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Hallo,

ich bin neu hier und vielleicht könnt ihr mir helfen. Mein grundlegendes Problem. 41 Jahre alt, null Beziehung und null geküßt. In einer Therapie versuche ich mich aufzuarbeiten. Bisher habe ich herausbekommen, dass durch fehlende Liebe und Anerkennung meiner Eltern auf dem Gefühlslevel null bin. Mit Gefühlen kann ich schlecht umgehen. In meiner Therapie soll ich nun verstärkt in Kontakt mit Männern kommen. Ein Treffen bekommen ich immer hin. Ein zweites Treffen wird meist schwieriger. Irgendwie nehme ich den Mann dann kaum noch wahr, weil es für sich schon dann erledigt hat. Meine Therapeutin gibt auch schon auf. Es ist schwierig für mich, weil ich mir keine Beziehung vorstellen kann. Ich fühle mich immer unwürdig für einen anderen Menschen und ich mag mich persönlich auch nicht so. Ich lebe mein Leben einfach so dahin. Immer denke ich, dass ich nicht genug bin. Ein Treffen ist auch sehr anstrengend für mich. Wie schon andere hier geschrieben haben, bin ich zuerst froh, wenn alles worüber ist. Trotzdem fühle ich mich später als Versagerin. So langsam gebe ich etwas auf. Mir fehlt einfach eine Antwort, warum ich so bin.

13.01.2015 21:05 • 19.01.2015 x 1 #1


15 Antworten ↓


Icefalki
Hallo Carmen, herzlich willkommen hier.

Ich gehöre nicht zu den Menschen, die Beziehungsängste haben. Da gibt es hier bestimmt bessere Ansprechpartner als mich.

Und Ratschläge fehlen mir auch. Was ich aber nicht verstanden habe, geht es dir nur um eine Beziehung mit einem Mann.
Oder bist du insgesamt einsam?
Und warum magst du dich nicht? Oder unwürdig? Wurde das in der Therapie behandelt?

13.01.2015 22:23 • #2



Was ist mein Problem?

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Hallo CarmenM73,

herzlich willkommen hier.

Meine Frage wäre: Willst du denn überhaupt eine Beziehung? Oder anders gefragt, fühlst du dich so allein vielleicht ganz wohl und denkst nur weil alle es wollen mußt du auch eine Beziehung haben?

Es ist ganz wichtig zu wissen, was du wirklich willst.

13.01.2015 22:33 • #3


Hotin
Hallo CarmenM73,

warum Du so handelst wie du das beschreibst, kannst Du eigentlich nur selbst herausfinden. Allerdings halte
ich das jetzt nicht für den wichtigsten Punkt.
Dies kannst Du auch noch später erforschen. Wenn Du nicht schreiben könntest, wäre es auch nicht am
wichtigsten heraus zu finden warum das so ist. Das beste wäre dann mit der Hilfe anderer schreiben zu lernen.
Damit Du nicht noch länger traurig bist, solltest Du etwas machen, womit Du ehern schnell Erfolgserlebnisse bekommst.

Zitat:
Ich fühle mich immer unwürdig für einen anderen Menschen und ich mag mich persönlich auch nicht so.

Schau mal, was ist das für eine Aussage von Dir? Wenn Du Dich selbst nicht magst,
solltest Du unbedingt damit anfangen Dein Selbstbewusstsein zu stärken.
Weiterhin ist es wichtig von folgendem auszugehen. Der Mensch besteht aus seiner
Persönlichkeit und seinem Verhalten. Deine Persönlichkeit wirst Du nicht, oder nicht so einfach verändern können. Akzeptiere Dich
einfach so wie Du bist. Du bist eine tolle Frau mit Deiner Persönlichkeit. Jeder Mensch ist so,
wie er ist, mit all seinen positiven Eigenschaften und auch allen Schwächen und Fehlern.
Ändern in Deinem Leben kannst Du aber jederzeit Dein Verhalten (wenn Du das möchtest).
Und eine Verhaltensänderung bringt die sofortige Änderung Deiner persönlichen Empfindungen
und erzeugt sofort ein anderes Verhalten Deiner Mitmenschen.

Diese Beschreibung erscheint vielleicht etwas schwierig. Du solltest das aber eventuell mehrmals lesen.
Den Schlüssel für ein glücklicheres Leben hast Du vermutlich selbst in der Hand. Vorwärts kommst Du, wenn
Du mit offenen Ohren und Augen durchs Leben gehst und viel Neues lernst

Zitat:
Mit Gefühlen kann ich schlecht umgehen.

Das kann zur Zeit ja sein. Nur bist Du nicht auf dem Level Null.
Finde heraus, was Du erreichen möchtest. Stecke Dir nicht zu große sondern
erreichbare Ziele.

Viel Erfolg für Deine kommenden Bemühungen.

Viele Grüße

Hotin

13.01.2015 23:03 • #4


Vielen Dank erstmal für eure Antworten. Das ist lieb. Ich versuche mal eine Antwort.

In erster Linie bin ich einsam und unglücklich. Das stimmt. In der Therapie habe ich herausgefunden, dass ich immer versucht habe, perfekt zu sein, damit meine Mutter mich sieht und mich mal anerkennt. Es gab nie eine Umarmung oder andere Zuneigungen. Ich wurde eher unterdrückt, wenn ich es mal überspitzt ausdrücken kann. Meine Mutter ist eher dominant und sie hat alles von mir ferngehalten. Auch Gefühle. Mein Vater war nie da, weil er viel gearbeitet hat. Da habe ich mich einfach angepasst. Dann war meine Mutter halbwegs mit mir zufrieden. Bei meinen Freunden und auf der Arbeit habe ich mich auch angepasst. Mich habe ich dabei eher verloren. Deshalb ist es schwierig mich zu akzeptieren. Oft falle ich zurück in die Rolle, dass ich gefallen will. Früher hat es mich nicht so gestört. Jetzt schon. Deshalb bin ich unglücklich. Ab 40 (Alter) blickt man zurück und mag sich nicht. Nur aus dieser Schleife rauszukommen? Verdammt ätzende Arbeit und irre anstrengend.

Will ich eine Beziehung? Irgendwie ja und nein. Ich möchte gerne irgendwo ankommen, wo ich mich wohlfühlen kann. Ich träume von einer Umarmung, wo ich mich fallen lassen kann. Das habe ich mir wohl immer gewünscht. Trotzdem möchte ich meine Ruhe. Eigentlich möchte ich einen Menschen in meinem Leben, der mich sieht und sich für mich interessiert. Mir das Gefühl gibt, dass ich mich nicht verdrehen muss. Mich sogar eher auffordert, ich selbst zu sein. Meiner Therapeutin habe ich gesagt, dass ich einfach nur glücklich sein möchte. Angekommen fühle. Meine Therapeutin hofft, dass ich mich überhaupt mal ernsthafter mit dem Thema Mann befasse. Sie versteht nicht, warum es bei mir mit Männern nicht klappt. Ich selbst finde auch keine Lösung. Nur die zwei Seelen in meiner Brust. Die eine Seele, die nicht mehr alleine sein möchte und sich wohlfühlen möchte und die andere Seele, die sich am liebsten auf ewig in ein dunkles Loch verziehen möchte, damit sie ihre Ruhe hat.

Mich macht es verrückt, dass ich nicht an meine eigenen Gedanken und Gefühle rankomme. Fühle mich wie ein kleines Kind, dass auf einmal lernen muss zu leben. Nach dem Motto: nun raus mit dir. Ich suche allerdings noch nach der Anleitung, wie leben geht. Da habe ich eindeutig zu lange gepennt und andere mein Leben bestimmen lassen.

Ja... alles etwas kompliziert ausgedrückt. Habt ihr hoffentlich verstanden. Bestimmt habe ich vergessen, Fragen zu beantworten. Vielleicht bin ich hier auch verkehrt. Nur würde es mir helfen, wenn ich neue Anhaltspunkte bekomme.

13.01.2015 23:45 • x 1 #5


Hallo.

Fühlst du dich denn zu Männern sexuell hingezogen? Findet in deinem Kopfkino Nähe mit Männern statt und fühlt sich gut an?

13.01.2015 23:50 • #6


Zu Männern fühle ich sehr hingezogen. Sex mit einem Mann wäre bestimmt schön. Bin da aber irgendwie blockiert. Kann mich gedanklich einfach nicht fallen lassen oder frei machen. Es fühlt sich dann eher wie in einem Film an. Ich stehe dann regelrecht neben mir und frage mich, was ich da gerade mache. Es paßt irgendwie nicht und ich trete dann sofort die Flucht an. Dann bin ich erstmal besser an und ich kann wieder durch atmen. Später erst ärgere ich mich. Mein Kopf läßt sich nicht überlisten.

14.01.2015 00:00 • x 1 #7


Was suchst du denn genau? Eine tiefe Freundschaft, eine beste Freundin oder doch einen Mann?
Vielleicht solltest du anfangen, zuerst zu Papier zu bringen, was du dir wünschst, was dich stört und wie du diese Sachen realisieren könntest.

Ich glaube aller Anfang ist es, dich selbst zu erkennen. Dann können wir dir hier sicher helfen.

Liebe Grüße..

14.01.2015 00:04 • x 1 #8


Hotin
Hallo CarmenM73
Zitat:
Ich suche allerdings noch nach der Anleitung, wie leben geht. Da habe ich eindeutig zu lange gepennt und
andere mein Leben bestimmen lassen.

Diese Aussage macht Dich sehr sympathisch. So ist das nun mal. Verstehen kann ich schon gut was Du
schilderst. Wenn Du hier allerdings eine Anleitung zum richtigen Verhalten bekommen würdest wäre das
Risiko sehr groß unglücklich zu werden. Schau Dir doch mal an wie unterschiedlich wir Menschen leben.
Verstehen kann ich viele auch nicht. Aber wenn sie damit glücklich sind.
Finde einfach Deinen Weg und lass Dir etwas Zeit. Auf ein paar Monate kommt es jetzt auch nicht
mehr an. Und anstatt jetzt sofort den richtigen, idealen Partner zu finden, suche Dir doch erst mal
jemanden, mit dem Du ganz locker und ohne Verpflichtung einiges in deiner Freizeit teilst.
Der Rest ergibt sich dann bestimmt.

Viel Erfolg.

Viele Grüße

Hotin

14.01.2015 00:12 • x 1 #9


Hallo Hotin,

mit der Anleitung zum Leben habe ich es vielleicht etwas übertrieben Den Tipp von Wilhelm fand ich zum Beispiel sehr interessant, weil dieser gar nicht mal so doof ist. Einfach mal die Gedanken schwarz auf weiß bringen. Das ist schon mal eine kleine Anleitung.

Mit der Zeit ist es schon schwierig. Ich möchte gerade mit Gewalt mein Leben ändern. Mal eben 41 Jahre Leben innerhalb von kurzer Zeit in die richtigen Bahnen leiten. Das funktioniert gerade nicht so optimal. Da meldet sich schnell etwas Verzweiflung. Trotzdem fand ich es total schön, dass ich hier Antworten auf meine konfusen Sätze bekommen habe. Das fand ich toll und es waren gute Denkansätze für mich da. Ansätze, die kurz und knapp sind und eigentlich in den krausen Gehirnwindungen zu finden sein sollten. Ja, der Kopf... ein manchmal großes Hindernis, dass am Körper angewachsen ist

Viele Grüße, Carmen

14.01.2015 20:55 • x 1 #10


Hallo Carmen,

danke für die Blumen. Hast du schon losgelegt mit aufschreiben?

Du must bestimmt nicht dein ganzes Leben umkrempeln. Kann mir nicht vorstellen, das alles verkehrt war bisher.
Sortiere das erst mal aus. Was bleibt, gehört zu dir, was willst du ändern.

Schritt für Schritt. Eins nach dem anderen. Deshalb der Plan vorher.

Liebe Grüße..

14.01.2015 22:22 • #11


Noch habe ich meine Gedanken nicht zu Papier gebracht. Ist schon nicht so einfach Meine Gedanken sind etwas wie Schnee in einer Schneekugel, die gerade geschüttelt wurde. Alles etwas durcheinander und die richtige Sicht fehlt. Aber... es wird

14.01.2015 22:49 • x 1 #12


Das wird schon, glaube mir.

Ich habe mir z.B: aufgeschrieben, was ich schon immer machen wollte, aber nie hinbekommen habe.
Dann habe ich mir jeden Punkt einzeln vorgenommen und überlegt wie und ob ich das schaffe.

Kannst aber auch andere Sachen aufschreiben: Wie du bist und wie du sein willst, was in deinem Leben gut ist und was dir nicht gefällt. Wenn du einmal angefangen hast, dann ergibt sich das schon. Schon das Aufschreiben allein hilft.

14.01.2015 22:57 • #13


Hallo Carmen,

wie geht es dir? Hast du was unternommen in der Zwischenzeit?

17.01.2015 22:36 • #14


Hallo Wilhelm,

deinen Rat habe ich mir zu Herzen genommen. Zuerst wußte ich nicht genau, was ich aufschreiben sollte. Dann habe ich angefangen. Die Gedanken, die ich gerade im Kopf hatte. Beim Schreiben fiel mir sogar schon einiges auf. Schwarz auf weiß ist etwas anderes. Meine Situation wurde mir neu bewußt.

Am Donnerstag hatte ich meinen Termin bei der Therapeutin und habe alles vorlesen, was ich geschrieben hatte. Wir haben dann zusammen an den Zeilen gearbeitet und einige Muster in meinem Verhalten erkannt. Muster, die mir vorher gar nicht so bewußt waren. Meine Therapeutin hat mir nun auch dazu geraten, dass ich täglich Situationen aufschreibe und meine Gefühle dazu. Damit soll ich mir meine Gefühle verdeutlichen und wir wollen darüber reden. Sie fand es gut, dass ich es aufgeschrieben habe. Ist auf alle Fälle ein Weg. Gefühle sind für mich wichtig, aber sie verwirren mich. Es fehlt mir die richtige Zuordnung im Kopf. Es ist schade, dass die guten Gefühle schnell in den Schatten gestellt werden. Schlechte Gefühle sind schneller präsent. Nun warte ich ab und lese mir meine Zeilen immer mal wieder durch. Es gab jedenfalls schon gute Momente in den letzten Tagen

Danke nochmals, Carmen

17.01.2015 23:24 • x 1 #15


Das freut mich, wenn es schon wieder etwas bessere Momente gibt. Lohnt sich doch zu kämpfen.

Wenn du Hilfe oder einen Rat brauchst, schreibe mir einfach. Freue mich, wenn ich von dir höre.

Liebe Grüße ..

19.01.2015 11:36 • #16



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