Zitat von Faultier: Und was soll man radikal akzeptieren ? Das man sterblich ist?
Das ist meiner Meinung nach tatsächlich der wichtigste Schritt überhaupt.
Zitat von Faultier: Solange der Mensch noch etwas zu verlieren hat,hat er i.d.R auch Angst vor Krankheiten bzw dem Tod.
Das ist auch gut so und das soll auch so bleiben, aber nicht auf die irrationale, unbegründete und unlogische Weise, wie sie ein Hypochonder hat, sondern eher als Antrieb fürs Leben.
Zitat von Faultier: Für Psychologen wirds so natürlich schwer den Patienten von seinen Krankheitsängsten zu *heilen*
Nun ja, kommt auf dem Therapeuten an. Über Gesprächstherapie lernt man ja schon, seine Gedanken zu kontrollieren und mehr Logik in den Kopf zu bekommen, dazu lernt man, seine Ängste zu steuern und jetzt nicht das Gedankenkarussell ins unermessliche wachsen zu lassen.
Aber es stimmt, eine Pauschal-Lösung gibt es nicht. Für mich ist eine Mischung aus Lebensstil, der Akzeptanz der Sterblichkeit, zu trainieren, wieder rational zu denken und zu verstehen, dass man manche Dinge eh nicht beeinflussen kann.
Wenn jemand Übergewicht hat, Kettenraucher ist und sich null bewegt, braucht er sich nicht wundern, dass er Angst vor Lungenkrebs oder Herzversagen hat. Dann sind seine Ängste in gewissen Maßen ja berechtigt.
Wenn jemand aber an sich selbst viel arbeitet, gesund isst und Sport treibt, hat die Personen viele Risikofaktoren schon eliminiert. Sollte dann Angst "Oh Gott, ich hab Husten, bestimmt Krebs" kommen, muss die Logik versuchen, die Angst zu bekämpfen nach dem Motto "hey, wovon soll ich Lungenkrebs bekommen?".
Wenn man das noch in Kombination mit der Akzeptanz schafft, ist ein großer Schritt gemacht. In dem Beispiel wäre das dann "ja gut, auch gesunde, fitte Menschen mit wenig Lastern können Krebs bekommen, aber das kann man dann leider nicht beeinflussen".
Sollte sich die Hypochondrie durch starke körperlich Symptome äußern, empfehle ich schon erstmal einen
einmaligen Arzt-Besuch zum Abklären, aber dann gut sein lassen.
Es muss viel von einem selber kommen, da muss tagtäglich dran gearbeitet werden.
Mein Therapeut hat mir ein schönes Rollenspiel näher gebracht, bei dem Logik und Angst quasi als 2 Personen in meinem Verstand gesehen werden und kommunizieren.
Wenn mein Kopf sagt "Oh Gott, irgendwas stimmt nicht, bestimmt hab ich dies, das, jenes" versuch ich diese Gedanken aus einer zweiten Sichtweise zu betrachten und erstmal ruhig denken "ja okay Angst, was für ein Mist denkst du denn gerade
😄 "
Aber auch sowas bedarf Übung, hat mir aber geholfen.