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Hallo und guten Abend,

ich werde gerade mit allem konfrontiert, bei dem ich gedacht habe, daß ich es überstanden habe !

Vielleicht liegst an Sylvester, dann bin ich immer besonders melancholisch.

Zu dem , was mich beschäftigt :

Ich habe vor kurzem jemanden kennenlernt, bei dem ich das Gefühl habe, daß sich da was anbahnen könnte.
Zunächst hat es mich eher abgeschreckt, da er 9 Jahre jünger ist, doch wir haben einen sehr schönen Abend zusammen verbracht, viel geredet und konnten mit Reden garnicht mehr aufhören.

Kurz und gut, er hat Interesse gezeigt und wir haben uns auch schon für ein weiteres mal verabredet.

Doch nun überkommen mich wieder meine Ängste.
Ich habe sehr stark mit Verlustängsten zu tun, wenig Selbstwertgefühl und dadurch Angst, irgendetwas zu tun, was unsere beginnendes Kennenlernen und Aufbau einer Beziehung wieder im Keim erstickt.

Kennt jemand hier dieses Gefühl ?

Ich habe mich ganz lange gegen diese Gefühle für ihn gewehrt, gerade deswegen .

Soll ich ihm direkt am Anfang reinen Wein einschenken oder das mit mir alleine ausmachen ?


Danke und viele Grüße,


Cocoon

31.12.2012 23:03 • 23.01.2013 #1


6 Antworten ↓


Cocoon, ich würde sagen - mach es mit dir aus, hole dir dazu eine Unterstützung in der Therapie. Es gibt Dinge, die muss man allein durchstehen, und wenn man dazu die Kraft findet, wird man sicher auch weiterhin ein mutiger Mensch sein können, trotz Ängste - und wer hat sie denn schon nicht. Was dein Freund oder andere so quält, weißt du ja nicht, jeder hat so seine Schwachstellen, mit denen er oft andere nicht belasten will. Wenn eine Beziehung länger besteht und gefestigt ist, redet man auch automatisch mit dem Partner über einiges, was einen bewegt. Aber anfangen sollte man unbeschwert, sich eher auf den anderen und das Kennenlernen konzentrieren, nicht gleich eigene Probleme in den Vordergrund stellen.

Hattest du schon mal eine Therapie gemacht? Hast du eine Freundin, mit der du darüber reden kannst?
Wenn nicht, hast du ja auch dieses Forum, in dem man sich anonym mitteilen kann.

Mein Ex-Mann ist auch knapp 9 Jahre jünger als ich, womit ich aber nicht sagen will, dass das immer so enden muss..



Was plagt dich denn heute Abend, welche Art von Erinnerungen?

01.01.2013 00:41 • #2



Verlustängste bei angehender Beziehung

x 3


Hallo Nyan,

ersteimal vielen herzlichen Dank, daß Du mir trotz Sylvester geanwortet hast !

Dein Rat klingt gut, ich würde ihn vermutlich in die Flucht schlagen, wenn ich ihm schon von vorneherein mit meinen Ängsten belasten würde.
Erstmal muß " ES " wachsen und sich festigen.

Seine " Schwachstellen", wie Du es so schön gesagt hast, kenne ich ja auch ( noch ) nicht.

Bei Männern dauert es eh länger, bevor es in die Tiefe geht.

Bei mir hat es sich so enwickelt, weil meine vorherige Beziehung so eine " Heiß-Kalt Angelegenheit war.
Einmal war er mir ganz nah, dann hat er mich von sich gestossen, unanbhängig, wie es mir dabei ging. Oder er ist einfach für Tage weggefahren, wenn wir uns gestriten haben, damit kam ich überhaupt nicht klar !

Hat der Altersunterschied damit zu tun, daß Ihr Euch getrennt habt ?
Aber wenn Dir die Frage zu persönlich ist, ist es auch oky, wenn Du nicht darauf antwortest.


Wünsche Dir und allen anderen Usern, die hier mitlesen, teilhaben, ein gutes Neues Jahr 2013 !



Viele Grüße,


Cocoon

01.01.2013 01:40 • #3


Hallo Cocoon,

Vielen Dank für deine Wünsche, ich wünsche dir ein schönes neues Jahr und dass es mit deiner neuen Liebe gut ausgeht!

Zu deiner Frage - meine Beziehung ist aus einem anderen Grund ungleich gewesen. Ich wollte immer Menschen um mich herum haben, die so wie ich mit dem Mainstream nichts anfangen können. Nur ist es oft so, dass manche nicht deshalb Außenseiter geworden sind, weil sie konventionell nicht wollen, sondern weil sie sozial nicht können, und da steckt oft einiges ungutes dahinter. Das ambivalente Verhalten, wie du schreibst, kenne ich auch, das ist schlicht ein fortgesetzter Krieg gegen die eigenen Eltern, und da herzuhalten ist sinnlos, noch dazu weil diese Verhaltensweisen der Partner einen selbst psychisch destabilisieren. Man ist in dem Fall mehr ein Dummie als ein Partner, und das ist unwürdig.

Du schreibst die Schwachstellen kennst du nicht. Oft kommt es vor, dass man sich immer wieder Partner nach einem bestimmten Schema sucht. Eine Idee von mir dazu: erkundige dich vorsichtig nach den Verhältnissen in der Ursprungsfamilie deines Freundes. Denn - so wie sich Männer ihren Müttern gegenüber verhalten, auf die selbe Art werden sie in den meisten Fällen auch ihre Partnerin behandeln. Man sagt zwar, Glück kann man nicht voraus planen, aber in gewisser weise kann man sich bei vorausschauender Lebensweise viel Unglück ersparen.

Ich hätte mir gewünscht, dass das mal jemand zu mir gesagt hätte und dass ich ihm das auch geglaubt hätte. Höchstwahrscheinlich gab es solche Menschen, aber eines stimmt doch auch, meistens möchte man für den Moment spontan leben, an keine Worst-Case-Szenarien denken... Schwer zu sagen, was besser ist, wahrscheinlich eine gesunde Mischung aus beidem.


Liebe Grüße

01.01.2013 12:42 • #4


Liebe Nyan,

Danke für Deine Antwort.

Oweih, wenn ich mir das rückblickend anschaue in der Ursprungsfamilie meines Ex :

Ich weiß noch, daß sich Mutter und Sohn nach jahrelanger ! Abstinenz auf einmal vis a vis gegenüber standen....

Ich hatte seine Eltern damals , als wir so etwa ein Jahr zusammen waren , eingeladen, weil sich zu dem damaligen Zeitpunkt der Nachwuchs ankündigte und ich seine Eltern kennenlernen wollte.
Die Initiative ging von mir aus und ich hätte da schon besser auf meine innere Stimme hören sollen.
Er hatte zwar nicht abgelehnt, aber auch nicht 100 % dafür gesprochen.
Daher habe ich das in meiner Wohnung veranstaltet.


Es herrschte absolut Eiszeit zwischen Eltern und Sohn, auch bei seiner Mutter und ihm.

Irgendwas muß da wohl mal gewesen sein.
Er hat nie darüber gesprochen.

Damals habe ich mich für ihn verantwortlich gefühlt, ich weiß, daß war ein Fehler .
ich würde das nie mehr machen, versuchen zu wollen, zwischen Eltern und Sohn vermittlen zu wollen.

Die ganze Bezeihung war ein Spießrutenlauf und ich habe es erst nach vielen Jahren geschafft, mich wirklich auch innerlich von ihm zu trennen, da er trotz alledem einen großen Einfluss auf mich hatte.

Damals dachte ich, es wäre aus Liebe, heute weiß ich, daß es Macht gewesen sein muß !

Es tut richtig weh, wenn ich so darüber schreibe...ich hör jetzt mal auf !


Viele Grüße,


Cocoon

01.01.2013 18:44 • #5


Hallo Cocoon,

Dein Eintrag ist zwar schon etwas her, aber trotzdem...

Ich bin eine nur indirekt Betroffene, möchte aber kurz etwas anmerken zu Deinen Sorgen.

Erstmal das Alter: das sehe ich völlig unrelevant in einer Beziehung - vor allem, wenn es nur 9 Jahre sind. Ich hatte 2 lange Beziehungen mit weitaus jüngeren Partnern. Und dass sie keinen Bestand mehr hatten, lag überhaupt nicht am Alter. Das ist doch eher eine Frage der Einstellung und der geistigen Reife. Denn warum zerbrechen auch so viele Partnerschaften, in denen beide Partner gleichaltrig sind??

Das andere Problem kenne ich als Betroffene eines Mannes, der Verlustängste hat. Wir sind seit 3 Monaten ein Paar, also auch noch wirklich recht frisch und in der Kennlernphase. Dass er jetzt Verlustängste hat, hat er nicht direkt geäußert. Ich denke, er weiß es sehr wohl, aber will es vielleicht nicht so wirklich eingestehen. Bleibt ja auch immer die Frage, woher diese Ängste kommen. Ich hab mich generell schon immer mit Psychologie beschäftigt und viel gelesen, von daher bin ich wohl nicht so ganz unwissend. Und als Frau ist man eh etwas feinfühlig und versteht ausgesendete Signale schneller (als ein Mann).
Er hat mir aber viel von sich erzählt - ich denke, ich weiß zeimlich genau wie er tickt, was er erlebt hat, wie er sich fühlt. Und diese Verlustängste sind nur eine Sache, die ihn belasten. Er ist hochgradig depressiv, seit aktuell 6 Wochen ganz schlimm (das trübe Wetter trägt arg dazu bei - persönliche Probleme, die ich auch nicht lösen kann, die er so hinnehmen muss - aber nicht kann).
Aber Verlustängste haben ihren Hintergrund ja immer in der Vergangenheit. So resultieren sie daraus, dass er von seiner Freundin samt Kind Knall auf Fall verlassen wurde - nach 5 Jahren - mit der Begründung, dass sie ihn nicht mehr ertragen könne. Danach hatte er noch drei andere Frauen kennengelernt (nachdem er sich nach der Trennung wieder gefasst hatte, liegt schon lange zurück), ist sehr offen mit seiner Krankheit umgegangen - und alle Frauen haben sich danach von ihm abgewendet. Sie wollten schlichtweg damit nichts zu tun haben.
Mir hat er indirekt schon immer mit einem verschmitzten Lächeln gesagt "dass er eine Macke hat"... Ich habe das nicht ernst genommen, weil ich nichts bemerkt habe. Im Gegenteil, er war charmant und aufmerksam. Bei unserem dritten gemeinsamen Wochenende hat er sich dann doch offenbart. Es hat ihm viel Mut gekostet, das hab ich gemerkt. Und ich habe so reagiert wie keine Frau zuvor (so seine Aussage). Ich habe ihm nur zugehört, ihn in den Arm genommen. Aber es war eh schon um mich geschehen - ich hätte da keinen Schlußpunkt setzen können.

Heute bin ich ihm dankbar, dass er es mir gesagt hat, dass wir so viel darüber reden (können). Denn ich reagiere sicher oft anders als ich es bei einem Mann ohne psychische Probleme tun würde. Man muss viel rücksichtsvoller sein. Und ich sag Dir eins - es ist nicht leicht oft.... Man wird doch so dann und wann vor den Kopf gestoßen.

Will damit sagen, dass ich es gar nicht so verkehrt finde, sich beizeiten zu äußern als Betroffener. Es ist einfach fair. Denn es gibt nun mal Menschen, die damit gar nicht umgehen können. Oder eben dann anders reagieren, weil sie verstehen, warum Du jetzt Dies oder Das genauso machst - und nicht anders. Es vermeidet zusätzliche Konflikte. Denn man kann es als Betroffener nicht auf Dauer verbergen...

Aber letztendlich musst Du entscheiden, wann der Zeitpunkt passt... kommt ja auch auf die Situation an. Sollte schon entspannt und ohne Druck sein.

Wünsche Dir viel Glück, dass er ein verständnisvoller Mann ist.

10.01.2013 17:28 • #6


Liebe Missy,

sorry, daß ich erst jetzt antworte !

Ich bin eher selten hier und hätte nicht mehr damit gerechnet, daß noch jemand auf meinen Thread antwortet.

Vielen herzlichen Dank dafür .

Bevor ich etwas über mich schreibe , will ich Dir aber noch zuvor ein großes Kompliment machen. Dieser Mensch kann wirklich froh sein, daß Du in sein Leben gekommen bist.
Aus Deinen Zeilen spricht soviel Liebe entgegen, daß ich mir gut vorstellen könnte, daß dieser Mann von seinem Ängsten im Moment weit entfernt ist ....

Kurz nachdem ich das hier geschrieben habe, lud ich den Mann zu mir nach Hause ein, wir wollten gemeinsam auf eine berufliche positive Entwicklung von ihm anstoßen.
Der Abend war sehr " nett " , aber mehr auch ( leider ) nicht.
Ich kanns mir im Nachhinein auch nicht so richtig erklären, irgendwie war die Magie weg .
Er erzählte nur von Dingen, mit denen ich so garnichts anfangen konnte, eher oberflächliche und belanglose Dinge.
Es kam erst garnicht dazu, daß es in die Tiefe ging, sodaß ich hätte von mir aus erzählt, wie es um meine " Macken " gestellt ist.
Es hat nicht sollen sein.
Seitdem sind wir nur noch sporadisch in Kontakt, ab und zu mal ne SMS mehr nciht.


Kann mir auch nicht mehr vorstellen, daß sich noch was anderes entwickelt.

Für Dich und Deine neue Liebe wünsche ich alles Gute und daß Ihr Eure Beziehung genießt .



Nochmals vielen herzlichen Dank für Deine Offenheit und alles Gute,


Cocoon

23.01.2013 22:35 • #7




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