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Allerdings gibt es da kaum Unterschiede zwischen den hineingesteigerten Körperwahrnehmungen und den hineingesteigerten Empfindungen.
In beiden Fällen ist die Wahrnehmung auf den Körper projiziert und nur schwer zu lokalisieren.Dann musst du trainieren, zwischen Körperwahrnehmung und Emotion zu unterscheiden. Du bist derjenige, der aktiv die Wahrnehmung auf den Körper lenkt, das passiert nicht einfach so. Dementsprechend könntest du auch aktiv die Wahrnehmung auf deine Emotionen und hilfsweise auf deine Kognitionen (= meist Befürchtungen) lenken. Schau dir das mal an und überlege häufiger, welche Emotion du gerade spürst.
Zudem kann ich darin keine Botschaft erkennen die mir mein Körper mitteilen will.Wobei mir aufgefallen ist, dass ich jetzt noch immer wenn eines dieser unangenehmen Gefühle losgeht Angst kriege, dass dieses Problem chronisch bleibt und ich dadurch nicht den Aufgaben die vor mir liegen nicht gewachsen bin.
Ich hatte schon mehrfach versucht diese Angst abzubauen indem ich einfach trotzdem zur Uni gefahren bin. Aber das hatte jedes Mal (insgesamt waren es 7 Versuche) die Beschwerden massiv verschlimmert.
Daher bin ich zu der Strategie gekommen, dass ich zuerst versuche die Symptome so stark wie möglich abzubauen und dann wieder mein Studium aufnehme.
Andere Ängste sind mir bisher nicht eingefallen.
Falls es unterbewusste Ängste sind die zusätzlich ins Spiel kommen (vorausgesetzt es gibt so etwas tatsächlich) habe ich keinen blassen Schimmer was es noch sein könnte.Aber die unbewussten Ängste (bzw. sind sie ja schon halb bewusst) springen einen doch geradezu an: Angst zu versagen. Die Psyche macht es dir so angenehm und sozial verträglich wie möglich. Sie erspart dir sogar, dich als Versager zu fühlen. Das läuft folgendermaßen: Irgendwann warst du tief in dir drin mit dir selbst ganz und gar nicht zufrieden, hast dir nicht (mehr) genügt, bei Vergleichen mit anderen hast du vielleicht schlecht abgeschnitten oder es hat sich so langsam die Sorge eingeschlichen, du könntest schlecht abschneiden. Beim Sport ging das immerhin so weit, dass du es mit einer Dopingspritze probiert hast. Beim Studium hast du auf derlei Mittel zum Glück verzichtet, trotzdem werden gerade da erhebliche Versagensängste zu finden sein. Die sind durchaus normal, schließlich ist es eine schwierige Zeit (Studium beenden/(gut genug) bestehen, Jobsuche, endgültige Abnabelung von den Eltern, Eigenständigkeit, Familiengründung etc.). So weit, so normal...
Schwierig wird es dann, wenn die Versagensängste zu groß werden oder wenn man sie sich nicht zugesteht/erlaubt. Ganz besonders in letzterem Fall ist man gearscht, weil erstens das Vorhandensein auch nur der geringsten Versagensängste etwas ist, das mit dem Selbstbild überhaupt nicht vereinbar ist, und weil man sich zweitens mit den Ängsten nicht auseinandersetzen kann (sondern sie wegen des Selbstbildes geflissentlich verdrängt).
An dieser Stelle hilft dir das Unbewusste mit den Symptomen. Wegen der Symptome "kannst" du nicht mehr an die Uni (oder in sonstige Situationen, in denen man versagen könnte). Das schützt dein Selbstbild, indem du aus scheinbar gutem Grund gar nicht mehr in die Lage kommst zu versagen - wer sich krankheitsbedingt keiner Prüfung unterziehen kann, der kann auch nicht durchfallen. Und es schützt dich vor der Auseinandersetzung mit der Angst. Die nimmst du ja gar nicht wahr, du kämpfst stattdessen mit Symptomen. Du hast irrsinnige Angst vor der (Versagens)Angst, deshalb werden die Symptome an der Uni schlimmer - deine Psyche schützt dich mit Symptomen vor der Angst bzw. vor der Erkenntnis, Angst zu haben. Und deswegen wird es nicht funktionieren, erst die Symptome abzubauen und dann wieder am Leben teilzunehmen.
Liebe Grüße
Christina
14.01.2011 14:11 •
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