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B
Hallo, ich bin die Neue!

Ich erahne erst seit kurzem, dass ich wohl unter Beziehungsangst leide und finde es schrecklich traurig.
Wie komme ich da raus?

Kurzzusammenfassung:
In der Kindheit cholerisch-aggressiven Vater, Gewalt, Alk., ich war die beste Freundin meiner Mutter und half ihr wo es ging. Meine Jugend dann ohne Vater, es ging mir gut, Beziehungen hatte ich dann später immer nur mit Männer, die mich schlecht behandelten.
Letztendlich Hochzeit mit einem Mann, dem ich gar nichts bedeutete, der mich besitzen wollte. Nach dieser Trennung musste ich mich lange erholen, bekam keine Beziehung zustande, obwohl ich mich so sehr nach Liebe und Geborgenheit sehnte. Nach der Trennung vom Ehemann machte ich wieder Grenzerfahrungen mit meinem Vater, das ganze Trauma aus der Kindheit kam wieder hoch, ich dachte, ich könne meinem Vater glauben, dass er sich geändert hätte. Ich wurde sehr enttäuscht und seit dem beschäftigt mich mein Leben.
Dennoch bekam ich mit einem sehr lieben Mann ein Kind, die Beziehung wollte ich aber nicht und war in der Schwangerschaft alleine. Musste schmerzlich erfahren, wie blöd manche Menschen, auch aus der eigenen Familie, mit mir umgegangen sind. Nach der Geburt wurde der Kontakt mit dem Kindsvater sehr gut, auch seine Familie ist toll. Unser Kind wächst super auf, aber ich musste meine Kindheit aufarbeiten. Trennte mich von Menschen, bei denen ich mich schlecht fühlte. Räumte mein ganzes Leben auf, mache seit 2012 eine Verhaltenstherapie, fühle mich glücklich, eine Beziehung bekomme ich nicht zustande. Die Verhaltenstherapie läuft bereits auf Sparflamme, dachte, ich wäre fertig und jetzt doch noch ne Baustelle?!

Ich habe immer Angst jemanden an meiner Seite zu haben, der vielleicht nicht gut mit meinem Kind umgeht. Sehe überall eine Gefahrenquelle, Männer können schnell zur Bedrohung werden. Hintergrund: Meine Mutter brachte ein Kind mit in die Ehe zu meinem Vater. Mein Vater (ich kann ihn schlecht so nennen) behandelte meinen Halbbruder so schlecht, mit so viel Gewalt und meine Mutter sah zu. Es hat mich so geprägt, ich habe solche Angst, dass mein Kind ebensolches erfahren müsste. Habe Angst, dass ich Männer nicht rechtzeitig durchschaue und mein Kind durch meine Wahl des Partners leidet.,

Wenn ich jemanden kennenlerne, dann bin ich relativ schnell verliebt und glücklich, es kippt aber auch sehr schnell, wenn Er eine Bemerkung macht, die nicht in mein Raster passt. Ich flüchte dann und wähle ein mir vertrautes Umfeld, nämlich, dass ich lieber alleine bleibe und mich abschotte. Versuche auch meinem Auswerwählten ansatzweise zu erklären was in mir vor geht, was mich beschäftigt und warum ich wie reagiere. Oftmals verunsichere ich damit aber nur, denn mein Partner will alles richtig machen. Für mich ist dann oft nichts richtig, ich habe nur Angst um meine Tochter und mich.
Ich weiß nicht was ich machen kann, würde so gerne wieder mit einem Mann eine Beziehung führen, ohne gleich Panik zu bekommen.

Was kann ich nur tun, bin sehr traurig.

27.11.2014 13:27 • 05.12.2014 #1


10 Antworten ↓


Olli oder so
Das kommt mir sehr bekannt vor. Ich habe auch grad solche Probleme mit meiner (Ex)Freundin. Kannst dir ja mal meinen Post durchlesen und mir sagen ob ich mich gerade richtig verhalte. Im Gegensatz zu dir hat sie noch keinerlei Therapie gemacht. Ich bin mir auch nicht sicher ob und was sie für eine Störung hat und ob sie es weiß, aber nicht zugibt, oder ob sie es einfach verdrängt. beziehungsaengste-bindungsaengste-f64/kontaktsperre-sinnvoll-wie-vertrauen-aufbauen-t62049.html

Liebe Grüße. Olli

27.11.2014 15:52 • x 1 #2


A


Angst vor einer Beziehung -Woran muss ich arbeiten?

x 3


N
Die Frage danach was Du machen kannst, hängt auch zum Teil davon ab, zu was Du überhaupt fähig bist. Was hilft Dir eine mögliche Handlungsoption, die Du nicht durchführen kannst, aus welchen Gründen auch immer.
Du hast schon mal den Vorteil um die Aspekte Deiner Reaktionen zu wissen. Wenn es eine Verortung gibt, wo Du Schutzschalter einbauen kannst, nämlich bei diesen Triggern. Ich weiß, dass man Vertrauen nicht einfach lernen kann. Entweder man schenkt es, oder man tut es nicht. Ein bisschen vertrauen ist wie ein bisschen schwanger... irgendwie schwierig und nichts halben, nichts ganzes.
Vielleicht hilft es, erst mal im Kopf diesen Trigger self-fullfilling prophecy irgendwie stillzulegen. Das Wissen um Ängste und Probleme führt oftmals dazu, dass diese im Kopf und im Vorfeld schon ein Vor-urteil über das Zukünftige kreieren. Mit dieser Art der Ich weiß ja wie das endet wird gleichzeitig auch ein Grundstein zu einem Verhalten gelegt, was genau diesen Gedanken auch implizt mitschleppt. Spricht, Du wirst Dich so verhalten, dass es unweigerlich genauso kommen muss.
Deine Ängste werden nicht von Heute auf Morgen verschwinden, aber Du kannst Dich ihnen Stellen und als Bestand annehmen, sich aber nicht von ihnen dominieren lassen. Sie sind wie kleine Dämonen, die Dir immer den größten Blödsinn ins Ohr flüstern. Du bist reflexiv genug, um diesen Dämonen auch mal den Mund zu verbieten. Das weitere macht dann die Kommunikation und der intensive Austausch mit dem möglichen Beziehungspartner. Und 100% Perfektion wirst Du nie erhalten... ein Restrisiko musst Du einfach zulassen und akzeptieren.

HG
No_Smile

28.11.2014 16:56 • x 1 #3


N
hallo buddhy

du musst das mit deinem vater verarbeiten
lernen loszulassen damit du geheilt wirst.

man darf ja nie den menschen die schuld geben.
weil du bist für dein leben selber verantwortlich.

es wird zeit das du ihm verzeihst.
leider macht die kindheit sehr viel kaputt
was sich dann später in unseren eigenen beziehungen wiederspiegelt.

trotzdem ist es DEIN leben
du kannst es steuern.
und das was damals passiert ist muss dir nicht passieren
das ist nur die angst davor.

vieleicht hilt dir ja eine medi cd vom inneren kind weiter.
die kannst du dir ruhig öfters anhören.
probiere es einfach aus...

29.11.2014 17:06 • x 1 #4


H
Zitat von Buddy78:
Sehe überall eine Gefahrenquelle, Männer können schnell zur Bedrohung werden.

Wenn ich jemanden kennenlerne, dann bin ich relativ schnell verliebt und glücklich, es kippt aber auch sehr schnell, wenn Er eine Bemerkung macht, die nicht in mein Raster passt. Ich flüchte dann und wähle ein mir vertrautes Umfeld, nämlich, dass ich lieber alleine bleibe und mich abschotte. Versuche auch meinem Auswerwählten ansatzweise zu erklären was in mir vor geht, was mich beschäftigt und warum ich wie reagiere. Oftmals verunsichere ich damit aber nur, denn mein Partner will alles richtig machen. Für mich ist dann oft nichts richtig, ich habe nur Angst um meine Tochter und mich.
Ich weiß nicht was ich machen kann, würde so gerne wieder mit einem Mann eine Beziehung führen, ohne gleich Panik zu bekommen.

Was kann ich nur tun, bin sehr traurig.

Hi Buddy.

Auf Grund Deiner Lebensgeschichte scheint Dir das Grundvertrauen mittlerweile zu fehlen.
Gerade der Satz Männer können schnell... sagt mir das aus. Männer sind Sch..weine sangen schon die Ärzte, aber das heisst nicht, dass jeder Mann so ist, wie Du es denkst bzw. wie Du schreibst.
Auch Dein letzter Absatz zeigt zumindest mir auf, dass Du arg misstraust und ganz besonders offenbar Männern. Demzufolge wird das immer wieder passieren was Du schreibst. Eigentlich kannst Du sowas nur regeln, in dem Du nach und nach wieder Vertrauen aufbaust und nicht bei jeder Auseinandersetzung und bei jedem Streit gleich an das Schlimmste denkst. Das kostet Zeit und vor allem eben, dass man selber an sich glaubt und an das, was man damit verbindet. Dein Partner ist weder Gott noch Teufel, Du bist es ebenso nicht. Ihr habt beide Fehler, habt aber eben auch beide pos. Seiten. Ihr beide sollte immer akzeptieren, dass der Andere eben so ist und nicht anders. Wenn Du aber immer bewusst / unbewusst an den Falschen gerätst, dann solltest Du Dir Gedanken darüber machen, warum dieses so ist (Du hast es ja bereits analysiert) und halt einen anderen Weg gehen. Das benötigt im Normalfall halt Reflektion und ein STOP, bevor Du wieder in die alte Falle tappst. Ich habe für mich gemerkt, dass es zumeist vollkommen unbewusst läuft und auf einmal stellt man fest, dass der Andere exakt so ist, wie man es nicht wollte (man sucht also quasi das, woran es dann auch scheitert) - obwohl man zu Beginn des Kennenlernens es ja gar nicht weiss, wie und warum ein Mensch so drauf ist. Ist schon verrückt das Ganze. Selbsterfüllende Prophezeiung kommt da ein ganzes Stück noch mit rein...

02.12.2014 20:11 • x 1 #5


B
Ich danke euch Allen!

Habe teilweise eine andere Sichtweise erlangt, eure Antworten geben mir etwas wider, was ich so noch nicht betrachtet habe. Danke!

Früher bin ich immer an die Falschen geraten, heute sage ich viel schneller STOP. Dennoch habe ich Angst die falsche Wahl zu treffen. Woran erkenne ich, ob mein Auserwählter irgendwelche Macken hat, die zur Gefahr werden könnten? Mich verängstigt einfach, dass ich mir Jemanden als Partner aussuche, der nicht gut zu meinem Kind ist, dass ist das, was mich sehr belastet.
Zudem bin ich sehr erschöpft vom vielen Arbeiten, ständig auch noch für Andere da sein, zu wenig Zeit für mich.
Was für eine bescheuerte Spirale.

03.12.2014 09:32 • #6


B
Zitat von Nienchen:
hallo buddhy

du musst das mit deinem vater verarbeiten
lernen loszulassen damit du geheilt wirst.

man darf ja nie den menschen die schuld geben.
weil du bist für dein leben selber verantwortlich.

es wird zeit das du ihm verzeihst.
leider macht die kindheit sehr viel kaputt
was sich dann später in unseren eigenen beziehungen wiederspiegelt.

trotzdem ist es DEIN leben
du kannst es steuern.
und das was damals passiert ist muss dir nicht passieren
das ist nur die angst davor.

vieleicht hilt dir ja eine medi cd vom inneren kind weiter.
die kannst du dir ruhig öfters anhören.
probiere es einfach aus...



Habe mir eine Medi-CD besorgt, komme zeitlich aber nicht dazu.
Meine Kindheit versuche ich zu verarbeiten, an manchen Tagen klappt das ganz gut, oft verfolgen mich aber die Erinnerungen und ich frage mich, warum das alles wieder hoch kommt, hatte es all die Jahre gut verdrängt.

03.12.2014 09:34 • #7


B
Zitat von No_Smile:
Die Frage danach was Du machen kannst, hängt auch zum Teil davon ab, zu was Du überhaupt fähig bist. Was hilft Dir eine mögliche Handlungsoption, die Du nicht durchführen kannst, aus welchen Gründen auch immer.
Du hast schon mal den Vorteil um die Aspekte Deiner Reaktionen zu wissen. Wenn es eine Verortung gibt, wo Du Schutzschalter einbauen kannst, nämlich bei diesen Triggern. Ich weiß, dass man Vertrauen nicht einfach lernen kann. Entweder man schenkt es, oder man tut es nicht. Ein bisschen vertrauen ist wie ein bisschen schwanger... irgendwie schwierig und nichts halben, nichts ganzes.
Vielleicht hilft es, erst mal im Kopf diesen Trigger self-fullfilling prophecy irgendwie stillzulegen. Das Wissen um Ängste und Probleme führt oftmals dazu, dass diese im Kopf und im Vorfeld schon ein Vor-urteil über das Zukünftige kreieren. Mit dieser Art der Ich weiß ja wie das endet wird gleichzeitig auch ein Grundstein zu einem Verhalten gelegt, was genau diesen Gedanken auch implizt mitschleppt. Spricht, Du wirst Dich so verhalten, dass es unweigerlich genauso kommen muss.
Deine Ängste werden nicht von Heute auf Morgen verschwinden, aber Du kannst Dich ihnen Stellen und als Bestand annehmen, sich aber nicht von ihnen dominieren lassen. Sie sind wie kleine Dämonen, die Dir immer den größten Blödsinn ins Ohr flüstern. Du bist reflexiv genug, um diesen Dämonen auch mal den Mund zu verbieten. Das weitere macht dann die Kommunikation und der intensive Austausch mit dem möglichen Beziehungspartner. Und 100% Perfektion wirst Du nie erhalten... ein Restrisiko musst Du einfach zulassen und akzeptieren.

HG
No_Smile



Hallo No_Smile!

Ich danke dir für den überaus eindringlichen Post!
Du hast absolut recht mit deiner Aussage, dass ich durch meine Ängste ein Verhalten an den Tag lege, welches mir eine Beziehung nicht gestattet.
Meine Angst vor einem Mann, der schlecht zu meinem Kind ist, ist riesig. Vor allem wäre ich dann daran Schuld, so wie in meiner Kindheit durch meine Mutter.
Die Gedanken an meine Kindheit habe ich Jahre verdrängt, ganz ohne Vorankündigung waren dann die schlimmen Erlebnisse wieder da, durch die Geburt meines Kindes kam alles so extrem wieder hoch. Ich habe sehr gelitten und wusste nicht mehr wohin mit meinen Ängsten.
Die Therapie hat mir gut geholfen, eigentlich fühle ich mich gewappnet, habe alles im Griff --- oder eben doch nicht.
Will es auch nicht kaputt-therapieren, werde es aber bei meinem nächsten Treffen mit meiner Therapeutin besprechen. Will endlich loslassen und nicht ständig an diese fiesen Menschen aus der Vergangenheit denken.

03.12.2014 09:39 • #8


H
Zitat von Buddy78:
Ich danke euch Allen!

Habe teilweise eine andere Sichtweise erlangt, eure Antworten geben mir etwas wider, was ich so noch nicht betrachtet habe. Danke!

Früher bin ich immer an die Falschen geraten, heute sage ich viel schneller STOP. Dennoch habe ich Angst die falsche Wahl zu treffen. Woran erkenne ich, ob mein Auserwählter irgendwelche Macken hat, die zur Gefahr werden könnten? Mich verängstigt einfach, dass ich mir Jemanden als Partner aussuche, der nicht gut zu meinem Kind ist, dass ist das, was mich sehr belastet.
Zudem bin ich sehr erschöpft vom vielen Arbeiten, ständig auch noch für Andere da sein, zu wenig Zeit für mich.
Was für eine bescheuerte Spirale.

Hi Buddy oder auch Guten Morgen
Die Angst kann Dir freilig keiner nehmen, auch nicht die falsche Auswahl Deines möglichen Partners. Ich glaube, das geht nur, wenn man ehrlich sich gegenüber ist und ganz genau weiss, was man will und was man nicht will. Oftmals sucht man aber nach Mustern, die dann wieder in genau diese Schiene läuft. Eben zumeist unbewusst. Das Ganze hängt viel mit dem Vergangenen zusammen, oftmals ist es auch in der Kindheit verwurzelt (Thema Partner ist ähnlich wie der Vater). Diese Sache zu durchbrechen kommt einer Aufgabe gleich. Ich weiss leider auch nicht, ob und was es da für Methoden gibt, wie man unbewusst den richtigen Partner zu sucht. Im Grunde genommen wohl nur, wenn Du alte Sachen komplett aufgearbeitet hast und somit als erledigt ansiehst. Aber da weiss ich zu wenig von um dir da Tipps zu gebenm

03.12.2014 09:44 • #9


N
Zitat von Buddy78:
Hallo No_Smile!

Ich danke dir für den überaus eindringlichen Post!
Du hast absolut recht mit deiner Aussage, dass ich durch meine Ängste ein Verhalten an den Tag lege, welches mir eine Beziehung nicht gestattet.
Meine Angst vor einem Mann, der schlecht zu meinem Kind ist, ist riesig. Vor allem wäre ich dann daran Schuld, so wie in meiner Kindheit durch meine Mutter.
Die Gedanken an meine Kindheit habe ich Jahre verdrängt, ganz ohne Vorankündigung waren dann die schlimmen Erlebnisse wieder da, durch die Geburt meines Kindes kam alles so extrem wieder hoch. Ich habe sehr gelitten und wusste nicht mehr wohin mit meinen Ängsten.
Die Therapie hat mir gut geholfen, eigentlich fühle ich mich gewappnet, habe alles im Griff --- oder eben doch nicht.
Will es auch nicht kaputt-therapieren, werde es aber bei meinem nächsten Treffen mit meiner Therapeutin besprechen. Will endlich loslassen und nicht ständig an diese fiesen Menschen aus der Vergangenheit denken.


Guten Morgen, Buddy...

Bitte schön und gern geschehen.
Du hast geschrieben, dass Du endlich loslassen möchtest, dann hier die konkrete Aufforderung: Dann tu es!
Ja, leicht geschrieben und nahezu unmöglich es auch so umzusetzen. Ich behaupte, dass es mit der Entscheidung im Bewusstsein, es endlich zu tun, anfängt. Eben nicht, ich will es tun, denn darin liegt noch implizit etwas, was erst noch in Zukunft geschehen soll. Ich tu es, beinhaltet die Entscheidung es auch in der Aktualität zu tun.
Keiner wird leichtfertig behaupten, dass Vergangenheitsbewältigung einfach oder schnell umzusetzen ist, jedoch haben wir ein hohes Maß an Möglichkeit die Zeitspanne zu verkürzen. Du kannst nicht jeden potenziellen Schaden von Dir und Deinem Kind abwenden. Egal woher er rührt. Weder wirst Du Dein Kind vor einem schlechten Mann immerwährend schützen können, noch dass sie im Kindergarten von der Schaukel fällt und sich eventuell den Arm bricht. Die Kontingenz des Lebens beinhaltet dieses hohe Maß an Risiko. Wenn wir darüber nachdenken, wie viel Glück wir haben, überhaupt 18 Jahre alt zu werden, dann erscheint es wie ein Wunder, dass der Mensch ein Durchschnittsalter von 73 überhaupt erreicht.
Du erscheinst mir wie ein Mensch, dem gerade das Hochhaus hinter sich zusammengebrochen ist und der sich entschieden hat, an dieser Stelle etwas neues zu errichten. Jetzt gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder stellst Du Dich hin und schaust weiterhin auf die Trümmerlandschaft und meinst jeden Statiker der Welt zu konsultieren, damit das nächste Hochhaus was Du baust ja nicht wieder einstürzt, oder Du gehst her und räumst erst mal die Trümmer weg! Mach den Platz frei um überhaupt die Möglichkeit eines Neubaus zu schaffen. Auch Dein nächstes Haus kann einstürzen, da es keinen Baustoff gibt, der allen Widrigkeiten stand halten kann. Spätestens die Physik (in diesem Fall die Psyche) macht Dir einen Strich durch die Rechnung, wenn gewisse Grenzen des Machbaren erreicht werden.

Ich sage nicht, dass Du aufhören sollst die Trümmer zu betrachten oder die Erlebnisse des Einsturzes aus dem Gedächtnis zu verbannen, sondern Du sollst mehr Trümmer wegräumen als anschauen. Die Vergangenheit kannst Du nicht rückgängig machen. Was passiert ist, ist passiert. Das hat zwar geschädigt, aber es ist auch vergangen. Es liegt hinter Dir und nicht bei oder vor Dir. Was vor Dir liegt, kannst Du mit dem Wissen (und nicht mit der Angst) um das Vergangene neu gestalten. Irgendwann ist Deine Tochter erwachsen und sie wird ihren Weg gehen, dann hast Du die nächste Hürde des Loslassens (und ich weiß wie schmerzhaft das ist, weil ich es selber gerade mitmache). Darüber hinaus wird Deine Tochter mit jedem Tag ein stück erwachsener, lernt selbst Mensch und Umwelt kennen. Die schützende Hand (Flügel) darüberzuhalten ist richtig... aber Du erreichst vielleicht das genaue Gegenteil wenn Du meinst sie abzuschirmen. Das gleiche gilt für Dich. Jede Beziehung beinhaltet (zumindest bis es sich vielleicht als die richtige erweist) ihr mögliches scheitern. Da uns das Fremdpsychische abgeht wirst Du auch niemals die Muster im Mann Deines Interesses bis zur Gänze erkennen können. Manche Menschen können ihre Muster hervorragend verbergen, andere wiederum gehen offen damit um. Und ich weiß nicht ob eine Checkliste die richtige Auswahlmethode sein sollte. Klar... basale Punkte müssen gegeben sein, aber der Rest ist, wie ich schon geschrieben habe, eine Sache des Einlassens auf ein Risiko.

Und Kaputttherapieren sollte es auch nicht sein. Denn dann bist Du irgendwann abhängig von Therapie und psychische Unterstützung. Die Kontingenz des Lebens annehmen und akzeptieren ist der erste Schritt, der zweite sich nicht immer durch die Angst dominieren zu lassen.
Da ich nicht weiß, was Du schon alles versucht hast, wäre da noch die Möglichkeit gegeben, die Vergangenheitsbewältigung über ein Medium zu testen. Das kann Musik, Malerei oder sonstiges sein, in dem die Energien sich in einem Resultat außerhalb des leib-seelischen wiederfindet. Was raus ist und sich draußen manifestiert, kann gefahrlos zerstört werden; nicht so lange es noch in einem ist und wirkt.

Puh... sorry für den Roman. Hab mich in Rage geschrieben.

LG
No_Smile

03.12.2014 11:26 • x 1 #10


B
Zitat von No_Smile:
Zitat von Buddy78:
Hallo No_Smile!

Ich danke dir für den überaus eindringlichen Post!
Du hast absolut recht mit deiner Aussage, dass ich durch meine Ängste ein Verhalten an den Tag lege, welches mir eine Beziehung nicht gestattet.
Meine Angst vor einem Mann, der schlecht zu meinem Kind ist, ist riesig. Vor allem wäre ich dann daran Schuld, so wie in meiner Kindheit durch meine Mutter.
Die Gedanken an meine Kindheit habe ich Jahre verdrängt, ganz ohne Vorankündigung waren dann die schlimmen Erlebnisse wieder da, durch die Geburt meines Kindes kam alles so extrem wieder hoch. Ich habe sehr gelitten und wusste nicht mehr wohin mit meinen Ängsten.
Die Therapie hat mir gut geholfen, eigentlich fühle ich mich gewappnet, habe alles im Griff --- oder eben doch nicht.
Will es auch nicht kaputt-therapieren, werde es aber bei meinem nächsten Treffen mit meiner Therapeutin besprechen. Will endlich loslassen und nicht ständig an diese fiesen Menschen aus der Vergangenheit denken.


Guten Morgen, Buddy...

Bitte schön und gern geschehen.
Du hast geschrieben, dass Du endlich loslassen möchtest, dann hier die konkrete Aufforderung: Dann tu es!
Ja, leicht geschrieben und nahezu unmöglich es auch so umzusetzen. Ich behaupte, dass es mit der Entscheidung im Bewusstsein, es endlich zu tun, anfängt. Eben nicht, ich will es tun, denn darin liegt noch implizit etwas, was erst noch in Zukunft geschehen soll. Ich tu es, beinhaltet die Entscheidung es auch in der Aktualität zu tun.
Keiner wird leichtfertig behaupten, dass Vergangenheitsbewältigung einfach oder schnell umzusetzen ist, jedoch haben wir ein hohes Maß an Möglichkeit die Zeitspanne zu verkürzen. Du kannst nicht jeden potenziellen Schaden von Dir und Deinem Kind abwenden. Egal woher er rührt. Weder wirst Du Dein Kind vor einem schlechten Mann immerwährend schützen können, noch dass sie im Kindergarten von der Schaukel fällt und sich eventuell den Arm bricht. Die Kontingenz des Lebens beinhaltet dieses hohe Maß an Risiko. Wenn wir darüber nachdenken, wie viel Glück wir haben, überhaupt 18 Jahre alt zu werden, dann erscheint es wie ein Wunder, dass der Mensch ein Durchschnittsalter von 73 überhaupt erreicht.
Du erscheinst mir wie ein Mensch, dem gerade das Hochhaus hinter sich zusammengebrochen ist und der sich entschieden hat, an dieser Stelle etwas neues zu errichten. Jetzt gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder stellst Du Dich hin und schaust weiterhin auf die Trümmerlandschaft und meinst jeden Statiker der Welt zu konsultieren, damit das nächste Hochhaus was Du baust ja nicht wieder einstürzt, oder Du gehst her und räumst erst mal die Trümmer weg! Mach den Platz frei um überhaupt die Möglichkeit eines Neubaus zu schaffen. Auch Dein nächstes Haus kann einstürzen, da es keinen Baustoff gibt, der allen Widrigkeiten stand halten kann. Spätestens die Physik (in diesem Fall die Psyche) macht Dir einen Strich durch die Rechnung, wenn gewisse Grenzen des Machbaren erreicht werden.

Ich sage nicht, dass Du aufhören sollst die Trümmer zu betrachten oder die Erlebnisse des Einsturzes aus dem Gedächtnis zu verbannen, sondern Du sollst mehr Trümmer wegräumen als anschauen. Die Vergangenheit kannst Du nicht rückgängig machen. Was passiert ist, ist passiert. Das hat zwar geschädigt, aber es ist auch vergangen. Es liegt hinter Dir und nicht bei oder vor Dir. Was vor Dir liegt, kannst Du mit dem Wissen (und nicht mit der Angst) um das Vergangene neu gestalten. Irgendwann ist Deine Tochter erwachsen und sie wird ihren Weg gehen, dann hast Du die nächste Hürde des Loslassens (und ich weiß wie schmerzhaft das ist, weil ich es selber gerade mitmache). Darüber hinaus wird Deine Tochter mit jedem Tag ein stück erwachsener, lernt selbst Mensch und Umwelt kennen. Die schützende Hand (Flügel) darüberzuhalten ist richtig... aber Du erreichst vielleicht das genaue Gegenteil wenn Du meinst sie abzuschirmen. Das gleiche gilt für Dich. Jede Beziehung beinhaltet (zumindest bis es sich vielleicht als die richtige erweist) ihr mögliches scheitern. Da uns das Fremdpsychische abgeht wirst Du auch niemals die Muster im Mann Deines Interesses bis zur Gänze erkennen können. Manche Menschen können ihre Muster hervorragend verbergen, andere wiederum gehen offen damit um. Und ich weiß nicht ob eine Checkliste die richtige Auswahlmethode sein sollte. Klar... basale Punkte müssen gegeben sein, aber der Rest ist, wie ich schon geschrieben habe, eine Sache des Einlassens auf ein Risiko.

Und Kaputttherapieren sollte es auch nicht sein. Denn dann bist Du irgendwann abhängig von Therapie und psychische Unterstützung. Die Kontingenz des Lebens annehmen und akzeptieren ist der erste Schritt, der zweite sich nicht immer durch die Angst dominieren zu lassen.
Da ich nicht weiß, was Du schon alles versucht hast, wäre da noch die Möglichkeit gegeben, die Vergangenheitsbewältigung über ein Medium zu testen. Das kann Musik, Malerei oder sonstiges sein, in dem die Energien sich in einem Resultat außerhalb des leib-seelischen wiederfindet. Was raus ist und sich draußen manifestiert, kann gefahrlos zerstört werden; nicht so lange es noch in einem ist und wirkt.

Puh... sorry für den Roman. Hab mich in Rage geschrieben.

LG
No_Smile




Guten Morgen No_Smile! (Wieso eigentlich no Smile?)

Meine Vergangenheit betrachte ich mittlerweile mit großem Abstand, ich möchte oft nur verstehen, warum manche Menschen so blöd sind. Ich sollte es aufgeben zu verstehen. Habe nun wirklich tolle Menschen um mich, weil ich aussortiert habe.
Woher kannst du DAS so gut? Also, ich meine dieses tolle Schreiben von Dingen, die mich durchdringen? Du scheinst echt zu wissen wovon du sprichst. Toll!
Ich habe in den letzten Tagen einen Artikel gelesen, der um genau das Thema ging, nämlich, antrainierte, schlechte Verhaltensmuster wieder loszuwerden. Wenn ich mir nur oft genug sage Ich werde immer Pech bei der Partnerwahl haben, dann wird das auch so sein.
Ich erinnere mich an die Aussage einer Pilates Trainerin, die meinte, damit es in Fleisch und Blut übergeht, benötigt das Gehirn diverse Wiederholungen.
An dieser Methode arbeite ich
Habe mir bereits ein Meditationsbuch inkl. CD zugelegt, muss nur endlich Zeit finden das umzusetzen----Heute abend sieht es gut aus. Wenn ich kreativ arbeite, dann geht es mir auch sehr, sehr gut. Ich nähe gerne, wenn es die Zeit zulässt. Mit meiner Tochter male ich ab und zu, das erfüllt mich. Zudem bin ich eine gute Fotografin

Du hast absolut recht damit, dass ich meine Trümmer zu sehr betrachte, es ist sogar richtig spooky, dass du das aus meiner Nachricht rausliest.
Ich mag halt diese Ungerechtigkeit nicht, weil ich alles sehr stark reflektiere und die Bösen eben nicht. Mir geht's damit schei. und die Anderen leben ihr Leben ohne Probleme weiter. Ich will loslassen, mich endlich nur meinem Leben hingeben, glücklich in einer Partnerschaft leben, ohne ständig Angst zu haben.

Erschwerend kommt der Stress und wenig Zeit hinzu. Bin oft müde, kaputt, ausgebrannt. Arbeite 30 Std., sehe meine Tochter viel zu wenig, bin traurig deswegen und meine Körper signalisiert mir eindeutig, dass ich anhalten muss. Auch daran arbeite ich

Immerhin habe ich einen Mann gefunden, der mich sehr mag und der mir Freiraum schenkt.. Ich brauche das Gefühl den Anderen zu vermissen, nicht gleich mein Enklavenleben aufgeben zu müssen --- hört sich lustig an. Immerhin werde ich nun mit viel Achtung und Liebe überschüttet, ich muss es zulassen.

Meine Therapie mache ich nur noch sporadisch, einmal im Monat, die Kurzzeittherapie ist schon lange vorbei. Meine Therapeutin freut sich immer, dass ich es selbst schaffe nach Lösungen zu suchen und sie auch finde.
Empfehlenswert finde ich auch Bachblüten, alles für die Seele.

Liebste Grüße
Buddy

05.12.2014 10:11 • #11


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