbelangt, natürlich versucht man es mit allen möglichen Ablenkungen, um am Ende festzustellen, dass man vor sich selbst nicht weglaufen kann. Heisst, deine Frau hat noch einen langen Weg vor sich.

Wichtig für dich ist jetzt deine Entscheidung, die hast du getroffen und nun kümmerst du dich um dich und die Kinder. Mehr zählt jetzt nicht.

x 3 #11


MaKaZen
@giesewickl

Du scheinst ja haargenau zu wissen, wie es weiter geht. Hast wohl die Schnauze voll? Was ist eigentlich dein Problem mit der Situation?

#12


giesewickl
@MaKaZen : Mein Problem aktuell ist, dass ich Angst habe, zu schnell und zu verärgert oder verletzt zu agieren.
Seit ich meiner Frau eröffnet habe, dass ich nun keine Liebe mehr für sie empfinde, und ich sie aus dem Haus haben möchte, also nicht sie von sich aus geht, fühlt sie sich plötzlich doch wieder wohl in unserem Haus und in unserer Familie.
Plötzlich hat sie Skrupel, auszuziehen.
Möchte aber als Reaktion auf mein "Bitte ziehe bald aus" so lange sie keine eigenen Wohnung gefunden hat, wohl bei dem anderen "übernachten".
Meine momentane Antwort darauf wäre: "dann nimm gleich deine Sachen mit und komm erstmal zwei Wochen nicht wieder".
Aber macht das mehr kaputt, wenn sie gerade sich wieder hier heimisch fühlt?
Ich möchte einfach die freundschaftliche und meist harmonische Beziehung nicht gefährden.

x 1 #13


MaKaZen
@giesewickl

Okay, du hast Angst, weil du nicht vorschnell reagieren möchtest. Du kannst doch wohl überlegt agieren, dir selbst Zeit lassen. Schau mal, ob sich ein besseres Gefühl als Angst einstellen würde, wenn du sorgfältig, überlegt, umsichtig, etc. agieren würde bzw. den Druck los wärst.

x 1 #14


D
Deine Rücksicht in allen Ehren, aber diese Frau hat dich 2x betrogen...
Soll sie mit dem Alk. zusammenziehen, das ist nicht dein B. und du wirst auch nicht den Retter spielen können.

Schau auf dich und deine Kinder, das ist alles was zählt.

x 6 #15


giesewickl
Zitat von Doc:
Deine Rücksicht in allen Ehren, aber diese Frau hat dich 2x betrogen... Soll sie mit dem Alk. zusammenziehen, das ist nicht dein B. und du wirst auch nicht den Retter spielen können. Schau auf dich und deine Kinder, das ist alles was zählt.

Ich weiß.
Ich muss loslassen. Sie hat mich das Ganze Jahr über verletzt und respektlos behandelt. Ich möchte, dass sie geht. Aber aktuell weiß sie nicht wohin. Eine Wohnung suchen wir zwar, aber eine finden ist was anderes.
Wenn ich sie jetzt vor die Tür setze, dann zieht sie wohl bei dem anderen Mann ein. Das wird ihr nicht guttun. Und mir auch nicht. Also halte ich durch, bis sie eine Wohnung gefunden hat. Oder wieder beim Anderen übernachten will. Dann kann sie gleich ein paar Umzugskisten mitnehmen und braucht nicht wieder kommen.
So lange wie hier bei mir wohnt, bekomme ich sie nicht aus dem Kopf...

x 1 #16


S
Wahrscheinlich fürchtet sie sich davor, den Halt, den du ihr gibst zu verlieren. Du gibst ihr Struktur und Halt. Dich ganz aufzugeben ist sie vielleicht noch nicht bereit. Du bist wahrscheinlich jemand, der sehr stark ist, sich gut im Griff hat, alle Probleme gut löst. Sie fühlt sich von Menschen angezogen, die nicht so stark sind, sich nicht im Griff haben. Sie ist dir nach wie vor wichtig, was du schon sehr gut kannst, ist zu verzeihen. Konnte denn deine Frau authentisch sein in eurer Beziehung? Viele leben so, wie es von ihnen erwartet wird, unterdrücken vieles in sich und irgendwann stellt sich eine Art von Melancholie ein. Wenn sie dem anderen hilft, lebt sie vielleicht etwas aus, was ihr ein gutes Gefühl gibt. Es geht nicht um das Körperliche. Jeder Mensch hat starke und schwache Seiten, hast du denn in eurer Beziehung auch mal schwache oder verletzliche Seiten gezeigt?

x 5 #17

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giesewickl
Zitat von Sonnenblume343:
Wahrscheinlich fürchtet sie sich davor, den Halt, den du ihr gibst zu verlieren.

Da geb ich dir Recht. Nun lasse ich sie los, und sie denkt darüber nach, doch hier zu bleiben. Für mich ist es aber wohl (erstmal) zu spät dafür.

Zitat von Sonnenblume343:
Konnte denn deine Frau authentisch sein in eurer Beziehung?

Das ist seit Anfang des Jahres das Hauptthema bei ihr. Wollte sie überhaupt Ehe, Kinder, den Job? Oder hat sie nur unbewusst die Lebensvorstellung der Eltern/ihres Umfelds übernommen und wollte das gar nicht?
Andererseits kann nach 11 Jahren Ehe man sich schon mal Gedanken machen, ob man so sein restliches Leben verbringen will. Es kann also auch nur eine "normale" Midlife Krise sein.

Zitat von Sonnenblume343:
Jeder Mensch hat starke und schwache Seiten, hast du denn in eurer Beziehung auch mal schwache oder verletzliche Seiten gezeigt

Das ist es gerade, was mich am meisten verletzt. Wenn ich in der Beziehung schwach war - meine Frau hält mich generell für schwach - hat sie das meist nur genervt. Wenn ich krank war und mich nicht um die Kinder oder etwas anderes kümmern konnte, dann war sie zwar schon hilfsbereit, aber eher angenervt.

Als wir unser drittes Kind in der elften SSW verloren haben, habe ich sie getröstet. Eine halbe Stunde habe auch ich geweint und war in tiefer Trauer. Da hat sie sich von mir abgewandt. Sie könne mich nicht trösten.
Sie wäre lieber bei ihrer damaligen Affäre gewesen um sich von ihm trösten/ablenken zu lassen. Mir konnte sie nicht beistehen.

Es heißt, "in der Arbeit ein Alpha, zu Hause ein Beta". Ich war zu Hause meist derjenige, der sich nach ihren Wünschen und Bedürfnissen gerichtet hat. Sie jedoch hätte sich gewünscht, dass ich mehr der Alpha zu Hause bin. Ist jedoch sauer, wenn ich mich nicht nach ihren Wünschen richte. Die sie mir auch nicht immer mitteilt. Sondern wartet, bis ich etwas vorschlage und sie es dann ablehnen kann.

x 1 #18


F
Ich kann dazu nur sagen,dass mir das sehr leid tut für Dich.
Du hast alles gegeben aber nun noch weiter zu ihr zu halten käme einer Selbstaufgabe gleich und die kannst Du Dir nicht leisten der Kinder wegen.
Sie selbst scheint ja (unbewusst) aus der Verantwortung ausbrechen zu wollen.

Ich möchte sie nicht verurteilen,sie hat sicher schwere Einschränkungen aber irgendwie muss das Leben weiter gehen.

Für Dich würd ich raten,eine Selbsthilfegruppe aufzusuchen,damit Du reden und Dich austauschen kannst.

Ich sage: Wirf sie raus und auch kein entgegen kommen mehr.
Ja,das wird Dir und ihr weh tun,Du liebst sie ja noch aber alles andere wäre Wahnsinn.

Manche Menschen kommen zurück,wenn man sie gehen lässt aber nicht nur als "Taktik" sondern wirklich innerlich loslässt.
Und das kannst Du schaffen auch in Liebe.
In dem Bewusstsein,dass es auch für SIE ein wichtiger Lernschritt ist.

Was dann passiert,weiss keiner aber tu was.
Du bist stärker als sie eben weil Du Deine Schwächen kennst.
Mit Schwächen kann man umgehen.

x 3 #19


S
Es tut mir leid zu lesen, dass ihr euer Kind verloren habt. Ich selbst weiß, wie schmerzhaft das ist. Diese extremen Situationen berühren einen tief im Herzen und vielleicht auch nur durch solche schmerzhaften Erfahrungen, öffnet man sich. Viele Frauen fühlen tief in sich einen starken Freiheitsdrang, durch die Erziehung und durch die Vorstellungen, wie gelebt werden sollte, unterdrückt man diesen Drang. Aber vielleicht ist es möglich auch innerhalb einer Beziehung frei und ein abwechslungsreiches Leben zu führen. Ihr Verhalten dir gegenüber drückt ihre Unzufriedenheit aus. Und, wenn man genau hinhört, was sie dir vorwirft, dann weißt du, was sie sich für sich wünscht. Beziehung laufen immer nach demselben Muster. Wenn keine Veränderung mehr stattfindet oder Eintönigkeit herrscht, heißt es auseinandergelebt oder allgemeine Krise. Wenn du dich zurückerinnerst an die Zeit bevor ihr Kinder hattet, habt ihr bestimmt Dinge getan, die euch bereichert haben. Immer derselbe Ablauf erstickt jede Beziehung. Das gilt für beide Partner. Nur du kannst entscheiden, was das Beste für dich ist. Was würde die Liebe tun, ist vielleicht eine Frage an dich selbst, die dir deinen Weg zeigen kann.

x 3 #20


A


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Prof. Dr. med. Ulrich Hegerl
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