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Ich fühle mich derart hilflos, machtlos und weiß einfach nicht wie es weiter gehen soll. Ich habe hier lange nicht geschrieben, fühlte mich insgesamt auch auf einem ganz guten, wenn auch sehr anstrengendem Weg.

Ich bin es so leid, mir mein Leben zu zerstören, mein Leben ist nur anstrengend und das selbst gemacht. Nach außen sind die Umstände sehr gut, glücklich verheiratet, natürlich auch mal Krach, ein gesundes, wunderbares Kind, ich lebe im Grünen, ich habe existenziell nichts auszustehen, ABER DA IST DIE HÖLLE IN MEINEM KOPF!!!

Seit Jugend an habe ich Krankheitsängste, die nach der Geburt meines Kindes vor knapp 13 Jahren zunahmen. Mein behandelnder Neurologe verschrieb mir 10 Jahre lang Antidepressiva, ich selbst machte WEGEN der Angst Zusatzausbildungen von der Yogalehrerin bis ich weiß nicht was, einfach um mich besser zu verstehen, warum ich so ticke, wie ich es tue und dadurch eine Lösung zu finden!
Ich mache alles wegen der Angst......um sie los zu werden. Meine Lebensfreude ist eigentlich da, aber zum jetzigen Zeitpunkt so gedeckelt. Den Alltag zu bewältigen fällt mir schwer, ich kämpfe JEDEN Tag mit einem neuen natürlich LEBENSBEDROHLICHEN Symptom.
Vorgestern telefonierte ich, als ich plötzlich so farbig-schillenrnde Zackenlinien vor meinem Auge sah, die zur Seite verschwanden. Da ich mich natürlich auch bestens, aber eben nicht gut genug um realsitisch zu sein, medizinisch auskenne, dachte ich, das ist eine Migräne mit Aura, so etwas hatte ich vor drei Jahre in schlimmerer Form schon einmal und der damals behandelnde Neurologe ( ich gehe nicht mehr zu ihm, da er außer ADs nichts zu bieten hat, mache aber eine Therapie bei einer sehr kompetenten Psychologin) klärte mich über die Migräne mit Aura auf, alles harmlos.
Ja, WARUM kann ich mich jetzt nicht dieser, seiner Worte entsinnen und habe eine MEGA-Angst vor einem Hirntumor? ( ......meine Mutter hatte vor Jahren einen gutartigen Hirntumor, nebenbei bin ich mit vielen Krankheiten in der Kindheit konfrontiert worden) Nach zehn Minuten Ruhe waren diese Erscheinung wieder weg......meine Angst ist und bleibt aber.

Ich kann langsam nicht mehr, die Angst zehrt mich auf und aus, meine Akkus sind bald leer und ich habe Angst, dass ich bald wirklich ernsthaft krank werde, weil mir die Leichtigkeit im Leben so völlig abgeht. Es sind immer massive Ängst, wie bei euch, Brustkrebs, MS, Herz, alles, was lebensbedrohlich ist.
Ich habe immer wieder ein Kribbeln im Zeh: Hirntumor, ich sehe mir meine Haut an :Hautkrebs, ich glaube, ich brauche gar nicht weiter zu schreiben, ihr kennt das.......

Ich fühle mich allein und bin es de facto auch mit meinen Ängsten, mein Mann ist sehr lieb und verständnisvoll, bis zu einem gewissen Grad, dann hat er verständlicher Weise auch die Faxen dicke -dann bin allein.
Ich habe einen großen Freundeskreis, aber ich bin zu stolz in solchen Momente bei Freundinnen anzurufen. Dazu kommt, jemand , der diese Panik nicht kennt, hört sich das vielleicht 10x an, dann tut er es aber auch ab, -...du hattest doch nie etwas, es wir schon nichts sein....

Ich empfinde es als Teufelkreis mein Leben. Da ist diese Angst vor Krankheiten, da ist aber auch die höllische Angst vor Ärzten (traumatisches Erlebnis mit vier Jahren). Wie absurd ist es, dass ich zu einem Arzt, vor dem ich Angst habe renne, damit der mir die Angst nimmt?
Also habe ich es in letzter Zeit,seit ich die Therapie mache, geschafft, nicht mehr so oft zu den Ärzten zu rennen und weiß auch, dass es der richtige Weg ist- aber er kostet mich soviel Kraft.
Ich weiß, ihr habt kein Patentrezept, sonst wäret ihr nicht hier.......es tat mir aber gut , vieles von der Seele zu schreiben und was ich mir wünsche ist jemand, mit dem ich mich austauschen kann, Ermutigung zusprechen kann, austauschen kann.
Ich bin Mitte 40, weiblich, habe ein Kind......vielleicht fühlt sich jemand angesprochen, wer mag auch gern als PN.

Herzlichst,

eine verzagte wütende, ängstliche Charly

23.03.2012 09:24 • 23.05.2012 #1


111 Antworten ↓


Ohje ... das kommt mir sehr bekannt vor!

Ich hatte gerade eine sehr, sehr schlimme ALS-Angstphase (fürchterliche Krankheit, nicht danach googeln) und hätte mich selbst fast in die Psychiatrie eingewiesen.

Komischerweise ist das jetzt fast komplett weg, obwohl die Symptome nach wie vor bestehen. Ein sehr guter Neurologe konnte mir glaubhaft vermitteln, dass ich diese Krankheit NICHT habe (und ich hoffe, dass ich weiterhin daran glauben kann).

Es gibt leider kein Rezept. Meines ist jetzt erst mal: NICHT googeln, viel rausgehen, ablenken, und versuchen, jeden Tag zu genießen.

Ich habe wirklich seit zwei Wochen keine medizinischen Internetseiten besucht ... das ist ein Rekord. Ich will auch nicht mehr; das hat mich total verrückt gemacht.

Bin übrigens auch eine Frau, 33 Jahre alt und habe ein Kind!

LG

24.03.2012 13:52 • #2



Wieder so ein Lebenszerstörertag! Hirntumor, Brustkrebs.

x 3


Zitat von Charly:
Ich habe einen großen Freundeskreis, aber ich bin zu stolz in solchen Momente bei Freundinnen anzurufen. Dazu kommt, jemand , der diese Panik nicht kennt, hört sich das vielleicht 10x an, dann tut er es aber auch ab, -...du hattest doch nie etwas, es wir schon nichts sein....


Hallo Charly,

das kenne ich, der eigene Stolz sitzt mir im Nacken, nachdem ich die Erfahrung gemacht habe, dass auch die liebsten Freunde nach dem x-ten Mal mit Symptomen nerven nurnoch mit einem Ohr zuhören. Und ich kanns auch keinem verübeln Aber alleine steht man dann trotzdem da.

Ein Rezept habe ich leider auch keins.
Da ich auch jeden Tag - mindestens - ein neues Symptom habe und jedesmal dieselbe Angst an meinen Nerven frisst, kann ich dich gut verstehen. Auch ich habe in so ziemlich dem selben Alter wie du mal eine glorreiche Erfahrung beim Arzt gemacht (Zahnarzt) und bin seitdem total ängstlich was die Besuche angeht. Mittlerweile auch genervt, was die Warterei auf einen Termin, das Hinrennen und die unbefriedigenden Diagnosen angeht. Ist bei dir ja vermutlich dasselbe oder?

Aber deswegen denke ich mir manchmal, dass es vielleicht keine schlechte Idee wäre den ganzen Kram mal sein zu lassen. Wie du das schon geschafft hast - eine Zeit lang keine Arztbesuche, kein Hören auf Symptome. Und wenn sie auftreten, einfach lassen. Mal denken du mich auch
Eine Woche vielleicht. So für den Anfang.
Wir rennen ja alle schon so lange von Arzt zu Arzt, was macht da eine Woche schon für einen Unterschied? Kein Nachlesen im Internet, wenn was ziept. Man könnte ja jeden Tag einander schreiben wie es geklappt hat, damit man nicht allein dasteht.
Wenn man gefragt wird wie es einem geht: Testweise einfach mal gut! sagen anstatt joa, und dir?
Habe das leider selbst noch nicht geschafft. Aber vielleicht hat ja jemand mal Lust das miteinander auszuprobieren?

Wie auch immer, ich bin zwar Mitte 20, aber wenn du magst können wir uns gerne per PN
austauschen - würde mich freuen

Liebe Grüße!

26.03.2012 02:28 • #3


@angsthase und Lalarle und natürlich alle anderen, die den Weg mit uns gehen.....

Ich freue mich, dass ihr geantwortet habt.
Ich würde mich wirklich freuen, wenn wir uns sehr regelmäßig, spätestens nach zwei Tagen austauschen, vielleicht aber auch einen neuen Thread mit unserem Weg, der sicherlich nicht den Kreis neu erfinden wird, uns aber ermutigen sollte, aufmachen.
Und die folgende Zeit sollte auch so aussehen, dass wir nicht googlen, Arzttermine tunlichst vermeiden bzw. hinaus schieben.......
Da ich gerade für eine Klausur lerne, schreibe ich etwas unkonzentriert und noch nicht durchdacht, wollte nur ein Zeichen geben und symbolisieren:Lasst uns am Ball bleiben, vielleicht sammeln wir Ideen......wer macht noch mit?

Herzlichst,
Charly

26.03.2012 12:08 • #4


Layara
Hallo Charlie,

Ich hab die eine PM geschrieben

Lg Layara

26.03.2012 14:25 • #5


Hallo charly

ich kenne das auch , wer nicht , ich bin gerade auf einen guten weg und seit Monaten keine attake mehr gehabt oder besser nir ganz kleine.
Symptome habe ich auch täglich , aber ich sage mir jetzt immer das ist das Wetter oder dann meine Periode oder halt eisprung .
damit fahre ich gut.

Ich googel arztseitens chon Jahrelang nicht mehr das ist auch ganz wichtig, aber ich googel das Biowetter und wenn es nicht an dem tag stimmt schaue ich weiter wie biowetter tag drauf oder darauf ist und meist ist das was ich habe. Also das wetter.

Heute extrme kopfschmerzen , kommen vom Nacken habe zug bekommen also das wetterund so habe ich eine ausrede mache mir aber keine gedanken mehr.

26.03.2012 15:49 • #6


hALLO ihr lieben alles das was ihr beschreibt kenn ich von mir aus...
Biin fast 30 und habe 3 Kinder
Seit 2 Wochen macht mir besonders die Angst vor Thrombose zu schaffen und die Waden und bBeinscherzen gehen nicht weg:(
Habe auch seit 4 Jahren ständig wechselnde Änste vor allen Krankheiten
LG

26.03.2012 18:48 • #7


Ich denke auch, so schwer es auch fällt....und mir besonders, da ich dieses Verhalten mich hinein zu steigern so lange mit mir herum trage, ist die Konzentration auf die schönen Dinge des Lebens, gemäß dem hier von L. angesprochenen Motto du mich auch.

Ich bin aber derart gefangen in mir, wenn ich ein Symptom an mir fest stelle, es gelingt mir zugegebenermaßen nicht allzu oft, aber ich übe !! Es geht mir soviel Lebensfreude, der Moment im Jetzt flöten....Ich will das nicht mehr!

Ich wünsche euch eine gute Nacht......und @Bekki, Thrombose vergiss´mal, entwickelt sich schneller, ist außerdem heiß und geschwollen!

Alles Liebe,

Charly

26.03.2012 20:32 • #8


@ Bekki, Thrombose-Angst hatte ich auch eine Zeit lang. Aber ich glaube tatsächlich auch, dass das vielviel extremer ist mit Schwellung und Hitze. Meine Waden haben von ein paar Wochen auch fürchterlich geschmerzt und waren steinhart. Durch mein ganzes Abtasten wurden sie auch nie besser Hat zwei Wochen gedauert, wurde besser, kam dann nochmal und ist seitdem verschwunden. Hast du mal Magnesium eingenommen? Vielleicht sind es ja Krämpfe?

Habe seit vorhin ein seltsames Blubbern unterhalb der linken Brust... das Herz?! Naja ich warte mal ab. Nicht googeln... Versuche es jetzt mal mit frischer Luft.

Wünsche euch auch eine gute Nacht!

Liebe Grüße,

Larale

26.03.2012 22:23 • #9


Gasnz deiner Meinung.

man sollte sich nur mal die gedanken machen , was wäre den , was macht man dann
wenn wir Krebs aterienverkalkung usw haben, was täten wir dann.

nicht nur denken man könnte iregendwas haben , sondern dann fakt, überlegt mal was das wäre.

Ich verspreche euch solle es mal so sein , was ich keinem Menschen gönne und wünsche.

Ich sage euch das wäre das letzte was ihr denken würdet.
da denkt man nur na ist so gut ist so und los ich schaffe es

26.03.2012 22:27 • #10


Hallo Charly,

ich habe gerade deinen Bericht gelesen. Und ich muss sage, du sprichst mir aus der Seele. Mir geht es genauso wie dir. Im Moment ist es wieder ganz schlimm. Diese ständige Angst, das Kreisen um die Angst vor Krankheiten. Bei mir ist es ganz besonders die Angst vor Brustkrebs. Ich war bis ende 2010 bestimmt 15 Jahre nicht beim Frauenarzt, aus Angst. Ich konnte es bis Dato auch immer ganz gut verdrängen. Und dann habe ich - was ich bis dahin noch nicht getan habe - unter der Dusche meine Brust abgetastet und ich hatte wirklich was ertastet. Man -es fällt mir schon schwer, es zu schreiben. Ich bin danach sofort ausgerastet -wie man so schön sagt - hatte ich einen völligen Nervenzusammenbruch. Mein Mann ist mir mir noch am gleichen Tag ins Krankenhaus gefahren. Ich war völlig fertig - und der Gedanke daran versetzt mich jetzt noch in Panik. Ich habe alle Untersuchungen - natürlich nur mit starken Beruhigunsmitteln - über mich ergehen lassen, bis hin zur Biopsie. Das Ende vom Lied war, dass ich 3 gutartige Geschwüre habe, die auch nicht weg operiert werden müssen. Sie können zwar wachsen, aber nicht bösartig werden - so der Oberart im Krankenhaus. Ich solle nur regelmäßig - wie jeder andere auch - zur Vorsorge gehen. Natürlich ist mir ein Stein vom Herzen gefallen, und ich hatte mir auch fest vorgenommen, zu gehen. Ich habe auch nie wieder an den Knoten rumgetastet.

Aber leider ist es nur bei dem guten Vorsatz geblieben. Ich bin seit Januar letzten Jahres nicht wieder zur Kontrolle gewesen. Jetzt kehrt die Angst zurück. Ich habe jetzt solche panische Angst, ich hätte Krebs, das ich die Angst vor Ärzten nicht verlieren kann. Ich bin genau das Gegenteil, ich meide Ärzte. Ich weiß, das ist verkehrt, das sagt auch meine Therapeutin, aber ich schaff es nicht. Es ist wie eine Mauer, die ich nicht überwinden.

Vorgestern habe ich dann mal wieder die Brust abgetastet. Und die Knoten sind immer noch da. Aber was denk ich denn? Sie verschwinden natürlich nicht von allein. Jetzt trau ich mich gar nicht mehr - sie auch nur zu berühren. Ich denke ständig daran und die Angst wird immer größer. Wenn ich nachts wach werde, kann nicht nicht mehr einschlafen.

ich weiß, es ist völlig irrational. Aber ich bekomme es einfach nicht hin. Es wäre schön, wenn es ein Mittel gäbe, dass mir die Angst vor dem gang zum Arzt nimmt. Aber meine Ängste würden dann trotzdem bleiben. Sie kommen immer wieder. Es ist furchtbar. Wie du schon schreibst - die Lebensqualität ist pfutsch. Wie auch bei dir, hören mir meine Freunde und mein Mann zu. Aber sie können meine Ängst nicht nachvollziehen. Sie sagen, ich soll doch zum Arzt gehen. Aber was ist, wenn ich Krebs habe....?So jetzt habe ich mir alles von der Seele geschrieben ,aber es ist im MOment wieder so schlimm. Darum bin ich froh, dass ich hier im Forum Leute finde, denen es ähnlich geht, und die meine Ängste verstehen können. Ich wünsche dir noch einen schönen Tag und wenn du magst, kannst du mal zurück schreiben. Es tut gut, mit jemandem zu reden bzw. zu schreiben, der die gleichen Probleme hat....

LG
Violetta

27.03.2012 12:30 • #11


Hallo Violette,

man, dein Bericht hätte von mir sein können. Ich bin auch schon seit Jahren nicht mehr beim Frauenarzt gewesen. Dann das mit der Dusche und der Brust.
Ich war fertig, bin dann aber auch zum Arzt. Ultraschall, Mamo ........ Zyste...puh. War bis dato auch noch ncht wieder zur Kontrolle, habe es mir auch fest vorgenommen. Meine Ha uptangst ist auch Brustkrebs und Gebärmutterhalskrebs. Du hast sicher auch dieses schlechte Gewissen, richtig. Ich dnke, dass ich sowieso Krebs habe, schon alleine, weil ich nicht hingehe. Aber ich kann nicht und niemand versteht das. Ich habe gedacht, ich finde nie jemanden, der genauso fühlt wie ich. Ich bin froh, dass ich dich gefunden habe......... Ich hatte im März 2007 eine Radiojodtherapie wegen heißßer Knoten in der Schilddrüse ( ich denke bis heute noch, dass ist Krebs ) sollte jede Jahr zum Kontrollultraschall....Pustekuchen.....wir haben 2012 !

ich frage mich immer, was könnte ich machen, um diese Überwindung zum Arzt zu gehen, zu brechen. manchmal denke ich, kann man mir nicht so einen Saft geben, den die Leute immer vor eine OP bekommen und im 7. Himmel schweben ?

Es muss was passieren ! AD´s hatte ich auch ständig, aber die Angst bleibt. Ich bin immer auf der Suche nach einem Hausarzt, der mich unterstützt und vor alllem versteht, aber ich finde keinen der so ist.

Ich bin auch am verzweifeln. Müssre unbedingt zum FA und meine SD Werte prüfen lassen. Ich nehme nämlich permanent zu, was sicher an der SD liegt. be die Angst ist so groß.

Immer dieses schlechte Gewissen, meinem Sohn gegenüber ( auch 13 ). Wen ich mal Krebs bekomme, dann bin ich selber Schuld und das erkläre ihm mal. Vor allem die sch.... Raucherei...... aber ich bin so kraftlos damit aufzuhören.......

Bitte lass uns in Kontakt bleiben. Es ist soooo selten, dass jemand so tickt wie ich.

lg Lotte

27.03.2012 13:26 • #12


Hallo Ihr alle,
wie auch bei Euch quälen mich (weiblich, 41) seit 12 Jahren Ängste vor Krankheiten und ich bekomme heftigste Panikattacken. Seit ca. 3 Wochen fühle ich mich wieder besser. Ich hatte sogar mal wieder ein paar Tage dabei an denen ich das Gefühl hatte es wäre überstanden.
Heute hat sich meine Angst wieder mal zurückgemeldet. Deshalb bin ich heute auch schon den ganzen Tag hier im Forum unterwegs und gebe überall meinen Senf dazu
Wie einige von Euch geschrieben haben hilft halt das von der Seele schreiben auch bei mir. Und vielleicht helfen auch meine Erfahrungen oder Strategien jemandem, das würde mich sehr freuen.

Wenn ich mir Eure Berichte so durchlese fühle ich mich an die Zeit vor 3 Wochen zurückerinnert. Da ging es mir über Monate richtig dreckig. Jeden Tag sterbenskrank und den Kopf voll von drohenden Katastrophen.

Mal ehrlich: was kommt Euch in den Kopf wenn ihr an der Bushaltestelle steht und den Verkehr beobachtet? Bei mir war es zu der Zeit so, dass ich einen einzigen Horrorfilm im Kopf hatte. Ich hab einen Lastwagen gesehen und mir sofort vorgestellt wie er mich überfährt. Ganz alltägliche Begebenheiten endeten bei mir tödlich. Ich konnte teilweise nicht mal mehr essen weil ich Angst hatte daran zu ersticken.
Wenn ich im Radio ein Lied hörte und da sang einer was vom sterben habe ich das sofort als Omen gesehen.
Das alles zusammen mit Symptomen wie Kopfschmerzen, Atemnot, Herzrasen, Schüttelfrost, Schlaflosigkeit und permanenter Todesangst über 6 Monate lang, jeden Tag, hat mich fertig gemacht.
Die Angst war so schlimm, dass ich nach 24 Jahren sogar mit dem Rauchen aufgehört habe.
Ich war auch kurz davor in eine psychosomatische Klinik zu gehen. Was mich davon abgehalten hat, waren die Voraussetzungen: Erst zum Hausarzt, dann zu einem Neurologen bzw. Psychiater der die Einweisung veranlasst und noch die Krankenkasse wegen Kostenübernahme anschreiben. Ich hatte keine Kraft mehr für diesen Aufwand. Meinem Lebensgefährten wollte ich auch nicht jeden Tag die Hucke volljammern obwohl er sehr verständnisvoll ist. Aber mich kotzt (Entschuldigung) das Lamentieren und Jammern ja selber schon an.

Geholfen haben mir dann homöopathische Mittel: Lasea (Lavendelöl) das hat das negative Gedankenkarussell gestoppt. Johanniskraut und Passionsblume als Antidepressiva, Baldrian und Neurexan zur Beruhigung. Das alles in veränderlichen Dosen über 3 Monate genommen haben meine Beschwerden gelindert.
Chemische Keulen hätte ich aus Angst vor Nebenwirkungen und Abhängigkeit nicht nehmen können.
Zudem glaube ich, das frühlingshafte Wetter hat auch seinen Teil dazu beigetragen.
Da ich aber in den 12 Jahren schon öfter Phasen hatte in denen es mir gut ging, rechne ich fast damit, dass es wieder schlimmer wird.

Jetzt suche ich einen guten Tiefenpsychologen mit dem ich weiterarbeiten kann. Und es wäre schön sich mit Euch auszutauschen.

LG vom Ei

27.03.2012 14:41 • #13


Hi Ihr Lieben,

ich bin auch wieder da. Es ist so gut zu wissen, da gibt es Menschen, denen geht es auch so. Wenn man so durch die Stadt geht, man denkt einfach, die anderen sind alle normal nur ich nicht......

Ich habe auch Jahre lang Ads geschluckt und glaubt mir, wüßte ich, dass es davon besser würde ich würde sie wieder nehmen. Aber die Besserung hielt nie lange an, die Angst war trotzdem da, vielleicht nicht so große Amplituden, aber alles in allem , mit Nebenwirkungen, nicht geklärten Langzeitwirkungen und eben nur einem relativ kurzen und wenig intensivem Effekt, muss ich es jetzt eben so durchstehen.

Ich habe mir heute Neurodoron von Weleda bestellt, wird etwas Ähnliches wie Neurexan sein...ein Versuch ist es wert.
Heute war ein gemischter Tag, von-bis, alles dabei. Aber alles in allem, nee, so geht das nicht. Ich weiß nicht wieviele Krankheiten ich heute durchgemacht habe. Das ist so eine Stress für Körper und Geist.

Erst mal alles Liebe,

Charly.

27.03.2012 17:06 • #14


Hallo ihr Lieben,

ihr sprecht mir alle dermaßen aus der Seele... Die Beiträge könnten von mir stammen.
Auch ich ( Ende 40) leide seit langem an immer wiederkehrender Krankheitsangst. Ich durchlebe unterschiedliche Phasen. Zum Glück gibt es auch längere Phasen, in denen es mir gut geht, aber wenn es mich dann wieder erwischt - oh Mann.....
Ich kann mich derart in Beschwerden hineinsteigern, dass diese schlimmer und schlimmer werden, solange bis eigentlich klar ist, dass das diesmal aber ganz bestimmt etwas lebensbedrohliches sein muss. Meist irgendeine Form von Krebs. Ich bin schon so oft gestorben.......
Es kommt bei mir nun aber auch erschwerend hinzu, dass ich familiär bedingt sehr vorbelastet bin und - wie mir sowohl mein Haus- als auch mein Frauenarzt bestätigt haben - ein erhöhtes Risiko habe an Krebs zu erkranken.
Mein Eltern und eine Schwester sind an Krebs verstorben, mein Bruder ist gesund.
Ich bin als Nachzügler geboren, meine Eltern waren bei meiner Geburt schon über 40 und meine Geschwister sind wesentlich älter als ich. Da ist es wahrscheinlich nur natürlich, dass man früher mit Erkrankungen und Tod von Familienangehörigen konfrontiert wird als Gleichaltrige. Aber die Krebshäufigkeit ist halt trotzdem ungewöhnlich hoch .
Vielleicht habe ich die Angst auch zum Teil daher, dass ich schon so viele geliebte Menschen leiden und sterben sehen musste.
Aber wie dem auch sei - was dieses Wissen, dass mein Risiko hoch ist, bei mir anrichtet, könnt ihr euch sicher denken.....
Und ehrlich gesagt - im Freundes und Bekanntenkreis wird mir auch oft das Gefühl gegeben: Na ja ,dass Du Angst hast, krank zu werden, ist ja verständlich und berechtigt.
Trägt also auch nicht gerad zu meiner Beruhigung bei.
Ich versuche mir immer zu sagen: Cool bleiben, Du gehst einfach regelmäßig zu den Vorsorgeuntersuchungen und wenns Dich trotzdem erwischt, kannst Du es auch nicht ändern.
Aber das ist so leicht gesagt und soooooo schwer umzusetzen.
Sorry, dass mein Beitrag etwas konfus geraten ist !

Lieben Gruß,
Maja

27.03.2012 18:56 • #15


Hallo Ihr,

also ich glaube, hier habe ich endlich (ich sage endlich, weil ich froh bin, nicht allein mit meinen Ängsten zu sein) einige gefunden, die meine Ängste nachvollziehen können. Es ist furchtbar. Das Schlimme ist - genau wie bei dir - Lotte - dass ca. 1 Jahr und ein paar Monaten nicht mehr beim Frauenarzt war. Die Angst ist jetzt zurück gekehrt, weil ich Angst habe, den Zeitpunkt, wo man hätte was machen können, wenn ich Krebs habe, überschritten zu haben. Ich denke zur Zeit ständig daran, dass ich neue Knoten habe und sie dies mal Krebs sind. Es ist furchtbar und völlig irrational. Wie kann man nur so verrückt denken.

Ich würde lieber zu denen gehören, die wegen jedem Wehwehchen zum Arzt gehen. dann hätte ich wenigstens eine Zeitlang wieder Ruhe. Aber im Moment kann ich das Kopfkino nicht ausschalten.

Dabei ist es doch völlig unsinnig, der Arzt im Krankenhaus hätte mir doch bestimmt geraten, die Knoten entfernen zu lassen, wenn sie bösartig werden könnten, oder?? Da ich ja auch sogar eine Biopsie hinter mir habe, ist es absolut sicher, dass ich nchts habe. Wären die Knoten an einer anderen Stelle in meinem Körper und nicht in imeiner Brust, würde es mich wahrscheinlich gar nicht stören.

Ich bin auf jeden Fall froh, dass ich mir hier alles von der Seele schreiben kann. Mein Mann hört zwar geduldig zu, aber es ist doch klar, dass er meine Ängste nicht nachvollziehen kann. Er ist ja psychisch gesund, und ich mache ihm keinen Vorwurf daraus. Er hat sogar meine Brust abgetastet, als es am WE so schlimm mit mir war und gesagt, es seinen die gleichen Knoten wie beim letzten Mal, da könnte ich absolut sicher sein. Es hat sich nichts verändert.

Ich bin jetzt 52 Jahre und bekomme schon Panik, wenn meine Periode länger als gewönlich dauert. Ich habe dann sofort Angst, ich hätte Krebs, dabei ist es doch in meinem Alter völlig normal.......
Ich bin in psychotherapeutischer Behandlung und meine Therapeutin inst wirklich gedulidg mit mir, aber sie sagt natürlich auch, wenn ich mich meinen Ängsten nicht stelle und zum Arzt gehe wird es nie besser. Sie hat vollkommen recht, aber ich bekomme es nicht hin. Hat denn hier niemand ein Patentrezept?
Ich wäre froh, ab und zu mal von euch zu hören, vielleicht macht ihr ja ein paar positive Erfahrungen. War denn schon mal jemand in einer Tagesklinik? Vielleicht hilft mir das ja weiter, die Angst zu verlieren und endlich zum Arzt zu gehen.

Ich muss dazu sagen, dass meinen Mutter - als ich 18 war- an Krebs gestorben uist und mein Neffe, der nur 2 Jahre jünger war als ich -auch mit 10 Jahren an Krebs gestorben ist. Wahrscheinlich rühren meine Ängste daher, Krebs endete in unserer Familie immer mit tod.

So jetzt habe ich genug gejammert. Ich wünsche allen noch einen schönen angstfreien Tag.

LG
Violetta

28.03.2012 12:44 • #16


hallo ihr lieben,
ich habe hier ja schon öfter mal geschrieben aber als ich jetzt eure beiträge gelesen habe, habe ich gedacht, endlich leute denen es ganz genauso geht wie mir !!!

ich bin wbl. 45 Jahre und leide schon seit ca 20 jahren an einer angsterkrankung, die mit klassischen panikattacken angefangen hat und sich vor ca 6 jahren in eine permanente krankheitsangst gewandelt hat. ich habe einige therapien hinter mir mit mässigem erfolg, dabei habe ich immer das gefühl, dass keiner meinen zustand richtig nachempfinden kann und dadurch fühle ich mich völlig allein !

in meinem leben gab es einige schwierigkeiten, wie schlechte kindheit, vater mit 52 an speiseröhrehkrebs gestorben(war Alk.), 2 überfälle (ich arbeite in einer bank) usw.
in den therapien haben wir das alles besprochen ABER ! besser geht es mir deshalb nicht und ich weiss bald nicht mehr weiter.....!!
die ängste und die schrecklichen ständigen symptome bleiben und es kommen auch neue hinzu.

die angst vor ärzten und untersuchungen habe ich auch, bin immer fast ohnmächtig wenn ich zum arzt muss (gehe)
im letzen jahr war ich dennoch bei einigen ärzten, weil es keinen tag mehr gab ohne symptome und angst- ich wollte nur noch, dass das aufhört !! aber scheinbar waren die ganzen arztbesuche zu viel für mich (der ständige nervliche stress und die todesangst dabei) habe mich ja immer schon voller schmerzen auf der krebsstation liegen sehen, auf das ende wartend
egal bei welchem arzt ich war, in meinem kopf habe ich die schreckliche diagnose schon gehört. ja, ehrlich ich hatte die worte schon im kopf !! das ist so krank !!!

als alle untersuchungen vorbei waren( alle ohne befund!) habe ich vergeblich auf erleichterung gehofft

jetzt bin ich seit mitte januar krank geschrieben, habe totale unruhe in mir, zittern, muskelzucken mal hier, mal da, komisches muskelreissen, stechen. irgendwie scheint der ganze körper verspannt, manchmal ist mir übel, schmerzen im bauchbereich, rücken usw.

und nun ?

ein doc hat mir mal was von hypochondrischem wahn gesagt- na toll ! bin ich jetzt wahnsinnig ??

so, jetzt habe ich mir mal alles von der seele geschrieben und hoffe , ihr nehmt mich in diesen kreis der angsthasen auf und wir können uns austauschen.

liebe grüße an alle !

28.03.2012 13:30 • #17

Sponsor-Mitgliedschaft

Hallo panikmo, violetta............
herzlich willkommen im Kreise der Angsthasen. Gelesen habe ich von dir, panikmo, schon öfter etwas, ich glaube, wir haben uns auch schon einmal ausgetauscht.
Ich freue mich, dass wir immer mehr werden, die sich stützen wollen und das in aller Regelmäßigkeit!
Ich habe gestern Abend für einen symptomfreien Tag gebetet......es wurde heute weitestgehend erfüllt.
Ich schreibe extra weitestgehend, denn natürlich beobachte ich mich auch heute akribisch, nehme ein kleinstes Kribbeln im Bein oder im Fuß ( das ist im Moment MEIN Thema, Kribbeln, Mißempfindungen...) wahr...und die Angst ist da.
Wie kann es sein, dass wir so sensibel wahrnehmen, was da im Körper passiert? All´unsere Symptome, die wir ja real wahrnehmen, gibt es diese Wahrnehmungen nicht bei den Normalen?? Nehmen die das gar nicht wahr? Mein Mann, der wirklich lieb und geduldig ist- zumindest meistens , nimmt all´solche Dinge gar nicht wahr....Beneidenswert.
Violetta, dass, was deine Therapeutin in Bezug auf die Arztbesuche ( nämlich, dass wir es nur schaffen, wenn wir da nicht ewig vor der Tür stehen) postuliert, ja, das ist wohl der Weg. Ich weiß das und ich habe die Besuche massiv eingedämmt, dass aber um den Preis, dass ich tagelang in Panik bin, jetzt habe ich aber bestimmt etwas, muss ich nicht dieses Mal doch zum Arzt? Es kostet mich soviel Kraft das durch zu halten, aber ich weiß, dass es keinen anderen Weg gibt.
Außerdem muss ich auch sagen, dass ich, wenn ich zum Arzt gehe vor Angst fast sterbe. Einerseits können mich nur Ärzte, wenn auch nur kurzfristig, beruhigen, auf eder anderen Seite habe ich so einen Schiß, man, man, man.....

Wißt ihr, was ich als Konfrontationstherapie gewählt habe? Seit ein paar Monaten bin ich dabei mich auf die Prüfung zum Heilpraktiker vorzubereiten. Dabei werde ich natürlich massivst mit Krankheitsbildern konfrontiert..........Ich möchte meinen Körper verstehen lernen, ich möchte nicht nur Angst und Halbwissen haben, es soll fundiert sein, damit ich nicht nur panisch bin, sondern auch den Verstand einschalten kann.......das erhoffe ich mir zumindest daraus, weiß aber noch nicht, ob es der richtige Weg ist, denn im Moment....
Ihr Lieben, euch einen sonnigen Nachmittag, bis bald,

Charly

28.03.2012 14:33 • #18


Hallo charliy,

das mit meiner Therapeutin hast du - glaube ich - falsch verstanden. Ich gehöre zu der Gruppe, die so gut wie nie zum Arzt gehen, aus Angst vor der Diagnose. Meine Therapeutin meinte dann, ich solle mich der Angst stellen, indem ich endlich zum Frauenarzt gehe bzw. zur Vorsorge. Das genau ist mein Problem, in habe wirklich Todesangst davor, dahin zu gehen. Ich hör auch schon , wie manch anderer hier, mein Todesurteil. Wenn ich nicht gehe, habe ich immerhin irrisnnigerweise die Hoffnung, das nichts ist. Es schwankt immer zwischen Todesangst und es wird schon nichts sein. Darum muss ich irgendeinen Weg finden, die Angst zu überwinden, und zum Arzt zu gehen. Aber leider haben weder ich noch meine Therapeutin den Weg bis jetzt gefunden und ich habe schon Angst vor der nächsten Therapiestunde, denn sie wird mich bestimmt darauf ansprechen, ob ich schon einen Termin gemacht habe.

LG
Violetta

28.03.2012 14:47 • #19


hallo violetta,

hast du deiner frauenärztin von deinen starken ängsten erzählt ??
manchmal ist das hilfreich, denn wenn man auf einen verständnisvollen arzt trifft, kann dieser vielleicht schon im vorfeld beruhigend auf dich einwirken, sodass man dann doch die untersuchung schafft.
aber ich kann dich sehr gut verstehen, es ist einfach der horror !

manchmal denke ich dann, alle müssen ja irgendwann sterben und es trifft auch junge menschen. wieso also so eine fürchterliche panik ??
aber es ist wohl eher die angst vor dem elenden sterben als vor dem tod !??

lg

28.03.2012 14:58 • #20



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