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Ängstler1991

Ängstler1991

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Hallo liebe Mitängstler,

Ich wende mich an euch weil ich mir in meiner schlimmen Phase ein bisschen Zuspruch erhoffe.

Ich leide seit einigen Jahren an einer Angststörung die durch den Tod von meinem Vater deutlich stärker geworden ist. Psychotherapie steht an dauert aber noch einige Wochen. Auch das stationäre habe ich bereits hinter mir.

Ich erzähl einfach mal was mich momentan so aus der Bahn wirft. Und zwar habe ich Seit knapp einer Woche das Gefühl vom Kopf völlig neben mir zu stehen. Ich bin durcheinander, bemerke oft das Dinge die normal sein sollen auf einmal befremdlich wirken. Die eigene Familie, die Umgebung manchmal auch die eigen Stimme sind wie fremd auch wenn weiß wer alle sind und wo ich bin. Dennoch habe ich richtig Angst die Kontrolle zu verlieren.

Dabei plagt mich nun auch seit einigen Tagen das Gefühl einer komplett tauben körperseite die bei Berührung aber keine wirkliche taubheit darstellt. Dennoch fühlt sich sich einfach wie weg am. Dies ist Verbindung mit dem durcheinander im Kopf macht mich richtig fertig und bestätigt meine Ängste vor einem bevorstehenden Schlaganfall.

Gestern Abend kam zur Krönung noch ein flimmerskotom dazu, was die Angst zum Höhepunkt gebracht hat.

Ich bin ratlos und hoffe das jemand mir neuen Mut zusprechen kann.

Liebe Grüße

29.04.2017 07:14 • 29.04.2017 #1


14 Antworten ↓


petrus57

petrus57


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Das Nebendirstehen kommt von der Derealisation ausgelöst von deiner Angststörung. Wegen dem Flimmerskotom würde ich mich auch nicht so Sorgen. Kann laut Google von zu langer Bildschirmarbeit oder Migräne ausgelöst werden. Würde mich nicht wundern wenn es auch ein Stresssymptom wäre. Ich hatte in den Hochzeiten meiner Angststörung massive Sehprobleme.

Das mit der Taubheit habe ich oft an den Oberschenkeln und Oberarmen. Kommt wohl von der Wirbelsäule.

Petrus

29.04.2017 07:26 • x 2 #2


Ängstler1991

Ängstler1991


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Zitat von petrus57:
Das Nebendirstehen kommt von der Derealisation ausgelöst von deiner Angststörung. Wegen dem Flimmerskotom würde ich mich auch nicht so Sorgen. Kann laut Google von zu langer Bildschirmarbeit oder Migräne ausgelöst werden. Würde mich nicht wundern wenn es auch ein Stresssymptom wäre. Ich hatte in den Hochzeiten meiner Angststörung massive Sehprobleme.

Das mit der Taubheit habe ich oft an den Oberschenkeln und Oberarmen. Kommt wohl von der Wirbelsäule.

Petrus

Danke für deine schnelle Antwort. Das mit der Derealisation habe ich mir auch schon gedacht, dennoch hält sie schon solange. Die Taubheit ist ja auch die ganze seite betroffen. Neurologe meint das hat auch mit der Angst zu tun.

Aber ich hab so Panik:( ich hab alles probiert um mich abzulenken

29.04.2017 07:39 • #3


minos


Guten Morgen,

ein Flimmerskotom habe ich in ganz unregelmäßigen und langen Abständen auch, ich selber dachte das es
bei mir mit meinem HNO Problem zusammen hängt. Das mit der Tauben Körperseite betrifft bei mir manchmal
den rechten Arm, Schulter Problem und Schmerz mit tauben und/oder kribbelnden Fingern.

Ich kann dich gut verstehen zumal ich damals beim Ableben meines Vaters auch verstärkte Symptomatik durch
Angst und Panik hatte, ich brauchte insgesamt 7 Monate um wieder einigermaßen meinen Alltag bewältigen
konnte und war in der Zeit auch in Reha (8 Wochen). Insgesamt war ich 6 Jahre in ambulanter Psychotherapie.

Natürlich ist es immer so wenn man emotionalen Druck verspürt oder dem Stress ausgesetzt ist das sich das
Kopfkino im Karussell dreht, die schlimmsten Befürchtungen scheinen wahr zu werden aber es ist nicht so! Auch
heute noch kommt so etwas bei mir auf wenn es Druck/Stress gibt und auch kleine Dinge bereitem einen Sorge.

Gestern erst hatte ich eine CCT Untersuchung wegen meinem HNO Problem, und obwohl dass CCT nur ganze 5
Minuten dauerte kam es mir vor wie eine Stunde, da kam schon wieder Panik hoch. Ganz einfache und normale
Abläufe werfen einen bei Druck/Stress aus der Bahn.

Ich kann dir nur raten das du dich versuchst zu entspannen, fahre mit dem Rad in die Natur wenn es dass Wetter
zulässt und bewege dich an der frischen Luft. Irgendetwas machen welches dich nicht weiter zum Grübeln bewegt!
Alles was Spaß und Freude macht ist erlaubt, natürlich nicht solche Dinge wie Alk. trinken oder Rauchen, dass
Nikotin haut dich weiter nach unten und putscht dich auf. Schwimmen hat mir auch immer gut getan, am besten
noch im wechsel kalt und warmes Wasser (Sole).

Licht ist gut, in die Sonne oder versuch mal Vitamin D3 in Kombination Magnesium einmal in der Woche 20000IE.
Ich weiß nicht wie du auf Medikamente reagierst aber falls nicht schon eingeleitet überlege genau ob du bereit
bist dich auf ein Antidepressivum einzulassen, mir hat es damals nicht geholfen und ich stehe sehr kritisch dazu!

Alles gute dir!

29.04.2017 07:45 • x 1 #4


petrus57

petrus57


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Wenn du nervlich wieder etwas runterkommst lässt auch die Derealisation wieder nach. Hat dir der Arzt keine Notfallmedikamente verschrieben? Ich hatte die Derealisationsgefühle auch monatelang gehabt.

29.04.2017 07:49 • x 1 #5


Annie303


Hallo @Ängstler1991,
ich kenne das auch. Das kann einen schon verrückt machen, aber da ich nun auch weiß, dass es von den Ängsten herrührt, mache ich mich nicht mehr so verrückt. Also, auch wie @petrus57 beschrieben hat, wird sich das wieder beruhigen, wenn die Ängste sich reduzieren.

29.04.2017 08:04 • #6


kopfloseshuhn

kopfloseshuhn


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Wichtig ist dass du dir klar machst dass die derealisation und depersonalisation nicht deine feinde sind. Es ist ein ausgeklügeltes schutzsystem deiner psyche.

29.04.2017 08:06 • #7


Evelin67

Evelin67


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Hallo Ängstler
Das mit dem Flimmern kenn ich selber nicht aber mein Mann hat das und der Arzt sagt,es sei stressbedingte Migräne. Er hat da keine Schmerzen aber es fängt an zu flimmern und sein Sichtfeld schränkt sich bis auf einen kleinen Punkt ein, das dauert so meist zwischen 5 und 10min dann wird es wieder besser.
Zu deinem *Nebenstehengefühl*,ich denke das kennen die Meisten von uns und ich kann da minos nur beipflichten,schau das du dich entspannst,probier aus was dir guttut....Sport ist echt ne gute Abelnkung und hilft zum eigenen Körpergfühl wiederfinden...ich komm gut mit Yoga klar...kannst aber auch versuchen den ersten Druck mit einem *Urschrei* loszuwerden...versuchs einfach

29.04.2017 08:18 • #8


petrus57

petrus57


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Zitat von Evelin67:
.kannst aber auch versuchen den ersten Druck mit einem *Urschrei* loszuwerden...versuchs einfach


Das kannst du ja mit einem Waldspaziergang verbinden.

29.04.2017 08:21 • x 1 #9


Evelin67

Evelin67


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Petrus..du fühlst wie ich denke

29.04.2017 08:23 • x 1 #10


Ängstler1991

Ängstler1991


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Danke für eure lieben Worte an mich. Im mom ist es sehr schwierig das alles so anzunehmen auch wenn ich es probiere... Habe ja auch tavor als Notfall da, doch auch das wirkt nicht so richtig.

Ich meine ich habe schon oft schlechte Phasen gehabt und bin wieder rausbekommen aber im mom scheint alles so ausweglos.

Diese komische Kopf gefühl, dieses durcheinander fast verwirrt, die gefühlte Taubheit auf der ganzen körperseite, die Panik dann einfach umzukippen.

Och man

29.04.2017 08:48 • #11


petrus57

petrus57


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Eigentlich hilft Tavor ganz gut. Wie viel nimmst du denn davon?

29.04.2017 09:06 • #12


Ängstler1991

Ängstler1991


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Nicht viel und auch nicht oft... Ich weiß nicht was im Moment los ist

29.04.2017 09:08 • #13


Flame


Manchmal kann man solche Stressphasen ein Stück weit nur ertragen,indem man sich in Erinnerung ruft,dass sie auch wieder vergehen.
Oftmals stecken hinter der Derealisation Gefühle,die nicht gelebt worden sind also verdrängte Gefühle.
Bis zu einem gewissen Grad ist Verdrängung sogar sinnvoll aber wenn das innere Fass voll ist,ist es eben voll und dann kommen die Symptome aller Art.
Deine Gefühle wollen gefühlt werden damit sie gehen können.
Ist da möglicherweise noch die Trauer um Deinen Vater,die Du Dir nicht erlaubt hast zu fühlen?
Nicht gefühlte Gefühle werden zu Blockaden und deswegen gilt es herauszufinden,was einen im wahrsten Sinne des Wortes so bedrückt.
Lässt man der Trauer freien Lauf,kann sie sich auflösen natürlich nicht von jetzt auf gleich aber sie muss fliessen können.

Unangenehme Gefühle wie Trauer und Hilflosigkeit fühlt natürlich niemand gerne,sie sind aber Bestandteil jedes Lebens.
Unterdrückt man sie zu lange,unterdrückt man auch die positiven Gefühle weil sich das nicht trennen lässt.Man ist dann nicht mehr im Fluss und spürt das dann auch deutlich über die Derealisation.
Das ist der Kreislauf.

Auf YouTube gibt es einen Vortrag von Robert Betz: "Umgang mit unangenehmen Gefühlen".
Ausser diesem Vortrag beleuchtet er auch viele andere interessante Themen,schau Dich da mal um.

29.04.2017 09:58 • #14


Icefalki

Icefalki


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Ängstler, nur eins, davon stirbst du nicht. Ist nur Chemie, die deinen Körper verstrubbelt, ausgelöst durch Gefühle. Einmal erlebt, sofort erlernt. Und um den Zustand nicht haben zu wollen, reagiert man mit noch mehr Adrenalin, das das Ganze wunderbar am Laufen hält.

Ein Kreislauf zwischen Gefühlen, Ausschüttung von Botenstoffen, Reaktionen darauf und schwups, fängt es von vorne an.

Der eine reagiert mit Panik, der andere verspannt sich und beginnt mit körperlichen Symtomatiken. Allem drüber steht die Angst. Und Angst ist nix anderes, als eine Unsicherheit im Leben. Angst bekommst du auch, wenn dir ein Löwe plötzlich gegenüber steht. Die Unsicherheit, ob du gleich gefressen wirst, oder dem noch entkommen kannst.

Dein Löwe mag mit dem Tod deines Vaters in Verbindung zu stehen, der dich unsicher macht. Sei es nun Trauer, oder die Erkenntnis, dass das Leben endlich ist. Das macht schon mal Angst. Und die spürst du gerade.

29.04.2017 10:14 • x 1 #15



Dr. Matthias Nagel