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hallo liebe community

man findet sich dank der such funktion doch sehr schnell zurecht, allerdings finde ich leider nix was "genau" auf meine situation passt...

also, ich bin seit anfang januar mit meiner jetzigen freundin zusammen, an sich ja ne tolle sache, wär da mittlerweile nicht ihrer offen erkennbare beziehungsangst.
als wir uns kennen lernten, hat es wirklich sofort gefunkt und alles war super, und da ihre bisherigen erfahrungen mit männern und beziehung weder gut noch zahlreich waren, bot ich ihr an, dass ganze langsam anzugehen, was sie dankend angenommen hat, und trotzdem fiel der "beschluss" zu einer beziehung doch innerhalb eines monats.
so, das sollte als einstieg reichen

nun ist es so, dass sie sich immer mehr zurückzieht und wir uns kaum bzw. noch seltener sehen als zuvor (wenns oft ist, sind wir bei 2 mal die woche und dann auch nur für max. drei stunden)
sie legt das typische aggressive verhalten an den tag wenn ich mich melde (was ich aber auf ihren wunsch hin soll)
und was für mich am schlimmsten ist, es ist ihr alles "egal" angeblich ganz gleich ob es mit mir zu tun hat, ihren freunden, familie usw....jedoch keine erkennbaren risiken bzgl suizidgedanken oder ähnliches.

ihre freunde und mutter sollen ihr auch schon geraten haben, die beziehung zu beenden da sie merken, wie sie sich mir gegenüber verhält und sagen, ich hätte so eine behandlung nicht verdient.

andererseits sagt sie ja mir gegenüber, dass sie mich liebt und weiterhin mit mir zusammensein möchte. ebenso, dass sie dieses verhalten ändern möchte.....jedoch nicht mit therapie oder sonstigen sachen...

es liegt also mehr oder weniger an mir, ihr die angst zu nehmen und sie an eine beziehung heranzuführen.

nur -und jetzt endlich meine frage an euch alle - wie stell ich das am besten an, wenn sie sich trotz "einsicht und bereitschaft" weiterhin so verhält?

schon mal danke im vorraus, bin sehr gespannt auf antworten

chrisey

14.01.2015 19:23 • 29.01.2015 #1


3 Antworten ↓


Hotin
Hallo chrisey

Hoffentlich enttäusche ich Dich jetzt nicht.

Bestimmt ist das nicht so einfach wie Du glaubst. Wenn Deine Freundin ein
Problem hat wird sie das nicht so schnell aufgeben.
Das bedeutet für Dich. Außerordentlich viel Rücksicht nehmen und warten und zuschauen, wie sich
Deine Freundin verhält. Dies ist aber eine so heftige Belastung für eure Freundschaft, das die
Erfolgsaussichten nicht sehr hoch erscheinen.
Zitat:
es liegt also mehr oder weniger an mir, ihr die angst zu nehmen und sie an eine beziehung heranzuführen.

Ganz wichtig ist vor allem. Willst Du ihr Freund sein, oder ihr Therapeut?
Zitat:
andererseits sagt sie ja mir gegenüber, dass sie mich liebt und weiterhin mit mir zusammensein möchte

Wenn ich etwas empfehlen darf. Ich würde die Rolle des Freundes strikt beibehalten.
In einer Freundschaft sollte es einen guten Austausch von Verständnis, Nähe und Gefühlen geben.
Es ist ein ständiges "Geben und Nehmen".
Damit Du nicht in die Knie gehst, musst Du von Deiner Freundin
auch etwas fordern dürfen. Oder, wenn sie Dir nichts gibt,
darfst du ihr auch nicht so viel geben. In einer Beziehung darf es so ähnlich wie im Geschäft ablaufen.
Für gute Ware gibt es gutes Geld und für schlechte Ware gibt
es wenig Geld oder der Handel wird sogar abgelehnt.
Beachtet ihr beide dies nicht, spielt meistens einer die Rolle des Kranken und Hilfsbedürftigen.
Der andere ist dann der große Verständige und Sozialarbeiter.
Eine glückliche Beziehung ist dann kaum zu erreichen.

Viele Grüße

Hotin

14.01.2015 22:57 • #2



Freund zieht sich immer mehr zurück

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Hallo chrisey!
Ich komme soeben aus einer Beziehung in der ich genau den Fehler machte, vor dem Hotin warnt: ich habe gedacht ich könne meinem Partner aus seiner Beziehungsunfähigkeit heraus helfen. Ich! Superwoman! Die Retterin der Einsamen und Nichtgeliebten! Die Heilerin nicht empfangener Mutterliebe! Es hat mich zerrieben und verbrannt!
Werde bitte nicht, so wie es bei mir geschehen ist, zum Sozialarbeiter an jemandem, zu dem Du eine Liebesbeziehung willst. Ich habe mein Leben vollkommen um ihn herum organisiert damit ich ihm helfen konnte. Meine Kräfte, mein Selbstwertgefühl und mein Stolz sind dabei sehr beschädigt worden. Ich lecke seit 3 Wochen an meinen Wunden die ich aus fast 3 Jahren Beziehung, die letzten 1,5 davon unterkühlt und distanziert, davon getragen habe.
Sei vorsichtig mit Dir selbst, lass Deine eigenen Interessen und Bedürfnisse nicht aus den Augen und - entscheide immer ganz achtsam, ob ein Problem Deines oder das Deines Partners ist. Ich wünsche Dir die Einsicht, die ich nicht hatte...
LG, Heartbreakhotel

29.01.2015 20:17 • x 1 #3


Hotin
Hallo Heartbreakhotel,

danke für Deinen sehr informativen Erfahrungsbericht.
Aus Deinen Worten klingt sehr viel Lebensweisheit und Einsicht, sich von
negativen Verhaltensweisen wieder verabschieden zu können.

Wenn Du jetzt Deine Wunden leckst, ist das völlig in Ordnung. Ohne geht so etwas nicht.
Mit Deiner gesunden Einstellung findest Du schnell wieder jemanden, mit dem Du Gemeinsamkeiten
Aufbauen kannst, wenn Du dafür offen bist und das möchtest.

Sei nicht traurig. Du hast etwas versucht. Es hätte auch funktionieren können.

Viele Grüße

Hotin

29.01.2015 23:53 • #4




Dr. Reinhard Pichler